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Texas
Drei Tage Später

“Wann sind wir endlich da?”, fragte Joshua bestimmt schon zum fünften Mal innerhalb der letzten Stunde. Colt grinste nur und ließ den weißen Chevy entspannt über die staubige Straße rollen. Die Seitenscheibe war heruntergelassen, warme Luft zog durch den Wagen und brachte den Geruch von trockenem Gras und heißem Asphalt mit sich. Vor ihnen lag ein endlos wirkendes Land. Weite Felder, vereinzelte Zäune und eine Straße, die sich scheinbar bis zum Horizont zog. Hinter ihnen wirbelte eine Staubwolke auf, die sich langsam in der texanischen Landschaft verlor. Sie waren unterwegs nach Daingerfield, der Stadt in der er aufgewachsen war.
Colt genoss jede einzelne Minute dieser Fahrt. Kein Einsatz, kein Alarm, keine Besprechungen waren in Sicht. Nur die Weite der Texanischen Straße, der Motor des Silverado, Robin & Joshua.
Zum Erstaunen von Robin begann sich die texanische Landschaft langsam zu verändern. Die weiten, trockenen Ebenen gingen nach und nach in sanfte Hügel über, und zwischen den Straßen und Feldern breitete sich immer mehr sattes Grün aus: “Schau dir das an… das ist wie ein Schnitt von Trockenen Land zu kräftig grünen Land.” sprach sie begeistert und Colt nickte wissentlich: “Das Wasser sammelt sich oben in den Bergen und fließt durch unterirdische Quellen und Flüsse bis hierher. Deshalb ist das Land hier viel fruchtbarer als draußen in den Ebenen.” erklärte er und zeigte auf die vor ihnen liegenden, immer näher kommenden Hügel. Und bog in eine Landstraße mit schnell zusammengezimmerten Holzzäunen. Dazwischen standen vereinzelte Holzhäuser mit breiten Veranden und alten Briefkästen. Die Gegend wirkte plötzlich deutlich belebter. Dann fuhren sie an einem großen Schild vorbei. “Welcome to Daingerfield.”

“Wir sind da. Da hinten ist die Highschool”, sagte Colt und hielt direkt davor an. Kaum stand der Pickup, sprang Joshua aus dem Wagen, er musste sich dringend bewegen und rannte sofort ein Stück über den Parkplatz. Auch Robin war froh, sich endlich ihre Beine vertreten zu können. Colt sah sich um und sofort ploppen die ersten Erinnerungen an seine High School Zeit auf und ging langsam um den Wagen herum und ließ den Blick über die Schule schweifen. Viel hatte sich hier tatsächlich nicht verändert. Ehrlich gesagt wusste er nicht einmal mehr genau, wann er zuletzt vor der Schule gewesen war. Wahrscheinlich an seinem letzten Schultag und er musste unwillkürlich grinsen.

Auch hier waren gerade Ferien, weshalb das Gelände verlassen und ruhig wirkte. Daingerfield hatte den Charme einer typischen texanischen Westernstadt, den Robin sofort faszinierend fand. Neben der Schule spielten einige Jugendliche Football und die Szene wirkte direkt wie aus einem Film, denn tatsächlich kam ein Eisverkäufer klingelnd die Straße entlang gefahren: “Oh ja!”, rief Joshua begeistert und rannte sofort auf den Eiswagen zu: “Joshua!”, rief Robin ihm noch hinterher. Colt legte währenddessen grinsend einen Arm um sie: “Na los… gönnen wir uns auch eins.” sagte er und gemeinsam liefen sie ihm nach.
Jarr
“Es ist ein dreigeteilter Strategieplan”, sagte Captain Hikari und legte die Daten auf den großen Monitor. Augenblicklich erschienen unzählige Ebenen, Berechnungen und taktische Abläufe. Jeder Schritt war bis ins kleinste Detail aufgeschlüsselt, beinahe erschreckend präzise. König Jarred, Saber und Captain Lorenz betrachteten schweigend die komplexe Darstellung. Saber legte nachdenklich seine Stirn in Falten: “Also helfen wir ihnen… und sie helfen uns?” fragte er feststellend, denn so wie es aussah, kommunizierte die andere Seite mit ihnen. Hikari antwortete zunächst nicht. Lorenz hingegen verschränkte die Arme und sah weiterhin auf den Monitor: “Und was wäre, wenn wir die Signalkugel niemals gefunden hätten?” ging es ihn durch den Kopf. Die Frage ließ den Raum plötzlich still werden. Captain Hikari hob langsam den Blick von den Daten: “Dann hätten sie vermutlich angenommen, dass wir gescheitert sind.”
„Oder, es wäre verlorenes Wissen!” antwortete Jarred: “Fakt ist, die Angriffe sind weniger geworden, die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass die Reparatur von einer Seite bereits begonnen hat.” legte Hikari seine Einschätzung offen dar. König Jarred nickte: “Also heißt es abgleichen, wo die Sprünge ganz aufgehört haben. Und die Gegend beobachten.” Saber betrachtete den Plan: “Das wäre interessant zu wissen!” Lorenz sah in die Runde: “Also würde es auch keinen Austausch weiterhin geben.” stellte er fest. “Wahrscheinlich nicht, wie schon gesagt, sie haben kein Interesse an unserem Teil des Universums.” Captain Lorenz sah sich die Unterlagen an: “Wie wollen wir das durchbekommen?” Hikari sah zu Jarred und nickte diesem zu. “Es wird ein Gremium geben, an dem die General-Stabs-Beratung der Erde teilnehmen wird und wir.” teilte der König mit. Saber ging zum Tisch und legte die Unterlagen, mit denen er sich die letzten Tage intensiv beschäftigt hatte, auf den Tisch: “Was geschieht, nachdem wir diese Waffe genutzt haben, mit dem Wissen um die Technik, sie wird mit Solar-lumen gespeist, das könnte man vor allem für die Energiegewinnung im All nutzen, würde diese Waffe jedoch in die falschen Hände gelangen, könnte man damit auf einen Schlag einen ganzen Planeten auslöschen!” erläuterte Saber seine Bedenken: “Was schlagen sie vor Mr. Lancelot?” entgegnete Captain Hikari, auf die Frage des Schotten. König Jarred lehnte sich zurück und betrachtete Sabers Ausarbeitungen auf dem Tisch. Der Schotte atmete tief ein und sah in die Runde: “Sehen Sie, es muss um diese Waffe beraten werden, bis jetzt wissen wir vier und zwei Wissenschaftler davon.” setzte Saber den Punkt mit auf die Liste: “Der Beratungsstab wird aus drei Mann bestehen, ihr Vater ist im Übrigen mit dabei!” sagte Captain Hikari und Sabers blickte fast überrascht, nickte dann aber: “Also ist es ein unabhängiger Stab.” sagte Saber, alle nickten:
“Also ich bin für Vernichten!” warf Lorenz ein. Saber stimmte Lorenz langsam zu und begann dann: “Das war auch mein erster Gedanke, Captain Lorenz. Jedoch könnten wir diese Technik auch zu unseren Gunsten erweitern und nutzen!” Lorenz trat neben Saber: “Sowas wurde nie friedlich genutzt, darf ich euch an die Atom- und Wasserstoff-Energie erinnern?” Saber sah Lorenz an: “Natürlich, bereiten wir die Technik nicht auf eine Waffe aus, sondern für die Energie im All!” Lorenz lehnte sich an den Tisch: “Und ein paar Jahre später bastelt jemand daraus eine Bombe und wir haben das erste Hiroshima im All, aber diesmal mit Millionen von Toten!” König Jarred und Captain Hikari verfolgten die Unterhaltung: “Und wie verklickern wir das den Generälen, die werden nicht nach Hause fliegen und nichts sagen, es wird sich herumsprechen, wir spielen hier mit dem Feuer!” beendete Lorenz so ruhig, er konnte seine Ausführung: “Also Technik nutzen und danach verschwinden lassen, als hätte es sie nie gegeben?” fragte König Jarred: “Ja!” kam es knapp von Lorenz und sah darauf zum Captain, der überschlug seine Beine und nickte: “Deswegen das Gremium und du gehörst zum Stab des neuen Grenzlandes, das scheinst du in den letzten Tagen vergessen zu haben, auch du entscheidest!” stellte Hikari nochmals klar! Captain Lorenz stemmte seine Hände in die Hüften: “Du hast das letzte Wort über militärische Operationen und ich habe nichts vergessen, deswegen äußere ich hier meine Bedenken!“ Hikari stand auf und ging zwei Schritte auf Lorenz zu: “Gut! “Dann merke sie dir, du wirst sie vor allem im Gremium äußern dürfen und Solo-Nummern schiebe ich nicht, sonst bräuchte ich euch nicht!” sprach er im ruhigen, aber sehr bestimmenden Ton in Richtung des Air Base Captain. Lorenz schüttelte mit seinem Kopf: “Sagt der, der die größte Solonummer hier abgezogen hat!” Saber blickte auf König Jarred, der das Spektakel beobachtete. Hikari nickte: “Dann mach einen anderen konstruktiven Vorschlag!” forderte Shinjiro Lorenz ernst auf!

Texas – Dangerfield
“Noch zehn Meilen…”, ging es Colt durch den Kopf, als er den Silverado auf eine schmale, staubige Straße lenkte und langsam seinen Blick über die Landschaft schweifen ließ. Zu seiner Überraschung kannte er tatsächlich noch jeden Baum und fixierte etwas mit seinen blauen Augen: “Ist das…?”, murmelte er leise, Robin hatte es gehört und drehte sich zu ihm um: “Was ist?” fragte sie.. Doch Colt schüttelte nur langsam mit seinem Kopf: “Ich halte mal eben an.” sagte er und brachte kurz darauf den Pickup am Straßenrand zum Stehen und stieg aus: “Wartet hier!”
Robin und Joshua beobachteten durch die Frontscheibe, wie Colt auf einen etwa fünfzigjährigen Mann zuging, der mit staubigem Cowboyhut neben einem alten Zaun stand. Offenbar hatte er gerade seine Feldarbeit beendet. Der Mann sah Colt zunächst vollkommen sprachlos an. Doch je näher Colt kam, umso mehr breitete sich ehrliche Freude auf seinem wettergegerbten Gesicht aus, und er begrüßte den Lockenkopf herzlich. Doch die Freude hielt nur wenige Sekunden an, bevor sein Blick plötzlich wieder ernster wurde.

“Bill… wie konntest du die Farm verkaufen? Warum hast du das nicht mit mir abgesprochen? Ich bin genau wie dein Vater… und Großvater dort aufgewachsen.” begann der ältere Cowboy und mit jedem Satz wurde seine Stimme schwerer. Colt setzte sich seinen Hut auf: “Onkel Jack, ich musste abschließen”, versuchte Colt ruhig zu erklären, doch er wusste, dass das die schlechteste Ausrede war, die er finden konnte. Und wie zu erwarten schüttelte Jack darauf sofort mit seinem Kopf: “Ich hätte dir die Hälfte abgekauft, aber jetzt ist sie weg.” sagte er und blickte über das weite Land hinter ihnen hinweg und atmete hörbar aus: “Was würde dein Vater dazu sagen? Mein Bruder… Gott hab ihn selig.” Ja, die Worte trafen Colt sichtbar udn er senkte seinen Blick: “Du kannst dir nicht vorstellen, was das damals für ein Schock für uns war“, sprach Jack weiter: “Onkel Jack, ich…” Doch erneut ließ sein Onkel ihn nicht ausreden.
“Ich habe dir damals gesagt, dass du zu mir kommen kannst, wenn du Schwierigkeiten hast. Egal welche. Auch finanzielle!” sprach Jack ernst und stemmte seine Hände in die Hüften und musterte seinen Neffen eindringlich: “Wie viel hast du überhaupt dafür bekommen? Drei… vier oder fünf Millionen?” Colt atmete tief ein, er wusste selbst längst, dass seine Entscheidung damals nicht richtig gewesen war. Doch gleichzeitig stand genau diese Farm nun am Anfang seiner neuen Zukunft auf Yuma. Der Zukunft seiner eigenen Familie und das machte diese Antwort gerade so schwer.

Jack schüttelte mit seinem Kopf: “Egal, was du bekommen hast, es ist unter Wert gewesen: “Wer hat das Land jetzt?” wollte Colt wissen: “Ach, fahr hin und schau es dir an, du kommst noch bis zum “Lake Wills“, danach wurde alles eingezäunt.” Colt nickte, er hatte eh vorgehabt zur Farm zu fahren, um sich irgendwie zu verabschieden. Ein kleines schweigen entstand zwischen den beiden…
“Wie geht es euch?” war die nächste Frage des Cowboys, um die Stille zu durchbrechen, er wollte nicht streiten, schon gar nicht mit seiner Familie. Er verstand den Ärger seines Onkels durchaus, schließlich trug auch er den Namen der Farm. Aber rückgängig konnte er es jetzt auch nicht mehr machen: “Mein Sohn Jason ist in New York und Abigail hat letztes Jahr geheiratet, sie wird meine Farm mit ihrer Familie dann übernehmen.” erzählte sein Onkel stolz von seinen Kindern, war er doch mit Jason und Abi aufgewachsen: “Und du?” Colt zeigte auf den Pickup und er ging mit seinem Onkel zu dem Wagen. Robin machte ihre Tür auf und stieg aus, Joshua folgte seiner Schwester: “Meine Frau Robin und Joshua, ihr Bruder. Robin, das ist mein Onkel Jack!” stellte er sie vor. Onkel Jack grinste und nahm seinen staubigen Hut ab: “Kaum zu glauben!” murmelte Jack und begrüßte Robin und Joshua erfreut: “Und wie ich sehe, hast du das Gesamtpaket gebucht!” sprach der von der Sonne gezeichnete, hart arbeitende Mann zu seinem Neffen, dem Robins Bauch nicht entgangen war.
Robin wurde etwas Rot und musste sogar etwas schmunzeln, denn böse konnte sie dem Mann nicht sein, der Ähnlichkeiten mit ihrem Cowboy aufwies, es war halt der Slang dieser Gegend: “Ich bin auch erfreut, sie kennenzulernen!” erwiderte sie auf Onkel Jacks Äußerung. Dieser räusperte sich darauf: “Natürlich, meinen herzlichen Glückwunsch!” und setzte sich seinen Hut wieder auf. Joshua grinste: “Und aus ihm machst du einen anständigen Cowboy!” und klopfte Joshua dabei auf seine Schultern: “Ich muss nun aber los, Elli wartet mit dem Essen, sonst bekomme ich Ärger!” sagte Onkel Jack lachend und ging zu seinem alten Pickup: “Und kommt morgen Mittag dann mit zum Essen.” bestimmte er und er zeigte auf seinen Neffen: “Okay…” antwortete Colt schnell. Robin sah nun fragend zu Colt: “Was vorher?” Colt grinste und gab seiner Robin einen Kuss: “Morgen ist Sonntag, da trifft man sich hier in der Kirche!” und er ging ums Auto und zeigte seiner Familie an, wieder einzusteigen. Robin sah sich um, es gefiel ihr hier gut und war gespannt was sie noch zu sehen bekam. Colt startete den Motor, er wollte jetzt sehen, was auf der Farm seiner Eltern los war.
Yuma – Oberkommando
“Ich kann und werde Ihnen meinen Schützen nicht für die Zeit auf Jarr zur Verfügung stellen können, wir werden, laut Major Lancelot, hier auf Yuma im Einsatz sein und auch sonst kann ich niemanden entbehren!” beendete Bastiaan seinen kleinen Vortrag. Fireball stöhnte auf: “Na toll und jetzt?” fragte er: “Tja, First Lieutenant Hikari, nun liegt es an ihnen, eine Lösung zu finden und zu beweisen, dass sie ihrem Status gerecht werden”, sagte Bastiaan und verließ das Büro. Fireball ging sich durch seine Haare, “Aye, aye Captain!” sagte Fireball, genervt.
Saber hatte vor drei Stunden Ramrod II nach Jarr abkommandiert, aber ohne Schützen an Bord konnte und durfte Fireball nicht starten. Und Colt war mindestens noch eine Woche im Urlaub und wollte ihn jetzt nur wegen eines Abkommando nicht aus diesem rausreißen. So blieb die Orga nun an ihm, als Lieutenant hängen, irgendwie musste er Ramrod mit Besatzung nach Jarr bekommen.
Tief atmete er ein, um sich zu beruhigen: “Okay… jetzt ganz cool”, sagte er zu sich selbst, auch um sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und setzte sich an den Schreibtisch, öffnete seinen Laptop und begann sich, durch die anwesenden Offiziere zu arbeiten. Irgendwo musste doch ein Schütze im Freilauf hängen geblieben sein. Wenige Minuten später starrte er frustriert auf den Bildschirm und rollte mit seinen Augen: “Na großartig”, kommentierte er trocken. Und ließ mit einem leisen Seufzen seine Stirn direkt auf die Tischplatte sinken: “Das kann doch alles nicht wahr sein…” murmelte er …

Dass seine erste größere Organisationsaufgabe derart chaotisch verlaufen würde, hatte er sich definitiv nicht vorgestellt. In seiner Vorstellung hatte er souverän ausgesehen und nicht wie jemand, der kurz davor war, sich freiwillig in eine Luftschleuse zu werfen. Nach einigen stillen Augenblicken richtete er sich wieder auf, fuhr sich durch die Haare und stand abrupt auf. Beim Verlassen des Büros fiel die Tür hinter ihm etwas zu kräftig ins Schloss.
Nachdenklich ging er zum Fahrstuhl und legte sich bereits im Kopf seine Worte zurecht und holte mit einem leisen Seufzen seinen Communicator hervor und schickte Captain Wilson ein Gesuch, um an Bord des Peacekeeper kommen zu dürfen.
Texas – Wilcox Farm
Colt hielt vor einem weißen, zweistöckigen Farmhaus: “Wir sind da“, verkündete er leise und atmete dabei schwer aus. Robin sah aus dem Fenster und hielt kurz inne: “Colt… das ist doch…” – “Ja”, antwortete er nur knapp und blickte auf die Rückbank. Joshua war auf den letzten Kilometern eingeschlafen und schlief tief und fest. Langsam stieg Robin aus dem Wagen und ging einige Schritte auf das Haus zu.
Die Zeit, doch vorallem die texanishe Witterung hatte Spuren hinterlassen. Die einst weiße Farbe blätterte großflächig von der Fassade ab, einige Fensterläden hingen schief in ihren Halterungen und die Veranda war von dunklen Löchern und verwitterten Brettern durchzogen. Und der warme Wind ließ das Holz leise knarren.
Auch die Nebengebäude wirkten müde, die Dächer waren abgesackt, Bretter verzogen sich unter Sonne und Regen, und überall lag dieser stille Eindruck von glücklichen vergangenen Jahren in der Luft. Colt trat neben Robin, lange sagte er nichts. Dann wanderte sein Blick langsam über das Haus, in dem er aufgewachsen war. Robin sah Colt an: “Das ist unser Haus!” stellte sie fest. Colt nickte: “Ja, fast, einige Details im Grundriss fehlen, aber vom Grunddesign, ja!” Robin hielt sich ihre Hände vors Herz: “Es ist wunderschön!” sprach sie leise. Er nickte: “Ja, das war es mal!” und er ging auf sein Elternhaus zu: “Ich staune, dass es vom neuen Besitzer noch nicht platt gemacht wurde” kommentierte er, während er die brüchige Veranda betrat.
“Pass bitte auf, Colt!” rief ihn Robin nach, sie traute dem Holz nicht über den Weg. Colt stieß die Tür auf, Staub und spinnweben rieselten auf ihn und er schaute hinein, spärliches Licht ließ ihm details des eingangsbereichs und des Wohnraums erkennen, vorsichtig trat er ein und blickte zur Decke, die den zweiten Stock nicht mehr lange halten würde: “Colt?” hörte er Robin rufen: “Es ist alles in Ordnung, ich schau nur!” rief er ihr zu. Robin, die sich umsah, fühlte sich unwohl, es war nicht mehr sein Haus, er brach praktisch gerade bei fremden Leuten ein. Colt kam zurück und lief zu seiner Frau: “Es ist alles leer, so wie ich es hinterlassen hatte!” Robin nickte und fragte: “Wo hast du die ganzen Sachen hingebracht?” Colt sah sich um und stellte sich vor Robin und hielt seinen Hut fest, es wurde etwas windig und der Sand sollte Robin nicht ärgern: “Die Möbel usw. wurden verkauft, alles andere habe ich bei Onkel Jack einlagern lassen.” erklärte er Robin, sie schmunzelte. Sie hatten drei Farmhäuser zur Auswahl gehabt, er hatte ihr nicht erzählt, welches davon seinem Elternhaus ähnlich war. Und dennoch hatte sie sich ausgerechnet für dieses entschieden: “Du baust es auf Yuma genauso wieder auf.“ Colt schüttelte mit seinem Kopf: “Nein, nicht eins zu eins, das gehört genau hierher. Unsere Farm wird unsere Farm.” sagte er und dabei wanderte sein Blick zu den Nebengebäuden, und plötzlich musste er lächeln.
Vor seinem inneren Auge sah er die Hühner über den Hof laufen, hörte ihr hektisches Gackern und dachte an Scooter, den alten Golden Retriever, der immer stundenlang auf der Veranda gelegen hatte und immer nur aufsah, wenn jemand die Stufen der Veranda betrat.
Robin trat näher und strich ihm sanft über die Wange. Erst da bemerkte Colt die einzelne Träne. Robin lächelte ihn warm an: “Woran hast du gerade gedacht, Cowboy?” wollte sie wissen, denn sie hatte genau gesehen, dass Colt längst nicht mehr nur das alte Haus angesehen hatte. Während er dort gestanden hatte, war etwas in seinen Augen gewesen Bilder und Erinnerungen und mitten darin hatte er gelächelt. Sie wollte ein Teil davon werden: “Erzählst du es mir?” fragte sie, Colt nahm sie fester in seinen Arm und nickte.
Jarr
Auf Jarr hatten sich die Gemüter wieder beruhigt und man beriet nun über die anstehenden Tage. Schließlich musste für die Sicherheit der Generäle garantiert werden und dessen Truppen mussten untergebracht werden: “Captain Lorenz, sie nehmen 5 Piloten ihrer Einheit raus und fliegen mit ihnen morgen Tag wieder nach Jarr! Lorenz nickte: “Und Major Lancelot, sie kommandieren ihr Team nach Jarr ab!” Saber sah zu Captain Hikari: “Das ist bereits geschehen, Sir!” Hikari hob eine Augenbraue: “Sehr schön, dann bleiben sie mit den Star Sheriffs vor Ort, bis sich die Delegationen zurückziehen!” Saber schluckte fest, das bedeutete auf unbestimmte Zeit … und er nickte: “Ja, Sir!”
König Jarred war einverstanden: “Ich werde den Ort für das Gremium vorbereiten lassen!” – “Gibt es irgendwelche Einwände?” fragte Captain Hikari und sah in die Runde: “Nein, Sir, es wären Private.” kam es von Saber. Captain Hikari stand auf: “Gut, also keine, in zwei Tagen kommen wir im Büro auf dem Militär-Raumhafen zusammen!” und er verließ Jarreds Meetingraum. Lorenz stand auf und griff nach seinen Unterlagen: “Ok, er ist sauer!” Jarred stand auf und grinste: “Ein wenig!” bestätigte er die Aussage des Air Base Captain und wandte sich den Schotten zu: “Ist alles in Ordnung bei Ihnen, Mr. Lancelot?” Saber blickte den König etwas überrascht an: “Ich hatte vor, meine Frau persönlich auf Yuma abzuholen, Sir!” Jarred nickte und zeigte mit seinem Kopf Richtung Tür: “Dann sagen Sie es ihm!” Saber atmete aus .. ihm blieb tatsächlich nichts anderes übrig und verabschiedete sich von König Jarred und Captain Lorenz.
Texas – Lake Wills
Colt fuhr weiter über das weitläufige Farmland der ehemaligen Wilcox Farm. Die schmale Schotterstraße führte immer tiefer zwischen alten Bäumen, Hügel und weiten grünen Flächen hinein. Schließlich öffnete sich die Landschaft des Lake Wills vor ihnen. Es war ein rund elf Hektar großer See, der ruhig zwischen dichtem Grün lag und die warme Nachmittagssonne auf seiner Oberfläche widerspiegelte. Ein alter Holzsteg ragte weit ins Wasser. Hier hatte er schwimmen gelernt. Und später hatte er in seiner High School Zeit viele seiner Sommerabende genau an diesem Ort verbracht. Manche davon waren romantischer gewesen, als er heute vermutlich würde. Ein leichtes Schmunzeln huschte über sein Gesicht, während der Silverado langsam ans Ufer rollte.

Ein Boot, das an der Anlegestelle festgemacht war, war schon am sinken. Enten schwammen ihre Runden und ab und zu sprang ein Fisch in die Luft und schnappte sich eine Mücke. Robin sah sich alles genau an, sie staunte, dieses Land hatte ihrem Mann wirklich mal gehört, hätte sie es doch bloß vorher mal gesehen, sie hätte Fireball dabei geholfen, es dem Cowboy auszureden! “Ist das genial!” rief Joshua und rannte auf den Steg zu: „Nein, bleib sofort stehen!” rief ihn Robin aufgeregt nach. Joshua bremste: “Was ist denn, nichts darf man hier!” beschwerte er sich. Robin kam so schnell sie konnte zu ihm: “Das ist fremdes Eigentum, passiert hier etwas, haben wir große Probleme und der Steg wurde seit Jahren nicht in Stand gehalten!” Joshua verzog seinen Mund und ging grummelnd wieder mit Robin zu Colt zurück, der am Weg auf die beiden wartete.
“Lasst uns die halbe Meile bis zur Absperrung laufen.” schlug er vor und zeigte in die besagte Richtung: “Ja, das wird uns gut tun!” sagte Robin, sie hatte den ganzen Tag fast nur im Auto gesessen und ein kleiner Spaziergang konnte nicht schaden. Joshua rannte vor, auch ihm fehlte es heute sichtlich an Bewegung. Colt und Robin liefen Arm in Arm nebeneinander und unterhielten sich über die heutigen Begegnungen: “Warum hast du den Verkauf nicht mit deinem Onkel abgesprochen?” fragte Robin. Colt der seine freie Hand in seiner Hosentasche hatte sah geradeaus um Joshua im Auge zu behalten: “Ihm ging es damals auch nicht gut, ich wollte auch in ihm die Erinnerungen nicht noch einmal hervorrufen, heute weiß ich auch das es falsch war, ich habe über seinen Kopf hinweg entschieden, das muss ich jetzt akzeptieren!” erklärte er ihr. Robin verstand und sie kamen an einem hohen Eisenzaun an: “Tja das war es, das Land dahinter hat tatsächlich drei Klimazonen, man kann sehen, wo es regnet und wo die Sonne scheint, es ist wie eine Wand, ein tolles Naturschauspiel! Und ein Teil ist trockenes Ödland und die andere Seite ist voller Grün, dahinter gibt es noch einen See, der die Landschaft mit Wasser versorgt.” erklärte Colt Robin nickte: “Ja, so etwas ist sehr selten und das kommt nur dreimal in ganz Texas vor.” erklärte sie: “Woher weißt du das?” fragte der Lockenkopf erstaunt, Robin kicherte und zwinkerte im zu: “Ich bin klug!” Colt lachte: “Ich habe mich vorab über Texas informiert!” klärte Robin Colt nun auf: “Tss, Streber!” kam es darauf vom Cowboy. Robin schlug Colt leicht gegen seine Schulter. Joshua lief den Weg am Zaun weiter: “Hier ist ein Schild!”

Robin und Colt sahen sich an und folgten Joshua, der am Tor wartete: “Hirot investment group” stand auf dem Schield, dazu eine Adresse und Telefonnummer: “Tja, nichts Neues!” sagte Colt: “Hast du schon einmal nachgeforscht, was diese Group so macht?” Colt verneinte: “Wozu?” fragte er und trat an den Zaun heran und sah hindurch, in der Ferne konnte er mehrere runde Kuppeln erkennen, die mit dunklen und hellen Planen abgedeckt waren. Was das sein sollte, wusste er nicht: “Na los lasst uns nach Daingerfield zurück fahren, es gibt dort ein kleines hübsches Motel!” und sie liefen zurück zum Wagen: “Ich hoffe, dort gibt es auch einen Pool!” rief Joshua und rannte zum Pickup: “Und früh schlafen gehen, morgen ist nichts mit Ausschlafen, Cowboy!” Colt grinste: “Ach ja, stimmt!” Robin musterte ihren Cowboy von der Seite und schmunzelte: “Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass du jeden Sonntag in die Kirche gegangen bist!” Colt setzte sich seinen Hut wieder auf: “Oh, ich kenne sogar noch einige Lieder!” erzählte er: “Was?” fragte Robin erstaunt, Colt nickte: “Meine Mutter liebte es zu singen und sie sang immer.” Robin schmiegte sich näher an Colt: “Sie muss wundervoll gewesen sein!” Colt sah sich um: “Ja!” flüsterte er und blickte über das weite Land.
Yuma – Oberkommando
“Dann haben sie wohl ein Problem First Lieutenant Hikari!” sagte Captain Wilson und lief vor Fireball weiter den Gang zur Brücke auf der Peacekeeper entlang: “Captain, es wären nur 3 bis 4 Tage, .. Ok, bestimmt 5!” warf Fireball fast flehend ein und ging schnellen Schrittes neben dem Captain her: “Lieutenant, ich benötige meine Schützen selbst” gab Wilson darauf zu verstehen und betrat die Brücke: “Aber an Bord können auch bei ihnen nur zwei sein und sie haben drei.” konterte Fireball und Captain Wilson drehte sich zu seinem ehemaligen kurzzeitigen ersten Mann um: „Schön, dass Sie auch rechnen können, aus Erfahrung weiß ich, dass ich meinen Schützen nie wieder sehen werde” Fireball sah den Captain an: “Naja .. Weil sie halt die besten haben, Sir!” versuchte er eine andere Taktik und der Captain schüttelte fassungslos mit seinem Kopf: “Ich komme mir vor wie auf dem Viehmarkt.” sagte er und ging weiter Richtung Kommandopult. Fireball resignierte kurz und holte den Captain wieder ein: “Für 24 Stunden?” Der Captain bäumte sich vor Fireball auf und verschränkte seine Arme: “Ich bin mir sicher, sie werden eine Lösung finden!” und ließ Fireball stehen und ging auf den Kommandostand.
Fireball lehnte sich an das Geländer und sah sich tief ein und ausatmend um: “Captain Wilson” versuchte es erneut und ging auf den Kommandostand und stellte sich vor den Captain.
Jarr – Schlosspark
Saber erreichte den Captain kurz vor dem Ausgang des Parks. Hikari stand bereits am großen Eisentor und hatte gerade ein Telefonat beendet, als der Schotte neben ihm trat: “Sir”, begann Saber. Captain Hikari ließ den Communicator sinken und sah ruhig zum Schotten: “Mr. Lancelot!” sagte er und steckte seinen Com wieder ein. Saber holte tief Luft: “Sir, für wie lange ist das Gremium angesetzt?” – “Warum ist das wichtig?” wollte Hikari darauf wissen: “Es …!” Doch weiter kam der Schotte nicht. … “Mr. Lancelot, wenn sie etwas Privates zu regeln haben, regeln sie es, sie haben ganze zwei Tage dafür Zeit!” und er sah auf seine Uhr. Saber zog seine Augenbrauen zusammen: “Nein, Sir!”, begann Saber erneut: “Es geht darum, dass…”, doch der Communicator des Captain unterbrach den Schotten, augenblicklich verstummt Saber und rollte innerlich mit seinen Augen.
Captain Hikari nahm den Anruf entgegen und gab, ohne etwas zu sagen, seinen Com an dem Schotten weiter: “Für sie!” Saber machte ein überraschtes und zugleich fragendes Gesicht und nahm den Communicator entgegen, am anderen ende war ein sehr, sehr aufgebrachter Captain Wilson: “…und jetzt steht Lieutenant Hikari, ja du hast richtig gehört, vor mir und zieht den nächsten Mann von mir ab!”

Sabres Augen weiteten sich und sah fast erschrocken zu Captain Hikari, dieser jedoch blieb vollkommen ruhig und verschränkte mit einen herausfordernden Blick lediglich seine Arme vor der Brust und wartete schweigend.
“Captain Wilson, hier ist Major Lancelot!” versuchte er, den Captain am anderen Ende in seinem aufgebrachten Redefluss zu stoppen… Doch der Captain dachte gar nicht daran, sich zu beruhigen: “Oh, das ist ja noch besser, also warum jetzt noch ein Schütze, wäre es nicht einfacher gleich mein ganzes Schiff zu übernehmen, Major Lancelot?” Saber dachte kurz nach und atmete augenrollend aus, als ihm einfiel, dass Colt im Urlaub ist: “Sir, damit hatte ich Captain Bastiaan de Vries beauftragt…” – “Hier steht aber ihr First Lieutenant, der, by the way, auch auf meinem Schiff dienen sollte.” und Wilson sah den jungen Hikari ernst an. Fireball setzte sich auf die Stufen des Kommando Standes und wartete einfach ab. Schlimmer konnte es nun auch nicht mehr werden.
“Wie gesagt, sie haben die Besten der Besten und ich danke ihnen für die top ausgebildeten Offiziere! Und ihr Schiff Captain Wilson, der Peacekeeper 7, ist ein Ausbildungsschiff und sie haben ein Händchen, gute Kadetten für das Oberkommando zu finden und für dessen Einheiten auszubilden. Und in der Zukunft, benötige ich sogar noch einen Piloten!” Saber kniff nach dem Gesagten seine Augen zusammen und zog Luft zwischen seinen Zähnen ein. Doch … Es blieb kurz still am anderen Ende. … “Major Lancelot!” rief der Captain etwas lauter, so dass alle inklusive Fireball darauf etwas zusammenzucken. Saber hielt den Com etwas von seinem Ohr weg, holte tief Luft und sprach mit fester Stimme: “Nein, Captain Wilson, Sie geben meinem First Lieutenant jetzt einen Schützen, ich persönlich bin für Kadett Glenn!” forderte er scharf und etwas genervt von der Gesamtsituation des ganzen Tages. Captain Wilson verstummte und blickte scharf zu Fireball, Fireball nahm den Blick auf und suchte schon einmal einen Notausgang: “Major darüber reden wir noch!” und Wilson legte auf.
Saber hielt den Kommunikator vor sich und kannte sich nun nicht mehr aus. Hikari nahm ihn wieder an sich und stieg in das inzwischen schon wartende Taxi, das auch gleich losfuhr. Saber sah dem schwarzen Wagen noch nach und schüttelte mit seinem Kopf und rief seinen Piloten an, während er zurück in den Park Richtung Gästehaus ging.
“Das ist ja krass…” sagte Joshua und tippte weiter auf seinem Communicator herum. Robin und Colt sahen sich an, sie saßen gerade beim deftigen Abendessen mit saftigen Spare Ribs und Frieses: “Ich habe gesagt, am Tisch gibt es das Com nicht!” und Robin nahm ihm das Gerät ab: “Ich habe nur was nachgeschaut!” sagte er und wandte sich wieder seinem Essen zu: “Aber nicht am Tisch!” ermahnte Robin nochmals.
“Was hier los ist, fragst du?” wiederholte Fireball die Frage des Schotten und begann aufzuzählen: “Colt ist im Urlaub, Bastiaan braucht seinen Schützen selbst an Bord von Ramrod I und ich darf nicht mit 50% Besatzung und schon gar nicht ohne besetzten Feuerleitstand starten, der Start Schlot ist morgen früh um 8 Uhr angesetzt und den habe ich jetzt schon dreimal verschoben, der Tower reist mir beim vierten Mal den Kopf ab, oder ich darf bei der nächsten Landung eine Stunde kreisen, außerdem muss ich das Haus noch klar machen, meine Mutter ist seit gestern auf Jarr und somit auch noch für Aaiko ein Ticket buchen und auf Jarr habe ich Ramrod auch noch nicht angemeldet!” sprudelte es aus Fireball wie ein Wasserfall.
Saber lief etwas schneller: “Okay, warte, bleib ruhig, hast du jetzt einen Schützen?” wollte Saber als erstes wissen! „Ja, ein Kadett Glenn” gab Fireball widerwillig Auskunft …”Achso und Wilson ist sauer auf dich und mich!” Saber grinste kurz und machte hinter diesem Problem gedanklich erstmal einen Haken: “Der Start Schlot bleibt.” sagte der Schotte fest: “Regle du jetzt alles im Oberkommando, dann zuhause und buche für Sincia ein Ticket mit, so muss sie nicht alleine fliegen, ich komme hier nicht weg!” wieß Saber seinem Piloten an. Fireball stieg aus dem Fahrstuhl und rannte ins Büro des Schotten, um die Tickets nach Jarr zu buchen. “Gut, ich fahre nachher bei ihr vorbei!” beruhigte Fireball seinen Boss, er hatte an der Bitte, ein zweites Ticket zu buchen, bemerkt, dass Saber sich den Kopf zerbrach, wie er sie nach Jarr bekommt.
“Danke, Shinji”, sagte Saber hörbar erleichtert und er betrat das Gästehaus: “Ich kläre alles Weitere mit Sincia und melde Ramrod hier auf Jarr an.” sprach er wieder ruhiger, ja Fireball konnte deutlich hören, wie viel Anspannung gerade von Saber abgefallen war. Kurz darauf beendeten sie das Telefonat.
In seiner Suite angekommen, ließ sich Saber erst einmal auf das Sofa fallen, öffnete seine Uniformjacke und lockerte sein Halstuch. Für einige Minuten lehnte er einfach nur den Kopf zurück und schloss seine Augen. Der Tag war lang gewesen. Zu lang. Und ihm wurde langsam bewusst, dass sich ihre Einsätze und Aufenthalte auf Jarr in Zukunft wohl häufen würden. Genau deshalb stand für ihn bereits die nächste Entscheidung fest. Er würde sich um eine feste Unterkunft auf Jarr kümmern müssen.

Texas – Dangerfield
Colt und Robin liefen am Abend noch etwas durch die Straßen von Daingerfield, es war klein und überschaubar, die wenigen Geschäfte reichten aus, “Niedlich!” war das Wort, mit dem Robin alles beschreiben konnte: “Es gefällt mir hier sehr gut!” sagte sie und Colt grinste: “Ja, es ist schön, aber nach einigen Tagen wird es langweilig, es gibt nichts weiter außer das hier, es ziehen viele weg oder bleiben gleich dort, wo sie aufs College gehen.” erzählte ihr Colt: “Und du?” wollte Robin weiter wissen. “Ich wollte hier nie weg, auch College war nie mein Ziel, die Farm war mein Traum damals gewesen, ich wollte wie mein Vater sein, den ganzen Tag draußen arbeiten.” Robin nickte: “Das kann ich mir bei dir sogar sehr gut vorstellen!” Der Lockenkopf sah sich weiter um, der Baseballplatz war noch beleuchtet und es liefen vereinzelt noch Kinder durch die Straßen: “Schau, hier können Sie rennen, das habe ich mir immer so vorgestellt!” und er zeigte auf die Kids: “Das haben wir bald, Cowboy!” Colt grinste: “Ja, in drei Monaten, Wahnsinn, mit Glück ist dann alles schon fertig und wäre ich hier nicht weggegangen, wären wir uns niemals begegnet.” Robin sah Colt liebevoll an. “Ich würde bestimmt noch rumrennen und den wilden Cowboy spielen!” Robin lachte: “Also war alles nur Show?” Colt blieb stehen und nahm Robin in seine Arme, ihr Bauch berührte seinen und er musste lachen: “Nein, es war alles nur Spaß, nach einer festen Beziehung hatte ich damals nicht gesucht und dann standest du vor mir und es hieß: “Du oder keine!” Robin lächelte: “So, so, also waren Lehrerinnen dein Beuteschema?” beide lachten: “Nein, obwohl ich in Misses Carlsen in der Grundschule sehr verknallt war.” gestand er ihr. Robin kicherte: “Aber sie sah ganz anders aus als du“, kam es von Colt und schüttelte seinen Kopf und musste über sich als Knirps doch sehr grinsen.
Robin strich Colt über seine Wange: “Du siehst die Menschen um dich herum, das liebe ich so an dir!” Colt küsste Robin: “Wer weiß welch kleiner Casanova in der Schule in dich verknallt ist!” sagte er und Robin lächelte … „Außerdem bist du süß, wenn du streng bist!” flüsterte der Cowboy Robin ins Ohr und sie stemmte eine Hand in ihre Hüfte: “Streng?” fragte sie jetzt gespielt streng. Colt grinste und nickte: “Ich habe nur Joshuas Kommunikator…”, und fischte diesen aus ihrer Tasche und verstummte: “Oh nein, den habe ich ja auch noch .. Nun denkt der Arme, ich habe ihn eingezogen.” machte sich bei ihr das schlechte Gewissen breit. Colt nahm Robin in seinen Arm und lief mit ihr weiter: “Ist doch nicht schlimm, so weiß er das nächste Mal, dass das Ding nichts am Tisch zu suchen hat. Glaub mir das versuche ich Shinji seit Jahren beizubringen!” fügte er noch hinzu. Robin lachte. “Wie läuft es mit ihm jetzt an Bord, ich meine, ihr seid zwei befehlshabende Offiziere, wenn Richard nicht da ist.” fragte Robin interessiert nach. “Sehr gut, es ist schön wieder mit ihm zu fliegen, erstaunlicherweise sehe ich in ihm nicht mehr den Rotzlöffel, naja manchmal noch, aber hauptsächlich hat sich alles verschoben, aber ich weiß das alles laufen wird!” berichtete Colt: “Das ist schön, er wird auch älter!” Colt lachte: “Ich saß mit Royu eine Nacht fest, älter wird er ja, aber alles andere bleibt, glaub mir, ich hatte es vor Augen.” erzählte er ihr, mittlerweile sah er die Nacht in der Wüste mit anderen Augen und konnte teilweise sogar darüber lachen. Robin sah lächelnd zu Colt: “Wenn du möchtest, erzähle mir von dem Einsatz!” Colt sah Robin überrascht an. Robin nickte.
Yuma City
Fireball fuhr durch die Abendlichen Straßen von Yuma City, vor fünf Minuten hatte er Aaiko bei Sincia abgesetzt, damit sie ihr beim Packen helfen konnte. Er selbst fuhr nochmal ins Oberkommando, um auf Ramrod II alles für den morgigen Abflug vorzubereiten. Eigentlich waren nur noch Kleinigkeiten vorzubereiten, wie logistische Sachen wie Energieaufnahme, Freigaben, Versorgungslisten usw.. Doch genau diese Kleinigkeiten fraßen Zeit ohne Ende. Und da er morgen Sincia und Aaiko vorher noch zum Raumhafen bringen musste, hatte er dafür dann keine Zeit mehr.
Zwei Stunden später saß er Mittlerweile völlig erschöpft hinter dem Steuer und fuhr zurück nach Hause. Dort musste er ebenfalls noch einiges erledigen, schließlich wusste niemand, wie lange sie diesmal auf Jarr bleiben würden. Und sein Magen meldete sich auch gerade, so deutlich, dass er kurz sein Gesicht verzog. Er zuckte mit seinen Schultern. Naja, der Kühlschrank musste ohnehin leer gemacht werden. Also würde er genau das gleich erledigen. Grinste er und schnaubte leise vor sich hin: “Wenn das so weitergeht, sehe ich in zwei Jahren aus wie Großvater.” murmelte er, als er den Tag Revue passieren ließ und schüttelte grinsend mit seinem Kopf und drehte die Musik lauter und bog auf die Schnellstraße ein.
Jarr – Gästehaus
Saber hatte den morgigen Tag vorbereitet, auch mit seinem Vater hatte er schon telefoniert, der ihm mitgeteilt hatte, dass drei Verbände der Erde ins Königreich Jarr reisen würden, darunter waren die USA, Europa und Asien.
Die Sache beschäftigte Saber jedoch weiter, auf einer Seiter war er strikt gegen den Bau dieser Waffe, aber die Chance, die Materie zu verschließen und somit den altgewohnten Zustand wiederherzustellen, war verlockend. Nicht auszudenken, was noch passieren könnte, mit beschädigter Materie, das so etwas wie eine Reparatur möglich war, hätte er auch nie für möglich gehalten. Was für ein Wissen und eine Technologie besaßen diese Menschen, sie sollen nur ein wenig weiter sein als sie hier, hatte Captain Hikari berichtet, würden sie so nicht auch früher oder später selbst diese Technik entwickeln können? Somit wäre die Vernichtung der Daten danach hinfällig und sie stünden von selbst vor dieser Entscheidung. Ach es war alles ein hin und her, somit begrüßte er das einberufene Gremium, vielleicht hatte der ein oder andere erfahrene General eine ganz andere Sichtweise als sie alle? Saber schüttelte seinen Kopf und stand auf, er ging zum Tisch, auf dem das Abendessen schon bereit stand, der Tag hatte es in sich gehabt! Er hatte Colonel Rosso einen Abbefehl für sein Schiff geschickt, ohne daran zu denken, dass Colt nicht vor Ort ist, das hatte er so gar nicht mehr auf dem Plan gehabt, Mensch, wie hatte er das vergessen können? Aber so wie es aussah, hatte Fireball die Situation gut händeln können, trotz des kleinen Aufeinandertreffen mit Captain Wilson.
Und er musste grinsen. Was um alles in der Welt hatte Shinji bloß zu Wilson gesagt, dass dieser völlig aufgebracht Captain Hikari angerufen hatte? … Oder hatte Fireball die ganze Situation sogar absichtlich heraufbeschworen? Vorstellen konnte Saber sich das jedenfalls nur zu gut. Und mit Bastiaan musste er ebenfalls noch ein ernstes Wort reden. Doch das alles hatte Zeit, Antworten würde er früher oder später ohnehin bekommen, da war er sich sicher.
Und stand mit diesem Gedanken vom Schreibtisch auf und ging duschen, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Danach würde er sich um eine Unterkunft für Sincia und sich in Jarr kümmern. Und diesmal sollte es nicht einfach nur irgendein Ort sein. Sondern ein Zuhause.
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