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6.940 Wörter, 37 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Captain Lorenz rief seine Piloten zusammen, um den Luftraum über Jarr zu sichern. Seit Monaten hatten die Outrider kein derart großes Aufgebot mehr gestartet: “Was zur Hölle ist hier los…?”, fragte sich der deutsche Captain, während er versuchte, das immer chaotischer werdende Kampfgeschehen zu überblicken. Unter ihm stand die Stadt bereits unter feindlichem Beschuss. Überall zuckten Explosionen auf, während Sirenen durch die Straßen hallten. Die Royal Air Force von Jarr konzentrierte sich darauf, große zivile Einrichtungen zu sichern, wie Schulen, Krankenhäuser und die Schutzbunker. Mehrfach schafften es die Jets, anfliegende Lenkraketen kurz vor ihren Zielen abzufangen. Feuerbälle leuchteten über den Himmel über der Stadt: “Wir müssen das Kampfgeschehen unbedingt verlagern.”, funkte Lorenz an den Captain der Royal Air Force. Sie mussten unbedingt verhindern, dass noch mehr Hyperjumper direkt über Jarr abgeschossen wurden: “Verstanden!”, kam es sofort zurück. Wir bilden einen Abfangkanal, ihr fangt die Outrider ab, wir richten den Tunnel auf vierzig Grad Nordost ein!” Lorenz bestätigte sofort die Taktik: “Also, ihr habt es gehört! Einer übernimmt den Abfang, der Wingman deckt ihn…”, gab Lorenz den Befehl an seine Männer weiter und zog seinen Jet steil nach oben. Mehrere Maschinen folgten ihm und im nächsten Moment schossen die Jets wie Pfeile durch den brennenden Himmel von Jarr, direkt auf die anfliegenden Outrider zu.


Captain Hikari rannte auf den großen Rasterortungsschirm der Royal Monarch zu: “Was, das kann doch nicht wahr sein!” sprach er leise zu sich. Sergent-chef Petit folgte dem Captain und übernahm die Daten des Schirms, da bebte die Monarch: “Wir wurden getroffen“, rief der Ingenieur und scannte das Schiff nach Beschädigungen. 

Shinjiro hielt sich am Raster Schirm fest und Funkte Yuma an: “Rosso, was ist bei euch los?” Colonel Rosso antwortete beschäftigt: “Yuma steht seit 20 Minuten unter feindlichem Beschuss, bis jetzt konnten wir verhindern, dass die Outrider in den Orbit eindringen konnten.” Captain Hikari machte eine Handbewegung zum Navigator, dieser legte die Situation von Yuma auf den Schirm. 

Ramrod zog eine enge Schleife, um die Royal Monarch zu unterstützen. Das gewaltige königliche Schlachtschiff verfügte zwar über enorme Feuerkraft, war jedoch viel zu träge, um den schnellen Angriffswellen der Outrider effektiv auszuweichen. Überall zuckten Explosionen durch das All. die Hyperjumper rissen die Materie auf und spuckten weitere kleine feindliche Schiffe direkt über der Hauptstadt von Jarr aus.

“Kontakt”, rief Glenn über den Bordfunk: “Hab sie!”, antwortete Colt sofort und schickte die Jumper nach Hause. Und visierte direkt die nächste Horde an und feuerte aus allen Rohren. Die neuen Zielschirme von Ramrod II arbeiteten perfekt. Freund- und Feinderkennung liefen nahezu verzögerungsfrei und ermöglichten Colt, Ziele in Sekundenbruchteilen zu priorisieren. Ein Hyperjumper nach dem anderen explodierte unter Colts präzisem Dauerfeuer und die Trümmerteile rasten noch glühend durch den Raum. Doch das feuerstarke Kampfschiff der Outrider stand Ramrod in nichts nach. Ein grüner Energiestrahl schoss knapp am Friedenswächter vorbei und ließ dabei den gesamten Friedenswächter erzittern.

“Fireball, runter!”, rief Saber und Ramrod kippte abrupt zur Seite, raste zwischen zwei Explosionen hindurch und zog direkt unter der Royal Monarch wieder auf. Im selben Moment detonierte hinter ihnen ein weiterer Jumper: “Die Monarch verliert Schilde”, meldete April hektisch. Saber sah kurz von seinen Systemen nach draußen. Die Monarch Supreme und zwei weitere Kampfschiffe der königlichen Flotte standen weiterhin schwer unter Beschuss. Dann blinkte plötzlich der Prioritätskanal rot auf, Saber legte den Funkspruch in den Allgemeinen Bordkanal: “Major, worauf warten Sie noch? Sofort Kurs auf Pectos!” kam es von Captain Hikari, doch noch bevor Saber antworten konnte, meldete sich Colt: “Zum Gruß, Sir! Aber wir haben hier gerade noch gewaltig mit den Schmutzfüßen zu tun.” Saber drehte blitzartig seinen Kopf zu seinem Schützen und sah ihn ernst an. Doch noch bevor er etwas sagen konnte, erschütterte eine gewaltige Explosion den gesamten Raum um sie: “Wilcox, was machen Sie an Bord?” wusste Hikari doch, von seinem Sohn, dass der Scharfschütze erst morgen offiziell seinen Dienst wieder antrat: “Ich kann ja wieder aussteigen.” murmelte Colt unbedacht in den offenen Bordkanal. Der Captain zog seine Augenbrauen zusammen: “Sofort nach Pectos, das ist ein Befehl!” betonte er nochmals scharf. Saber schickte Fireball den schnellsten Kurs und der Japaner zog Ramrod 90 Grad nach oben und drehte ab!  Da wurde Ramrod von dem Geschützfeuer des Ouriderschiffs erfasst und einmal kräftig durchgerüttelt. Warnanzeigen blinkten überall rot auf: “Einschlag auf Steuerbord!” brüllte April. Und direkt vor ihnen öffnete sich eine weitere Angriffswelle der Hyperjumper. Colt nahm sie in aVisiert während Fireball den Friedenswächter durch die Front mit Vollschub flog. Ein Jumper nach dem anderen wurde eliminiert…“Kurs auf Pectos!” wieß Saber an und Fireball aktivierte die Turbos und brach durch die Front der Outrider. 

“Geht doch!” sagte Hikari, als er das Flugmanöver von Ramrod durch das Panoramafenster beobachtet hatte. Und wandte sich jetzt wieder dem Geschehen von Jarr und Yuma zu.

Absatz #2

In Jarr fuhren Panzer und Abwehrgeschütze durch die Straßen, unter anderem auch der Panzerwagen von Prinz Roland: “Eure Hoheit, schauen Sie sich das an!” forderte der Fahrer seinen Prinzen auf, Roland sah nach draußen und bekam große Augen und funkte über einen verschlüsselten Kanal seinen Vater an. Lorenz und seine Männer hatten es geschafft, 80 Prozent der Angriffe in ein minimal besiedeltes Gebiet zu verlegen, nicht perfekt, aber immerhin! Sie versuchten, die Outrider größtenteils über Wasser und freies Land abzuschießen. Jedoch rochen die Phantom-Birnen diese Taktik und versuchten immer wieder, die Stellung zu durchbrechen! “Das geht nicht lange gut!” sagte Lorenz und stieg einige Meter über das Kampfgeschehen, um sich einen Überblick zu verschaffen, sein Wingman folgte ihm. In der Ferne sah er die Hauptstadt von Jarr, das Haupt-Angriffsziel der Outrider, vereinzelte dunkle Rauchsäulen stiegen von dort empor, es gab Schäden und garantiert auch menschliche, sie mussten handeln, und zwar jetzt!

Royal Monarch

König Jarred schaltete sich plötzlich über einen verschlüsselten Kanal direkt zu Shinjiro. Da wurde die Monarch erneut getroffen. Shinjiros Ausdruck wurde noch ernster, als er schon war: „Sofort, Kurs auf die Koordinaten der ersten Outrider Schlacht!” wies er Sergent Petit an und ging zum Panoramafenster. Petit sah den Captain fragend nach, gab aber den Befehl dierekt an den Navigator und Piloten weiter und folgte dem Captain an das Panoramafenster: “Sir? Wollen Sie das Kampfgeschehen dorthin verlagern?” fragte er direkt nach, um die weiteren Schiffe zu koordinieren. Hikari schüttelte mit seinem Kopf und beobachtete das Geschehen draußen, einige Hyperjumper flogen frontal auf sie zu, wurden jedoch kurz vorher abgeschossen. Doch sein Blick suchte akribisch die Schiffe der Outrider, um deren Stellungen auszumachen. 

Nach einigen Augenblicken zeigte er auf ein kleineres Outrider-Schiff: “Das!” Peti sah in die gezeigte Richtung und verstand erst nicht: “Sollen wir es ins Visier nehmen?” fragte er das Naheliegendste. Doch Captain Hikari schüttelte mit seinem Kopf: “Sammelt es ein, auf keinen Fall abschießen!” Petit sah den Captain weiter fragend an: “Aber sobald wir es erreichen, wird es sich auflösen!” erwiderte er: “Das werden wir sehen!” antwortete Hikari. Petit nickte und schickte zwei Gleiter los und orderte von einem anderen Kampfschiff auch gleich zwei Abfangjäger an.

“First Grad, das sollten Sie sich ansehen!”, kam es aufgeregt von einem der Funker. Captain Hikari und Petit sahen sich kurz an und gingen sofort zu der Station des jungen Offiziers: “Colonel Rosso hat die Aufnahmen vor fünf Minuten geschickt”, erklärte der Funker angespannt und legte die Bilder auf den Monitor.

“Was… in aller Welt… ist das?”, kam es leise und vollkommen fassungslos von Petit. Hikari war nicht weniger erstaunt. Auf den Aufnahmen spannte sich ein gigantisches, energiegeladenes Netz durch den Orbit von Yuma. Es wirkte beinahe organisch, pulsierte in grellen blauen und weißen Lichtmustern und zog sich wie ein riesiges Spinnennetz. Energieblitze zuckten an den Verbindungen entlang. Mehrere Hyperjumper gerieten mitten hinein und dabei geschah etwas Unfassbares. Die Sprungfelder kollabierten regelrecht in sich zusammen und alle Outrider-Schiffe wurden abrupt aus ihren Hyperräumen gerissen, einige explodierten sofort, andere drifteten schwer beschädigt durchs All. nach einigen Minuten begann sich die Sprungpunkte sichtbar zu stabilisieren, dann zerfiel die Energie in der Materie des Alls. Zurück blieb nur völlige Stille zwischen dem Funker, Hikari und Petit. keiner der drei sagte etwas. Denn allen war sofort klar geworden, was sie da gerade gesehen hatten, war nicht für jeden bestimmt gewesen.

Captain Hikari neigte sich dem Funker entgegen: “Wer hat das bis jetzt gesehen?” fragte er leise. Der junge Funker sah den Captain fragend an, Petit verstand und sprach zum Funker: “Sichern Sie es und verlieren Sie fürs Erste kein Wort darüber!” Der junge Mann atmete tief ein und nickte und widmete sich mit einem faden Beigeschmack wieder seiner Arbeit zu. Hikari ging zum Kommandostand und warf sein Tablet auf die Konsole vor sich: “Sir?” fragte Petit. “Soll ich das Schiff unter TSID setzen?” Hikari sah sich um und Petit vor sich an: “Ja und Millionen andere!” sagte der Captain leicht ironisch. Petit schluckte, Hikari ließ sich in den Sitz fallen: “Schicken Sie es König Jarred!” Petit nickte: “Aye!” und verließ den Kommandostand.

Ramrod

Der Friedeswächter näherte sich Pectos, auch dort wurden sie gebraucht, der Planet stand unter Beschuss und die automatische Abwehr war kurz vor dem Zusammenbruch: “Wir haben freie Bahn!” war alles was Saber sagen musste und Fireball gab Vollschub und drehte Ramrod während Colt gnadenlos feuerte: “Gerade noch rechtzeitig!” kam es aufgebracht von Colt, der gleichzeitig 3 Ziele anvisierte und somit unerwartet für die Outrider feuerte: “Zieh hoch Kumpel, dann können wir die Offensive überblicken und in drei Richtungen handeln!” wies Colt Fireball an. Saber wurde in seinen Sitz gepresst und scannte die Umgebung, es gab keine Sprünge, somit sollte dieser Kampf bald beendet sein! “Wir schießen sie ab, aber nichts löst sich auf, es bleiben Trümmer zurück!” sprach Fireball aus, was Saber seit einigen Minuten fragend beobachtete: “Weich ihnen weiter aus!” wies Saber an. Auch Colt wurde jetzt darauf aufmerksam, das war ihm vollkommen entgangen und holte sich Bilder auf seinen Monitor: “Was ist das jetzt wieder für eine Masche?” fragte er und nahm das größere Schiff ins Visier, doch dieses war schneller und fing Ramrod mit einem energiegeladenen Strahl ein. Für Millisekunden waren Saber, Colt, Glenn und Fireball handlungsunfähig, doch im nächsten Moment schaltete sich ein Schutzschild ein, welches auf eine gewisse Lumenanzahl reagierte. 

Fireball reagierte sofort und setzte Ramrod unter Vollschub, der Friedeswächter bebete unter der Energie auf als Fireball  den Friedenswächter nach oben zog, aber nichts geschah, außer dass die Technik hörbar udn spürbar auf Hochleistung fuhr: “Kannst du feuern Colt?” fragte Fireball, der den nächsten Schritt plante: “Aus allen Rohren!“ bestätigte der Cowboy und visierte das Schiff an, welches sie in diesem Energiekreis gefangen hielt: “Nein!” kam es schnell und laut von Saber. Colt, der gerade abdrücken wollte, sah erschrocken zu seinem Boss: “Damit würden wir uns selbst abschießen!” Glenn beobachtete das Geschehen an Bord, er war beeindruckt vom Teamspiel, aber atmete gerade erleichtert aus, dass diese Aktion noch gestoppt wurde. 


Rosso berichtete, das vor Yuma nur noch minimalen Kampfgeschehen registriert wurde: “Sammelt ein, was ihr findet und schickt ein Transportschiff mit allen Teilen nach Pectos!” wieß Hikarti an, Rosso bestätigte und trennte die Verbindung. 

Darauf ging ein erneuter Alarm an Bord der Monarch los. Petit wies einen 30 Grad Rückzug an, nachdem er die Energieansammlung vor ihnen gesehen hatte und Captain Hikari sah auf die Uhr: “Das wird interessant!” dachte er sich und ging auf den Rasterortungsschirm zu: “Ich bekomme keine verbindung mehr zu Pectos oder der Ramrod Einheit.“ meldete sich ein anderer Funker zu Wort. Hikari fuhr herum: “Was?” In diesem Moment durchbrach ein riesiges Kampfschiff mit mehreren Hyper Jumpern die aufgebaute Energieansammlung. Die Jumper eröffneten während des Sprunges bereits das Feuer, doch etwas war anders. Petit beobachtete den Sprung, der einfach nicht vollbracht wurde: “Schickt die Bilder König Jarred!” ordnete Hikari an und trat neben Petit: “Was um Himmelswillen ist da los?” flüsterte Petit fasziniert und gleichzeitig besorgt. Captain Hikari atmete tief ein und aus und blickte wieder zum Ortungsschirm und ließ sich die Geschehnisse auf Yuma sich nochmals durch den Kopf gehen.

“Ein Schiff soll Pectos ansteuern, aber auf einer anderen Route als die Ramrod Einheit.” und die Ramrod Einheit suchen” wieß er an. ”Aye, Captain!” bestätigte der Funker und gab die Befehle weiter. Daraufhin widmete sich Hikari wieder dem Aktuellen geschehen: “Aktivieren Sie das Lumen-Schutzschild!” Petit nickte und verließ das Panoramafenster: “Könnte es möglich sein?” flüsterte Shinjiro zu sich, sah auf sein Tablet und stellte eine Verbindung zu Jarred her, dieser erschien darauf und wollte wissen, was da oben vor sich ginge, er verfolgte zwar die Livebilder der Royal Monarch, aber konnte sich keinen Reim darauf machen. Shinjiro schüttelte langsam mit seinem Kopf: “Ich bin mir nicht sicher!” antwortete er leise: “Gut, was vermutest du dann?” wollte Jarred leicht aufgebracht wissen! “Hast du das Netz über Yuma gesehen?” Jarred wurde langsam ungehalten: “Ja, wie andere Millionen Menschen auf Yuma auch“, bestätigte der König. “Und das hier vor Jarr, siehst du auch?” fragte er weiter, Jarred schaute seinen Freund ernst an: “Shinjiro, was!?” forderte er jetzt endlich eine klare Antwort. Shinjiro sprach, während er weiter vor sich das Geschehen im All beobachtete: “Es wäre möglich, dass …” und die Verbindung unterbrach. Jarred sprang von seinem Platz auf: “Was ist da los, funkt sofort die anderen Schiffe an!” Denn auch die Livebilder vom Royal Monarch waren weg. “Wir bekommen keine Verbindung, eure Hoheit, weder auf dem gesicherten noch auf dem freien Kanal!” kam es aufgeregt von einem Offizier. General Masaki, Edward und Sergeant Smithny standen wie der König vor einem schwarzen Monitor: “Wurden sie abgeschossen?“ kam es besorgt von Edward und sprach damit aus, was die anderen dachten.

Jarr – Hopital

Im Schutzbereich des Krankenhauses flackerte hin und wieder das Licht, doch die Stromversorgung war gesichert, beruhigten die Schwestern, Pfleger und auch das Sicherheitspersonal die Patienten und Besucher immer wieder. Sincia war noch immer sehr benommen. Mehr Medikamente konnten die Ärzte der jungen Frau im Moment jedoch nicht mehr geben. Nun blieb nur zu hoffen, dass es so schnell wie möglich Entwarnung geben würde.

Vom Kampfgeschehen draußen hörte man kaum etwas. Dafür war das Krankenhaus hervorragend abgeschirmt. Aber würde es auch einem direkten Einschlag standhalten? Da war sich April plötzlich nicht mehr so sicher. Die Blondine sah sich um und stand langsam auf: “Ich bin gleich wieder da”, sprach sie ruhig zu Aaiko, diese nickte und wandte sich wieder Sincia zu, die langsam immer wacher wurde. Behutsam strich Aaiko ihr über die Stirn.

April hingegen hatte plötzlich eine Idee und sie musste sie sofort irgendwo festhalten und aufschreiben. Ihr Communicator war allerdings deaktiviert, das Notfall-Sicherheitssystem blockierte sämtliche Geräte, die auch nur das kleinste Signal senden konnten. Erst jetzt wurde April wirklich bewusst, was die Bevölkerung bei einem Angriff tatsächlich durchmachen musste. Sonst war sie immer auf der anderen Seite gewesen. Und genau deshalb schossen ihr nun bereits mehrere Verbesserungsideen durch den Kopf. Plötzlich gingen sämtliche Lampen aus und im nächsten Moment hörte man die ersten Schreie. Auch April sah erschrocken nach oben.


Captain Lorenz war gerade dabei, die Royal Air Force für seine neue Formation einzuteilen, als es plötzlich schmerzlich grell wurde. Im selben Moment spielten die Systeme seines Jets vollkommen verrückt, Warnanzeigen flackerten auf, Zielerfassungen brachen weg und die Ortungsschirme überschlugen sich mit Fehlermeldungen. Doch dank des neuartigen Schutzschildes der Jets blieb Lorenz wenigstens manövrierfähig: “Niemand verlässt seinen Kurs”, brüllte er sofort in den Funkkanal. Seine Stimme schnitt regelrecht durch das Chaos: “Haltet eure Positionen!” untermalte er seine Anweisungen, denn der deutsche wusste, dass noch nicht jeder Jet diese neuartige Lackierung besaß. Denn wenn jetzt auch nur einer seine Flugbahn verließ, würden die Maschinen frontal ineinander rasen. Die gesamten Ortungssysteme mussten sich von dieser gewaltigen Energiespitze erst wieder erholen. Captain Rox, der sich mit acht seiner Männer beinahe direkt im Orbit befand, erlebte das Schauspiel aus nächster Nähe. Über ihnen spannte sich das gewaltige Energiegeladene Netz durch das All wie eine lebendige Struktur, es pulsierte grellblau und weiß und schien sich aus sich selbst heraus mit Energie zu speisen.

“Was… ist das…?”, flüsterte Rox fassungslos und konnte seinen Blick kaum noch davon lösen. Die Lichtentladungen spiegelten sich direkt auf den Cockpitscheiben seiner Staffel wider. Selbst die Outrider schienen für Sekunden orientierungslos zu sein. Auch über der Villa von Jarr wurde der Himmel plötzlich von dem grellen Licht erfüllt. König Jarred und die anderen traten sofort an die Fenster und sahen hinaus. Das gigantische Netz spannte sich selbst von hier noch sichtbar über den Himmel: “Eure Majestät!”, rief plötzlich jemand hektisch und Dr. Peaks kam beinahe in den Meetingraum gestürzt. Der ältere Wissenschaftler war vollkommen außer Atem. Und alle drehten sich sofort zu ihm um: “Das … das… ist sie… die Waffe”, brachte er außer Atem hervor und zeigte nach draußen. Schweigend blickten darauf alle wieder hinaus. Doch niemand sagte etwas.

Denn jedem im Raum wurde gerade klar, dass sie nicht länger nur über Theorie diskutierten. Die Waffe existierte bereits und sie war aktiv. In Edward stieg währenddessen eine ganz andere Sorge auf. Sein Sohn war dort draußen inmitten von diesem Inferno. “Aber… wer…?”, fragte Jarred leise. Doch er beendete den Satz nicht mehr.

Ramrod

“Geh in die Challenge Phase und du ziehst währenddessen 30 Grad nach oben!” wieß Saber an. Fireball bekam große Augen: “Währenddessen? Das wurde noch nie getestet, es könnte uns in Stücke reißen!” verkündete Fireball nicht gerade leise und biss sich fast im nächsten Moment auf seine Lippen. Colt atmete einmal tief ein, Fireballs Feststellung beruhigte ihn gerade überhaupt nicht und er rollte mit seinen Augen: “Na ist ja großartig!” erwiderte er: “Es ist unsere einzige Chance!” kam es darauf vom Schotten: “Und vermutlich unsere letzte!” kam es wieder unüberlegt vom Japaner. Saber rollte mit seinen Augen, Glenn lehnte sich zurück. Warum wollte er auf Ramrod anheuern? Überdachte er gerade ernsthaft seine Entscheidung: „Warte noch!”, kam es von Saber, der den richtigen Moment erwischen wollte: “Aber!” lenkte Fireball erneut ein: “JETZT!, und das ist ein Befehl!“ sage der Schotte.

Fireball presste seine Lippen aufeinander, leitete die Challenge Phase ein und gab direkt darauf Vollschub und versuchte die 30 Grad zu halten, was bei der Veränderung des Friedenswächters alles andere als einfach war. Glenn schloss gerade innerlich mit allem ab. Colt presste seine Zähne aufeinander und hielt sich zusätzlich an seiner Konsole fest, die G-Kräfte waren mehr als unangenehm von den ungewöhnlichen geräuschen die Ramrod von sich gab, wollte der Cowboy erst gar nicht anfangen, denn er hatte das Gefühl, kaum noch Luft zu bekommen. Alles blinkte warnend rot auf und verschiedene Systeme gaben ein Alarmsignal von sich. “Behalte den Kurs, Shinji!” sprach Saber angestrengt, dem auch die G-Kräfte zu schaffen machte und versuchte, seinen Piloten mental zu unterstützen. Fireball spannte jeden seiner Muskeln und hielt seine Luft an, denn anders konnte er die geforderte Kraft gerade nicht aufbringen.

“Colt! Jetzt!” Der Lockenkopf löste sich aus seiner Haltung und sah, dass die Challenge Phase erst zu 90 Prozent abgeschlossen war, diskutieren konnte er nicht, dazu fehlte ihm die Kraft, er tat, was der Schotte von ihm verlangte. Er schoss! Ramrod wurde durchgeschüttelt und bebte, es waren Geräusche zu hören, die alles andere als normal waren. Colt sprach innerlich ein Gebet, denn kontrollieren konnte er jetzt nichts mehr. Fireball zog weiter nach oben, sie mussten aus diesem immensen Energieball raus, jedoch verließ ihn kurz seine Kraft und ließ für einen Bruchteil einer Sekunde den Schubregler los, aber umgriff ihn darauf gleich wieder fest. Doch Ramrod flog deswegen kurz unkontrolliert auf das sich nicht auflösende, aber immer noch explodierende Outrider-Schiff zu: “Shinji! Reiß dich zusammen, dreh ab!” wurde Saber ernster: “Nichts anderes versuche ich!” und probierte ein weiteres Manöver, statt den Schubregler weiter an sich zu ziehen, zündete er auch die unteren Turbotriebwerke und steuerte den großen Cowboy mit dem Joystick.

Schlagartig wurden sie alle mit voller Kraft nicht nur in ihre Sitze gepresst, sondern schleuderten auch ruckartig nach links: “Hmpf!” kam es schmerzhaft von Colt und ihm wurde kurz schwarz vor Augen. Saber wurde kurzzeitig schwindelig, diese Aktion kam vollkommen unerwartet, aber Ramrod entfernte sich zusehends schnell vom Geschehen. Glenn hielt sich seinen Bauch, er hatte Mühe, seine aufkommende Übelkeit zu unterdrücken. Alle beobachteten, wie das Schiff der Outrider in Flamen versank. 

“Meine Herren bleiben sie noch weiter angeschnallt sitzen!” unterbrach Fireball nach einigen Augenblicken die Stille. Colt, der kurz aufstoßen musste, sah zu seinem Freund: “Ich hoffe, dieser Gurt wird sich so schnell nicht öffnen, weil ich dir dann die Ohren von da nach da ziehen werde!” drohte der Cowboy und aus der hinteren Steuereinheit hörte man nur ein unschönes Geräusch. Fireball krampfte der Magen ebenfalls, ihm überkam ein Gänsehautschauer, so ein Manöver, wenn überhaupt, war er bis jetzt immer nur im Simulator geflogen und dort wurde es nicht einmal ansatzweise so wiedergegeben! “Willkommen an Bord, Glenn!” sagte der Cowboy. Glen sah blass von seiner Tüte auf “Ahhhh…” und rollte mit seinen Augen. Saber hatte sich auch wieder so weit gefangen, die Scans ergaben, dass es keine feindlichen Aktivitäten mehr gab. Ein Funkspruch der Royal Pecirs, die Ramrods Manöver beobachtet hatte, erreichte den Friedenswächter.

Royal Monarch 

“Captain? … Captain? Hören Sie mich?” drang eine Stimme in Shinjiros Bewusstsein. Und er öffnete schmerzverzerrt seine Augen, alles tat ihm weh, vor ihm stand ein Sanitäter, der ihm half, sich wieder aufzurichten, um seinen Kreislauf wieder in Gang zu bringen. Shinjiro sah sich um, auf der Brücke sah es wüst aus und es gab einige Verletzte: “Sie sind sehr hart aufgeschlagen, Sir!” erklärte der Sanitäter. Shinjiro sah ihn an und es drehte sich alles um ihn: “Wir sind manövrierunfähig!” bestätigte jetzt auch der zweite Pilot der Royal Monarch. Petit, der bereits versorgt worden war und mit einer Schiene am Bein den Überblick zu behalten versuchte, wies die Funker an, ein Rettungssignal auszusenden. 

Captain Hikari stand mithilfe der Sanitäter auf und hatte das Gefühl, seine Beine würden jeden Moment nachlassen. “Sir, sie sollten sitzen bleiben!” riet ihm der junge Sanitäter Mitte dreißig. Hikari nickte, aber das verursachte nur einen erneuten Schwindel. “Mir tut mein Hintern weh!” presste er kaum hörbar mit zusammengepressten Zähnen hervor. Der Sanitäter nickte verstehend und blieb vorsichtshalber in der Nähe. Petit kam auf den Captain zu: “Wir werden evakuieren müssen!” teilte er mit. Captain Hikari ging sich durch seine Haare: “Na toll, Jarred bringt mich um!” kam es ihm in seine Gedanken. Schließlich war die Monarch nahezu geschrottet. Er sah sich um und wartete auf einen Schadensbericht. 


Auf Jarr beruhigte sich die Lage langsam im Stadtzentrum, es gab noch vereinzelte verirrte Hyperjumper, die sich in den Orbit zurückzogen, dort aber von Captain Rox abgefangen wurden. Prinz Roland gab die erste vorsichtige Entwarnung, als Erstes sollten die Rettungskräfte ausrücken, auch konnten wieder vereinzelte Kommunikatoren eingeschaltet werden. 

Captain Lorenz flog mit seinen Männern Kreise über das Stadtgebiet und nahm die ersten Scans auf. Es sah vereinzelt sehr wüst aus, auch der Militär-Raumhafen, der ebenfalls ein Haupt-Angriffsziel gewesen war und vor allem dessen Umgebung. “Wir können Code Red auflösen und gehen auf Blue über, die Bevölkerung soll, wenn möglich, noch in den Häusern bleiben!” teilte Prinz Roland dem Tower mit, der alles Weitere in Gang setzen würde. 


Im Krankenhaus ging das Licht wieder an, es hatte eine Überspannung gegeben. Die Lage schien sich langsam wieder zu normalisieren, auch konnten einige Patienten wieder in ihre Zimmer zurückkehren. Aaiko saß auf dem Bett von Sincia und beruhigte sie, die gerade das ganze Ausmaß um sich herum mitbekam: “Es ist alles vorbei, du kannst gleich wieder in dein Zimmer!” sprach sie der dunkelhaarigen Erzieherin ruhig zu. Aaiko sah sich um, so etwas hatte sie noch nie erlebt, plötzlich kam ihr Hitomi in den Sinn, die Arme war ganz allein und Aaiko holte ihren Kommunikator hervor, aber der ging noch nicht wieder an. Und Shinji? Ihr Freund, er muss da draußen gewesen sein, die ganze Zeit hatte sie an ihn gedacht, sie vertraute auf sein können, doch die Sorge war trotzdem da. 


Ramod und die Royal Pecirs, empfingen das Rettungssignal der Royal Monarch, es ging kein Funkspruch zu dem Flaggschiff des Königs durch: “Wir fliegen zurück!” beschloss Saber. Die Royal Pecirs, war groß genug und sollte auf Pectos bei den Laboren landen, um verletzte aufzunehmen. 

Fireball flog zurück nach Jarr, während des Fluges detransformierte sich Ramrod wieder. Colt stand auf, er musste dringend mal irgendwo hin. Sein Urlaub war definitiv vorbei! Glenn folgte dem Cowboy langsam. Saber scannte jetzt Ramrod, sie hatten einiges abbekommen, aber sie waren trotzdem weiterhin einsatzfähig: “Die Challenge Phase haben wir durch diese Aktion geschrottet“, kam es nach einigen Minuten von Fireball, der die Schadensberichte seinen Flugsysteme ebenfalls angezeigt bekam. “Ich werde es April schonend beibringen!” antwortete der Highlander. Fireball grinste: “Gut, das wäre meine nächste Frage gewesen!” Beide wurden wieder ruhiger, schließlich wussten sie noch nicht, was es mit dem Notsignal der Royal Monarch auf sich hatte. 

Absatz #8

Ein Schiff der königlichen Flotte hatte bereits an der Royal Monarch angedockt und die Ersten Offiziere verließen bereits das riesige manövrierunfähige Flaggschiff des Königs. Ramrod erreichte den Ort des Geschehens, was war hier nur passiert? Überall schwebten Wrackteile im All und die Monarch sah alles andere als noch brauchbar. Saber scannte die Umgebung, es gab keine feindlichen Aktivitäten mehr. Ein weiteres Transportschiff erreichte die Monarch Supreme. König Jarred verfolgte mit den anderen die Evakuierung. 

Edward atmete auf, Ramrod kam ins Sichtfeld, was schon Mal ein gutes Zeichen war! “An Bord der Monarch Supreme geht nichts mehr, auch gibt es mehrere Leichtverletzte, eure Hoheit!” Funkte das Rettungsschiff: “Sie müssen mitten im Netz gewesen sein, welch Glück, dass sie nicht verglüht sind!” kam es von Dr. Peaks aus dem Hintergrund. Jarred sah den Wissenschaftler schockiert an, dieser nickte bestätigend: “Die neue Legierung und das Lebenserhaltungssystem hat allen an Bord das Leben gerettet!” erklärte Peaks nochmals. 


Captain Hikari und Petit sahen sich noch einmal auf der Brücke um und verließen dann gemeinsam als letztes das Schiff. 10 Minuten später landeten sie auf dem Militärgelände. Alle an Bord hatten nur eine Sorge, wie geht es ihren Familien? Der Befehlshaber des Stützpunktes kam an Bord, er würde hier jetzt übernehmen und die Truppen einteilen. Somit gab Captain Hikari das Kommando ab und versuchte im Hauptgebäude des Militär-Raum-Hafens ebenfalls Hitomi zu erreichen, aber ihr ziviler Kommunikator war immer noch vom System geblockt. 

Tief einatmend ging er auf TSID, um Jarred Bericht zu geben. Der König erschien auf seinem Screen und machte ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter, aber doch froh war, dass die gesamte Besatzung ohne größere Blessuren davongekommen war: “Mein Schiff!” war alles, was Jarred in den Raum stellte: “Springt nicht mehr an!” antwortete Shinjiro und machte sich auf ein Donnerwetter gefasst. Und kniff immer wieder während des Gehens seine Augen schmerzvoll zusammen. Jarred atmete tief ein und aus: “Wie geht es dir?” wollte er wissen! “Sag du es mir!” kam es darauf von Shinjiro: “Suche einen Arzt auf!” forderte Jarred. “Wie sieht es in der Stadt aus?” lenkte Shinjiro direkt in eine andere Richtung, die Jarred durchaus verstand. “Einige Bereiche der Innenstadt sind zerstört.” Shinjiro nickte und sah sich um: “Ich werde mich später nochmal melden!” sagte er, Jarred verstand und beide trennten die Verbindung. Durch das Panoramafenster, das Offizierskasino, in dem auch leicht Verletzte behandelt wurden, sah er die Ramrod Einheit landen. Und er orderte sich ein Shuttle, das ihn nach Hause brachte. 


Ramrod erreichte die Parkposition, auch hier fingen die Techniker von außen an, Ramrod zu warten. Fireball fuhr alle Systeme herunter und klatschte einmal in seine Hände und stand aus seiner Steuereinheit aus. Er streckte sich einmal durch und lief dann langsam auf der Brücke umher, einige Systeme blinken immer noch. Er griff sich sein Steuermodul und verließ die Brücke. “Das war, was?” fragte Colt, der den Einsatz noch immer nicht sortieren konnte. Saber, der die ersten Systemberichte durchging, bekam große Augen, es wurde von einem netzartigen Energiestrahl berichtet, „Netzartig, sollte es tatsächlich?” Saber schüttelte mit seinem Kopf, das konnte nicht sein! Und erhob sich ebenfalls aus seiner Satteleinheit und ging zu seinem Scharfschützen und klopfte diesem auf die Schulter: “Gut, dass du da warst!” Colt erwiderte es und nickte dem Highlander zu. Beide sahen zu Glenn, der immer noch blass neben der Navigation stand und versuchte, sein Erlebtes zu verarbeiten. “Auch dir Glenn, danke für deinen Einsatz!” Der Engländer nickte: “Ich muss nur noch bei eurem Piloten Flugfester werden!” erklärte er und zeigte zum Ausgang der Brücke, wo Fireball vor kurzem verschwunden war. Colt grinste leicht: “Also bleibst du?” fragte Saber, Glenn lachte: “Ja, das nenne ich mal Teamwork!” Darauf begrüßten Colt und Saber ihren neuen Schützen. 

“Wo ist der Bruchpilot?” wechselte Colt das Thema und sah sich um, schließlich wollte er ihn ja noch die Ohren langziehen. Saber lachte kurz auf und griff nach seinem Communicator, Sincias Gerät war ausgeschaltet. Und er versuchte es bei April, auch dort ging niemand ran. Fireball kam zurück auf die Brücke gestürmt: “Ich habe uns ein Shuttle besorgt, das uns zu den Ladys ins Krankenhaus bringt!” erklärte er: “Geht nur, ich halte hier an Bord erst einmal die Stellung!” kam es von Glenn. Saber nickte seinen neuen Schützen dankend entgegen. Nun war es Colt, der Saber seine Hand auf die Schulter legte: “Ich habe schon gehört, wir fahren da jetzt gemeinsam hin!” sprach der Cowboy zu seinem Freund. Saber atmete tief ein und nickte. 

Jarr – Villa Hikari

Ein Shuttle hielt vor dem Haus von Captain Hikari, er stieg aus und ging langsam darauf zu, es lagen vereinzelte Trümmer von Hyperjumpern und auch Gebäuden herum, einige Aufräumtrupps waren bereits dabei, die Straßen freizuräumen. Das Haus wies zum Glück kaum Beschädigungen auf, er deaktivierte den Schutzschirm und die Rollläden fuhren langsam nach oben. 

Es war alles ruhig, er ging direkt Richtung Schutzraum, er hoffte, dass Hitomi auch zuhause war. Er klopfte, obwohl er wusste, dass das nichts brachte, sollte jemand da drinnen sein, würde er es nicht hören. So betätigte er einen kleinen Knopf an der Wand und die Sprechanlage wurde freigegeben: “Hitomi?” Es antwortete niemand: “Ich bin es Shinjiro, komm mach auf, es ist alles vorbei!” Nach einer Weile betätigte jemand den Türöffner, Shinjiro zog diese schnell auf und seine Frau kniete auf dem Boden, er beugte sich zu ihr hinunter und umgriff sie mit seinen Armen, er zog sie langsam zu sich, da überkam ihn ein höllischer Schmerz und auch er sackte nach unten und lehnte sich an die Wand des Schutzraums und zog Hitomi an sich und hielt sie fest. Er spürte ihr Beben am ganzen Körper, sie umklammerte ihn ebenfalls. Er lehnte seinen Kopf gegen die metallende Wand und atmete jetzt das erste Mal tief ein und erleichtert wieder aus und küsste ihre Stirn, beide schwiegen.


“Nein, du bleibst da, dann kannst du uns alles erzählen, wir sind auf dem Weg!” beendete Fireball das Gespräch. Endlich hatte er Aaiko erreicht, die vollkommen aufgelöst und zusammenhanglos gesprochen hatte. Colt sah auf seinen Kommunikator und darauf zu Fireball und atmete tief ein. 

“Aber…!” sagte Aaiko, sah auf ihren Com und rannte zurück auf die Station: “Und?” fragte sie April, doch die Blondine zuckte nur mit ihren Schultern: “Sie werden gleich hier sein!” teilte die junge japanerin mit: “Gut!” und April hielt ihre Hände vor ihr Herz.


“Shinjiro?” Es war nicht mehr wie ein Flüstern: “Hmh!” kam es leise udn erschöpft von ihm. Hitomi löste sich etwas aus der nicht mehr so festen Umarmung und kniete sich vor Shinjiro, der an der Wand gelehnt saß. Sie strich ihm durch seine Haare, er war da, hier bei ihr: “Komm, bevor wir hier einschlafen!” Shinjiro öffnete schwer seine Augen und grinste: „Beinahe?“ Hitomi kicherte: “Gut, ein paar Minuten.” Sie stand auf, er hielt sie am Handgelenk fest: “Ich kann nicht!” sagte er. Hitomi sah ihn erstaunt und auch voller Sorge an: “Was?” und ging in die Hocke. Shinjiro grinste: “Ich bin unsanft auf meinen Hintern gelandet und ich habe keine Ahnung, wie ich hier jetzt wieder hochkommen soll.” Hitomi musste sich ein kleines fieses Schmunzeln verkneifen: “Wie bist du denn heruntergekommen?” fragte sie und Shinjiro presste seine Lippen fest zusammen, egal was er jetzt sagen würde, Hitomi würde ihn hier einsperren. “Wehe!” drohte sie, die den Witz, der ihm auf der Zunge lag, in seinen Augen lesen konnte. Beide mussten lachen. 


Saber, Colt und Fireball erreichten die Station im Krankenhaus. April kam ihnen entgegengelaufen. Sie fiel Colt voller Freude um den Hals und darauf Saber. Der gleich wissen wollte, wie es Sincia geht. Aaiko näherte sich den Vieren langsam. “Das Baby!” Saber sah zu April und Aaiko, sein Herz fing an zu rasen, was ist passiert?” fragte er eilig und in voller Sorge: “Sie untersuchen sie gerade und entscheiden, ob sie die kleine mit einer Not-Sectio holen.” erklärte April schnell und ihr kullerten die Tränen. In Saber stürzte gerade alles zusammen, einen klaren Gedanken hatte er nicht mehr, er spürte, wie er zum Wartebereich vor der Station geführt wurde und sich setzen sollte. Colt und Fireball, seine beiden besten und engsten Freunde waren bei ihm und hatten ihn, bevor ihm seine Standfestigkeit verließ, gehalten. Den Schotten schossen die Tränen in die Augen. Colt setzte sich neben Saber und Fireball stellte sich vor ihm. Colt musste diesen Schock auch gerade wegschlucken, bekam er doch auch feuchte Augen, was der Säbelschwinger gerade durchmachte, konnte er nur erahnen. 

Fireball legte eine Hand auf Sabers Schulter, mehr konnte er jetzt nicht tun, außer wie sie alle jetzt da zu sein! April drehte sich weg und weinte. Aaiko nahm sie in ihre Arme und die Blondine umarmte das Mädchen, sie brachte eine Schulter zum Ausweinen, nicht nur nach diesem Tag, auch für alles, was in den letzten Wochen um sie herum geschehen war. 

Fireball schluckte und wischte sich einmal schnell über seine Augen. Nach einigen Minuten hatten sich die Mädels wieder beruhigt und traten in den Wartebereich. Fireball hatte die Szene kurz beobachtet und nickte Aaiko zu. April setzte sich auf die andere Seite von Saber. Colt stand auf und klopfte Saber zweimal fest auf die Schulter: “Wir besorgen Kaffee!” sagte Colt und räusperte sich und zog Fireball mit sich: “Du hilfst tragen!” Fireball atmete dankbar ein und sie gingen gemeinsam auf den Flur zum nächsten Kaffeeautomaten. 

“Gut, dass du mir vorher im Shuttle die Nachricht geschrieben hast!” kam es von Colt. Fireball nickte. Er hatte Aaiko kaum verstanden, sie war so aufgelöst gewesen und hatte immer etwas von dem Baby erzählt. “Ich wusste nicht wie!” kam es knapp vom jüngsten: “Alles richtig gemacht Partner beruhigte er seinen Freund und klopfte nun auch ihm ermutigend auf die Schulter und geflogen bist du auch klasse, also jetzt mit Abstand betrachtet!” Fireball sah Colt an und verzog sein Gesicht und zeigte mit dem Kopf in Richtung Wartebereich: “Wie wollen wir das auffangen, sollte…?” er konnte es gar nicht aussprechen. “Erst einmal Kaffee, der bringt neue und frische Gedanken, für den Säbelschwinger, extra stark!” beschloss Colt.

Jarr – Gremium Villa

So langsam liefen in der Villa nördlich von Jarr alle Daten zusammen, die Monarch Supreme wurde mit drei Schiffen zum Raumhafen “abgeschleppt”. Es war bereits dunkel, es würde eine warme Sommernacht werden, die Sterne am Himmel standen wie immer, nichts wieß mehr auf die Ereignisse, die sich noch vor wenigen Stunden hier abgespielt hatten, hin. Die Delegation wurde schon vor einer Stunde ins Gästehaus geflogen. Roland übernahm die Koordination der nächsten Schritte, es mussten Notunterkünfte bereitgestellt werden, für die Menschen, die ihr Heim verloren hatten. 

Dr. Peaks ging die Daten durch und glich diese mit der Animation ab. Er schüttelte ungläubig mit seinem Kopf. König Jarred trat neben dem Wissenschaftler: “Es ist genau die Simulation, eure Hoheit, es gibt einige Abweichungen, die darauf beruhen können, dass …!” König Jarred setzte sich neben Dr. Peaks: “Die andere Seite die Waffe eingesetzt hat.” beendete Jarred den Satz des Wissenschaftlers. Peaks nickte. Jarred lehnte sich zurück, verschränkte seine Arme vor der Brust und dachte nach. 

Jarr – Hopital

„Mr. Lancelot?“ Saber stand auf, als eine Krankenschwester am Eingang des Wertebereichs stand: „Ja!“ und Saber folgte der Schwester. Er warf einen Blick zu seinen Freunden, die ihm Mut machend zu nickten: „Wir warten hier!“, sagte Fireball. Der Schotte flüsterte ein kaum hörbares: „Danke!“ und ließ sich von der Schwester auf die Station führen.

Im Wartebereich verließen Aaiko und Fireball das Geschehen, sie hatten noch gar keine Zeit gemeinsam seit Stunden. Aaiko berichtete ihm alles, was hier los war und was für eine Angst sie gehabt hatte. Sie hatte Hitomi nicht erreichen können und dann, “Dich nicht!” Fireball hielt seine Freundin im Arm, konnte er sich doch vorstellen, was in ihr vorgegangen war: ”Du hast es gut gemacht!” Aaiko schüttelte mit ihrem Kopf: “Nein, ich war in meiner Angst gefangen, ich konnte gar nichts machen!” Fireball hob Aaikos Kopf an und grinste sie aufmunternd an: “Was wolltest Du denn machen?” Sie lehnte sich an seine Schulter: “Ich hab mir solche Sorgen gemacht!” Sie standen eine Weile einfach nur eng umschlungen da, es war ihnen egal, es liefen Leute an ihnen vorbei, sie brauchten sich jetzt hier beide!


“Ihre Tochter, Mr. Lancelot”, sagte die Schwester leise und trat behutsam zur Seite und gab den Blick auf den Inkubator frei. Saber hatte das Gefühl, sein Herz würde stehen bleiben und blieb wie angewurzelt stehen. Vollkommen überfordert mit dieser Situation, die er gar nicht greifen konnte, trat er an das Bettchen heran. Das Baby, seine Tochter, war so klein, dass sie in dem Bettchen beinahe verschwand.

Eine Schwester und die Kinderärztin kümmerten sich noch vorsichtig um das kleine Mädchen. Winzige Kabel verliefen über die Decke, Monitore piepsten leise und eine kleine Sauerstoffmaske wurde sanft über ihr Gesichtchen gehalten. Doch all das nahm Saber nur am Rand wahr. Sein Blick blieb einzig auf seiner Tochter liegen. Auf diesem winzigen Menschen. Seiner Tochter. Er konnte kaum etwas erkennen, nur kleine Finger, sanftes blondes Haar, das rötlich im Licht schimmerte und diese zerbrechlichen kleinen Händchen. Und dennoch traf ihn dieser Augenblick mit einer Wucht, auf die ihn nichts vorbereitet hatte. Plötzlich stiegen ihm Tränen in seine Augen. Nicht aus Angst. Nicht aus Erschöpfung. Sondern aus einer Liebe, die ihn vollkommen überwältigte.

Langsam trat Saber noch näher an den Inkubator heran, so vorsichtig, als könnte selbst seine Nähe dieses kleine Wesen verletzen. Denn in diesem Moment verstand er, dass sich gerade sein ganzes Leben verändert hatte.

Schwester Luise, die nicht von Sabers Seite wich, erklärte ihm alles: “Gehen Sie zu ihr, es ist ihre Tochter.” Ein Pfleger machte Platz und beglückwünschte den Vater. Saber hörte um sich herum kaum etwas, er berührte den kleinen Menschen vor sich vorsichtig mit einem Finger, den die Kleine sogar schon leicht berührte, sie war so winzig und zerbrechlich: “Die hübsche braucht jetzt aber auch einen angemessenen Namen!” sagte die Kinderärztin. Saber lächelte seiner Tochter mit feuchten udn doch schon stolzen Augen entgegen: “Sara Marry Lancelot!” kam es von Saber rau und leise, seine Stimme versagte in diesem Moment. 950 Gramm und genau 38 Zentimeter, teilte ihm der Pfleger mit. Saber schüttelte mit seinem Kopf, so ein kleiner Mensch, so hilflos und zart: “Wir bringen sie jetzt auf Station!” teilte die Kinderärztin mit. Der Schotte sah dem Bettchen nach: “Meine Frau?” fragte Saber und er merkte, dass er kaum noch in ganzen Sätzen sprechen konnte. “Sie wird noch gute zwei Stunden schlafen und wird dann auch auf Station gebracht.“ Saber überkam ein Schwindelgefühl: “Gut, ich brauche jetzt einen Stuhl!” Schwester Luise bekam große Augen und schob den Schotten einen Rollhocker hin: “Ich lasse sie einen Moment alleine!” Saber nickte nur und lehnte seinen Kopf hinter sich an die Wand und schloss seine Augen. Seine Gedanken gingen zu Sincia, sie musste große Angst gehabt haben, plötzlich gab er sich die Schuld, obwohl er wusste, dass diese Vorwürfe haltlos waren. Nun kam die Sorge wieder um seine Tochter, alles schien plötzlich da sein zu wollen. Schwester Luise stellte sich fordernd vor den Schotten und hielt ihm einen kleinen Becher mit einer kleinen weißen Tablette hin: “Für die Nerven!” erklärte sie ungefragt. “Ein Scotch wäre mir lieber!” antwortete Saber darauf. “Das kommt später, Mr. Lancelot!”

Shinjiro hatte es irgendwie geschafft aufzustehen, jetzt lag er auf dem Bett, auf dem Bauch, nur das ging ohne Schmerzen. Sein Kommunikator meldete sich, er hob seinen Kopf und griff zum Nachttisch, er kam nicht ran und bewegen war heute nicht mehr drinnen: “Das kann doch nicht wahr sein!” kam es von ihm und ließ seinen Arm fallen, dieser hing jetzt aus dem Bett. Hitomi kam ins Zimmer: “Dein Com klingelt!” kam es von ihr und nahm den Communicator an sich: “Es ist Shinji!” sagte sie und nahm ab: “Aha!” kam es darauf stimmlich erstickend aus dem Bett. Hitomi grinste. Fireball war überrascht, dass seine Mutter ran ging, aber es war ihm ganz recht, wollte er doch wissen, wie es ihr geht: “Hier ist alles in … soweit in Ordnung!” berichtigte sich Hitomi in ihrem Satz, als sie vor sich im Bett ihren Mann musterte. 

Saber kam nach fast zwei Stunden zurück in den Wartebereich. Seine vier Freunde standen auf und wollten nun wissen, was los ist. Sie hatten alle tatsächlich gewartet, Saber schmunzelte ein wenig: “Sara Marry Lancelot”, kam es nur vom Schotten. Alle machten große Augen: “Was?” kam es als erstes von Colt. April, die im ersten Moment erschrak, freute sich jetzt und alle beglückwünschen ihrem Freund, er war jetzt tatsächlich Vater: “Wie geht es ihr?” – “Wie geht es Sincia!” – “Sara, was ein schöner Name!” – „Erzähl, wie sieht sie aus?” wurde Saber mit Fragen überhäuft. Saber setzte sich: “Sie ist so klein!” zeigte er mit seinen Händen an. April und Aaiko sahen sich an, so gerührt hatten sie die drei Jungs noch nie gesehen. Und Saber holte seinen Kommunikator hervor und zeigte seinen Freunden ein Bild. Alle Köpfe hingen über den Bildschirm: “Ganz der Papa!” – “Quatsch, schau doch, Sincia!” – “Das kann man doch jetzt noch gar nicht sagen!” – “Achso, ich kenne mich aber mit Babys aus, glaub mir!” – “Von welchen Babys redest du?” Saber rollte mit seinen Augen “unverbesserlich!” dachte er sich und musste grinsen.


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