loader image

18.169 Wörter, 96 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Eine Woche war seit der letzten Schlacht vor Jarr vergangen. Die Wissenschaftler von Yuma und Pectos analysierten die Daten und nahmen die beschädigten Schiffe der Outrider und die eigenen genauestens unter die Lupe. Sie gewannen immer mehr Erkenntnisse, welche die physikalischen Gesetze sprengten. Immer wieder standen sie erstaunt vor den Daten und auch umgesetzten Animationen. Die Monarch Supreme, eines der modernsten und sichersten Schiffe des glorreichen Königreichs Jarr, lieferte dabei die größten Erkenntnisse, war sie doch das einzige Schiff, welches unmittelbar mit der neuartigen Waffe in Berührung kam. Nicht auszudenken, wenn zivile Raumgleiter in der Nähe gewesen wären! Nach Kriegsrecht kam diese Aktion einer Kriegserklärung gleich. 

Saber atmete tief ein und aus. Der Stab des neuen Grenzlandes inklusive der Erde würde nach Abschluss der ganzen Untersuchungen tagen und entscheiden, wie man mit dieser neuartigen, noch nie dagewesenen Situation umgehen sollte. Die Presse war da wenig hilfreich, immer mehr Gerüchte entstanden. Das Oberkommando hatte Mühe, diese zu entschärfen, solange man selbst noch nicht wusste, was genau geschehen war. Es hieß warten, denn physikalisch stand das Universum gerade auf dem Kopf, alte Denk- und Wissensmuster mussten so wie es aussah widerlegt werden. Doch sollte das neuartige Wissen erst einmal sacken, es eröffnete plötzlich so viele Möglichkeiten rund um die Raumfahrt. 

Er las sich die internen Nachrichten des Oberkommandos weiter durch. Als Stabsmitglied hatte er zugriff auf diese, jedoch hatte er Mühe, sich auf die täglichen Neuigkeiten zu konzentrieren, drehte sich doch sein Universum gerade um seine kleine Familie. Er sah auf und blickte in den vor ihm stehenden Inkubator, in dem seine Tochter, die er vor wenigen Minuten noch gehalten hatte, schlief, er lächelte. Saras Aufgabe war es, viel zu schlafen und zuzunehmen, und das tat sie, er war stolz auf seine kleine Kämpferin! Trotz des schnellen Starts ins Leben war sie gesund, sie bekam beim Atmen noch etwas Unterstützung, aber auch da zeigte sie schon Eigeninitiative. “Sie wird alles ganz schnell aufholen!” hatten ihm die Ärzte und Schwestern aus ihren Erfahrungen berichtet. Er setzte sich wieder in den Sessel und versuchte, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, zwei Stunden würde er noch hier bleiben und danach seinen täglichen Rundgang auf Ramrod tätigen. Colt, Fireball und April hielten ihm den Rücken, so gut sie konnten, frei: “Aber nur bis die kleine Prinzessin Sara 3000 Gramm erreicht hat!” war Colts scherzhafte Bedingung. Fireball war hin und weg, er wollte täglich ein Update haben, wie es der kleinen Lancelot ging. Saber musste grinsen ausgerechnet der jüngste zeigte so ein Interesse, es muss Fireball tief beeindruckt haben, so nah am Geschehen gewesen zu sein. Zwar hatte der Pilot so etwas schon einmal erlebt, hatte Fireball ihm erzählt. Royus Tochter die kleine Yuna, war ebenfalls ein Frühchen gewesen, doch war Fireball damals selbst noch ein Kind. Saber teilte seinen Freunden natürlich gerne alle möglichen Informationen mit, auch half es ihm, besser mit der Situation umgehen zu können, es in seinen Alltag zu integrieren, es gehörte jetzt schließlich zu seinem Leben und er musste und sollte es nicht ausklammern. Saber loggte sich in den Bordcomputer von Ramrod ein, Captain Hikari war immer noch im Krankenstand, wurde aber zu den Gremiumsitzungen zugeschalten, genaueres wusste der Schotte nicht, nur das er sich an Bord der Monarch verletzt hatte, wie einige andere auch. 

Das Gremium hatte sich mehrheitlich dazu entschieden, die Waffe zu bauen. Captain Lorenz hielt auf dem Stützpunkt die Fäden in der Hand und würde das wohl  auch in den nächsten Tagen weiter tun, denn so wie es aussah, würde der Stab und somit auch die Star Sheriffs auf ungewisse Zeit auf Jarr stationiert bleiben. Ramrod war im Wartungshangar, die angereisten Techniker aus Yuma arbeiteten in zwei schichten an den Friedenswächter, die Challenge Phase war aufgrund ihres Manöver tatsächlich geschrottet worden April war darüber sehr schockiert, aber verstand es nachdem Saber ihr berichtet hatte, wie dies zustande gekommen war, darauf war sie nur noch froh, das alle Gesund und munter wieder zurückgekommen waren. Der Highlander ging die Pilotenlisten und deren Ergebnisse durch, er hatte nach wie vor keinen zweiten Piloten, das finden dürfte sich als schwierig erweisen, musste Saber feststellen. Colonel Murry hatte den Schotten schon mitgeteilt, dass aufgrund der neuen Bauweise mit der neuen Legierung die Ausbildung derer noch umfangreicher werden würde. 

Da Ramrod im Wartemodus war, konnte Fireball in seinen verdienten Urlaub starten, denn Ramrod war ja eh nicht einsatzfähig, noch so ein Umstand, der Saber Magenschmerzen bereitete, denn im Falle eines Angriffes konnte er nicht starten. Saber loggte sich wieder aus und lehnte sich im Sessel zurück, es war still auf dieser Station, die Fenster waren abgedunkelt, nur das leichte piepsen von Geräten war zu vernehmen. Seine Sorge galt auch Sincia, sie hatte sich tagelang große Vorwürfe gemacht, dass sie ihre Tochter nicht länger bei sich behalten konnte, die Schwestern der Station hatten es mit vielen Gesprächen geschafft, ihr diese zu nehmen. Sabers Sorge war groß, dass sie in eine Art Depression verfallen könnte, Sincia würde in den nächsten Tagen schon entlassen werden, Sabers Mutter wird bald anreisen, sie wird Sincia unterstützen können, wenn er tagsüber auf dem Militärgelände sein musste. Die Tür wurde langsam geöffnet und eine Schwester betrat mit Sincia das Zimmer: “Du bist schon wach?” fragte er überrascht und stand auf. Sincia lächelte ihn an und nickte: “Ja, ich werde mich hier weiter ausruhen.” sprach sie, er verstand und ging zu ihr, umarmte sie, gab ihr einen Kuss und half ihr, sich in den Sessel zu setzen. 

Absatz #2 

“Ich hätte sie trotzdem gerne in einem Krankenhaus gesehen, Mr. Hikari!” sagte Dr. Morel, der als Leibarzt von König Jarred eine Praxis im Palast hatte und sich erneut die Verletzung seines Patienten ansah und ein Mal fest gegen den unteren Rücken des Captain drückte. Shinjiro biss die Zähne zusammen und ließ einen lautlosen schmerzhaften Schrei los. Dr. Morel beendete die Untersuchung und setzte sich an seinen Schreibtisch. Und Shinjiro richtete seine Sachen: “Wissen Sie, wo ich mich sehe?” begann er und auf Dr. Morels Gesicht zeichnete sich ein kleines Lächeln ab, während er tippte und seine heutige Diagnose in die Krankenakte schrieb: “Auf einer Insel, Palmen, Meer, weißer Sandstrand und sonst …nichts, gar nichts! Rien, absolument rien…” übersetzte er noch extra für den Doctor. Schließlich ging es ihm doch schon besser, er konnte halbwegs wieder schmerzfrei gehen, auch wenn nur Stundenweise. Er war wirklich ganz unglücklich auf seinen Hintern gelandet, das Steißbein war schwer geprellt und hatte einige Wirbel mitgestaucht. “Haben Sie die Medikamente genommen?” fragte Morel und blickte seinen Patienten, der vor seinem Schreibtisch stand, ernst und fragend an. Shinjiro sah ihn an und nickte: “Ja!” Morel grinste jetzt breit: “Freiwillig?” Daraufhin fixierte Shinjiro den Doktor und atmete tief ein und aus: “Ja … Meistens!” und stemmte seine Hände in die Hüften. Morel lehnte sich zurück und blickte den Captain vor sich an und grinste: “Die Nadel ist so lang!” sagte er und deutete die Länge der Spinalkanüle mit Daumen und Zeigefinger an. Shinjiro musterte und wog wahrscheinlich innerlich Pro und Kontra ab, während er den Doktor vor sich musterte: “Wie lange wirkt es?” wollte er jetzt ganz genau wissen! Morel stand auf: “Maximal drei Tage, dann könnte man dreimal in Abständen nachspritzen!” gab er Auskunft und lehnte sich zurück. Shinjiro atmete ergeben tief ein und nickte .. doch recht unsicher.


“Los Partner, lass uns Feierabend machen.”, kam es von Colt, während er an die Satteleinheit seines Freundes trat. Fireball nickte: „Nichts lieber als das…!” sagte er und fuhr den Bordcomputer herunter: “Logge dich aus, du hast jetzt Urlaub!” sagte der Cowboy, Fireball grinste: “Schon geschehen, Kuhhirte!” und er griff nach seinem Rucksack. Und beide verließen den Friedenswächter und würden die Schicht gemeinsam bei einem Feierabendkaffee ausklingen lassen. 

Jarr – König Jarred Büro

“Also gibt es kein klares einheitliches Bild!” stellte König Jarred fest, der mit zwei Wissenschaftlern von Pectos mit Captain Hikari zusammen in seinem Büro saß: „Außer, dass sich die Simulation bestätigt hat, es handelte sich um genau diese Waffe!” erklärte ein Wissenschaftler: “Wie steht es mit den Anomalien, haben sie sich dadurch verringert?“ wollte Captain Hikari wissen. Ein älterer Weltraumphysiker erhob sich und legte eine Karte auf den Monitor: “Nur um wenige Prozent, eigentlich nicht erwähnenswert.” Hikari ging auf die Karte zu und stellte sich neben dem Physiker: “Aber?” fragte er und sah ihn an: “Das Interessante an der ganzen Sache ist, dass eben diese Waffe, das große Outriderschiff, welches vor Jarr auftauchen sollte, im Kanal festhielt.” König Jarred erhob sich: “Was vermuten sie?” – “Nun …” begann der Physiker: “Es sind Anfänge zu erkennen das die Hauptpunkte im All, über die die Outrider zu uns gelangen sich nach und nach schließen, allerdings geschieht das bis jetzt nur einseitig und wir wissen nicht, wann die andere Seite, die Waffe erneut einsetzten wird!” Captain Hikari verschränkte seine Arme vor der Brust und sah Jarred ausdruckslos an, dieser erwiderte seinen Blick: “Das würde bedeuten, wir müssten ein riesiges Gebiet im All sperren“, stellte Jarred eher nebensächlich fest. Dr. Peaks nickte: “Nicht nur das eure Hoheit, wir kennen die Auswirkungen nicht, noch nicht!” Und es wurde still im Büro, jeder ging seinen Gedanken nach. 

Jarred gefiel diese Angelegenheit überhaupt nicht, er brummte nur ein: “Mhm!” und setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch. Hikari blickte Jarred nach, nickte und sah darauf noch einmal zur Karte: “Wir benötigen Kontakt!” sprach er es aus: “Das, oder wir beginnen endlich mit dem Bau der Waffe und setzen sie beim nächsten Kampfgeschehen an den markierten Hauptpunkten ein.” kam es von Jarred und sah in die Runde: “Nein!” kam es fest von Shinjiro: “Was, Nein? Möchtest du das nächste Mal abwarten, nicht auszudenken, was geschieht, wenn ein Schiff ohne diese Schutzlackierung in der Nähe ist, oder gar zivile Raumgleiter, wir können nicht das halbe Grenzland zur Sperrzone erklären!” kam es von Jarred ernst, doch man hörte seine Sorge heraus. Und er stand auf und ging wieder zum Monitor. 

Captain Hikari zog seine Augenbrauen zusammen: “Natürlich nicht, wir müssen etwas übersehen haben, oder haben es noch nicht entschlüsselt.” Jarred winkte ab: “Nein, nein und nochmals nein!” Shinjiro stemmte seine Hände in die Hüften und ließ Jarred erstmal reden: “Hätten wir diese Signalkugel nicht gefunden, wäre das, was wir jetzt hier vor Augen haben uns vollkommen unbekannt, wie konnten die auf der anderen Seite sich so sicher sein, dass wir eine Nadel im All finden, wie können sie sich so sicher sein, dass keine Zivilisten, oder auch Soldaten bei ihrem Einsatz der Waffe auf unserer Seite zu schaden kommen? Wie?”, fragte Jarred nahezu erbost in Richtung Shinjiro, der stillschweigend zuhörte: “Ich werde nicht zusehen, wie hier eine Bombe nach der anderen willkürlich gezündet wird, dieses Risiko und diese Verantwortung werde ich nicht tragen, oder kannst du das?” waren Jareds wohl berechtigte Fragen. Shinjiro presste darauf seine Lippen aufeinander und sah Jarred ernst an. Die Wissenschaftler zogen sich nach und nach langsam in den hinteren Teil des Büros zurück und warteten ab, bis sich die Lage im Raum etwas beruhigt hatte. 

“Das meinte ich, sie haben uns wahrscheinlich einen kompletten Ablauf geschickt!” warf Shinjiro ein: “Und warum schicken sie ihn nicht verständlich, dass wir ihn auch entschlüsseln, geschweige denn lesen können?” hakte Jarred weiter nach. Shinjiro atmete tief ein und beobachtete Jarred weiter, der immer ungehaltener wurde. “Das Shinjiro, kommt einer Kriegserklärung gleich!” ging Jarred auf seinen Freund zu und blickte ihm fest in die Augen: “Und das werde ich nicht zulassen!” stellte Jarres klar! Shinjiro hielt dem Blick stand und erwiderte darauf ruhig: “Was willst du tun?” Nun war es Jarred, der einmal tief ein- und ausgeatmete: “Ich lasse diese Waffe bauen!” sprach er entschlossen und sah Shinjiro darauf einige Sekunden entschlossen an. Shinjiro lehnte sich rückwärts gegen den Tisch: “Gut, Bau sie, ich bin nicht dagegen!” sagte er. “Ach!” kam es von Jarred, der Richtung Fenster ging: “Nur, wann, und wie und, gegen wem möchtest du sie einsetzen?“ fragte Shinjiro darauf. Jarred drehte sich darauf schnell wieder seinem Freund zu und sah diesen ungläubig an: “Was?” fragte Shinjiro. 

“Ich habe..” begann Jarred wütend: “Was hast du?” fiel ihm Shinjiro ernst ins Wort und ging einige Schritte auf Jarred zu: “Du hast einen Knopf und wenn du ihn drückst, veranstaltest du auf der anderen Seite eventuell ein Armageddon, was ist, wenn genau dort auch ein bewohnter Planet ist? Wer ist dann hier der Kriegstreiber?” zählte Shinjiro seine Bedenken auf und sah Jarred darauf herausfordernd an: “Wir hatten hier nur Glück!” wurde Jarred etwas lauter. Die Wissenschaftler blickten erschrocken auf. Und Shinjiro stellte sich vor Jarred und sah ihn nicht weniger entschlossen in die Augen: “Wir haben etwas übersehen!” Jarred nickte mehrere Male mit seinem Kopf: “Das kann möglich sein, er zeigte mit einer Hand Richtung Fenster, wahrscheinlich gehen sie davon aus, dass wir diese Waffe bereits gebaut haben, wie auch immer sie darauf kommen … ” stellte Jarred darauf fest und wandte sich ab. 

Shinjiro blieb stehen und blickte stur geradeaus: “Dr. Peaks, wie lange benötigen Sie für den Bau dieser Waffe?” hörte er Jarreds Worte hinter sich und schluckte: “14 Tage, eure Hoheit!” war die bereits feststehende und errechnete Antwort des Wissenschaftlers: “Dann beginnen sie, ich stelle ihnen die Mittel zur Verfügung.” Dr. Peaks nickte und sah dann Richtung Fenster, wo Captain Hikari immer noch regungslos stand: “First Grad?” kam es von Jarred fordernd. Shinjiro drehte sich um und ging langsam auf die Gruppe zu, er warf Jarred einen ernsten Blick zu und sah darauf die Wissenschaftler vor sich an: “Bauen Sie die Waffe!” kam es ruhig von dem Japaner, Jarred nickte darauf: “Aber!” warf Shinjiro ein und alle sahen ihn fragend an: “Lassen Sie sich etwas einfallen, dass wir Kontakt mit der anderen Seite aufnehmen können und zwar so, dass wir auch sicher sein können, dass dieser empfangen wird!”

“Wie stellst du dir das vor?” kam es von Jarred: “Wir haben Aufzeichnungen, als wir die Basis auf Alamo hops genommen haben, wir wissen um das Energiefeld und konnten einige Sprünge verfolgen. Und das wissen sie eure Hoheit!” erinnerte Shinjiro Jarred: “Und jetzt können wir das Wissen nutzen!” Jarred schüttelte leicht mit seinem Kopf: “Diese Daten geben nur das Endfeld wieder, alles andere wäre Spekulation!“ warf Jarred darauf ein. Shinjiro nickte: “Eine 38 prozentige Chance, das ist mehr als gar nichts!” Jarred winkte ab und ging in die Mitte des Büros: “Und genau das ist das Feld zwischen, den Dimensionen, oder auf der anderen Seite. Daraus lässt sich doch bestimmt etwas machen?” reichte Shinjiro die Frage nun an Dr. Peaks weiter. Dieser gab zu verstehen: “Wir könnten dieses Feld nutzen, um unsere Signale darauf wiederzugeben, dazu benötigen wir ebenfalls so etwas wie eine Signalkugel. Oder Fity Technik!” – “Na, dann!” antwortete Captain Hikari und wandte sich ab. Die Wissenschaftler blickten darauf zum König, dieser nickte: “Beginnen Sie! Das Projekt hat oberste Priorität und steht unter TSID!” beschloss Jarred. Die Wissenschaftler nickten und verließen das Büro. 

Jarred verabschiedete die Männer und sah daraufhin Shinjiro, der mitten im Büro stand: “Und was ist in der Zwischenzeit?” fragte Jarred im ruhigen Ton. Shinjiro ging an ihm vorbei und rief die Routen, die in diesem Gebiet verkehrten auf: “Wir sperren diesen Bereich, nur Militärschiffe mit der Lumen Legierung dürfen diesen durchqueren” beschloss Shinjiro Jarred sah auf: “Das ist verrückt!” und stellte sich vor den Schreibtisch: “Nein, verrückt ist was du hier machst!” erwiderte Shinjiro. Jarred schüttelte mit seinem Kopf: “Verrückt ist es das halbe Grenzland zur Sperrzone zu erklären.” Doch Shinjiro konterte: “Verrückt ist es, es nicht zu tun, wie du schon sagtest, wir wissen nicht wann, es noch einmal dazu kommt!” 

“Wie willst du das erklären?” fragte Jarred, doch Shinjiro verschränkte seine Arme: “Du baust die Waffe und erklärst es, es ist mir egal, ob Urlaubsflieger eine Stunde deswegen länger unterwegs sind!” Jarred atmete tief ein: “Für wie lange?” Shinjiro drehte sich weg und warf seine Arme in die Luft: “Keine Ahnung.“ Jarred zog seine Augenbrauen zusammen: “Shinjiro!” hallte es durch den Raum, der Angesprochene drehte sich darauf schnell um: “Was?” fragte er. Jarred umrundete eilig seinen Schreibtisch: “Ich handle und warte nicht ab bis…” – “Bis was?” – “Bis etwas passiert!” beendete Jarred seinen Satz. “Genau das tue ich auch und zwar so lange, bis wir einen Kontakt haben!” wechselten beide ihre Ansichten erneut aus. “Das entscheidest du nicht alleine“, kam es von Jarred fast drohend. Doch Shinjiro beugte sich leicht zu Jarred: “Das nicht, aber die militärische Entscheidung, wann das Ding auf unserer Seite letztendlich gezündet wird, liegt bei mir!” zuckte er seinen Trumpf. Jarred musste tief und fest einatmen: “Du bist genauso dafür!” wiederholte Jarred und Shinjiro nickte: “Ja, also sperre deinen Sektor ab, ich kläre das mit Sektor A!”

Jarred verharrte einige Sekunden nach dem Gehörten: “Hmh!” nickte er nur. “Wer ist dabei, die Daten zu entschlüsseln?” wollte Jarred jetzt wissen und ging zu seinem Schreibtisch zurück. Shinjiro atmete hörbar aus: “Charles!” udn der König nickte: “Und Miss Eagle!” setzte Shinjiro noch nach. Jarred stoppte und schüttelte fast wie in Zeitlupe mit seinem Kopf: “Was?” kam flüstern von Jarred: “Ja, kennst du bessere Dechiffrierer?“ hakte Shinjiro nach. jarred stellte sich vor seinem Freund: “Also kennst du keinen!” stellte Shinjiro fest: “Was weiß er und vor allem sie?” wollte Jarred wissen: “Nichts, sie haben nur das vor sich, was er dechiffrieren sollen.” – “Wer weiß davon?” – “Es wurde gestern erst zugestimmt und beide stehen bei der MP unter TSID.” erklärte Shinjiro: “Wer weiß davon?” wiederholte Jarred nochmals fordernder: “Major Lancelot, Miss Eagle und der Chief des Untersuchungskomitees von vor 17 Jahren und jetzt du!” Jarred musterte seinen Freund vor sich und flüsterte: “Ganz dünnes Eis!” Shinjiro schloss seine Augen und nickte leicht: “Das weiß ich!” sagte er und sah Jarred vor sich an. 

Nach gefühlten Minuten ging Jarred wieder an seinen Platz: “Siehst du das hier?” fragte Jarred und zeigte auf seinen Kopf. Shinjiro verstand nicht und beobachtete seinen Freund: „Wenn das vorbei ist, sind dort überhaupt keine Haare mehr!” erklärte Jarred. Shinjiro musste kurz grinsen. “Wie lange bist du weg?” fragte Jarred darauf. Es klopfte und Jarred betätigte einen Knopf, die Tür des Büros öffnete sich und Dr. Morel trat ein und alle nickten sich zu: “10 Tage!” wandte sich Shinjiro wieder Jarred zu. “Schönen Urlaub!” Shinjiro verschränkte seine Arme: “Dir auch!” und sie verabschiedeten sich. Shinjiro sah zu Morel und darauf zu Jarred: “Und werd nicht krank, er hat solche Spritzen!” und er zeigte die Länge an und ging Richtung Tür. Jarred musste etwas lachen: “Wohin geht’s?“ fragte er noch nach: “Das sage ich dir nicht!” und Shinjiro verließ das Büro.

Absatz #3

“Hombre, du findest schon den passenden Moment!” sprach Colt nicht gerade leise im Offizierscasino. Fireball sah sich um: “Man, es muss ja nicht gleich jeder hören.” Colt lachte herzhaft auf, hatte ihm doch gerade sein Freund offenbart das er sich mit Aaiko verloben möchte und nicht weiß wie: “Ich bin mir sicher, du warst der größte Tollpatsch!” warf Fireball darauf nach. “Tollpatsch, ich gebe dir gleich Tollpatsch!” kam es vom Cowboy darauf. “Gut, dann frage ich eben Robin!” verschränkte Fireball seine Arme und war etwas eingeschnappt. Der Lockenkopf beobachtete die Reaktion: “Sorry, das kam echt überraschend, ich meine, ihr seid noch so Jung!” versuchte sich Colt etwas ungeschickt herauszureden. Fireball sah auf und rollte mit seinen Augen. “Ich meine das ist echt eine große Entscheidung Hombre, habt ihr darüber schon mal gesprochen?” Fireball verzog sein Gesicht: “Ansatzweise!” gab er zu. Colt wusste, dass er Fireball da nicht reinreden konnte, dass da zwischen den beiden etwas Ernstes ist, würde Colt auch gar nicht abstreiten, hatte doch Royu auch so etwas angedeutet, aber seine Bedenken äußerte er trotzdem. 

“Wie lange hast du überlegt, als du Robin gefragt hast?” holte ihn Fireball mit der Frage aus seinen Gedanken und er musste kurz überlegen: “Ein Jahr!” kam die Antwort doch schneller als gedacht. Fireball nahm die Antwort auf und rechnete kurz nach, er grinste seinen Freund vor sich schelmisch an: “Also hast du es noch eher gewusst, dass du Robin heiraten möchtest” Uie, Erwischt! Und Colt grinste, als er zurück dachte, denn er hat es nach der ersten Begegnung schon gewusst, dass Robin die Frau an seiner Seite sein sollte! Rechnen konnte sein Kumpel, auch das musste der Cowboy wieder mal zugeben: “Wir sind erwachsen!” redete sich Colt raus: “Nein, ihr habt nur mehr Jahre auf dem Buckel!” kam es vom Piloten. “Was soll das denn heißen?” Fireball zuckte mit den Schultern und stand auf: “Torschlusspanik!” Da sprang Colt auf: “Was, ich, niemals!” Der Japaner griff langsam nach seinem Rucksack: “Du hattest Schiss, dass dir jemand die Gute wegschnappt, schnapp, schnapp, Robin weg… und nachts allein im Bett!” Die Augen des Cowboys wurden Teller Groß: “Na warte!” und Fireball flüchtete: “Los, ruf um Hilfe!” setzte Fireball noch einen drauf! “Ja, wenn ich dich kriege, wirst du Hilfe brauchen!” und sie rannten aus dem Casino, verwirrte Blicke folgten den beiden.  Fireball stürmte aus dem Haupteingang und wie es auch nicht anders sein sollte, rannte er Saber fast über den Haufen. “Halte ihn fest!” rief Colt und zeigte auf den Flüchtling. Saber wusste gar nicht, wie ihm geschah und sah den beiden nach: “Schönen Feierabend euch!” rief er den beiden nach und musste grinsen.


April saß seit einigen Stunden mit ihrem Vater an einer unbekannten Codierung, sie genossen die Zeit miteinander, schließlich sahen sie sich selten und jetzt hatten sie beide wieder ein gemeinsames Projekt, das auch noch Top Secret war. Sie versuchte aus den ihnen gegebenen Daten ein Muster der Sprache zu erkennen, einige Versuche musste sie schon wieder revidieren. Ihr Vater war damit beschäftigt, die technischen Daten zu übersetzen, aber das stellte sich als schwieriger heraus, als am Anfang gedacht: “Wie läuft es auf Jarr?” fragte Charles, als er beschloss, eine kleine Pause zu machen. April, die gerade handschriftlich versuchte, immer wiederkehrende Laute aufzuschreiben, nickte konzentriert: “Ganz gut, außer, dass die Jungs beinahe Ramrod II beim letzten Kampf geschrottet hätten!” Charles hatte von dem Angriff erfahren, auch dass es da einiges gab, was nicht erklärbar war. April sah auf und legte ihren Stift beiseite.


“Robin und Joshua geht es gut!” erklärte Colt seinem Freund, als er das Telefonat beendete. Der Cowboy hatte Fireball doch irgendwann eingeholt, ja sein Trainingsplan, den er streng einhielt, zeigte nun auch erste Erfolge, grinste der Cowboy in sich hinein. “Das klingt gut, aber es wird in den nächsten Wochen nicht unbedingt leichter für Robin!” kam es daraufhin von Fireball. Colt sah auf seinen Communicator und steckte ihn in seine Hosentasche. Er tat sich immer noch schwer damit, dass Robin und Joshua nun doch nicht nach Jarr kommen würden. Das hatte sich kurzfristig geändert, nachdem Joshua an der Schule angenommen worden war und Robin deshalb gemeinsam mit ihrem Bruder direkt von Texas nach Yuma zurückgekehrt war: “Ja, das ist mein größtes Problem, ich bin hier und die beiden so weit weg” sprach der Cowboy bedrückt und die beiden liefen eine Weile Stumm nebeneinander her. Sie erreichten ein Wohngebiet, es war ein schöner Sommerlicher Später Nachmittag, die Vögel zwitscherten aus ihren Kehlen, man vernahm spielende Kinder aus dem nahegelegenen Park und hier und da liefen Leute von A nach B. “Dann hol sie her!” kam es nach einiger Zeit von Fireball. Colt blickte zu seinem Hombre neben sich. “Wie stellst du dir das vor, Joshua hat gerade dort mit der Schule angefangen, es ist ein Stipendium, da ihn jetzt für unbestimmte Zeit rausreißen, ist nicht drin!” erklärte er. Fireball sah sich um und dachte nach: “Aber durch die Vereinigung des Neuen Grenzland und Jarr, müsste doch auch auf dieser Ebene etwas passiert sein.” sprach er nachdenklich vor sich. Colt horchte auf und der Lockenkopf zückte seinen Kommunikator. 


König Jarred tätigte seinen täglichen Spaziergang im Schlossgarten und dachte nochmals über die Geschehnisse der letzten Tage und vor allem Stunden nach. Er war heute mit Shinjiro aneinandergeraten, es ging allein um die Sicherheit des Neuen Grenzland, sie hatten verschiedene Ansichten, doch haben sich ihre Entscheidungen in der Mitte getroffen. Jarred war sich sicher, dass der Bau der Waffe richtig und wichtig ist: “Eure Hoheit!” kam ihm sein Sekretär entgegen. “Sektor A hat der Sperrung zugestimmt und leitet alles über die Geronimo Galaxie um.” teilte er mit. Jarred nickte: “Gut, wir werden dasselbe tun, Geronimo bis zur Erde, wird alles umgeleitet, wie vorab besprochen.” sagte Jarred. Sein Privatsekretär nickte und würde sich gleich daran setzen. Ab morgen würden nun alle Schiffe außer militärische nicht mehr auf ihren direkten Routen verkehren, es musste sein, sah Jarred jetzt auch ein und die Bevölkerung würde das hoffentlich verstehen. Er setzte seinen Spaziergang weiter fort.

Japan

2 Tage später

Fireball und Aaiko waren im Partyviertel Shibuya unterwegs. Genau so hatte er sich seinen Urlaub vorgestellt! Bisher verlief alles nach Plan, jetzt konnten Aaiko und er endlich auch die Partyszene voll nutzen, Aaiko hatte ihren 18. Geburtstag vor wenigen Tagen gefeiert. Ramrod stand immer noch auf Wartung, doch darüber wollte er jetzt nicht weiter nachdenken, er hatte schließlich Urlaub! Und den wollte er mit ausschlafen, tollen Clubs und der schönsten Frau an seiner Seite, wie er fand, voll ausleben und genießen, er nahm sie in seine Arme und sie ihn. Aaiko genoss es auch, ihn endlich mal ganz für sich zu haben, auch wenn es nur einige Tage sind, das machte ihre Zeit so kostbar. Er war hier weit weg von Verpflichtungen.

Jarr – Villa Émeraude

Saber und Sincia saßen an diesem Abend im Wohnzimmer ihres gemieteten Hauses. Die junge Mutter war am Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen worden und wirkte noch immer erschöpft und emotional aufgewühlt. Es fiel der Erzieherin unglaublich schwer, ihre Tochter allein im Krankenhaus zurückzulassen. Morgen früh würde sie bereits wieder bei Sara sein. So hatte sie sich ihren Start als Mutter ganz sicher nicht vorgestellt. Leise lehnte sie sich an Saber und schloss für einen Moment ihre Augen. Doch sie musste es akzeptieren. Es waren schließlich „nur“ zehn Wochen. Und was waren schon zehn Wochen im Vergleich zu einem ganzen Leben, das noch auf sie drei wartete?

Aber die Vorwürfe in ihrem Kopf wurden dennoch nicht leiser. Obwohl ihr jeder sagte, dass es nicht ihre Schuld gewesen war, machte sie sich selbst weiterhin Vorwürfe. Vielleicht hätte sie sich doch nur etwas mehr schonen sollen. Und sie fing an zu weinen, sie spürte einen starken Arm, der sich um sie legte: “Sincia” hörte sie Richard einflüstern, er war bei ihr, sie spürte ihn, er gab ihr gerade das, was sie brauchte, Nähe und seine Liebe, wie er es ihr auf der Hochzeit versprochen hatte. Bei ihm und nur bei ihm fühlte sie sich gerade nur sicher, nach dem Angriff hatte sie zusätzlich nur noch Angst, es könnte wieder geschehen und er wäre nicht bei ihr und Sara: “Ich werde mir ein Zimmer im Krankenhaus nehmen, so kann ich immer bei ihr sein!” sagte sie leise unter Tränen. Saber richtete sich etwas auf, ließ Sincia aber nicht los: “Sincia, nein, darüber haben wir doch schon gesprochen!” sagte er sanft zu ihr. Sincia schüttelte mit ihrem Kopf: “Ich kann sie nicht dort allein lassen, stell dir vor, jetzt greifen die Outrider an und ich wäre nicht bei ihr.” Saber schluckte, natürlich gingen ihm auch diese Gedanken durch den Kopf, aber gerade diese Stationen zusammen mit der Intensiv sind die sichersten in einem Krankenhaus im Neuen Grenzland und vor allem hier in Jarr, das wusste der Schotte, diese Informationen hatte er aus erster Hand: “Sara braucht dich, da hast du recht, aber sie braucht vor allem eine ausgeruhte und gesunde Mutter. Gerade jetzt musst du wieder zu Kräften kommen.” sprach er mit ihr im bestimmten aber sanften Ton. Natürlich wusste Sincia, dass er recht hatte. Sie lehnte sich an ihn, sie hatte gerade keine Kraft mehr. Saber hielt seine Frau fest in seinen Armen und sah sich im Zimmer um und schloss ausatmend seine Augen, er hoffte, dass es der Babyblues war, von dem die Schwestern auf der Entbindungsstation gesprochen hatten, er würde aber auf jeden Fall die Situation, mit einem Arzt besprechen. 

Japan – Yaeyama-Inseln #1

400 Kilometer südwestlich des japanischen Festlands, mitten zwischen den türkisfarbenen Gewässern der Yaeyama-Inseln der Präfektur Okinawa, lag ein kleines Paradies inmitten des Pazifischen Ozeans. Manche dieser kleinen Inseln waren kaum größer als ein Hektar, umgeben von weißen Sandstränden, Korallenriffen und dichtem tropischem Grün. Nicht umsonst wurde dieses Archipel auch die „japanische Karibik“ genannt und war ein echter Geheimtipp. Und eine dieser kleinen Inseln gehörte nun für ein paar Tage ganz allein ihnen. Wann hatte er das in die Wege geleitet? Diese Inseln waren über Monate, wenn nicht Jahre im Voraus ausgebucht. Eigentlich war es Hitomi egal, die Hauptsache war, sie waren hier, nur sie und er, ohne Termine oder Störungen, einfach nur sein. Sie hielt sich am gläsernen Geländer fest und blickte über die kleine Insel. Korallenriffe in den schillerndsten Farben und voller bunter Meerestiere, uralte Wälder, Palmen, pudriger weißer Sandstrand und türkisblaues Wasser soweit das Auge reicht. Es war genau das, wonach sie sich in den letzten Wochen gesehnt hatte. Hitomi atmete tief die warme Meeresluft ein, sie stand in einem leichten weißen Kleid auf der Terrasse einer modernen in japanisch angehauchten Stil gebauten Villa. Welche am in einem Hang integriert gebaut worden war, die Fenster waren groß, der Ausblick schmückte das Innere, es war wundervoll! 

Jarr – Wartungshangar

Colt lief mit einigen Waffeningenuren im Hangar um den Friedenswächter, es war tatsächlich viel kaputt gegangen, aber der riesige Cowboy hatte sie heil wieder zurückgebracht. “Die Waffensysteme können wir im Laufe des Tages einstellen, die Feinabstimmung war ausgezeichnet, die Software ist heil geblieben!” erklärte ein junger Waffeningenieur, der extra aus Yuma mit dem Technikerteam angereist war. Colt nickte: “Ja, wenn April etwas entwickelt, dann auch so, dass es funktioniert, jedenfalls hatte er beim Thema Feuerleitstand nie Probleme gehabt”, dachte er sich. “Gut, dann bis später!” verabschiedete sich der Cowboy und ging an Bord, dort warteten Saber und Glenn auf der Brücke. Colt sah sich um und grüßte in die Runde: “Ist April heute wieder nicht da?” fragte er, als er zu seiner Steuereinheit ging, in der Glenn die Feinabstimmung aufrief. Saber beobachtete seinen Schützen und nickte: “Sie ist eine Woche mit einem Projekt beschäftigt!” war seine kurze Erklärung. Colt sah auf, was war das denn für eine Auskunft: “Also wieder mal etwas nur für Eingeweihte!” stellte der Lockenkopf fest: “Richtig Cowboy!” kam es grinsend vom Schotten. Colt zog seinen Hut ins Gesicht, er war doch so neugierig: “Mit wem muss ich tun, um auch hinter dem Vorhang zu linsen?” wollte er jetzt wissen. Saber lachte auf: “Du solltest schon Captain mit mindestens einem Stern sein, oder Major werden!” erklärte Saber. “Ich habe seit meinem 14. Lebensjahr ein Goldabzeichen des Schießvereins aus Daingerfield.” warf Colt darauf ein. “Das zählt hier nicht, mein goldenes Seepferdchen wollte hier auch niemand sehen!” kam die überraschende Antwort von Glenn. Auf Colts Lippen zeichnete sich ein breites Grinsen ab, Glenn gefiel ihm: “Also hat die gute Misses Daweds damals doch geflunkert, dass mich das Abzeichen weit bringen wird!” musste Colt etwas entäuscht feststellen. Saber setzte sich in seine Satteleinheit: “Sieh dich um!” war der kurze Kommentar des Highlanders. Colt richtete seinen Hut und nickte: “Gut, dann wollen wir mal, wollen wir, aber erst einmal: “Wie geht es deinen Mädels?” fragte der Amerikaner. Saber atmete tief ein und sah zu Colt. “Fährst du bitte Shinjis Steuereinheit hoch, damit wir alle Systeme am Laufen haben?” bat Saber den herumstehenden Cowboy. Und begann, seine liegengebliebenen Berichte zu bearbeiten. Colt fing den Blick des Schotten auf, ließ es aber unkommentiert. Saber war ihm ausgewichen. „Nachher ist Kaffeepause!” kommentierte Colt sein Tun. Saber nickte und schrieb weiter.

Pectos

April saß über ihren Aufzeichnungen und konnte es nicht fassen: “Was war das bitte?” Ihr dämmerte gerade, warum sie unter TSID stand! Wie kann das nur möglich sein und wusste Saber tatsächlich genauestens Bescheid? Und die technischen Daten, welche ihr Vater dazu beisteuerte, waren alles andere als beruhigend, aber das, was sie in den Händen hielt, war brisant! “Daddy, ich kann das alles gerade nicht ordnen!” war alles, was sie sagen konnte. Eagle sah von seinem Tun auf: “April, egal was du da liest, nimm es einfach erst einmal so hin, ich bin mir sicher, dass du Antworten bekommen wirst!” Die Blondine stand auf, diese Antwort ihres Vaters gefiel ihr nicht. Sie legte ihren Schreibblock auf den Tisch: “Du weißt davon?” Charles nickte stumm. “Seit wann?” Charles lehnte sich in seinen Stuhl zurück: “Seitdem Saber Major ist! Aber mehr werde ich dazu jetzt nicht mehr sagen!” erklärte er. April hielt sich ihre Hände ineinander: “Daddy, das würde bedeuten …” – “April!” kam es streng von Charles. “Bist du fertig?” fragte er seine Tochter daraufhin. April nickte nur und ging wieder an ihren Platz: “Dann schick es an König Jarred!” – “Ok.” flüsterte sie. 

Japan – Yaeyama-Inseln #2

“Schau…” sagte Shinjiro und zeigte mit seiner Hand in den Nachthimmel: “Das ist das Sternbild Bärenhüter, auch Bootes genannt.” erklärte er und verband die Sterne mit einem Finger. Hitomi folgte seiner Hand und nickte: “Daneben ist das Sternbild Jungfrau und Drache.” Auch diese zeigte er ihr mit seiner Hand am Himmel an. Hitomi lehnte sich näher an ihn: “Und was ist das?” fragte sie und zeigte auf einen sich bewegenden Punkt am Nachthimmel. Shinjiro verzog kurz seine Lippen und griff nach Hitomis Hand: “Superman, oder ein Flugzeug!” Hitomi lachte etwas und lehnte sich noch näher an ihn. Beide hatten vor nicht einer Stunde am Strand die Sonne verabschiedet. Jetzt lagen sie auf der weitläufigen Terrasse auf dem runden Sofa und genossen die Stille, die mit sanften Meeresrauschen untermalt wurde. Shinjiro musste auch ein wenig lachen, Hitomi spürte es und schmunzelte. 

Der Nachthimmel über diesem Insel Archipel war ein unvergessliches Naturschauspiel, fast nirgendwo sonst auf der Erde kann man nachts so viele Sterne am Himmel sehen. Von den 88 Sternenkonstellationen findet man 84 im Nachthimmel über Yaeyama. “Auch damals hast du sie mir immer gezeigt und erklärt!” begann Hitomi in Erinnerungen zu schwelgen und ihre Finger umspielten seine: “Und du hast nie etwas erkannt!” teilte er ihr leise grinsend mit und umschloss mit seiner Hand ihre Finger und hielt sie fest: “Cassiopeia, Perseus und Cetus finde ich!” verteidigte sie sich und sah weiter in das Meer von Sternen über sich. Shinjiro lachte etwas: “Nur wegen der romantischen Geschichte dahinter!” sagte er und Hitomi nickte: “Es war die erste Geschichte, die du mir erzählt hattest!” erwiderte sie und löste ihre Hand: “Schau dort!” Shinjiro dachte nach und folgte ihrer Hand: “Stimmt!” kam es von ihm. “Du weißt es noch?” sah sie überrascht zu ihm. „Ja, wir hielten nach Sternschnuppen Ausschau an der Bucht von Tokio!” und er musste wieder etwas lachen und dabei seinen Kopf schütteln. Hitomi stieg mit ein. Sie waren damals 15 gewesen, obwohl man in Tokio so gut wie nie Sterne sah, hatten sie es doch versucht, statt Sternschnuppen hatten sie Cassiopeia gefunden und er hatte ihr die Mythologie hinter diesem Sternbild erzählt. “Immer wenn ich eines dieser am Himmel entdeckte, freute ich mich und lauschte in Gedanken der Geschichte!” erzählte sie ihm und senkte ihren Blick vom Himmel und sah ihn an. Shinjiro hob seine Augenbrauen und schmunzelte. Hitomi strich ihn über die Wange: “Ich hätte nie mehr daran geglaubt, dass wir das noch einmal zusammen machen!” gestand sie ihn und gab ihm einen sanften Kuss. Darauf sah Hitomi wieder auf und in die Sterne. 

“Erzähle es mir!” kam es nach einigen Minuten der Stille flüsternd von ihr. Shinjiro beobachtete Hitomi. Sie wollte es jetzt hören, ein Jahr lang hatte sie nie gefragt, was genau geschehen war, wo er war, er hatte ihr die Zeit gegeben, die sie gebraucht hatte, und heute, genau ein Jahr nach seiner Rückkehr wollte sie es wissen. Er atmete tief ein. Er wusste nicht, wo er anfangen sollte, ihm fehlten gerade tatsächlich die Worte. Und er begann zu erzählen, wie er aufgewacht war und erst später begriffen hatte, dass er nicht mehr da war, wo er hingehörte. Wie er gelebt hat, welche Menschen er kennenlernte. Hitomi lauschte seinen Erzählungen stumm, ab und zu liefen ihr auch einige Tränen über ihre Wangen. Weniger wegen Traurigkeit, viel mehr aus Dankbarkeit, Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber. Die alles dafür getan hatten, ihn zu retten! Allerdings, und das stellte sie fest, war er ein Gefangener gewesen, trotz der Freiheiten, welche er dort genossen hatte, war er ein Gefangener dieser Menschen gewesen. Aber dieses Wort benutzte Shinjiro in seinen Erzählungen nicht, dass ihm das Ausmaß bewusst war, dessen war sich Hitomi sehr sicher! 

“Und die Sterne dort?” fragte sie, nachdem er seine Erzählungen schon einige Momente beendet hatte. Sie merkte seinen Atem und hob leicht ihren Kopf: „Erzähle mir von den Sternen dort, so wie in deinem Brief!” bat sie ihn. Er nickte leicht und sah zum Sternenhimmel über sich: “Sie sind genauso schön, aber es sind fremde Bilder, lange habe ich die Sterne mit allen möglichen Sternenkarten, an die ich kenne verglichen, nichts hat sich auch nur ansatzweise geähnelt.” erzählte er. Hitomi lag wieder auf seiner Brust und hörte zu, dabei blickte sie auf das Meer, das sanft im Mondlicht glitzerdte: “Eines war besonders schön.” und er zeichnete es vor sich. “Auch wenn es nicht derselbe Himmel war, sah ich ihn trotzdem lange an und dachte an euch!” sprach er weiter. “Das habe ich auch sehr oft getan!” erwiderte Hitomi leise. ”In der Hoffnung, dass, egal unter welchem Himmel, wir ..!” Hitomi richtete sich etwas auf und lächelte: “Zur selben Zeit hinaufschauen und an uns denken!” Shinjiro nickte und grinste leicht. “Und jetzt, liegen wir hier und ich kann’s dir erzählen!” etwas ungläubig schüttelte er seinen Kopf. Hitomi nickte: “Du hast nicht mehr daran geglaubt, wieder zurückzukommen, stimmts“, stellte sie fest. Er atmete tief ein und sie richteten sich etwas neu aus. “Nach 10, 12 Jahren fängt man an, es zu akzeptieren.” war Shinjiros bestätigende Antwort. “Ja!” kam es fast flüsternd von ihr. Er sah sie weiter an, sie spürte seinen Blick: “Ich hatte Angst davor, dich wiederzusehen.” gestand er ihr. Hitomi lächelte ihm keck entgegen. “Warum? Dass ich einen anderen Mann habe?” wollte sie wissen. Shinjiro musterte seine Frau. „Eher, dass wir uns nicht mehr erkennen. Und das andere … hätte ich akzeptieren müssen.” Sie unterbrach ihn mit einem Kuss: „Für immer!“ hauchte sie danach. Shinjiro sah Hitomi ernst an: “Ich verspreche dir mein Leben!” erwiderte er darauf. Hitomi sah ihm fest in die Augen, als sie diese Worte hörte, war es doch ein Satz aus seinem Eheversprechen. “Ich müsste aber lügen, dass es keine Gelegenheiten gab.” sprach er weiter und hielt ihren Blick stand. Sie nickte und ihre Augen wurden feucht, er war ihr treu geblieben, wie sie ihm. 

“Weißt du, Shinji hatte, mit sieben oder acht Jahren, eine Phase, in der er immer wieder nach seinem Vater gefragt hatte. Großvater, Royu und mein Vater waren für ihn da, aber einen Vater kann halt niemand ersetzen, irgendwann fragte er einfach nicht mehr.” Shinjiro nickte und sah sie nach einer Weile grinsend an: “Das tut er jetzt auch nicht!” Hitomi lachte kurz: “Er ist 18, da haben wir auch nicht nach unseren Eltern gefragt!” Shinjiro nickte: “Stimmt, du hast deinen Eltern gesagt, du gehst spazieren.” Hitomi zuckte leicht mit ihren Schultern: “Ich bin ja auch spazieren gegangen.” Shinjiro kam ihr näher: “Aber nicht allein!” und er küsste sie. 

+++Erinnerungen+++

“Gibst du das bitte deinen Bruder?” fragte die 13-jährige Hitomi, den 11-jährigen Royu. Der sich wieder auf den Weg nach Hause machte. Es war Wochenende und er hatte Sato-San bei neuen Gewinden geholfen. Und hielt dem Jungen einen Brief entgegen. Royu grinste frech: “Was ist da drin, etwa ein Liebesbrief?” fragte er vor dem Laden der Sato’s etwas lauter als gewollt. Hitomi sah sich um: „Wehe, du schaust da rein!” drohte sie dem Jüngeren, leicht mit einer Faust. “Keine Angst, das interessiert mich überhaupt nicht!” sagte Royu doch etwas eingeschüchtert und steckte den Brief ein und radelte mit seinem neuen Fahrrad, das er vor wenigen Tagen zum Geburtstag bekommen hatte, davon. Hitomi sah ihm nach. 

Ein lauwarmer Frühlingstag ging langsam zu Ende. Royu flitzte durch die schmale Gasse und bremste scharf vor der hohen Brücke. Durch die gerade zwei schnelle Nahverkehrszüge fuhren. Er überlegte, entschied sich dann aber gegen diese Abkürzung, denn zu tief saß noch der Schreck seines Sturzes. Gerade wollte er wieder auf sein Fahrrad steigen, als er im Augenwinkel seinen Bruder entdeckte, der, wie es aussah, die Züge von dort oben beobachtete. Er überlegte einen kurzen Moment und stellte sein Fahrrad am Geländer ab und ging die vielen Treppen hinauf. 

“Was machst du hier, bist du nicht bei Ito-san?” Shinjiro fuhr erschrocken herum, als er die fragende Stimme seines Bruders hörte. “Das geht dich überhaupt nichts an!“, fixierte Shinjiro seinen jüngeren Bruder, nahm seinen Rucksack und verließ die Brücke. Royu sah ihm nach. Der Vorfall vor knapp 4 Monaten stand noch immer zwischen den beiden. Shinjiro sprach kaum noch mit Royu und wenn, waren es kurze Anweisungen oder er wimmelte ihn ab, wie jetzt gerade. “Dann geht mich das also auch nichts an!” rief ihn der Royu ihm nach und holte den Brief aus seiner Hosentasche und war dabei, ihn zu öffnen. Shinjiro war bereits die ersten fünf Stufen hinabgestiegen und winkte ihn nur ab. 

„Hallo Shinjiro, ich habe dich auf dem Hanami-Fest leider nicht gesehen …“, las Royu laut vor und brach dabei bereits halb in Gelächter aus. Shinjiro, blieb mitten auf der Hälfte der Treppe stehen und drehte sich langsam um. Oben stand sein Bruder mit dem geöffneten Brief in der Hand und kringelte sich inzwischen vor Lachen. „Ich habe ein Sakura-Omamori für gute Wünsche gekauft und…“ Weiter kam Royu nicht. denn die Ohrfeige hallte deutlich über die Brücke. Für einen kurzen Moment bewegte keiner der beiden. Dann raste tief unter der Brücke ein Hochgeschwindigkeitszug vorbei. Und das dumpfe Donnern vibrierte durch den Stahl und Beton. Völlig überrumpelt hielt Royu sich seine schmerzende Wange und starrte seinen Bruder fassungslos an. “Spinnst du?!”, schrie er empört nach einigen Momenten, als er realisierte , was gerade geschehen war. Shinjiros Blick hingegen war fest und ernst und ohne ein weiteres Wort entriss er seinem Bruder den Brief und das Omamori und ging ohne ein ein Wort zu sagen einfach wieder nach unten. Royu sah ihm noch hinterher: “Du bist ein Blödmann!” rief er ihn nach und wischte sich aufkommende Tränen weg.

Am Abend saß Shinjiro an seinem Schreibtisch und ging die Aufgaben der nächsten Tage durch. Dabei fiel sein Blick auf das Omamori, das unter einem Stoß Blätter halb hervorschaute. Er griff danach und spürte einen festen Gegenstand, in dem sonst nur mit Papierstreifen gefüllten Stoffsäckchen. “Komisch”, dachte er und begann, das Omamori langsam zu öffnen. Da fiel eine kleine unfertige Schraube hinaus, an der ein kleiner Zettel befestigt war. “Ich habe deine lockere Schraube gefunden.” Seine Augenbrauen zogen sich etwas zusammen. Er verstand durchaus, was ihm Hitomi damit sagen wollte und rollte darauf leicht mit seinen Augen. Und ließ die Schraube in seinem Stiftetui verschwinden. “Statt auf Glück solltest du dich auf dein Können verlassen!” ertönte eine feste Stimme neben ihm und eine Hand griff nach dem Omamori. Sein Vater betrachtete das Säckchen und legte es wieder auf den Schreibtisch. “Werde fertig, wir gehen heute essen!” teilte ihm sein Vater mit und verließ das Zimmer. Shinjiro atmete aus und blickte auf den Brief, der auf dem Blätterhaufen lag, den er schnell verschwinden ließ. 

Er saß im Unterricht und griff nach einem Bleistift, um sich Notizen zu machen, dabei bemerkte er die kleine Schraube in seinem Etui. Er betrachtete sie eine Weile und musste etwas schmunzeln. Auf dem Nachhauseweg entschied er sich, wie die Tage davor, nicht die hohe lange Brücke als Abkürzung zu nutzen. Sondern den Umweg durch die kleine Gasse zu laufen, wo sich auch der Eisenwahrladen der Familie Sato befand. Vor dem Laden blieb er eine Weile stehen und sah sich um. Die Züge fuhren im Minutentakt. Menschen liefen die Gasse auf und ab. Alle hatten irgendein Ziel. Sein Blick fiel auf den 24-Stunden-Laden, am Ende der Straße. Einen Eistee wollte er sich noch holen, bevor er nach Hause ging. Am Ende der Straße kamen ihm vier kichernde Mädchen entgegen. “Was haben die nur immer zu reden?” fragte er sich. Doch dann erkannte er, dass eines der Mädchen Hitomi war. Die sich gerade eine Hand vor ihrem Mund hielt und wohl über einen Witz ihrer Freundin lachte. Shinjiro blieb vor dem „Kombini“ stehen und beobachtete die Mädchen. “Da schau!” flüsterte Naoko kichernd, die neben Hitomi lief. Hitomi verstand erst nicht, aber schaute in die ihr angezeigte Richtung. Hitomi war überrascht, Shinjiro hier anzutreffen. Dieser hatte die Aktion der Mädels bemerkt und wollte schon in den Laden flüchten. Entschied sich dann aber doch dagegen. “Hallo!” sagte Hitomi und stellte sich vor ihn. Die drei anderen Mädchen liefen einige Meter weiter, blieben dann aber auch neugierig tuschelnt stehen. Shinjiro beobachtete das Szenario und begrüßte Hitomi, auch mit einem einfachen: “Hallo!” Hitomi nickte ihm mit ihrem Kopf zu und schmunzelte: “Ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen!” begann sie und musterte Shinjiro vor sich. “Ich habe deinen Brief bekommen und …” Er vernahm hinter sich gekicher. “Danke!” und hielt ihr das Omamori entgegen. Hitomis Augen weiteten sich fragend: “Oh, gefällt es dir nicht?” und nahm es ihm langsam aus der Hand. Shinjiro zuckte mit einer Schulter: “Ich weiß nicht, wenn du magst, kannst du es mir ja wiedergeben.” antwortete er ihr und nickte ihr zum Abschied zu und verschwand im Laden. Hitomi sah ihn fragend nach und betrachtete darauf etwas traurig das Omamori in ihrer Hand. “Hitomi!” – “Was wollte er?” – “Hat er dir was geschenkt?” standen plötzlich ihre Freundinnen neugierig um sie herum. Hitomi sah immer noch in den Laden, wo sich die Schiebetür ständig öffnete und wieder schloss, weil sie alle in der Lichtschranke standen. “Ich weiß nicht!” antwortete sie. Da nahm ihr Naomi das Omamori aus der Hand, Hitomi nahm es ihr sofort wieder ab. “Hey!” protestierte Naomi kurz. “Er ist süß!” kicherte eine andere. Und sie nahmen Hitomi an die Hand und liefen weiter und verabschiedeten sich nach einigen Metern voneinander. Später am Abend betrachtete sie in ihrem Zimmer das Omamori, “die Schraube hatte er wohl gefunden.” stellte sie fest. Und öffnete das Säckchen mehr beiläufig als bewusst. Da bekam sie große Augen, in diesem befand sich doch tatsächlich ein Brief.

+++Erinnerungen Ende+++

“Die brave Hitomi hatte geflunkert.” flüsterte er ihr nach dem Kuss entgegen. “schüüü” hauchte sie und zog ihn zu sich. Shinjiro war von Hitomis Aktion und der Bewegung überrascht und verzog schmerzvoll sein Gesicht: “Ahhaua!” kam es erstickend von ihm. Hitomi erschrak und ließ ihn los, sie hatte es in ihrem Eifer ganz vergessen. Aber ein Grinsen konnte sie sich nicht verkneifen: „Und dein Hintern war damals auch noch in Ordnung!” kommentierte sie. Shinjiro kniff seine Augen zusammen: “Es ist nicht der Hintern!” erwiderte er, während er halb auf Hitomi lag. “Hat dir Dr. Morel nichts gegeben?” fragte sie nun doch besorgt nach. Er nickte: “Er hat so lange Spritzen.” sprach er mitleidig und zeigte die Länge an. Hitomi musste lachen, tat es aber leise, doch er spürte ihr Beben: “Hör auf zu lachen!” kam, es murmelt von ihm und er  richtete sich langsam auf und sah sie an: “Er hat es mit Absicht gemacht.” sagte er zu ihr ernst. Hitomi versuchte immer noch ihr Lachen zu unterdrücken und schüttelte langsam mit ihrem Kopf, während er seinen Hängen ließ. Nun konnte sie nicht mehr, sie musste einfach loslachen. Shinjiro beobachtete sie, er liebte ihr Lachen, auch wenn es gerade auf seine Kosten ging. Da sprang sie plötzlich auf: “Los, lass uns was Verrücktes machen!” kam es von ihr. Shinjiro sah sie etwas verwirrt an. Hitomi blickte kurz zum Meer und schmunzelte keck. “Nein!” kam es schnell von ihm und er schüttelte mit seinem Kopf. „Doch!“, erwiderte sie mit großen freudigen Augen und zog ihn jetzt lachend zu sich hoch. Er ergab sich und ließ sich mitziehen. 

Jarr

“Mhm…”, brummte Jarred nachdenklich, während er sich die neuesten Daten und Übersetzungen durchließ und sich dabei langsam über den Bart strich. Eigentlich hatte er ja so etwas wie Urlaub. Zumindest theoretisch. Praktisch bedeutete „Urlaub“ für einen König lediglich, dass man seine Staatsgeschäfte an einem schöneren Ort erledigte. Der warme Wind des Meeres strich über das Deck der königlichen Yacht und ließ sein Hemd leicht flattern. Für einen kurzen Moment schloss Jarred die Augen und atmete tief durch. Ruhe, Sonne, Wasser, genau deshalb hatte er sich gemeinsam mit seiner Frau auf die Yacht zurückgezogen. Allerdings hatten Kinder bekanntlich ein beinahe übernatürliches Talent, einen immer zu finden. Und so war Roland vor zehn Minuten aufgetaucht. Normalerweise bedeutete das Tee, leckern Kuchen oder irgendein völlig belangloses Drama. Diesmal allerdings nicht, diesmal hatte sein Sohn einen triftigen Grund gehabt, seinen „Urlaub“ zu stören.

Doch Roland hätte seinen Vater liebend gern nicht gestört: “Ich stehe bereits mit Dr. Peaks in Kontakt, aber der First Grad ist im Urlaub und nicht auffindbar”, erklärte Roland ernst. Jarred legte das Pad langsam zur Seite und nickte nachdenklich: “Beziehe Major Lancelot und Captain Lorenz mit ein. Ich werde mich persönlich mit Colonel Rosso auf Yuma unterhalten.” sagte Jarred. Roland setzte sich und atmete einmal tief durch: “Vater… wir dürfen keine militärischen Einsätze dieses Ausmaßes ohne Zustimmung des First Grad durchführen.” Jarred nickte ruhig: “Ich weiß.” sagte er und blickte hinaus auf das Meer, bevor er weitersprach: “Aber sein Stab ist vor Ort. Wir warten vierundzwanzig Stunden.” beschloss Jarrd und damit war die Entscheidung getroffen. Roland sah erneut auf das Pad auf dem Tisch: “Gut, Vater. Dann erwarte ich Sie morgen.” Jarred griff wieder nach seinem Tee und hob dabei leicht eine Augenbraue: „Übermorgen”, korrigierte er seinen Sohn trocken. Roland schloss kurz seine Augen. Selbst mitten in einer möglichen Krise bestand sein Vater noch auf seinem halben Urlaub. nickte und lächelte: “Natürlich!” und Roland verabschiedete sich und stieg wieder in den Hubschrauber. König Jarred beobachtete den Start und salutierte kurz: “Sag jetzt nicht, der Urlaub ist vorbei!” kam es plötzlich neben ihm von Marijane. Der König sah zu seiner Frau: “Wir warten!” Marijane verstand: “Schaffst du das?” fragte sie leicht. Er lachte auf: “Ich schon!” und er sah auf die Unterlagen von Roland. 

Japan – Naku

Fireball und Aaiko betraten in der Burg von Naku die obersten Stockwerke, den Sicherheitscode und die Kyecard hatte er von seinem Großvater bekommen, unter der Bedingung, die Burg stehenzulassen und bei Angriffen zu verteidigen! Diese letzten 4 Stockwerke waren privat, er selbst war noch nie ganz oben gewesen und wenn, konnte er sich nicht mehr daran erinnern. Aaiko sah sich alles genau an, es war spannend, sie trat wirklich in das privateste der Familie Hikari ein, sowas hier zeigte man doch niemanden, der nicht dazu gehörte, oder? 

Die Stockwerke waren aufgegliedert, in den Arbeits- und Privaträume der einzelnen Familienmitglieder, doch die meisten Räume waren leer, es standen hier und da einige Kisten rum. Denn zum Wohnen war die Burg nicht mehr ausgelegt, auch wenn sie nach alten Maßstäben und Fotografien wieder nach und nach restauriert worden war, hatte niemand mehr die Absicht, auch drinnen zu wohnen. “Nein, jeden Tag diese Treppen, kaum auszudenken, hätte man etwas im Supermarkt vergessen.” stolperte Fireball grinsend über seine Gedanken. Sie öffneten überall wo sie vorbei liefen, die großen Schiebetüren, es war einfach zu warm und die altklassische Klimaanlage funktionierte, stellten beide doch etwas erstaunt fest. “Wer hat das alles gemalt?” fragte Aaiko, die sich die Papierwände ansah. “Keine Ahnung!” gab Fireball zu. Aaiko schüttelte leicht mit ihrem Kopf. Sie erreichten die Spitze und der Ausblick war atemberaubend, man konnte über die ganze Ortschaft Naku schauen und in der Ferne den Fuji-san, der sich selten ohne Wolken zeigte, bestaunen. 

Aaiko machte Fotos, so einen Blick hatte man schließlich nicht immer. Sie schaute nach unten, der Innenhof der Burg war groß, alles blühte und einige Leute sahen sich alles an. “Es ist wunderschön!” sagte sie. Fireball lehnte sich an das hohe Holzgeländer: “Ja, mega, das wäre die perfekte Steighöhe bei einem Senkrechtstart.” sprach er seine Gedanken laut aus. Aaiko sah ihn an und musste grinsen: “Gut, dann weiß ich das jetzt auch!” Fireball winkte ab: “Ach keine Ahnung warum mir das jetzt in den Sinn kam!” erklärte er. “Du bist Pilot!” kommentierte sie. “Und der schlechteste Passagier!” fügte er hinzu. Aaiko nickte, sie wusste, dass er so manchmal, wenn er in einem zivilen Raumgleiter oder Flugzeug unterwegs war, am liebsten ins Cockpit gehen würde. Sie sahen beide eine Weile in die Ferne.

“Wir werden uns, wenn der Urlaub vorbei ist, eine ganze Zeit lang nicht sehen!” unterbrach Fireball die Stille. “Ja!” kam es darauf von Aaiko sehr leise. 

„Hey!“, sagte er und nahm sie in seine Arme. “Das wollte ich jetzt noch gar nicht so in mein Bewusstsein lassen!” erklärte Aaiko, sie wollte jetzt nicht traurig sein, sondern die Zeit mit Shinji genießen, was sie beide auch in den letzten Tagen getan hatten, nun würden sie die letzten Tage gemeinsam hier und in Tokio verbringen, bis er wieder nach Jarr für unbestimmte Zeit abreisen würde. Sie lehnte ihren Kopf an ihn. “Wie stellst du dir das mit uns weiter vor?” nahm sich gerade Fireball  seinen ganzen Mut zusammen, er musste es mit ihr besprechen, auch wenn er gerne einen anderen Rahmen dafür gehabt hätte, aber er erinnerte sich an Colts Worte, “Es muss vorher alles klar sein auf beiden Seiten und nicht nur auf seiner!” 

Jarr – Militärraumhafen

“Falls ihnen noch etwas zur Schlacht vor einem Jahr einfällt, melden sie sich bei mir!” und Detective Adam gab Saber seine Karte. “Natürlich, Sir!” kam es darauf vom Schotten und verabschiedete den Mitte dreißig jährigen Mann. Detective Adams blieb an der Tür noch einmal stehen und wandte sich dem jungen Major zu: “Da fällt mir noch etwas ein.” Saber  sah fragend auf. “Wer hat denn die Berichte korrigiert?” Saber sah den Detective fragend an. “Na sie wissen schon, ihre Teamberichte, im alten System wurden einige zur Akte gelegt und weisen, ich nenne es mal Besonderheiten auf.” Saber nickte leicht: “Ich habe alle abgesegnet; Sir!” Adam machte ein gespielt verstehendes Gesicht: “Ah, ja!” kam es kurz von Adams. Saber lächelte: “Warum, ist das wichtig?” fragte Saber nach. “Nein, nein, reines Interesse. Einen schönen Tag noch Major Lancelot!” und Detective Adams verließ das Büro. Saber schloss die Tür und holte einmal tief Luft. Colt, der noch immer schweigend am Meetingtisch saß, stand jetzt auf: “Was geht hier ab?” fragte Colt fest, und leise, er war sich nicht sicher, ob die Ohren des Detectives vor der Tür noch gespitzt waren. Saber sah sich um und ging zu Colt. “Wie es ausschaut, sind die Ermittlungen nicht länger ausgesetzt“, musste der Schotte nun selbst feststellen. “Das sind alte Kamellen, als ob es nichts Wichtigeres zu tun gäbe. Die Outrider Schmutzfüße sind wieder da und deren Sorgen sind alte Berichte.” gab Colt etwas ungehaltener von sich. “Außerdem hast du gerade wie Captain Hikari geklungen.” warf Colt noch beiläufig hinterher. Der Highlander hielt in seinem Tun inne und sah zum Cowboy: “Bitte was?” war alles, was Saber auf die Feststellung seines Freundes sagen konnte. Colt ging um den schweren Holztisch und zeigte mit einer Hand Richtung Saber: “Ja, wie du den Detective abgewimmelt hast.” erklärte er. Saber schluckte und dachte kurz darüber nach, wie das jetzt gemeint war, bemängelte Colt gerade sein Vorgehen? “Ich habe keine Zeit mehr, ich musste ihn abwimmeln.” erklärte der Schotte “Ja, das meine ich, Hikari ist auch nicht unhöflich, sondern unsympathisch!” gab Colt zu verstehen. “Du meinst, ich war unsympathisch?” fragte Saber nach. Colt zuckte mit seinen Schultern und sah auf die Berichte, die der Detective Saber da gelassen hatte. Saber rollte darauf leicht mit seinen Augen. “Das musst du selbst mit Captain Hikari klären.” kommentierte Saber Colts kleinen Einwand und begann, seine Sachen einzupacken. Colt stemmte seine Hände in die Hüften und beobachtete seinen Freund und Boss: “Gib her, ich bin hier allein und habe abends Zeit dafür.”, bot der Lockenkopf seine Hilfe an. “Also habt ihr noch keine Antwort der Schule?” fragte Saber auf Colts letzte Äußerung nach und gab seinem Scharfschützen liebend gern den Papierkram in die Hand und nickte ihm dankend zu: “Doch, es wäre kein Problem, aber ich muss hier erst einmal etwas finden, was für uns passt.” erklärte der Lockenkopf. Saber nickte einmal verstehend. “Also werden Robin und Joshua in den nächsten Tagen anreisen?” – “Ja, was ein Hin und Her!” kommentierte Colt und steckte den Papierstoß ein. “Entschuldige, ich muss gleich los, ich habe Sincia versprochen, dass ich abends noch ins Krankenhaus komme. Und mit dem Arzt wollte ich auch noch reden.” Colt verstand und war zugleich sehr besorgt. Es klopfte, Colt und Saber sahen sich an.

Japan – Naku Burg

“Shinji, ich habe viel und lange über unsere Beziehung nachgedacht, ich stellte mir anfangs alles ziemlich leicht vor.” Fireball nickte und sah leicht zu Boden, ihm wurde es gerade schwer ums Herz. “Ich habe in den letzten Monaten einen Vorgeschmack darauf bekommen, was es heißt, einen Freund beim Militär zu haben. Und ich weiß, das ist erst der Anfang!” Fuhr Aaiko fort. Er hörte weiter zu: „Ja!“, bestätigte er ihre Feststellung. “Ich habe keine Illusion mehr darüber, kenne ich es doch von meinen Eltern, meine Mutter war tagsüber bis spätabends viel allein mit uns Kindern, das war bestimmt nicht immer leicht, der Unterschied ist, er kam jeden Abend nach Hause, du wärst manchmal tagelang, wenn nicht sogar Wochen weg!” stellte sie fest. Fireball schluckte leicht. Aaiko hob ihren Kopf und sah sich um und neben ihr stand Shinji, der ihr zuhörte, es fiel ihr nicht leicht, das alles auszusprechen, aber sie wollte auch reinen Tisch machen, er sollte wissen, wie sie zu der Beziehung stand. “Ich habe mich viel mit der Geschichte deiner Familie beschäftigt, bestimmt sogar mehr als du!“, zwinkerte sie ihm neckisch zu. Fireball lächelte kurz auf und nickte bestätigend, er musterte Aaiko vor sich und blieb an ihren Augen hängen: “Ich hatte auch viele Gespräche mit deiner Mutter, sie zeigte mir wie alles abläuft, auch sie sagte zu mir, das ich mir im Klaren sein muss, dass es immer einen dritten geben wird, und zwar das Militär, es ist nun mal kein 8 to five Job, sondern ein Leben.” Fireball blickte kurz in den Himmel, er presste seine Lippen aufeinander, er hatte nicht erwartet, alles so detailliert präsentiert zu bekommen, auch wusste er gerade nicht, wohin und in welche Richtung das hier gerade lief. “Shinji!” und Aaiko sah ihn jetzt an, Fireball tat es ihr gleich: “Sage mir hier und jetzt, was genau du im Oberkommando erreichen möchtest und wie du uns siehst!” forderte sie ihn jetzt auf. Fireball presste seine Lippen aufeinander: “Ich muss zugeben, ich hatte nicht geplant, eine Beziehung einzugehen, überhaupt war das Thema sehr weit weg gewesen und dann kamst du!” begann er und ging sich mit einer Hand kurz durch seine Haare: “Ich habe langsam das Gefühl, dass ich alles in einem Crashkurs lerne und so auch das, also das zwischen uns.” Aaiko lächelte ihm etwas entgegen. “Ich hatte keine Ahnung, wie viel Verantwortung das alles mit sich bringt, vom schlechten Gewissen, dich immer so lange allein zu lassen, möchte ich gar nicht erst anfangen. Aber zu deiner Frage, ja ich habe Ziele im Oberkommando, ich bin Pilot, kein Stratege, oder offensiver, ich weiß jedoch, dass ich dazu in der Lage bin ein Team auf einem Kampfschiff zu führen, ich strebe keinen Highend Rang an, sondern den Captain, mit ein oder zwei hübschen Sternchen.” grinste er. 

Aaiko nickte ihm entgegen. “Ich denke, das ist realistisch“, gab er zu und war gerade selbst erstaunt über seine Selbsteinschätzung. “Das klingt gut!” kam es nach einer kleinen Weile des Schweigens von Aaiko. “Und ich bin mir sicher, dass ich mit diesen Zielen viel von meiner Freundin, Partnerin, Frau … Ach man wie auch immer.” unterbrach er sich. Aaiko trat näher an Fireball heran und nahm ihn in ihre Arme: “Ich weiß es ist sehr viel verlangt, das ewige warten, das zurückstecken und allein sein, aber ich kann dir versprechen, dass wenn ich da bin, auch 100 Prozent da bin, ich werde gut auf dich aufpassen und zusehen das  es dir gut geht, weil, nun, ja!” – “Nun, ja, was?” fragte Aaiko nach. Fireball löste sich etwas aus der Umarmung und sah sie an: “Ich dich liebe!” und sah ihr dabei in die Augen und wartete auf irgendeine Reaktion von ihr. Nach gefühlten Stunden lächelte Aaiko und ging ihn mit beiden Händen durch seine Haare und zog ihn zu sich: “Ich liebe dich auch!” flüsterte sie und küsste ihn. Fireball fiel gerade ein schwerer Stein vom Herzen, hatte er doch tatsächlich gedacht, dass Aaiko sich anders entscheiden würde. “Ich bin mir ziemlich sicher, worauf ich mich einlasse, ich sehe, was meine Eltern an sich haben und auch wie deine Eltern sich trotz der wenigen Zeit, die sie miteinander haben, umso intensiver genießen!” Fireball grinste: “Sie hatten sich 16 Jahre nicht, deswegen hängen sie aufeinander wie Teenanger!” sagte Fireball, Aaiko schüttelte mit ihrem Kopf: “Nein, das ist wahre Liebe, sie sind sich im kleinen wie im großen treu. Sie hat gewartet!” In Fireball begann es zu arbeiten und er musste einen Moment darüber nachdenken. “Verstehst du Shinji?” Fireball nickte leicht mit seinem Kopf: “Deine Mutter hat es mir so beschrieben: „Die Fähigkeit zu warten beweist nicht nur Liebe, sondern auch Geduld. Jeder kann sagen „Ich liebe dich“, aber nur die wenigsten können warten und zeigen, dass es wahr ist.“ zitierte sie Hitomi. “Das hat sie gesagt?” fragte er. “Ja!” Er umfasste ihre Hüften: “Also hast du Geduld?” fragte er schmunzelnd: “Ich denke schon!” kam es gespielt nachdenklich von Aaiko. “Also wartest du?” fragte er nochmals nach. Sie nickte jetzt entschlossen. “Das ist gut, weil…” und er verschwand schnell in der Burg und kam nach einer kleinen Weile wieder zu ihr. “Ich wusste nicht, wie und wann.” und zeigte ihr die kleine dunkelblaue Schachtel. Aaiko hopste beinahe: “Ja! Ja!” kam es von ihr. Fireball sah sie an: “Ok, ich habe noch gar nicht gefragt, aber echt jetzt?” fragte er zur Sicherheit doch nochmal nach. “Ja, nun zeig!” Fireball lachte und lehnte sich über das schwere Holz: “Sie hat ja gesagt!” rief er laut über die Brüstung. Die Menschen, die sich unten im Garten der Burg aufhielten, sahen sich um und nach oben, einige klatschten sogar. Aaiko hatte seine Reaktion beobachtet und musste lachen. Jetzt öffnete er endlich die kleine Schachtel und Aaikos Augen wurden immer größer, er grinste breit und steckte ihr mit zitternden Fingern den Ring an, dabei ließ er die Schachtel fallen, so nervös war er. Aaiko kicherte. “Wow!” kam es von ihm, als er ihre Hand mit dem Ring sah und bekam eine Gänsehaut. “Jetzt gibt es auch für dich kein Zurück mehr!” sagte sie. “Ja, das weiß ich, ich habe auch gerade das Gefühl, dein Bruder sitzt mir im Nacken.” und zeigte mit einer Hand hinter sich. Beide lachten und sahen sich darauf eindringlich an, hinter ihnen der Fuji, der wie ein Zeuge herausstach. Sie küssten sich lange, es schwebte nun nichts Unausgesprochenes über sie, es war fest, sie würden es schaffen, da waren sie sich sicher!  

Jarr – Militärraumhafen #1

Der Sekretär von Prinz Roland war eingetreten und kurz darauf sogar der Prinz persönlich. Saber und Colt hatten den seltenen Besuch sofort standesgemäß begrüßt und salutiert. Allein die Tatsache, dass der Roland persönlich erschienen war, ließ bereits erahnen, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Angelegenheit handelte. Inzwischen saßen sie am Meetingtisch und da Colt schon einmal da war, blieb er auch. Früher oder später würde er sowieso aufgeklärt werden, also warum nicht jetzt. Hatte sich Saber gedacht! Denn niemand hier im Raum hatte so ein Gespür für Waffen wie der Cowboy. “Das ist tatsächlich ein genauer Ablaufplan!” kommentierte Saber das gezeigte Dokument am Monitor. “Ja, die Dechiffrierer haben es gestern zu Ende übersetzt!” bestätigte Roland die Aussage des Schotten. “Also war April damit beschäftigt gewesen!” stellte jetzt auch Colt fest. Alle nickten. 

“Laut diesem Plan, kommt die Waffe erneut zum Einsatz.“ Saber machte eine Pause und sah in die Gesichter von Prinz Roland und des Cowboys. “In 100 Stunden! Und der Countdown läuft!” Roland beendete den Satz des Majors, der gerade seine Sprache verloren hatte. Colt lauschte: “Was für eine Waffe?” fragte er. Saber nickte Roland entgegen und dieser ließ die Aufnahmen von Jarr und Yuma abspielen. Der Lockenkopf nahm seinen Hut vom Kopf. “Das ist der Super-GAU schlechthin!” sprang Colt auf. “Ja, mit der Chance, die Outrider für immer loszuwerden.” kam es vom Schotten. “Und die gesamte Menschheit gleich mit ihnen!” sprach Colt seine Gedanken laut aus und ging durch seine Haare. “Wir kennen noch nicht die Auswirkungen auf Menschen, diese werden …” – “Schau dir die Monach Supreme an!” unterbrach Colt seinen Boss. Prinz Roland beobachtete erst einmal das Geschehen vor ihm. “Auch wenn es nur Licht ist, schau es dir an und an Bord waren, wie viele Menschen, 100?” fragte Colt und er musste sich wieder setzen, ihm wurde gerade ganz anders. “80, um genau zu sein, Colt, wir haben mit der Waffe und dazu auch die Legierung, um die Schiffe zu schützen, sonst hätte niemand an Bord überlebt.” erklärte Saber. “Soll mich das jetzt beruhigen? Ich und Millionen andere da draußen im neuen Grenzland sind dabei, sich etwas aufzubauen und ihr ballert mit so etwas in der Gegend herum!” stellte er fest. “Colt!” – “Nein nichts, Colt, wer hat da zugestimmt, lass mich raten, der First Grad, den hier jeder den roten Teppich ausrollt.” und der Cowboy stand wieder auf und stützte seine Arme auf dem Tisch ab und sah Saber wütend an. “Wo ist er jetzt, im Urlaub und in einigen Stunden geht das nächste Ding hier hoch, eines sage ich dir …!” Er wurde unterbrochen: “Halte dich zurück!” sah Saber Colt eindringlich an. “Du hast auch zugestimmt!” kam es von Colt feststellend. Saber nickte. Nun benötigte Colt Abstand und lief etwas im Büro umher und wandte sich wieder Saber zu: “Du bist gerade Vater geworden, gerade du solltest es doch verstehen, dass das genau das falsche ist!” Colt wusste nicht mehr vor und zurück, was war hier nur los? “Wir haben bis jetzt noch gar nichts gezündet!” sagte Saber jetzt lautstark, mit der Hoffnung, den Cowboy wieder etwas runter zu bekommen. “Was?” sah Colt, Saber und Roland fragend an. Beide nickten ihm entgegen. “Die Outrider?” Er sprach es nicht laut aus, seine Lippen formten diese Frage, die aber jeder verstehen konnte. “Nein!” antwortete der Schotte. Der Cowboy kam wieder etwas näher: “Soll das heißen?” und Colt ließ die Videoaufnahmen nochmals laufen. “Erklärt es mir!” forderte Colt und setzte sich.

Japan – Tokio

Fireball stand in der Werkstatt von Großvater Sato-san. Er mochte es hier zu sein. Viel zu selten besuchte er die Eltern seiner Mutter, obwohl sie sich jedes Mal so sehr freuten, wenn er vorbeikam. Und während er seinen Großvater beobachtete, nahm er sich fest vor, das wieder öfter zu tun. Vor zwei Jahren stand er doch noch die ganze Zeit an seiner Werkbank, bemerkte Fireball beiläufig und sah zu dem älteren Mann hinüber, der mittlerweile im Sitzen an der alten Holzwerkbank arbeitete.

Fast alles, was es im Laden zu kaufen gab, stellte Großvater Sato-san noch immer mit seinen eigenen Händen her. Es war schwere Arbeit, die unglaublich viel Geschick erforderte. Und Sato konnte einfach alles reparieren. Egal ob Fahrräder, Radios oder Spielzeugautos, bekam er etwas nicht mehr hin, dann war es wirklich kaputt, musste Fireball schmunzelnd feststellen. Sein eigenes Fahrrad jedenfalls war dank seines Großvaters immer in einem perfekten Zustand gewesen. Oft hatte Fireball ihm als kleiner Junge stundenlang dabei zugesehen, wie er Gewinde schnitt, Metall bearbeitete oder kleine eiserne Kunstwerke herstellte. Und manchmal hatte er sogar mithelfen dürfen. Das technische Verständnis über Schaltkreise und Materialien hatte er eindeutig von ihm. 

“Shinji, gib mir bitte die Kiste von dort hinten”, forderte ihn sein Großvater auf und zeigte in die besagte Richtung. Fireball folgte dem Handzeig und ging zwischen den alten Regalen nach hinten in die Werkstatt. Sofort stieg ihm der vertraute Geruch von Holz, Metall und Maschinenöl in die Nase. Er griff nach der doch ganz schön schweren und staubigen Kiste aus der Ecke und stellte sie dann Sato vor die Nase. Dieser kramte wissentlich darin, und nahm sich genau das Teil, was er gesucht hatte, heraus: “Sind dein Vater und deine Mutter auch hier?” fragte sein Großvater. Fireball blickte neugierig in die Kiste und stellte fest, dass es kleine Figuren waren, die sein Großvater einmal hergestellt haben musste und für nicht perfekt genug hielt und wohl zum Einschmelzen in der Kiste sammelte. “Keine Ahnung, Vater sagte nur: “Wir sind nicht zu erreichen!” und dann waren sie auch schon weg!” zitierte er und zuckte mit seinen Schultern. Sato nickte darauf nur: “Und du bist wieder Pilot auf dem Raumschiff Ramrod, habe ich gehört!” fragte der Ältere mit seiner rauen, aber liebevollen Stimme weiter, während er dabei die kleine Figur ein schmolz. Fireball nickte und kramte dabei etwas in der Kiste und sah sich eine Figur nach der anderen an: “Ja, damit hatte ich eigentlich schon abgeschlossen!” beantwortete er die Frage. “Vieles muss erst einmal enden, damit es besser wird!” erwiderte Sato-san und nahm das flüssige Metall aus dem kleinen Brennofen. “Mhm!” nickte Fireball. 

“Ich werde nie verstehen, wie ein Mensch so ein riesiges Schiff in Bewegung setzen kann!” sprach Sato, stand auf und schlürfte durch die Werkstatt, um ein Werkzeug zu holen. Fireball sah auf und musste grinsen: “Die Technik wäre bestimmt etwas für dich.” war er sich sicher und kramte weiter in der Kiste herum und holte eine kleine eiserne, in seinen Augen schöne Blume heraus. Sato-san winkte ab: “Ach, Kampfschiffe. Mir hat der Flug nach Yuma gereicht.” erzählte Sato. “Dann hast du wirklich nie zuvor Japan verlassen?” fragte Fireball nun doch etwas ungläubig. Sato setzte sich wieder und legte eine flache Eisenplatte aus: “Ja, ich habe Flugangst!” gab der alte Mann zu. “Was?” und Fireball musste kurz etwas schmunzeln. “Der Mensch ist nicht zum Fliegen gemacht!” teilte Sato seine Meinung darauf etwas grummelig mit. Fireball grinste immer noch leicht, kannte er doch die Art des Mannes: “Und dann fliegst du als erstes direkt nach Yuma, wow, respekt!” skam es anerkennend von Fireball und legte die Blume neben die Holzkiste. 

“Wegen des Sumo Kampf, ich weiß nicht, was die sich dabei gedacht haben, den wichtigsten Kampf des Jahres dort auszurichten!” und der Ältere schüttelte verständnislos mit seinem Kopf. “Und du wurdest 18, es war nicht damit zu rechnen, dass ihr her kommt.” Fireball horchte auf udn sah zu seinem Großvater: “Und Yuma-City schaut aus wie jede andere Stadt, nur auf einem anderen Planeten!” fügte Sato noch hinzu. “Ich bleibe hier und hoffe auf Besuch!” beendete der Ältere seinen Satz. Fireball presste kurz nachdenklich seine Lippen aufeinander: “Es tut mir Leid, dass die Besuche in den letzten Jahren so selten waren!” nickte Fireball entschuldigend seinem Großvater entgegen, er hatte durchaus den kleinen Vorwurf im Satz verstanden. Sein Großvater hatte nicht seine Flugangst überwunden wegen des Sumo Kampfes, sondern wegen ihm. Und ein schlechtes Gewissen breitete sich in ihm aus! “Schon gut, Shinji, wenn man jung ist, möchte man die Welt und jetzt das Universum sehen und was erleben, das ist so.” erklärte Sato verständnisvoll und begann das Metall zu bearbeiten.

“Deine Mutter war genauso!” Fireball grinste: “Was, Echt?” Sato lächelte und nickte: “Nachdem sie deinen Vater geheiratet hatte, waren beide weg, als ob sie nur darauf gewartet hätten!” und er setzte seine Arbeit fort. “Wahrscheinlich war das auch so.” fügte er noch leise mit an. Fireball sah sich nach dem Gehörten in der Werkstatt um: “Sie sind durchgebrannt?” fragte er und konnte es fast nicht glauben. Großvater Satosan grummelte etwas und unterbrach kurz seine Schleifarbeit: “Zwei Jahre lang.” nickte er bestätigend und ging wieder schlürfend zu einem dunklen Holzregal hinter sich: “Bis, Miko geboren wurde.” und nahm etwas aus dem Regal. Fireball hörte weiter aufmerksam zu. Er wusste, dass er eine Schwester hatte, er war oft mit seiner Mutter an ihrem Grab gewesen. “Sie kauften dann das Haus hier und … nun ja.” beendete der Ältere und ließ einiges unausgesprochen. Fireball nahm die Kiste und schüttete sie auf der Werkbank neben seinem Großvater aus, um die kleinen Kunstwerke weiter zu betrachten. 

“Du warst also dagegen!” kam es unerwartet von Fireball, aber er wollte es jetzt wissen! Das es eine gewisse Spannung zwischen den beiden Familien gab, hatte er schon länger bemerkt. Aber es wurde geschwiegen und das nervte ihn mittlerweile sehr. Großvater Sato-san setzte sich wieder und nickte: “Anfangs ja, ich habe aber Frieden damit.” Fireball lehnte sich etwas gegen die Werkbank: “Warum, Vater ist immer sehr darauf bedacht, dass es Mutter gut geht!” Sato nickte wissentlich: “Wie gesagt, anfangs war ich gegen diese Verbindung. Nach Mikos Tod habe ich gesehen, dass er für sie da war, er hatte damals alles ein Jahr lang ruhen lassen, um deiner Mutter mit der Trauer zu begleiten. Und das obwohl ihm sehr viel Druck gemacht wurde. Es war eine schlimme Zeit damals für beide, ach was sag ich für alle.” erinnerte er sich. Fireball beobachtete den alten Mann und schluckte, um die Trauer damals, hatte er nichts gewusst, das es für seine Eltern jedoch nicht leicht gewesen war, konnte er sich vorstellen. “Du hast geglaubt, dass er sie nicht liebt?” hakte er nach. “Ich hatte Vorurteile und habe mich von diesen bestimmen lassen.” Fireball dachte nach.

“Weißt du Shinji, unsere Familie schmiedete seit Jahrhunderten, unter anderem auch die Katana der Samurai. Es sind nicht nur schöne Deko Artikel, sie wurden zum Töten verwendet, deswegen schmiedet man solch ein Schwert, deswegen stellt man Waffen her. Und der, der sie herstellt, ist genauso schuldig wie der, der sie einsetzt.” Fireball sah seinen Großvater an: “Irgendwann wollte das die Familie Sato nicht mehr, wir haben uns auf Alltagsdinge spezialisiert, wie du siehst.” Fireball begann, die einzelnen Skulpturen wieder in die Holzkiste zu legen, nachdem er sie betrachtet hatte. “Aber der Samurai Stand wird wieder offiziell integriert, Ende des Jahres gibt der Kaiser die Katanas an die noch existierenden Familien zurück.” erklärte Fireball. Sato beobachtete seinen Enkel einige Momente: “Shinji, heute sehe ich die Verbindung als heilsam, für beide Seiten. Es ist richtig was passiert, auch so können diese Familien, nach so vielen, vielen Jahren, mit diesem Kapitel abschließen. Ich hege keine Antipathie gegen die Samurai und deren Strukturen, ganz im Gegenteil sogar. Es ging mir vielmehr um das Militär, ich war damals der Meinung, dass meine Tochter in diesen Konstellationen nicht glücklich werden würde, es war mein Egoismus als Vater.” Fireball nickte, er verstand, was sein Großvater ihm sagen wollte. “Ich war sehr ungerecht gegenüber deinem Vater, obwohl er mir immer mit Respekt begegnete. Ich hätte ihm helfen können, aber tat es nicht … Aus Feigheit.“ beichtete Sato seinem Enkel. 

Fireball bemerkte, dass sich sein Großvater ihm gegenüber öffnete, ihm etwas erzählte, was er jahrelang schwer mit sich herumgetragen hatte. “Dann wurdest du geboren, Shinji, alle waren damals wie heute sehr froh darüber und könnten nicht dankbarer sein!” wechselte der Großvater geschickt das Thema. Fireball schluckte leicht: “Von welcher Hilfe redest du?” ruderte Fireball nochmals zurück, er verstand gerade gar nichts mehr. Großvater Sato musterte seinen Enkel, der gerade eine Figur ganz genau betrachtete. “Das ist lange her!” antwortete Sato. Fireball ließ von der Figur ab und verzog seine Lippen: “Immer war alles lange her, was sollte das jetzt wieder?” ging es ihm genervt durch seine Gedanken. 

“Was hast du gefunden?” fragte Sato. Fireball blickte auf und ihm fiel die Figur wieder ein: “Einen Jet.” und reichte ihn Sato. “Ja, den hat dein Vater gemacht, ich wusste gar nicht mehr, dass er noch da ist.” Fireball bekam große Augen: “Was echt, mein Vater stand in dieser Werkstatt?” fragte er nach, denn für ihn passte das Bild sein Vater und Werkstatt überthaubt nicht zusammen und musste grinsen. Sato lachte: “Ja, einmal, aber es war ihm wohl doch zu schmutzig.” erinnerte sich Sato, musste etwas lachten und legte den kleinen Jet auf die Werkbank und stand abermals auf. “Meist war Royu hier, ich weiß auch nicht, dein Onkel würde ein guter Metallverarbeiter sein.” erklärte er, während er sich bückte. “Ach deswegen der Schraubenladen, wenn er alt ist!” kam es daraufhin von Fireball. Sato trug eine kleine Stofftasche an die Werkbank: “Schraubenladen?” fragte er. “Ja, er meinte, wenn er im Ruhestand ist, eröffnet er einen Schraubenladen und sitzt dann den ganzen Tag da drin und liest Zeitung.” erzählte Fireball belustigend. Sato-san lachte und schüttelte etwas mit seinem Kopf. “Großvater Hikari meint, er hat ne Schraube locker!” fügte Fireball noch mit an. Sato nahm den kleinen Jet und betrachtete ihn genauer: “Dein Vater hat damals die Vorlage für die Gießform gezeichnet.” erklärte der Ältere und nickte: “Er sieht wirklich gut aus!” sagte er und legte den Jet auf die Metallplatte vor sich ab. “Aber er brachte ihn einige Tage später wieder zurück.” erzählte Sato weiter. “Ich werde ihn etwas aufpolieren!” beschloss er und griff nach einigen Substanzen, um das Metall zu reinigen. “Kannst du da eine kleine Ringmutter anbringen?” Fragte Fireball. Sato betrachtete die kleine Skulptur: “Ja, das müsste funktionieren, möchtest du ihn als Anhänger tragen?” wollte Sato wissen. Fireball zuckte mit den Schultern und grinste: “Ich weiß noch nicht!” Der Großvater machte sich an die Arbeit. 

Yuma

Auf Yuma hatte Colonel Rosso alle Hände voll zu tun, er ging die letzten Befehle von Hikari durch. Und koordinierte die Truppen. Die Bevölkerung musste beruhigt werden, so einen Angriff hatte es schon lange nicht mehr gegeben, alles war immer noch in heller Aufregung. Die Ruhe war vorbei. Davon war Rosso überzeugt! Kein feindliches Schiff hatte es geschafft, in den Orbit von Yuma einzudringen, und Yuma City blieb vom Angriff verschont. Er hatte erfahren, dass es auf Jarr nicht ganz so abgelaufen war und es auch zivile Verletzte gegeben hatte. Doch was ich im All abgespielt habe, darauf hatte er noch keine Antwort bekommen, wahrscheinlich wusste man auf Alamo und Jarr auch noch nicht mehr. 

Japan – Yaeyama-Inseln #3

Hitomi und Shinjiro liefen den langen und breiten weißen Sandstrand entlang, ihr langes Kleid wehte sanft im Wind und berührte die kleinen Wellen, wenn es nach Hitomi ging, könnte sie hier noch einige Tage aushalten, sie zog ihn etwas mehr ins Wasser, man konnte weit Knöcheltief hineingehen, er stoppte sie und zog sie an sich heran, sie schmiegte sich an ihn: “Lass uns einfach hierbleiben!” er grinste. “Nur du und ich!” sprach sie weiter. Das sanfte Rauschen der kleinen Wellen untermalte das Bild der Beiden, wie sie im Wasser standen, nichts um sich herum nahmen sie wahr, nichts störte diesen Moment. 

+++Erinnerungen+++

Hitomi stand wie jeden Montag am Meguro River außerhalb ihres Stadtteils und wartete auf Shinjiro. Der einzige Tag in der Woche, an dem er nicht vollkommen verplant war. Der gleich seinen Unterricht bei Ito-san beenden würde. Seit fast zwei Monaten trafen sie sich hier regelmäßig und wechselten über das Omamori regelmäßig Briefe aus. Normalerweise würde das auch über den Communicator gehen, den sie nun auch endlich zu ihrem 14. Geburtstag bekommen hatte. 

Es war so ganz anders zwischen ihnen geworden. Anfangs wollte sie sich für den Namen Ziege sogar etwas rächen, doch etwas hatte ihr Interesse geweckt seit dem Bon-Odori. Hitomi wusste nicht, warum sie Shinjiro auf dem Hanami Fest gesucht hatte und sogar etwas traurig war, als er nicht aufgetaucht war. “Entschuldige, aber Ito-san hat einfach nicht aufgehört, aus seiner Jugend zu erzählen!” riss Shinjiro sie aus ihren gedanken. Sie lächelte: “Er ist alt und allein!” war Hitomis Antwort auf das Gesagte. Er zuckte darauf kurz mit seinen Schultern: “Gehen wir was essen?” fragte er. Hitomi nickte, “ein Snack könnte nicht schaden.“ Sie gingen gemeinsam die Straße am Fluss entlang, die Bäume waren saftig grün, es war Sommer. “Bald sind Ferien und ich kann es kaum erwarten!” begann Hitomi. “Du kannst immer alles kaum erwarten“, erwiderte Shinjiro darauf. “Jeder freut sich auf die Ferien!” kam es von Hitomi darauf. Shinjiro lachte: “Ja!” Sie blieben an einer Ampelkreuzung stehen. “Das sind meine letzten Sommerferien in der Mittelschule.” Shinjiro nickte und sah auf seinen Communicator: “Und die sind anders, weil?” wollte er wissen. Hitomi sah sich um, es waren viele Leute in diesem Stadtteil, der in der Nähe von Szeneviertel Shibuya lag unterwegs. “Na ja, man ist dann irgendwie erwachsen!” kam es von Hitomi. Es wurde grün und sie liefen los: “Okaay” war Shinjiros kurze Antwort darauf und gingen in das Café und holten sich etwas zu trinken und setzten sich damit wie einige andere an das Ufer des Meguro River und sprachen über die Ereignisse der Woche und begannen auch zusammen für Prüfungen zu lernen. 

Shinjiro klappte gerade seinen Laptop zu und beobachtete Hitomi, die die letzten Sätze ihres Aufsatzes zu Ende schrieb. “Wolla fertig!” sagte sie und hielt ihr kleines rosa Notebook vor sich und betrachtete ihr Werk. Shinjiro grinste. “Magst du ihn lesen?” fragte sie und hielt ihm ihr Notebook entgegen. “Boh!” kam es plötzlich laut zwischen ihnen, Hitomi zuckte zusammen und schrie kurz auf. Shinjiro fuhr erschrocken herum und konnte Hitomis Notebook gerade noch so vor einem Absturz bewahren. Sasuke, ein Klassenkamerad von Hitomi, hatte sich einen Spaß erlaubt, als er die beiden wie zwei Verliebte da sitzen sah. Und lachte nun vergnügt. “Sage mal, spinnst du?” kam es von Hitomi. “Nein, aber du, weil du mit so einem Langweiler hier abhängst.” antwortete Sasuke und zeigte auf Shinjiro, der das Geschehen nur beobachtete. “Verschwinde!” rief ihn Hitomi entgegen. Darauf drehte sich Sasuke um, rief den beiden jedoch noch zu: “Ihr verliebtes Ehepaar!” Hitomi verschränkte ihre Arme. “Na toll, das ist morgen Gesprächsthema in der Schule.” murmelte sie. “Sind deine Klassenkameraden auch manchmal solche Idioten?” fragte sie und setzte sich wieder neben Shinjiro, der gerade ihren Aufsatz las. “Nein, es sind Langweiler.” war seine Antwort. “Ach quatsch!” Shinjiro las weiter und grinste: “Es stimmt aber…” und gab ihr, ihr quietschpinkes Notebook wieder zurück: “Er ist sehr schön geschrieben, wie deine Briefe.” kommentierte er Hitomis Aufsatz. Sie wurde etwas rot. 

+++Erinnerungen Ende+++

Ein großer und vor allem sehr lauter schwarzer Hubschrauber durchbrach die friedliche Stille der Insel und flog tief über dem Wasser, drehte eine Runde und suchte ganz offensichtlich einen Platz zum Landen. Shinjiro öffnete seine Augen, ließ Hitomi aber nicht los. “Beide atmeten aus und sahen sich an: “Er landet nicht wirklich hier, oder?” fragte Shinjiro, der mit seinem Rücken das Geschehen hinter sich kommentierte. Hitomi nickte leicht frustriert. Er drehte sich darauf langsam um, hielt Hitomi jedoch weiterhin im Arm. Und zirka 50 Meter vor ihnen entfernt setzte der zum japanischen Militär gehörige Hubschrauber auf. Shinjiro stellte sich etwas vor Hitomi. Und der Hubschrauber ließ den Motor aus rotieren. Doch Shinjiro und Hitomi machten keine Anstalten, auf das störende schwarze Monstrum zuzugehen. 

Nach einigen Augenblicken, als sich der aufgewirbelte Sand wieder gelegt hatte, sprang zu beider Überraschung Shinji aus dem Ungetüm. Hitomi und Shinjiro sahen sich fragend an: “Deine Insel wurde gerade eingenommen!” kommentierte er das Bild und sie gingen langsam in dessen Richtung. 

“Ist das Mega-Cool hier, oder was?” lief und rief Fireball seinen Eltern entgegen. Es stiegen noch weitere Männer im Hintergrund aus. Hitomi und Shinjiro erreichten ihren Sohn, dieser grinste sie breit an. Shinjiro zeigte fragend in Richtung Hubschrauber. “Sie hat Ja gesagt!” kam es von Fireball. Daraufhin zogen sich Shinjiros Augenbrauen fragend zusammen und er blickte abwechselnd von seinem Sohn in Richtung Hubschrauber und zum Schluss zu Hitomi. 

Fireball entdeckte einen schwimmenden weißen Holzsteg, der weit ins Meer reichte und rannte auf diesen. Shinjiro beobachtete seinen Sohn und drehte sich zu Hitomi. “Sie hat ja gesagt!” wiederholte er die Worte. Hitomi lachte: “Sie weiß, was sie tut!” sagte sie. “Hmh!” kam es darauf von ihm und zeigte mit seinem Kopf Richtung Shinji: “Sie schon, aber er?” und beide konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. 

Fireball konnte gerade noch so abbremsen, bevor der Steg in das etwas tiefere Wasser endete. Er sah sich um, es war das reinste Paradies, das würde er auf alle Fälle Aaiko zeigen wollen. Da fiel es ihm wieder ein: „Auweia!“ und rannte den Steg zurück zum Strand, dabei musste er aufpassen, nicht doch noch im glasklaren Wasser zu landen. “Ich hoffe, ihr habt es genutzt, der Urlaub ist wohl vorbei!“ begann Fireball, als er vom Steg sprang. “Was ist hier los?” wollte sein Vater jetzt aufgeklärt werden. “Nun, ja!” begann Fireball und blickte in Richtung Hubschrauber. Shinjiro verzog sein Gesicht und ging auf die drei Männer zu. Hitomi und Fireball blieben zurück. 


“Na ist ja großartig!” kommentierte Colt Sabers Ausführungen und stützte seinen Kopf auf einer Hand ab. “Das ist jedoch noch nicht alles, Major Lancelot!” begann Roland und legte einen neuen Datenträger ein. Saber sah fragend zu dem Prinzen.


“Gut schaust du aus!” Musterte König Jarred seinen Freund vor sich. Shinjiro tat es Jarred gleich: “Du auch!” und er verschränkte seine Arme, nachdem er seinen Vater, der neben dem Privatsekretär von Jarred stand, begrüßt hatte. “Mein Urlaub wurde gestern mit einem Hubschrauber beendet!” erklärte Jarred frustriert. Shinjiro nickte: “Was ein Zufall, meiner gerade auch!” kam es darauf von Shinjiro und blickte abwechselnd zu den drei Männern vor sich. “Wie habt ihr uns überhaupt gefunden?” wollte er jetzt wissen. Jarred grinste: “Du hast dich bei Morel verquatscht, Sonne, Strand, Meer … und” – “Ruhe!” beendete Shinjiro Jarreds Satz. “Ja, hier gibt es nicht so viele Orte, die das bieten, hübsch!” kommentierte Jarred und sah sich um. 

Shinjiro beobachtete etwas genervt Jarred und atmete kopfschüttelnd tief ein und aus. “Wir haben einen Kontakt!” kam es nach einigen Augenblicken unerwartet von Jarred. Shinjiro drehte sich Jarred zu: “Was?” fragte er leiser. Der König nickte. Shinjiro ging sich durch seine schon längeren, vom Wind verwehten Haare. “Und wir haben nicht mehr als 80 Stunden bis zum nächsten Inferno!” Shinjiros Augen wurden größer und er blickte über die Insel. “Du hattest recht, es gibt einen Ablaufplan!” schlichtete Jarred ihren letzten Streit. “Na sowas!” kam es darauf von Shinjiro. “Wer hat das Kommando auf Jarr?” wollte er jetzt wissen! “Lancelot und Lorenz, Roland klärt die beiden gerade auf.” Shinjiro nickte: “Okay, super, wir haben keine einsatzfähigen großen Kampfschiffe und keine Waffe..” sagte Shinjiro ironisch und sah sich um. 

“Du hast zugestimmt, die Waffe zu bauen?” wollte sein Vater jetzt wissen. Shinjiro sah die beiden vor sich an und winkte mit beiden Armen ab und lief wieder Richtung Strand. Er wollte jetzt nicht diskutieren. Auf dem Weg zu seiner Familie stieß er verärgert mit einem Fuß Sand in die Luft. 

“Er denkt nach!” kommentierte Jarred das Bild, welches Shinjiro ihnen gerade bot. General Hikari verschränkte seine Arme vor der Brust und wartete erst einmal ab. 

Jarr – Militärraumhafen #3

“Dr. Peaks und die anderen Wissenschaftler sind auf Hochtouren dabei, den Sender bis morgen nach Anleitung zu entwickeln.” Informierte Roland nun alle Anwesenden. Auch Lorenz, der dazu gerufen wurde, war inzwischen vollkommen im Bilde und Colonel Rosso ebenfalls via Videoübertragung. 

“Das bedeutet, wir werden mit der anderen Seite sprechen können?” fragte Lorenz noch einmal nach. Roland nickte leicht: “Das dürfte interessant werden!” fügte Saber mit an. “Wenn alles bis dahin auch bereitsteht!” kam es von Colt: “Was ist, wenn es nicht funktioniert? Ballern die dann trotzdem das Ding ab?” sprach Captain Lorenz seine Gedanken aus. Colt, der eindeutig auf der Seite des Captains war, nickte. Seine Gedanken waren bei Robin und Joshua und den anderen Zivilisten, er war in der privilegierten Lage, seine Familie in Sicherheit zu bringen, was er auch gleich tun würde, doch was ist mit den anderen. “Wie sieht der Bevölkerungsschutz aus?” fragte der Cowboy. “Laut Anweisung, werden 12 Stunden vorher sämtliche Flüge und Raumfahrten eingestellt und die Menschen werden über das Rescue System informiert, zu Hause zu bleiben!” teilte Saber mit, der gerade die Anweisungen von König Jarred in den Händen hielt. Colt strich sich über seine Augen. “Laut Aussagen der Wissenschaftler, wäre es also eine Chance!” stellte er fest, alle nickten. “Nur zu welchem Preis!” warf Colt darauf wieder ein. “Was ist mit Ramrod?” war seine nächste Sorge, sie könnten nicht einmal starten, weder der Friedenswächter war einsatzbereit. “Die Techniker sind dabei und werden durcharbeiten!” antwortete Saber. “Die Glücklichen!” – “Lässt du das jetzt Colt!” ermahnte ihn Saber, der den saksmuss des Cowboy gerade nicht gebrauchen konnte. Colt nickte: “Ja, gleich, aber eine Frage habe ich noch, wie willst du starten?” und der Cowboy sah seinen Boss herausfordernd an. Captain Lorenz, der zwischen den beiden saß, lehnte sich langsam zurück in seinen Stuhl. 

“Der First Grad wird ist unterwegs!” teilte Roland den Anwesenden mit, der die Nachricht schon vor einer Stunde bekommen hatte. Saber sah auf seine Uhr und atmete tief ein. Es war bereits nach 22 Uhr. Ins Krankenhaus musste er jetzt auch nicht mehr, Sincia würde mit seiner Mutter schon zu Hause sein. Auch Colts Uhr bestimmte gerade sein Denken, er hatte gut einen Tag Zeit um alles zu organisieren, er buchte blind die Tickets, bevor die Einstellung des Flugverkehrs die Runde machte! 

Japan – Yaeyama-Inseln #4

“Ich werde nicht hier bleiben!” kam es ernst und auch etwas lauter von Hitomi und legte ihre Sachen in den Koffer. “Du bist auf der Erde am sichersten!” argumentierte Shinjiro. “Nein, das habe ich schon einmal getan und …“ doch sie stoppte in ihrem Satz. “Und was, was kannst du vor Ort tun?” fragte er ernst und sah seiner Frau dabei in die Augen. Hitomi schüttelte mit dem Kopf: “Es ist eine vollkommen andere Situation, verlange das nicht von mir, hier zu bleiben, wenn ihr beide da draußen seid!” gab sie wütend zu verstehen. und sie sahen sich darauf eine Zeit lang fest an: “Pack nur das Nötigste ein, wir werden alles andere abholen lassen!” sprach er ruhig und nahm sie in den Arm. 

Fireball, der das Geschehen und Gesagte zwangsläufig durch die Offenheit des Hauses mitbekam, stand in der Mitte des Raumes und wagte es nicht, sich zu bewegen, vielleicht würde er ja unsichtbar werden, hoffte er! 

Shinjiro löste sich von Hitomi und verließ das nur mit einer dünnen Papier-Wand abgetrennte Schlafzimmer und begann sich umzuziehen. “Hilf deiner Mutter!” wies er seinen Sohn an, Fireball nickte. “Ramrod hat einen Totalschaden und …” Shinjiro sah seinen Sohn ernst an. “Ähm! Ich bin Mutter helfen!” wich Fireball etwas zurück und zeigte in die Richtung, in der er jetzt sofort verschwinden würde und war auch schon so gut wie weg. 

Shinjiro sah ihm nach, zog sich sein weites, bequemes Leinenhemd aus und tauschte es gegen sein blaues Poloshirt mit dem Emblem des First Grad. “Wie konntest du zustimmen, so etwas zu bauen?” Hallte eine Stimme hinter ihm. Shinjiro rollte kurz mit seinen Augen, als er sich das Shirt überzog. Dafür hatte er jetzt überhaupt keine Nerven. Er drehte sich seinen Vater zu: “Jarred baut sie!” war seine knappe Antwort und griff nach seiner Hose. “Und du gibst den Befehl, sie einzusetzen?” kam es fordernd von dem älteren. Shinjiro schloss seine Hose und sah seinen Vater kommentarlos an und kümmerte sich um seine Socken und Schuhe. “Das weiß ich noch nicht!” war seine nichtssagende Antwort. Sein Vater musterte ihn. Shinjiro griff nach seinem Kommunikator und stellte ihn an. Sein Vater kam langsam auf ihn zu. “Denkst du wirklich, dass sich mit dem Einsatz alles erledigt?” fragte der ältere leise und fest. “Es wurde in einem Gremium zugestimmt.” war Shinjiros leise aber feste Antwort darauf. Und wandte sich gleich wieder ab und schlüpfte in seine Schuhe, während er seine Nachrichten durchging. 

“Jetzt benötige ich erst einmal Schiffe!” und rief die Truppenstärken von Alamo und den Gremium-Teilnehmern auf und verließ dabei langsam das Haus. “Shinjiro!” setzte General Hikari nochmals an. Shinjiro drehte sich um, beide sahen sich an. “Ruf Royu an, ich brauche ihn!” war alles, was er sagte. Der Ältere blickte seinem Sohn nach und murmelte etwas Unverständliches und holte seinen Kommunikator hervor und sah sich etwas um. “Steht die Burg noch?” fragte er seinen Enkel, der gerade wieder ins Wohnzimmer kam, während er Royu anrief und auf ein Freizeichen wartete. Fireball grinste: “Ja, keine Feinde in Sicht gewesen!” der ältere grinste leicht, nickte und verließ telefonierend das Haus. Fireball folgte mit einem schweren Koffer. 


“Sie holen ihre Familie aus Yuma raus, Mr. Wilcox?” fragte Captain Lorenz den Lockenkopf. Colt nickte. “Also, wenn sie meine wenige Anwesenheit nicht stört, können sie in mein Haus, meine Familie bleibt auf Yuma. Colt sah auf. “Sir!” Lorenz zuckte mit den Schultern, ich schlafe eh meistens auf dem Stützpunkt, wenn ich allein hier bin. “Danke!” kam es von Colt. Lorenz grinste: “Es ist nicht weit, es hat auch einen Schutzraum, für den Fall eines Falles!” erklärte der deutsche. 


“Du hattest es versprochen, Richard!” – “Sincia, es gab ein unerwartetes sehr wichtiges Meeting.” versuchte Saber seine Frau zu beruhigen. “Wichtiger als wir, deine Familie?” fragte sie. Saber beobachtete Sincia, sie war so verändert, es tat ihm weh, sie so verzweifelt zu sehen, aber er war auch hilflos, was sollte er ihr jetzt sagen, er entschied sich gar nichts zu sagen, sondern jetzt einfach bei ihr zu sein, sie zu trösten und ihr zuzuhören. “Ich hatte mir Sorgen um dich gemacht!” erzählte sie. “Sincia, liebes!” begann er und sah sie an. “Glaub mir, ich wäre niemals da geblieben, wenn es nicht wichtig gewesen wäre, ihr seid das Wichtigste und deswegen muss ich manchmal dort bleiben, um vor allem auch euch zu schützen.” versuchte er, Sincia die Lage zu erklären. Sincia nickte. “Entschuldige, es ist alles so viel gerade.” kam es dann von ihr Saber nickte und strich ihr über den Rücken und gab ihr einen Kuss. 


Lorenz und Colt erreichten das Haus des Captains, welches in Colts Augen eine Villa war und geschätzt nur 15 Gehminuten vom Militärstützpunkt entfernt war. Der Cowboy sah sich in der Dunkelheit um, die Gegend war ruhig, die meisten Anwohner schliefen bestimmt schon. Sie vernahmen ein bebenes Brummen vom Nachthimmel her, das immer lauter und eindringlicher wurde. Es erschienen mehrere Schiffe, die eindeutig zur Landung auf dem Militärgelände ansetzten. In einigen Häusern ging nach und nach das Licht an, einige Nachbarn blickten aus den Fenstern oder traten auch vor ihren Häusern und beobachteten das Geschehen. “Schiffe aus Alamo!” kam es von Lorenz, der sich genau wie der Cowboy das Geschehen über ihren Köpfen ansah. In Colt breitete sich bei diesem Anblick über ihn ein ungutes Gefühl aus. Er hoffte, dass Ramrod in den nächsten Stunden für einsatzbereit erklärt werden konnte! Diese Ungewissheit, was auf sie zukommen würde, gefiel den Amerikaner ganz und gar nicht!


April war vor 30 Minuten auf Jarr gelandet, sie hatte vor wenigen Stunden einen Ab-Befehl von Saber erhalten. “Was ist nur geschehen?” fragte sie sich, es war kurz vor Mitternacht, als sie den Ramrods Hangar betrat. Zu ihrer Verwunderung war es in diesem Taghell und alle verfügbaren Techniker, Mechaniker und Ingenieure wuselten um den Friedenswächter herum. “Ok, das sieht nach einer Nachtschicht aus.” stellte sie ernüchternd fest.


Die Jard-Royal, das Privatschiff von König Jarred, steuerte unter Vollschub den Planeten Jarr an. Im halboffenen Séparée saßen Shinjiro und Jarred sich gegenüber, zwischen ihnen stand ein hochglänzender Tisch, beladen mit Tablets, Notebooks und Unterlagen. Jarred lehnte sich kurz etwas in dem breiten, gut gepolsterten weißen Ledersitz zurück, denn so langsam stieg in ihm die Müdigkeit auf. Shinjiro ging alle Meldungen der letzten Tage durch. Er stellte Kontakte zu anderen Militäreinrichtungen, auch auf der Erde her. Und las das Protokoll von dem Meeting, das sein Stab mit Prinz Roland vor wenigen Stunden gehabt hatte. 

Er atmete einmal tief ein und befasste sich jetzt mit dem entschlüsselten Taktikplan. Nach einigen Minuten lehnte er sich ebenfalls zurück und überschlug seine Beine. Und blickte in Jarreds müdes Gesicht. “Wie konnten sie sich so sicher sein, dass wir ihre Signalkugel in so einem abgelegenen Teil des Universums finden?” fragte er mehr sich selbst. Jarred nickte darauf nur langsam: “Tja!” sagte er leise vor sich hin. Den beiden wurde Tee serviert, Shinjiro beobachtete das Tun des Service und rieb sich seine Augen. “Wer wird mit ihnen reden?” Jarred öffnete eilig seine Augen, die ihm wohl kurzzeitig zugefallen waren. An das hatte er noch gar nicht gedacht. “Es sollte ein Regierungsvertreter sein, die Kugel wurde in deinem Sektor gefunden und Jarr ist ein Haupt-Angriffsziel.” erklärte Shinjiro. “Warum nicht du?” fragte Jarred müde nach. “Ich bin kein Diplomat, in dieser Konstellation geht die Politik vor.” stellte Shinjiro die Lage klar dar. Darauf brummte Jarred ein: „Mhm!“ und schloss wieder seine Augen. Shinjiro beobachtete die Reaktion seines Freundes, der nicht mehr aufnahmefähig war, stand auf und ging in den hinteren Teil des Raumgleiters, wo seine Familie saß. 


Saber hatte Sincia wieder beruhigen können, sie schlief bjetzt tief und fest, er wollte sich noch etwas frisch machen. Gestern hatte er seine Tochter gar nicht gesehen, das schlechte Gewissen hatte schon den ganzen Tag an ihm genagt. Das würde sich in Zukunft nicht ändern, es wird Tage geben, oder Wochen, an denen er seine Familie nicht sehen würde. Die Theorie darüber in seinem Kopf war klar, jedoch fühlte sich die Praxis überhaupt nicht gut an. Wahrscheinlich würde man sich daran gewöhnen. Er war dem Neuen Grenzland verpflichtet und Sincia wusste das, doch seiner Frau ging es gerade nicht gut, wer würde da sein, wenn seine Mutter in naher Zukunft wieder abreisen würde? Er hoffte auf das Band der Frauen, die sich in der Abwesenheit gemeinsam unterstützen würden. 

Lorenz zeigte Colt das Haus und vor allem den Schutzraum: “Er müsste nur mit Vorräten aufgefüllt werden!” Mit dem Satz beendete Lorenz seine Besichtigungstour. “So ein Ding gab es sogar letztens im Ferienhaus!” sprach Colt. “Ja, nach dem ersten Outriderkrieg sind diese Pflicht im königreich Jarr!” erklärte der Captain. Colt nickte, Jarr hatte danach wirklich die besten Sicherheitsvorkehrungen in Sachen Bevölkerungsschutz aufgestellt. Das war dem Cowboy schon so manches Mal aufgefallen. “Danke Captain Lorenz!” kam es von Colt, der aschblonde Pilot grinste: “Nicht dafür, außerdem haben sie hier zufällig nette Nachbarn!” und Lorenz verließ den Raum, Colt folgte dem Deutschen. “Nette Nachbarn sind wichtig.” antwortete Colt und sah sich um. Lorenz lachte und öffnete eine Tür, das Zimmer dahinter war wohl Lorenz Büro. “Es ist Hikari!” erklärte er kurz. Der Lockenkopf zuckte mit seinen Schultern: “Geschichten über den Gartenzaun, werde ich nicht austauschen.” Lorenz grinste: “Erzählen Sie mir, was es Ihnen so schwer mit Hikari macht!” forderte Lorenz jetzt den Cowboy auf und bot ihm einen Platz an. 

Er selbst räumte Sachen zusammen, die er auf dem Stützpunkt benötigen würde. Colt, presste seine Lippen aufeinander und verzog diese ein wenig. “Ich werde seit der ersten Begegnung nicht warm mit ihm, oder besser, mit seiner Art, aber das läuft beides zusammen.” Lorenz setzte sich. “Er hat sie, seitdem er wieder da ist, zweimal befördert!” stellte Lorenz das Offensichtliche in den Raum. “Nachdem ich das Gesuch gestellt hatte!” kam es von Colt. Der Captain nickte: “Das hätte er nicht annehmen müssen.” erklärte Lorenz. Colt lehnte sich zurück und beobachtete das Verhalten seines Gegenübers. “Warum sprach ihn der Captain genau jetzt auf dieses Thema an?” fragte sich der Cowboy. “Und First Lieutenant bin ich auf das Bitten von Major Lancelot geworden!” Nun war es Lorenz, der sich zurücklehnte und den Cowboy musterte. “Mr. Wilcox, sie glauben wirklich, dass man den First Lieutenant Status erwirbt, wenn jemand darum bittet? Sie sind jetzt in der Laufbahngruppe der Offiziere. Der Dienstgrad First Lieutenant kann in der Regel frühestens zwei Jahre nach der Ernennung zum Second Lieutenant gegeben werden. Sie haben das in drei Monaten geschafft und Captain

“Mr. Wilcox, reden Sie mit Hikari! Er mag es, wenn man das tut.” riet ihm Lorenz und packte seinen Laptob ein. “Sie sind kein Angestellter, oder irgendein  Arbeitnehmer in einem Job. Sie sind kein Zivilist, das muss ihnen bewusst werden.” Colt hörte zu und dachte über die Worte nach. “Hm!” lehnte er sich nach einigen Augenblicken zurück, er musste das Gesagte erst einmal sacken lassen.


Shinjiro lehnte ruhig an der Glasabtrennung und betrachtete Hitomi beim Schlafen. Das gedämpfte Licht des Gleiters fiel weich auf ihr Gesicht, während das gleichmäßige Summen der Triebwerke die Stille der Kabine erfüllte. Nach einer Weile löste er seinen Blick von ihr und sah sich im Gleiter um. Am Ende der Kabine stand sein Sohn vor einem der Fenster und blickte schweigend hinaus ins Dunkel des Alls. Für einen Moment beobachtete Shinjiro ihn einfach nur. Dann stieß er sich langsam von der Glaswand ab und ging leise zu seinem Sohn hinüber.

“Wonach hältst du Ausschau?” riss ihn eine Stimme aus seinen Gedanken. Fireball löste sich vom Anblick der Erde, die immer kleiner wurde. “Ach, nach gar nichts.” antwortete er seinem Vater, der sich neben ihm an ein Fenster lehnte. “Mach das nicht, freu dich lieber auf das Wiedersehen.” sagte er. Fireball sah auf: “Du hast leicht reden, Mutter ist an Bord.” Shinjiro lächelte darauf etwas und musterte seinen Sohn neben sich. “Es war ihre Entscheidung.” war seine klare Antwort darauf. Fireball nickte. Shinjiro sah ebenfalls kurz nach draußen, die Erde war kaum noch zu sehen. “Also hast du dich in all den Jahren nach dem Wiedersehen ausgerichtet?” fragte Fireball nach. Shinjiro lehnte sich wieder an: “Nein, aber die Trauer des Abschieds wirft dunkle Schatten auf das Wiedersehen.” 

Fireball wandte seinen Blick vom Fenster ab, jetzt gäbe es für zwei Stunden nur noch das tiefschwarze All um sie. An Bord war es ruhig, die meisten schliefen, das Licht war blau gedimmt. “Hä, wie meinst du das?” wollte er wissen und lehnte sich neben seinen Vater an die Wand. “Sei dankbar, dass es da jemanden gibt, der auf dich wartet und sich auf dich freut.” begann sein Vater. “Also ich soll mich lieber freuen, dass ich Aaiko wahrscheinlich wochenlang nicht sehe?” und er schaute seinen Vater neben sich an. “Natürlich nicht!” und Shinjiro stieß seinen Sohn leicht gegen dessen Stirn. “Wichtig ist, wie wir uns verabschieden, es ist für beide Seiten schwer, aber die Art und Weise eines Abschieds, bestimmt, wie wir den anderen in Erinnerung behalten.” Fireball verstand und grinste. Shinjiro beobachtete die Reaktion seines Sohnes: “Ja, das auch!” und er grinste darauf auch leicht und erzählte weiter: “Das letzte Wort, der letzte Blick entscheidet, ob es einem schwer oder leichter fällt!”  Auch ich habe damals zurückgeblickt und bin mit dem schönsten Bild in meinem Kopf gefahren.” erinnerte sich Shinjiro. 

Fireball verstand, worauf sein Vater hinaus wollte, statt Trübsal zu blasen und sich zu bemitleiden, dass er seine Freundin jetzt nicht um sich hatte, sollte er sich freuen, dass er sie wiedersehen würde. “Was war das für ein Bild?” fragte er neugierig nach. Shinjiro sah seinen Sohn neben sich an und rief das Bild in seinen Erinnerungen ab und musste grinsen: „Ich saß im Taxi und drehte mich noch einmal um, das habe ich davor nie getan und deine Mutter wusste das.” Fireballs Augen schweiften durch die Kabine und sein Blick ruhte einige Sekunden auf seiner schlafenden Mutter. Er sah wieder zu seinem Vater, der wartete, bis er wieder zuhörte: “Ich hatte damit gerechnet, dass sie schon im Haus verschwunden war, doch sie stand noch auf der Straße.” Shinjiro sah seinem Sohn in die Augen: “Mit dir aufm Arm, sie lächelte und winkte, du wohl auch, aber es sah so aus.” Er machte die Bewegung mit seiner Hand nach und musste leise lachen. Fireball grinste, ihm gefiel diese Geschichte, das hatte ihm noch nie jemand erzählt, er hatte seinen Vater tatsächlich verabschiedet, ihn sogar nachgewunken, obwohl er es nicht mehr wusste, er so klein war. Er hatte tatsächlich einen richtigen Abschied von ihm gehabt! Und somit hatte sein Vater 16 Jahre lang von ihm ein Bild in seinen Erinnerungen, mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen. 

Vor seinem inneren Auge erschien Aaiko, die ihn anlächelte. “Also wie ein Foto.” stellte Fireball fest. Shinjiro nickte: “Ja, es war das Letzte, was ich sah, als alles um mich herum explodierte und das Erste, was ich sah, als ich aufwachte und das einzige, was ich von euch beiden hatte, als ich an euch dachte und womit ich zurückkam!” – “Ich verstehe!” nickte Fireball. “Das meine ich mit dankbar, ein trauriges, trauerndes Abschiedsbild, stärkt dich nicht und sie auch nicht, aber das, sowas bleibt für immer!” und Shinjiro zeigte auf seine Stirn, dieses Bild hatte sich in ihn eingebrannt. “Ich versuche es” nickte Fireball. Shinjiro grinste: “Gut!” und er stellte sich jetzt mit verschränkten Armen vor seinen Sohn: “Sie hat also, ja gesagt!” und wollte jetzt alles wissen. “Ja!” grinste Fireball.

Jarr – Wartungshangar #2

Saber war in Ramrods Hangar angekommen, April hatte ihm geschrieben, dass sie vor Ort war. Um den Friedeswächter waren Kräne und Hebebühnen aufgebaut, es wurde von allen Seiten an dem Kampfschiff gearbeitet. Saber würdigte jeden Mechaniker mit einem dankbaren Blick, auch sie hatten sich selbstlos bereit erklärt, die Nacht durchzuziehen, um Ramrod so schnell wie möglich und vor allem sicher wieder startklar und einsatzbereit zu bekommen. An diesen Menschen hing im All zu einem sehr großen Teil ihr Leben! Er betrat die Brücke, auch dort waren alle Systeme bereits hochgefahren, überall blinkte und piepste es. 

“Saber!” April begrüßte den Schotten mit einer Umarmung. “Danke für deine gute Arbeit!” sagte er. April nickte: “Ja, aber was hat das alles zu bedeuten?” wollte sie wissen. “Ich werde euch alle zusammen aufklären!” war Sabers Antwort. April verstand. “Machen wir uns an die Arbeit!” sagte er, während er sich in seine Satteleinheit setzte. “Das System läuft, ich bin dabei die Challenge Phase zu koordinieren, an sich ist sie einsatzfähig, das letzte Wort haben allerdings die Techniker!” gab April ihm einen Bericht. Daraufhin betraten zwei Ingenieure die Brücke, Saber sah auf.


Colt erreichte mit Lorenz den Militär-Raumhafen, das Offizierskasino war voller Kadetten und Offiziere. Es war bereits halb zwei morgens. Colt ging Richtung Hangar, um zu sehen, wie es um den großen Cowboy stand. Er lief über das nächtliche Rollfeld, in der Ferne landete ein weiteres Schiff. Er hielt seinen Kommunikator in der Hand. Jetzt hatte er endlich auch mal Zeit, seine privaten Nachrichten zu lesen. Sein Hombre hatte ihm schon vor Stunden ein Bild geschickt, auf dem nur Fireballs und Aaikos Hand zu sehen waren, im Hintergrund erkannte der Cowboy den Fuji. Aaikos Finger schmückte ein Ring. Colt grinste über beide Ohren, “Na geht doch!” murmelte er und trat in den Tag hellen, lauten Hangar. 

Als er die Brücke betrat, fand er zu seiner Überraschung Saber und April vor, sie begrüßten sich. Colt freute sich, April wiederzusehen und es beruhigte ihn auch ein wenig. “Nun sind wir ja fast vollzählig!” kommentierte die Blondine das nahezu spontane Teamtreffen. Der Cowboy sah sich um, so wie es aussah, hatten sie alle denselben Gedanken gehabt, Ramrod musste fertig werden und sie alle wurden auf der Brücke gebraucht, schließlich kannten sie die Feinheiten, welche sie im Falle eines Kampfes benötigten, am besten. Er trat an seinen Feuerleitstand, an dem ein Notebook angeschlossen war, so wie es aussah, bekam er neue Raketen und Feuerkraft. Ein Flugingenieur setzte sich in die Piloten-Einheit und schloss auch dort ein neues System an. Es lief alles Hand in Hand, das beeindruckte den Cowboy immer wieder. “Ich hoffe, wir bekommen die Überstunden bezahlt!” Riss ihn jemand aus seinen Gedanken. Colt nickte stumm. “Wenn du eingeloggt bist, ja.” kommentierte Saber. Jetzt drehte sich Colt doch zu dem Gesagten und sein genervter Spruch zu diesem Satz löste sich blitzartig in Freude auf. Der Schotte und April begrüßten gerade den Neuankömmling, mit ihm hatten sie heute Nacht überhaupt nicht mehr gerechnet. 

“Deine Witze waren auch mal besser, Hombre!” und Colt nahm seinen besten Freund kurz in den Arm. “Ich passe mich nur meiner Umgebung an!” konterte Fireball. Daraufhin strubbelte der Cowboy den Japaner seine Haare durch, dessen neue Frisur lud förmlich dazu ein. “Hey, weißt du, wieviel Arbeit das war!” zog Fireball seinen Kopf weg. “Früher war es ihm egal, heute ist es Arbeit!” kommentierte er den Satz seines Freundes. Saber und April mussten bei dem Bild, was die beiden ihnen boten, lachen. Aber dem Lockenkopf gefiel das, was er sah. Schließlich ließ die neue Frisur etwas vom alten Fireball durchblitzen, nur wirkte es irgendwie ja reifer? Tja, so viele Möglichkeiten hatte Colt selbst nicht! Seine Lockenpracht, würde irgendwann aussehen wie die von „Slash von Guns N‘ Roses“, deren Klassiker Colt sehr gerne hörte. “Steht dir aber und wollte erneut danach greifen.” Fireball war schneller. “Hau ab, Kuhhirte!” und lief zum anderen Ende der Brücke. April rollte gespielt, genervt mit ihren Augen, das hatte sie vermisst und wollte es auch nie mehr missen. Saber sah den beiden nach und stellte sich vor Colt, um dem Treiben ein Ende zu setzen, obwohl auch er für diese kurze Einlage dankbar war, es gab allen gerade etwas Aufwind und frische Gedanken. 

“Seit wann bist du vor Ort?” wollte der Highlander von seinem Piloten wissen. Fireball sah sich um: “Wir sind vor 20 Minuten gelandet und der Hangar stand hell erleuchtet offen, eigentlich wollte ich nur schauen, wie es um Ramrod steht.” erklärte Fireball, als er an seine Teamgefährten wieder herantrat. “Wie wir alle!” kam es von Saber, der in die Runde schaute und jeden einzelnen musterte. April, die wieder angestrengt und vertieft auf ihr Tablet sah. Colt, der wieder zu seinem Feuerleitstand ging. Und nun auch der Pilot, der aus seinem Urlaub gerissen wurde und sich sein mobiles Steuermodul gerade einrichtete. Alle drei haben sich, ohne sein Zutun, dazu entschlossen nach Ramrod, umihn schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen. Es zeigte Saber nicht nur die Verbundenheit des Teams, sondern auch, dass sie die Mission, die sie noch nicht einmal kannten, erfolgreich zu Ende bringen wollten! Das ist wahrer Teamgeist und wieder einmal war sich der Schotte sicher, mit den dreien damals die richtige Wahl auf Alamo getroffen zu haben! 


© Echoes of the Frontier – www.echoesfrontier.de Folge uns auf Instagram & YouTube

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
Wie hat dir das Kapitel gefallen?
Bitte bewerte dieses Kapitel, Danke 💙
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Majhool
Majhool
1 Tag vor

I like the long chapters 🙂

especially the Hikari’s parts 😛

Zuletzt bearbeitet am 1 Tag vor von Majhool

Prev Post

Next Post

1
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.