loader image

5.570 Wörter, 29 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Saber saß in seinem Büro im Oberkommando und starrte nun schon seit einigen Minuten stumm auf die Anzeigen seines Monitors. „Jetzt reicht es“, murmelte er schließlich, schob den Stuhl zurück und verließ fest entschlossen sein Büro.

Und kaum hatte er den Flur betreten, kam ihm Colt mit schnellen Schritten entgegen: „Genau dich, suche ich!“ zeigte der Lockenkopf auf den Schotten. „Hallo, Colt“, begrüßte der Schotte seinen Scharfschützen. Doch Colt hielt Saber mit ernster Miene sein Tablet entgegen: „Erklär mir das mal.“ forderte der Scharfschütze seinen Boss auf! Saber warf nur einen kurzen Blick auf das Tablet, das mit technischen Daten übersät war.

„Was ist das?“ fragte Saber, denn er war mit seinen Gedanken ganz woanders und hatte für das Problem gerade gar keinen Platz. Colt schnaubte ungläubig.

„Was das ist, fargt du? Diese Waffe könnte uns in die Luft jagen, wenn nicht alles zu hundert abgestimmt ist. Und das Schlimmste daran? Wir würden es nicht einmal merken. Es wäre vorbei, bevor überhaupt jemand reagieren könnte.“ erklärte Colt so aufgeregt, dass man merkte, wie sehr ihm diese Waffe Sorgen bereitete. Seine sonst so lockere Art war wie weggeblasen.

„Genau deswegen ist auf Ramrod die Hölle los!“ erklärte Saber während sie auf die Fahrstühle zugingen. Der Lockenkopf blickte Saber ungläubig an. „Ok, nochmal.” Und Saber holte mit seiner ID den Fahrstuhl, der direkt auf der Etage des First Grad fuhr. 

“Du hast die Waffe bereits im Einsatz gesehen!” erinnerte Saber den aufgebrachten Cowboy. Der Cowboy nickte einige Male: „Ja, und das war auch ‚cool‘, um es mal so auszudrücken. Doch der gute Ramrod ist, man mag es nicht glauben, ein wenig leichter als das Kampfschiff der Japaner, das garantiert nur für diese Waffe gebaut wurde!“ argumentierte er direkt. Saber nahm Colt das Tablet ab, das er ihm schon die ganze Zeit unter die Nase hielt und blickte auf die aufgerufenen Daten. „Seit wann interessierst du dich für …“ begann er, doch er wurde scharf unterbrochen.  “Weil ich der Schütze bin und ich muss wissen, was passiert, wenn ich diese Waffe betätige.” fiel er Saber direkt ins Wort. 

Die Fahrstuhltüren fuhren mit einem *bing* auf und Saber stieg ein. Colt fackelte nicht lange und stellte sich neben den Schotten, der den Cowboy überrascht fragend ansah und den Knopf betätigte, damit der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte. „Und ich hatte geglaubt, du freust dich!“ begann Saber. Colt nickte: „Ja, es ist ein feuchter Traum von mir, mit Ramrod in die Luft zu fliegen, aber eben, um zu fliegen, nicht um uns damit in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Und mit ewig, meine ich ewig!“ 

Saber musterte erneut die Daten, denn so besorgt erlebte man Cden Cowboy selten, also musste er etwas gefunden haben, was nicht mit seinem überzeugten Handeln übereinstimmte.“ und gab ihm das Tablet wieder zurück. „Können wir später darüber reden?“, fragte der Highlander. „Nein!“ kam es darauf sofort von Colt.

Absatz #2

Fireball saß in seiner Satteleinheit, der Cowboy war vor einer guten halben Stunde stinksauer abgedampft. Aus Interesse ließ er die Neuerungen durch sein System laufen, es waren nur Simulationen, doch auch bei ihm begannen so langsam die Alarmglocken zu läuten. Ramrod würde nicht nur einige Tonnen schwerer werden, sondern seine Reaktionszeit würde um 0,04 Prozent verlängert werden. Das mag im ersten Moment nicht viel klingen, doch sollte sich das Schiff in einem Flugmanöver befinden, das abrupt geändert werden musste, würde es bereits 0,15 Sekunden dauern, bis Ramrod überhaupt das nächste Manöver ausführen könnte. Das alles während eines Kampfes noch in die Handlungen umzusetzen, erschien ihm gerade als fast unmöglich! Er klinkte das mobile Steuerungsmodul aus und verließ ebenfalls die Brücke.


April saß in der Bordküche und überblickte die geplanten Änderungen, als ihr jemand ein Tablet vor die Nase legte. Sie blickte auf: „Das geht nicht!“ kam es von Fireball kopfschüttelnd. April stimmte ihm nickend zu und zog das Tablet der Piloten-Einheit näher zu sich heran: „Deswegen denken wir über neue Triebwerke nach!“ sagte April.

Fireball riss seine Augen auf: „Ok, dann haben wir ein doppeltes Problem. Durch die neue Waffe würde Ramrod schon hart an der Übergewichts Grenze liegen, neue Triebwerke noch dazu, und wir haben ein richtig dickes Problem. Da kann sich der Cowboy seinen Guavensaftvorrat an Bord abschminken.“ erklärte der Japaner. 

„Hast du Ramrod gerade übergewichtig genannt?“ Fragte April grinsend. Fireball lachte kurz auf: “Ja, es wäre, als wollte ich einen Zug in die Luft bringen wollen, was du und ich wissen nicht funktioniert.” und er setzte sich mit an den Tisch: “Ein neuer Ramrod wäre wohl das Preiswerteste.” sagte Fireball leicht ironisch und stützte seinen Kopf ab und dachte nach. 

“Oder wir lassen Ramrod da umrüsten, wo die Technik der neuen Waffe herstammt und …” April unterbrach sich selbst mitten im Satz. Fireball war währenddessen aufgesprungen, schnappte sich das Tablet und lief zur Tür: “Mensch April, das ist es, los komm mit.” forderte er sie auf und war auch schon verschwunden. “Was?” rief die Blondine vollkommen überfahren und schnappte sich einige Unterlagen und lief Fireball nach.


„Nein, Sir, in den kommenden Tagen werde ich mit Ramrod den Sektor C auskundschaften. Die Daten sind zu brisant, um sie nur anzusehen“, beharrte Saber diesmal hartnäckig auf sein Vorhaben. Colt, der momentan nur als Zaungast diente, spitzte die Lippen und beobachtete das Hin und Her zwischen den beiden. 

Captain Hikari, der hinter seinem Schreibtisch saß, musterte seinen aufgebrachten jungen Captain-Major. „Na dann, guten Flug!“ wünschte er und wandte sich wieder seiner Arbeit am PC zu. Saber runzelte seine Stirn und schaute fragend zu Colt, der Lockenkopf zuckte darauf nur mit seinen Schultern. 

Seit Wochen versuchte der Schotte Captain Hikari von seinem Vorhaben zu überzeugen und jetzt sollte es plötzlich so einfach sein? Saber wollte gerade etwas erwidern, doch in dem Moment klopfte es und er blickte zusammen mit Colt zur Tür, die im nächsten Moment auch schon schwungvoll aufging. 

“Herrei …” Weiter kam Captain Hikari nicht, denn ein aufgebrachter Fireball, der seinen Namen gerade alle Ehre machte, stürmte hinein und ging mit einem fragenden Blick an Colt und Saber vorbei. Mit den beiden hatte er hier nicht gerechnet. 

April trat etwas langsamer hinter Fireball in das Büro. Sie fühlte sich nach wie vor nicht wohl in diesem Raum und wusste schon gar nicht mehr, wann sie das letzte Mal hier war. Sie stellte sich zwischen Saber und den Cowboy, die überrascht waren, auch sie hier anzutreffen. Die Augenbrauen des Captains gingen nach oben. Nun war das Team Ramrod also vollständig in seinem Büro versammelt. 

„April ist auch dabei!“, teilte Fireball allen Anwesenden noch mit. Saber und Colt sahen sich an, und darauf zu April, die ja schon in ihrer Mitte stand. Fireball begann sein Anliegen, das anscheinend sehr dringend war, vorzutragen. Saber verschränkte seine Arme vor der Brust und wartete erst einmal ab, was seinem Piloten so im Kopf herumspukte. Denn Fireball jetzt in seinem Redeschwall zu unterbrechen, würde ohnehin nicht funktionieren. 

„Das sind über 100 Tonnen Rückstoß, damit wäre Ramrod bei Vollschub mehr als …“, er stoppte und rechnete nach …  „Auf jeden Fall ’ne Menge Tonnen zu viel!“, beendete er seine Erklärung, die mit vielen, sehr, sehr vielen Fakten gespickt war. Colt nickte im Hintergrund zustimmend; denn nichts anderes hatte der versucht Saber auch zu erklären, nur eben in Bezug auf seinen Feuerleitstand. 

Captain Hikari versuchte, die Informationsflut, die ihm sein Sohn in den letzten Minuten entgegengebracht hatte, zu ordnen und wandte sich nach einigen stillen Augenblicken April zu: “Ihre Meinung, Miss Eagle?” Die Blonde nickte ein wenig und ging einen Schritt nach vorn: “Das ist das Problem, Sir, es ist alles natürlich machbar, aber ein Restrisiko bleibt, wie bei allen Kampfschiffen.“ begann sie. “Ein neues Schiff wäre die bessere Option“, warf Fireball direkt dazwischen. Captain Hikari blickte nach dem Einwurf von seinem Sohn wieder zu April, die weiter sprechen sollte. 

Saber verkniff sich ein Grinsen und schaute zum Cowboy neben sich; dieser verschränkte seine Arme vor der Brust und hörte sich alles ganz genau an. “Von daher wäre es besser für Ramrods Statik und Feinabstimmungen mit dem neuen Gewicht, dass der Friedenswächter dort aufgerüstet wird, wo die Technik herstammt. Man hätte vor Ort bessere Möglichkeiten!“ erklärte April weiter. 

Saber und Colt rissen ihre Augen auf. Fireball nickte zustimmend, Captain Hikari schüttelte mit seinem Kopf: “Ich kann nicht jedes Schiff, das umgerüstet werden soll, nach Japan oder sonst wohin abkommandieren. Gerade Ramrod und die anderen Friedenswächter werden hier gebraucht!” war dessen schneller ablehnender Einwurf. 

„Nicht alle, aber Ramrod kann ja der Prototyp sein und in dieser Zeit kann Japan hier ein Forschungs- oder Wartungszentrum einrichten!” argumentierte Fireball und ihm wurde klar, dass er da gerade ziemlich hoch pokerte. „Nein, Ramrod wird hier gebraucht!” blieb der Captain bei seiner Meinung. “Ich weigere mich, die Waffe zu benutzen, wenn sie nur aufgerüstet wird und nicht …” 

„Stopp, stopp, stopp, bitte?” unterbrach Captain Hikari den Cowboy, er dachte, sich verhört zu haben! Der Cowboy atmete tief ein: “Die Waffe stellt nicht nur für uns an Bord eine Gefahr dar, sondern auch für die, die in einem Kampf um uns herum sein werden, auf das letzte wollte ich eigentlich erst …” Colt dachte einen kurzen Augenblick nach: “Ja, zum Schluss erst kommen …” Hikari sah darauf zum Schotten. Saber sah zu Colt, bevor er sich jetzt an Captain Hikari wandte: “Sir, natürlich sind wir davon überzeugt, dass die 100-prozentige Sicherheit gegeben ist. Aber da es sich um ein komplett neues Waffensystem handelt, kann ich meinem Piloten, Scharfschützen und Flugingenieurin, die an der Entwicklung von Ramrod beteiligt gewesen war und ihn somit in- und auswendig kennt, nur beipflichten. Ich als Befehlshaber dieser Einheit, bin für die Sicherheit des Teams verantwortlich, so sehe ich es als meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass Ramrod nur durch die besten Hände geht.”

“Uie, das war gut!” kam es Colt in den Sinn. “Haben Sie das schon mit dem wissenschaftlichen Team besprochen?” wollte Hikari darauf wissen. Saber schüttelte mit seinem Kopf, “Nein Sir!” und schaute zu Colt, der auch ein schnelles “Nein!” in den Raum warf. Fireball und April verneinten ebenfalls. “Und warum nicht?” hakte der Captain darauf nach. “Weil es uns mit den heutigen Daten erst aufgefallen ist!” war Fireball der Erste. Colt nickte: “Ja, ich dachte, ich seh nicht richtig auf meinen Guckern.” Hikari ließ Colts Antwort so stehen und blickte wieder zu April: “Über nichts anderes zerbreche ich mir seit Tagen den Kopf, Sir.” sagte sie.

Captain Hikari dachte einen Moment nach und nickte: “Ich werde sehen, was sich machen kann!” Die Vier nickten und salutierten: “Danke, Sir!” kam es von Saber zum Abschied und Team Ramrod verließ gemeinsam das Büro. “Shinji!” Fireball stoppte, als er die Tür hinter sich gerade schließen wollte: „Mist!“ kniff er seine Augen zusammen. Colt grinste: “Wir sind im Offizierskasino, Partner!” und winkte seinem Hombre zum Abschied. Kaum merklich äffte Fireball das Grinsen seiner Freunde nach und ging wieder ins Büro zurück. 

Sein Vater lehnte sich in seinem ledernen Bürosessel zurück: “Was wollt ihr in Japan?” fragte er direkt, der die Lunte längst gerochen hatte. Fireball presste seine Lippen aufeinander und atmete hörbar aus.

Absatz #3

Ramrod befand sich seit gut einer Stunde im Orbit. Ihr Ziel war der noch weitgehend unerforschte Sektor C. Langsam umrundeten sie die rätselhafte Anomalie. Auf den ersten Blick wirkte das All völlig normal, es war wie überall eine endlose Schwärze, durchzogen von unzähligen Sternen. Doch die Sensoren zeichneten in regelmäßigen Abständen ungewöhnlich starke Energieschübe auf.

Der gesamte Sektor C stand inzwischen unter ständiger Beobachtung. Mehrere Patrouillenschiffe zogen ihre Bahnen, während große Transportschiffe ununterbrochen zwischen den neu errichteten Außenposten und den Versorgungsschiffen pendelten. Trotz der geschäftigen Betriebsamkeit lag eine spürbare Anspannung in der Luft. Niemand wusste, welche Geheimnisse die Anomalie noch verbarg.

Ramrod blieb im Beobachtungsmodus, wie es mit Captain Hikari vereinbart war. Saber stand am Panoramafenster, Colt gesellte sich dazu und beobachtete zusammen mit dem Schotten das Treiben im All. April schickte den Montageschiffen, ihre Position, die sie in der nächsten Stunden fliegen würden und stand ebenfalls aus ihrer Satteleinheit auf. Fireball programmierte den Autopiloten zu Ende und gesellte sich zu seinen Freunden. 

“Was haben die da vor?” fragte er und durchbrach somit das faszinierende Schweigen. Denn die Vier blickten auf eine Baustelle im All, mit Kranschiffen und Menschen, in Raumanzügen, die die Teile miteinander verbanden. “Eine Raumstation!”, erklärte Saber. Colt, der die Arbeiten weiter verfolgte, verschränkte seine Arme vor der Brust: “Also erfinden wir hier gerade das Rad neu?” sagte er leicht spöttisch. “Nein!” kam es darauf vom Highlander und er atmete tief ein. “Es wird zu einem erneuten Kontakt mit der “Konföderation des Sonnensystems” kommen.” ließ er die Bombe jetzt platzen, schließlich waren sie im All und Ramrod abhörsicher! 

Alle drei drehten sich abrupt ihren Boss zu. Ein einstimmiges “Was?” war alles, was April, Colt und Fireball über ihre Lippen bekamen. “Aber wozu dann eine Raumstation?” wollte Fireball wissen, das fand er mehr als Retro. 

“Es wird eine Geschützstellung!” wurde Saber jetzt genauer. Colt drehte sich Saber zu: “Soll das heißen, ihr werdet diese neue Waffe als Geschützstellung bauen?” flippte er fast aus. Saber nickte ruhig: “Es ist eine Kopplung der Lichtwaffe und der Spider-Laserwaffe, sie wird, so die Theorie, die erschaffene Energiequelle der Outrider verschließen, wenn diese bis zu einem bestimmten Wert ansteigen sollte.” 

Colt schüttelte mit seinem Kopf: “Oh nein, kommt mir nicht mit Theorie, was ist, wenn das Ding nach hinten losgeht?” zeigte der Lockenopf auf seinem Boss. Er konnte es nicht fassen! “Das würde bedeuten, dass drei unterschiedliche Quellen aufeinandertreffen.” fasste es April zusammen. Saber nickte der Blondine zu: “Richtig!” bestätigte er. Colt fuhr sich durch seine Locken und ging zwei Schritte von der Gruppe weg, aber drehte sich wieder um, um April und Saber weiter zuzuhören. 

“Es sind drei sich abstoßende Pole, wir kennen zwei, doch durch den Kontakt und den Nachbau der Lumenwaffe, wurde ein dritter Pol gefunden, der die anderen beiden absorbiert, je nach Energiezufuhr und …” – “Und was?” fragte Colt. “Vernichtung!” Stille, alle Augenpaare waren geschockt auf den Highlander gerichtet. 

“Vernichtung!” wiederholte der Cowboy feststellend. “Vernichtung?” fragte er nach. “Ja, schaffen wir es, die Anomalien zu verschließen, kappen wir die Energieverbindungen der Outrider und diese Rasse würde langsam an Energiemangel “sterben”, wenn sie es denn können.” 

Fireball schaute zum Cowboy: “Was ist los, es ist eine Möglichkeit, die Phantomnasen, ein für alle Mal …” weiter kam er nicht, Colt stellte sich direkt vor ihm und sah ihn eindringlich in die Augen: “Wir würden eine Rasse ausrotten!” wiederholte Colt fest. “Es sind Phantomwesen!” wurde jetzt auch Fireball ernster. 

“Wer sagt uns, dass dahinter nicht auch Menschen stecken, wie die werten Herren, der “Konföderation des Sonnensystems“, so würden wir nicht nur die Outrider treffen, sondern vielleicht auch UNS selbst!” faste es Colt zusammen. April senkte ihren Kopf. “Und du wusstest die ganze Zeit davon?” wandte er sich scharf an Saber. Der Angesprochene nickte und ging einen Schritt auf den Lockenkopf zu: “Ja, ich habe es von König Jarred erfahren und glaub mir, ich war genauso überrascht wie du, als ich erfuhr, wie weit die Sache schon vorrangig war!“ versuchte Saber seinen Scharfschützen zu beschwichtigen. 

“Genau deswegen, saßen wir also da fest!” und er zeigte aus dem Panoramafenster Richtung Planet Yuma. “Vermutlich!” gab Saber zu. Colt nickte und stemmte seine Hände in die Hüften: “Vermutlich? Ja … genau und vermutlich bist du auch im Militärstab des Neuen Grenzland! Da stellt sich mir die Frage: „Warum erfährst du das erst jetzt?” sah der Cowboy Saber herausfordernd und fest in die Augen. Saber hielt den Blick stand. “Weil die letzte Testphase und Konstruktion der Waffe, erst letzte Woche fertiggestellt wurden.” Stille trat ein, nur das leichte Summen der eingeschalteten Konsolen und das ruhige Brummen der Triebwerke, die Ramrod auf Kurs hielten, waren zu hören. 

Langsam drehten sich Colt, Saber, Fireball und April zu. “Was?” flüsterte Colt mit einem entsetzen und gleichzeitig fragenden Gesichtsausdruck. April nickte: “Wir haben die drei Pole ineinander laufen lassen, Energie der Lumen dazugegeben und es implodierte wie in einem Sog in sich. Geben wir den neuen dritten Pol mit der Spider-Energie-Waffe dazu, ist es als ob man den Sog verschließt und er immer kleiner wird, je länger er nicht gespeist wird. Das Fazit ist, es kann keine Energie mehr aus der herkömmlichen Quelle, entnommen, oder abgegeben werden. Die Anomalie würde kontinuierlich immer kleiner werden.” versuchte es April den Dreien verständlich zu erklären.

Fireball nickte verstehend: “Schön und gut, nur wie sieht das im Großen aus?” und er drehte sich dem Panoramafenster hinter sich zu. Den das, was er sah, war alles andere als klein. “Das ist das Restrisiko!” beantwortete Saber die Frage des Piloten. 

“Ich werde nichts mit einem Restrisiko abfeuern, schon gar nicht mit der Intention dahinter, eine Rasse zu vernichten!” warf Colt darauf gleich wieder ein. “Was?” drehte sich Fireball seinem Freund zu: “Jede Rakete oder Laserwaffe, die du abfeuerst, hat ein Restrisiko und du warst doch der, der sich damals Rache geschworen hatte …” Colt zeigte warnend auf seinen Freund. 

Fireball verstummte abrupt. “Du sitzt nicht am Drücker, Hombre.” kam es fest vom Cowboy. “Sag mir, würdest du den Knopf drücken, mit diesem Wissen?” wollte er jetzt von seinem Freund wissen. Fireball fixierte den Lockenkopf und presste seine Lippen aufeinander. Colt nickte: “Siehst du! Fakt ist, wir wissen es nicht und sollte später irgendwie herauskommen, dass wir eine Zivilisation ausgelöscht haben, wird das immer unsere Handschrift tragen.” 

Fireball hob seine Augenbrauen, er musste sich eingestehen, so hatte er es noch gar nicht gesehen. “Okay!” sagte er stumm vor sich und blickte zur Blondine neben sich, April nickte ebenfalls verstehend. Saber trat einen Schritt nach vorn: “Du bist ein Scharfschütze des Kavallerie Oberkommandos!” erinnerte er Colt an seinen Dienst, an der Waffe. “Nein Boss, ich bin nicht nur ein Scharfschütze, sondern auch ein Sergeant und als dieser werde ich über diese Sache Aufklärung verlangen, dass wir hier wirklich nur auf Phantomwesen ballern, Captain-Major Lancelot!” Letzteres sprach Colt sehr langsam und fordernd aus, während er sich vor Saber stellte. Der Schotte musterte Colt, so entschlossen erlebte man den Cowboy selten, besonders überrascht war er jedoch, dass Colt genauestens über seinen Rang Bescheid wusste und ihn auch einzusetzen wusste. Saber entspannte sich, obwohl er diese Ernsthaftigkeit gerade von Colt überhaupt nicht gewohnt war, musste er auch innerlich zugeben, dass er stolz auf ihn war. Und die Sichtweise des Cowboys konnte er sehr wohl nachempfinden! So nickte auch er entspannter, vor allem aber versöhnlicher: “Gut, wir werden es zusammen in die Wege leiten!” bot er den Lockenkopf an. 

Colts Gesichtsmuskeln entspannten sich nach Sabers Reaktion und nickte den Schotten vor sich zu. Hier und jetzt würde es eh keine Aufklärung geben. Aber er war gerade sehr froh darüber, jetzt eine Möglichkeit in der Hand zu haben, dass nicht nur er, mit ruhigen Gewissen, die Waffe abfeuern zu können, sondern auch alle anderen, die zukünftig daran beteiligt sein würden. Zusammen schauten die Vier den weiten Arbeiten im All zu. Saber nickte kaum sichtlich vor sich, ihm wurde wieder einmal vor Augen gehalten, wie richtig er mit seiner Teamwahl damals gelegen hatte!

Absatz #4

“Du hättest mit uns reden können!” sprach Robin ruhig, mit William auf ihrem Schoß, mit ihrer Mutter. Mit der sie zusammen in einem Café in Yuma-City saß. “Das wollte ich, doch du hast um keinerlei Einmischung gebeten.” kam es von Debbi. Robin, die William mit ein wenig Kuchen fütterte, sah auf: “Damit meinte ich, dass du aufhören sollst, mir zu sagen, wie ich mein Leben führen soll.” erklärte sie ihre Aussage. Debbi nickte und griff nach ihrer Kaffeetasse: “Eben, ich habe so viel von Joshua verpasst, die wenigen Jahre, bis er erwachsen ist, möchte ich mit ihm zusammen sein!” sagte sie und nahm sich einen Schluck. 

Robin wäre beinahe vom Stuhl gerutscht. “Hast du ihn denn mal gefragt? Joshua, ist bei Colt und mir zu Hause, er hat einen festen Tagesablauf, ein sicheres Familienumfeld und Freunde, reiß ihm doch da jetzt bitte nicht raus. Besuch ihn so oft du möchtest, ihr müsst euch auch erst einmal wieder kennenlernen.” versuchte Robin, ihre Mutter umzustimmen. “Oh bitte liebes, spricht jetzt die Pädagogin aus dir? Er ist mein Sohn, ich kenne ihn bereits!” kam es sehr überzeugt von der mittelblonden Frau. “Mutter!” setzte Robin erneut an. Debbi schüttelte mit ihrem Kopf: “Es war falsch dir alle Vollmachten zu geben, sonst wären wir jetzt nicht in dieser Lage.” Robin biss ihre Zähne fest zusammen, sie war kurz davor auszuflippen, aber das wollte sie nicht und schon gar nicht hier in einem vollbesetzten Café, zudem hatte sie noch William auf ihrem Schoß.


Fireball stand zu Hause in der Küche und mixte sich einen Proteinshake und verzog nach dem ersten Schluck sein Gesicht: “Lecker ist anders.” kommentierte er und trank ihn schnell auf Ex aus. Seit zwei Wochen trainierte er nach dem Dienst zusammen mit Dave und den anderen im hauseigenen Fitness-Center des Oberkommandos. Es half ihm, sich ein wenig von Aaiko abzulenken. Er hatte vorgehabt, mit ihr persönlich zu reden, doch sein Weihnachtsurlaub in Japan war vor drei Stunden ins Wasser gefallen, weil Ramrod auch über die Feiertage einsatzbereit gehalten werden musste. 

“Und Finger weg von den Mochis!” riss ihn die hallende Stimme seiner Mutter aus seinen Gedankengängen. Und er bemerkte seinen Vater neben sich, der vorhatte, den Kühlschrank zu öffnen. Fireball grinste: “Die schmecken!” teilte er ihm wissentlich mit. Shinjiro blickte grinsend zu seinem Sohn: “Ich weiß!” bestätigte auch er und öffnete die verbotene Tür. 

“Wenn deine Mutter das sieht, bekommst du Ärger!“ kommentierte Shinjiro die Packung Proteinpulver und fischte sich ein kleines grünes Mochi aus dem Kühlschrank und ließ es direkt in seinem Mund verschwinden. “Wer bekommt hier Ärger?“ stand Hitomi in der Küchentür, mit gestemmten Händen in ihrer Hüfte. Shinjiro und Fireball stoppten in ihrem Tun und drehten sich ertappt Hitomi zu. Shinjiro stoppte in seinen Kaubewegungen und zeigte auf das Proteinpulver, das hinter seinem Sohn stand. Fireball riss seine Augen auf: “Hä? Aber er …” begann er sich zu verteidigen und zeigte auf seinen Vater.


Die ersten Weihnachtsvorbereitungen fanden auch im Haus der Lancelots statt. Sincia war dabei, den Baum korrekt nach einer Vorlage, die sie sich aus einer Zeitschrift ausgesucht hatte, zu schmücken. Alles sollte einfach perfekt für das erste Weihnachtsfest als Familie sein. Saber hatte sie vom Baum vergrault, ständig hatte er im Weg gestanden, jetzt holte er mit Sara seine Eltern vom Raumhafen ab. So hatte sie ein wenig ihre Ruhe und genoss auch einmal die Zeit ohne Baby, anfangs hatte sie sich für diesen Wunsch geschämt, doch Marry hatte sie da schnell beruhigen können. Und Saber genoss es auch mal Zeit alleine mit Sara zu verbringen. 

Langsam schob er seine Tochter, die wach in ihrem Kinderwagen lag, durch die Ankunftshalle des zivilen Raumhafens. “Noch eine halbe Stunde und deine Großmutter wird dich die nächsten Tage nicht mehr loslassen.” sprach er mit seiner Tochter, die darauf ein Lächeln auf ihrem Gesichtchen formte, als ob sie ihn verstanden hätte. Saber grinste ihr entgegen und sah sich um. 

Menschen über Menschen, Familien kamen hier zusammen, Freudentränen, Abschiedstränen, andere rannten zu ihrem Gate, einige saßen und warteten auf ihren Anschluss, wieder andere waren sauer, weil ihr Flug gecancelt oder verpasst wurde. Jeder hatte hier irgendein Ziel und alles war mit Emotionen beladen. 

Auch in dem Schotten fanden Emotionen statt, er freute sich darauf, zusammen mit seinen Eltern das Weihnachtsfest zu verbringen. Vor 3 Jahren war er das letzte Mal zu Weihnachten zu Hause in den Highlands gewesen. Um so schöner war das Zusammenkommen jetzt als komplette Familie. Andererseits machte er sich auch Sorgen um die Sicherheit, nicht auszudenken, sollte über die Feiertage ein Angriff stattfinden. Doch von dieser Angst wollte er sich nicht bestimmen lassen, schließlich waren sie dank der Unterstützung der Delegationen vorbereitet. Auch sein Team blieb vollzählig auf Yuma, schließlich hatte Saber über die Feiertage zusammen mit Captain Lorenz das Kommando. Für Fireball tat es dem Schotten leid, er wusste, dass er etwas mit Aaiko klären wollte, aber Saber hatte darauf leider keine Rücksicht nehmen können, ohne Pilot wäre Ramrod schließlich nicht einsatzfähig! Er schaute auf die Anzeigetafel, der Raumgleiter aus Schottland mit seinen Eltern an Bord war soeben gelandet. 


Fireball griff nach der Proteinshake-Verpackung und bereitete seinen Rückzug taktisch klug vor: “Er meinte, die Mochi sind lecker!” sprach er und zeigte auf seinen Vater, der ihn aus Gründen stumm, mit großen Augen nach blickte. Fireball grinste sein schönstes unschuldigstes grinsen seiner Mutter entgegen und verschwand.  “Ich hab noch was zu tun!” 

Shinjiro rollte mit seinen Augen und blickte jetzt in Hitomis herausforderndes Gesicht. “Kaue auf, dann kannst du dich verteidigen!” sprach sie und öffnete den Kühlschrank, es fehlten tatsächlich schon einige der gefüllten bunten Reisküchlein. 

“Wie viele hast du davon gegessen?” fragte sie wissentlich, schließlich kannte sie ihn, er aß selten Süßigkeiten, aber bei Mochis wurde auch er schwach. Und sie wartete auf eine Antwort und schaute zu ihrem Mann, der sich an der Arbeitsplatte neben ihr lehnte. Er zeigte kauend eine Eins an, korrigierte sich aber auf eine Zwei und deutete auf seinen Mund, der immer noch dabei war, den Klebreiskuchen aufzuessen. Sprechen konnte er noch nicht, er hatte gerade das Gefühl, die Masse in seinem Mund wurde immer mehr statt weniger. 

“Die sind für Jarred, du weißt, dass er sie liebt!” Shinjiro schluckte: “Ach, er darf sie also essen, außerdem meinte Shinji, dass sie lecker sind! Ich wollte mich nur davon überzeugen, ob es stimmt.” verteidigte er sich schwach und blickte aus dem Fenster, in dem er sich aufgrund der Dunkelheit spiegelte. “Du schwindelst!” kam ihm Hitomi näher. Shinjiro blickte schulterzuckend weiter nach draußen. “Du machst für Jarred Mochi!” kam es ja fast eingeschnappt von ihm und drehte seinen Kopf Hitomi zu, die ihn anlächelte. “Die bekommt er einmal im Jahr und er freut sich darauf!” erzählte sie und sah ihn an. Shinjiro zog seine Augenbrauen zusammen: “Einmal im Jahr? Du meinst, er hat in den letzten Jahren jedes Jahr …” Hitomi begann leise zu lachen und nickte. “Na toll!” beendete er und schob sich an Hitomi vorbei. “Dann muss er jetzt teilen!” kommentierte er, als er den Kühlschrank erneut öffnete. Hitomi stützte sich mit einer Hand an der Arbeitsfläche ab und atmete tief ein.

Absatz #5

“Bisschen nach links, jetzt nach rechts, warte, warte, warte – STOPP …” und Robin kniff angestrengt ihre Augen zusammen und legte ihren Kopf ein wenig schief. „Was ist denn jetzt?” kam es mit brummender, vor allem aber genervter Stimme von Colt, der angestrengt Robins angewiesene Position hielt. 

“Kannst du noch ein klein wenig mehr nach links?” fragte Robin vorsichtig. Colt rollte mit seinen Augen und schnaufte angestrengt Luft aus, kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn: “Was ist denn jetzt ein kleines bisschen?”, fragte er angestrengt und bewegte sich minimal in die besagte Richtung. “Noch ein wenig mehr links!” wies Robin weiter an. “Das ist kein bisschen, das ist volle Kanne Links!” brummte Colt weiter. “Ja, ja, ja, genauso!“ und Robin ließ einen Freudenschrei los. 

Colt entspannte die Halterung und hoffte, dass der Baum auch in genau dieser Position bleiben würde. Ein Klacken war zu hören, der Baum stand. Joshua begann sofort, die Seile mit einer Schere zu lösen. Colt, der unter dem Baum hervor kroch, bekam große Augen, als er nach oben blickte. „Nein, noch nicht!” rief er und hielt sich reflexartig einen Arm vor sein Gesicht. 

“Colt!” rief Robin besorgt. Doch es war schon zu spät, der Baum streckte schwungvoll seine Äste aus und erfüllte den Raum. Dem Cowboy flogen die piksen Äste entgegen und umarmten ihn mit ihrem stacheligen Grün. “Ist alles in Ordnung, Colt?” beugte sich Robin nach vorn und sprach in das dichte Grün, wo sie ihren Cowboy vermutete. “Ja …” kam es stumpf und sehr mitleidig aus dem unteren Teil der Tanne und die unteren Äste begannen zu wackeln und Robin musste schmunzeln, als das, in einer dunkelblauen Jeans, verpackte Hinterteil des Lockenkopfes sichtbar wurde. 

Kriechend und vor sich hin grummelnd, kroch Colt unter dem Baum hervor. Robin half ihm auf und klopfte ihm einige Nadeln aus seinem roten Weihnachtspullover. Colt blieb einfach nur stehen und sagte nichts, er beobachtete das Tun seiner Liebsten. Die, je länger er nichts tat oder sagte, sich angestrengt ein Lachen verkneifen musste. Joshua, der immer noch mit der Schere in seiner Hand da stand und jetzt seine Schwester und den Cowboy beobachtete, zog den langsamen und stillen Rückzug vor. “Ich glaube, ich habe William gehört.” sagte er und lief nach oben. 

“Weiter links, Weib!” war es jetzt Colt, der Robin anwies, sie nickte und musste sich ihr Lachen verkneifen. Sie wagte es nicht, ihn in seine hellblauen Augen zu gucken. “Warte, warte, genau da!” sagte Colt. Robin, hielt inne und blickte auf und konnte jetzt nicht mehr an sich halten und musste laut loslachen. In den wunderschönen Locken des Cowboys steckten weitere grüne Nadeln und andere kleine natürliche Mitbringsel der Tanne. Lachend fischte sie eine Nadel nach der anderen aus seinem braunen Haar. Colt hatte sich auch wieder beruhigt: „Nächstes Jahr ist er nur halb so groß!“, bestimmte er. “Oh, okay!” nickte Robin ihm entgegen. Colt zeigte nur auf den Baum. Robin grinste hörbar. Der Cowboy rollte mit seinen Augen und ging nach oben, um sich den Wald aus seinen Haaren und wer weiß wo noch abzuduschen.


“Es ist Weihnachten. Auch dieses Jahr wieder. Es ist Weihnachten, trotz aller Herausforderungen. Oder sollte ich besser sagen: genau wegen aller uns so sehr bedrückenden Dinge, die uns das Gefühl geben, sie nicht mehr bewältigen zu können? … “

Colt legte seinen Arm um Robin, die Andacht von Dr. Morel berührte ihn, er dachte an seine Eltern und an alle, die vor wenigen Wochen bei dem Angriff der Outrider ums Leben gekommen waren. Robin, die William auf ihrem Schoß hatte, nickte und hörte den Worten weiter zu.

“Unbekannte, Menschen am Rande, damals wie heute bekommen Rang, Namen und Würde. Ihnen allen begegnet in dem Kind, das uns geboren wurde, in den Worten und Taten des Wohlgefallen und Freude an den Menschen.”

Die Einheiten standen zusammen, einige gedrängt auf dem Gang, denn gerade in diesem Jahr war die Kapelle im Oberkommando gefüllt, zu viel war geschehen, Kameraden und Freunde waren gestorben, hier kam man heute zusammen. Das Zusammensein und das Wissen, nicht allein zu sein mit seiner Trauer. Hoffnung finden, an etwas, was die Menschen schon immer verbunden hatte: Dave, Daniel, zusammen mit April und Charles. Die Stimme des Doktors hallte und mahnte, wie oft verlor man sich in Nichtigkeiten?

„Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern.“ Männer und Frauen, zu allen Zeiten, haben ausgehend von Weihnachten Hoffnung verbreitet, haben gesegnet und nicht geflucht, haben aufgebaut und nicht verurteilt, haben mitten im Chaos Zeichen des Friedens und der Liebe ausgerichtet.”

Sincia und Saber, die neben Robin und Colt saßen, hörten aufmerksam zu, der Schotte überschlug seine Beine und verfolgte die Worte von Morel. In ihm wurde etwas geweckt, was er schon lange nicht mehr gespürt hatte, es war Hoffnung! Er atmete tief ein. Auch wenn er es lange nicht zugegeben hatte, wie oft war er im letzten Jahr davor gewesen, seine Hoffnung zu verlieren? Wie oft hatte er gemerkt, dass er allein nichts schaffen kann? “In deiner Schwachheit bin ich stark.“ fiel es dem Schotten wieder ein und umfasste die Hand seiner Frau. Sincia erwiderte den Druck leicht, sie blickten sich an und schenkten sich ein Lächeln. 

“ … gib uns Mut, uns dort einzusetzen, wo es nötig ist, und gib uns ein offenes Herz, jenen zu begegnen, die uns brauchen …”

Fireball saß neben Colt und Robin, seitlich von der Lounge, wo seine Eltern zusammen mit König Jarred, mit dem Rest des Stabs und ihren Gattinnen saßen. Er atmete tief ein und wieder aus, rutschte auf der Bank ein wenig Hin und Her und blickte wieder zu Dr. Morel, der seine Andacht weiterführte. William wurde etwas unruhig. Robin, die im Begriff war aufzustehen, um den Saal zu verlassen, bevor ihr Sohn gleich alles zusammenschreien würde, nahm Fireball Robin, das Baby ab. Colt, nickte seinem Hombre dankend entgegen. 

Zusammen mit William verließ Fireball die doch sehr großzügige Kapelle im Oberkommando und ging mit dem Zwerg in das nahegelegene Offizierskasino. Wo die Andacht über die Monitore ebenfalls übertragen wurde. Er stellte sich mit dem Baby an das Panoramafenster und blickte hinaus.

Der Chor brachte sich in Stellung, der Organist stimmte die ersten Töne an. Die Klänge drangen durch die geöffnete große Flügeltür. 

“… The first Nowell the angel did say was to certain poor shepherds in fields as they lay; in fields as they lay, keeping their sheep, on a cold winter’s night that was so deep. Nowell, Nowell, Nowell, Nowell, Born is the King of …”
 

Wurde auch im Offizierskasino mitgesungen. William tatschte mit seinen kleinen Händchen an der kühlen Scheibe, ihm gefiel, was er da draußen sah, immer wieder starteten größere und kleinere Schiffe. “Ist ’ne coole Geschichte, was?“ kommentierte Fireball den Liedtext und blickte von William auf und verlor sich am Start eines Patrouillenschiffes.


Morel beendete seine Andacht mit einem allgemeinen Segen und den Worten: “Friede auf Erden bei den Menschen … ” sprachen es Saber, Colt und April mit. „Zum Wohlgefallen …” flüsterte Fireball vor sich, als er noch immer dem Schiff nachblickte, das schon seit einer ganzen Weile nicht mehr zu sehen war. Die Menschen gingen wieder ihren Aufgaben nach. Im Saal wurde sich noch unterhalten. 

Fireball setzte sich mit William an einen Tisch. Die anderen würden ihn schon finden. Und am Abend würde die jährliche Weihnachtsfeier des Königs erstmals auf Yuma stattfinden und er suchte noch immer nach einer Ausrede, um nicht mitgehen zu müssen.


© Echoes of the Frontier – www.echoesfrontier.de Folge uns auf Instagram & YouTube

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
Wie hat dir das Kapitel gefallen?
Bitte bewerte dieses Kapitel, Danke 💙
0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet

Prev Post

Next Post

0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.