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Absatz #1
Die letzten drei Tage waren wie im Flug vergangen. Fireball kämpfte immer noch damit, dass ihn die Mechaniker und Ingenieure einfach nicht für voll nahmen. Jetzt war es eine andere Nummer, denn Saber stand nicht mehr neben oder vor ihm und dass genau das der Knackpunkt werden würde, damit hatte er nicht gerechnet.
Er saß in der Küche des Friedenswächters, vor ihm lag das Tablet, dem er, wenn das so weiterging, in den nächsten Tagen vermutlich noch einen eigenen Namen verpassen würde. Schwer stützte er seinen Kopf in seine Hände und dachte nach.

Einen Start Slot hatte er bereits organisiert, mit den Lotsen im Tower hatte er keine Probleme gehabt. Doch ohne das Okay, des Mechanikers und sein eigenes, würde der Slot verfallen. Und das wollte er auf gar keinen Fall zulassen, nein! Das würde er nicht zulassen. Und stand abrupt auf, schnappte sich das Tablet und verließ hastig die Küche. April, die gerade aus dem Kontrollraum kam, sah Fireball über den Flur flitzen: „Was ist denn jetzt los?“, fragte sie irritiert.
Colt und Saber saßen im Offizierskasino, der Cowboy war hinter einem Stapel Bücher verschwunden. Okay… es waren genau genommen zwei. Doch für Colt war das bereits ein ausgewachsener Stapel. In wenigen Tagen würde seine Ausbildung auf dem Bronco Buster beginnen, und ein wenig Einlesen konnte schließlich nicht schaden. Das digitale Handbuch hatte er inzwischen fast komplett durchgearbeitet. Und wusste… nichts. Zumindest fühlte es sich so an. Spaß machte ihm die ganze Leserei definitiv nicht, doch die Aussicht auf einen mobilen Geschützstand machte die Sache irgendwie erträglicher. Colt nahm einen Schluck von seiner Cola. Robin hatte ihm lediglich gesagt, die Süßigkeiten im Automaten zu lassen. Von Cola-Verbot war nie nicht die Rede gewesen. Da war er sich ziemlich sicher.
Er sah zum Schotten hinüber, doch auch der hing mehr grübelnd über seiner Arbeit als tatsächlich produktiv zu sein. Eines hatte der Cowboy allerdings bemerkt, sein Freund war nicht mehr ganz so niedergeschlagen und wortkarg, wie in den letzten Tagen.
Saber ließ von seinem Tablet ab und lehnte sich zurück. “Das ist doch zum Verzweifeln!” kommentierte er, während er sich über seine Augen strich. “Was steht am Schwertschwinger?“ Saber sah zum Schützen und grinste: “Weißt du, wie viel Zucker Cola hat?” fragte Saber den Cowboy! Colt nahm demonstrativ einen Schluck: “Das ist reine Nervennahrung.“ antwortete er. Saber schüttelte lachend seinen Kopf: “Dann nimm Shinji nachher eine mit!” kam es darauf vergnügt von ihm. Und Colt lachte kurz auf, wusste der Lockenkopf doch, was Saber damit meinte. “Und was lässt dich verzweifeln?” wollte Colt jetzt wissen. Saber atmete tief ein. “Ich finde keinen geeigneten Piloten und wenn, gehen sie in die Air Base oder zivile Raumfahrt.” erklärte Saber. “Also gibt es keine Gesuche, um auf Ramrod zu dienen?” fragte Colt etwas zweifelnd. Saber nickte: “Doch, aber nicht als Pilot, ich könnte, würde ich mit Offiziersanwärtern und Navigatoren um mich werfen.” erklärte er. Colt schnippte darauf: “Tja, wir sind das beste Team, es ist Ehrfurcht..“ warf Colt darauf grinsend ein.
Ein Ordner schob sich zwischen die beiden und sie blickten auf. “Dann sollte sich das ehrfurchtsvolle beste Team vor Ort umschauen.” kommentierte Captain Hikari, das gehörte sarkastisch. Eine Augenbraue von Saber ging nach oben und griff nach dem Ordner und öffnete ihn und war erstaunt, es war eine Auflistung, der Rekruten, die sich im Prüfungsjahr zum Piloten befanden, allerdings noch kein Gesuch gestellt hatten. “Danke, Sir!” nickte Saber und schob Colt jetzt den Ordner über den Tisch. “Wollte das beste Team nicht schon längst in der Luft sein?” fragte Hikari weiter und wandte sich zum Gehen.
Colt rollte mit seinen Augen: “Sehr witzig!” Saber grinste: “Abwarten, aber recht hat er.” nickte Saber während er auf seine Uhr sah. “Also, Alamo!” stellte Colt fest, als er sich die Liste ansah. „Ja“, antwortete Saber dem Cowboy und holte seinen Kommunikator hervor. Colt nickte und stand auf, auch er müsste Robin jetzt seine kurzfristig bevorstehende Mission mitteilen, die, wie er hoffte, nicht lange dauern würde!
Absatz #2
“Sie geben mir jetzt den aktuellen Stand der Reparaturarbeiten und ich meine nicht die, wo ich erfahre, ob sie irgendwo einen blauen oder roten Stern angebracht haben!” Der Mechaniker winkte ab: “Diese Information würde ich Ihnen liebend gerne geben…!” Fireball folgte dem Mann: ”Diese Informationen müssen Sie mir sogar geben…” unterbrach er den Mann Anfang 50. “Nein, ich würde sie liebend gerne Major Lancelot übergeben, aber nicht ihnen!” Fireball zog seine Augenbrauen zusammen: “Hören Sie…“ Der Mechaniker unterbrach: “Nein, Sie hören jetzt! Sie sind der Pilot, richtig?!“ Fireball nickte. “Sie haben Ramrod so zugerichtet und ich werde es nicht unterstützen, dass sie als unerfahrener Pilot weiter solch weitläufige Entscheidungen treffen! Auch wenn, ihre befehlshabenden Offiziere da anderer Meinung sind!” Fireball zog seine Augenbrauen zusammen: “Unerfahren? Was, das ist doch nicht ihr ernst! Da oben entscheide ich und als erstes geht es um die Besatzung, dann um den Kampf und wenn dazu auch noch ein Befehl von Major Lancelot kommt, entscheide ich immer noch, ob es machbar ist, oder nicht! Also kann ich das hier… vor allem das hier auch entscheiden.” sagte er ernst und zeigte auf sein Tablet! “Und mit diesen Schäden haben wir dazu beigetragen, auch Sie und alle anderen vor einem Angriff der Outrider zu schützen! Was ist, wenn sie jetzt angreifen und wir nicht starten können? Obwohl hier ein Flug und kampffähiges Schiff steht, sollte das im Nachhinein herauskommen, nachdem eventuell auch Zivilisten draufgegangen sind, dass sie es wegen so einen Quatsch hier vereitelt haben und das wird es, auch ich habe Berichte zu verfassen und könnten Sie das dann verantworten?” Sprach Fireball ernst und fixierte den Mann vor sich, der sehr wohl einer der besten Mechaniker für Ramrod und das Oberkommando war. Das wusste er und schrieb es dem Mann auch nicht ab.
Der Mechaniker sah den jungen Piloten stechend vor sich an. “Die Challenge Phase zeigt noch kleinere Fehlerquellen auf, ist jedoch einsatzbereit, allerdings nur im äußersten Notfall!” betonte Chefmechaniker Omid besonders scharf und nahm dem Piloten das Tablet aus der Hand, um Ramrod aus dem Reparaturstatus freizugeben. Fireball bedankte sich und drehte sich um und hielt inne.
Neben Ramrods Rampe standen Colt, Saber und sein Vater, die dank der Akustik im Hangar garantiert jedes einzelne Wort mitbekommen hatten. Und rollte mit seinen Augen und ging auf den Friedenswächter zu.
„Cola, Hombre?“ fragte Colt und hielt ihm breit grinsend eine Dose des zuckerhaltigen Erfrischungsgetränks entgegen. Fireball nahm sie ihm beim Vorbeigehen ab: „Wir können starten!“, knurrte er und marschierte die Rampe hinauf.
Die anderen sahen ihm nach. „Jetzt!“, rief er noch über die Schulter, bevor er im Schiff verschwand, hörte man noch das Zischen der Cola Dose.
Saber und Colt sahen sich an.”Jetzt”, wiederholte Saber trocken und folgte seinem Piloten: „Yippie-Ya-Yay!“, rief Colt begeistert und verschwand ebenfalls im Friedenswächter. Und die Rampe schloss sich hinter ihm.
Captain Hikari grinste breit. „Sir!“ trat Mechaniker Omid an ihn heran und hielt ihm das Tablet entgegen. Hikari warf einen flüchtigen Blick darauf, nahm es jedoch nicht an. „Der Pilot hat es abgesegnet“, wiederholte er ruhig. Omid sah den Captain darauf fragend an. Hikari nickte ihm nur kurz zu und ging Richtung Ausgang. „Aber, Sir!“, rief Omid ihm nach. Doch der Captain deutete lediglich auf das Schiff: „Achtung, freilaufender Pilot“, sagte er trocken und verließ den Wartungshangar. Omid blickte noch einmal zum Friedenswächter, winkte schließlich ab und verließ leicht grummelnd die Halle.
Die gewaltigen Hangartore fuhren langsam auseinander und gaben den Weg nach draußen frei. Der Friedenswächter setzte sich schwerfällig in Bewegung. An Bord liefen die letzten Startvorbereitungen. Die neuen Turbo-Triebwerke fuhren hoch, die Waffensysteme wurden aktiviert und Anzeigen kontrolliert. Saber, Fireball, Colt und April arbeiteten hochkonzentriert, denn jedes Mal nach mehreren Tagen in der Wartung fühlte es sich an, als würde man mit einem völlig neuen Schiff starten.
„Rollfreigabe erteilt“, meldete April und der Friedenswächter rollte langsam aus dem Hangar und warf einen breiten Schatten über das Vorfeld, das Sonnenlicht spiegelte sich auf seiner Hülle, während es majestätisch zur zugewiesenen Startbahn fuhr. Selbst im Offizierskasino war die Aufmerksamkeit inzwischen nach draußen gewandert, denn ein Start des neuen Friedenswächters war noch immer etwas Besonderes.
Vor der USS Detroit standen Dave, Daniel und Steve mit verschränkten Armen und beobachteten schweigend, wie sich das Schiff vor der Startbahn in Position brachte. Hitzeflimmern, die von den Triebwerken verursacht wurden, lagen bereits über dem Beton. „Na dann… hoch, Kurzer“, murmelte Dave.
Nach der Take-off-Freigabe vom Tower drückte Fireball den Schubregler nach vorn und Ramrod setzte sich in Bewegung, vor dem Abheben zündete er die Turbotriebwerke und Ramrod gewann schnell an Höhe, das Fahrwerk zog sich ein und der Friedenswächter flog eine 40 Grad Kurve über das Gelände. Bis Ramrod den Orbit erreichte und nicht mehr zu sehen war. „Nicht schlecht!” kommentierte Dave den Start und ging wieder an Bord.
“Die Turbos wurden noch nicht getestet, oder?” fragte Lorenz kaugummikauend in den Himmel schauend. “Ich darf mich nicht einmischen!” kommentierte Shinjiro. Lorenz grinste und sah neben sich: “Und das fällt dir zusehends schwer!” Shinjiro verschränkte seine Arme vor der Brust und sah Lorenz an. “Also, Alamo?” kam es von Lorenz.“Wer zuerst zündet, darf vorn fliegen!” sagte Shinjiro darauf und lief in den Hangar der Base. Lorenz sah Shinjiro überrascht nach und sah sich dann um. “Das war doch gar nicht abgemacht!” sprach er und folgte Shinjiro.
Saber teilte nun offiziell ihr Ziel mit, sie würden drei Tage auf Alamo bleiben. Doch bevor es Richtung Alamo ging, wollte er sich noch das All rund um die Anomalie ansehen. Vor den Panoramafenstern der Brücke zog langsam das tiefe Schwarze Alls vorbei. „Was erhoffst du dir davon?“, stellte Colt schließlich die Frage, die bereits unausgesprochen über der Brücke hing. „Reines Interesse“, antwortete Saber knapp. Er wollte sich selbst ein Bild machen.
“Nichts außer schwarzes All!” sagte Fireball, der sich auch wieder beruhigt hatte und seine Cola genoss. “Die Anomalie ist direkt vor uns!” teilte April ihren Standort mit. Fireball stellte den Autopiloten ab und setzte Ramrod in eine Art schwebende Parkposition. “Tja!” kam es vom Cowboy, der sich vor das Panoramafenster neben Saber stellte. “Es ist schwarzes, nichts.” Der Schotte nickte und blickte in die Dunkelheit. “Es soll wie eine Membran sein“, hatte General Dewns erklärt. Und hier genau dahinter, aber hinter was? Befand sich ein weiteres Sonnensystem mit Menschen, von denen sie nie etwas erfahren hätten, gäbe es die Outrider nicht oder wäre Captain Hikari nicht wieder zurückgekommen. Sie könnten ohne Probleme weiter in das Tiefschwarze All fliegen und es würde nichts kommen. Wie war das alles nur möglich? Wie konnten die Outrider, die zwar technologisch so weit aufgestellt waren, aber Kampfmäßig doch meistens fast immer den kürzeren zogen, so etwas bewerkstelligen? Woher kam ihr wissen? Diese Fragen beschäftigten Saber schon fast ein Jahr, vor allem aber in den letzten Tagen wurden es immer mehr. Bekam man eine Antwort, plopten zwei weitere Fragen auf. Vielleicht war ihr Verstand noch zu begrenzt, um es zu erfassen, oder es gab zu viele physikalische Glaubensmuster, die auf der Erde und in ihrem noch sehr kleinen Universum zwar funktionierten und Sinn ergaben. Aber da draußen, in den unendlichen Weiten des Universums, sah die Sache anders aus. “Friede den unendlichen Weiten!“ sagte Saber und ging wieder zu seiner Steuereinheit. Colt sah den Schotten nach, „Was war los mit ihm?” Er sah zu Fireball, der nur mit seiner Schulter zuckte und einen letzten Schluck seiner flüssigen Nervennahrung nahm. “Kurs auf Alamo!” sagte Saber.
Absatz #3
In weniger als zwanzig Minuten würde die Jard-Royal, das Privatschiff von König Jarred, den Planeten Alamo erreichen. Es war ein Treffen, das schon lange überfällig gewesen war. Der neue Leiter der Ausbildungscamps für die Truppen des Neuen Grenzlandes sollte nun auch formell zu seiner neuen Position beglückwünscht werden. Denn eines stand fest: General Whitehawk würde nicht mehr in den aktiven Dienst zurückkehren. Nach Jahrzehnten des Dienstes würde man ihn mit allen militärischen Ehren in seinen verdienten Ruhestand verabschieden.
Lange war er schon nicht mehr vor Ort gewesen und hatte vor, sich alles zeigen zu lassen, besonders den Bereich der Task Force, die in den letzten Monaten sehr an Truppenstärke hinzugewonnen hatte.
Da flogen sechs Jets über die Jard-Royal hinweg und setzten sich als Begleitschutz vor das Schiff. An der Spitze waren die Jets von Captain Lorenz und Captain Hikari. Jarred ging zum Panoramafenster und sah nach draußen, das All war ruhig, gerade auf dieser Route trafen sich zivile und militärische Raumgleiter. Alamo war ein Knotenpunkt und symbolische Mitte des Neuen Grenzland. Das hatte man damals schon vor der Besiedlung beschlossen, dass auf Alamo alle Truppenverbände für das Königreich Jarr und des Oberkommandos zusammen ausgebildet wurden. Obwohl Alamo, geographisch noch zu Jarr gehörte, blieb es neutraler Boden. “Nun gut, dann würden wir ja bald landen.“ sagte er und genoss noch einen Moment die Ruhe.
Team Ramrod war bereits vor über einer Stunde gelandet und von Offizieren und Kadetten offiziell empfangen worden. General Trevis, der derzeitige Leiter des gesamten Ausbildungscamps, führte die vier durch die Akademie. Hier werden Erinnerungen wach, dachte Colt unweigerlich, während er sich alles interessiert anschaute.
Nach einem kurzen Informationsgespräch machten sich Saber und Fireball auf den Weg zum Ausbildungsbereich der Air Force. Wo über den beiden gerade ein zweimann Jet, auch „Twin Seater“ genannt, hinweg flog.

Colt hatte für heute Feierabend und stattete dem öffentlichen Bereich des Camps einen Besuch ab. Vielleicht lief ihm ja noch der eine oder andere Bekannte über den Weg, dachte er und lief über den roten Schotterweg, die Bäume neben ihm waren ordentlich gewachsen, und vor sich sah er das flache Gebäude, im western stil, in dem General Whitehawk damals sein Büro gehabt hatte, mit eine Tür, die immer offen gestanden hatte. Dachte Colt mit einem Anflug von Wehmut an den alten Indianer, der für jeden fünf Minuten Zeit hatte, auch wenn er sie sich einfach nahm. Niemand würde Whitehawk ersetzen können. Doch er spürte es deutlich: Der Geist des Generals hing noch immer über dem Camp. Nur, für wie lange noch? Egal an welchen General er dachte oder ihm einfiel, keiner von ihnen kam auch nur ansatzweise an General Whitehawk heran.
Colt blieb stehen und sah sich um, geradeaus ging es zu den Unterkünften der Kadetten. Team Ramrod hätte in der Akademie übernachten können, etwas, was im ersten Moment verlockend geklungen hatte. Doch Saber hatte sofort dankend abgelehnt. Schließlich hatte das neue Team noch nicht ein einziges Mal mehrere Tage auf dem Friedenswächter miteinander verbracht. So nutzte Saber die Gelegenheit direkt zur Teamfestigung. Im ersten Moment hatte Colt darüber noch gestutzt, doch im nächsten Augenblick verstand er es. Sie alle waren seit über einem Jahr nicht mehr Tage, geschweige denn Wochenlang auf engstem Raum zusammen gewesen und wahrscheinlich wurden auch an Bord die Karten neu gemischt.
Er sah nach links, dort ging es zur Mensa und zum Sportplatz mit dem nahegelegenen Schießplatz. “Na, dann!” sagte er zu sich, zog seinen Hut tiefer ins Gesicht und schlug den Weg Richtung Schießplatz ein.
Zu seiner Überraschung war nicht nur der Geschützstand modernisiert worden, sondern auch das angrenzende Sportgelände, das inzwischen um einen Basketballplatz reicher war. Der Cowboy grinste und ließ den Blick weiter über das Camp schweifen. Die Kadetten saßen nach wie vor auf der breiten Treppe oder auf den Sitzgelegenheiten vor der Mensa, tja das waren immer noch die besten Plätze, um auf den Schießplatz blicken zu können oder einfach das Treiben ringsum zu beobachten.
Aprils Weg führte sie direkt in die IT, während die anderen sich im Camp umsahen, zog es sie dorthin, wo an neuen Ideen, Systemen und Softwarelösungen gearbeitet wurde. Sie wollte wissen, welche Entwicklungen aktuell liefen und ob sich darunter vielleicht etwas befand, das Ramrod künftig gebrauchen könnte. Man wusste schließlich nie, welche kleine technische Neuerung später im Einsatz den entscheidenden Unterschied machte.
Colonel Murry, der alte Fluglehrer, hatte Saber und Fireball in seiner bekannten, ansteckenden, fröhlichen Art begrüßt. So sehr, dass man gar nicht anders konnte, als sich mitfreuen. Saber hatte Murry schon vorab den Grund seines Besuchs erklärt: „Ja, ja, Richard… Ich habe das Gesuch der Ramrod-Einheit immer im Hinterkopf. Aber im Moment ist es schwierig“, begann der ältere und führte Saber und Fireball in Richtung der Simulatoren.

„Wisst Ihr, die neue Technik hat die Ausbildung praktisch über Nacht verändert. Ich selbst bin diese Maschinen mit ihren neuen Eigenschaften noch nie geflogen. Natürlich bekomme ich jede Menge Input von Captain Lorenz, der gesamten Air Base und anderen Kampfschiffpiloten. Aber wie soll man jemandem etwas Neues mit gutem Gewissen beibringen, ohne es selbst getestet zu haben?“ erklärte Murry.
Saber nickte verstehend, als sie den riesige halle betraten, der von kühlem blauem Licht durchzogen wurde. „Ich verstehe, Sir.“ Murry deutete auf einen der neuartigen Simulatoren: „Da ist das gute Stück. Gefüttert mit allen neuen Erkenntnissen der letzten zwölf Monate.“
Sie stiegen ins simulierte Cockpit. Es war eng, dicht gedrängt mit Anzeigen, Bedienelementen und blinkenden Systemen. „Also gibt es keinen Piloten, der auch nur ansatzweise infrage käme?“ fragte Saber nun hörbar ernüchtert. Murry nickte langsam: „Doch, schon, aber die meisten wollen auf eine Base, und das Königreich Jarr baut parallel eine neue Fliegerstaffel auf, das hat sich natürlich herumgesprochen.“ berichtete der Colonel und strich sich übers Kinn und musterte die beiden.
„Ich sage es wie es ist, Richard. Seit General Whitehawks fehlen, fehlt hier gewaltig etwas, vor allem er selbst. Dieses Herzblut, sich einer Sache vollkommen zu verschreiben… “ Saber nickte erneut: „Ich verstehe.“
Fireball hatte bislang kaum ein Wort gesagt, aber gut zugehört und während Saber und Murry sprachen, hatte er sich bereits im Pilotensitz Platz genommen und die Systeme hochgefahren, als würde er sich real auf einen Start vorbereiten.
„Ich hoffe inständig, dass Whitehawks Nachfolger jemand sein wird, der die jungen Leute wieder genauso führen und begeistern kann.“ – „Wer wird es sein?“ fragte Saber und beobachtete dabei seinen Piloten: „Das werden wir hoffentlich morgen erfahren. König Jarred und der First Grad sind genau deswegen unterwegs.“ Murry warf einen Blick auf seine Uhr, „…und wegen des Dinners danach“, fügte er trocken hinzu. Saber musste kurz lachen. „Aber erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Tochter!“ gratulierte der alte Fluglehrer, Saber bedankte sich. Also war diese Information inzwischen garantiert sogar bis nach Yuma durchgedrungen, stellte er fest, tja, der Buschfunk im Oberkommando funktionierte offenbar noch immer tadellos.
Colt blieb am Rand des Schießplatzes stehen und ließ den Blick über die Schützen wandern. „Gar nicht mal schlecht“, stellte er anerkennend fest und nickte zufrieden.
„Ich glaub, mich laust der Affe!“ hörte Colt plötzlich jemanden in seine Richtung rufen. Und tatsächlich, Martin kam ihm zusammen mit Madarin freudestrahlend entgegen. Colt grinste, ausgerechnet die beiden. „Na, wenigstens einer, der dich entlaust!“ freute er sich und alle lachten, bevor sie sich herzlich begrüßten.
„Was machst du denn hier, Cowboy?“ fragte Mandarin, die es sichtlich kaum fassen konnte. „Und gut, schaust du aus!“, setzte sie noch mit an, nachdem sie Colt ausgiebig gemustert hatte. „Mein Boss hat Personalmangel“, erklärte Colt darauf knapp. „Ich bin nur Zaungast und schau mir alles in Ruhe an. Wahnsinn, wie es hier inzwischen aussieht!“ kam es vom Lockenkopf und ließ seinen Blick demonstrativ noch einmal über das Gelände schweifen.
„Ja, die haben hier richtig losgelegt. Fast wie auf Yuma“, erklärte Martin. Colt nickte. „Und ihr? Seid ihr noch nicht fertig?“ kam es gespielt, genervt vom Cowboy. „Naja, alles braucht seine Zeit, es soll ja schließlich gut werden! Ich werde bald in Rossos Task Force eintreten“, gab Martin einen kurzen Einblick in seinen Werdegang. “Respect!” kam es darauf von Colt. “Und hier steht eine der wenigen angehenden Jet-Piloten“, zeigte Martin stolz auf seine rothaarige Begleitung. Martin grinste dem Lockenkopf entgegen. “Mega!” war alles, was Colt darauf sagen konnte, die beiden haben, so wie es aussah, ihre Chance hier ergriffen, Colt war stolz auf seine Freunde, die er jetzt fast drei Jahre nicht mehr gesehen hatte. Gemeinsam hatten sie damals eine spannende Zeit mit vielen Auf und Ab´s erlebt. “Und du dienst weiterhin auf Ramrod.” war es eher eine Feststellung der Rothaarigen: “Oh, First Lieutenant!” stieß Martin sie an und beide salutierten vor dem Cowboy. Colt lachte: “Daran könnte ich mich gewöhnen!” kam es von Colt. “Ja, ich reite weiterhin mit Richard und Co. KG!“, sie lachten. “Los wir gehen was trinken!” schlug Martin vor und die drei unterhielten sich weiter aufgeregt, denn man hatte viel zu erzählen und zu berichten.
Absatz #4
Am späten Nachmittag hatte Saber seine Uniform angelegt. Für die befehlshabenden Offiziere stand ein offizielles Dinner an. Zuvor sollten sich jedoch alle in einem Hangar des Königreichs Jarr versammeln. Zu seiner Überraschung begegnete Saber unterwegs Royu und Colonel Rosso. Nach einer kurzen Begrüßung setzten die drei ihren Weg gemeinsam fort. „Sie hätte ich hier nicht erwartet, Sir!“, bemerkte Saber gegenüber Royu, der gerade seine weißen Handschuhe sorgfältig in den Schultergurt seiner Uniformjacke schob. Royu grinste dem Schotten entgegen. Die drei erreichten den Hangar, vor dem bereits Captain Lorenz, Dr. Morel und General Trevis standen.
Wenige Augenblicke später fuhr eine Limousine vor und König Jarred stieg zusammen mit Prinz Roland und Captain Hikari aus.
Jarred trug seine Ehren-Generalsuniform, deren markante rote Jacke ihn klar als Oberbefehlshaber der königlichen Truppen auswies. Hikari hingegen blieb bei seiner First-Grad-Ausgehuniform, weiße Hose mit Goldnaht und blauer Jacke.
„Wer von euch beiden ist denn heute Abend der Chef?“ fragte Colonel Rosso, als er die beiden betrachtete. „Er, so wie es aussieht“, antwortete Shinjiro und zeigte auf Jarred. Darauf musterte sich Jarred kurz selbst. „Ich bin dem Anlass gerecht gekleidet!“ sagter er. Shinjiro trat zu seinem Stab, verschränkte die Arme und sah Jarred mit einer Mischung aus Geduld und Erwartung an.
„Meine Herren, schön, Sie hier begrüßen zu dürfen!“ begann der König und das gewaltige Hangartor setzte sich in Bewegung und wurde weit aufgefahren. Dahinter lag zunächst alles im Dunkeln. Einige Mechaniker und Ingenieure warteten bereits schweigend auf die Gruppe.
König Jarred ging gemeinsam mit seinem Sohn voran, und die anderen folgten den beiden. „Darf ich vorstellen, die Royal Monarch Deluxe!“ und Jarred und Roland traten zur Seite, während die Mechaniker den Hangar verließen.
Vor Saber und den anderen stand ein neuartiges Kampfschiff der Superlative. Bestimmt doppelt so groß wie die vorherige Monarch Supreme.Für einen Moment sagte tatsächlich mal niemand etwas.
Ein Schiff dieser Größenordnung hatte hier so noch niemand gesehen.
Saber staunte und hatte das Gefühl, vor einem Hochhaus zu stehen. Form und Farbgebung erinnerten unweigerlich an die leider zerstörte Royal Monarch Supreme.
„Seit wann planen Sie dieses Schiff, Eure Hoheit?“ fragte der Schotte, der, so wie es aussah, als Erster seine Sprache wiedergefunden hatte. Er musste es einfach wissen, denn so ein Schiff baute man nicht einfach mal so nebenbei. Jarred nickte Roland zu und der Prinz trat einen Schritt nach vorn: „Die Royal Monarch Deluxe wurde unmittelbar nach der Royal Monarch Supreme konzipiert“, erklärte Roland, während die Gruppe auf die Hauptrampe zuging. „Das Projekt wurde immer wieder an die neuesten Entwicklungen angepasst. Seit acht Monaten befindet sie sich im Bau. Es verfügt über die modernsten Waffensysteme, Ortungssensoren und Aufklärungstechnologien, diesem Schiff entgeht nahezu nichts.“
„Besonders erwähnenswert ist die Lumen-Lasertechnologie, die unsere Ingenieure in den letzten Monaten entscheidend weiterentwickelt haben. Diese kann nicht nur als hochpräzises Waffensystem eingesetzt werden, sondern erlaubt auch weitreichende Scanvorgänge, die unser Verständnis des Universums erweitern könnten. Denn Licht ist, wie wir alle wissen, praktisch grenzenlos verfügbar. Die Nutzung von Lumen-Energie eröffnet uns neue Möglichkeiten, dieses Potenzial ermöglicht es uns, in naher Zukunft kontrolliert und effizient einzusetzen.
Mit voller Besatzung kann die Royal Monarch Deluxe bis zu dreißig Tage vollkommen autark einsatzfähig sein, was sich in den kommenden Tests natürlich erst noch beweisen muss.“ Damit beendete Prinz Roland zunächst seine Erklärung.
Gemurmel machte sich breit und Blicke wurden untereinander ausgetauscht. Saber war sichtlich beeindruckt, sein Blick glitt über jedes Detail des Schiffes, das er von seinem Standpunkt aus erfassen konnte. Bis zu vier Wochen autark… Mit welcher Technik wird die Besatzung versorgt? fragte er sich unwillkürlich.
„Hübsch!“, meldete sich nun auch Captain Hikari mit einem knappen Kommentar zu Wort. Lorenz nickte zustimmend. „Ja… solche Ladys haben was“, antwortete der Deutsche. Saber musste darauf leicht schmunzeln, denn ehrlich gesagt fielen ihm ebenfalls keine treffenderen Worte ein, um dieses Schiff zu beschreiben.
„Wer ist der Chefingenieur?“ fragte Shinjiro schließlich und Jarred grinste leicht durchtrieben und wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, doch jemand kam ihm zuvor.
„Ich natürlich, Shinjiro Hikari!“ Sofort wandten sich alle der festen, leicht tiefen weiblichen Stimme zu.
Und eine große, leicht kräftig gebaute Frau in einem Blaumann kam langsam auf die Gruppe zu. Sie trug kurze, lockige, dunkelblonde Haare und bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit durch den Hangar. „Was?“ entfuhr es Shinjiro überrascht, während er Jarred einen sichtlich überfahrenen Blick zuwarf.
Nun wanderte der Blick der Anwesenden abwechselnd zwischen der Frau und dem Captain hin und her. In ihrem Gesicht lag eine seltsame Mischung aus Freude und Verärgerung, als sie ohne jede Umschweife direkt auf den Captain zuging. Die beiden kennen sich wohl, dachte Saber und beobachtete die Szene, doch etwas anderes ließ den Schotten stutzen. Wer sprach den First Grad in einem offiziellen Umfeld wie diesem einfach mit seinem Namen an? Doch so wie es aussah, würde er die Antwort darauf gleich bekommen.
König Jarred und Captain Lorenz beobachteten schweigend das Schauspiel, das sich gerade unterhalb des neuen Megakampfschiffes abspielte. „Ilka… Olson“, brachte Shinjiro deutlich weniger gefasst hervor. Royu trat etwas näher, “Was war hier gerade los?”
Die Frau blieb unmittelbar vor Shinjiro stehen, verschränkte die Arme vor der Brust und musterte den Captain in seiner Uniform gründlich von oben bis unten. Saber verfolgte das Ganze aufmerksam, ohne die Situation auch nur ansatzweise einschätzen zu können. Für einige Momente herrschte Stille. Doch dann umarmte die stämmige Frau, die vielleicht Mitte vierzig war, den Captain plötzlich und ohne jede Vorwarnung.

„Ein Jahr ist vergangen, und du lässt dich hier überhaupt nicht blicken!“, warf sie ihm vor. Shinjiro wirkte von der plötzlichen Geste vollkommen überfahren und Royu und Saber machten unwillkürlich einen Schritt näher. Sollten sie eingreifen? Doch Shinjiro löste sich bereits aus der Umarmung, und Ilka gab ihn ebenso abrupt wieder frei. “Ich hatte …” begann Shinjiro, während er sich seine Uniform wieder glatt strich.
„…Angst!“, unterbrach die lockige Frau den Satz. Aus Lorenz platzte augenblicklich alles los vor Lachen, doch er räusperte sich im nächsten Moment jedoch sofort wieder in eine halbwegs professionelle Haltung zurück.„Hmkm… Entschuldigt…“, kam es von ihm, richtete er seine Krawatte, während er sich mühsam ein weiteres Lachen verkniff.
Captain Hikari sah auf: “…Nein, viel zu tun!” korrigierte er die Aussage und sah Ilka vor sich ernster an. “Was geht hier vor?” fragte Royu den Schotten leise. Saber konnte nur mit seinen Schultern zucken, er wusste es ja auch nicht. Doch das Schauspiel hatte eine gewisse Komik, fand er und sein Blick fiel auf die umstehenden König Jarred und Lorenz mussten sich sichtbar ein Grinsen, wenn nicht sogar lachen, verkneifen. Rosso und Morel standen etwas abseits, hielten jedoch ihre Contenance.
„Wo ist mein Jet?“ verlangte Ilka nun eine klare Antwort. Shinjiro wich daraufhin unwillkürlich einen Schritt zurück. Saber machte dem Captain instinktiv Platz und stand nun beinahe zwischen den beiden. „Ich hab ihn doch zurückgebracht!“, verteidigte sich Shinjiro und machte vorsichtshalber noch einen kleinen Schritt rückwärts. „Also… fast“, fügte er noch hastig hinzu. Ilka ging unbeeindruckt langsam weiter auf ihn zu: „Aber nicht in einem Stück!“ und sie zeigte in Richtung des Hangarausgangs.
Shinjiro sah zu Jarred und der Gruppe … und er musste feststellen, dass Ilka und er sich mittlerweile einige Meter von der Gruppe entfernt hatten. „Er ist jetzt sogar viel besser als vorher!“, verteidigte er sich weiter. Ilka scharrte darauf demonstrativ mit dem Fuß über den Boden und wirbelte eine kleine Wolke aus rußigem Feinstaub auf. Shinjiro wich darauf sofort zurück und sah Ilka an: „Bist du verrückt? Meine Frau bringt mich um!“ und schaute auf seine makellos weiße Hose, die von Ilkas Aktion nur knapp verschont geblieben war.
Jetzt war es auch mit Saber vorbei, er konnte sich ein kleines Auflachen nicht länger verkneifen.
„Es wundert mich ehrlich gesagt, dass sie es noch nicht getan hat!“, konterte Ilka und setzte ihren unaufhaltsamen Vormarsch auf Shinjiro fort: „Und die Royal Monarch? Das Schiff ist auch Schrott!“, legte sie nach. Shinjiro warf einen hilfesuchenden Blick zu Jarred, doch der grinste ihm nur mit einer Spur Schadenfreude entgegen. Shinjiro zog darauf seine Augenbrauen zusammen.
„Du machst einfach alles kaputt!“, holte ihn Ilka zurück und er sah sie wieder an. „Genau wie dein Bengel… den schönen neuen Ramrod!“, sagte sie fast mitleidig, als sie an den Friedenswächter dachte.
Shinjiro wich weiter rückwärts aus und stieg dabei rückwärts über eine Hangarschiene, über die er fast gestolpert wäre nach draußen. Ilka ließ nicht locker und folgte ihm unbeirrt. Kurz darauf waren die beiden aus dem Hangar verschwunden.
Als von den beiden nichts mehr zu sehen oder zu hören war, blieb es einige Sekunden still. „Wer… war das?“ stellte Royu schließlich die Frage, die gefühlt noch immer über dem Hangar schwebte. König Jarred musste kurz lachen: „Ilka Olson. Eine der herausragendsten Raumfahrtingenieurin, die es im Neuen Grenzland gibt. „Sie war maßgeblich an der Entwicklung der Peacekeeper 7 und auch von Ramrod beteiligt. Sie und General Whitehawk waren damals Miss Eagles größte Fürsprecher für das Ramrod-Projekt.“ Diese Geschichte hörte Saber tatsächlich zum ersten Mal. „Ich nehme an, Captain Hikari und Miss Olson kennen sich sehr gut?“ fragte Dr. Morel nach. Rosso, Lorenz und Jarred nickten dem Doktor entgegen: „Au ja!“, kam es langgezogen von Lorenz. Jarred schmunzelte: „Anfangs sind die beiden hier wohl regelmäßig aneinandergeraten. Olson hatte damals hier in Alamo Ingenieurwesen studiert und… nach einiger Zeit, nennen wir es einmal so… wurden die beiden ein Herz und eine Seele.“
Während Royu zuhörte, wanderte sein Blick immer wieder zum Hangartor. „Außerdem hatte sie damals in seinem Jet eine neuartige Rettungsmembran verbaut. Sobald es im All zu Beschädigungen an der Außenhaut eines Schiffes oder Jets kam, schob sich diese automatisch davor… oder bildete sich neu… ach, ich habe es bis heute nicht vollständig verstanden.“ erklärte Jarred weiter. Und ein leises Schmunzeln ging durch die Gruppe. „Jedenfalls war es ein Prototyp, die Daten und praktisch alles, was dazu gehörte, verschwanden damals gemeinsam mit Captain Hikari.“ Saber folgte den Erklärungen aufmerksam und seine Augenbrauen schossen nach oben: „Natürlich… das OLS-son-System“, fiel es dem Schotten wieder ein. „Das schützte auch Ramrod bei Treffern. Ohne diese Membran wären wir bei manchen Einsätzen regelrecht zu Klump geschossen worden. Es braucht nur ein winziges Loch in der Außenhaut… und das war’s.“ sagte er. Also sie hatte diese lebensrettende Technologie für die Schiffe, Jets und Gleiter entwickelt.
„Das würde bedeuten, dass genau diese Membran Captain Hikari zusätzlich das Überleben im Rumpf ermöglicht hatte“, stellte Saber fest. Royu blickte auf, davon hatte er offenbar nichts gewusst. Jarred und die anderen Zeitzeugen nickten bestätigend. „Und die Royal Monarch?“ fragte Saber weiter. Für den Schotten fügte sich gerade wieder ein weiteres Puzzleteil zusammen.
„Durch Alamos Neutralitätsstatus hatte sie das Schiff für Jarr entworfen. Es wurde nach ihren Plänen gebaut, auch wenn sie den Bau selbst später nicht mehr begleitet hatte. Seit zwei Jahren ist sie nun wieder fest auf Alamo. Sie steht im Hörsaal und bringt zukünftigen Raumfahrtingenieuren und Mechanikern Technik, Entwicklung und Konstruktion näher.“ und Jarred und Eagle nickten sich kurz zu. „Oder besser gesagt“, ergänzte Jarred schmunzelnd, „sie hat beschlossen, dass sie das tun wird.“
Saber nickte verstehend. „Und na ja…“, grinste Jarred und warf erneut einen Blick Richtung Ausgang. Saber atmete hörbar ein. Der König räusperte sich. „Aber jetzt möchte ich Ihnen allen das Innere meines neuen Schiffes zeigen!“ lud er die Gruppe mit einem schnellen Themenwechsel dazu ein, endlich an Bord zu gehen und die Gruppe setzte sich langsam in Bewegung und ging an Bord.
„Muss ich mir Sorgen um meinen Piloten machen?“ fragte Saber leise Captain Lorenz. Der Unmut von Miss Olson über Ramrods Beschädigungen war dem Schotten keineswegs entgangen. Lorenz grinste schelmisch: „Ich mache mir gerade mehr Sorgen, ob das Neue Grenzland überhaupt noch einen First Grad hat.“ sagte der deutsche und Saber schüttelte lachend mit seinem Kopf.
„Aber einer muss ihn ja mal von seinem hohen Ross herunterholen“, fügte Lorenz etwas leiser hinzu, bevor er zu Prinz Roland aufschluss, der gerade die weitreichende Steuerung erklärte. Und Saber ließ sich das Ganze noch einmal durch den Kopf gehen und musste unwillkürlich vor sich hin grinsen, als ihm die Szene im Hangar erneut vor Augen trat. Das nannte er mal eine gelungene kleine Racheaktion.
Absatz #5
In einem menschenleeren Hangar lehnten Ilka und Shinjiro an einer Betonwand und betrachteten den neuen blauen Jet vor sich. „Du hast ihn also aufgefrischt“, nickte Richtung der Maschine. „Also ist es dir aufgefallen“ Shinjiro blickte zu ihr hinüber: „Natürlich.“ Ilka lachte und nickte: „Natürlich! Das solltest du auch!“ sagte sie. Shinjiro stieß sich von der Wand ab und wandte sich der dunkelblonden Frau zu: „Danke!“ nickte er und ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht. Ilka grinste und machte einen Schritt auf die Tragfläche zu. „Also gefällt er dir?“ Shinjiro ließ den Blick erneut über den Jet gleiten und zuckte mit den Schultern: „Ja… er hat was. Nostalgisch, aber zeitgemäß. Eine hübsche Mischung.“ spielte er seine tatsächliche Begeisterung hinunter.

Ilka drehte sich wieder zu ihm um und musterte ihn erneut: „Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass du einsteigst.“ Nach dieser Bemerkung musste Shinjiro kurz lachen und nickte: „Das wollte ich zuerst auch nicht“, gab er offen zu und Ilka begann breit zu grinsen. Shinjiro blickte zu ihr: „Doch dann habe ich das hier am Gurt gesehen.“ begann er und griff in seine Hosentasche und zog ein rotes „Remove Before Flight“-Band hervor, an dem ein kleiner Schlüssel hing.
Ilka nickte langsam. An genau so einem Band hatte Shinjiro damals immer seinen Spindschlüssel getragen. Es hatte ständig an seiner Fliegerhose gebaumelt und war damit schon von Weitem zu erkennen gewesen und für einen Moment musste sie lächeln, bevor sie tief einatmete: “Ich habe das Band zwei Wochen später vom Spind entfernt!” erzählte sie.

Shinjiro nickte stumm und sah zu den Band in seiner Hand: “Also hast du ihn damals leergeräumt.” Sie nickte: “Ja, einer musste es ja tun, war ja nicht mehr zum Aushalten…” Erzählte sie ihm, als sie sich an die Tage und Wochen nach dem ersten Outrider-Angriff erinnerte: “Ich habe alles in eine Kiste gepackt und sie König Jarred in den Palast geschickt.” Shinjiro nickte darauf: “Ja, ich habe sie bekommen!”
Ilka trat an eines der Triebwerke heran: „Ach, da war eh nie etwas Wichtiges drin gewesen“, ihre Worte hallten durch das Triebwerk und kamen leicht verzerrt zurück. Damit war die Erinnerung für sie offensichtlich erledigt. Shinjiro stieß sich daraufhin von der Betonwand ab, ging zu ihr hinüber und stellte sich hinter die Ingenieurin.
„Werde jetzt bloß nicht sentimental!“, sagte sie und drehte sich zu ihm um. Shinjiro zog seine Augenbrauen zusammen und erwiderte ihren Blick. „Hatte ich nicht vor.“ durch und verließ den Hangar.
„Hey, du schuldest mir noch was!“, rief Ilka ihm nach und folgte ihm. Vor dem Hangar blieb Shinjiro stehen: „Ich schulde niemanden etwas..” sagte er und setzte sich seine Sonnenbrille auf. Denn die untergehende rote Sonne hing riesig am Horizont und tauchte den Himmel über dem Flugfeld in ein sanftes Pink. Das warme Licht spiegelte sich auf dem endlosen Beton des Rollfeldes.
„Ach, wessen Technik hat dich denn im Rumpf überleben lassen? Und steck dir den arroganten General sonst wohin!“ sagte sie und stemmte ihre Hände in die Hüften. Shinjiro sah sie von der Seite an und schüttelte kaum merklich mit seinem Kopf. „Als ob das alles so hätte sein sollen“, sprach er mehr zu sich selbst als zu ihr. Ilka nickte langsam. „Darüber habe ich oft nachgedacht. Vor allem als ich die Einschusslöcher gesehen habe, wusste ich, dass ein Überleben eigentlich unmöglich war. Normalerweise wäre es für dich innerhalb von 0,00002 Sekunden vorbei gewesen. Der Jet wäre einfach geplatzt, du hättest nicht einmal mehr ‚Aua‘ sagen können.“ erzählte sie gut Bildlich und kniff ihre Augen gegen die tiefstehende Sonne zusammen. „Ich habe nicht ‚Aua‘ gesagt“, bemerkte Shinjiro trocken. Ilka brach in lautes Lachen aus. „Na gut, dann eben Sayonara oder so etwas..“ und ging ein paar Schritte voraus. Shinjiro grinste und hob fragend eine Augenbrauen. „Und jetzt?“ wollte er wissen.
„Du bist First Grad oder so was“, winkte sie beiläufig ab. Und Shinjiro atmete tief durch und rollte mit den Augen. „Du hast bestimmt irgendetwas Wichtiges zu tun. Mit deinem Stab oder so.“ – „Nachdem du mich gerade vor ihnen desavouiert hast?“, fügte er trocken hinzu. Ilka winkte erneut ab. „Einer muss dir ja mal die Ohren langziehen. Die trauen sich das doch nicht, diese Feiglinge!“ murrte Ilka. Shinjiro schüttelte nur mit seinem Kopf. Während sie nebeneinander über das Rollfeld liefen, strich er das „Remove Before Flight“-Band glatt und hakte es wieder an seiner Gürtelschlaufe ein. „Schon besser“, kommentierte sie zufrieden, als sie es sah.
„Wie geht’s der Familie?“, fragte er, während sie gemeinsam um den Hangar gingen. „Ach, hör auf!“, stöhnte sie gespielt auf. „Wusstest du, dass Kinder die Eigenschaft haben, sich zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen?“ Shinjiro musste nach dieser Bemerkung lachen. „Und wo sind eigentlich die Haare hin? Hat endlich mal jemand ‚Bitte‘ gesagt oder was?“ Unwillkürlich fuhr Shinjiro mit einer Hand durch seine inzwischen doch schon wieder deutlich längeren Haare.
Im Saal der Akademie hatte das Dinner inzwischen begonnen. Prinz Roland hatte gerade eine kurze Rede gehalten, und man war gerade dabei, auf die neue Monarch Deluxe anzustoßen. Da öffnete sich die Tür und unwillkürlich wanderten alle Blicke der Anwesenden in diese Richtung. Captain Hikari trat ein, ohne die geringste Miene zu verziehen, durchquerte er den Saal, ging an der festlich gedeckten Tafel vorbei und setzte sich schließlich auf seinen Platz neben Jarred. Lorenz grinste einmal mehr verhalten vor sich hin. Saber bemerkte es und tauschte einen vielsagenden Blick mit Colonel Rosso, der sich sichtbar beherrschen musste, um nicht ebenfalls zu grinsen. Shinjiro hingegen wirkte, als wäre in der letzten Stunde absolut nichts Außergewöhnliches passiert.
Jarred beobachtete seinen Freund mit sichtlicher Belustigung. Shinjiros Blick wanderte über den Tisch und als er Jarreds Gesichtsausdruck bemerkte, griff er nach seinem Weißweinglas und hob es leicht an und nahm einen Schluck. Saber senkte den Kopf und schüttelte grinsend mit seinem Kopf. Der erste Gang wurde serviert.
Absatz #6
Der Vormittag des nächsten Tages gestaltete sich erfreulich unspektakulär. Colt war zusammen mit Fireball beim Training der Task Force mitgelaufen. Was zunächst nach einer lockeren Runde ausgesehen hatte, entpuppte sich als ausgedehnter Geländelauf quer durch die Umgebung. Dem Cowboy genügte diese Erfahrung, für die nächsten zwei Tage hatte er jedenfalls genug vom Laufen.
Ramrod stand im Hangar, wo Ilka und ihre Mechaniker die „Challenge-Phase“ wieder auf Vordermann bringen wollten. Colt machte sich auf den Weg zu Colonel Murry, um sich gemeinsam mit dem Fluglehrer den Bronco anzusehen.
Saber und April gingen derweil die vorgeschlagenen Piloten durch, die Murry für geeignet hielt. Allerdings hatte, noch keiner von ihnen ein Offiziersgesuch eingereicht. Dem Schotten war klar, dass ein Angebot als Aushilfspilot nicht besonders verlockend war. Gleichzeitig wollte er niemanden dazu überreden, in den aktiven Militärdienst einzutreten. Dafür war die Entscheidung zu weitreichend. Außerdem konnte und wollte Saber seinen Piloten nicht übergehen. Und er atmete tief ein und wieder aus. Tatsächlich hätte er jetzt die Sichtweise von Captain Hikari auf dieses Dilemma gerne gehört. Doch der hielt sich konsequent an die Vereinbarung, sich in den nächsten sechs Monaten nicht in die Angelegenheiten von Team Ramrod einzumischen.
Fireball betrat die Küche und setzte sich zu den beiden an den Tisch, der inzwischen übersät mit Unterlagen war. April war mit ihrem Kommunikator beschäftigt, während Saber gedankenverloren auf sein Tablet blickte. Ein paar Minuten hatte Fireball noch, bevor er sich mit seinem Vater traf. Da schob ihm Saber kommentarlos sein Pad entgegen. Überrascht überflog er die Namen und legte das Pad wieder auf den Tisch. „Alle schließen ihre Ausbildung in drei Monaten ab. Zwei von ihnen sogar bereits als Flugkapitän.“ Saber nickte. „Hast du damit ein Problem?“, fragte der Schotte. Der junge Japaner blickte erneut auf die Liste. „Ich weiß nicht…“ war seine ehrliche Antwort, denn er wusste es tatsächlich nicht.
Sollte einer der Kandidaten bereits Flugkapitän sein und künftig mit im Cockpit sitzen, würde dieser bei rein fliegerischen Entscheidungen vermutlich das größere Gewicht besitzen. „Hm…” nickte Saber und lehnte sich zurück. Er konnte Fireballs unausgesprochene Bedenken durchaus nachvollziehen. Denn gesucht wurde nicht einfach nur ein Pilot, sondern jemand, der fachlich stark genug war, um Ramrod zu unterstützen, ohne dabei die bestehende Dynamik im Cockpit aus dem Gleichgewicht zu bringen.
April sah auf, sie verstand die Situation nicht, da kamen gut ausgebildete Piloten in Frage und die beiden diskutierten über Ränge: “Ihr seid doch nicht zusammen auf Ramrod, es geht um die Absicherung, wenn du im Urlaub oder Krank bist.” Fireball sah überrascht zur der Blondine: “Doch genau darum geht es!” war seine Antwort. April riss ihre Augen auf: “Also geht es dir tatsächlich um ein Machtgefüge? Das hätte ich nicht gedacht!” fragte sie sichtlich schockiert. Saber blickte zwischen dem Piloten und der Navigatorin hin und her. “Quatsch, das steht an zweiter Stelle, Fakt ist, jemand mit so einer Ausbildung möchte fliegen und nicht in der Warteschleife seine Kreise drehen.” erklärte Fireball und reichte ihr das Pad rüber. “Und die Frage ist, was macht derjenige in der Zeit, wenn er nicht auf Ramrod im Einsatz ist?”
April verstand gerade die Thematik, ihr Ersatz Navigator, war in der Zeit im Tower auf Yuma aktiv und ein Pilot wird man, um zu fliegen. Fireball sprang auf und nahm April das Pad ab: “Hey!” protestierte sie. “Was ist nun?” fragte Saber, der von der Aktion genauso überrascht war. Fireball grinste: “Ich habe da eine Idee!” sagte er und war auch schon verschwunden. April und Saber sahen sich an: “Es bleibt spannend!” kommentierte der Highlander und packte seine Unterlagen zusammen.
Fireball rannte zur Akademie, fast so, als wollte er seine Idee nicht verlieren. Er riss die Tür auf und rannte dabei fast Dr. Morel über den Haufen: “Sorry, es ist dringend!” entschuldigte er sich eilig und rannte den mit Teppichboden ausgelegten Gang weiter entlang. Dr. Morel sah ihm erschrocken nach und verließ das Gebäude, um seinen Spaziergang an diesem nicht so heißen Vormittag zu beginnen.
Fireball stoppte vor dem Büro des Akademie-Direktors und sah auf seine Uhr, in 10 Minuten sollte er sich mit seinem Vater treffen. Während er überlegte, sah er, wie der Direktor zusammen mit König Jarred und Prinz Roland die Treppe herunterkam. Die drei waren in ein Gespräch vertieft und stoppten vor ihm, der Direktor begrüßte Shinji, mit dem vor Ort immer etwas los gewesen war: “Kann ich helfen, Lieutenant?” fragte er lächelnd. Fireball sah den älteren Mann an: “Ja!” und blickte Richtung König Jarred. Der Direktor sah zum König, als er die Reaktion des jungen Hikari bemerkte. “Ich wollte mit ihnen reden, eure Hoheit!” Roland trat einen Schritt auf Fireball zu: “Wir haben einen engen Zeitplan einzuhalten!” versuchte der Prinz ihn abzuwimmeln. “Aber es ist wichtig!” warf Fireball gleich darauf ein. “Um was geht es den?“ fragte jetzt Jarred. Fireball musterte kurz die drei Männer vor sich und sah auf sein Tablet: ”Es geht um…” und sprach leiser und vorsichtiger weiter: “Es geht um ihr neues Schiff!” und bis sich im nächsten Moment gleich auf seine Lippe. Jarred und Roland sahen sich fragend an, woher wusste Fireball von der Monarch Deluxe? Jarred musterte den Sohn seines Freundes und nickte: “Du hast 10 Minuten!” beschloss er und zeigte auf das Büro des Direktors. “Danke, Sir!”
Saber verließ den Friedenswächter, er wollte sich die Beine vertreten und in Gedanken war er nicht nur bei der Pilotenfrage, sondern ebenso in Jarr, bei Sincia und Sara. Es beruhigte ihn, dass Sincia nicht alleine war. Seine Mutter würde bleiben, bis er wieder vor Ort sein konnte. Auch Robin wollte, wenn sie es schaffte, nach Sincia zu sehen. Robin war selbst bereits hochschwanger, und der Freundin noch zusätzliche Verantwortung aufzubürden, wollte Saber eigentlich nicht, auch wenn sie ihm mehrfach versichert hatte, dass das für sie vollkommen selbstverständlich sei.
Unterhalb von Ramrod waren mehrere Systeme angeschlossen. Mechaniker arbeiteten konzentriert an Leitungen, Anzeigen und geöffneten Wartungsklappen. Sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen, konnte nicht schaden, dachte sich Saber und änderte sein Route.
„Du möchtest mir also zwei Piloten für die Monarch Deluxe schmackhaft machen, wenn ich dich richtig verstehe?“, fragte Jarred nach. Fireball war mit seiner Erklärung derart schnell durch die Details gegangen, dass Jarred Mühe gehabt hatte, ihm vollständig zu folgen. Fireball nickte bestätigend. “Aber woher weißt du um die Deluxe, das Schiff wurde offiziell noch gar nicht vorgestellt?” war König Jarreds eigentliche Frage, die ihn beschäftigte. Fireball atmete hörbar aus: “Ich habe mich gestern bei den Hangars umgesehen und … nun ja … es ist beeindruckend schön und perfekt für einen neuen Flugkapitän, ich meine so eine Chance …” erklärte Fireball mit leuchtenden Augen, fast so, als wollte er die Deluxe auch einmal fliegen.
Jarred verschränkte seine Arme vor seiner Brust und musterte Fireball, das konnte doch nicht wahr sein, wie konnte er einfach in diesen Hangar kommen? Er würde sich dringend mit dem Sicherheitschef unterhalten müssen! “Warum ist dir das so wichtig?” Fragte Roland, der bis jetzt nur zugehört hatte.
„Nun… wenn diese beiden Flugkapitäne persönlich von Ihnen, König Jarred, die Chance erhalten würden, auf einem der neuesten und wohl bedeutendsten Schiffe des glorreichen Königreichs Jarr zu dienen… dann bin ich mir ziemlich sicher, dass sie ein Gesuch einreichen würden.“
Denn es spricht sich herum, dass es solche Chancen hier auf Alamo gibt und es kommen immer mehr gute Leute nach, die Pilot werden möchten.“ erklärte Fireball seinen Gedankengang. Und er stellte sich neben Roland und zeigte ihm das Tablet. “Und Ramrod hätte einen erstklassigen Ersatz Piloten, wenn es mal nötig wäre.“ fügte er etwas leiser an.
Jarred, der auf einem Stuhl saß, musste gerade etwas in sich hinein grinsen, er roch die Lunte, die Fireball gerade gezündet hatte, aber die Argumente waren nicht schlecht, musste er zugeben. “Wir können keine unerfahrenen Piloten auf der Deluxe einsetzen!“ erwiderte Roland und gab Fireball das Tablet wieder zurück. Jarred streckte seine Hand aus, er wollte es sehen. “Wer ist denn ihr Chef Pilot für die Deluxe?” wollte der Japaner jetzt vom Prinzen wissen. Roland sah zu seinem Vater, der Director schüttelte mit seinem Kopf. “Das geht sie nichts an First Lieutenant!” mahnte der Director scharf. “Moment, Moment!“ hob König Jarred eine Hand, der sich das Tablet etwas genauer durchgelesen hatte.
“Vater?” fragte Roland etwas irritiert. “Ich möchte darüber nachdenken!” sagte Jarred entschlossen. Fireball bekam große Augen: “Echt?” Jarred nickte und stand auf. “Cool!” kam es von Fireball, als Jarred und Roland dabei waren, das Büro zu verlassen. Der Director warf Fireball einen ernsten Blick zu: “Oh! … Danke, eure Hoheit!” rief er Jarred nach und folgte dem Direktor, der das Büro hinter der Gruppe wieder schloss und die Besichtigung mit den beiden Hoheiten fortsetzte. “Puh!” sah Fireball den dreien nach und auf seine Uhr: “Oh Mist!“ fluchte er innerlich, drehte sich um und rannte wieder den Gang entlang, nur diesmal Richtung Ausgang und Dr. Morel in die Arme, der seinen kleinen Spaziergang beendet hatte.
Absatz #7
“Wir mussten während der Challenge Phase abdrehen, sonst wären wir dem Laserstrahl nicht entkommen und hätten letztlich Schiff und Besatzung verloren!” erklärte Saber, der auf Misses Olson getroffen war und ihn jetzt als befehlshabenden Offizier zur Rede stellte. “Gut, gut, Jungchen!” Saber hob überfahren eine Augenbraue. “Ich wollte nur die Story dahinter hören.” erklärte sie. “Das hätten Sie mich auch direkt fragen können.” erwiderte der Schotte. Darauf stemmte Ilka ihre Hände in die Hüften und sah Saber direkt an: “Hören Sie, mir ist durchaus klar, dass es in solchen Situationen zu solchen Entscheidungen kommen kann, aber ihr dürft auch von uns nicht erwarten, dass wir bei der Reparatur Wunder vollbringen können!” Saber nickte verstehend: “Natürlich Misses Olsen! Wir sind auch sehr dankbar, dass alles so schnell vonstattengeht. Aber außergewöhnliche Situationen verlangen außergewöhnliche Handlungen und sie haben das Schiff, wie ich erfahren habe, herausragend entworfen und für genau solche Situationen gebaut, wir vertrauen ihnen auch unser Leben an.” erklärte er. Daraufhin lächelte Ilka dem jungen Major zu: “Na gut!” kommentierte sie. Saber war etwas irritiert: “Wie meinen Sie das Misses Olson?” fragte er konkreter nach. “Lass die Misses stecken, Olsson reicht vollkommen…” bot sie ihm an. Saber nickte: “Danke!” nickte er. “Es ist gut zu wissen, dass sie uns nicht als Ameisen sehen, die ein paar Stunden um das Schiff herumschwirren und sie danach einfach losfliegen können, denn glauben sie mir, jeder einzelne, auch wenn er nur eine Schraube festzieht, ist darauf bedacht, dass sie mit ihren Hintern wieder zurückkommen, jedenfalls was das Schiff angeht, alles andere müssen sie hinbekommen, aber auch wir machen uns vorwürfe, wenn ein Schiff mit samt Besatzung nicht mehr zurückkommt. Deswegen tun wir alles, um wenigstens das Schiff so sicher wie möglich zu machen, damit wir uns das nicht vorzuwerfen haben.” erklärte sie und trennte ihr Tablet vom Ramrods Bordcomputer.

“Ihre Challenge Phase ist jetzt wieder einsatzbereit, versuchen Sie, sie auslaufen zu lassen!” teilte sie fast beiläufig mit. Saber nickte dankend und sah sich um. Natürlich war dem Schotten bewusst, das auch die Mechaniker oder alle, die etwas mit den Kampfschiffen zu tun hatten, nicht wollten, das auch nur ein Schiff im Kampf verloren geht. Doch es jetzt so direkt gesagt zu bekommen hatte etwas in Saber ausgelöst. “Wie ihre Membran, die uns bestimmt nicht nur einmal vor einem Abschuss bewahrt hat.” Ilka nickte: “Genau das, sie sind jung, pflichtbewusst und haben sich dazu bereit erklärt uns hier unten zu schützen, dafür bin ich auch jeden dankbar, der auf so einem Schiff geht, doch vergessen sie niemals ihren Eigenschutz, manches ist ein Risiko nicht wert!” Sagte sie und packte ihr Tablet ein. Saber verstand: “Danke …Olson!”
Captain Hikari und Fireball betraten in diesem Moment den Hangar und kamen direkt auf Ilka und den Schotten zu.
“Sage mal, wann fängt man denn als First Dings an zu arbeiten?” fragte Olson in Shinjiros Richtung. Saber begrüßte den Captain mit einem Grinsen, das unerwartet kam und Fireball standen nur Fragezeichen im Gesicht. “Lass das!” mahnte Shinjiro ernst in Ilkas Richtung. Sie lachte besänftigend und musterte dann Fireball von oben bis unten. Fireball bemerkte den stechenden Blick der Frau und sah fast angsterfüllt Richtung Saber, was hatten die beiden vorher besprochen? “Das ist mein…” begann Shinjiro, … doch Ilka war schneller und nahm Fireball voller Freude in ihre Arme und drückte ihn fest an sich
“…Sohn!” beendete er seinen Satz, atmete aus und beobachtete etwas besorgt die Szene vor sich. Auch Saber war kurz wie gelähmt. Wusste er doch, dass sein Pilot so etwas überhaupt nicht leiden konnte. Fireball war vollkommen überfahren, “was war das jetzt?”, und ein Ersticktes: “Hilfe!” konnte er noch von sich geben. Ilka ließ ihn los: “Tja, abstreiten, dass es deiner ist, kannst du nicht, er hat sich ja kaum verändert.” stellte sie belustigend fest. Fireball zog seine Augenbrauen zusammen und sah zu seinem Vater und zu Saber, der sich gerade kurz abwandte, um nicht zu lachen. “Da gibt es auch nichts abzustreiten!” sagte Shinjiro knapp und stellte sich wieder neben seinen Sohn. “Ich wollte ihn dir vorstellen!” erklärte er. “Ach, er kennt mich noch…” sagte sie lachend überzeugt. “Was?” Riess Fireball seine Augen auf, musterte die Frau, die er beim besten Willen nicht kannte. “Schließlich habe ich ihn damals durch den Hangar getragen.” Okay, jetzt war Fireball komplett raus, er wusste nicht, wovon die Frau im Blaumann sprach.
“Er war 5 Monate alt, daran wird er sich nicht mehr erinnern!” stellte Shinjiro klar, der sich jetzt erinnerte, wovon Ilka gerade sprach. “Oder ich hab es verdrängt!” kam es unerwartet von Fireball, der sich im selben Moment über seine Worte erschrak. Ilka machte einen Schritt auf den jungen Hikari zu, Fireball bekam große Augen und machte zwei Schritte zurück und ging dann noch schneller Richtung Ausgang: “Ich bin noch mit Colt im Simulator verabredet, jetzt…” erklärte er seinen Abgang und war auch schon verschwunden.
“Jetzt hast du ihn verschreckt!” stellte Shinjiro fest, der den schnellen Abgang seines Sohnes gerade etwas fragwürdig fand. Ilka zuckte mit ihren Schultern. „Eigentlich wollte ich ihm wegen Ramrod noch seine Ohren langziehen, aber das erledigt er jetzt hier!” erklärte Olson und zeigte auf den Schotten, der immer noch seinen Piloten hinterher sah. Ilka lachte, ihr war es doch klar, dass sich Shinji nicht an sie erinnern konnte, aber sie hatte diesen Tag nie vergessen, als Shinjiro nach mehrmaligem Bitten seinen Sohn der Base vorgestellt hatte. “Ok, er ist doch etwas gewachsen!” fügte sie noch hinzu. “Zieh ihm die Ohren nicht zu lang, sonst hört er nichts mehr!” sagte Shinjiro und verabschiedete sich von Ilka und Saber. “Wie du, du hörst doch auch auf niemanden!“ rief sie ihm nach. “Doch das tue ich!” erwiderte er und war fast draußen. “Ach auf wem?“, forderte Ilka eine Antwort: Shinjiro drehte sich vor der Tür noch einmal um: “Auf mich!” grinste er und ging. “Ach!” winkte sie ihm ab: “Selbstgefällig bis zum Gehtnichtmehr!” murmelte sie… Saber musste schmunzeln, Ilka musterte den Schotten: “Holen Sie ihn immer da ab, wo er sich gerade befindet, sie sind Major, sie dürfen das!” erinnerte Olson den Schotten fast beiläufig.
Colonel Murry hatte den Cowboy direkt nach der Untersuchung der Augen in den Simulator gesetzt. Der Arrow Striker war kein Problem zu fliegen und der erfahrene Fluglehrer war sich sicher, den Schützen schnell damit in die Luft zu bekommen. Colt hatte sichtlich Spaß, es war einfacher als gedacht und die Geschütze waren Super. Murry beendete nach gut einer Stunde das Training und Colt kam aus dem extra für den Arrow Striker programmierten Simulator. Er sah in das breit grinsende Gesicht von Fireball, der garantiert mit Murry sein Tun beobachtet hatte. “Gar nicht schlecht, Cowboy!” sagte Fireball. Colt nickte, “Was du kannst, kann ich schon lange!” grinste Colt. “Aber noch lange nicht besser!” konterte der Japaner. Colonel Murry legte die Auswertung auf den Monitor, der nächste Simulator Test würde realer werden. Murry setzte einen Termin und verabschiedete sich schnell, König Jarred und der First Grad würden in einer halben Stunde hier aufschlagen.
“Sag nicht, dass du jetzt auch noch fliegen möchtest.” Colt und Fireball sahen in die Richtung des Gesagten. Und Mandarin kam lächelnd in ihrer Kadettenuniform auf die beiden zu, Colt grinste: “Ich muss, ich bekomme einen fliegenden Geschützstand.” berichtete Colt und zeigte auf den Simulator, auf dem noch der Arrow Striker angezeigt wurde. “Ah, ja, die sind süß!” kommentierte Mandarin die Arrows. “Süß? Wohl eher Seifenkisten!” erwiderte Fireball. “Das ist ein Bronco Buster!” kam es ermahnend von Colt, Mandarin musste etwas lachen und musterte die beiden, sie konnte sich doch noch sehr gut an Shinji erinnern, aber er war nicht mehr dieses halbe Kind, von vor drei Jahren stellte sie fest!
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