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Absatz #1
Fireball packte noch einige Dinge zusammen, die er auf Yuma brauchen würde. In wenigen Stunden sollte Ramrod starten. Da drangen gedämpfte Stimmen durch seine halb geöffnete Tür.
“Shinji hat eine schriftliche Verwarnung bekommen?” hörte er seinen Großvater sagen und ging zum geöffneten Büro, schließlich ging es hier um ihn! Shinjiro saß an seinem Schreibtisch und nickte: “Der durchaus gerechtfertigt ist!” bestätigte er diese Entscheidung von Saber. “Es ist eine schriftliche, somit bleibt dieser für mindestens fünf Jahre in seiner Akte!” sagte der Großvater und legte etwas auf den Schreibtisch ab. “Sage es ihm!” Rede mit ihm, kam es darauf von Shinjiro und zeigte Richtung Tür.
Fireball sah nun in das fragende Gesicht seines Großvaters, der mit der Entscheidung von Richard hörbar und sichtlich nicht einverstanden war. Shinjiro drehte sich mit seinem Schreibtischstuhl seinen Sohn zu: “Zeig her!” forderte er seinen Sohn auf. “Er ist im System.” erwiderte Fireball. Shinjiro wandte sich seinem Computer zu, rief einige Programme auf und der Drucker im Büro sprang an. Shinjiro stand auf, nahm das Papier aus der Ablage, las es sich durch und unterschrieb es demonstrativ. “Wie gesagt, durchaus gerechtfertigt!” und drückte es Fireball in die Hand und verließ das Büro.
Der Großvater ließ nicht locker: “Das kann nicht dein Ernst sein, du hast gerade deinen Sohn diskreditiert!” und nahm, während er das sagte, seinem Enkel das Papier wieder ab. Fireball lief den beiden nach: “Großvater, es ist in Ordnung.” versuchte er, seinen Großvater zu beruhigen. Er war hier wohl gerade irgendwie zwischen die Fronten geraten. “Das hat er selbst getan.” sagte Shinjiro und blieb vor der Treppe stehen. “Du bist der First Grad, falls ich dich daran erinnern muss, du kannst es ablehnen.” und der Großvater hielt seinem Sohn das Papier entgegen.
Shinjiro nahm das Papier seinem Vater ab und hielt es in die Luft. “Würde ich mich zwischen dem befehlshabenden Offizier und seinem First Lieutenant stellen, würde ich Major Lancelots Entscheidung infrage stellen!” Der Großvater sah zu Fireball. “Es ist wirklich ok, ich habe mit Major Lancelot deswegen eine lange Unterhaltung gehabt! Außerdem bin ich nicht der einzige an Bord!” versuchte Fireball, die Diskussion zwischen seinem Vater und Großvater etwas zu entschärfen, und nahm seinem Vater das Papier wieder aus der Hand. Shinjiro machte eine Handbewegung Richtung Fireball und warf seinem Vater einen bestätigenden Blick zu. Und drehte sich wieder der Treppe zu, da stand Royu plötzlich grinsend vor ihm: “Na, schlechte Stimmung?” fragte dieser und Shinjiro rollte genervt mit seinen Augen.
“Shinji hat einen schriftlichen Verweis bekommen und er liefert ihn auch noch aus!” warf sein Vater wütend erklärend ein und hoffte Royu wenigstens auf seiner seite zu haben. Da grinste Royu seinem Neffen entgegen. Shinjiro warf ein: „Nein, sein Befehlshabender Offizier Major Lancelot hat es getan!” Da stellte sich der Großvater zwischen seine Söhne: “Und du hast diesem zugestimmt!”
Royu sah zu seinem Bruder. “Ja und das nächste Mal schreibe ich ihn auch gerne persönlich!” sagte Shinjiro und wollte sich an Royu vordrängeln und die Treppe hinuntergehen. Der Großvater ging seinem Sohn nach: “Das hat Auswirkung auf seine Laufbahn als Offizier!” erklärte der Großvater weiter. Shinjiro drehte sich auf der Treppe um: “Durchaus, aber noch ist er Unteroffizier!” kam es darauf von Shinjiro.
Royu nahm seinem Neffen das Papier aus der Hand und las sich den Verweis durch. “Das wird ihm zum Captain im Weg stehen.” versuchte es der Großvater erneut, seinen Sohn zu überzeugen. “Dann weiß er ja jetzt hoffentlich, wo sein Platz ist!” erwiderte Shinjiro darauf. “Du behinderst die Karriere deines Sohnes!” wurde der Großvater jetzt lauter. “Ich werde ihn genau wie alle anderen Unteroffiziere behandeln, die nicht wissen, unter welcher Struktur sie dienen!” stellte Shinjiro klar. Da schüttelte der Großvater unverständlich mit seinem Kopf. “Der Sohn des First Grad mit einer einsehbaren Verwarnung, was denkst du dir?” wollte der Großvater jetzt wissen. Shinjiro erreichte den Gang der unteren Etage hielt an und atmete einmal tief ein: “An diesem Tag haben vier Unteroffiziere die Befehlslinie unterbrochen, davon waren zwei auf Major Lancelots Schiff, genau wie Shinji bekommt auch First Lieutenant Wilcox einen, somit haben sie 5 Jahre, wenn es gut läuft 3 diesen löschen zu lassen und wenn ich mich um jeden Verweis im Oberkommando persönlich kümmern müsste, hätte ich nichts anderes mehr zu tun, dafür gibt es die Befehlshaber in den Einheiten!” erklärte er und ging weiter Richtung Wohnzimmer.
“Nein, du hast Lancelot erst darauf gebracht, vielleicht solltest du dessen Qualitäten prüfen, wenn direkt zwei Offiziere an Bord nicht seinen Anweisungen folgen.” sagte der ältere und folgte seinem Sohn nach. Fireball sah seinem Großvater fragend nach, “stellte dieser etwa gerade Saber infrage?” Shinjiro blieb erneut stehen: “Er ist jung, aber nicht unfähig!” und ging weiter. Sie erreichten das Wohnzimmer. “Im Rapport hast du Shinji als ersten zur Rede gestellt, vor seinen Vorgesetzten und Teamkollegen!” fuhr der Großvater weiter fort. “Dafür ist ein Rapport da und es war keiner! Und in dieser Konstellation bin ich sein Vorgesetzter! Also was soll das hier jetzt?” fragte er, doch alle schwiegen. Hitomi kam aus der Küche, “Was war hier los?”
Der Großvater verschränkte seine Arme vor der Brust: “Du hättest ihm die Tragweite seines Fehlverhaltens unter vier Augen erklären sollen.” Royu und Fireball kamen ebenfalls im Wohnzimmer an und beobachteten das Geschehen im Raum. “Erklären?” und er zeigte auf seinen Sohn: “Er ist ein First Lieutenant, da gibt es nichts mehr zu erklären.” führte es Shinjiro noch einmal genauer aus. “Er ist dein Sohn!” erwiderte der Großvater. Shinjiro nahm Royu das Papier aus der Hand und ging einen Schritt auf seinen Vater zu: “Im Dienst ist er in erster Linie Pilot eines Kampfschiffes und hier!” Er zeigte in den Raum: “Ist er mein Sohn und da hast du dich nicht einzumischen! Du bist es, der hier gerade Grenzen zwischen dienstlich und privat überschreitet.” sprach Shinjiro fest, er wollte diese Diskussion einfach nur beenden.

Fireball erschrak, “Wie redete sein Vater, mit Großvater?” Royu ging einen Schritt nach vorn. “Du handelst nicht wie ein Vater, dann würdest du ihn davor schützen!” wurde der Großvater lauter. “Ich habe 16 Jahre …” begann der ältere, doch Shinjiro unterbrach ihn etwas lauter: “Ja, genau wo warst du 16 Jahre?” fragte er. Und der ältere zeigte streng auf seinen Enkel: “Ich war ihm ein Vater!” Shinjiro sah zu seinem Sohn , schüttelte mit seinem Kopf und schaute wieder zu seinem Vater: “Von diesen 16 Jahren rede ich nicht!” sprach er ruhiger.
Hitomi ging langsam zu ihrem Mann. Fireball sah abwechselnd zu seinem Großvater und Vater und stellte sich neben seinen Großvater. “Du hast nicht das Recht, mir Vorwürfe zu machen!” sagte der Ältere. Royu stellte sich jetzt zwischen die beiden: “Können wir uns bitte kurz beruhigen?” fragte er ruhig und sah die beiden abwechselnd an. Shinjiro wandte sich ab. Fireball zog seine Augenbrauen zusammen, “Hier ging es doch gerade nicht mehr um die Verwarnung, oder?

Hitomi stellte sich neben Shinjiro und flüsterte ihm etwas zu. “Vater, belassen wir’s dabei!” sagte Royu, um seinen Vater zu beruhigen. Dieser schüttelte mit seinem Kopf: “Nein, ich will es jetzt hören!” forderte der Ältere stur seinen Sohn auf. Shinjiro drehte sich um.
“Es sind nur drei Tage und beim Umzug bist du live dabei, du sagst uns, wo wir alles hinstellen sollen.” Robin musste lachen: “Also koordiniere ich euch vom Sofa aus.” Colt grinste: “Ja, wie eine Königin, denn du brauchst Kraft für den Mini-Cowboy.” Robin nickte: “Ja, ich habe im Buch deiner Mutter gelesen, du wolltest nicht rauskommen.” erzählte sie ihm schmunzelt. Robin hatte in den letzten Tagen viel im Buch von Colts Mutter gelesen, vieles war liebevoll und humorvoll von ihr festgehalten worden. So hatte sie einen kleinen Einblick bekommen können, was so alles in der Zukunft auf sie zukommen könnte. Sie küsste ihn, am liebsten wollte sie ihn nicht gehen lassen, doch es musste erledigt werden. “Hast du die Liste?” fragte sie nochmal nach. Colt nickte: “Ja und einen Anhänger für Ramrod werde ich auch noch irgendwie organisieren.” scherzte er, als er nochmal einen Blick darauf warf.
April war dabei auf Ramrod, die Vorräte zu verstauen, das Catering brachte die Standardvorräte und kleinere Extras, welche die einzelnen Teammitglieder zusätzlich bestellt hatten. Es war einfach immer wieder erstaunlich, wie viel an Bord genommen werden musste. Jarr hatte eine tolle Auswahl an Essen, nicht besser oder schlechter als das Oberkommando, halt einfach anders toll. “Oh lecker Schokoladeneis.” sagte sie freudig und packte die Schachtel in den Tiefkühler und sah sich um. “Fertig! Na toll, Frau an Bord hat mal wieder alles gemacht und die Herren bräuchten nur noch einzumarschieren. Aber so war es heute nun einmal, sie hatte den frühen Wachdienst abbekommen. Und setzte sich wieder an ihren Laptop, das Thema Schaltkreissicherung ging ihr nach wie vor nicht aus ihrem hübschen Kopf.
Shinjiro zeigte auf seinen Vater. “Du … Bist nur noch hier, weil er da ist!” und zeigte jetzt auf Fireball. Fireball zog erschrocken und gleichzeitig fragend seine Augenbrauen zusammen: “Was, was soll das hier? Und was habe ich mit eurem Streit zu tun?” fragte er darauf gereizt von dem, was er seit den letzten Minuten mitbekommen hatte. Royu zeigte seinem Neffen an, sich rauszuhalten, doch es war zu spät. “Wie redest du mit Großvater? Er war da, als du nicht da warst!” wurde jetzt Fireball lauter. Shinjiro sah zu seinem Sohn. “Du weißt überhaupt nicht, was es heißt, ein Vater zu sein!” kam es vorwurfsvoll von Fireball, als sich in ihm die angespannte Atmosphäre in ihm ausbreitete. Und der ließ seinem Schmerz freien Lauf und 16 Jahre, wo er sich gewünscht hätte, einen Vater gehabt zu haben. Und nicht immer nur Royu oder Großvater, wo er sich immer fühlte wie ein Anhängsel. All das entlud sich jetzt auf seinen Vater. “Shinji!” rief seine Mutter. “Nein, lasst mich alle in Ruhe und meine Verwarnung geht euch überhaupt nichts an, Richard ist mein Vorgesetzter!” und riss seinem Vater das Papier aus der Hand und verließ wütend das Wohnzimmer, um seine Sachen zu holen. Schließlich musste er Ramrod startklar machen. “Shinji…”, Hitomi ging ihm schnell nach.
Shinjiro blickte seinem Sohn und seiner Frau nach und wandte sich an seinen Bruder: “Und du bringst ihn zurück.” sagte Shinjiro zu Royu und zeigte auf ihren Vater. “Was bist du verrückt, ich habe vorhin mit Mutter telefoniert, sie fliegt morgen nach Hawaii.” Shinjiro rollte mit seinen Augen: “Dann bring ihn nach Hawaii, er braucht eh Ruhe!” und ging nun auch in den ersten Stock. Royu atmete tief ein und sah zu seinem Vater: “Du brauchst Ruhe!”, wiederholte er.” Der Ältere schüttelte mit seinem Kopf: “Ich bleibe!” beschloss er und ging nach draußen. Royu sah sich um: “Juhuu!” kam es leise von ihm und ging in die Küche, er brauchte einen starken Kaffee.
Saber hatte sich bei Sincia und Sara verabschiedet, es zerriss ihm das Herz, die beiden wieder allein zu lassen, daran gewöhnen würde er sich so schnell bestimmt nicht, eher hatte er das Gefühl, dass es von Mal zu Mal schlimmer wurde.
Er koordinierte die Truppenverbände mit Captain Lorenz, welche sich vor Ort auf Yuma befanden, somit hatte Saber einen Überblick im Falle eines Angriffes. “Geht es ihnen nicht gut, Richard?“ fragte Lorenz, denn der Schotte kam ihm heute unkonzentriert vor. Saber atmete tief ein: “Es wird schon wieder, es ist nur der schnelle Abschied, daran müssen sich meine Frau und ich erst noch gewöhnen!” erklärte er. Lorenz nickte: “Ja, es ist etwas anderes, wenn ein Kind da ist!” sagte der Captain, der die Aussage des jungen Majors verstand. Saber sah vom Tablet auf und nickte. “Und reden sie mit ihrem Team, sie können und müssen in ihrer Situation sogar Arbeit abgeben, sie tragen Verantwortung für acht Menschen und müssen im Falle eines Einsatzes 100 Prozent geben. Sie haben einen Lieutenant in der Captains Ausbildung, für die Praxis sind sie zuständig, Major!” erinnerte ihn Lorenz.
“Shinji beruhige dich, lass uns jetzt nicht so voneinander verabschieden!” redete Hitomi auf ihren Sohn ein. Fireball nahm seine Tasche: “Ich brauche aber Abstand!” sagte er und verließ das Zimmer. “Von ihm!” fügte er noch mit an, als er sich an seinem Vater vorbei drängte und die Treppen hinunter rannte. Shinjiro lehnte sich gegen den Türrahmen und sah Hitomi an und atmeten tief ein und aus.
Fireball verließ das Haus, er würde die wenigen Kilometer zum Militärraumhafen laufen, er hoffte, dass sein Kopf mit der Bewegung freier wurde. Er war gerade einfach nur wütend auf alles und jeden und so konnte er nicht gleich losfliegen. Zum ersten Mal hatte er einen Streit miterlebt, in dem es viele unausgesprochene Worte gegeben hatte. Wie konnte sein Vater nur so mit Großvater reden, sein Großvater war der Mann gewesen, der immer für ihn da war und auch noch ist. Er hatte sich Luft gemacht, seinem Vater Dinge gesagt, von denen er dachte, dass sie nicht mehr in ihm waren. Aber das waren sie, das Gefühl von ihm verlassen worden zu sein stellte sich gerade wieder ein. “Dieser Idiot!” fluchte er vor sich, er fand gerade keinen passenden Ausdruck.

Colt erreichte Ramrod und warf seine Tasche in den Gang, diese schlitterte überden glänzenden Fußboden und kam zielgenau vor seinem Quartier zum Stehen. Zufrieden ging er erst einmal auf die Brücke. “Keiner da!” stellte er fest, sollte er tatsächlich mal nicht der letzte sein? Grinste er und ließ seine Systeme hochfahren und beschloss, im Hangar von Ramrod auf die anderen zu warten. Im Gang kam ihm auch schon Saber vollbeladen entgegen, wie lange hatte er vor, an Bord zu bleiben? Fragte sich, als er das Gepäck des Schotten sah. “Hallo Boss, bist du auf der Flucht?” konnte es sich der Cowboy nicht verkneifen. Saber grinste: “Ich möchte bei der Gelegenheit einige Sachen tauschen, ich habe das Gefühl ständig dasselbe zu tragen.” erklärte der Schotte.
Da kam Fireball an Bord, als sie sich gerade aufmachen wollten, in ihre Quartiere zu gehen. “Hey-ho Hombre, na startklar?” fragte der Colt erfreut. “Ja, nur weg hier!” grummelte es aus Fireball, als er an Saber und Colt vorbeilief. Die beiden sahen sich an: “Okay, das gibt heute einen Blitzstart, gut, dass ich nicht so viel gegessen habe!” Beide lachten und würden ihren schlecht gelaunten Piloten erst einmal in Ruhe lassen.
Und tatsächlich, der Start verlief, wie Colt es vorhergesagt hatte, sein Hombre hatte seinem Spitznamen mal wieder alle Ehre gemacht. Saber schwieg zu dem Thema, anscheinend wollte Shinji wirklich so schnell wie möglich einfach nur weg. Und auf dem Militärgelände im Offizierskasino hatte man einen tollen High Speed Start, der von Ramrod beobachten können. So kam hier gerade jeder auf seine Kosten. Nickte Colt den ersten Teil der Reise ab.
April bereitete alles für Yuma vor, Ramrods Legierung sollte überprüft werden, das würde ein Tag dauern. Fireball programmierte, nachdem sie den Orbit und die Umlaufbahn von Jarr verlassen hatten, den Autopiloten und verließ die Brücke. Saber sah auf, nachdem sein Pilot die Brücke verlassen hatte. Und blickte zum Cowboy, dieser zuckte nur mit seinen Schultern. “Da hängt wohl was schief bei ihm.” kommentierte April, die ihr Modul den Jungs zugewandt hatte. “Nicht nur was, sondern einiges.” kam es von Colt.
Colt stand auf und setzte seinen Hut auf. “Ja, ja, ich gehe ja schon, sagt Robin, dass ich sie liebe. Und ich ihren Lieblingsteller aus Versehen kaputt gemacht habe, falls ich nicht mehr wiederkomme!“ kommentierte er und ging seinem Hombre nach. Saber schüttelte grinsend mit seinem Kopf. Doch bevor Colt die Brücke ganz verließ, wandte er sich noch an April: “Nur wenn ich nicht wiederkomme!“ wiederholte er und war verschwunden. “Was zählt unter nicht wieder kommen?” fragte April, Saber musste grinsen.
Absatz #2
Am Nachmittag saßen König Jarred, Prinz Roland, Captain Hikari und der Bürgermeister von Jarr nach der Begrüßung der englischen Delegation zusammen und besprachen das nächste Vorgehen. Die Angriffe würden sich jetzt steigern, dessen waren sich alle sicher.
Die Outrider würden sich jetzt erst recht nicht zurückziehen, brachte General Walsh, der Befehlshaber der Truppen aus England, wertvolle Informationen aus Yuma über das Truppenverhalten der Outtrider mit. “Ja, der Rückzug in den neu angelegten Sektor C weist darauf hin, dass es dort vermehrte Outrider Aktivitäten gibt.” beendete Walsh seinen Bericht. “Wir können Beobachtungsschiffe dorthin verlegen!” schlug Lorenz vor. Walsh nickte. König Jarred sah sich den neuen Sektor C genauer an, der ganze drei kleine bewohnbare Planeten aufwies, sowie Asteroidenfelder mit wertvollen Mineralien, was es dort noch für weitere Schätze gab, wurde bis vor wenigen Wochen von einigen Forschern untersucht, doch seit der Einschränkung der Flüge, war es kaum noch möglich, die zu erforschenden Planeten mit ausreichend Equipment zu versorgen. Somit wurden alle wissenschaftlichen Teams von dort bis auf unbestimmte Zeit abgezogen. Eine Besiedlung war nicht vorgesehen. “Nein, keine Beobachtungsschiffe!” warf Captain Hikari in die Unterhaltung ein, der immer wieder verschiedenen Bereiche auf der Karte von Sektor C heranzoomte. “Wir können das Gebiet nicht sich selbst überlassen!” sagte Lorenz. “Das werden wir auch nicht!” antwortete der Japaner und ließ von den Karten ab und stand auf.
Ramrod landete am späten Nachmittag auf Yuma. Colt hatte es zwar nicht mehr geschafft, mit Fireball zu sprechen, hatte ihn aber überzeugen können, mit ihm zu kommen, um dort in Ruhe unter vier Augen zu reden. Saber begab sich gleich nach Hause, um nach dem Rechten zu sehen und mit Sincia zu telefonieren. April hatte vor Daniel, Yuma-City zu zeigen.
Colt und Fireball machten als Erstes einen Abstecher zur Wilcox Farm, die sich außerhalb der Stadt befand und trotz der ländlichen Gegend, war man im Falle eines Einsatzes schnell im Oberkommando. Colt konnte seinen Blick nicht von dem zweistöckigen, in amerikanischen Landhausstil gebauten Haus abwenden, das auf einer Lichtung stand und in der Sommer Abendsonne einen warmen Schatten warf. Es war umgeben von Apfelbäumen und mittig davor lag ein kleiner See und die Trauerweide, unter der er seiner Robin sein Ja-Wort für immer gegeben hatte.
Er konnte es nicht fassen, es war tatsächlich das Haus für seine Familie, so wie er es sich immer vorgestellt hatte. Ein Traum ist hier gerade Wirklichkeit geworden. Beide schwiegen und ließen die Atmosphäre auf sich wirken. Langsam liefen sie auf das Haus zu, zu dem ein noch recht steiniger Weg führte, das würde sich in den nächsten Wochen auch noch ändern. Sie betraten die zwei Stufen zur Veranda, die mit einem weißen Holzgeländer die ganze Vorderfront, auch Poch genannt umsäumte. “Dort kommt mein Schaukelstuhl hin!” zeigte Colt eine gemütliche Ecke im Halbschatten an. Fireball musste grinsen. Er war beeindruckt, an seinem Freund war wohl ein Architekt verloren gegangen. Der Cowboy öffnete zum ersten Mal seine Haustür. Und sie standen in einem kleinen Flur, in dem direkt ein Bad und ein Gästezimmer abging. Der in L-Form angelegte Eingangsbereich führte geradezu in die große, lichtdurchflutete Landhausküche mit Breakfast Area, aus dieser konnte man den Pferdestall, einen Teil der Koppel und die Apfelbaumplantage sehen. Die Hühner pickten vor dem Fenster und das Chef-Huhn Henriette sah sich um. Der angrenzende Wohnraum mit Kamin war geräumig und nahm fast die ganze untere Etage ein.
“Hier vor dem großen Fenster wird der Esstisch stehen!” aus dem man die gesamte Auffahrt und die große Trauerweide sehen konnte. Zeigte der Cowboy seinen Freund an, in Colts Kopf war alles schon fertig. Es befanden sich noch weitere Zimmer im Untergeschoss, wie ein Arbeitszimmer für Robin auch Colt bekam, ein Büro, da musste Fireball etwas schmunzeln, er konnte sich seinen Freund, auch wenn er sich noch so viel Mühe gab, nicht in einem Büro vorstellen, denn Colt vor einem Notebook war schon ein befremdlicher Anblick, da sprengte so ein Büro gerade vollkommen seine Vorstellungskraft.
Darauf folgte ein Wirtschaftsraum mit Waschmaschine, Trockner und was man sonst noch so benötigte, um das Heim sauber und am Laufen zu halten. Ein Bad und ein weiteres Gästezimmer befanden sich neben der Treppe. Fireball sah sich um: “Von wo stammt der Grundriss?” fragte er den Cowboy, der bereits die Treppe nach oben ging. “Aus meinem Kopf.” sagte Colt und sah sich um. Fireball sah seinem besten Freund skeptisch nach. Colt grinste: “Also zu 50 Prozent ist es mein Elternhaus, das hier zweimal hineinpassen würde, aber die kleinen Extras haben meine Holde und ich dazu getan.” fügte Colt mit an und ging weiter.
Im Obergeschoss war der private Bereich der hoffentlich schnell wachsenden Familie Wilcox, darunter war das großzügige, lichtdurchflutete Schlafzimmer mit eigenem Bad und Ankleidezimmer. Die weiteren kleineren Räume ließen Platz für Spekulationen offen. Fireball grinste vor sich hin. “Joshua sollte sich hier wirklich schnell ein Zimmer sichern.” beendete er seine Gedanken: “Was planst du hier, eine Footballmannschaft?” fragte er, als er vor dem letzten Zimmer stand, das er begutachtet hatte. Colt, der vor dem Fenster im Flur stand, aus dem man am Horizont die Hochhäuser von Yuma-City sehen konnte, grinste breit: “Besser ein Zimmer zu viel, als zu wenig!” antwortete er breit grinsend.
“Aber, wie findest du es?” wollte Colt jetzt wissen. Fireball sah sich kurz noch einmal um und nickte: “Es ist der Hammer, anscheinend sind unter deinem Hut doch nicht nur Locken.” stichelte er. “Eure Wohnung passt hier viermal rein.” beendete der Japaner, seinen Eindruck. Colt freute sich und würde jetzt noch Robin via Hypercom durch das Haus führen.
Fireball verließ, während Robin ihre private Führung bekam, das Farmhaus und ging zur nahegelegenen Apfelplantage, pflückte sich einen und biss einmal kräftig hinein, er hatte Hunger und das war hier gerade griffbereit und in Massen vorhanden. “Lecker!” kommentierte er den saftig, nicht allzu süßen kugelrunden Apfel. Er schickte seiner Mutter eine Nachricht, dass er auf Yuma gelandet war, das tat er immer, es war eine Abmachung zwischen ihnen, seitdem er mit Ramrod das erste Mal abgehoben war. Das behielt er bei, seine Mutter sollte sich seinetwegen keine Sorgen machen. Danach telefonierte er mit Aaiko, um auch ihr mitzuteilen, dass er sich jetzt auf Yuma befand, aber eigentlich wollte er nur ihre Stimme hören. Der Morgen steckte ihm noch in seinen Knochen. Und Aaiko machte dieses Gefühl gerade weg, sie zeigte ihm ihre neuen Bilder. Immer wieder ploppten Gedanken auf, “Ob er nicht doch überreagiert haben könnte?” doch diese erstickten gleich wieder im Keim seiner Wut.
“Hey können wir, ich habe Kohldampf, das kannst du dir nicht vorstellen, kannst du dir nicht!” Fireball drehte sich grinsend zu seinem Freund: „Gut, Kuhhirte, was schwebt dir vor? Aber nicht wieder Cheeseburger, davon bin ich noch eine ganze Weile geheilt…” Colt lachte und beide verließen die Farm.
Dr. Peeks schickte eine skizzierte Karte des Gebiets von der anderen Seite des Universums. „Nach unseren Scans handelt es sich um ein kleines Sternensystem von drei bis vier Planeten, drei Sonnen und fünf Monden. Zudem haben wir mehrere kleinere Objekte erfasst, bei denen es sich vermutlich um Satellitenstationen handelt. Weitere Planeten sind nicht auszuschließen, welche davon bewohnt sind, konnten unsere Systeme nicht ausmachen.” führte der Wissenschaftler aus und zeigte es auf der Karte an. “Und wir gehen davon aus, dass dieser der Planet ist, von dem mit uns kommuniziert wurde.” beendete Peeks seinen Einblick in eine fremde Galaxie.
Saber kam in seinem Haus an, was ihm im ersten Moment fremd erschien, das legte sich jedoch gleich, als er im Wohnzimmer stand, das Sincia liebevoll eingerichtet hatte. Auch ihr erstes Foto direkt nach dem Einzug stand im Regal, auf dem sich bereits eine Staubschicht gelegt hatte, er betrachtete seine Frau auf dem Bild, so strahlend hatte er sie schon lange nicht mehr gesehen, sie musste gerade viel durchmachen, an Sorge, Ängsten und Ungewissheiten, sie hatte Heimweh, das wusste er, hier würden Sara und Sincia in wenigen Wochen die nötige Ruhe finden, da war sich der Schotte sicher! Er ging in das Kinderzimmer, er hatte es nicht mehr geschafft, alles aufzubauen, vielleicht hatte er in den nächsten Tagen auch noch Zeit dafür! Jetzt wollte er nur noch duschen und sich auf das Sofa legen, morgen hieß es buckeln.

Colt und Fireball hatten sich Essen bestellt, was in der nächsten Stunde auch geliefert werden würde. Sie begannen schon einmal damit, die Schränke auszuräumen und in Kisten zu verpacken. “Hier, das ist der Grundriss der Farm in Texas.” Und Colt reichte Fireball einen Ordner, in dem alle Unterlagen der Farm seiner Eltern waren. Fireball blätterte durch die Unterlagen: “Ihr habt lediglich Quadratmeter dazugenommen und das Obergeschoss ausgebaut.” kommentierte er nach wenigen Augenblicken. Colt nickte und faltete einen neuen Karton. Die Nebengebäude waren auf der neuen Wilcox Farm etwas versetzt gebaut worden. “Was habt ihr mit der Apfelplantage vor?” wollte Fireball jetzt wissen. “Tja, viele Ideen, aber noch keinen Plan!” war Colts schnelle Antwort und verließ das Wohnzimmer, um etwas zu trinken zu holen.
Fireball zuckte mit seinen Schultern und legte den Ordner in den Karton, auf dem Farm stand. Colt kam zurück ins Wohnzimmer und stellte Cola auf den Tisch. “Aber jetzt erzähl, was ist los!” fragte der Cowboy direkt und öffnete sich eine Dose. Fireball sah auf und Colt grinsend an. “Hat dir Robin nicht das Zuckerzeug verboten?” Colt sah auf und nickte: “Ja, das ist mein Restbestand und viel zu schade zum Wegwerfen!” war Colts Antwort und fragte sich gleich, woher Saber und Fireball das überhaupt wussten, hatte seine Robin etwa?” Fireball nahm sich darauf auch eine: “Dann opfere ich mich und helfe dir, die Restbestände zu vernichten!” Colt hob seine Dose: “Du bist ein wahrer Freund”
April und Daniel haben den Abend in Yuma-City verbracht und zum Abschluss waren sie noch essen gewesen. Sie verließen gerade das Restaurant, in Nähe des Oberkommandos. Daniel gefiel Yuma vor allem, weil April ihm die Stadt, in der sie aufgewachsen war, zeigte. “Wahnsinn wie sich Yuma entwickelt hatte, Yuma war die zweite Kolonie im All gewesen, mit der Gründung des neuen Grenzlandes, wurde das Oberkommando wenige Jahre später ins Leben gerufen. Um die Siedler zu unterstützen, wo es nur ging. Erst später entwickelten sich daraus die ersten Streitkräfte, die Starsheriffs genannt wurden und so auch heute noch heißen. Yuma gewann schnell an Popularität, nicht nur, weil dieser Planet der Erde am nächsten kam, auch weil von hier aus alles im neuen Grenzland gesteuert wurde. Von Yuma aus erreichte man alle besiedelten Planeten, Landflächen werden gekauft und verkauft und gehandelt, es war damals das reinste Bürokraten-Paradies gewesen. So entschied man sich gegen Alamo, der der erste besiedelte Planet im All gewesen war.
Heute hat Alamo eine neutrale Position, der Planet ist geografisch gesehen die Mitte des derzeitigen Neuen Grenzland. Der Hauptsitz des Kavallerie Oberkommandos wurde Yuma. So entwickelten sich auf Yuma mehrere Siedlungen, die bis heute das Bild der Mega City prägen. Auch wenn die große Aufbruchstimmung vorbei war, denn es gab keine finanziellen Anreize mehr, wie günstige Grundstückspreise und so weiter, um die Menschen ins Neue Grenzland zu locken. Doch es kommen trotzdem immer wieder neue Menschen von der Erde, um sich im Neuen Grenzland niederzulassen, um ihr Glück zu finden.
Die Menschen waren auch hier stets bemüht, das Beste aus ihrem Leben zu machen, die einen mehr, die anderen weniger. Natürlich gab es auch Gestrandete, die Vororte im Norden von Yuma City hatten keinen guten Ruf. Aber auch dort versuchte man den Menschen zu helfen. Im Ballungszentrum der Mega City sitzen die Finanz- und Wirtschaftsunternehmen des Neuen Grenzland und so manch einer wurde hier mit einer Idee tatsächlich vom Tellerwäscher zum Millionär. Es ging und floss alles von Yuma aus. Das Grenzland ist vollkommen unabhängig von der Erde, sowie das Königreich Jarr.
“Es ist eine sehr schöne Stadt und danke für die geschichtliche Führung!” begann Daniel, er hatte zwar das Standardwissen aus der Schule, doch April erzählte alles so lebhaft, dass er es noch mehr verinnerlicht hatte, was er hier gerade mit seiner Einheit vor Ort tat und um was es ging.
“Also war dein Großvater mit dem Verwarnung nicht einverstanden?” fragte Colt nach, als er sich ein neues Stück seiner Tex-Mex Pizza nahm. “Er ist es immer noch nicht, ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich hinter Richards Entscheidung stehe. Doch er wollte davon nichts hören, er sagte immer wieder zu meinem Vater, dass er die Verwarnung ablehnen soll, der mir spätestens beim Captain im Weg stehen würde usw. Doch mein Vater ließ sich darauf nicht ein, das nächste Mal schreibt er den sie auch noch persönlich, war seine Antwort darauf. Aber irgendwie ging es zum Schluss überhaupt nicht mehr darum. Und ich stand irgendwie mittendrin.” gab Fireball Colt die Kurzfassung.
Colt nickte, aber so richtig schlau wurde er aus der Erzählung gerade nicht. “Um was ging es?” hakte er nochmals nach, denn er merkte, wie es seinen Freund beschäftigte, es aber nicht zugeben wollte! Fireball lehnte sich im Sessel zurück, er war vollgegessen und atmete lange aus. “Wäre Royu nicht zum Schluss dazwischen gegangen, hätten sich die Beiden vermutlich noch angeschrien.” fuhr Fireball weiter fort, es tat ihm gut darüber zu sprechen, erst wollte er es vermeiden und mit sich selbst ausmachen, aber seine Gedanken kreisten und er fand keine Ausfahrt.
Colt kaute und hörte weiter zu. “Mein Vater sagte etwas von, dass Großvater nur noch da ist, weil ich da bin. Und dass er sich nicht einzumischen hätte.” Colt sah auf und beobachtete seinen Hombre, er wusste, dass Fireball sehr an seinem Großvater hing. “Und schließlich endete es mit “Wo warst du 16 Jahre?”, aber diese Frage stellte mein Vater, meinem Großvater… na ja …” beendete Fireball. “Na ja, was?” hakte Colt kauend nach und seine Finger mit einer Serviette abwischte. “Dann bin ich laut geworden.” gab Fireball leise zu. Colt grinste und lehnte sich jetzt zurück. Fireball machte eine kleine Pause und sah Colt an: “Ich habe meinen Vater gefragt, warum er so mit Großvater spricht, schließlich war er da als er nicht da war und er nicht weiß, was es heißt ein Vater zu sein. Und halt alles, was sich in den letzten Jahren so angestaut hatte.” Jetzt bekam Colt große Augen. “Zum Schluss sagte ich noch, dass ich Abstand brauche und bin gegangen.” beendete er und zog sein rechtes Bein auf den Sessel.
Colt nickte und ließ sich das Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen: “Tja, da bist du wohl zwischen zwei Vätern geraten, die etwas zu klären hatten.” kommentierte der Cowboy darauf. Fireball sah fragend zu seinem Freund. “Um dich ging es nur am Rande, dein Großvater tat das, was er immer für dich getan hat, dich vor irgendwelchen Konsequenzen zu bewahren. Und dein Vater tat das, was ein Vater so tut, Konsequenzen konsequent durchsetzen.” erklärte es Colt in seinen einfachen, aber treffenden Worten.
Fireball musterte nach dem Gesagten den Cowboy. “Was hat denn dein Vater darauf gesagt?” war Colts nächste Frage. “Nichts, gar nichts! Das ist es auch, was mich so wütend macht!” sagte Fireball. Colt verstand und Fireball leerte seine Cola: “Was ist mit dir, bist du auf einmal der große Väter, versteher, oder was?” wollte er etwas genervt von Colts Fragen wissen. Colt musste lachen: “Nein, aber ich hatte einen Vater und glaub mir, das ist vollkommen normal. Allerdings habe ich meinem Vater nie vorgeworfen, keiner zu sein.” fügte der Lockenkopf noch schnell mit an. Fireball presste seine Lippen aufeinander, jetzt war er es, der nickte und wusste, was sein bester Freund ihm sagen wollte.
“Wir werden im Sektor C Patrouille fliegen, um herauszubekommen, wohin die Outrider flüchten.” und Captain Hikari zeichnete die Routen der Schiffe im Sektor C ein. So konnte schnell Verstärkung eintreffen, egal wer Feindkontakt hat. “Ansonsten wird alles so belassen wie es ist.” beendete er seine weitere Vorgehensweise und setzte sich wieder. “Was ist mit dem zivilen Flugverkehr, die wenigen Schiffe, welche noch verkehren dürfen, sind der Aufgabe nicht gewachsen und es fängt langsam an zu brodeln. Fragte der Bürgermeister und sprach für alle Bürger Vertreter der verschiedenen Planeten.
“Wir könnten sie auf militärische Ausweichrouten umleiten, es würde alles zwar sehr viel länger dauern. Aber sie würden nicht in die Nähe einer Anomalie, oder zwischen die Fronten geraten.” schlug Lorenz vor, der den Unmut durchaus wahrgenommen hatte. “Da würde man von Jarr bis zur Erde fast acht Stunden benötigen. Und von Yuma fast zwölf.” kam es vom Bürgermeister. Blicke der Anwesenden trafen auf den untersetzten Mann, dieser nickte: “Ich werde es der zivilen Flugsicherung vorschlagen.” fügte er darauf gleich mit an.
“Gut, dann sind wir mit der Einsatzplanung soweit fertig!” fasste König Jarred zusammen, schließlich saßen sie schon Stunden hier und hatten mehr besprochen, als auf dem Tagesplan gestanden hatte. General Walsh und der Bürgermeister verabschiedeten sich von den Anwesenden, Lorenz schloss sich an, er würde für die nächsten Tage das Kommando übernehmen, auch kamen durch den Truppenaustausch Piloten seiner Air Base in Jarr an. Diese wollte er auch noch in ein kurzes Meeting rufen.
Prinz Roland begleitete die Gäste, um diese würdig zu verabschieden. Jarred streckte sich durch und verließ darauf erst einmal den Meetingraum, der mit einer Tür mit seinem Büro verbunden war. Shinjiro nahm seine Brille ab und rieb sich kurz seine Augen, stand auf und wollte sich eigentlich auch gleich verabschieden.
Dr. Morel sah auf seine Uhr. “Haben sie mir etwas zu erzählen, Mr. Hikari?” fragte der Doctor ohne Zusammenhang. Shinjiro, der dabei war seinen Kommunikator hochzufahren, sah auf und dass Morel ihm erwartungsvoll zunickte. “Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie dissoziieren.” erklärte Dr. Morel frontal und direkt. Shinjiro blickte zur Tür, aus der Jarred verschwunden war. Morel stand auf. “Ja, er hat es mir erzählt.” und ging langsam auf den Captain zu. “Nehmen sie sich deswegen raus?” fragte Morel weiter.
Captain Hikari atmete hörbar aus und griff nach seinem Notebook. “Nein!” kam es einsilbig von Shinjiro. Morel verschränkte seine Arme vor der Brust: “Sondern?” fragte er ungläubig. “Wenn sie es genau wissen wollen …” begann Shinjiro, wurde aber von Morel unterbrochen: “Oh, ja, das möchte ich!” Shinjiro fixierte Morel neben sich. Morel musste leicht grinsen.
“Meine Frau und ich haben Hochzeitstag, der letztes Jahr durch den ganzen Stress untergegangen ist.” erklärte er mehr als ihm lieb war und steckte seinen Kommunikator in seine Tasche. “Erzählen sie es mir!” forderte Morel. Shinjiro sah den Doctor an. “Was sehen sie, wenn sie dissoziieren?” wurde Morel genauer in seiner Fragestellung. “Gar nichts!” war Shinjiros schnelle Antwort. Morel sah sein Gegenüber skeptisch an. Shinjiro nahm den Blick auf, er wusste, dass er jetzt hier nicht rauskommen würde, wenn er dem Arzt diese Antwort schuldig blieb. So atmete er tief ein und aus. “Es sind, fetzten, ich sehe einen Gang, höre mich atmen. Dann bin ich in einem Hörsaal und sehe nur eine Lichtquelle.” Dr. Morel hörte genau zu und ging um den Tisch. “Es sind Flashbacks.” sagte er. “Das ist mir durchaus bewusst!” nickte Shinjiro und ging Richtung Tür. “Davon bin ich überzeugt, kommen sie morgen zu mir, wir …!” jetzt unterbrach Shinjiro den Doctor: “Übermorgen, ich habe den Lieblings Bademantel meiner Frau versaut, der, wie sich herausstellte, fast soviel kostet wie das Hotelzimmer und wenn ich den Hochzeitstag versaue, werden sie mich eh nie wieder sehen!”
Dr Morel lachte kurz auf: “Das klingt verlockend!” kam es sehr sakstisch vom älteren: “Aber wie geht es der Katze?” wollte Morel jetzt noch wissen, darauf entgleisten Shinjiro alle Gesichtszüge, “Woher wusste sein Gegenüber von Mikan?” – “Sehr gut! Möchten Sie sie?” fragte Shinjiro ernst nach. “Danke, aber wir haben bereits zwei.” war Morels überraschende Antwort. Shinjiro sah den Doctor darauf einfach nur an und öffnete die Tür. “Wir sehen uns morgen, Mr. Hikari!” beschloss der Doctor und trat näher an den Japaner heran: “Und wenn nicht, werde ich jedes Hotel auf Jarr nach ihnen absuchen lassen!” kam es leicht drohend von Dr. Morel. Shinjiro schmunzelte: “Ich verspüre den Drang, es darauf ankommen zu lassen!” Morel grinste: “Ich bluffe nicht!” Shinjiro trat aus der Tür: “Ich auch nicht!” grinste er und ließ den Doctor stehen.
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