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8.712 Wörter, 46 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Drei Tage später: 

Alles um ihn herum war immernoch verschwommen und selbst das gedämpfte Licht im Raumwar ihn noch zu grell. Vorsichtig versuchte er, tief einzuatmen, doch unmittelbar darauf schoss ein stechender Schmerz durch seinen Körper. Leise stöhnte er auf und alls spannte sich unwillkürlich an. Für einen Moment geriet er in Panik, als ihm erneut bewusst wurde, dass er nicht richtig tief Luft holen konnte. Es dauerte einige Minuten, bis er sich von dem Schreck erholt hatte und sein Atem wieder etwas ruhiger wurde. Trotzdem blieb das beklemmende Gefühl bestehen. Jeder Atemzug erforderte Konzentration und kostet viel Kraft. 

„Shinjiro!“, vernahm er eine Stimme, aber er konnte sie nicht zuordnen, ein kleines nicken war seine antwort udn es wurde wieder ruhig und still um ihn. Ein kalter kurzer Schmerz erinnerte ihn daran, dass er wach werden wollte. „Mr. Hikari! Können Sie mich hören?“, drang es abermals in sein Bewusstsein. Er versuchte seinen Kopf zu bewegen, was ihm gleich darauf einen Kopfschmerzen bescherte. Darauf strömte sauerstoffreiche Luft in sein Gesicht, doch tiefes erholsames Einatmen gelang ihm trotzdem nicht. Langsam und etwas unsicher bewegte er seine Hand und rieb sich seine Augen.

„Können Sie mich hören?“, hörte er die Frage erneut. Er nickte. „Tut ihnen etwas weh?“ Shinjiro ließ seine Hand zurücksinken und blinzelte mehrmals vor sich: „Hmm …“, brachte er mühsam heraus, darauf schnürte sich seine Kehle krampfartig zu, seine Lungen brannten, als würden sie reißen. Er spürte, wie ihm etwas in den Rachen gesprüht wurde, was ihm entkrampfte und Erleichterung verschaffte. Shinjiro öffnete seine Augen, das Bild wurde langsam schärfer, das Licht im Raum war angenehm. „Er kommuniziert, das ist gut!“, hörte er Dr. Morels Stimme. 

Hitomi nickte und Dr. Morel entfernte aus dem Zugang am Handgelenk die Spritze mit dem Medikament. Hitomi betrachtete ihren schlafenden Mann und strich über seinen Arm. Die letzten zwei Tage hatte er unter starken Medikamenten gestanden, damit Morel, mit seinen Kollegen, die umfangreichen Untersuchungen durchführen konnten. Um eine Tephikanolvergiftung ausschließen zu können! Und tatsächlich nach zwei Tagen konnte Entwarnung gegeben werden.

„Also eine starke Lungenentzündung!“, wiederholte Jarred, der Arzt nickte ernst: „Im ersten Moment klingt diese Diagnose, gebe ich zu, besser als eine Tephikanolvergiftung!“ begann er und öffnete einige seiner Aufzeichnungen auf dem Tablet. „Seine Entzündungswerte stiegen in den letzten sechs Monaten kontinuierlich an, blieben jedoch immer im tolerierbaren Bereich.“ Hitomi udn Jarred hörten zu. „Als er vor gut einem Jahr durchgecheckt wurde, war er nicht nur Körperlich in bestform, sondern seine Blutwerte waren ebenfalls 1A, es gab überhaupt keine Auffälligkeiten..“ holte Morel etwas weiter aus, Jarred setzte sich bequemer in den Sessel, um entspannter folgen zu können. 

„Interessant wird es hier!“ und Dr. Morel legte das Tablet in die Mitte, das eine Verlaufskurve zeigte: „Sein Immunsystem. Es fiel mir selbst auch erst vor zwei Wochen auf.“ Jarred zog fragend seine augenbrauen zusammen udn Hitomi lauscht stumm, was der Arzt zu sagen hatte: „Als er vor 20 Monaten zurückkam, haben wir alle etwas Entscheidendes vollkommen außer Acht gelassen, nämlich die Tatsache, dass er 16 Jahre nicht hier gelebt hat!“ Hitomi sah von Morel zu Jarred, der König setzte sich jetzt etwas auf: „Er war 16 Jahre lang nicht unseren Viren und Keimen ausgesetzt gewesen. Sein Immunsystem hat zwar eine Erinnerung daran und konnte angemessen reagieren. Doch das auch nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt.“ und Dr. Morel machte eine Pause, um das Gesagte erst einmal sacken zu lassen. 

Jarred und Hitomi bekamen so langsam eine Ahnung, worauf Morel hinaus wollte.  Jarred rieb sich einmal seinen Bart: „Also hätten wir ihn direkt nach seiner Ankunft vorsichtshalber isolieren sollen…“ Morel nickte und Jarred musste zugeben, dass keiner das auf dem Schirm gehabt hatte. „Im Winter hatte er nur eine leichte Erkältung, wie wir alle.“ erinnerte sich Hitomi. Morel nickte: „Wie gesagt er war in bestform und im Normalfall ist so eine Erkältung auch nichts Aufregendes. Doch er stand seitdem er wieder hier ist, kontinuierlich unter Stress, das schwächt das Immunsystem, ich vermute, dass die Erkältung nicht wirklich auskuriert wurde und sich festsetzte. Und dass diese Lungenentzündung schon länger in ihm reift. Und die letzte Schlacht an Bord der neuen Royal Monarch de luxe der Auslöser war.“ Jarred verstand: „Also war es die Luftfilteranlage!“ Morel nickte: „Ja, für ihn wurde sie zum Problem. Wir alle an Bord hatten eine halbe Stunde mit der schlechten und immer dünner werdenden Luft zu kämpfen gehabt, aber in diesen 30 Minuten sammelte sich von 80 Menschen an Bord alles in der Luft. Den Befunden zufolge haben alle Besatzungsmitglieder und auch sie eure Hoheit alles gut weggesteckt, es war unangenehm, aber nachdem die Sauerstoffanlange durchgeblasen und die Filter.- und Aufbereitung wieder funktionierte, war es auch vorbei.“ Hitomi blickte zum Bett, in dem ihr Mann lag: „Aber es war zu viel für ihn .. “, sprach sie leise vor sich. „Ja, er wird es nicht einmal mitbekommen haben. Er war so auf den Radarschirm fixiert und mit der Koordinierung der Truppen beschäftigt …“, bestätigte Morel und atmete anschließend tief ein und aus: „Es ist durchaus ernst! Ich muss es ihnen sagen, wie es isst, sollte sich diese Erkältung vor wenigen Monaten im Körper festgesetzt haben, kann es sein, dass er sich davon nicht mehr richtig erholt!“ sprach Dr. Morel jetzt Klartext, was ihm nicht gefiel, doch es musste sein! 

„Ich lasse bereits das andere Zimmer vorbereiten, um ihn wenigstens jetzt, so gut es geht, zu isolieren!“ begann Morel seine vorgesehene Behandlung zu erläutern.

Absatz #2

Fireball stand vor dem zerstörten Wagen seines Vaters. Er hatte immernoch Muskelkater von der letzten schlacht, er sollte wohl doch langsdam anfangen zu trainieren, denn den schubregler inmitten eines dauerbeschuss auf Kurs zu halten, war ihm fast unmöglich geworden. Und hätte ihm Saber beim zwieten mal nicht geholfen…. nicht auszudenken. Eer nahm sich vor sich deswegen mit Davbe oder Steve zu unterhalten…doch heute hatte er sich vorgenommen, das Schrottauito seines Vaters abholen zu lassen. Und bis dahin musste er die persönlichen Sachen seines Vaters aus dem plattgedrückten Wrack bergen. 

„Moin Partner!“, vernahm er die Stimme von Colt, der von seiner morgendlichen Runde zurückkam und jetzt auch das Auto musterte. „Tja, das nenne ich mal Totalschaden!“ kommentierte der Cowboy den Anblick. Fireball nickte und versuchte durch ein kaputtes Fenster in den Innenraum zu greifen, was ihm aber nicht gelang, die Verletzungsgefahr war zu groß. Frustriert trat er gegen die verbeulte Tür des Wagens. Colt riss seine Augen auf: „Ähm, ist alles ok, Hombre?“ fragte der Cowboy vorsichtig, mit so einer aktion hatte er nicht gerechnet und beobachtete seinen sichtlich wütenden Freund, wie er sich genervt durch die Haare ging: „Ja, alles super!“ kam es von Fireball, öffnete das garagentor und griff nach einem Hammer. 

„Ooookaaay!“, sprach Colt langsam vor sich und ließ seinen Freund nicht aus den Augen. Fireball schlug die eh schon kaputte Scheibe auf der Beifahrerseite ein. Und beugte sich darauf durch das zerquetschte Fenster, es gelang ihm, das Handschuhfach zu öffnen und griff einfach hinein. Das gleiche Spiel wiederholte er auf der Fahrerseite. Colt, der Zaungast, beobachteteseinen Freund weiter misstrauisch, der gerade mit irgendetwas nicht klarzukommen schien und das lag bestimmt nicht an dem schrottreifen Auto. 

Fireball hockte sich neben den Wagen, legte die Sachen vor sich ab und betrachtete sie oberflächlich. Colt ging neben ihm in die Hocke: „Willst du reden?“ Doch Fireball blickte nicht auf und überflog schweigend die persönlichen Gegenstände seines Vaters. Darunter befanden sich einige Papiere, ein Buch und eine Powerbank. „Nein, als ob man alles immer mit reden lösen könnte!“, sagte er und stand wieder auf. 

Nachdem Colt diese Antwort von seinem Freund erhalten hatte, hob er eine Augenbraue und überflog die Gegenstände vor sich und nahm beiläufig das Buch, in seine Hand und richtete sich auf. „Wie geht es deinem Vater?“, fragte Colt das naheliegendste und er begann in dem Buch zu blättern. „Blendend!“, war die immer noch gereizte Antwort des Japaners. „Mhm..“, nickte Colt und sah von dem Buch auf und ging einige Schritte auf Fireball zu: „Shinji, ich denke …“ begann der Cowboy ruhig, doch Fireball schnitt ihm das Wort mitten im Satz ab: „Ich will nicht reden! Und auch nicht wissen, was du denkst!“ kam es etwas lauter von Fireball und warf Colt dabei einen ernsten Blick zu und trat darauf mit ganzer Kraft gegen das Auto. 

Der verschwitzte Lockenkopf ließ seine Arme sinken und presste seine Lippen fest aufeinander: „Gut, dann schlag und trete weiter darauf ein, dann spart ihr euch die Schrottpresse!“ kam es nun von Colt. Fireball holte erneut aus: „Ja, vielleicht ist genau das mein Ziel.“ Colt atmete darauf tief ein, um nicht auch gleich loszupoltern, denn das wäre jetzt kontraproduktiv, wusste der Cowboy. Er hatte zwar keine Ahnung, welche dicke Laus seinem Freund über die Leber gelaufen war, aber das hier, was sich ihm bot, war der Fireball den er kannte. Und genau dort musste er ihn jetzt auch abholen!

Colt holte aus und trat jetzt auch mit ganzer Kraft gegen die Beifahrertür des Wagens. Fireball, der mittlerweile vollkommen außer Atem war, drehte sich erschrocken Colt zu: „Ja, scheiß Auto, scheiß Krieg, scheiß Planet, scheiß Situation!“ fluchte der Cowboy lautstark und trat immer kraftvoller gegen die verbeulte Karosserie. Und Colt musste innerlich zugeben, es half ihm gerade, seinen ganzen aufgestauten Frust über die letzten Wochen und vor allem Tage loszuwerden, wenigstens physisch! Fireball stieß Colt unsanft weg, doch der Cowboy nutzte die Gelegenheit und hielt Fireball am Arm fest: „Los jetzt du!“ Und er stellte seinen Freund unsanft vor das Auto: „Lass es raus, ist doch egal! Und ja, du hast recht, man muss nicht immer reden!“ sagte Colt ernst und trat gegen die Hintertür. 

Fireball löste sich, aus Colts griff und ging zwei Schritte auf Abstand. Er hörte Colt weiter fluchen und hob die Hand in der er immernoch den Hammer hielt: „Scheiße, ja man!“, schrie er und schmiss den Hammer mit voller Kraft in die Frontscheibe und taumelte danach erschrocken vor sich selbst zurück. 

Colt sprang zur Seite, mit so einer heftigen Reaktion hatte er nicht gerechnet und benötigte erst einmal einen Moment, um sich selbst auch wieder zu fassen. Beide atmeten schwer und sahen sich an. Colt ging nach einigen tiefen Atemzügen wütend auf Fireball zu: „Bist du wahnsinnig, oder einfach nur bescheuert?“ und griff nach dem Piloten: „Du hättest mich mit dem Ding treffen können!“, sagte er stinksauer zu und ruckte ihn einmal fest durch. Fireballs Augen wurden vor Schreck immer größer, als ihm seine Tat nochmals bewusst wurde: „Lass mich los, Kuhhirte!“ werte er sich jetzt und wollte sich aus Colts festen Griff befreien, dabei fiel dem Cowboy das Buch, welches er noch in einer Hand gehalten hatte, auf den Boden. Doch er ließ Fireball nicht los. Colt hatte alle Mühe, seinen Freund festzuhalten, dessen halbes T-Shirt er schon bereits in seiner Hand hielt. Daraufhin drehte Fireball sich nach unten weg und schlüpfte einfach aus seinem Shirt, sodass der Cowboy nur noch den Stoff in seinen Händen hielt. Und als Colt merkte, was hier gerade geschah, schleuderte er das Shirt seinem Freund fest ins Gesicht: „Verdammt!“, kam es aus seiner Kehle. 

Fireball verlor daraufhin das Gleichgewicht und landete unsanft auf seinen vier Buchstaben. Mit starrem Blick blieb er vor der Garage sitzen und starrte den verbeulten Wagen an. Colt hatte Mühe, ruhig zu bleiben. Er war außer Atem und stemmte seine gesunde Hand in seine Hüfte. Seine Sporteinheit hatte er für heute eigentlich schon hinter sich. Und Krafttraining stand heute definitiv nicht auf seinem Plan. Fireball war ihm körperlich zwar unterlegen, dafür jedoch unglaublich schnell und wendig. Wenn der Japaner etwas nicht wollte, wurde es schnell anstrengend. Der Wildfang wehrte sich, wenn nötig, mit allen Mitteln, sodass man oft Mühe hatte, ihn überhaupt zu bändigen.

Als Colt sich wieder beruhigt hatte, dachte er über seine nächsten Schritte nach: „Shinji, was ist los?“, fragte er nun ruhiger und strich sich über seine Stirn, bevor er sich neben Fireball auf den Boden setzte. Fireball zog sich sein völlig zerknittertes T-Shirt wieder über und pustete hörbar seine Luft aus: „Pffff!“, und zeigte auf das Auto vor sich. Der Cowboy folgte der Handbewegung seines Freundes, konnte jedoch nicht verstehen, was Fireball damit andeuten wollte: „Ja, kaputt!“ kommentierte Colt das Auto. „Ja“, antwortete der Japaner noch etwas mürrisch, aber schon wesentlich ruhiger als noch vor ein paar Minuten. 

Colt wartete geduldig, während Fireball langsam wieder klarer wurde. Eine Stille legte sich zwischen die beiden: „Du machst dir Sorgen“, stellte Colt fest. „Mhm!“, nickte Fireball und stand auf: „Er hat eine schwere Lungenentzündung, wir hätten ihn beinahe alle umgebracht.“, begann Fireball zusammenhanglos zu erzählen während er die Karosserie, die sie beide eben bearbeitet hatten, musterte. Colt blieb sitzen, er verstand gerade gar nichts, doch sein Blick ruhte auf Fireball. „Das konnte doch niemand ahnen!“ fuhr Fireball weiter fort und stieß leicht gegen die Stoßstange, die sich daraufhin geräuschvoll löste und auf den Beton fiel. „Er könnte daran sterben … An einer verdammten Lungenentzündung!“ sagte Fireball fassungslos und ging zur Fahrerseite des Wagens. Colt richtete sich auf und näherte sich seinem Freund, er spürte wie sehr Fireball das gerade aus der Bahn warf und nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. „Dein Vater ist stark, glaub mir, er wird wieder gesund werden!“ versuchte es Colt und stellte sich zwischen den Wagen und seinem Freund, um ihn von dem Wagen fernzuhalten. 

Fireball zog seine Augenbrauen zusammen und bedachte Colt mit einem ernsten Blick: „Woher willst du das wissen, was gibt dir die Sicherheit? Nicht einmal Doctor Morel ist sich dessen sicher!“ erklärte Fireball aufgeregt und erzählte Colt die Hintergründe. Der Cowboy war schockiert und ihm entgleisten immer mehr seine Gesichtszüge, um diese Ecken hätte er niemals gedacht und in ihm begann es zu brodeln. „Wie konnte so ein wichtiger Fakt von allen übersehen werden?“ fragte der Cowboy. Fireball sah Colt stumm an. 

„Ich war nicht fair zu ihm!“, begann er nach einigen Momenten wie aus dem Nichts, doch seine Stimme stockte und er musste schwer schlucken. Colt sah seinen Hombre fest an und ging Richtung Kofferraum. „Du hast Angst, dass es so endet, ohne dass ihr die Möglichkeit hattet, über die Sache zu reden!“ sprach Colt aus, was seinem Freund gerade so schwer fiel! Fireball atmete hörbar auf und schaute für einen Moment in den Himmel, bevor er seinen Blick zu seinem besten Freund richtete, der neben ihm stand, was ihm sicherheit gab und nickte: „Vor Allem auf das was danach kommt, gerade wünschte ich mir, er wäre nie wieder aufgetaucht!“, öffnete sich Fireball schmerzhaft und verspürte gleichzeitig Scharm. Doch Colt verstand genau, was Fireball ihm gerade sagen wollte. Sein Freund hatte Angst davor, seinen Vater ein zweites Mal zu verlieren, jetzt wo er ihn endlich kennengelernt hatte und realisierte, dass er als Sohn geliebt wurde.

Fireball griff sich zwischen die Augen, um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. „Ich verstehe!“ sagte der Cowboy, Fireball fuhr herum und fragte: „Was verstehst du? Du hast deinem Vater nie vorgeworfen, kein richtiger Vater zu sein!“ erinnerte sich Fireball und entfernte sich zwei Schritte, doch Colt wurde sauer und griff reflexartig nach seinem Freund und drehte ihn energisch zu sich um: „Pass auf, sowas habe ich ihm zwar nie gesagt! Aber ich habe meinen Vater verloren, ohne ihm genau das zu sagen, was dich gerade so mitnimmt!“ begann Colt lauter zu sprechen und seine Stimme verriet, dass ihm diese Tatsache sehr nahe ging. 

Fireball blickte seinen Freund vor sich an, der ihn ernsthaft ja fast drohend fixierte. Er schluckte und presste seine Lippen fest aufeinander: „Ihr habt euch gestritten?“ fragte Fireball nach einigen Momenten. Colt lief Fireball los, drehte sich ab und warf seine Arme seitlich von sich: „Ach…“, sagte er und wischte sich mit seiner Hand übers Gesicht. Fireball trat langsam an Colt heran, der langsam mit seinem Kopf schüttelte: „Wir waren unterschiedlicher Meinung, ich weiß, dass er nicht sauer auf mich war. Aber dennoch ist etwas ungeklärtes zwischen uns zurückgeblieben.” erzählte Colt. „Und was?“ fragte Fireball und bemerkte, dass es auch für Colt schwer war, genau das auszusprechen. Der Cowboy sah seitlich zu seinem Freund und atmete tief ein: „Ich habe ihm gesagt, dass ich zum Rodeo gehen werde. Das war auch das erste Mal, dass er komplett gegen etwas war.“ begann er und atmete schwer ein: „Aber zu dieser Zeit habe ich mich gegen alles, was die Farm betraf gestellt. Ich wollte das Land sehen, herumreisen, verstehst du?“ Fireball nickte.

„Einen Tag später flogen sie, um sich ausgeschriebenes Land auf Laramie  anzusehen. Mein Vater sagte, dass er mit mir in Ruhe reden wollte, wenn er zurück ist … Tja!“ beendete Colt seine Erzählung. Fireball musterte seinen Freund und ließ seinen Kopf hängen: „Tut mir leid!“ Colt schaute seinen Freund an und musste etwas schmunzeln: „Das muss es nicht, aber das ist genau der Grund, warum ich es verstehe. Heute würde ich alles für dieses eine klärende Gespräch tun! Deshalb ist es so wichtig, wie man sich verabschiedet, auch wenn man weiß, dass der andere einem nicht böse ist. Aber genau diese kleinen ungesagten Dinge sind es, die man dann mit sich herumträgt!“ erklärte der Cowboy darauf. Fireball nickte und erinnerte sich an ein Gespräch mit seinem Vater, das er vor einigen Wochen mit ihm hatte. 

Colt stieß Fireball an: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er dir deswegen nicht Böse ist, Hombre! Aber eine Entschuldigung ist trotzdem fällig!“ erinnerte er seinen Freund. Fireball grinste leicht und nickte: „Aber echt jetzt, Rodeo, wirklich?“ fragte der Japaner ungläubig und ging zur Vorderseite des Wagens. Colt schaute Fireball leicht fragend nach und antwortete: „Ja, warum nicht?“ warf er fragend seine Hände seitwärts von sich. Fireball musste anfangen zu lachen. Colt verstand nicht und lief seinem Freund verwirrt nach. Fireball hockte ich hin und begann, immer noch lachend das Nummernschild abzunehmen: „Glaubst du, ich bleib nicht fest im Sattel, oder was?“ wollte es Colt jetzt genau wissen. 

Fireball legte das Nummernschild ab und richtete sich auf: „Sorry, Kuhhirte, aber Rodeo bei dir ist wie, wenn ich jetzt mit Sumo anfangen würde!“ verglich er und untermalte es mit einer typischen Sumo-Bewegung. Colt lachte laut auf, so gefiel ihm das und ging zu Fireball und nahm ihn zur Seite und sagte: „Bis es deinem Vater wieder besser geht, bist du der Mann im Haus, ist dir das klar?“ begann der Cowboy ernst und zeigte Richtung Villa. Fireball verzog darauf leicht das Gesicht: „Na toll!“ Colt lachte auf und klopfte seinem Hombre auf die Schulter: „Von einfach habe ich nichts gesagt!“ – „Schade.“ kommentierte der Japaner den letzten Satz des Cowboys: „Ich muss los, sonst zieht mir Robin meine Hammelbeine lang, die kleinen!“ verabschiedete sich der Lockenkopf und verließ die Einfahrt. 

Fireball drehte sich noch einmal zu Colt um und rief ihn nach: „Hey!“ Der Cowboy im Sportdress drehte sich um während er rückwärts weiter lief. „Wer ist bei euch, der Mann im Haus?“, fragte Fireball frech grinsend. Colt salutierte darauf breit grinsend: „Ließ das Buch, das Dicke!“ sagte Colt und war auch schon verschwunden. Fireball sah seinem Freund verwundert nach: „Hä?“ und sein Blick fiel automatisch auf die Sachen, die er aus dem Auto geholt hatte. Er nahm das schwarze Lederne Buch in die Hand und schlug es auf. Er las die ersten Sätze und sah fragend auf: „Was?“

Absatz #3

Saber hatte die letzten Tage, in denen er zur Bettruhe verdonnert war, genutzt, um seinen weiteren Weg im Oberkommando zu überdenken. Es fiel ihm schwer, Verantwortung abzugeben! Hatte er wirklich gedacht, dass nur er alles im Griff haben könnte? Gerade jetzt bewies sein Team, dass es funktionierte, Colt behielt den Überblick und Fireball kümmerte sich um die Dinge im Hintergrund rund um Ramrod. Hier und da benötigte der Pilot doch noch etwas Anleitung von ihm, oder die ID des Befehlshabenden, doch dank der digitalen Vernetzung war das alles schnell auch vom Krankenhaus aus erledigt gewesen! Als er Sara hörte, die gerade aufwachte, ging er zu ihrem Bettchen und betrachtete seine Tochter und wurde sich immer schmerzlicher bewusst, dass er in den letzten Wochen seit ihrer viel zu frühen Geburt von seiner Pflicht als Major zur nächsten Pflicht als Ehemann und Vater eilte. Doch letzteres sollte doch nicht aus einer Pflicht heraus geschehen, er wollte an dem Leben seiner Frau und auch Tochter teilhaben und nicht nur für einige Stunden Zaungast sein! Sanft strich er seiner Tochter über ihr Köpfchen und schmunzelte. Der Schotte wollte mehr von seiner Familie, um das zu bekommen, musste er zwangsläufig arbeiten abgeben, auch jene, für die er gerade stehen musste! 

Er hatte Colt, seinen ersten Offizier und einen Piloten, der sich in der Ausbildung zum Captain befand. Besser ging es doch gar nicht! Es klopfte und der Schotte sah zur Tür, zwischen der ein Hut und ein Kopf streckte: „Störe ich?“ Saber schüttelte mit seinem Kopf und der Cowboy trat ein und nahm seinen Hut ab. Die beiden begrüßten sich.


Vier Tage später hatte sich der Zustand von Captain Hikari zusehends verschlechtert, das Fieber stieg und er hatte schwere Atemprobleme. Hitomi war täglich bis in die Abendstunden bei ihm, um sich um ihn zu kümmern. Dr. Morel tat alles, was in seiner Macht stand und die Medizin in diesem Fall zu bieten hatte. König Jarred hatte den Stab informiert, Colonel Rosso hielt die Stellung auf Yuma, Captain Lorenz und Saber auf Jarr und abwechselnd auf Alamo. Jarred ließ sich täglich von Morel ein Update geben, der König schaffte es nicht täglich Shinjiro zu besuchen. Sein Königreich war dabei, sich von dem Angriff zu erholen, die Aufräumarbeiten waren fast beendet. Und seine königlichen Pflichten nahmen in den letzten Tagen viel Raum ein, schließlich stand in Zukunft auch eine Hochzeit an.


„Danwens?“, wiederholte Jarred das Gesagte und musterte seinen Freund. Shinjiro öffnete schwerfällig seine Augen, das unscharfe Bild wurde allmählich schärfer und er erkannte Jarrad, der neben seinem Bett saß und ihn erwartungsvoll ansah. „Was?“, kam es angestrengt von ihm darauf. „Du hast von Danwens gesprochen“, half Jarred seinem Freund, sich zu erinnern und blieb unverändert sitzen. Shinjiro dachte angestrengt nach: „Ja, er war da!“, antwortete er leise, es war nicht mehr als ein Flüstern, kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, die Augen fielen ihm immer wieder zu. „Shinjiro!“, sprach Jarred ihn immer wieder an. Shinjiro nickte schwerfällig. „Was hat Danwens gesagt?“, wollte Jarred wissen, obwohl er wusste, dass es nicht möglich sein konnte, denn der alte Kommander war vor 4 Jahren gestorben. 

Shinjiro versuchte, sich zu bewegen, es gelang ihm nur sehr schwerfällig und ihm verließen immer wieder die Kräfte. Morel tätigte eine neue Einstellung an der Dosierpumpe. Und blickte zum König, der ihn erwartungsvoll ansah. „Sprechen Sie ihn weiter an! Er ist zwar zeitlich und räumlich desorientiert, aber er erkennt sie.“ erklärte Morel und wertete das als eine Besserung.  

Jarred versuchte es erneut. Der Atem des Angesprochenen ging schwer. Jarred sah, dass Shinjiro wieder wach wurde, er berührte seinen Oberarm, damit er wusste, dass er immer noch bei ihm war. Shinjiro atmete schwer, ihm war so warm, aber gleichzeitig so kalt. Doctor Morel trat näher an das Bett und musterte den Captain und sah zu Jarred: „Er ist wie im Delirium“, teilte er Jarred mit. „Mr. Hikari, machen Sie bitte ihre Augen auf!“ forderte Morel mit fester Stimme, als er das Kopfteil etwas auffuhr und klickte den Skill Pen auf den rechten Unterarm. 

Shinjiro durchflutete die Kälte, er spürte kaltes schmutziges Wasser an sich und hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen. Die Übelkeit wich und Shinjiro öffnete wieder seine Augen und blickte Jarred eine ganze Weile einfach nur an. Jarred hielt dem von Fieber verschleierten Blick von Shinjiro stand. „Wo ist das Wasser?“, fragte Shinjiro zusammenhanglos nach einigen Augenblicken. Jarred verstand nicht und fragte nach: „Wasser? Du hast von Danwens gesprochen!“ griff Jarred das vorher Gesagte wieder auf. „Hitomi, sie ist …“ Er unterbrach sich und blickte sich im Zimmer um. Der Raum war sehr hell und weiß, immer wieder musste er seine Augen zusammenkneifen, das grelle Licht strengte ihn an. Er war nicht mehr da, wo er dachte, zu sein. „Sie war den ganzen Tag hier, sie kommt morgen wieder.“, antwortete Jarred. Shinjiro schloss seine Augen und fiel wieder in einen tiefen Schlaf. „Er halluziniert, was bei der Höhe des Fiebers eine vollkommen normale Reaktion ist. Doch hat er sie erkannt!“ analysierte Morel den gerade erlebten Zustand. In den letzten Tagen war sein Patient weder ansprechbar gewesen, noch hatte er sich mitgeteilt. Doch die Temperatur wollte einfach nicht sinken! Und der Captain baute immer mehr ab.

Absatz #4

Vor wenigen Stunden hatte der Friedenswächter noch in der Wartungshalle gestanden. Die Systeme von Ramrod meldeten wieder 100-prozentige Einsatzbereitschaft. April war sehr zufrieden, dass ihr Baby wieder ohne Probleme funktionierte und jederzeit starten konnte. An Bord war es ruhig, Colt hatte heute seinen freien Tag, was bedeutete, dass man weder etwas von ihm hören, geschweige denn sehen würde. So beendeten April und Fireball ihre letzten Arbeiten und unterhielten sich dabei: „Was läuft da jetzt zwischen Daniel und Dir?“, fragte Fireball mal sehr direkt, nachdem sie ihm das neue Sicherungssystem erklärt hatte. 

April erschrak und wurde leicht rot um ihre Nase: „Ähm, also …“ stotterte die Blondine um die Frage herum. Fireball grinste, als er Aprils Reaktion beobachtete. „Ich weiß nicht…“ gab April zu und setzte sich in ihre Steuereinheit, um ihr Modul mit dem des Piloten zu koppeln. „Also ist es was Ernstes!“, hakte Fireball nach und bestätigte Aprils Kopplungsanfrage, blieb jedoch neben seiner Satteleinheit stehen. 

Die Blondine atmete tief ein und langsam, mit einem: „Hmmm“ wieder aus. „Was heißt, hm?“ April zuckte mit ihren Schultern. „Hm, keine Ahnung, wie das funktionieren soll. In ein paar Wochen wird er wieder auf der Erde sein.“ erklärte April. „Was sagt Daniel?“, fragte Fireball weiter und rief ein Programm auf seinem Tablet auf. 

April sah auf: „Hey, was bist Du überhaupt so neugierig?“ wollte sie jetzt wissen. „Ich bin halt neugierig!“, erwiderte der Pilot grinsend. April lächelte: „Wir lassen es auf uns zukommen!“, kam es von der Blondine und loggte sich in das Modul des Piloten ein. „Okay!“, nickte es Fireball ab und verfolgte Aprils Vorhaben auf seinem Tablet. Beide widmeten sich wieder ihrer Arbeit. 

„Er könnte aber auch …“ unterbrach Fireball das konzentrierte Treiben, nach einigen Minuten. April hielt inne und drehte sich Fireball zu, der noch immer neben seiner Satteleinheit stand und sich etwas auf dem Tablet ansah. „Was, könnte er?“ wollte sie jetzt neugierig wissen. Fireball blickte auf und dachte noch einmal über seinen Gedankengang nach: „Er könnte auch im Oberkommando, also, ich weiß das Navigatoren immer gesucht werden.“ erklärte er. April nickte „Wie gesagt, wir lassen uns Zeit!“


Saber saß in seinem Quartier auf Ramrod und versuchte, die notwendigen Truppen für die Hochzeit von Prinz Roland zu koordinieren. Die dem Prinzen den Salut entgegenbringen sollten. Fireball ermöglichte es ihm, sich auf die Aufgaben des Stabs zu konzentrieren, da er den ganzen Tag auf dem Stützpunkt war. Dies half dem Schotten ungemein. Doch Saber roch die Lunte, die sich da anbahnte! Sein Pilot tat alles, um sich abzulenken. Von König Jarred hatte er erfahren, wie es um Captain Hikari stand. Auch der Schotte machte sich Sorgen, doch es nützte jetzt nichts mehr darüber nachzudenken, was man vor einem Jahr hätte tun können. Der Militärbetrieb lief weiter und entschuldigte keine Versäumnisse! Hinterher war man halt immer schlauer. Und er rief die neuesten internen Meldungen auf.

Erstaunlich war, dass durch die gemessene Stärke des Angriffes, es wenig zivile Opfer gab, doch jedes einzelne verlorene Menschenleben war eins zu viel! Die Militärraumhäfen und Basen waren zu 98 Prozent wiederhergestellt und die Einweihung der Royal Deluxe stand unmittelbar bevor. Ihre Kampfstärke und Zuverlässigkeit hatte das Schiff eindrucksvoll bewiesen. Auch wenn es für die nächste Zeit ruhiger um die Outrider werden würde, ganz gebannt war die Gefahr eines weiteren Angriffes nicht. Jederzeit konnten sie wieder auftauchen. Doch die neuartige Kommunikation zwischen den fremden, weit entfernten Sonnensystemen würde eine Sichtung einfacher und schneller machen! Wie das alles politisch weitergehen würde, stand im wahrsten Sinne noch in den Sternen. Saber teilte sich mit General Lernfresé die Leitung auf Jarr. Captain Lorenz war seit drei Tagen wieder zurück auf Yuma und würde zusammen mit Rosso den Sektor A übernehmen, solange der First Grand noch ausfiel. 

Die Presse tat das, was sie am besten konnte, spekulieren. Doch im Großen und Ganzen waren die Meldungen allesamt doch recht milde, außer in den Klatsch- und Tratsch-Blättern konnte man spannende Geschichten über Team Ramrod und auch den anderen Beteiligten lesen. 


Colt legte das Schmierblatt, wie er es bezeichnete, beiseite und sah sich in der Arztpraxis um, seine Robin hatte eine Standarduntersuchung, um zu schauen, ob es dem Mini-Cowboy auch gut ging. An den Wänden hingen überall Babyfotos und um ihn saßen Frauen mit runden Bäuchen, er zog seinen Kopf etwas ein: „Mr. Wilcox, sie können eintreten!“ forderte ihn eine Schwester liebenswert auf und er ging mit ihr in den Behandlungsraum.


Fireball kam am frühen Nachmittag nach Hause, er würde gleich mit Aaiko telefonieren, es zermürbte ihn nicht einmal, sie hier zu haben! Klar, er konnte mit Colt reden, doch sein Freund und Robin steckten in den letzten Vorbereitungen der Geburt ihres ersten Kindes und da wollte er auch nicht ständig zwischen stehen. Und Saber hatte auch viel um die Ohren, um ihn zu entlasten, nahm er dem Schotten alles, was er konnte, ab. Doch heute hatte Saber ihn nach Hause geschickt, so würde er es schaffen, seine Mutter, die jeden Tag im Palast war, abzuholen. Mikan begrüßte ihn schnurrend. Er streichelte die Kleine und musste grinsen, als er sich erinnerte, dass sein Vater nicht wollte, dass Mikan ins Haus kommt. Und dann trug er einige Tage später höchstpersönlich das miauende Fellknäuel hinein. Er merkte aufkommende Müdigkeit, aber entschied sich für die Küche, ein Snack konnte nicht schaden, bevor er sich auf das Sofa legte und so lange mit Aaiko telefonierte, bis er seine Mutter abholen konnte. 

Sein Großvater saß am Tisch und schrieb etwas an seinem Notebook. Die beiden begrüßten sich: „Heute so früh?“, fragte der ältere etwas grinsend nach. Fireball nickte, während er den Kühlschrank öffnete: „Ich werde Mutter nachher abholen.“, sagte er. Der Großvater nickte. Mikan schlich um miauend um Fireballs Füße und wollte eindeutig auch einen Snack.

„Warst du bei ihm?“, fragte Fireball, als er sich etwas aus dem Kühlschrank nahm und sich anschließend an den Tisch setzte. Der Großvater ließ kurz von seiner Arbeit ab. „Nein. Ich habe zu tun.“ Fireball biss von seinem Snack ab und dachte einen Moment nach. „Du hast ihn seitdem nicht einmal besucht“, stellte er ruhig fest. „Deine Mutter hält mich auf dem Laufenden. Er hat die beste medizinische Versorgung bei König Jarred“, erwiderte sein Großvater mit einer Kühle in der Stimme, die Fireball sofort auffiel. Er biss erneut von seinem Taiyaki mit Azuki-Creme ab. Kaum schmeckte er die süße Füllung, erkannte er sie wieder. „Mhmm … von Großvater Saito“, sagte er lächelnd und stand noch einmal auf, um sich ein weiteres zu holen. Er liebte sie.

Als Kind hatte er oft mit seinem Großvater hinter dessen Taiyaki-Stand auf den Sommerfesten gestanden. Meistens allerdings nicht, um mitzuhelfen, sondern um möglichst viele davon zu essen. Bei der Erinnerung musste er unwillkürlich schmunzeln. Es waren schöne Tage gewesen.

„Aber er ist doch dein Sohn!“, griff Fireball das Thema wieder auf. Sein Großvater nickte: „Shinji, ich werde meinen Sohn besuchen, sobald es ihm wieder besser geht!“ warf der ältere fest ein und hoffte damit das Thema zu beenden „Und wenn es ihm nicht besser geht?“, warf Fireball darauf zurück, er kannte Dr. Morels Prognose zu gut und steckte sich das letzte Stück Taiyaki in den Mund. 

„Hast du Großmutter davon berichtet?” wollte Fireball wissen, schließlich musste sowas ernstes doch auch sie wissen. Sein Großvater sah ihn an: “Natürlich, seine Mutter weiß natürlich Bescheid und macht sich, wie zu erwarten, große Sorgen!” war die etwas komische Antwort, wie Fireball fand und zog seine Augenbrauen nachdenklich zusammen. Und stand auf, um sich noch etwas zu trinken zu holen und dachte über das Gesagte nach. Langsam schraubte er die Wasserflasche auf, als er wieder an den Tisch trat: „Was meinte Vater, mit den anderen 16 Jahren?“ wollte es Fireball jetzt wissen! Sein Großvater drehte sich ihm zu.

Absatz #5

Saber war im Büro des Militärraumhafens, er hatte soeben für den restlichen Tag das Kommando übernommen und ging die letzten Meldungen durch. Auch Yuma hatte er im Blick, das Oberkommando wäre in den nächsten Tagen wieder zu 100 Prozent einsatzfähig. Das Königreich Jarr würde es in den nächsten 24 Stunden sein. Laramie und Alamo benötigten noch weitere Unterstützung und die würden sie in den nächsten Tagen bekommen! Saber beschloss zusammen mit Colonel Rosso. Die Delegation der Amerikaner, auf Jarr zu teilen, somit können diese Einheiten die kleineren Planeten unterstützen! Den Befehl ließ er gleich Colonel McGraef zukommen, damit dieser entscheiden konnte, wer blieb und wer nicht! Die Ankündigungen und Abkommandierungen der Truppen waren gewaltig. Die abkommandierte Truppenstärke würde mit Einheiten aus Japan und Frankreich auf Jarr aufgestockt werden. Saber las den letzten Satz noch einmal. Somit ist die gesamte Mannstärke im neuen Grenzland um fast 40 Prozent gestiegen. 

Eine logistische Meisterleistung und zugleich Herausforderung, die bereits vor Monaten schon dirigiert worden war. Er legte das Tablet vor sich ab und drehte sich mit dem Stuhl Richtung Fenster, aus dem er das Rollfeld sehen konnte. Das bedeutete, dass auf Jarr die Kampfstärke um 50 Prozent sieg. Somit würden alle Abgesandten des Gremiums aufeinandertreffen und alle würden mit der neuesten Technologie gegen die Outrider stehen. Was das wert war, zeigte die letzte Schlacht, die eine der größten und vor allem längsten des neuen Grenzlandes gewesen war. 

Gleichzeitig wurden acht Ziele angegriffen, ohne die vorherige Einsatzstrategie und Verlegung der Truppen an taktisch gut verknüpfte Punkte im All, hätten sie keine Chance gehabt, oder hätten garantiert mehr Schäden und vor allem Menschenleben zu bedauern gehabt. Noch immer überkam Saber ein Eisschauer, wenn er daran dachte. Das Zusammenspiel der einzelnen Truppen und Legung der Positionen ging ihn nicht in seinen Kopf, wie konnte man das so koordinieren. Noch nie hatte Saber das All, fast taghell erlebt, Laser und Lumen Energie gebündelt gegen den Feind. Den sie dadurch so geschwächt hatten, dass sich einige Kampfschiffe der Outrider nicht einmal mehr phantomisieren konnten. Die Anomalie wies danach eine nennenswerte Verringerung auf, die erneute Sprünge erschweren wird. Der Preis? „Ach!“ Saber stand auf, er würde einen Rundgang auf dem Gelände machen, um auf andere Gedanken zu kommen!


Colt, Robin und Joshua besuchten ein Einkaufszentrum mit integriertem Vergnügungspark. Die beiden bemühten sich täglich etwas gemeinsam mit Joshua zu unternehmen, auch Josh hatte einen gewaltigen Schock von dem Angriff bekommen, Robin sprach viel mit ihrem kleinen Bruder darüber. Und Joshua genoss die Aufmerksamkeit, die er noch wenige Wichen für sich allein hatte, schließlich würde er in wenigen Wochen Onkel werden! Robin und Colt saßen bei einer Tasse Kaffee, sie hatten gerade erfahren, dass ihr Mini-Cowboy schon in Startposition lag. 


„Aber du bist sein Vater, du solltest zu ihm gehen …“, ermutigte Fireball seinen Großvater.Der ältere Mann sah zu seinem Enkel: „In erster Linie bin ich dein Großvater“, antwortete er ruhig. Doch diese Antwort machte Fireball plötzlich wütend und seine Gedanken überschlugen sich. „Also stimmt es …“, sagte er leise, der Großvater sah fragend auf…Fireball nickte langsam: „Es ist wahr, dass du ihn geschlagen hast…“ Sein Großvater lehnte sich zurück: „Woher weißt du das?“, fragte er. Das Zischen einer geöffneten Wasserflasche durchbrach die Stille.

Fireball brauchte keine weitere Antwort. Die Gegenfrage genügte ihm vollkommen. Denn ein klares Nein oder Ja würde sein Großvater nicht aussprechen. „… warte“, sagte Fireball, „Du hast damals ein anderes Wort benutzt.“ und in ihm zog sich alles zusammen. „Gezüchtigt“, kam ihm sein Großvater ruhig zuvor. Geschockt hielt Fireball hielt inne und sah sein gegenüber fassungslos an, denn sein Großvater sprach es aus, als sei es das normalste der Welt. Eine angespannte Stille entstand zwischen den beiden.

„Ich musste es tun!“ Und der ältere wandte sich wieder seinem Notebook zu. Fireball riss seine Augen auf: „Musste?“, wiederholte er leise, das Wort, das er in diesem Zusammenhang nicht verstand, er konnte es nicht fassen, jetzt wurde ihm die Wahrheit serviert und es tat ihm einfach nur weh, er erkannte seinen geliebten Großvater gerade gar nicht wieder, wer saß da vor ihm? „Wie, aber … Warum?“ suchte Fireball nach Worten. Nicht einmal ansatzweise konnte er sich das gerade vorstellen, aber wollte er das? Doch es ging um seinen Vater, der kein Wort über diese Sache verloren hatte. 

„Um ihn zu korrigieren, dein Vater ließ sich leicht ablenken, hatte ständig irgendetwas anderes in seinem Kopf und vergaß dadurch seine Aufgaben. Ohne das wäre er niemals das geworden, was er heute ist!“ Fireball sah seinem Großvater stumm entgegen und musterte ihn: „Das bin nicht ich, das bist du!“ hörte er die Worte seines Vaters vom letzten Streit in seinem Kopf. Die Bedeutung dieser Worte wurden Fireball gerade schmerzlich bewusst. Sein Großvater und Vater hatten eine Vergangenheit, die unter einem dicken Mantel des Schweigens abgedeckt worden war und wahrscheinlich auch immer noch dort sein würde, wäre sein Vater nicht wieder aufgetaucht. 

„Du meinst, er hat einen Vater gebraucht, der ihn schlägt?“ Der Großvater stand auf: „Ich konnte ihm damals nur dieser Vater sein! Heute ist daran nichts mehr zu ändern.“ Fireball musterte seinen Großvater und schüttelte mit seinem Kopf: „Warum bist du dann hier?“ Der Großvater drehte seinem Enkel das Notebook zu: „Ich bereite alles für die Ankunft der japanischen Delegation vor.” Fireball nickte es nur ab: „Es kann sein, dass er … stirbt!“ Beim letzten Wort versagten Fireballs Stimmbänder und er schluckte: „Oder sich davon nicht mehr richtig erholt!“ Doch sein Großvater nickte nur: „Ich weiß über alles Bescheid, Shinji!“ Fireball verließ schweigend das Wohnzimmer, „Zieh die Strippe…” erinnerten ihn Daves Worte…bevor er explodierte… Er verstand die Haltung seines Großvaters überhaupt nicht und begab sich erst einmal unter die Dusche. 

Er zog sich aus und sein Blick fiel auf die Kette um seinen Hals, die ihm sein Vater geschenkt hatte.  Es war etwas sehr Persönliches, das wusste Fireball. Großvater Sato hatte ihm die Geschichte zwar erzählt, jedoch nur oberflächlich. Er betrachtete den Anhänger, der keineswegs oberflächlich gearbeitet worden war. Sein Vater hatte sich viele Gedanken über das Aussehen gemacht, und dennoch wurde dieses Geschenk zurückgewiesen. Er legte die Kette ab, „Und jetzt kreiste dieser Jet wieder über ihnen.“ Mit diesen Gedanken stieg er in die Dusche, um seinen Kopf wieder etwas klarer zu bekommen.

Absatz #6

Mit einem Lächeln strich Hitomi zärtlich durch Shinjiros Haare, als er die Augen öffnete. Dabei trafen sich ihre Blicke. Seine Worte waren kaum mehr als ein Flüstern. Immer wieder nickte sie ihm sanft zu, während sie behutsam den Schweiß von seiner Stirn wischte. Als er wieder einschlief, richtete sie sich langsam auf.

Als sie sich umdrehte, erschrak sie leicht, dass Dr. Morel im Raum stand. Seine Anwesenheit hatte sie überhaupt nicht wahrgenommen. „Was hat er gesagt?“, fragte er, der kein einziges Wort verstanden hatte.

Hitomi legte das Tuch beiseite: „Es war zusammenhanglos irgendetwas mit kaltem Wasser, sogar Mikan hatte er erwähnt.“ erzählte sie und musste sogar etwas schmunzeln. Morel nickte und richtete seinen Blick auf die vitalen Anzeigen des Monitors: „Seine wachen Momente werden mehr, etwas scheint er zu verarbeiten, das mit dem Wasser hatte er auch König Jarred erzählt!“ erinnerte sich Morel. Hitomi setzte sich, um sich etwas auszuruhen. Dr. Morel änderte noch eine Einstellung und setzte sich zu Hitomi und lächelte ihr entgegen. 

„Es ist immer wieder faszinierend, sie beide zu beobachten!“ begann er. Hitomi sah leicht fragend auf. „Na ja, sie teilen sich viele gemeinsame Erfahrungen. Am meisten beeindruckt mich die lange Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Angefangen bei ihrem Kennenlernen mit 13, wo so viele Veränderungen im Leben eines so jungen Menschen stattfinden. Dann kamen sie mit 15 zusammen. Mit 20 haben sie geheiratet. Mit 22 haben sie gemeinsam den Verlust ihres ersten Kindes verkraftet. Danach folgten 16 Jahre der ungewollten Trennung und nun sind sie wieder vereint! Voller Hingabe dem anderen gegenüber.” erklärte Morel, um seine Gedanken auszudrücken. Hitomi verstand, worauf der Doctor hinaus wollte: „Ich habe selbst oft über diese Dinge nachgedacht!“, gab sie zu. 

Morel lehnte sich zurück: „Falls Sie möchten, können Sie mir davon erzählen.“ Hitomi überschlug ihre Beine und musste mit ihrem Kopf schütteln: „Es waren so viele gegen unsere Verbindung“, sagte sie und ein kurzlebiges Lächeln umspielte ihre Lippen, bevor es wieder verschwand. Hitomi erzählte Morel von ihrem Zusammenkommen. „Es hatte etwas, andere Paare schrieben sich mehrmals am Tag Nachrichten, wir hatten damals unsere Briefe, einige davon habe ich heute noch, die ich in den letzten Jahren immer und immer wieder gelesen hatte!“ Morel hörte aufmerksam zu. 

„Nennen Sie ihn Shinjiro, dann wissen Sie, von wem ich spreche!“, sagte Hitomi, Dr. Morel legte seinen Kopf schräg und musste etwas schmunzeln. „Das werde ich!“, sagte der Arzt.


König Jarred war damit beschäftigt, sämtliche militärischen Ehrungen vorzubereiten und aktuelle an Roland zu übergeben. Er erkannte die Wichtigkeit, die Nachwehen der letzten Schlacht zu verarbeiten, bevor man zu den Feierlichkeiten überging. Seine Gedanken waren schwer, als er eine der letzten Unterstützungsurkunden unterzeichnete und sie auf den bereits sehr hohen Stapel legte. Die Familien der gefallenen Soldaten würden in den nächsten drei Jahren finanziell unterstützt werden, ein kleiner Trost inmitten des Leids, das sie gerade durchmachten. Jarred fühlte sich mit ihnen verbunden, wenn auch nur symbolisch auf dem Papier.

Schließlich stand er auf, für heute war seine Arbeit getan. Jetzt brach die private Zeit an, in der er sich um sein eigenes Leben kümmern konnte. Das dominierende Gesprächsthema im Familienkreis war die Hochzeit. Diese Feierlichkeiten würden ein neues Kapitel in seinem Leben einleiten, nicht nur als König, sondern auch als Vater und vor allem Großvater. Insgeheim hoffte er natürlich auch auf einen Thronfolger, darauf freute er sich fast am meisten, dass in den alten Mauern wieder Kinderlachen hallte. Und begab sich schmunzelnd in den privaten Bereich des Palastes und beschloss, sich umzuziehen. Danach wollte er einen ausgiebigen Spaziergang mit seiner Frau durch den neu gestalteten Palastgarten unternehmen. Es war eine willkommene Ablenkung von den politischen und königlichen Angelegenheiten.

Absatz #7

Drei Tage später:

Fireball saß mit Robin und Colt auf der Terrasse, der beleuchtete Pool spendete ihnen Licht an diesem sehr warmen Septemberabend, Colt genoss seinen Hombre wieder mehr privat, um sich zu haben. Und Fireball wusste, wo er sein konnte, ohne dass er Rede und Antwort stehen musste. Doch der Cowboy wusste, dass in seinem Freund gerade viel los war, über dass er noch nicht bereit war zu reden, Colt gab ihm noch etwas Zeit bevor er nachhaken würde. Das Thema, so war sich der Lockenkopf sicher, kannte er. Dass es dem Captain alles andere als gut ging, hatte Colt immer wieder mal herausgehört, von Saber und Fireball selbst. Er würde jedenfalls da sein, würde Fireball ihn brauchen!

“Der zivile Flugverkehr soll nächste Woche wieder langsam in Richtung Normal übergehen!” las Robin die letzten Meldungen vor und legte das Tablet etwas resignierend auf den Tisch ab. “Du würdest gerne auf Yuma sein?” fragte Fireball und Colt nahm seine Robin neben sich in den Arm. Robin nickte: “Ja, dann wären wir nach der Geburt gleich als komplette Familie zu Hause!” erklärte sie. “Komplett werden wir auch hier sein, kompletter geht dann gar nicht!” sprach Colt liebevoll zu seiner Liebsten. Robin schmunzelte ihren Cowboy an und atmete tief ein: “Ja!” sagte sie bei ihrer Ausatmung. “Es kommt immer anders als man denkt!” Colt zog Robin fester an sich: “Anders ist meistens besser!” und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Robin wurde darauf etwas rot und blickte zu Fireball, der breit grinsend in seinem Sessel saß, das Geturtel der beiden war ihm nicht fremd, so kannte er sie und das würde und sollte sich auch nicht ändern! “Wenn ich gehen soll, müsst ihr es sagen! Obwohl viel mehr kann ja nicht mehr passieren!” erlaubte er sich einen Scherz und sprang darauf sofort auf, als Colt auch schon auf ihn zukam: “Ich ziehe dir die Ohren lang und an ihnen durch den Pool!” Robin musste lachen, das würde sich wohl auch nie ändern!

Am nächsten Morgen:

Saber beobachtete seine schlafende Tochter in ihrem neuen Bettchen, es war ein ganz normales Krankenhaus Babybettchen für die Neugeborenen und selbst in diesem war Sara noch viel zu winzig, musste er schmunzeln. Doch für den Highlander war seine Tochter schon eine ganz große, eine Kämpferin, halt eine waschechte Highlanderin! Vorbei waren die Zeiten des Inkubators und die ersten Sorgen waren tatsächlich schon fast vergessen, die Kleine nahm kontinuierlich zu und ihre Umwelt fand sie auch schon total spannend. Doch gehalten wollte sie nur von Sincia und ihm werden und das teilte sie auch jedem deutlich mit. 

Ja, er fühlte eine Art neuen Stolz, wie ihn wahrscheinlich nur ein Vater fühlen kann, das wurde ihm gerade schmunzelnd bewusst. Überhaupt waren so viele neue Gefühle und Emotionen in ihm entstanden, seitdem er Vater war und bewunderte das zierliche kleine Mädchen, sein Mädchen, aus dessen Kopf immer mehr weiche, sehr helle rotblonde Haare zum Vorschein kamen. Nicht mehr lange und sie würden bald zusammen zuhause sein, denn das Familienleben im Krankenhaus wurde langsam anstrengend.

Die Tür ging auf und Sincia trat leise ein. “Ich habe uns etwas zu essen besorgt!” lächelte sie und stellte zwei Tüten auf den Tisch ab. Danach begrüßte sie Saber mit einem glücklichen Kuss, sie war so froh, ihn wieder mehr um sich zu haben. Die letzten Ereignisse wollte sie nicht in ihre Gedanken vordringen lassen, es zählte nur eins, er war wieder gesund. “Was hast du leckeres besorgt?” fragte Saber als er sich den Tüten näherte. Denn Hunger hatte er definitiv. “Sushi!” antwortete sie und strich ihrer schlafenden Tochter sanft über ihr Köpfchen. Saber musste etwas grinsen, er wusste, es war eines von Sincias Lieblingsessen und würde wohl im Speiseplan der Familie Lancelot ein fester Bestandteil werden! “Na dann!” sagte er und begann die Tüten auszupacken, beide setzten sich: “Itadakimasu!” sagte Sincia lächelnd: “Das heißt wohl guten Appetit.” kommentierte Saber und nahm sich von der Sojasauce: “Fast, vielmehr bedankt man sich, das Essen jetzt genießen zu dürfen.” erklärte die Kindergärtnerin. Saber sah seine Frau überrascht an. Sincia musste kichern: “Du lebst auf Ramrod auf engstem Raum mit einem Japaner und weißt das nicht?” fragte sie belustigend. Saber musste lachen und rührte sich etwas Wasabi in die dunkle Sauce: “Dieser Japaner isst alles, was ihm zwischen die Zähne kommt, er hat keine Zeit sich dafür zu bedanken.” Beide lachten und Saber wunderte sich im nächsten Atemzug, wohin sein junger Pilot das alles verspeiste, denn zunehmen tat dieser dabei nicht, ganz anders war da sein Scharfschütze, der in seinen Augen ein Zucker-Junkie war und gerne mit seiner Robin schwanger sein würde! Doch das “Itadakimasu” würde sich Saber merken, für irgendwann.


Fireball stand am Bett seines Vaters, er sollte zwar schon irgendwie etwas wahrnehmen, doch er schlief wohl gerade. Es behagte Fireball nicht ihn hier so liegen zu sehen, es war das Gefühl welches er auch bei seinem ersten Besuch hier hatte. “Es war nicht richtig!”, öffnete seinen Rucksack und holte das kleine rote Spielzeugauto heraus, das er auf Yuma eingesteckt hatte, und stellte es auf den Beistelltisch. Fireball atmete tief ein und aus: “Gomen’nasai!” sprach er leise und nickte dabei seinem Vater zu und ging Richtung Tür, er musste sich beeilen, er musste nochmal zum Militär-Raumhafen. Das würde etwas dauern, denn um aus dem Palast herauszukommen, brauchte er schon fast 15 Minuten. April wollte ihm eine neue Lumen Sicherheitsvorkehrung zeigen.  Die Tür fiel etwas lauter als gewollt hinter ihm ins Schloss: “Ups!” sagte er leise: „Das war wohl etwas laut.” dachte er und beeilte sich.

Shinjiro vernahm ein dumpfes Geräusch. Es dauerte eine Weile, bis das Bild, als er die Augen öffnete, vor ihm klar wurde und sich umsehen konnte. Mit seiner rechten Hand ging er sich vorsichtig durch seine Haare, sein Schädel war kurz vorm platzen. Langsam drehte er seinen Kopf, diese kleine Bewegung kostete ihn viel Kraft und er beschloss, sich nicht weiter zu bewegen. So sah er sich still im Raum um, “Wo war er?” Die wohl große Fensterfront war mit schweren Vorhängen verschlossen. Ok, er war also in Jarr und die Einrichtung des Zimmers ließ darauf schließen, dass er sich im Palast befand. Er schloss seine Augen, “Was war denn passiert?” war sein nächster Gedanke, aus dem er gleich wieder gerissen wurde. Die Tür ging auf und Dr. Morel kam auf ihn zu.

“Guten Morgen, Shinjiro!” sagte der ältere und musterte seinen Partienten. Shinjiro hob langsam seine Augenbrauen und sah dem Arzt entgegen. Morel grinste und überflog einige Werte, unterließ es jedoch nicht, weitere Fragen zu stellen: “Haben Sie gut geschlafen?” Doch ohne eine Antwort abzuwarten, stellte er direkt die nächste Frage. “Haben Sie Schmerzen?“ Shinjiro rieb sich seine Augen, “Schhhhhh.” kam es darauf nur von ihm. Dr. Morel stellte sich auf die andere Seite des Bettes und fragte erneut: “Haben Sie Schmerzen?“ und beließ es jetzt bei der einen Frage. Shinjiro ließ die Frage wirken, um festzustellen, dass er sie bejahen musste und nickte vorsichtig. Und es überkam ihn eine bleierne Müdigkeit. Darauf folgte direkt ein kalter ziehender Schmerz, der ihm einen Schauer durch seinen Körper jagte. “Drehen Sie ihren Kopf zu mir!” forderte Morel ihn auf. Shinjiro öffnete seine Augen. Diese Bewegung hatte ihn vorhin schon viel Kraft gekostet und alles in ihm weigerte sich, dies erneut zu tun. 

“Hören Sie mich, Shinjiro?” Da war es wieder, “Shinjiro!” Seit wann sprach ihn der Doctor mit seinem Vornamen an? Wieder ereilte ihn ein kalter Schauer. “Können Sie mich hören?” fragte der Ältere erneut und etwas zugleich etwas besorgt: “Nein!” kam es rau von Shinjiro. Der Arzt nickte sich zu und nahm seine Brille ab und presste erneut den kalten, wie ein Stift aussehenden Skill auf den rechten Unterarm des Captains. Shinjiro zog seine Augen zusammen und wandte seinen Kopf langsam in Richtung des Doctors. 

Dieser grinste ihm entgegen: “Na geht doch!” und Morel betätigte am Bett einen Knopf und der Kopfteil des Bettes wurde um 20 Grad aufgefahren, Shinjiro wurde davon schwindelig und Übelkeit breitete sich in ihm aus. “Können Sie sich an etwas erinnern?” hörte die Flut an Fragen nicht auf und Morel verließ daraufhin die Seite des Bettes. Shinjiro pustete hörbar langsam Luft aus. Und der Schwindel wurde langsam weniger. “Folgen sie meiner Stimme, drehen sie sich zu mir!” wies ihn Morel erneut fest an. Shinjiro wollte unter seiner Hand mit den Augen rollen, doch aufgrund des noch leichten Schwindels entschied er sich dagegen. Er war froh, gerade irgendwie halbwegs etwas klar zu werden. Diesmal vernahm er einen kalten Schmerz auf seinem linken Unterarm, jedenfalls vermutete er es und drehte seinen Kopf auf die andere Seite, doch Morel konnte er dort nicht ausmachen, sein Blick fiel indes auf sein Arm, der mit mehreren Zugängen fixiert auf einem Lagerungskissen lag. “Was?” ging es ihm fragend durch den Kopf. Dr. Morel erschien wieder in seinem Sichtfeld und steckte in einem Zugang eine Infusion an. 

“Wissen sie wo sie sind?” begann der Doctor erneut, seinen Patienten zum Sprechen zu bringen. Doch Shinjiro antwortete nicht, seine Kehle war trocken und schmerzte, wie eigentlich alles an seinem Körper! Er ließ mit seiner Hand von seinem Kopf ab und musterte den Arzt vor sich: “Wissen Sie, wer ich bin?” kam eine erneute Frage. Shinjiro zog langsam seine Augenbrauen zusammen und ein kleines raues, aber doch überzeugendes “Ja!” sprach er dem Doc entgegen, in der Hoffnung, dann Ruhe zu haben. Morel nickte: “Das ist gut!” und ließ vom Arm des Captains ab und hob die Decke am Fußende leicht an. Shinjiro hatte seine Augen schon wieder geschlossen, als ihm ein erneuter kalter Schmerz durchflutete, kurz darauf folgte noch ein weiter. “Gut!” kommentierte Morel die Reaktion und stellte sich wieder neben das Bett und wartete, bis Shinjiro wieder Blickkontakt mit ihm aufnahm. 

“Nennen Sie mir Ihre ID und Ihren Dienstgrad im OFF!” Shinjiro verstand nicht, was Morel von ihm wollte, gab ihm aber die gewünschten Informationen. “Danke!” kam es darauf vom Arzt und schrieb etwas auf dem Tablet. Shinjiro legte seine Hand abermals auf seine Stirn und schloss seine Augen: “Wissen Sie, welchen Wochentag wir heute haben?” Jetzt war es so weit, dass Shinjiro seine Augen leicht genervt von den Fragen rollte: “Mittwoch!” sagte er heiser, ohne darüber groß nachzudenken, ob es richtig oder falsch ist. Morel grinste: “Es ist Montag, aber ich lasse es gelten!” Shinjiro ließ von seiner Stirn ab: “Sehr schön!” sprach er vor sich und ließ seine Augen zu, er war müde und wollte nur seine Ruhe haben. 


© Echoes of the Frontier – www.echoesfrontier.de Folge uns auf Instagram & YouTube

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