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5.583 Wörter, 30 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Die Schlacht war vorbei, Royu und die geretteten Männer stiegen aus dem Shuttle, wo sich sofort zwei Sanitäter um die Verletzten kümmerten und zur weiteren Versorgung in Sicherheit brachten. Royu atmete tief ein und sah sich um. Im Hangar herrschte geschäftiges Treiben. Offiziere, Techniker und Bordpersonal arbeiteten unter Hochdruck daran, die Aufklärungsschiffe für ihre Einsätze vorzubereiten. Überall wurden Befehle gerufen und Statusmeldungen ausgetauscht. Langsam öffnete er den Verschluss seines schweren Kampfanzugs, es war ihm inzwischen unerträglich warm geworden. Der Schweiß klebte auf der Haut und die Anspannung der vergangenen Stunden machte sich langsam auch körperlich bemerkbar. Einen vergleichbaren Einsatz hatte er noch nie erlebt.

Und es machte durchaus einen gewaltigen Unterschied, ein feindliches Raumschiff zu stürmen oder ein Schiff auf hoher See. Und genau das würde er Shinjiro bei Gelegenheit noch einmal ausführlich schildern. „Und zwar sehr ausführlich“, murmelte er und schlug seine Fäuste leicht gegeneinander. „Was denn?“, fragte Kenzo, der dachte, Royu sprach mit ihm. „Nichts, ich bereite nur schon eine Predigt für meinen Bruder vor.“ erklärte er. Da schnaubte Kenzo belustigt. „Viel Erfolg.” Mit einem leichten Kopfschütteln schlugen beide den Weg Brücke ein, während hinter ihnen der Hangar weiter vor Aktivität pulsierte.


Ramrod befand sich seit dreißig Minuten etwas abseits vom ganzen Geschehen im Schwebemodus. Saber hatte beschlossen, dass jeder an Bord erst einmal durchatmen sollte. Nach den vergangenen Stunden und Colts Verletzung, die erst einmal versorgt war, brauchten sie alle diese Pause dringend. Der Schotte lehnte sich in seinem Sitz zurück und betrachtete die Aufzeichnungen des Kampfverlaufs auf seinem Monitor. Das Kampfgeschehen hatte bei Yuma begonnen, und nun befanden sie sich vor Jarr. Langsam ließ er die Ereignisse noch einmal Revue passieren. Während er die taktischen Daten studierte, wurde ihm immer deutlicher, welches Ausmaß der gesamte Einsatz gehabt hatte. Captain Hikari hatte eine Kesselstrategie aufgebaut. 

Sämtliche feindlichen Schiffe waren Schritt für Schritt von den Verbänden der Kavallerie und den verschiedenen Delegationen umstellt worden. Dabei wurden die Outrider gezielt in nahe der Anomalien gedrängt und möglichst weit weg von bewohnten Planeten. Alle Einheiten hatten ihre Zeitfenster eingehalten, die Fronten hatten sich genau wie vorgesehen verschoben, und selbst unter dem enormen Druck des Gefechts war die Abstimmung zwischen den Flotten weitgehend erhalten geblieben. Das Finale dieser Strategie war die Sprengung des Asteroiden gewesen. Die neuartige Waffe hatte den gewaltigen Himmelskörper in unzählige Fragmente zerlegt und damit den letzten Flucht- und Angriffsweg der Outrider blockiert. Auf den aktuellen Berichten war jedoch zu erkennen, dass die Arbeit noch nicht abgeschlossen war. Einige Schiffe aus Alamo befanden sich weiterhin im Einsatz und sprengten oder lenkten größere Bruchstücke des gesprengten Asteroiden ab. Trotz des militärischen Erfolgs stellten diese Trümmer noch immer eine Gefahr für die umliegenden Planeten und Schiffe dar. Saber betrachtete die Meldungen schweigend. Die Schlacht war gewonnen, doch die Folgen würden das Neue Grenzland noch eine ganze Weile beschäftigen. 

Offizielle Verlustmeldungen lagen ihm bislang noch nicht vor, doch er wusste, dass diese Berichte früher oder später eintreffen würden. Saber schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich stattdessen auf die aktuellen Statusmeldungen.

Die Truppenstärke des Grenzlandes war weitgehend erhalten geblieben. Es hatte Schäden gegeben, teilweise sogar erhebliche, doch die meisten Verbände waren noch einsatzfähig. Beschädigte Einheiten wurden bereits aus der Front herausgelöst und in sichere Bereiche verlegt. Dabei fiel sein Blick auf den Eintrag von Ramrod I, der auf Alamo notlanden musste. Saber nickte leicht. Bastiaan hatte vollkommen richtig gehandelt und die Situation rechtzeitig erkannt und das Team aus dem Gefecht genommen, bevor aus den Schäden eine Katastrophe werden konnte. Manche Kommandanten hätten versucht weiterzukämpfen, um jeden Preis. Bastiaan hingegen hatte seine Verantwortung gegenüber seiner Besatzung ernst genommen. Für Saber war das wichtiger als jedes beschädigte Schiff oder jede verlorene Stellung. Material ließ sich ersetzen, Menschen nicht.

Er lehnte sich zurück und ließ den Blick über die Brücke schweifen. April, Colt und Fireball waren erschöpft und bis auf einen gebrochenen Arm unverletzt. Etwas schwerfällig stand er aus seiner Satteleinheit auf, die Erschöpfung steckte auch ihm in jedem Knochen und streckte sich einmal richtig durch. 

Colt stand am Panoramafenster, dessen Arm in einer Schlinge ruhte, während er schweigend die Aufräumarbeiten des gesprengten Asteroiden beobachtete, sowas sah man schließlich auch nicht alle Tage. Doch von seinem sonst so lockeren Wesen war im Moment wenig zu sehen. April hatte sich zurückgezogen. Nach allem, was geschehen war, brauchte sie offenbar etwas Zeit allein für sich. Fireball hingegen hing förmlich in seiner Steuereinheit. Er saß nicht mehr wirklich darin, sondern lag beinahe über den Kontrollen. Die Anspannung der vergangenen Stunden hatte auch an ihm gezehrt. Auf der gesamten Brücke war es ungewöhnlich still. Niemand verspürte das Bedürfnis zu reden. Jeder musste die ereignisreichen Stunden erst einmal verarbeiten. Sabrs Blick ruhte kurz über jedem Einzelnen, er war stolz auf sein Team.


Jarred hatte seinen Rundgang auf der Brücke beendet, leerte sein Getränk und ging zurück in den Kommandostand und setzte sich auf seinen Platz und schaute neben sich: „Du siehst nicht gut aus“, sagte er zu Shinjiro, der müde neben ihm saß. Ihm war bereits während der vergangenen Stunden aufgefallen, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Doch nun wurde es immer offensichtlicher. Natürlich wusste Jarred, was hinter diesem Zustand steckte. Seit mehr als fünf Stunden hatte Shinjiro praktisch ununterbrochen unter Hochspannung gestanden, hatte Befehle koordiniert, Strategien ausgearbeitet, Fronten überwacht und Entscheidungen getroffen, die über das Schicksal ganzer Verbände entschieden hatten. Und in den letzten Minuten, so kam es Jarred vor, wurde er zusehends blasser.

Shinjiro, hielt sich mit einer Hand seinen schmerzenden Kopf und gab nur ein kleines Nicken als Antwort von sich. Doch allein diese Bewegung bescherte ihm einen weiteren stechenden Schmerz. Kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, sein Atem wurde nicht leichter, sondern zunehmend schwerer. Er entschied sich, aufzustehen, um einige Schritte zu gehen, musste sich jedoch sofort am Geländer des Kommandostands etwas abstützen. Instinktiv griff er an sein Ohr, doch sein COM-Head befand sich längst nicht mehr dort. Trotzdem rauschten ihm noch immer unzählige Funksprüche durch den Kopf. Stimmen überlagerten sich, Einsatzmeldungen, Koordinaten und Befehle schienen noch immer durch seine Gedanken zu laufen. Der Rasterschirm war längst aus seinem Blickfeld, doch vor ihm rauschten Strategielinien, Flugbahnen und Positionen einzelner Schiffe, als würden die taktischen Anzeigen weiterhin direkt vor ihm schweben.

Er schüttelte leicht mit seinem Kopf und kniff die Augen fest zusammen, um die Bilder und Geräusche irgendwie loszuwerden und beobachtete, was um ihn herum geschah. Auf der Brücke liefen Offiziere geilig hin und her und gingen ihrer Arbeit nach. Ihre Stimmen hallten durch den Raum. Das grelle Licht und die Anzeigen blendeten ihn unangenehm. Die ersten Auswertungen wurden analysiert, Piloten wurden abgelöst, Funksprüche rissen nicht ab. denn die Royal Monarch de luxe war noch immer die Kommandozentrale im All. Von überall trafen Meldungen ein. Schiffe übermittelten ihre Positionen, Beobachtungen, Scans, Schadensberichte und Anforderungen. Informationen strömten pausenlos zusammen. Sein Blick zog sich wie ein Trichter und er hatte das Gefühl, als würde er sich etwas um seinen Brustkorb legen und ihn zusammendrücken.

„Komm, wir werden uns zurückziehen. Der Erste Offizier hat das Kommando übernommen“, sagte Jarred, der bereits die ganze Zeit neben seinem Freund gestanden hatte. Shinjiro nickte langsam und gemeinsam verließen sie die Brücke und gingen in einen Besprechungsraum.

Absatz #2

Nach einer Stunde entschied Saber, den Kurs Richtung Jarr zu setzen, sie hatten etwas getrunken und auch etwas gegessen, jetzt waren sie etwas gestärkt, je schneller sie unten waren, umso besser für alle! Bis Jarr benötigten sie noch 20 Minuten, Fireball beschloss den Überflug-Korridor der Versorgungsschiffe zu nutzen, so kamen sie kein Bergungs- oder Rettungsschiff in die Quere. Ihm steckte der Schreck immer noch in den Knochen, um ein Haar wären sie kollidiert, zwei millisekunden später, nicht auszudenken, was passiert wäre. Das Colt dabei verletzt wurde, tat ihm leid, aber besser einen gebrochenen Arm, als gar nicht mehr zurückkommen. 

Colt war mit seinen Gedanken bei Robin und Joshua, er hatte schließlich mitbekommen, dass auch auf Jarr intensive Kämpfe stattgefunden hatten. Doch er war nicht nur bei seiner Familie, auch bei allen Zivilisten, die ausharren mussten. Er war noch nicht bereit, sich die Nachrichten anzusehen. Alles, was ihm gerade Ruhe verschaffte war, dass sie es geschafft hatten, die Outrider so zu schwächen, dass sie keine Energie mehr aufbringen konnten, um sich zurückzuziehen. Das wurde bereits über den allgemeinen Funk mitgeteilt, um die zurückgebliebenen Schiffe der Outrider im All zu erklären, die sich nicht während eines Kampfes phantomisiert hatten. Das Basisschiff von Gattler konnte nicht nur gestürmt, sondern auch in Gewahrsam genommen werden. Die Tatsache, ein vollkommen intaktes Outriderschiff in die Hände bekommen zu haben, fand er durchaus interessant, es würde viele Erkenntnisse über die Phantom Nasen liefern!


Auf Jarr wurde über die Medien Entwarnung gegeben, Erste Hilfe-Einheiten des Militärs fuhren durch die Straßen. Einige Gebäude standen in Flammen oder waren zerstört, Bergungsarbeiten und die ersten Aufräumarbeiten begannen. Hubschrauber und Jets flogen weiterhin zur Überwachung und um weite Einsatzgebiete auszumachen. Krankenhäuser liefen unter Code blue, die Notaufnahmen waren voll, Verletzte wurden in die umliegenden Städte weitergeleitet. 

Auf dem Militärgelände arbeitete man unter Hochdruck die Bahnen von Geröll zu befreien, es waren vorerst nur Senkrecht Landungen möglich, die allerdings nicht mehr alle Schiffe aufgrund von Schäden ausführen konnten. Der Tower teilte sich die Arbeit mit dem zivilen Raumhafen, Vorrang hatten alle Schiffe, die Verletzte an Bord hatten. 


Die Monarch de luxe blieb vorerst im All, sie konnte beschädigte Jets und auch kleinere Schiffe aufnehmen, bevor diese flugunfähig wurden. In König Jarreds privatem Rückzugsraum hinter der Brücke reichte ein Sanitäter dem Doktor ein Spray, das Morel sofort einsetzte. Shinjiro lag auf dem Sofa und war seit einigen Minuten mehr abwesend als wirklich ansprechbar. Seine Reaktionen kamen verzögert und sein Blick wirkte leer und unfokussiert. Morel nickte knapp und öffnete einen weiteren Knopf des Hemdes, um mit seinem Stethoskop zunächst die Vitalwerte zu überprüfen. Er zog er seine Augenbrauen zusammen und setzte das Stethoskop erneut an.

Kälte breitete sich in Shinjiros Rachen aus, das Medikament hinterließ ein eisiges Brennen, das sich seinen Hals hinunter zog. Jeder Schluckversuch fühlte sich unangenehm und bitter an. Er wollte sehen, was los war, doch seine Augen waren so schwer wie Blei. Mit aller Kraft zwang er sie, offen zu bleiben. Die Welt vor ihm war milchig verschwommen. Konturen zerflossen ineinander. Die Gesichter um ihn herum wirkten wie Schatten hinter einem milchigen Schleier. Er versuchte, sich auf eine Stimme zu konzentrieren, auf irgendetwas. Doch die Worte erreichten ihn nur gedämpft und waren weit entfernt. Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus, als ihn etwas Kaltes berührte, er drehte sich mit seinen letzten Kräften zur Seite, wurde jedoch in seiner Bewegung fest gestoppt. 

“Captain, ich bin es Dr. Morel, bleiben sie einfach liegen, ihnen wird es gleich leichter fallen zu Atmen.” sprach der Arzt beruhigend, während er sich darauf konzentrierte, die richtige Dosis des Medikaments aufzuziehen. Shinjiro atmete schwer ein, da hielt ihm der Sanitäter eine Sauerstoffmaske vor, Shinjiro entspannte sich, dank der leichteren Luftzufuhr. Morel setzte die Spritze an und wenige Augenblicke später wurde es ruhiger in Shinjiros Kopf, er fiel in einen Dämmerzustand. Morel wartete weitere fünf Minuten und nickte. 

„Was ist los?” fragte Jarred den Arzt. Morel atmete tief ein: “Ich hatte auf Erschöpfung getippt, doch ich bin mir noch nicht sicher, genaueres kann ich erst sagen, wenn ich ihn genauer untersucht habe.” war Morels vorläufige Antwort und richtete sich auf und verließ den Raum, er musste wieder auf die Krankenstation, auf der Deluxe gab es weitere Offiziere, die vor allem unter Erschöpfungszuständen litten. Der Sanitäter richtete noch die Infusion.

Royu, der vor einigen Minuten dazugekommen war, deutete dem Sanitäter an, dass er sich um die anderen an Bord kümmern sollte, er würde hier bleiben und sich melden, falls etwas sein sollte. Jarred nickte Royu zu und folgte dem jungen Sanitäter, die Tür schloss sich, Royu setzte sich auf einen der Stühle und lehnte sich zurück, er war erschöpft und würde jetzt die Ruhe um sich nutzen und seine Augen schließen. 


Robin blieb noch einige Zeit im Schutzraum. Das Fernsehen meldete zwar, dass die Gefahr vorüber sei, empfahl aber weiterhin, den Schutzraum nicht zu verlassen, sofern es nicht unbedingt notwendig war. Joshua war vor einer Stunde eingeschlafen. Robin hingegen saß noch immer da und versuchte zu begreifen, was passiert war. Ganze sieben Stunden hatten sie hier verbracht und große Angst gehabt. Doch der Schutzraum hatte ihr geholfen, er war gut abgeschottet, nur gelegentlich hatte man ein leichtes Beben gespürt. Doch es war alles stabil geblieben. Außerdem hatte Colt vor seiner Abreise sämtliche Vorräte aufgefüllt, sogar an ihre Lieblingssnacks hatte er gedacht gehabt. Auch das hatte geholfen. Die Zeit hatten sie sich mit Spielen und Musik vertrieben, was völlig surreal war, wenn man bedachte, dass draußen ein Krieg tobte. Ihre Fragen waren jedoch, stand das Haus noch? Hatten Sie auf Yuma an so etwas gedacht? Darüber musste sie unbedingt mit Colt reden.

Die ersten Live Bilder aus dem All wurden gezeigt, der zerstörte Asteroid und weitere schauplätze sie entdeckte Ramrod, der, so wie es aussah, noch eine Weile benötigen würde, was gesagt wurde, hörte sie nicht, ihr liefen Tränen der Erleichterung über ihre Wangen. Colt und die anderen haten es wieder einmal geschafft! Colt verfolgte ein Ziel, Frieden für die Menschen im neuen Grenzland, er wollte, dass seine und alle anderen Kinder in Frieden ohne Angst aufwachsen konnten und dafür tat er alles. Sie hörte zu, erste Analysen wurden mitgeteilt, die Outrider wurden soweit zurückgedrängt, dass es einige Zeit ruhig bleiben würde. Sie atmete durch und schaltete das Gerät wieder auf Stumm, mehr wollte sie nicht hören oder sehen. Ausschalten ließ sich das TV nicht, es war der “Rescue Modus” aktiviert worden, um die Bevölkerung weiterhin auf dem Laufenden zu halten. 


Im Krankenhaus sah auch Sincia die Live-Bilder des Nachrichtensenders. Und begann vor Erleichterung zu weinen. Sie hatte Sara auf dem Arm, wie die anderen Mütter und Väter auf der Kinderstation. Noch immer hatte sie Angst und Panik bei diesen Kämpfen, alles andere wäre auch unnatürlich, doch das Beruhigungsmittel hatte gewirkt. Sie wusste, dass die Krankenhäuser unter militärischem Schutz bei Angriffen standen, aber auch jeder noch so gute Schutz konnte einmal versagen. Das, was sie beruhigte, war die Tatsache, dass Richard in absehbarer Zeit bei ihr sein würde, das würde die nächsten Stunden erträglicher machen!

Absatz #3

König Jarred hatte sich auf der Deluxe in sein Büro zurückgezogen, seine Augen waren geschlossen, die letzten Stunden waren mehr als anstrengend gewesen. Jarred schwirrten immer noch viele Informationen durch seinen Kopf. Es klopfte und er öffnete etwas widerwillig seine Augen. Dr. Morel trat ein, nachdem Jarred den Türöffner betätigt hatte. “Eure Hoheit, wir werden in den nächsten 30 Minuten landen!” teilte der Arzt dem König mit. Jarred nickte “Das ist gut, die Besatzung muss von Bord!” sagte er. Morel nickte bestätigend. “Wie ist die Lage?” fragte Jarred: “Zwei red, 10 yellow und mehr als 20 green.” gab Morel über den Krankenstand der Besatzung Auskunft. Jarred nickte: “Wie ist das weitere vorgehen, eure Hoheit?” wollte Morel wissen, als er näher trat. “Er kommt in den Palast, lassen Sie alles vorbereiten, was Sie benötigen!” sagte Jarred müde. Morel nickte: “Nun!” begann der Doctor erneut, doch Jarred unterbrach ihn: “Um alles Weitere kümmern wir uns, wenn wir wissen, was los ist, jetzt ist erst einmal wichtig, dass die Infrastruktur wiederhergestellt wird und alle Verletzten Hilfe bekommen!” teilte der König mit. “Natürlich!” war Morels knappe Antwort und verließ das Büro. Jarred atmete tief ein. Im Palast war Shinjiro sicher, nicht nur vor Übergriffen, auch vor der Presse und weiteren unerwünschten Blicken. Der Palast hatte schließlich eine voll ausgestattete Krankenstation, mit zwei Zimmern, die für Notfälle eingerichtet waren.


Ramrod befand sich im Landeanflug, sie würden etwas abseits auf dem Militär-Raumhafen landen, der Überflug über die Stadt hatte die ruhige Stimmung an Bord noch stiller werden lassen. In Saber krampfte es sich, als er an Sincia und ihre Ängste dachte. Das Krankenhaus war noch im Takt, es stand auf der Code Blue Liste und war somit eines der Notfallkliniken für Schwerverletzte. “Bitte lächeln!” unterbrach Fireball die Stille, als die Spotterpoints ins Sichtfeld kamen, Kameras waren auf die Landebahnen gerichtet, die die zurückkommenden Schiffe verfolgten und willkommen hießen. “Ach, wir sind nicht das Highlight, hinter uns kommt die Deluxe!” kam es erklärend von Colt, der sich alles nur über seinen Monitor ansah, bewusst blendete er die Stadt aus, was ihm nicht wirklich gelang! 

Die Royal Deluxe, die noch nicht einmal offiziell vorgestellt worden war und aufgrund des Angriffs vorzeitig aktiviert werden musste, hatte ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ihre Kampfstärke war beeindruckend, und mit der vollständig ausgestatteten Kommandozentrale war das Schiff in der Lage, sämtliche Operationen am Boden und im Orbit gleichzeitig zu überwachen und zu koordinieren.

Majestätisch setzte das riesige Schiff zur Landung an. Langsam senkte es sich herab, bevor es tatsächlich sanft aufsetzte und in einem schwer gesicherten Hangar rollte.


Fireball war direkt nach der Landung nach draußen gegangen nicht nur um sich einen schnellen Überblick der sichtbaren Schäden zu verschaffen vor allem wollte er frische Luft in seine Lungen zu bekommen und sich aktivieren, in den letzten Stunden hatte er nur auf seine Instrumente geschaut, sein Blick musste sich erst wieder an die weite außerhalb von Ramrod gewöhnen. Er spürte die Erschöpfung, doch zur Ruhe kam er nicht, das Adrenalin musste sich erst wieder abbauen. 

Er blickte über das Flugfeld, einige Bahnen waren vollkommen zerstört. “Gut geflogen, Hombre!” Fireball blickte neben sich und nickte seinem besten Freund zu: “Du auch!” Mehr Worte benötigten die beiden nicht. Ja, Fireball war beeindruckt von Colts Außenmission mit dem Bronco Buster, ohne diese Ablenkung hätten sie keinen Handlungsspielraum mehr gehabt, um aus dem Kessel vor Alamo herauszukommen. Es war alles ein perfektes Zusammenspiel gewesen, sie hatten wieder einmal bewiesen, dass sie als Team in diesen Ausnahmesituationen funktionierten. Trotz der zeitlichen Trennung, die sie vor einigen Monaten noch gehabt hatten. 

Colt hockte sich hin, er hatte das Gefühl, dass ihm seine Beine weich wurden. Sein Hut fiel vom Kopf und landete vor seinen Füßen. Fireball drehte sich zu seinem Freund, „Was war los?” Doch Fireball wusste es und hob den Hut des Cowboys auf, um danach den Cowboy am Arm zu halten. Der Cowboy griff sich mit einer Hand zwischen die Augen. Fireball hockte sich neben seinem Freund, der gerade wohl in einem GAS steckte, was eine Reaktion des Körpers, nach langen anhaltenden Stressreizen war, das plötzliche realisieren, dass es vorbei war, löste diese Reaktion aus, dazu kam die Übermüdung und Überflutung der Geschehnisse, Colt machte sich Sorgen um Robin, den Mini-Cowboy und Joshua, alles Faktoren, die ihm gerade nicht förderlich waren um einen Cut zu bekommen. 

Fireball reichte Colt sein Wasser, der Cowboy nahm es dankend entgegen und leerte die angefangene Flasche. “Ich brauche noch einige Momente..” sprach Colt leise und setzte sich jetzt auf den Asphalt. “Okay…” antwortete Fireball und setzte sich still neben ihn. Sie beobachteten die Starts und Landungen, die im Minutentakt stattfanden. Vier Techniker versorgten Ramrod und ließen die beiden in Ruhe, auch sie wussten, was da gerade los war. 

Saber stieg die Rampe hinab, um frische Luft tief in sich aufzunehmen. Gerade hatte er April gebeten aufzuhören zu arbeiten, die Blondine hatte nämlich schon vorgehabt die Systeme zu checken, das konnte auch noch bis morgen oder übermorgen warten. Jetzt war es wichtig, dass sie alle herunterkommen und in den nächsten Stunden in den Schlaf finden. Langsam ging er auf seinen Piloten und Scharfschützen zu, hockte sich hinter die Beiden und legte jedem eine Hand auf die Schulter. “Gute Arbeit Freunde!” und ruckte die beiden einmal durch. Um sie aus ihrer Starre zu lösen. “Feierabend, ein Shuttle ist angefordert und wird uns ins Hauptgebäude bringen, da wirst du deinen Arm ansehen lassen!” gab Saber Auskunft, seine beiden Freunde nickten und begannen sich zu bewegen. Colt setzte sich seinen Hut wieder auf und zog ihn sich tief ins Gesicht. Saber ließ den Lockenkopf vorlaufen, er und Fireball würden Colt die nötige Rückendeckung geben!


Fireball sah seinem Freund nach, bis er in der Einfahrt des Nachbarhauses verschwunden war. Der Japaner sah sich um, es war einiges los auf der Straße, Bäume, Beton und anderes Zeug lag verstreut herum. Die Straße war von dem scharfen Flakfeuer der Outrider durchlöchert worden, Aufräumarbeiten von Militär und ortsansässigen Firmen wurden auch schon durchgeführt. Diese Gegend war aufgrund der Nähe des Militärgeländes ein Hauptangriffsziel, doch hatten die Bodentruppen Schlimmeres verhindert. Auch die Einfahrt zum Haus seiner Eltern sah nicht besser aus, das Auto seines Vaters war ein Totalschaden, eine Laterne hatte sich auf diesem niedergelassen, das Haus war jedoch unversehrt geblieben. 

“Das nenne ich mal eine massive Bauweise!” kommentierte er den Anblick und schon krochen in ihm die Sorgen um seine Mutter hoch, sie war zwar nicht allein gewesen, schließlich waren Großvater und Mikan da, jedoch wird das alles nicht so leicht von ihr abprallen. Von seinem Vater selbst hatte er seit dem Ende der Schlacht nichts mehr gehört. Um das Auto würde er sich morgen kümmern, beschloss er und ging ins Haus.


In Dr. Morels Ordination im Palast kam Shinjiro langsam wieder zu sich, seine Sicht war noch immer milchig, er nahm zwar Leute um sich herum wahr, doch sie schienen weit weg zu sein. Da zuckte ein kalter kurzer Schmerz durch seinen Körper und er riss fast panikartig seine Augen auf. Vor ihm war ein Gesicht, das er nur schemenhaft erkannte: “Mr. Hikari, hören Sie mich?” Immer und immer wieder wiederholte Dr. Morel seine Fragen. 

Doch Shinjiro hatte keine Kraft zu reagieren und driftete wieder ab. Da setzte Morel erneut den Pen an Shinjiros Unterarm an. Und Shinjiro drehte seinen Kopf schwerfällig zur Seite: “Ja…” kam es angestrengt von ihm und um ihn herum wurde es wieder undurchsichtig. Morel war vorerst einmal beruhigt, dass der Captain auf seine Anrede überhaupt reagiert hatte. Er ließ ein Beruhigungsmittel über die Infusion laufen, einschlafen würde der Captain nach diesem Einsatz allein. 

Dr. Morel beschloss sich selbst auch erst einmal zurückziehen, gab jedoch Anweisungen an seinen Kollegen weiter. 

Absatz #4

Sincia fiel Saber um den Hals, als er das Krankenzimmer betrat. Nie wieder wollte sie ihn loslassen und weinte vor Freude, vor Erleichterung und weil die Anspannung der vergangenen Stunden endlich von ihr abfiel. Auch dem sonst so kühnen Schotten stiegen Tränen in die Augen. Die Haltung und Selbstbeherrschung, die er in den letzten Stunden aufrechterhalten hatte, begann zu bröckeln. Er war stark für sein Team gewesen, hatte die Verantwortung getragen, den Überblick behalten und selbst nach dem Kampf noch den Funkkontakt zu Alamo und Yuma gehalten. Solange andere auf ihn angewiesen gewesen waren, hatte er funktioniert. Doch jetzt musste er nicht mehr funktionieren und konnte seine Fassung nicht länger wahren. Sein ganzer Körper begann zu bebeb. Sincia erschrak etwas, als sie es spürte: „Richard?“ fragte sie und stand auf, um ihm ein Glas Wasser zu holen. Sie konnte nur erahnen, welcher Belastung und Verantwortung er in den vergangenen Stunden ausgesetzt gewesen war.

Saber versuchte noch einmal aufzustehen. Er hatte seine kleine Prinzessin noch gar nicht gesehen und begrüßt. Doch daraus wurde nichts. Kaum war er wieder auf seinen Beinen, überkam ihn ein schwerer Schwindel. Die Welt begann sich zu drehen und musste sich sofort wieder setzen und spürte gleichzeitig, wie sein Körper eigentlich nur noch eines wollte: Liegen. Sincia drehte sich erschrocken um, das Glas entglitt ihren Händen und zerschellte auf dem Boden, als sie die Bewegungen ihres Mannes sah. Ohne zu zögern eilte sie zum Notrufknopf und betätigte ihn.


Colt und Robin saßen aneinander gekuschelt auf dem Sofa. Robin erzählte ihrem Cowboy, wie sie den Angriff in Jarr erlebt hatten und wie froh sie war, ihn jetzt wieder hier in ihren Armen zu haben! Colt hatte Mühe, seiner Robin zu folgen und kuschelte sich erschöpft an sie. Genau das war es, was ihm in den letzten Tagen so sehr gefehlt hatte! Robin kraulte dem Cowboy sanft durch seine Locken, nach einigen Minuten merkte sie, dass er immer stiller geworden war und unter ihren ihren liebevollen, streichelnden Massage eingeschlafen war. Die blonde Lehrerin musste schmunzeln, ja er muss einfach vollkommen erschöpft sein, sie würde noch eine Weile so sitzen bleiben und seine Nähe genießen.


Royu hatte die undankbare Aufgabe, Hitomi von Shinjiros Zusammenbruch zu benachrichtigen. Sie war fassungslos und wollte am liebsten sofort zu ihm. Er hatte Mühe, sie zu beruhigen. Fireball war ebenfalls geschockt, er stand neben seiner Mutter und begleitete sie nach oben.

Royu sah seinem Neffen und Hitomi nach, er hatte vor zu duschen und sich hinzulegen und stieg die ersten beiden Stufen der Treppe hinauf: “Also hat er es bis zum Schluss durchgezogen!” hörte er die Stimme seines Vaters hinter sich. Royu wandte sich langsam seinem Vater zu: “Ist das alles, was dich interessiert?” fragte er und sah seinen Vater mit müden, fassungslosen Augen an. Der Großvater nickte: “Er ist der First Grad!” Royu wollte zu etwas erwidern, doch sein Vater kam ihm zuvor: “Geh dich hinlegen!” sagte er und ging wieder zurück auf die Terrasse, Mikan folgte dem Großvater tapsend. Royu sah ihm nach: “Was?” sprach er leise vor sich und schüttelte mit seinem Kopf, und dachte, sich verhört zu haben. Fireball stand oben auf dem Treppenabsatz und hatte die kurze Unterhaltung der beiden mitbekommen. Royu ging an ihm vorbei und klopfte seinem Neffen fest auf die Schulter. 

Absatz #5

Am nächsten Morgen hatte Colt von Robin am Frühstückstisch erfahren, dass Saber im Krankenhaus lag. Sofort informierte er April und Fireball. Dadurch erreichte den Cowboy auch die Nachricht, dass Captain Hikari ebenfalls noch nicht nach Hause zurückgekehrt war und stattdessen im Palast medizinisch behandelt wurde. Damit war klar, dass er vorerst die Stellung auf Ramrod halten würde. Für die nächsten Stunden hielt sich Colt jedoch an die letzte Anweisung des Schotten: „Ausruhen!“

Welch eine Ironie, dachte er, während er sich den letzten Bissen seines Pancakes in den Mund schob. Tatsächlich war das alles nur eine Frage der Zeit gewesen. Die Dauerbelastung, unter der Saber in den vergangenen Monaten ausgesetzt gewesen war, hatte nun ihren Tribut gefordert. Einsatz folgte auf Einsatz, Verantwortung auf Verantwortung. Irgendwann musste selbst jemand wie Saber an seine Grenzen stoßen. Colt lehnte sich zurück und sah einen Moment schweigend aus dem Fenster. Er machte sich Sorgen, weil er den Schotten mittlerweile zu gut kannte. Saber war der Typ Mensch, der weitermachte, obwohl er längst hätte eine gang zurückschalten müssen. „Sturer Schotte“, murmelte Colt leise vor sich hin. Er würde im Laufe des Tages dem Highlander einen Besuch im Krankenhaus abstatten. Und wenn nötig, würde er persönlich dafür sorgen, dass dieser sich tatsächlich ausruhte.


Saber öffnete langsam seine schweren müden Augen, während ein tiefes Stöhnen seine Kehle verließ, einige Augenblicke sah er sich orientierungslos umsah und als es ihm bewusst wurde, wo er sich befand, wollte er sich hastig aufrichten. Doch sein Kreislauf machte ihm sofort einen Strich durch die Rechnung. denn noch bevor er richtig sitzen konnte, überkam ihn ein heftiger Schwindel. Und und wurde förmlich in sein Kissen gedrückt, und in ihm stieg eine ungewohnte Übelkeit auf.

“Nicht so schnell, Boss, du bleibst schön liegen!” hörte Saber Colts Stimme und der Highlander legte sich seine Hand auf die Stirn und ein weiteres leichtes Stöhnen entkam ihm: “Wie bin ich … ” Doch zu Ende sprechen brauchte er nicht, Colt erzählte ihm bereits alles. “Und jetzt hütest du eine Woche das Bettchen!” beendete der Cowboy seine bildliche Beschreibung. 

“Und keine Panik, ich habe bereits alles mit Shinji und Lorenz geklärt!” beruhigte er Colt den Schotten. Darauf musste Saber etwas lachen: “Ja, das beruhigt mich jetzt!” Colt blickte kurz zu der halb durchgelaufenen Infusion, „Was geben die ihm da?” fragte er sich und  setzte sich auf den Besucherstuhl neben dem Bett. 

Saber nahm die Hand von seinen Augen, der Schwindel ließ langsam nach: “Und Captain Hikari?” fragte der Schotte, der seit dem Ende des Kampfes nichts mehr vom First Grad gehört oder gar gesehen hatte. “Tja, der liegt auch flach, nur etwas luxuriöser als du. Obwohl du schon First Class liegst. Du verstehst, was ich meine … ” war Colts breit grinsende Antwort. Saber verstand gerade nur Bahnhof und sah Colt fragend an: “Ja, mehr weiß ich auch nicht!” erklärte der Lockenkopf darauf und hob seine Hände. Saber nickte nur. 

„Ach, ich habe heute eine entzückende kleine Schottin kennengelernt, ziemlich laut, aber bezaubernd.” wechselte Colt grinsend das Thema. Saber musste darauf breit grinsen, er kannte sein Mädchen, Sara ließ sich nur von Sincia und ihm halten, sogar bei den Schwestern fing sie an zu quengeln. “Nimm es nicht persönlich, das macht sie bei allen anderen auch.” versuchte Saber zu schlichten, Colt winkte ab: “Warts ab, wenn sie mich mit meinem besten Hut sieht!” lachte der Cowboy liebevoll, die kleine Sara hatte ihn verzaubert, erstaunt war er, wie so ein zartes Baby schon so kräftig sein konnte.


„Geht es dir besser?“, fragte Jarred. Shinjiro blinzelte mehrere Male und ließ dann seine Augen wieder geschlossen. Obwohl die schweren Vorhänge zugezogen waren, war ihm das Licht im Raum viel zu hell. Auf Jarreds Frage hin schüttelte er nur leicht seinem Kopf. Jarred sah fragend zu Morel, der den Captain aufmerksam beobachtete. „Haben Sie Schmerzen?“, fragte der Doktor. Doch Shinjiro antwortete nicht, stattdessen hob er die Hand, an deren Handrücken die Infusion befestigt war, und griff sich an die Stirn. Dem Arzt genügte diese Reaktion vollkommen. Sein Patient hatte Schmerzen und war im Moment nicht einmal in der Lage, sie auszusprechen, und holte ein Schmerzmittel, als Shinjiro plötzlich den Drang verspürte zu husten, was ihm jedoch nich gelang. 

Der Doktor hielt inne und ließ die Spritze wieder sinken und legte sich stattdessen das Stethoskop an und begann, Herz und Lunge abzuhören. Länger als gewöhnlich, wie Jarred fand und Moreld Blick wurde zunehmend konzentrierter. Im Raum blieb es still. „Etwas stimmt hier gerade nicht“, wusste Jarred.


Saber genoss mittlerweile seine Zwangsauszeit. Was ihm anfangs schwergefallen war, war inzwischen das Schönste, was ihm passieren konnte. Sara lag auf seiner Brust. Die beiden hatten vor wenigen Minuten ein ausgiebiges Nickerchen gehalten und genossen nun die ruhige Atmosphäre im Zimmer. Sincia saß in einem Sessel, sie hatte die Zeit, in der die beiden geschlafen hatten, zum Lesen genutzt, etwas, das sie in den vergangenen Wochen sehr vermisst hatte. Vor Saras Geburt hatte sie alles gelesen, was ihr zwischen die Finger kam, umso erholsamer waren diese zwei Stunden für sie gewesen, in der sie seit langem mal wieder hatte abschalten können.

Und das Bild, das ihr Sara und Richard beim Aufsehen geboten hatten, war einfach zu schön. Jetzt hatte ihr Mann auch einmal richtig viel Zeit, die er mit ihr und Sara verbringen konnte. Es wird Ihnen allen sehr guttun! Waren ihre Gedanken, während sie Richard beobachtete. Noch 2 Tage musste er im Krankenhaus zur Überwachung bleiben, gekümmert wurde, ausgezeichnet, obwohl das Krankenhaus derzeit voll belegt war, waren keine Versorgungsengpässe zu spüren. Was Sincia beeindruckte und hoffte, dass alle die Hilfe benötigten, sie auch bekamen. Denn sie hatte gehört, dass auf den kleineren Planeten, wo es nur ein oder zwei Siedlungen gab, die Versorgung mit Lazaretten aufrechterhalten werden musste. Und dafür sogar Einheiten von der Erde angefordert werden mussten. Was es sonst für Neuigkeiten im Grenzland gab, wusste sie nicht, wenn Sara im Zimmer war, sollte kein TV Gerät laufen. Sara war die Neugier ins Gesicht geschrieben, alles schaute sie schon an und wusste genau wer im Raum war und bei wem sie war und sein wollte.


Das Licht war gedimmt und die Vorhänge, hinter denen sich vermutlich eine große Fensterfront verbarg, vollständig zugezogen. Schwere hohe Holzvertäfelte Wände, hell polierter Holzboden bedeckten den Raum und die Einrichtung bestand aus alten, schweren Regalen und Schränken. Und wären nicht vereinzelt medizinische Geräte und einige Utensilien zu sehen, hätte Fireball geglaubt, ein Gästezimmer betreten zu haben. Er trat hinter die Abgrenzung, die den Raum teilte, und blieb am Fußende des Bettes stehen. Sein Vater wirkte blass und schien auf den ersten Blick zu schlafen, obwohl Dr. Morel ihm zuvor etwas anderes erzählt hatte. Fireball betrachtete ihn schweigend und versuchte, die Situation einzuordnen. Es behagte ihm nicht, seinen Vater so zu sehen, es war nicht das Bild, was er von ihm kannte. 

Hitomi war direkt zu Shinjiro gegangen, während sie ihm über einen Arm strich hörte sie Morel zu: “Es ging ihm an Bord schon nicht gut, ich vermutete, das es die Luftaufbereitung an Bord war, das Schiff ist neu und diese Anlagen wurden noch nicht zu einhundert Prozent durchgeblasen, es hatten auch andere Offiziere an Bord kurzzeitig Probleme damit, die sich jedoch schnell beheben ließen.” erklärte Dr. Morel. Hitomi nickte und sah zum Arzt, der ihr auf der anderen Seite des Bettes gegenüberstand: “Aber?” fragte sie und sah wieder zu ihrem Mann. Morel nickte: “Ich beobachte seit einigen Wochen kleinere Veränderungen in seinem Blutbild, darüber habe ich ihn auch schon aufgeklärt.” begann er und zeigte Hitomi den Wert auf dem Tablet. 

Fireball stellte sich langsam neben seine Mutter und blickte auf einige Zahlen und Werte. “Es sind bestimmte Marker, die auch auf das verabreichte “Tephikanol” vor einigen Monaten hinweisen könnten.” Letzteres betonte Morel vorsichtig… Fireball sah auf, daran hatte er überhaupt gar nicht mehr gedacht. “Und das bedeutet?” fragte er jetzt und sah wieder auf die Grafik, die einen kontinuierlichen Anstieg mehrerer Werte zeigte. Dr. Morel nahm das Tablet wieder ansich: “Nun, ich halte gerade rücksprache mit einigen Kollegen, die sich mit verabreichten Tephikanol auskennen, das Problem ist, man kann nie sicher sein, ob die Symptome davon ausgelöst wurden, oder sich ein natürlicher krankheitsverlauf ankündigt. Ausgelöste Erkrankungen durch Tephikanol können wir nicht mit den allgemeinen Mitteln behandeln, deswegen halte ich mich gerade noch sehr zurück.” gestand er, dass ihm gerade in beide Richtungen die Hände gebunden waren. 


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