4.449 Wörter, 24 Minuten Lesedauer.
Absatz #1
Hitomi wurde gegen drei Uhr nachts wach. Verschlafen streckte sie sich und ließ ihre Hand über die Bettseite gleiten, doch da war nichts. Müde öffnete sie die Augen, knipste das Licht an und richtete sich langsam auf. Und stellte fest, Shinjiros Bett war unangetastet. Einen Moment blieb sie sitzen, sie musste erst einmal in der Realität ankommen, dann zog sie sich ihren Morgenmantel über und verließ leise das Schlafzimmer, um sich ein Glas Wasser zu holen. Er war wohl über der Arbeit eingeschlafen. Einen Moment lang nahm sie das Bild auf und ging leise in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen, und setzte sich dann mit dem Glas in der Hand neben ihn auf das Sofa.
Still beobachtete sie ihn und lehnte sich dann langsam zurück. Es tat ihr leid, ihn damals einfach im Krankenhaus stehen gelassen zu haben. Sie war so voller Sorge um ihren Sohn gewesen, dass nichts anderes für sie gezählt hatte. Erst danach kam die Angst und Sorge um Royu und die anderen Vermissten. Doch das dazwischen hatte sie nicht gesehen. Dabei hatte sie durchaus bemerkt, dass es Shinjiro im Krankenhaus nicht gut gegangen war. Sie wusste, dass er das Medikament am Abend zuvor bekommen hatte und damit nur für wenige Stunden wirklich einsatzfähig gewesen war. Das Kommando hatte er bereits am Anfang an Mr. Lancelot abgegeben. All das hatte sie erst im Nachhinein von Royu erfahren.
Es war einfach ein denkbar schlechter Zeitpunkt gewesen. Zögernd hob sie ihre Hand und begann, seinen Nacken sanft zu massieren. Er bewegte sich leicht, blieb jedoch liegen: „Bist du wach?“, fragte sie leise. Ein leises, verschlafenes Brummen war alles, was sie zur Antwort bekam. Hitomi schmunzelte schwach und beugte sich ein wenig zu ihm hinunter: „Es tut mir leid“, darauf öffnete er langsam seine Augen, blinzelte etwas und sah sich noch etwas benommen um, er war im Wohnzimmer, da fiel es ihm wieder ein. Er wollte nur noch schnell … ach auch egal, kam es ihm, atmete tief ein und richtete sich langsam auf, er musste erst einmal klar werden, und sah Hitomi neben sich fragend an, die auch ihn aufmerksam ansah: „Du wolltest mir sagen, dass es dir nicht gut geht, oder?“, fragte sie leise. Shinjiro zog leicht seine Augenbrauen zusammen, als müsste er ihre Worte erst einordnen. Für ihn war das alles inzwischen weit weg, die vorkommnisse waren überlagert von dem darauffolgenden Stress im Oberkommando. Seine Gedanken waren damals bei Shinji gewesen und danach vor allem bei ihr, die zum ersten Mal so unmittelbar mit den Folgen eines Kampfeinsatzes konfrontiert worden war. Er schüttelte leicht mit seinem Kopf: „Es war für dich eine Ausnahmesituation“, sagte er ruhig: „Ich habe mir Sorgen um euch gemacht … “ und sein Blick wurde weicher und stand auf, griff nach den Unterlagen, die noch auf dem Couchtisch verteilt lagen.
Hitomi stand nun ebenfalls auf und nahm seine Hände. Shinjiro ließ von den Unterlagen ab und sah sie an. Sie nickte nur, dann zog sie ihn sanft in ihre Arme: „Ich vermisse dich.“ flüsterte sie. Er atmete tief ein, er hatte diesen Moment gebraucht, schluckte und nickte kaum merklich, bevor er die Umarmung erwiderte. So standen sie zusammen einfach da, jeder benötigte gerade den Halt und die Nähe des anderen. Hitomi spürte seinen Herzschlag unter ihrer Wange, als sie den Kopf an seine Brust lehnte. Es war so ruhig, vertraut und doch anders als sonst und sie schloss ihre Augen und wusste, dass es ihm genauso ging.
Auch Shinjiro ließ sich in diesem Moment fallen. Sein Blick glitt kurz durch das dunkle Zimmer, doch dann wurde alles um ihn herum unwichtig. Nach einer Weile zog er sie fester an sich, als müsste er sich vergewissern, dass sie wirklich da war.
Langsam neigte er den Kopf zu ihr: „Ich dich auch …“, kam es leise, beinahe heiser von ihm. Hitomi hob ihren Kopf und ihre Wangen streiften sich sanft. Sie nickte still, natürlich wusste sie, was diese wenigen Worte wirklich bedeuteten. Doch jetzt spielte gerade jetzt keine Rolle mehr, es war wieder gut. Und so blieben sie noch eine Weile einfach stehen, hielten sich fest, als würden sie all das Ungesagte auf diese Weise miteinander teilen.
Absatz #2
Saber hatte gerade die komplette Umstrukturierung seines Teams mit einem großen Meeting abgeschlossen. Ab heute würden tatsächlich zwei Ramrod-Teams unter seinem Kommando stehen. Nach und nach leerte sich sein Büro, Stimmen verklangen, Türen schlossen sich – und es wurde still.
An Bord von Ramrod I gingen ab sofort Bastiaan de Vries als Befehlshaber, Alexander Willhelm als Pilot, Henry Wolloth in der Navigation und als Schütze würde Taylor Smith an Bord. Für alle vier war es genau die Chance, auf die sie in den letzten Jahren hingearbeitet hatten. Ramrod I würde in den nächsten Wochen seine neue Homebase auf Alamo beziehen. Saber lehnte sich einen Moment zurück. Mit Stolz und doch auch mit spürbarer Wehmut, hatten Colt, April und er ihren geliebten Ramrod I übergeben. Der Friedenswächter, auf dem sie sich kennengelernt hatten. Auf dem sie Seite an Seite gekämpft, unzählige Abenteuer erlebt und Freundschaft geschlossen hatten. Ein kleines, aber doch prägendes Stück ihres Lebens würde immer mit diesem Schiff verbunden sein. Und doch freuten sie sich auf das, was kommen würde, sogar der Cowboy, der ihn fast täglich drängte, endlich mit Fireball zu reden, er konnte es bald nicht mehr für sich behalten.
Saber verstand Colts Aufregung, ging es ihm doch genauso, doch sollte Fireball ablehnen, hatte er wieder das Problem einen Piloten zu finden und diesmal war es sein Team, das keinen Vorzeigen konnte, das klang schon fast witzig, wenn es nicht so ernst wäre.
Doch jetzt hieß es für Ramrod II, alles zu bestellen, was noch benötigt wurde, diese Aufgabe hatte er gerne April und Colt übergeben. Wer, wenn nicht die beiden, wüssten, was man alles benötigte. Und mit der Auswahl von Bettdecken, oder dem richtigen Besteck wollte sich Saber tatsächlich nicht beschäftigen, musste er schmunzeln. Es klopfte und riss Saber aus seinen Gedanken: „Herein“, sagte er, und Fireball trat ein: „Tag, du wolltest mit mir reden?“ fragte er und deutete fragend auf seinen Communicator. Saber nickte und stand auf.
„Ja, setz dich. Ich wusste, dass du heute auf der Krankenstation warst“, sagte Saber. „Wie geht es dir? Ich hoffe, du bist wieder fit.“ Fireball nickte und setzte sich: „Ja, alles bestanden, sogar den Check-up. Ich habe genau ein Jahr TÜV!“, antwortete er und Saber lachte kurz auf: „Das ist schön zu hören. Also hat dein Vater noch nicht mit dir gesprochen?“ Fireball sah sich kurz um und schüttelte dann langsam mit seinem Kopf: „Ähm, nein, also nicht, dass ich wüsste…“, überlegte er. Nein, von Saber oder dem Oberkommando hatte sein Vater nichts erzählt: „Worum geht es?“, fragte er schließlich neugierig und hoffte, nichts Wichtiges verpasst zu haben.
Saber setzte sich Fireball gegenüber. „Also bist du wieder im Dienst?“ Fireball nickte vorsichtig: „Ich bin anwesend, sagen wir es so.“ Saber schmunzelte: „Sehr schön, ich möchte dir nämlich gern etwas zeigen!“ Und kaum hatte er den Satz beendet, stand er auch schon wieder auf. Fireball beobachtete das merkwürdige Verhalten des Schotten, der bereits an der Tür stand und ihn erwartungsvoll ansah: „Dazu müsstest du mitkommen. Es ist nämlich etwas unhandlich. Ach, und du fährst!“, grinste Saber. Fireball erhob sich langsam, doch mehr als ein: „Hä?“ brachte er nicht heraus und folgte dem Highlander.
Colt war nach dem Meeting zu Robin und Joshua an den Strand gefahren. Und hatte seinen Hut tief ins Gesicht gezogen und schlief tatsächlich tief und fest. Die Sonne brannte auf seinen bereits verdächtig roten Bauch, während immer wieder kalte, nasse Spritzer darauf landeten und sich langsam in sein Bewusstsein schlichen: „Mhm…“, brummte er nur und döste unbeirrt weiter. … Doch dann … wieder ein Spritzer und er rückte seinen Hut ein Stück zurecht, ohne sonst auch nur einen Muskel zu bewegen. Kurz darauf prasselten mehrere Tropfen auf ihn und sein Hut stand nun eindeutig unter Beschuss: „Was…?“ Er fuhr erschrocken hoch, griff reflexartig nach seinem Hut und genau in dem Moment trafen ihn von zwei Seiten mehrere Wasserstrahlen. Sofort stand er auf, jetzt war klar: Er stand unter Beschuss und er blinzelte gegen die Sonne und sah sich um, um die Angreifer auszumachen.

Hinter einer Sandburg entdeckte er Joshua mit einer großen Wasserspritzpistole und ein paar Meter weiter einen anderen Jungen im Sand. Beide zielten auf ihn und lachten amüsiert: „Na wartet!“, rief Colt und stürmte unter weiteren nassen Beschuss los. Die beiden Jungs sprangen sofort auf und entleerten ihre Wassertanks auf den Cowboy, der immer näher kam. Doch die Kinder flüchteten ins tiefe Wasser. Knietief stapfte Colt ihnen nach: „Kommt ihr mir raus, dann aber!“, drohte er und blieb schließlich grummelnd stehen, strich sich über seinen Bauch und zog scharf die Luft ein: „Autsch!“ das tat verdammt weh, tat es .. Na toll, jetzt hatte er auch noch einen Sonnenbrand: „Hey, dein Bauch leuchtet ja wie ’ne Boje!“ hörte er Joshua rufen und lachte, voll gemein. Schnell sah Colt auf und zeigte auf die Jungs: „Schnell, mehr Wasser! Der Cowboy geht in Flammen auf!“ rief der andere.

„Komm her, Cowboy!“, rief Robin ihm amüsiert zu und hielt bereits eine Flasche Aloe Vera hoch. Tief einatmend stapfte Colt durch den weichen Sand zurück: „Schlafende Cowboys weckt man nicht“, murrte er und ließ sich vorsichtig auf seine Decke sinken. Seine Haut zwirbelte extrem unangenehm und tat verdammt weh: „Warum hast du mich nicht geweckt oder wenigstens mal gewendet?“, beschwerte er sich und verzog sein Gesicht. Robin grinste und verteilte etwas von dem kühlenden Gel auf seinem Bauch: „Weil ich schwimmen war und auf die Jungs aufgepasst habe“, erklärte sie, nicht ganz ohne Schadenfreude, und rieb ihren Cowboy vorsichtig ein. „Ich hatte nicht vor einzuschlafen“, murmelte Colt schlißlich schuldbewusst und blickte Robin entschuldigend an. Die blonde Lehrerin schmunzelte.
Colt griff nach seiner Cola, nahm einen Schluck und verzog sein Gesicht. Lauwarm, natürlich und stellte die Dose mit einem genervten Augenrollen wieder ab und ließ sich ergeben zurücksinken: „Nicht schlimm, Cowboy, wir haben die Nacht und den ganzen nächsten Tag für uns“, fügte Robin fast beiläufig hinzu. Colt sah sie überrascht an: „Wie meinst du das?“ Robin schmunzelte und erklärte: „Joshua schläft bei Tom, der hat morgen Geburtstag, und sie fahren in den Action Park.“
Nun war Colts Interesse geweckt und ein immer größer werdendes Grinsen breitete sich auf sein Gesicht aus. „Das hebt wohl deine Laune?“, fragte Robin: „Joshua hat Action, und ich muss nachsitzen“, witzelte Colt mit einem schelmischen Grinsen. Robin rieb kurz etwas fester, Colt riss seine Augen auf und stützte sich erschrocken auf: “Weib!!” Robin grinste nur noch breiter.
Weit außerhalb von Yuma City stand Saber mit Fireball in einem Hangar. Zu Sabers Erstaunen hatte der Japaner seit gefühlten Ewigkeiten kein Wort mehr gesagt und schaute ihn breit grinsend an: „Seit wann?“, brachte Fireball schließlich hervor, denn mehr Worte fielen ihm gerade nicht ein. Saber hatte seine Arme vor der Brust verschränkt und genoss sichtlich die Reaktion des Jüngeren. Der war tatsächlich einmal sprachlos. Fireball machte ein paar Schritte auf den neuen Friedenswächter zu, als müsste er sich vergewissern, dass das Ding nicht gleich wieder verschwand. Dann drehte er sich zum Schotten: „Seit wann weißt du das? Der ist ja mega!“ Saber folgte ihm: „Seit knapp zwei Wochen. Wollen wir reingehen?“ Fireball sah ihm breit grinsend entgegen: „Ja!“ Gemeinsam stiegen sie auf die Hebebühne und fuhren nach oben.
Auf der Brücke war es mit Fireballs Zurückhaltung endgültig vorbei. Er war völlig geflasht, trat zur mittleren Sitzeinheit und strich mit einer Hand über das helle, glänzende Metall: „Setz dich rein, wenn du magst“, forderte Saber ihn auf. Fireball sah den Schotten erst überrascht an, doch das ließ er sich nicht zweimal sagen und grinste breit und setzte sich. Sein Blick glitt über die Steuerung und die Interface-Monitore sowie die Konsolen. Vieles war neu und vor allem übersichtlicher gestaltet. Fast automatisch wanderte seine rechte Hand zum Schubregler. Er lag perfekt in der Hand und Fireball stellte fest, dass dieser ungewöhnlich viel Spiel hatte. Das konnte nur eines bedeuten: Die Systeme würden extrem empfindlich reagieren.
Mit der anderen Hand umfasste er den Joystick, der für Flug- und Bodenkontrolle zuständig war. „Hammer…“, flüsterte er ehrfürchtig. Saber trat an die Steuereinheit des Piloten heran und aktivierte über ein Pad die Freigabe. Die Systeme begannen hochzufahren. Sofort ließ Fireball die Regler los: „Hey, was machst du? Der Pilot ist nicht da!“, rief Fireball erschrocken, doch Saber grinste nur: „Du sitzt doch schon“, meinte er trocken und ging zu seiner eigenen Steuereinheit und fuhr auch dort die Systeme hoch.
Fireball zog seine Augenbrauen zusammen. Denn er verstand Sabers Aussage gerade nicht, oder hatte er sich verhört? Doch statt weiter nachzuhaken, nutzte er die Gelegenheit und sah sich genauer um. Routiniert switchte er durch den Bordcomputer: “Dieses Schiff wurde noch nie geflogen!” sprach er fast ehrfürchtig. Saber nickte: “Der Pilot ist ja jetzt da!” wiederholte er sich noch einmal, ließ es jedoch weiterhin beiläufig klingen und gab etwas in seinen Computer ein. Ok, jetzt hielt Fireball in seinem Tun inne und drehte seinen Kopf zum Schotten “Wie meinst du das?” fragte er, denn Saber sprach für ign gerade in rätseln, doch Saber schickte Fireball nur eine Kennung auf seine Einheit und der Japaner bestätigte den Eingang und erschrak, es war sein sein Name und Piloten ID, was ihm gerade eine Gänsehaut beschwerte: “Und?” kam es von Saber. doch Fireball zuckte bei dieser Frage leicht zusammen. Und Saber hockte sich neben seine Steuereinheit und sah ihn erwartungsvoll an. Es dauerte einen Moment, bis Fireball die passenden Worte fand: „Ich?“, brachte er schließlich ungläubig hervor.
Saber musste sich ein herzhaftes Lachen verkneifen, das Gesicht seines Freundes war herrlich: “Ja du und zwar nur du!” bestätigte er. Fireball schüttelte nun auch noch unglaubwürdig mit seinem Kopf: “Aber…? Also, ich meine, ist das schon fest?” hakte er nach und zeigte auf den Monitor, wo sein Name stand. Saber nickte: “Es sei denn du möchtest nicht!” und stand auf. Fireball beobachtete den Schotten und stand ebenfalls schnell aus seiner Steuereinheit auf und sah den Schotten nach, der die Brücke verließ. Er sah sich noch einmal um , dann auf die Steuereinheit neben sich: “Ähm, warte mal…” sagte er und lief dem Highlander eilig nach.
Saber merkte, dass sein Freund ihm folgte und blieb stehen: “Das Schiff hat drei Steuerungspunkte an Bord, die mit diesem Tablet bedient werden.” und drückte dem Japabwer das Tablet in die Hand. Fireball nahm es überfahren entgegen und ging neben Saber her, “das ist übrigens ab jetzt dein ständiger Begleiter an Bord, also pass darauf auf!” mahnte ihn der Schotte. Fireball nickte, doch riss seine Augen im gleichen Moment auf: „Ja, aber…“ setzte er an, doch Saber ließ ihn nicht zu Wort kommen: “Im Aufenthaltsraum gibt es noch einen Punkt und …” Saber drehte sich um und sah in ein Gesicht voller Fragen und Neugier. Saber öffnete eine Tür, die sich gleitend zur Seite zischte: “Und in deinem Quartier ist der dritte Steuerungspunkt.” beendete Saber seine schnelle Führung durch den neuen Friedenswächter.

Fireball sah Fragend in den Raum: “Mein Quartier?” und sah Saber an und ging an ihm vorbei, es war geräumig und in diesem befand sich alles, was man benötigte. Bett, Schrank, Schreibtisch, Monitor: “Ich bin der Pilot?” fragte Fireball nochmals nach: “Ja, ich kann mir keinen anderen hier an Bord vorstellen!” bestätigte Saber nochmals die Frage. Fireball ging sich durch seine Haare: “Aber wie ist das möglich, ich bin aus dem Ramrod-Staff gelöscht, ich habe es sogar unterschrieben und du übrigens auch!” erinnerte er den Schotten ernst.
Saber lehnte sich mit einem kleinen Lächeln gegen den Türrahmen: „Aus dem Staff von Ramrod I. Von Ramrod II stand da nichts, das heißt, das Team auf diesem neuen Schiff ist ein komplett neues.“ Fireballs fragender Gesichtsausdruck wurde zusehends entspannter und wandelte sich langsam zu einem Grinsen: „Das ist dein voller Ernst, nicht wahr?“ Saber erwiderte das Grinsen und bedeutete ihm, mitzukommen: “Komm, ich stelle dir die Kaffeemaschine vor.”
Fireball folgte dem Schotten und löcherte ihn weiter: „Aber wer ist noch auf dem Schiff? Du sagtest, ein komplett neues Team.“ Saber ließ die Farbenflut über sich ergehen und bog Richtung Küche ab und setzte sich an den Tisch, Fireball ließ sich ihm gegenüber nieder und wollte jetzt antworten.
„Das Team besteht aus dir, dem Piloten. Und Sobald das Schiff startet, hast du das Sagen zu allen Flugtechnischen Dingen, das gehört zu deiner Captain-Ausbildung. Ich werde nur im Ernstfall eingreifen, wenn ich etwas für bedenklich halte. Das letzte Wort habe aber immer noch ich“, stellte Saber klar. Fireball nickte: „Der Schütze ist ein alter Bekannter: Bill Wilcox.“ Fireball grinste.: “Ja, ich kenne ihn.” sagte er und Saber erklärte: „Er ist der erste Offizier an Bord, dem du im Rang unterstehst, wenn ich nicht da bin.” sprach Saber ernst und machte eine kurze Pause: “Siehst du darin irgendwo ein Problem?“ fragte er und sah Fireball dabei prüfend an.
Fireball schüttelte nur mit seinem Kopf, er wollte sich erst einmal alles anhören: “Die Navigation übernimmt April Eagle!” Fireball sah Saber ungläubig an: “Das ist die alte Besatzung!” sagte er feststellend und Saber konnte jetzt auch nicht mehr ernst bleiben und grinste: “Aber, die neue von Ramrod II.” korrigierte er. Fireball verschränkte seine Arme und lehnte sich zurück: “Ab wann?” fragte er und Saber lachte, er konnte fast spüren, wie heiß Fireball darauf war, den neuen Ramrod in die Luft zu bekommen: “Sobald die Techniker und Ingenieure ihr ok geben, also bist du an Bord?” Fireball riss bei dieser Frage seine Augen auf und grinste Frech: “Was passiert, wenn ich ablehne?“ Saber schüttelte da nur mit seinem Kopf: “Diese Option ist nicht vorgesehen.” sagte er ehrlich. Fireball hatte das Gefühl, dass sein Herz aus seinem Brustkorb springen wollte, er nickte mehrere Male: “Ja, na klar, bin ich an Bord! Und gibt’s wenigstens ’ne Anleitung, oder sowas… oder soll ich einfach nix kaputt machen?“ fragte er und Saber lachte auf: “Bitte mach nichts kaputt, das Schiff hat so viele Nullen, die wir im Leben nicht sehen werden..” konterte er, und freute sich sichtlich: “Ich wusste, dass du nicht nein sagst!” und rief auf seinem Team Tablett nun auch die Piloten-Einheit auf und trug den Namen und alle anderen Daten ein.
“Ich schicke dir alles zu, deine Aufgabenbereiche und so weiter und wenn du dann immer noch, “Ja!” sagst, darfst du das hier diesmal selbst unterschreiben!” und legte Fireball den Dienstvertrag der Ramrod Crew vor, auf dem schon bereits das neue Schiff abgebildet war. “Ok!” kam es ruhig vom Piloten. “Achso…” begann Saber, Fireballs sah auf: “Kommt jetzt der Haken?“ Saber schüttelte mit seinem Kopf, dasselbe hatte schließlich Colt auch letztens gefragt: “Ja, wir haben ganze sechs Monate, um aus uns wieder das beste Team im neuen Grenzland zu machen, das ist unsere Bewährungszeit!” Fireball grinste: “Sagt wer?” und sah Saber wissend an, der Schotte nickte nur.
“Hoch damit!” begann Saber… “Und raus mit ihnen!” beendete Fireball den angefangenen Satz und beide lachten. “Wo ist der versprochene Kaffee?“ wollte Fireball wissen, denn den benötigte er jetzt, “bitte extra stark!“ sagte er und nahm sich den Vertrag und strich über diesen mit seiner rechten Hand und atmete tief ein und aus. Saber stand auf, ja, Kaffee war eine gute Idee, fand auch er.
„Wahnsinn… ich hatte damit schon vollkommen abgeschlossen“, sagte Fireball leise: „Ich auch“, erwiderte Saber in derselben ruhigen Tonlage. Und für einen Moment wurde es still in der Küche, wo nur das dröhnende Mahlwerk der Maschine zu hören war.
„Übermorgen feiert Colt die Grundsteinlegung seiner Farm“, durchbrach schließlich Fireball das Schweigen. Saber nickte leicht, er hatte nämlich noch gar keinen Plan, was er Robin und Colt zu diesem Schritt schenken sollte: „Ich bin noch am Überlegen…“, murmelte er und stellte Fireball den bestellten Kaffee hin. Fireball nickte und ein kleines, wissendes Grinsen huschte über sein Gesicht: „Ich habe da so eine Idee.“ Saber hob interessiert seinen Kopf. Fireballs grinsen wurde breiter: „Erzähl!“, forderte der Schotte.
Absatz #3
Fireball betrat am Abend das Haus durch das Wohnzimmer: „Psst, leise!“, flüsterte er zu jemandem und schloss vorsichtig die Tür und drehte sich um und erstarrte, so fest, das seine Mundwinkel nach unten rutschten. Denn er wusste, seine Hose und sein T-Shirt waren übersät mit Matschflecken und seine Hände sahen aus, als hätte er gerade einen kleinen Krieg im Matsch verloren.

Denn vom Esstisch blickten ihn stumm und musternd, drei Paar Augenpaare gleichzeitig an. Seine Eltern und Dr. Morel saßen bereits gemeinsam beim Abendessen und genau das fiel ihm auch gerade wieder ein. Für einen kurzen Moment war es völlig still und er sah sich um, doch die erhoffte Bodenöffnung blieb aus: „Ähm… entschuldigt“, murmelte er, hob beschwichtigend seine schmutzigen Hände, was die Sache der peinlichkeit nicht besser machte und schlich langsam richtung Tür und verschwand aus dem Wohnzimmer und rannte nach oben.

Die drei zurückgelassenen am Tisch sahen ihm nach und tauschten einen Blick aus. Shinjiro zuckte leicht mit einer Schulter: „Das war neu“, stellte er trocken fest und widmete sich wieder seinem Essen, Hitomi schmunzelte. Und Dr. Morel lachte leise auf.
Nach etwa zwanzig Minuten kam Fireball frisch geduscht und umgezogen zurück in Wohnzimmer. Er begrüßte den Doktor und setzte sich an den Tisch: „Entschuldigt die Verspätung, ich hatte noch ein Gespräch mit Richard“, erklärte er und griff nach seinen Essstäbchen. Sein Vater hob eine Augenbraue: „Und das war wo? In einem Stall?“ Fireball grinste kurz auf: „Nein, in einem Hangar“, erwiderte er trocken. Shinjiro begann zu schmunzeln: “Und?” fragte er neugierig … Fireball sah ihn sofort an: „Du wusstest von Ramrod!“ Shinjiro nickte ruhig: „Ja. Aber alles drum herum hat Mr.Lancelot entschieden.“ Fireball grinste.
„Ihr habt sechs Monate, also macht was draus“, fügte Shinjiro noch hinzu. Fireball nickte und begann, von Ramrod II zu erzählen. Dr. Morel hörte interessiert zu, während Hitomi ihren Sohn beobachtete, wie er strahlte, das Schiff und sein altes und zugleich neues Team bedeuteten ihm viel. Schließlich wanderte ihr Blick zu ihrem Mann, der aufmerksam zuhörte. Ein kleines, warmes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Absatz #4
„Aaaach, endlich Ruhe!“, kam es erleichtert von Colt. Er hatte vor ein Paar Minuten Joshua und seinen Kumpel abgesetzt, und nun hieß es: entspannen. Naja… fast. Es gab noch einiges zu planen. Sie hatten drei Bauvorschläge für das Wohnhaus, die bereit lagen und sie mussten sich endlich für einen entscheiden. Wenn sie sich ran hielten, könnte schon in einer Woche Baubeginn sein und vielleicht würden sie sogar schon zum Jahresende in ihrem Haus auf ihrer Farm wohnen.
„Hast du noch Hunger, Cowboy?“, fragte Robin aus der Küche: „Nein!“, antwortete Colt sofort und rieb sich vorsichtig seinen schmerzenden Bauch und das lag nicht nur an dem Sonnenbrand, der sich mitlerweile auch in seinem Gesicht ausbreitete: „Ist doch Wahnsinn, was zwei fast Zehnjährige an einem Tag so alles essen können. Pommes, Burger, Eis… und was war das andere Zeug?“ Er schüttelte mit seinem Kopf: „Wo futtern die das alles hin? Und trotzdem sind es noch Zwerge.“ Robin kam zurück ins Wohnzimmer: „Sie bewegen sich, im Gegensatz zu dir“, kam es leicht spöttisch von ihr. Colt sah entsetzt auf: „Jetzt fang du nicht auch noch damit an!“, murrte er und legte den Ordner mit den Zeichnungen auf den Tisch: „Womit?“ Robin trat neben ihn. Colt drehte sich gespielt beleidigt zu ihr: „Alex hat gesagt, ich bin dick!“ Robin musste kichern und piekste ihn in den Bauch: „Ein wenig!“ – „Hey, pass doch auf!“, protestierte Colt. Robin lachte nur: „Los, Weib, Haus aussuchen. Der kleine Cowboy braucht schließlich Platz, wie ich sehe“, sagte er und setzte sich an den Tisch. Robin schmunzelte und strich sich über ihren Bauch und holte noch Getränke.
Der Morgen über Yuma City graute bereits, als er von einem ungewöhnlichen Geräusch geweckt wurde. Widerwillig öffnete er die Augen, doch dann … Stille.
Ohne weiter darüber nachzudenken, schloss sie wieder und war wieder dabei einzuschlafen. Doch nur wenige Sekunden später war das Geräusch erneut da. Diesmal riss er die Augen auf, bewegte sich aber nicht und starrte auf die Uhr auf seinem Nachtisch. Halb fünf morgens. Es wurde wieder ruhig und er drehte sich leicht genervt zur Seite und schlief einfach wieder ein.
„Kikeriki! Kikeriki!“ schallte es zweimal kräftig durch die Morgendämmerung. Shinjiro fuhr hoch, sprang aus dem Bett und ging zum Fenster. Mit einer schnellen Bewegung tätigte er an der Konsole neben dem Fenster, dass die Jalousie halb nach oben fuhr, und er blickte in den schwach beleuchteten Garten und traute seinen Augen nicht. Er hatte sich tatsächlich nicht geirrt…
Hitomi, die aus ihrem Schlaf gerissen wurde, trat neben Shinjiro und hakte sich bei ihm unter. Er deutete ungläubig nach draußen: „Da ist ein Hahn… und zwei, nein drei seiner Damen in meinem Garten“, kommentierte er trocken, ja fast ungläubig und schaute auf das Bild, was sich ihm an diesem Sonntagmorgen bot, hatte er doch geplant, auszuschlafen: “Tja, Pläne funktionieren halt einfach nicht!” war sein nächster Gedanke und verließ das Zimmer.
Hitomi, die sich ihr Grinsen kaum verkneifen konnte, sah ihm nach. Shinjiro klopfte an die Tür seines Sohnes. Keine Reaktion, nach weiteren erfolglosen Klopfversuchen, trat er in das Zimmer und ging in das abgegrenzte Schlafzimmer. Fireball schlief tief und fest, und völlig unbeeindruckt von dem, was gerade los war: „Shinji!“ Es kam keine Reaktion. Shinjiro zog ihm kurzerhand ein Stück die Decke weg: „Hey… es ist Sonntag“, murrte Fireball verschlafen, zog die Decke wieder an sich und wollte sich erneut einkuscheln: „Das hast du dem Hahn vergessen zu sagen.“ kam es von Shinjiro darauf.

Schlagartig riss Fireball, nach dem gehörten seine Augen auf und war plötzlich hellwach und warf die Decke von sich: „Oh ja!“, sagte er und sprang aus dem Bett, schoss an seinem Vater vorbei und rannte die Treppe hinunter, direkt nach draußen, in den Garten.
Shinjiro sah seinen plötzlich hellwachen Sohn fragend nach: „Hatte er wirklich?” Er schüttelte mit seinem Kopf, „Nein hat er nicht…” und ging auch nach unten. An der geöffneten Wohnzimmertür, die zum Garten führt, fand er bereits Hitomi vor, die mit einem Huhn sprach, das bereits auf der Treppe stand: “Was ist hier los?” wollte er jetzt wissen. Und trat ebenfalls an die geöffnete Tür und beobachtete das Geschehen draußen. Sein Sohn scheuchte die Hühner zusammen und der Hahn verfolgte ihn, dabei erklärte Fireball seinen Eltern: “Das ist Bills Einweihungsgeschenk für die Farm” und rannte vom Hahn davon, der ihn verfolgte. Shinjiro rollte mit seinen Augen, “Er hat also doch..:” und sah zu seiner Frau, die immer noch neben ihm mit dem Huhn beschäftigt war: “Und ihr beide?” fragte er. Hitomi ließ von dem weißen Huhn ab und lächelte: “Sie sind sehr hübsch!” antwortete sie.

Er sah sich um und noch einmal nach draußen und verließ das Wohnzimmer: “Was möchtest du frühstücken?” fragte ihn Hitomi. “Chicken Teriyaki!” brummte er und ging wieder ins Bett. Hitomi lachte und sah nochmal in den Garten, ihr Sohn wird schon klarkommen und folgte Shinjiro.
👉 Video zu Absatz #3 (YouTube)
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