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Absatz #1

Ein Raunen ging durch das Auditorium der Militärakademie auf Alamo. Colt und Fireball starrten überrascht nach vorne, als der First Grad den neuen Leiter des Ausbildungscamps vorstellte. Mit dieser Entscheidung hatte offenbar kaum jemand gerechnet. Nach und nach verstummten die überraschten Gespräche und Saber begann in seine Hände zu klatschen, Colt sah erst überrascht zum Schotten, tat es dem Highlander jedoch gleich, bevor der Saal sich mit Applaus füllte. Charles Eagle erhob sich von seinem Platz und betrat mit ruhigen, sicheren Schritten die Bühne.
April stieg einige Stufen fast ungläubig hinab, um einen besseren Blick auf das Podium zu haben. Während ihr eine Träne über ihre Wange lief. Von seiner Ernennung hatte sich nichts gewusst und doch wusste sie, dass hier war gerade das Ergebnis ihres Vaters, der das Oberkommando in den vergangenen Jahren mit Besonnenheit und im Fokus des Friedens geführt hatte. Colt klatschte begeistert Beifall, er war sich sicher, dass Charles Eagle genau hierhin gehörte.

König Jarred betrachtete die jubelnden Kadetten und Offiziere und nickte zufrieden vor sich hin: „Ja, es war die richtige Entscheidung.“ Genau so jemanden benötigte das Neue Grenzland. Einen Mann, dem die Kadetten vertrauten.
Charles ließ seinen Blick durch den applaudierenden Saal schweifen. April spürte einen Arm auf ihren Schultern, sie wusste sofort, wer es war und griff nach der Hand und hielt sie fest, denn für einen Moment hatte die Blondine das Gefühl, ihre Beine würden nachgeben.
Der Applaus verhallte langsam und was eben noch ein Meer aus Jubel und Stimmen gewesen war, wurde innerhalb weniger Augenblicke zur vollkommener Stille. Denn niemand wagte es zu sprechen. Als alle Blicke sich ehrfürchtig zur Bühne wandten, wo zwei Ehrenwachen in Position gingen und im Mittelgang General Whitehawk erschien. Und für einen Augenblick schien die Zeit im Auditorium stillzustehen.
Langsam standen die Offiziere einer nach dem anderen auf, während der General, gestützt an der Seite von Captain Hikari, langsam Schritt für Schritt Richtung Bühne ging. Beide hatten überhaupt keine Eile. Und da wurde es jedem im Saal bewusst, wie viel dieser Moment bedeutete. Denn obwohl der General seit dem Anschlag sichtbar gealtert und schwächer auf den Beinen war, hielt er in seiner rechten Hand einen Gehstock, während er sich mit der anderen an Captain Hikari stützte.

Und doch verlor das Bild nichts von der Ehre und Würde, die dem alten General gebührten. Nein, wenn überhaupt, machte es den Respekt, den man ihm entgegenbrachte, nur noch größer.
April hielt unwillkürlich ihrem Atem an und drückte Fireballs Hand fester. Sie hatte den alten indianischen General seit langer Zeit nicht mehr gesehen. Im KOK hatte man zwar immer wieder etwas über seinen Gesundheitszustand gehört und darüber, dass er sich vermutlich vollständig zurückziehen würde. Und doch…Trotz seiner sichtbaren Spuren, die der Anschlag an ihm hinterlassen hatte, strahlte er noch immer dieselbe Ruhe, Würde und innere Stärke aus. Für April war es, als würde ein Stück Geschichte des Neuen Grenzland die Bühne betreten.
Fireball erwiderte den Händedruck und blickte schweigend nach vorne. Colt nahm respektvoll seinen Hut vom Kopf und hielt ihn vor seiner Brust. Saber richtete sich unwillkürlich auf. Seine ganze Aufmerksamkeit galt nun dem Mittelgang. Kein Detail wollte er verpassen.

Charles stand erwartend vor dem Rednerpult und blickte den beiden entgegen, als sie die drei Stufen zur Bühne hinauf stiegen. Auf der Bühne angekommen, löste sich Hikari vorsichtig. Und der alte General trat neben Eagle. Shinjiro blieb auf der anderen Seite stehen und für einen Moment standen die drei schweigend nebeneinander.
Captain Hikari nahm die Ernennungsurkunde, die ihm eine Wache reichte entgegen und trat einen Schritt vor und sprach mit fester, klarer Stimme: „Im Namen des Neuen Grenzland, des Königreichs Jarr und aller verbündeten wird Charles Eagle hiermit zum Commander des Ausbildungscamps von Alamo ernannt.“ und drehte sich Eagle zu: „Commander Charles Eagle, sind Sie bereit, diese Verantwortung anzunehmen, die Kadetten und Offiziere des Neuen Grenzlandes zu führen, auszubilden und auf ihren Dienst vorzubereiten?“ Eagle richtete sich auf: „Ja, das bin ich.“ Hikari nickte: „Sind Sie bereit, Ihr Wissen, Ihre Erfahrung und Ihr Pflichtbewusstsein in den Dienst der kommenden Generation zu stellen?“ – „Ja, Sir.“ und der First Grad reichte Commander Eagle die Ernennungsurkunde.

„Dann sprechen Sie mir bitte nach.“ Und Eagle legte seine Hand auf das Wappen an seiner Brust: „Ich, Charles Eagle, schwöre feierlich…“ – „Ich, Charles Eagle, schwöre feierlich…“ – „…meinen Dienst mit Ehre, Pflichtbewusstsein und Integrität auszuüben…“ – „…die Kadetten und Offiziere des Neuen Grenzlandes nach bestem Wissen auszubilden…“ – „…und den Frieden, die Freiheit und die Werte unserer Gemeinschaft zu schützen.“ Eagle senkte die Hand. „So schwöre ich es.“ und Hikari überreichte ihm die Urkunde. Dann trat General Whitehawk vor. Seine Hand zitterte leicht, als er die Schulter seines langjährigen Freundes ergriff. „Willkommen Commander.“ Mehr sagte er nicht, aber in ihm ruhte etwas, es war die Gewissheit, Alamo in gute Hände abzugeben.
Und mehr musste er auch nicht sagen. April hielt sich die Hand vor den Mund, Colt schluckte schwer. Fireball senkte respektvoll den Kopf. Und selbst König Jarred spürte, wie ihm dieser Augenblick näher ging, als er erwartet hatte. Als Whitehawk und Eagle einfach nur nebeneinander standen. es waren die zwei Männer, die sechzehn Jahre lang den Frieden bewahrt hatten und alles dafür taten, den Outridern einhalt zu gebieten.
Es wurden Fotos gemacht, da blickte Shinjiro auf. Die grellen Scheinwerfer über dem Auditorium blendeten ihn unangenehm. Und für einen Augenblick verschwammen die Umrisse der Menschen und des Saals vor seinen Augen udn alles um ihm herum wurde schwarzt, doch nur das heiße, grelle Licht blieb. Und ein eiskalter Schauer durchfuhr ihn. Reflexartig um dem licht zu entfliehen blinzelte er einigemale. Dann hallte es in seinen Ohren, ein begann jemand zu klatschen. Ein Zweiter. Ein Dritter. Bis schließlich das gesamte Auditorium aufstand und die Militärakademie von Alamo von donnerndem Applaus erfüllt wurde. Und die Bühne, das Auditorium und die Menschen darin kehrten wieder zurück, als wäre nichts geschehen.
Und noch während das Auditorium applaudierte, verließen General Whitehawk und Captain Hikari die Bühne, denn das Wort hatte jetzt der neue Commander des Ausbildungscamps.

Eagle tat an das Pult und wartete bis der Applaus sich ausschleichte und sich die Anwesenden wieder setzten: „König Jarred, First Grad, Generäle, Offiziere, Kadetten, verehrte Gäste, es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Demut, heute vor Ihnen zu stehen, um die Leitung des Ausbildungscamps zu übernehmen, ich empfinde es nicht als Auszeichnung für Vergangenes, sondern als Verantwortung für die Zukunft.
Denn hier sitzen die jungen Frauen und Männer, die eines Tages die Geschicke des Oberkommandos und des glorreichen Königreichs Jarr mitbestimmen werden. Die zukünftigen Kommandeure, Piloten, Ingenieure, Wissenschaftler und Führungspersönlichkeiten unserer und der nächsten Generation.
Ich hoffe von Herzen, Ihnen nicht nur ein Vorgesetzter zu sein, der Befehle gibt, sondern jemand, der zuhört, begleitet und Orientierung schenkt. Denn Führung bedeutet nicht, den Weg allein zu kennen, sondern anderen zu helfen, ihren eigenen zu finden. Das sagte mir ein Mann, der für immer untrennbar mit diesem Camp verbunden sein wird. Ich spreche von General Whitehawk.” Und auf der Leinwand im Hintergrund liefen Bilder von den Anfängen auf Alamo.

Eagle sprach weiter: “Als das Oberkommando noch in seinen Anfangsjahren stand, widmete er diesem Camp sein Leben. Über Jahrzehnte hinweg hat er Generationen von Kadetten ausgebildet, geführt und inspiriert. Sein Einsatz, seine Loyalität und sein Pflichtbewusstsein haben das Fundament geschaffen, auf dem wir heute stehen. Und auch ich persönlich verdanke ihm mehr, als Worte ausdrücken können. Als junger Kadett war ich auf der Suche nach meinem Platz in dieser Welt. General Whitehawk war einer der Menschen, die mir Richtung gaben und mir zeigten, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein.
Im Namen des Oberkommandos, des Ausbildungscamps Alamo und aller hier Anwesenden verabschiede ich General Whitehawk heute mit allen Ehren in seinen wohlverdienten Ruhestand. Möge er die Gewissheit mitnehmen, dass sein Vermächtnis weiterlebt, in jedem Offizier, der hier ausgebildet wird und in jeder Entscheidung, die wir künftig treffen werden. General Whitehawk, vielen Dank für Ihren Dienst. Und Ihnen allen danke ich für Ihr Vertrauen. Und an alle Ausbildungsoffiziere. Lassen Sie uns gemeinsam die nächste Generation auf ihren Weg vorbereiten.“ Und Eagle nickte Whitehawk respektvoll zu, bevor im Auditorium erneut Applaus aufbrandete, um ihren neuen Commander in Alamo willkommen zu heißen!
Absatz #2
Am nächsten Tag
Bereits einen Tag nach Eagles Dienstantritt gingen die ersten Bewerbungen von Offiziersanwärtern im Ausbildungscamp ein. Darunter befanden sich auch einige Piloten, die Saber nun genauer unter die Lupe nehmen konnte. Es hatte tatsächlich nur an der ungewissen Führung des Camps gelegen, doch mit Eagle hatten die jungen Kadetten nun jemanden, der ihnen den Einstieg in das Militär erleichterte. Jemanden, dem man vertraute.
So hob die Ramrod-Einheit an diesem Morgen als Erstes ab, darauf folgte die Jard-Royal, das Privatschiff des Königs, dem sie Geleitschutz geben würden. Die Jets von Captain Hikari und Lorenz Männer würden später starten, diese würden die beiden Schiffe schnell einholen.
Colt, Fireball und April saßen in der Küche des Friedenswächters und schwiegen vor sich hin. Jeder von ihnen hatte Alamo anders erlebt. April freute sich für ihren Vater und seine Beförderung. Gleichzeitig wusste sie, dass diese neue Aufgabe ihren Preis haben würde, er würde in naher Zukunft nach Alamo ziehen müssen. Anders wäre die Leitung des Ausbildungscamps kaum möglich. Colt nippte an seinem Kaffee und blickte immer wieder auf seinen Communicator. Fireball war ungewöhnlich still geworden und hing seinen Gedanken nach.
Saber war auf der Brücke zurückgeblieben und beobachtete die Scans. Tatsächlich wirkte es beinahe gespenstisch, wie wenig Verkehr sich entlang ihrer Route bewegte. Seit der Ausgliederung des zivilen Raumverkehrs wurde der Großteil der Handels- und Passagierstrecken weiträumig um Alamo herum geleitet. Nur in Ausnahmefällen wie medizinischen Notfällen, dringenden Regierungsmissionen oder genehmigten Sonderflügen, kreuzte kein ziviler Gleiter ihren Weg.
So glitt Ramrod nahezu allein durch das Schwarze All. Doch seine Gedanken waren längst nicht mehr bei den Scans. Sie waren bereits auf Jarr. Bei Sincia und bei Sara.
Während der vergangenen Jahre hatte er viele Einsätze erlebt, Trennungen überstanden und Menschen vermisst. Doch das hier fühlte sich so ganz anders an. Es machte einen gewaltigen Unterschied, wenn ein Kind auf einen wartete. Nicht nur die Zeit mit seiner Frau fehlte ihm, sondern plötzlich jede kleine Stunde, die er mit seiner Tochter nicht erleben konnte. Er wollte wissen, wie sich Sara wieder verändert hatte, oder ob sie gut schlief. Natürlich wusste er es, schließlich telefonierte er regelmäßig mit Sincia und hatte auch viele Bilder bekommen, doch er wollte es auch sehen! Ob sie wieder gewachsen war, ob sie ihn erkannte. Und er konnte es kaum erwarten, nach der Landung ins Krankenhaus zu fahren, es schien ihm fast nicht schnell genug zu gehen.
Colt ging es nicht anders als den Schotten. Tagsüber war er auf Alamo vollständig abgelenkt gewesen. Schließlich hatte er bereits im Bronco Buster gesessen und war sogar schon selbst geflogen. Doch sobald es am Abend ruhiger wurde, kamen die Gedanken und die Sehnsucht zurück. Auch wenn er täglich mit Robin und Joshua telefoniert hatte. Doch er wusste auch, dass die Schwangerschaft in die letzten Wochen ging und trotzdem musste sie den Alltag nahezu allein stemmen. Joshua gab sich zwar große Mühe und wollte seiner Schwester helfen, wo er nur konnte. Und je näher die Geburt rückte, desto unwohler wurde ihm der Gedanke, dann nicht vor Ort zu sein. Robin hatte ihm zwar immer wieder versichert, dass alles in Ordnung sei und er sich keine Sorgen machen müsse. Doch genau das machte es nicht besser, schließlich kannte er sie gut genug, um zu wissen, dass sie vieles mit sich selbst ausmachte. Und zum ersten Mal freute sich der Cowboy nicht nur darauf, nach Hause zu kommen, nein, er hatte das Gefühl, nach Hause kommen zu müssen, um für seine Familie da zu sein.
Plötzlich durchschnitt das Heulen des Frühwarnsystems die Stille an Bord. Die drei sprangen gleichzeitig auf und eilten zur Brücke: „Outrider!“, rief Saber, der ja bereits in seiner Steuereinheit saß. „Wer sonst, wenn nicht die Schmutzfüße?“, knurrte Colt und sprang fast in seine Satteleinheit fallen.
Fireball deaktivierte den Autopiloten, Colt fuhr alle Waffensysteme hoch, während April die Quelle des Alarms lokalisierte. Gleichzeitig forderte Saber Verstärkung an.
Allen war bewusst, die oberste Priorität hatte die Sicherheit der Jard-Royal mit König Jarred und Prinz Roland an Bord. „Wir bleiben, bis Verstärkung eintrifft!“, gab Saber den Kurs vor. Fireball manövrierte Ramrod etwa dreißig Grad versetzt neben der Jard-Royal und schob sich so schützend zwischen das königliche Schiff und die drohende Gefahr.
In diesem Moment sprangen vor ihnen mehrere Hyperjumper auf. Colt zögerte nicht lange und eröffnete das Feuer. Während die ersten Schüsse durch die Schwärze des Alls jagten, funkte Saber den Piloten der Jard-Royal an und befahl den sofortigen Rückzug auf einer alternativen Route nach Jarr.
An Bord des königlichen Schiffes verfolgten König Jarred, Prinz Roland und Dr. Morel schweigend die Ereignisse, die sich vor ihren Augen im All. „Das ist sehr merkwürdig, Vater, es sind nur vereinzelte Jumper!” sprach Roland seine Beobachtung aus. Jarred nickte nachdenklich und im selben Moment trafen die Jets mit Captain Lorenz ein und übernahmen den Gleitschutz für die Jared-Royal, sodass sich Ramrod voll und ganz auf die Hyperjumper konzentrieren konnte. Truppen der umliegenden Planeten setzten die angeforderte Verstärkung.

“Das sind Abfänger, irgendwo muss das Nest sein!” hörte man Captain Hikari über Funk. Und setzte alle Truppen rund um Jarr in höchster Alarmbereitschaft. “Kurs auf die Anomalie!” befahl Saber. “Aber!” kam es kurz darauf von April, tat aber, was der Schotte von ihr verlangte, und schickte Fireball den Kurs. “Wir haben hier zu tun!” sprach Colt und beförderte im selben Moment drei Jumper zurück in die Phantomzone. Fireball nickte Colt zu und wich dem Laserstrahlen der Outrider aus. “Schieß sie nicht gleich ab, sondern lass sie ihre Energie verlieren!” forderte Saber seinen Scharfschützen plötzlich auf. Colt sah fast entsetzt zum Highlander.
„Was, aber sie verfolgen uns. Wir müssen sie von Jarr fernhalten.“, warf Fireball sofort ein und Saber nickte knapp und richtete seine Aufmerksamkeit auf die Abtaster. Tatsächlich nahm die Energie der Anomalie weiter zu. Und er legte die aktuellen Sensordaten mit den Messwerten übereinander und beobachtete die Anzeigen auf seinem Monitor. Je länger die Daten analysierten, desto deutlicher wurde sein ungutes Gefühl und er zog nachdenklich seine Augenbrauen zusammen, denn irgendetwas passte hier nicht zusammen.
„Einen Moment!“, sagte er leise und blickte nach draußen, bevor sein Blick sofort wieder auf den Rasterortungsschirm fiel. Seine Miene wurde zusehends ernster: „Wir benötigen jede verfügbare Einheit um Jarr. Auch Yuma soll patrouilliert werden!“, funkte er an Captain Hikari. Und er betrachtete für einen weiteren Augenblick die Daten auf seinem Monitor und traf seine Entscheidung: „Sofort Kurs auf die Anomalie. Das ist ein Befehl!“, sprach er nun mit deutlich mehr Nachdruck zu seinem Team. “Okay…” sagte Fireball, übernahm den Kurs und gab Vollschub in Richtung Jarr.
Absatz #3
Die Outrider ließen, wie Saber es erwartet hatte, nicht von ihnen ab. Auch Colt klingelte es jetzt, dass hier etwas nicht stimmte, die Outrider kämpften nicht wie sonst, sondern versuchten sie hinzuhalten. Ramrod schoss nur so mit den neuen Turbos durch das All und die Jumper hatten tatsächlich Mühe, Ramrod zu folgen.
April schaute auf ihre anzeigen, sie würden in weniger als zehn Minuten den Orbit von Jarr erreichen. Die Jard-Royal war ebenfalls mit versetztem Kurs und Vollschub unterwegs, um so schnell wie möglich zu landen.
Um die einzelnen Jumper, die das königliche Schiff verfolgten und beschossen, wurden von Hikari und Lorenz abgefangen und ausgeschaltet.
Auch auf Yuma waren sämtliche Truppen in Alarmbereitschaft versetzt worden. Ramrod I startete mit weiteren Kampfschiffen, um auf einen möglichen Angriff vorbereitet zu sein. Colonel Rosso befand sich inzwischen an Bord des Peacekeepers zwischen Alamo und Yuma.
So hatte sich innerhalb weniger Minuten die Alarmmeldung über das gesamte Neue Grenzland ausgebreitet. Niemand wusste, was genau vor ihnen lag, doch jeder spürte, dass sich etwas zusammenbraute.
„Pass-Pitour!“, befahl Captain Hikari und ließ die Jet-Formation auffächern, um die Jard-Royal vor weiteren Angriffen zu schützen.
Captain Lorenz führte seine Maschinen in Richtung der Anomalie. Dort wartete bereits die amerikanische Delegation mit der USS Detroit mit Colonel McGraeff in voller Kampfbereitschaft.
All das verschaffte der Jard-Royal den dringend benötigten Korridor für den Landeanflug. „Landen und auf keinen Fall durchziehen!“, befahl Captain Hikari dem Piloten des königlichen Schiffes, während er gemeinsam mit Lorenz einen weiteren angreifenden Jumper abschoss. Daraufhin manifestierten sich immer wieder einzelne Outrider-Jumper entlang der Route und eröffneten das Feuer auf die Jard-Royal. Das Laserfeuer durchzog den Himmel über Jarr. Doch nun griffen auch die königlichen planetaren Verteidigungsstellungen ein und deckten die Angreifer mit Feuerschutz auch vom Boden.
An Bord der Jard-Royal wurden König Jarred, Prinz Roland und Dr. Morel heftig durchgeschüttelt, doch der Pilot zog seinen Landeanflug durch und verließ sich auf den schützenden Korridor, bis das Schiff hart aufsetzte. An Bord atmete man vorerst einmal aus, die Landung war geglückt, doch die Anspannung blieb. Eilig wurde das königliche Schiff von Militärfahrzeugen eskortiert und in einen gesicherten Hangar gebracht. Erst als die Hoheiten in Sicherheit waren, konnte man sich vermehrt auf das Kampfgeschehen um und auf Jarr kümmern. Captain Hikari blieb noch einige Augenblicke im Kampfgebiet, bis der letzte feindliche Jumper ausgeschaltet war und setzte dann zur Landung an.
Wenig später betrat er die Kommandozentrale des Militärraumhafens, wo König Jarred bereits auf die ersten Lageberichte bekam.
Ramrod war mitten im Kampfgeschehen und hatte gemeinsam mit der USS Detroit die Outrider eingekesselt. Der Drei-Punkte-Plan ging auf und die feindlichen Schiffe verloren zunehmend ihren Bewegungsspielraum, während sich die Falle immer weiter schloss. Colt arbeitete hoch konzentriert, dank der mehrfach ausgerichteten Waffensysteme konnte er mehrere Angriffsvektoren gleichzeitig überwachen und bekämpfen. Laserblitze zuckten durch das All, während seine Zielerfassung ohne Pause von einem Kontakt zum nächsten sprang.
April behielt Ramrods Systeme im Auge und teilte Fehlermeldungen mit. Fireball wich dem feindlichen Feuer aus und brachte Colt so gut wie möglich in seine angewiesenen Schusspositionen. Saber behielt den Überblick über das Kampfgeschehen und die Bewegungen der einzelnen Schiffe und teilte Captain Hikari immer wieder den aktuellen Stand des Kampfgeschehens mit.
Captain Hikari legte sich das Kampfgeschehen von Jarr und auch Yuma auf den Monitor und beobachtete die Bewegungen auf der Rasterortung. Es lief alles nach Plan! Stellte er fest. Die Outrider sollten ihre Energie verballern, um es so auszudrücken, somit würden sie nach und nach im Kampf schwächer werden. Dr. Peaks teilte dem König mit, dass die neue Waffe einsatzbereit wäre, allerdings bisher nur in Simulationen getestet wurde. Jarred sah zu Hikari, der ihn fixierte, nachdem er gehört hatte, was Dr. Peaks Jarred gerade mitgeteilt hatte. “Nein!” war alles, was Shinjiro darauf sagte und wandte sich ab. Jarred beobachtete die Reaktion seines Freundes und setzte sich darauf in einen Sessel und beobachtete den Verlauf der Schlacht, der Luftraum von Jarr war frei, was oberhalb los war, ließ er sich von Roland synchron auf seinen Bildschirm legen. Vor Yuma gab es kleinere Gefechte, die Ramrod I und die siebte Kavallerie schnell zerschlagen konnten. Jetzt hieß es, die Sache weiter zu beobachten.
Colt war vollkommen konzentriert, die Zielerfassungen wechselten im Sekundentakt, während er die Outrider unter Beschuss hielt. Doch plötzlich, für den Bruchteil einer Sekunde, tauchten Robin und Joshua vor seinem inneren Auge auf. Ramrod wurde getroffen und das brachte ihn wieder zurück an Bord des Friedeswächters. „Warum schießt du nicht?“, fragte Fireball irritiert und zog Ramrod steil nach oben. Colt schüttelte sofort den Kopf, verdrängte die Gedanken und peilte erneut die Schiffe an, die er eigentlich längst hatte ausschalten wollen. „Sorry, Partner!“ Saber warf dem Cowboy einen kurzen Blick zu, um sich zu vergewissern, dass alles in ordnung war.
“Mist verdammter…” fluchte der Cowboy leise, die verlorene Position war perfekt gewesen. „Shinji, geh in die Kampfbereitschaftsphase!“, wies er an, als er die Sensoranzeigen vor sich betrachtete. denn vor Ramrod manifestierte sich ein deutlich größeres Outrider-Kampfschiff.
Die USS Detroit von Colonel McGraeff hatte gerade eines der feindlichen Kampfschiffe zurück in die Phantomzone geschickt. Die Explosion nahm den gesamten Kampfsektor ein. Daraufhin brachen die kleineren Outrider-Schiffe ihren Angriff ab und zogen sich zurück. es blieben nur vereinzelte Hyperjumper zurück, die weiterhin versuchten, den Orbit von Jarr zu einzudringen. McGraeff verschränkte die Arme und blickte auf die taktische Darstellung: „Wir bleiben auf Position“, befahl er. Und Dave hielt das Schiff in Abwehrhaltung.

Absatz #4
Ramrod war transformiert, doch noch bevor Colt das Feuer auf das feindliche Schiff eröffnen konnte, wurde der Friedenswächter von einem gewaltigen Treffer erschüttert und der gesamte Rumpf bebte. Warnanzeigen flackerten auf und für den Bruchteil einer Sekunde fielen mehrere Systeme aus. Fireball hatte alle Hände voll zu tun, den transformierten Giganten stabil zu halten. „Was war das denn?!“, entfuhr es Colt, während seine Anzeigen wieder hochfuhren. „Angriff von hinten!“, rief April und hielt sich an ihrer Konsole fest. Saber blickte auf die Sensoren vor sich und seine Augen fixierten schlagartig den Punkt auf seinem Rettungsschirm: „Und es ist nichts Erfreuliches.“ fügte er noch mit an. Für einen Moment sagte niemand etwas. Selbst Colt konnte kaum glauben, was sich dort hinter ihnen aus dem Hyperraum schob.
Es war eine riesige Renegade-Einheit und sie steuerte mit direkten Kurs auf den Planeten Jarr zu.
Captain Hikari trat näher an den Monitor heran und orderte die USS Detroit von ihrer Position ab, damit sich Ramrod um den feindlichen Renegade kümmern konnte, und der Gigant griff mit voller Kraft an. Laserfeuer, Raketen und Angriffswellen trafen auf Ramrod ohne Unterbrechung ein und walzte gerade wieder wie eine Sturmfront auf Ramrod zu.
„Greif den Brutalo!“, rief Colt und versuchte, den Giganten der Outrider in sein Fadenkreuz zu bekommen. „Ausweichen! Sofort!“, wurde Saber plötzlich lauter und Colts peilung verlor sich abermals, als Fireball ohne zu zögern Ramrod nach unten weg zog. Denn über ihnen befanden sich nicht nur feindliche Hyperjumper, sondern auch Jets der königlichen Air Force, die inzwischen in das Gefecht eingegriffen hatten. Außerdem lag die USS Detroit noch viel zu nah an ihrer Position, so dass für ein Ausweichmanöver nicht ausreichend Raum war. „Zu eng!“, stellte Fireball fest und brachte den Friedenswächter in eine scharfe Ausweichkurve. dabei durchzuckte Laserfeuer kreuz und quer durch das Kampfgebiet, während der Renegade unbeirrt weiter auf sie zukam.

Alle an Bord wurden fest in ihre Sitze gepresst, so dass Colt und Saber nahezu handlungsunfähig waren. “Was ist da oben los?” funkte Captain Hikari, und konnte sich das “verdammtnochmal” noch verkneifen…als er eilig zu Saber, der das ganze Spektakel am Rasterortungsschirm mitverfolgt hatte. Doch Saber konnte nicht sofort antworten, er musste den Renegade und das umliegende Kampfgeschehen im Auge behalten. “Wir ….. verlagern ….. das Kampfgeschehen!” wies Saber angestrengt durch die wirkenden G-Kräfte an, um keine Schiffe oder Jets zu gefährden. Fireball flog unter hoher Anstrengung und Dauerbeschuss weiter in den Sector A, um weit abseits der Anomalie zu sein. Der Renegade verfolgte sie und bekam Ramrod zu fassen und setzte ihn mit einem Laserstrahl fest. “Wo fliegt er hin?” sprach Hikari seine Gedanken laut aus, König Jarred trat nun auch näher an den Rasterortungsschirm heran. Shinjiro funkte zu Colonel Mc Graeff, er sollte sofort dem Friedenswächter folgen! „Inwieweit ist dieses Gebiet erforscht?” wollte Shinjiro von Jarred wissen und zeigte auf einen Abschnitt auf dem Rasterortungsschirm.
Jarred atmete ein und sah zu Shinjiro, dieser kniff darauf seine Augen zusammen, als er von Jarred diese Antwort bekam: “Ramrod sofort zurück zum Sektor A!” funkte er die Ramrod Einheit zurück. Zusätzlich kam aus Yuma die Meldung, dass auch dort ein Renegade im Orbit aufgetaucht war und Ramrod I und weitere Einheiten sich um diesen kümmern. Shinjiro presste seine Lippen fest aufeinander und legte beide Schirme nebeneinander. “Das ist ein Split Angriff!” wurde es ihm bewusst und rief alle Truppen in ihre Sektoren zurück, sollte es den Outridern weiter gelingen, jede Einheit zu beschäftigen, wären die Planeten bei weiteren Dimensionssprüngen der Outrider schutzlos ausgeliefert. “Major Lancelot, sofort zurück, das ist ein Split und sie befinden sich in einem unerforschten Gebiet!“ und sah beim letzten Teil seiner Anweisung Jarred scharf an.

Saber hörte die Anweisung von Captain Hikari, nur bruchstückhaft. Sie befanden sich bereits zu weit in einem Teil des Sector A, wodurch die Verbindung immer wieder abbrach und von Störungen durchzogen wurde, so verstand er lediglich nur: „…sofort zurück … unerforschtes Gebiet!“ Ramrod zog wieder nach oben, um sich aus den Fängen zu befreien und gewann etwas Abstand zum Renegade. „Jetzt!“, rief Colt und fuhr die Maverick-Waffensysteme auf einhundert Prozent hoch und eröffnete das Feuer auf den feindlichen Giganten. Darauf folgten mehrere Laserkanonen- Salven, die direkt auf ihr Ziel zu rasten. April versuchte die Funkverbindung mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten, doch es gab fast kein Signal mehr zum Anpeilen. “Treffer!” jubelte Colt, das verschaffte ihnen Zeit, sich weiter in Position zu bringen.
In der Kommandozentrale auf Jarr versuchte Captain Hikari, die letzte bekannte Position von Ramrod auf dem Rasterortungsschirm so genau wie möglich zu bestimmen, denn das Signal des Friedeswächters, war vor wenigen Sekunden erloschen, genau wie das der feindlichen Renegade Einheit. Er versuchte seine Sorge darüber erst einmal hinten anzustellen, schließlich musste er auch noch das Kampfgeschehen in Jarr und Yuma im Blick behalten, Einheiten koordinieren, Befehle erteilen und auf neue Bedrohungen reagieren. Doch immer wieder wanderte sein Blick zurück zum Bereich des Schirms, in dem Ramrod zuletzt geortet worden war, doch die Anzeige blieb leer und je länger das so blieb, desto wen
„Jarr ist clean!“, kam nach einigen Minuten endlich eine positive Meldung von Captain Lorenz. Shinjiro schloss für einen Augenblick seine Augen, erst jetzt bemerkte er, wie angespannt er gewesen war. Langsam atmete er darauf tief ein und wieder aus und hatte für einen Moment das Gefühl, minutenlang nicht einmal richtig geatmet zu haben. „Verstanden. Gute Arbeit, Captain“, antwortete er knapp und sein Blick wanderte sofort wieder zurück auf den Rasterortungsschirm. Jarr war sicher. Ramrod blieb jedoch weiterhin verschwunden.
„Wir werden die Bodenstreitkräfte durch die Stadt schicken!“, teilte Roland mit und verließ eilig die Kommandozentrale. Shinjiro nickte nur knapp und wandte sich sofort wieder den Schirmen zu. „Wir müssen alles hier sammeln!“ sagte er und kreiste ein Gebiet mit dem Pen ein und zog eine gepunktete Linie unmittelbar vor die Anomalie. „Du hast vor, die Waffe einzusetzen“, stellte Jarred fest. Shinjiro zog eilig die Jacke seines Kampfanzuges aus und warf sie über einen Stuhl, ohne aufzusehen. „Ja, wenn wir keine andere Möglichkeit mehr haben.“ bestätigte er Jarreds verdacht und stellte er eine Verbindung nach Yuma, um von Rosso den aktuellen Lagebericht zu erhalten.
„Ich werde ein Schiff mit der Waffe bestücken lassen“, entschied Jarred und gab die Anweisung unmittelbar an Dr. Peaks weiter. Shinjiro koordinierte gleichzeitig Colonel McGraeff, die Royal Air Force und die verbliebenen Verteidigungseinheiten. Darauf blinkten mehrere Schirme gleichzeitig auf. Und die Lage wurde von Minute zu Minute unübersichtlicher und wollte Jarred noch etwas erwidern. „Captain Hikari, hier Ramrod …“ Sofort wurde es still, dass sogar Jarred auf sah.
Absatz #5
„Captain, es ist zu gefährlich, das Kampfgeschehen mit dem Renegade in den Sektor zurückzuführen!“, meldete Saber. Hikari zog dseine Augenbrauen zusammen: „Sofort zurück!“, befahl er mit Nachdruck. „Negativ, Sir!“, kam Sabers Antwort ohne Zögern zurück. In der Kommandozentrale wurde es still. „Sofort!“, wurde Hikari hörbar schärfer und sein Blick ging zum Punkt der Ramrod Einheit auf seinem Rasterortungsschirm.
„Sie befinden sich im Raumsektor 56W7O und liegen damit immer weit außerhalb von Sektor B“ Saber warf einen Blick auf die Koordinaten, die ihm der Captain übermittelt hatte. Der Captain hatte recht, doch die Zeit zum Nachdenken blieb dem Schotten nicht. „Kontakt!“ rief April und Ramrod wurde erneut erschüttert, als ein weiterer Treffer die den Friedeswächter traf. Warnanzeigen blinkten über die Konsolen. „Schilde bei zweiundsiebzig Prozent!“, meldete April. Colt hatte die Zielerfassung jedoch nicht verloren. „Hab dich!“ sagte er und im selben Augenblick drückte er den Abzug. Die Maverick-Waffensysteme feuerten eine weitere Salve direkt auf den Renegade, während Fireball verzweifelt versuchte, den Friedenswächter aus der Schusslinie zu bringen.
„Sofort Kurs auf 56W7O!“, wies Saber an. Es war ihre Chance, außerhalb des Sektors zu bleiben und den Renegade von Jarr fernzuhalten. „Was? Aber warum?“, protestierte Colt. Gerade jetzt hatten sie den Giganten der Outrider perfekt im Visier. Fireball sah zu Saber und dann zu Colt, im nächsten Moment trafen sich die Blicke der beiden. Dann aktivierte Fireball die Ramrod-Infanterie: „Was macht ihr da?“, fuhr Saber herum. Colt reagierte bereits und richtete sämtliche Maverick-Waffensysteme auf den Renegade. „Jetzt oder nie, Partner!“ – „Feuer frei!“, bestätigte Fireball und Ramrod entlud alles, was seine Waffensysteme noch hergaben.
Laser, Raketen und Energieladungen schossen gleichzeitig auf den beschädigten Renegade zu und kurz darauf wurde das Weltall von einer gewaltigen Explosion erhellt. Die Druckwelle erfasste Ramrod und der Renegade zerbrach förmlich vor ihren Augen. Glühende Trümmerstücke wurden in alle Richtungen geschleudert, während sich der gigantische Körper Stück für Stück auflöste.
„Ähm …“, begann Fireball vorsichtig und Saber starrte ungläubig auf den Schirm. „… Kurs auf 56W7O“, wiederholte er schließlich trocken. „Jetzt können wir ja los.“ erwiderte Colt.
“Was?” kam es von Captain Hikari, der die Energiemessung auf dem Ortungsschirm im Blick behielt, denn diese stiegen ins Unermessliche, er drehte sich vom Schirm ab und warf den Pen auf den Tisch, der an Dr. Morel vorbei kullerte und auf der anderen Seite des Tisches zu Boden fiel.
“Alle Einheiten auf 20WO10 zurückzuziehen, und zwar mit Vollschub!” funkte er allgemein… “Sofort!” fügte er etwas lauter noch mit an! König Jarred und Dr. Morel traten an den Monitor, der die Bewegungen aller Einheiten übertrug. “Die Energiemessung wird ein Kampfgeschehen von bis zu 80 Prozent über den Sender schicken!” sprach Jarred seine Gedanken aus. “Um 87 um genau zu sein.” berichtigte Shinjiro und trat vom Monitor ab und holte sich eine Flasche Wasser, nahm einen Schluck und stellte sich wieder vor den Monitor, der das Kampfgeschehen vor Yuma übertrug.
Yuma meldete, dass sie den Renegade noch vor dem Mond des Planeten zerstört hatten und jetzt patrouillieren. “Captain Hikari, der Renegade ist eliminiert!” teilte Saber mit. “Wir nehmen jetzt Kurs zum Sektor B.” Hikari zog seine Augenbrauen zusammen, sah auf seine Uhr, ging zurück zur Rasterortung und suchte Ramrods Kennung. “Sie bleiben wo sie sind, Major!” Fireball, Colt und April sahen fragend zu Saber, als sie die neue Anweisung von Captain Hikari hörten. “Er weiß wohl gerade nicht, was er will!” kommentierte Colt frei. … “Das Lieutenant Wilcox klären wir später!” antwortete Captain Hikari auf das Gehörte.
Fireball setzte Ramrod erst einmal auf Slow-Flight.
Colt rollte mit seinen Augen: „Na toll!” kommentierte der Cowboy in seinen Gedanken. Er hatte nicht daran gedacht, dass der Bordfunk bei allen aktiviert war. Und lehnte sich genervt zurück. “Und jetzt?” fragte Fireball, der von dem ganzen Hin und Her gerade leicht genervt war. Saber nickte leicht und sah auf seine Daten. „April, du scannst unsere Systeme auf Beschädigungen!“ – “Bin schon dabei, Saber!” erwiderte die Blondine. “Raus aus der Challenge-Phase und Kurs zurück zum Sektor B.” Fireball nickte und ließ Ramrod wieder zurücktransformieren. Nachdem Ramrod wieder ein Kampfschiff und somit schneller war, nahm Colt seinen Helm ab und stand auf. “Puh, was ein wilder Ritt!“ kommentierte er und stellte sich an das Panoramafenster und beobachtete die wenigen Überreste des zerstörten Renegades, die im All schwebten. “In der Tat!” kommentierte Saber kurz die Aussage seines Scharfschützen und erhob sich ebenfalls aus seiner Einheit.
„Ich habe euch eine klare Anweisungen gegeben!“, sagte der Schotte, als er vor seiner Steuereinheit stand. „Die lauteten Rückzug und nicht Angriff!“ Colt drehte sich darauf blitzschnell um. Fireball sah auf, presste schuldbewusst die Lippen zusammen und beobachtete das Geschehen. Der Cowboy sah Saber direkt in die Augen und schüttelte leicht mit seinem Kopf: „Das kann nicht dein Ernst sein, Richard!“ und zeigte hinter sich durch das Panoramafenster auf das Trümmerfeld: „Das Ding ist erledigt! Und du willst mich jetzt dafür zusammenfalten?“ Saber zog seine Augenbrauen zusammen: „Du hast meine Anweisung ignoriert!“, erwiderte Saber darauf scharf. „Ja, weil es die beste Gelegenheit war, um … Fireball verstummte abrupt, als Saber ihn strafend ansah: „Zu dir komme ich auch noch“, sagte der Schotte und wandte sich wieder Colt zu.
„Das ist doch gerade nicht dein Ernst. Unser Auftrag war es, dieses Ding auszuschalten!“, begann der Cowboy erneut. „Und ich hatte Anweisungen!“, kam es darauf von Saber sofort zurück. „Und ich hatte einen Renegade direkt vor meinem verdammten Fadenkreuz!“ erwiderte Colt ernster. „Darum geht es nicht!“ schüttelte Saber mit seinem Kopf. „Worum denn sonst?“ fragte Colt und eine kleine Stille breitete sich zwischen den beiden aus. Colt starrte den Schotten an und Saber starrte zurück. „Wir hatten einen Befehl.“ begann er erneut. „Wir hatten ein Ziel.“ – „Einen Befehl.“ – „Ein Ziel!“ – „Colt!“ – „Richard!“ Fireball sah von einem zum anderen: „Also, ich finde ja, ihr habt beide recht …“ und Saber und Colt drehten beide gleichzeitig ihre Köpfe zu ihm. Der Japaner hob sofort beschwichtigend beide Hände.
„Das Ding ist Schrott“, sagte Colt schließlich und zeigte auf das Trümmerfeld außerhalb des Sichtfensters. „Ja.“ nickte Saber zufrieden verschrenkte Colt seine Arme vor seiner brust: „Also haben wir gewonnen.“ – „Nein.“ blieb Saber dabei. „Wie nein?“ fragte der Cowboy und atmete hörbar aus. „Du bist heute wirklich eine Freude.“
April räusperte sich leise und beschloss, sich demonstrativ wieder ihrem Schirm zuzuwenden. Das hier würde noch dauern. Colt schüttelte ungläubig mit seinem Kopf. „Hast du den Kampf überhaupt gesehen, oder nur die Befehle.“ fragte Colt plötzlich und die Worte trafen. Fireball hob darauf sofort seinen Kopf udn auch April blickte von ihrer Konsole auf.
Sabers Gesicht wurde hart: „Und ich frage mich manchmal, ob du überhaupt verstehst, dass Befehle nicht diskutiert werden, wenn Millionen Menschen von ihnen abhängen.“ … jetzt verstummte Colt, denn jetzt war nicht mehr der Renegade das Problem. Sondern die Tatsache, dass zwischen Pflicht und Freundschaft gerade eine gefährliche Spannung entstanden war.
„Eine hohe Energieansammlung in Sektor B!“, rief April alarmiert und durchbrach damit die angespannte Stille auf der Brücke. Saber und Colt sahen sich kurz an und ihr Streit war augenblicklich vergessen. „Leg es bitte auf den Hauptschirm!“, ordnete Saber an. „Was zur…?“, begann Colt, doch weiter kam er nicht. Im selben Augenblick wurde Ramrod von einer art druckwelle erfasst und sämtliche Systeme von Ramrod spielten verrückt. Warnanzeigen flackerten über die Konsolen, Sirenen heulten auf und ein Alarm jagte den nächsten. Sogar die Beleuchtung flackerte. „Was passiert hier?!“, rief April mit Angst besetzter Stimme und hielt sich fest. Fireball hatte sich an seiner Steuereinheit noch festhalten können und versuchte, in seine Steuereinheit zu kommen. Doch der Druck nahm weiter zu, es fühlte sich an, als würde eine unsichtbare Hand den gesamten Friedenswächter zusammendrücken. „Ich bekomme ihn nicht stabil!“, presste Fireball hervor, als er sich mit aller Kraft in seine Steuereinheit zog.
Ramrod begann immer heftiger zu beben… Und dann wurde es plötzlich still. Colt schaffte es in seine Satteleinheit, doch seine Waffensysteme fielen nach und nach aus, sein ganzes Modul leuchtete binnen Sekunden rot oder gar nicht mehr. Saber hielt sich an der Satteleinheit des Piloten fest und versuchte, Fireball zu helfen, in das Cockpit zu gelangen. April kniff ihre Augen fest zusammen, “Was war das nur?” fragte sie sich. “Versuch uns auf Kurs 56W7O zu halten!” sagte Saber fordernd zu Fireball.
Über Jarr wurde es blitzartig hell. Captain Hikari schloss seine Augen und presste seine Lippen fest aufeinander, “Mist!” fluchte er leise vor sich. Jarred und Dr. Morel warfen sich verstehende Blicke zu. “Na sehr schön!” kam es von Lorenz über Funk, der mit seinen Männern gerade im Landeanflug war und diesen aufgrund der Indifferenzen der Systeme abbrechen musste. Colonel McGraeff, der weit genug mit seinem Schiff entfernt war, aber auch die Auswirkungen an Bord der Systeme vernahm, trat an das Panoramafenster mit einigen Offizieren, darunter waren Dave und Daniel: “Was?” flüsterte er vor sich und sah sich das an, was da vor seinen Augen geschah. Alle Schiffe der Outrider lösten sich in diesem Licht einfach auf, andere wurden mit einem Sog zurückgezogen.
Ein Tonsignal erklang in der Kommandozentrale. Shinjiro öffnete seine Augen, Jarred trat an ihn heran. “Es ist ein automatischer Raumgleiter mit Kurs auf die Anomalie, er befindet sich bereits im Einsatzgebiet und wäre in einer Minute einsatzbereit!” Shinjiro nahm Jarred das Gerät während er Sprach aus der Hand und betrachtete es in seiner Hand. “Wenn wir das tun, stecken wir mittendrin!“ sagte er ruhig, aber ernster zu Jarred. “Und wenn wir es nicht tun, sind wir auch mittendrin, ob wir wollen oder nicht!” Shinjiro schluckte und sah Jarred fest in die Augen: “Das ist dasselbe!“, erwiderte er. Jarred nickte: „Ja, nur das eine wäre nicht freiwillig, sondern willkürlich!” kam es darauf ernstert von Jarred und sah Shinjiro fordernd an. „Weiterer Rückzug!“ funkte Hikari an allen Schiffen.
“Was haben die vor?” kam es von Colt, Fireball, der sich bereits auf Kurs befand, gab nun Vollschub, obwohl der Systemscan der Flugsteuerung noch nicht beendet war. “Shinji, was tust du?” fragte April bebend. “Der bisherige Scan sagt, dass die Flugfähigkeit noch gegeben ist” – “Ja, aber wir müssen so schnell wie möglich aus diesem Energiefeld!“ erklärte Fireball seine Entscheidung. “Sonst könnten wir so enden wie die Monarch Supreme vor einigen Wochen.“ fügte er noch hinzu. Das Argument wurde von allen stillschweigend akzeptiert.
Captain Hikari, der immer noch zu Jarred sah, löste seinen Blick und sah zur Rasterortung, der automatische Gleiter befand sich genau vor den Koordinaten der Anomali. “Hat noch jemand etwas zu sagen?” fragte er, es blieb weiter still im Raum. Er beobachtete die Schiffe auf dem Raster, die sich immer weiter entfernten, und sah jetzt zum Punkt des automatischen Gleiters. “Gut, ich auch nicht!” kommentierte er und löste die Waffe aus.
Eine Sekunde später detonierte das Schiff mit der Waffe an Bord und zu aller Erstaunen blitzte der Lichtstrahl nicht auf, sondern zog sich in die Anomalie. Dr. Peaks, der die Energieströme mit seinen Kollegen verfolgte, standen alle gleichzeitig von ihren Stühlen auf und sahen sich an. „Energie-Umkehr!“ Auf Jarr merkte man nichts von der Zündung, doch der Rasterortungsschirm zeigte eine große Explosion an. “Was ist da oben los, Colonel Mc Graeff?” wollte Hikari wissen. “Ich habe keine Ahnung, Sir!” war dessen Kopf schüttelnde Antwort. Hikari zog fragend seine Augenbrauen zusammen und blickte zu Jarred: “Er hat keine Ahnung!” wiederholte er fassungslos und nahezu sarkastisch. Einige Augenblicke später sendete McGraeff die ersten Bilder, die einen Sog in die Anomalie zeigten.
Fragend traten König Jarred, Captain Hikari und Dr. Morel an den Monitor. “Wir lösen genau das Gleiche auf der anderen Seite aus.” stellte Jarred fest. “Na klar!” und Shinjiros Augen wurden groß. Und er ging um den Tisch, um den Pen aufzuheben. Er legte eine neue Maske der Anomalie auf den Rasterortungsschirm und zeichnete in dieser einen Trichter, von beiden Seiten …. “Egal wie, solange beide Seiten diese Energie kompensieren, wird er mit der Zeit immer undurchlässiger, er bleibt zwar brüchig, aber es bedarf immer mehr Energie, um diesen zu durchdringen.” und zeichnete beidseitig die Strahlen der Waffe durch den Trichter. “Wir rauben ihnen die Energie.” fügte Dr. Morel mit an. “Richtig, es ist wie ein ständiger Voll- und Umkehrschub, die Outrider benötigen für jeden ihrer Sprünge jetzt schon massig Energie, dazu kommt die Energie, sich hier zu manifestieren, plus die der Waffen.” Und er legte einen Schätzwert fest, den er unterhalb seiner Zeichnung schrieb. “Ein Wahnsinns-Aufwand!“ fügte Jarred mit an. „Irgendwann haben sie keine mehr und können nicht einmal mehr von A nach B springen.“ Jarred nickte. “Ich schicke die Bilder Dr. Peaks, ich bin gespannt, was er dazu sagt!”
Ramrod erreichte wieder den offiziellen Sektor B, auch sie sahen, was sie noch nie gesehen hatten. Vor 2 Tagen sind sie an dieser Stelle noch hin und her geflogen, jetzt war da eine Art hell leuchtendes Loch, anders konnte man es nicht beschreiben, das langsam immer kleiner wurde. Alle physikalischen Erklärungen, so schien es, wurden mit diesem auch kleiner. Saber, nahm das Geschehen vor ihnen auf, je mehr Perspektiven die Wissenschaftler zur Verfügung hatten, um so schneller, so hoffte es der Schotte, würden sie es erklären können.
“Das ist besser als jeder Science Fiction Movie!“ kommentierte Fireball, “Besser? Wir sind mittendrin!“ kam es von Colt darauf. „Ja, Mega, oder?” fragte der jüngste an Bord. Saber musste jetzt doch etwas schmunzeln, aber auch gleichzeitig mit seinem Kopf schütteln. April war gerade vollkommen überfordert, sie versuchte, es sich mit ihrem Wissen über Anomalien zu erklären, aber nichts davon hielt gerade stand.
10 Minuten später hatte sich die Anomalie wieder geschlossen und alles war ruhig, ja nahezu gespenstig, als ob nichts geschehen war.
Jets und die USS Detroit patrouillierten den Sektor, um sicherzustellen, dass es keine Streutruppen der Outrider mehr gab. Der Tower forderte Ramrod auf, zu landen. “Na dann auf in die Höhle des Löwen!“ kommentierte Colt, der sich wie die Anderen gerade seines Kampfanzuges entledigt hatte, den schnellen Abzug seitens des Towers.
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