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Jarr – Villa Émeraude

Sincia war vor knapp einer Stunde gelandet und Saber stellte die letzte Tasche neben dem großen schweren Koffer ab: „So, das war der letzte“ stöhnte er. Das Ferienhaus lag etwas außerhalb von Jarr, eingebettet zwischen kleinen Hügeln, Steinmauern und schmalen Straßen, die sich ruhig durch die Landschaft zogen. Schon bei der Recherche im Internet hatte Saber gewusst, dass dieses Haus perfekt für Sincia und ihm für die nächsten Wochen sein würde. Langsam führte er Sincia durch das Anwesen, das er tatsächlich last Minute für die unbestimmte Zeit auf Jarr buchen konnte.
Das Haus selbst erinnerte an eine mediterrane Finca mit einem Hauch französischem Vorstadtflair. Die Fassade war in einem warmen Gelb verputzt, während mintgrüne Fensterläden einen freundlichen Kontrast dazu bildeten. Über Teile der Hauswand rankte sattes Grün und verlieh dem Gebäude etwas Lebendiges. Vor dem Haus lag ein kleiner Garten mit Lavendel, niedrigen Palmen und hellen Steinwegen. Und hinter dem Haus befand sich ein ruhiger Salzwasserpool, dessen Wasser im Licht der Nachmittagssonne türkis schimmerte. Genau der richtige Ort für einen warmen Sommer auf Jarr. Während ein leichter Wind durch die geöffneten Fenster strich, blieb Sincia mitten im Wohnzimmer stehen und ließ ihren Blick langsam durch das Haus wandern.
“Es ist wunderschön!” sagte sie und drehte sich einmal. Saber grinste und nahm sie in seine Arme: “Entschuldige, dass ich dich nicht persönlich aus Yuma abgeholt habe!” Sincia gab ihm einen liebevollen Kuss: “Anfangs war ich sehr erschrocken, dass es so schnell schon losgehen sollte, aber Aaiko und Shinji haben mir gut geholfen.” Saber nickte, er war seinem jungen Freund sehr dankbar: “Es wäre jedoch meine Aufgabe gewesen, euch beide, und er sah zum Kugelbauch, abzuholen.” Sincia lachte kurz auf: “Jetzt sind wir ja da”, sagte sie und sie lief mit ihm durch den kleinen Garten, um sich den Rest anzuschauen.

Danach setzten sie sich gemeinsam auf das Sofa im Wohnzimmer. Die geöffneten Terrassentüren ließen die warme Luft im Haus angenehm zirkulieren, während draußen leise das Wasser des Pools plätscherte. Sincia war deutlich erschöpfter, als sie zuvor zugegeben hatte. Das schnelle Packen und der Flug war doch schon sehr anstrengend gewesen. Ohne viele Worte lehnte sie sich an Saber und schloss müde ihre Augen. Auch Saber genoss diese seltene stille Auszeit. Für einen Moment war er weit weg von den Besprechungen und Entscheidungen, die getroffen werden mussten. gerade gab es nur Sincia und er und Ruhe. Langsam lehnte er sanft seinen Kopf an ihren und schloss ebenfalls seine Augen, während sie einfach still ihre Nähe genossen.
Texas – Onkel Jacks Farm
Joshua, Robin und Colt saßen nach der Cowboy Church gemeinsam mit Onkel Jack und dessen Frau Elli beim Mittagessen. Der große Holztisch war reich gedeckt, und der Duft von Sommer, frischem Kaffee und warmem Essen lag im Haus. Elli hatte sich sichtlich riesig gefreut, Bill an diesem Morgen wiederzusehen. Tatsächlich hatte sie, nachdem sie gehört hatte, dass er die Farm verkauft hatte, ihn nicht mehr wiederzusehen. Doch umso schöner war es nun zu sehen, dass aus dem Jungen von früher inzwischen ein Mann geworden war, der dabei war, seine eigene Familie aufzubauen. Und sie stellte viele Fragen, alles wollte sie wissen. Schließlich passierte nicht viel in Dangerfield, da war so ein fast schon hoher Besuch aus dem Neuen Grenzland ein Ereignis, von dem man noch das ganze restliche Jahr sprechen würde.
Das Farmhaus war gemütlich und warm eingerichtet, überall spürte man die Liebe zum Detail. Zwar war das Haus mit modernster Technik ausgestattet, doch alles war so geschickt verborgen worden, dass der typische Westernstil erhalten blieb. Altes aber gepflegtes Holz, schwere Möbel und Familienbilder an den Wänden verleihen dem Haus etwas Ehrliches und Vertrautes.
Robin genoss es, endlich Menschen aus Colts Vergangenheit kennenzulernen. Einige seiner alten Schulfreunde hatte sie bereits heute Morgen nach dem Kirchgang getroffen, und sie hatte tatsächlich einen Moment gebraucht, um sich an den starken texanischen Akzent zu gewöhnen. Doch inzwischen musste sie darüber schmunzeln. Jetzt war es Familienzeit und sie fühlte sich erstaunlich wohl zwischen all den Gesprächen, dem Lachen und der offenen Herzlichkeit. Auch wenn sie nahezu mit Fragen bombardiert wurde, spürte Robin deutlich, dass dahinter ehrliches Interesse steckte und nicht bloße Neugier oder das stumpfe Sammeln von Informationen.
Und Robin spürte deutlich, dass ihre Familie gerade ein Stück größer wurde. Denn Jack und Elli gehörten nun ebenfalls dazu. Dieser Gedanke fühlte sich überraschend leicht und richtig an. Joshua hingegen war vollkommen aufgeregt, schließlich gab es auf der Farm von Onkel Jack einige Pferde, und damit war für ihn das Mittagessen praktisch zur Nebensache geworden. Nicht einmal drei Bissen von Ellys hervorragendem Rinderbraten hatte er geschafft, bevor er schon wieder nach draußen verschwunden war. Man hörte ihn draußen lachen und über den Hof rennen.

Robin musste lächeln und hörte weiter Jack zu, der die letzten Jahre langsam Revue passieren ließ. Seine Stimme war ruhig, während er beim Essen die Geschichten von früher erzählte und dabei immer wieder kurz zu Colt hinüber sah.
“Weißt du noch die Geschichte mit dem Wasserturm?”, fragte Jack plötzlich grinsend und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Colt stöhnte darauf sofort leise auf: “Oh nein… nicht die Geschichte.” Robin grinste bereits gespannt: “Doch, unbedingt diese Geschichte.” sagte sie und Jack nickte zufrieden und deutete mit seiner Gabel auf seinen Neffen: “Bill war damals vielleicht acht Jahre alt gewesen, er und meine Tochter Abi hatten zusammen immer die Schrägstegen Ideen von allen.” begann Onkel Jack: “Das stimmt überhaupt nicht”, protestierte Colt sofort: “Doch, absolut“, erwiderte Jack trocken und begann zu erzählen.
“Im Sommer hatten die beiden beschlossen, dass die Pferde „mehr Spaß“ bräuchten. Also kamen sie auf die glorreiche Idee, die Tiere heimlich zum See zu bringen, damit sie dort „schwimmen lernen konnten“. Robin presste bereits lachend die Lippen zusammen: “Sie haben die Koppeln und Stalltüren geöffnet und versucht, die Pferde mit Äpfeln und Karotten bis zum See zu locken”, erklärte Jack weiter. Colt schob sich eine Gabel mit Kartoffelpüree in den Mund und nickte: “Das hat am Anfang sogar funktioniert”, erinnerte er sich grinsend. Jack nickte: “Ja, bis eines der Pferde sich vor dem schwarzen Pudel des Alten Sullivan erschrak und direkt durch Miss Crawfords Gemüsebeet galoppierte!” Und jetzt musste selbst Colt lachen: “Danach rannten Abi und Bill schreiend über die gesamte Farm, dazu fünf Pferde und ein bellender Hund. Abi heulte und brüllte die ganze Zeit: “Das war Bill’s Idee! Das war Bill’s Idee!” und Bill schrie: “Das stimmt gar nicht!”
Robin lachte herzhaft auf, denn sie konnte sie sich diese Szene bildlich vorstellen. Jack sah zu Robin und zeigte dabei grinsend auf seinen Neffen: “Und dein Cowboy hier wollte die Situation retten und ist auf den alten Wasserturm geklettert, um die Pferde „von oben zu koordinieren“, hatte er gesagt.”
Colt zuckte darauf nur mit seinen Schultern, als Robin ihn ansah: “Ich war halt kreativ.”, verteidigte er sich. Jack lachte: “Du bist nach fünf Minuten heulend oben fest gesessen“, beendete Jack Colts Kreativitäts Standpunkt und Elli lachte bereits Tränen. Robin sah Colt mit breitem Grinsen an: “Du, der großer Cowboy?” Colt schüttelte ergeben mit seinem Kopf: “Ich war acht und offensichtlich dumm.” wurde Colt jetzt gespielt verlegen, schaute aber mit einem verschmitzten Lächeln zu seiner Robin: “Sein Vater und ich haben ihn dann herunterholen müssen”, fügte Jack zufrieden hinzu: “Und die Pferde hatten die umliegenden Farmer auf ihrem Land nach und nach eingefangen und zurückgebracht.”

Draußen hörte man Joshua lachen und eines der Pferde wiehern. Colt lehnte sich zurück, sah aus dem Fenster und musste schließlich selbst grinsen: “Okay… das klang nach einem guten Sommer.“ grinste er, als er sich daran erinnerte.
Das essen endete und Elli serviert den Kaffee auf der Veranda und Jack erzählte: “Ich fahre ab und zu auf die Farm, um nach dem Rechten zu sehen, der Lake wird weiterhin gerne zum Angeln oder Baden genutzt, es stehen bis heute kein Verbotsschilder oder irgendwelche Warnungen auf dem Land.” erzählte Jack. Colt nickte wissentlich: “Jedoch ist der freie Teil der Farm großzügig eingezäunt!”, erwiderte er und nahm von seinem Kaffee. Jack stieß seinen Schaukelstuhl an: “Der Zaun steht seit knapp drei Monaten, es wurde viel über den Luftweg angeliefert, was diese kleinen gebäude zu bedeuten haben, weiß ich nicht, James ist ab und zu mit seinem Bewässerungs Flieger drüber geflogen, es schaut aus wie Gewächshäuser, aber wer weiß!” erzählte Jack weiter.
“Das klingt nach einer Forschungseinrichtung, oder was Staatliches!” fügte Robin nachdenklich mit an: “Und die Investmentgesellschaft?” fragte Colt jetzt doch nach. “Tja, eine reine Kapital AG, die aus allem Geld macht und investiert, wo es was für sie zu holen gibt und mit dem Schleuderpreis der Farm haben sie schon beim Kauf Gewinn gemacht!” Colt rieb sich seine Stirn nach dem Gesagten seines Onkels.
Jack stand auf und holte einige Unterlagen: “Hier, das ist alles was ich rausfinden konnte, man hört nichts und sieht nie jemanden.” und reichte seinem Neffen die beiden Blätter: “Es ist einfach nur traurig, das gute Land.” kam es danach von Elli. Robin atmete tief ein und sah zu Colt, der sich gerade alles genau durchlass: “Es ist eine Investment Group, die einen Sitz in Boston hat.” Onkel Jack nickte: “Ja, die Telefonnummer, die angegeben ist, ist aus Boston.” bestätigte er. Colt nickte: “Die Group besteht aus mehreren Teilhabern.” warf Jack noch hinterher. Colt nickte nur knapp.
Jarr – Palast
König Jarred und Shinjiro saßen bei einer Tasse Tee im Nebenraum von Jarreds Büro. Die gemütliche Lounge mit den dunklen Chesterfield Ledersesseln, warmem Licht und schweren Holzregalen: “Es ist eine gewagte Strategie”, sagte König Jarred nachdenklich und nahm einen Schluck von seinem Tee. Shinjiro lehnte sich etwas zurück: “Total wahnsinnig würde es wohl treffender beschreiben.” sprach er und stellte sein Tasse ab. Jarred lachte kurz auf: “Sie kennen deine Aktion und gehen offensichtlich von Wahnsinnigen aus.” Shinjiro sah seinen Freund an. Doch das brachte Jarred erneut zum Grinsen und er stellte seine Tasse auf die Untertasse zurück und sein Blick wanderte zu der Auswahl kleiner Küchlein auf dem Servicetisch.
“Wie schätzt du sie ein? Glaubst du, sie haben das auf ihrer Seite bereits so durchgeführt?”, fragte Jarred und konnte sich nicht entscheiden welche Gebäck er nehmen soll. Shinjiro dachte kurz nach, bevor er antwortete: “Wenn unsere Theorien stimmen, liegt das nahe.” Jarred hob seinen Blick von den Küchlein: „Also, sind sie kriegerisch?” Shinjiro griff ruhig nach seiner Tasse: “Was die Outrider betrifft, definitiv.” und nahm einen Schluck: “Aber von Kriegen unter den Menschen dort weiß ich nichts.” Jarred nickte langsam und legte sich ein Vanille Petit Four auf seinen Teller: “Fakt ist, sie wollen, dass wir die Materie auch von unserer Seite aus verschließen. Also dürfen wir davon ausgehen, dass sie keine feindlichen Absichten gegen uns haben. Zumindest nicht im Moment.”
Shinjiro nickte und rieb sich seine Augen: “Es ist zu nahe, oder?” fragte Jarred, als er die Reaktion seines Freundes darauf beobachtet hatte. Shinjiro sah ernst auf und sah Jarred eine Weile an: “Schau dir die mitgeschickte Strategie an.” Jarred verstand und lehnte sich in seinen Sessel zurück: “Egal, wo sie diese einsetzen werden, ob gegen Outrider oder gegen sich selbst…ach…!” Jarred nickte: “Es würde immer deine Handschrift tragen!” beendete Jarred den Satz für seinen Freund: “Ja..!” antwortete Shinjiro leise und lehnte sich wieder zurück: “Du solltest etwas Süßes essen, das beruhigt die Nerven!” empfahl Jarred. Shinjiro riss seine Augen auf und sah genervt zu seinem Freund. Jarred lachte leise auf: “Ja, glaub mir, du verpasst wirklich etwas. Unser Palast Pâtissier ist “Meilleur Ouvrier de France” und trägt sogar den blau weiß roten Kragen”, gab Jarred nicht ganz ohne Stolz an. Shinjiro nickte ruhig: “Dann richte ihm meine Glückwünsche aus”, antwortete er formell und machte trotzdem keinerlei Anstalten, auch nur eines der kleinen Küchlein zu probieren.

Jarr – Militärraumhafen
Zwei Tage später saß Saber zusammen mit Fireball im Büro von Captain Hikari, um die neuen Anweisungen für die Zeit auf Jarr entgegenzunehmen. Saber hatte neben seinem Piloten Platz genommen und hielt das Team Tablet in den Händen, auf dem er sich sämtliche Informationen notierte.
Seinen vermutlich zukünftigen Scharfschützen Glenn hatte Saber inzwischen ebenfalls kennengelernt. Der Schotte war erleichtert gewesen, dass er sich mit dem Crashkurs von April und Fireball schnell mit der modernen Technik zurechtfand. Die Feinheiten würde Colt ihm schon noch beibringen, da war sich Saber ziemlich sicher.
April hingegen kümmerte sich weiterhin um die Software und die ständigen Anpassungen, um Ramrod II dauerhaft einsatzfähig zu halten. Und Fireball hatte Saber bereits einen ausführlichen mündlichen Bericht über die vergangenen Tage auf Yuma gegeben.
“Die Star Sheriffs bleiben so lange auf Jarr stationiert, wie das Gremium tagt. Der Stab muss vor Ort präsent sein, so wie die Jets von Captain Lorenz”, erklärte Captain Hikari ruhig. Fireball hob daraufhin seinen Blick: “Wäre dafür der Peacekeeper nicht angebrachter?” Doch anstatt direkt zu antworten, schob Captain Hikari Saber lediglich die Unterlagen für ihren Aufenthalt über den Tisch. Fireball beobachtete das kurz, lehnte sich dann langsam zurück und begann plötzlich breit zu grinsen: “Ahh, du willst mit dem neuen Friedenswächter angeben.” schlussfolgerte er. Saber presste seine Lippen zusammen und senkte seinen Blick auf das Tablet, um sich ein Grinsen wegzukneifen, während Captain Hikari seinen Sohn vollkommen ausdruckslos ansah. Die Stille zwischen den beiden dauerte exakt zwei Sekunden. Fireball hob sofort beschwichtigend seine Hände: “Also Sie, Sir… Captain, möchten mit dem neuen Ramrod angeben… Sir!” berichtigte er sich…mehr schlecht als recht.
Nun musste auch Saber kurz lachen, während Shinjiro innerlich nur mit seinen Augen rollte, doch da fiel ihm etwas ein und er wandte sich wieder an seinen Sohn: “Aber wenn wir schon dabei sind… Warum benutzt du eigentlich mich, um einen Schützen für Ramrod bei Captain Wilson herauszubekommen?” Fireball erstarrte für einen kurzen Moment, hatte er doch gehofft, dass dieses Thema irgendwie unter den Tisch fällt. Auch Saber sah darauf fragend zu seinem Piloten hinüber. Fireball füllte seine Wangen auf, hielt die Luft kurz an und ließ sie hörbar wieder entweichen, während er zwischen seinem Vater und dem Schotten hin und her blickte, als würde er fieberhaft nach einer möglichst ungefährlichen Antwort suchen.
“Der Zweck heiligt die Mittel?”, fragte er schließlich vorsichtig und zog dabei leicht seinen Kopf ein. Captain Hikari atmete tief ein und für einen Moment herrschte absolute Stille im Büro. Dann winkte er irgendwann nur ergeben ab.
Saber und Fireball verabschiedeten sich kurz darauf und verließen das Büro. Auf dem Weg zu Ramrod, wollte es Saber jetzt doch wissen! “Gut, sage mir wie!” Fireball grinste frech: “Ich hatte Wilson nach einem Schützen angefleht, aber er blieb bei Nein, nein, nein, also blieb mir nur über ihn zu reizen so dass er dich oder den First Grad anruft, letzteres war mein Ziel, ich wusste das es ihn nerven würde.” und Fireball zeigte hinter sich. Saber verstand und blieb stehen: “Es hat ihn nicht nur genervt, er war es nämlich schon und ich stand neben ihm!” beschwerte sich der Schotte tatsächlich etwas. Fireball zuckte mit einer Schulter: “Hast du nun einen Schützen oder nicht?” Saber grinste: “Gut gemacht!” Fireball lachte: “Und der Kuhhirte hängt zwischen glücklichen Kühen ab und weiß nichts von seinem Glück.” Saber winkte ab: “Lassen wir ihn, es sind auch seine Flitterwochen.” und ging weiter.
“Na ja, geflittert hatte er ja schon vorher, wie Robin beweist.” Saber schüttelte lachend mit seinem Kopf und sah zu seinem Freund, der neben ihm lief, Fireball sah Sabers Gesichtsausdruck: “Und Sincia!” fügte der japaner nun noch mit an und lief etwas schneller. “Shinji!” erhob Saber seine Stimme.
Jarr – Delegationen
Am nächsten Tag
Saber, der seine Ausgehuniform samt Säbel trug, hatte die drei Generäle von der Erde persönlich in Empfang genommen und begleitete sie nun durch die weitläufige Anlage zum Tagungsgebäude des Gremiums.
Der Veranstaltungsort war eine umzäunte Villa am Rand von Jarr, umgeben von einem prachtvollen Park mit alten Bäumen, hellen Kieswegen und gepflegten Grünanlagen. Zwischen den Hecken und Springbrunnen bewegten sich überall Sicherheitskräfte und Personal des Schutzdienstes, die für den nötigen Abstand und absolute Kontrolle sorgten. Die Atmosphäre wirkte ruhig und elegant, doch unter der Oberfläche lag spürbare Anspannung. Am Abend sollte zunächst ein gemeinsames Dinner stattfinden, bevor die Debatten über die neuesten Ereignisse und Erkenntnisse beginnen sollten.
Im großzügigen Foyer der Villa warteten bereits König Jarred, der First Grad und Captain Lorenz, alle ebenfalls in ihren Ausgehuniformen. Als Saber gemeinsam mit den drei hochrangigen Gästen die Villa betrat, salutierten die MPs an der Eingangstür und schlossen diese unmittelbar hinter ihnen.
Der Schotte trat einen Schritt vor und begann mit der Vorstellung: “Master Sergeant Smithny von der US Navy.” Diesen Offizier kannte Saber bereits. Captain Hikari hatte ihn ihm damals beim Generals Dinner im Opernhaus im Mai vorgestellt: “General Masaki, von der Japanese Defence Force… und General Edward Lancelot, von der Royal British Army.”
“Ich freue mich sehr, Sie endlich persönlich kennenzulernen”, kam es von Sabers Vater, als er dem First Grad die Hand reichte. Captain Hikari erwiderte die Begrüßung ruhig: “Damals blieb dafür wohl keine Zeit.” nickte er… und Blickte zu seinem Major, sagte jedoch nichts weiter dazu und wandte sich anschließend wieder ruhig ab. Die Begrüßung war vollkommen höflich formuliert und dennoch lag eine feine Spitze darin, die Saber sofort spürte und sich am liebsten gegen die Stirn geschlagen hätte. Schließlich hatte er bei der Vereidigung, damals vergessen, seinen Vater vorzustellen, nachdem Captain Hikari ihm sämtliche Generäle präsentiert hatte. Einschließlich seines Vaters.
Doch General Lancelot grinste lediglich amüsiert und nahm vollkommen gelassen seinen Platz am Tisch ein. Saber setzte sich schließlich neben Captain Lorenz.
Jarr – Villa Émeraude
Aaiko saß gemeinsam mit Sincia auf dem Sofa der Finca, während sie die Babykleidung sortierten, die sie am Nachmittag in der Stadt gekauft hatten. Überall lagen kleine Strampler, winzige Söckchen und niedliche Kleidchen herum. Sincia hielt einen cremefarbenen Strampler mit passendem Kleidchen in den Händen und musste lächeln: “Meine Tochter trägt später wohl Mode von sämtlichen Planeten des Neuen Grenzland.” Aaiko lachte leise und betrachtete entzückt die kleinen Sachen. Sie konnte sich kaum daran satt sehen, wie winzig das alles war.

Die beiden Frauen hatten sich zwar erst auf der Hochzeit kennengelernt und sofort verstanden. Sincia mochte Aaiko unglaublich gern. Vor allem ihre Begeisterung und ihr Wissen über Musik faszinierten sie immer wieder. Gleichzeitig hatten beide fast denselben Geschmack, wenn es um Kleidung und Mode ging: “Und wann ist es bei euch so weit?”, fragte Sincia plötzlich frech und zwinkerte ihr zu. Aaiko erschrak sichtbar: “Was? … Oh nein… darüber haben wir noch gar nicht gesprochen.” kam es von Aaiko, Sincia begann sofort zu kichern: “Dann braucht er wohl noch Unterricht bei Colt.” Jetzt musste auch Aaiko lachen. Sincia hob neugierig eine Augenbraue: “Also würdest du Ja sagen?” Aaiko lächelte geheimnisvoll: “Vielleicht.” Daraufhin lachten beide erneut.
Schließlich stand Sincia langsam auf: “Ich mache uns noch ein leckeres Berry Wasser.” Aaiko nickte zufrieden und begann, die kleinen Babysachen ordentlich zusammenzulegen.
Jarr – Delegation
Das Dinner war beendet und die Wissenschaftler waren dabei, ihre Ausführungen an Hand von Bild und Videomaterial vorzutragen. Captain Lorenz hörte abermals aufmerksam zu, vielleicht war ihm auch etwas entgangen. Nach circa einer Stunde waren sie fertig. Lorenz begann mit seiner ansicht der Dinge, die Anderen hörten konzentriert zu und notierten sich einige Details: “Ich bin auf den Schluß gekommen, das wir diese fremde Technik nicht nachbauen sollten, nicht einmal ansatzweise, es wäre ein vorgreifen in unsere Entwicklung, Forschung, wenn nicht sogar Geschichte!”
Die Generäle sowie auch Saber nickten zustimmend. Der Einwand war durchaus nachvollziehbar, wurde einstimmig angenommen und galt damit offiziell als Bestandteil der weiteren Debatten. Captain Lorenz setzte sich wieder. Darauf ließ Saber seinen Blick kurz durch den Raum wandern, bevor er selbst aufstand. Mit wenigen Handgriffen legte er die technischen Daten der Waffe auf den großen Monitor, wo sofort die Projektionen und Berechnungen erschienen: “Ich bin ganz bei Ihnen, Captain Lorenz. Genau diese Gedanken haben mich in den letzten Tagen ebenfalls immer wieder beschäftigt.” begann er und Lorenz nickte den Schotten entgegen und nahm sich sein Tablet vor: “Jedoch bin ich letztendlich dafür, dass wir mit dieser Technologie auch eine Chance bekommen haben, das All schneller zu erforschen,denn laut Dr. Peaks, bräuchte man die Raumschiffe und auch zivile Raumgleiter nicht mehr alle ein bis zwei Wochen mit Antromiet auftanken sondern durch die Lumen-Energie, würden sie stets und ständig im Flug aufgeladen werden, auch in gebieten wo uns wenig Sonnenenergie zur verfügung steht. Das verringert nicht nur Kosten, sondern auch den Abbau von Antromiet Kristallen. Für die militärische Flotte des neuen Grenzlandes würde es bedeuten, dass sie bis zu zwei Wochen, wenn nicht länger im All unterwegs sein könnten.” und Saber machte eine kleine Pause und wartete auf Wortmeldungen, diese kam von seinem Vater: “Das klingt sehr schön, jedoch um diese Energie nutzen zu können, setzt es Tests voraus und trotzdem wäre es auch eine Waffe und diese soll nach angaben, als erstes sogar eingesetzt werden, da bin ich dagegen!” beendete Edward seine Wortmeldung.
Leises Tuscheln klang durch den Raum, begleitet von vereinzeltem bestätigendem Nicken, oder auch Kopfschütteln. Saber beobachtete aufmerksam die Reaktionen der Anwesenden und versuchte einzuschätzen, wie weit die Zustimmung tatsächlich reichte. König Jarred hörte sich die Diskussion derweil ruhig zurückgelehnt an, die Hände hatte er locker ineinandergelegt, während auch sein Blick aufmerksam zwischen den Offizieren wanderte. Der Highlander sah schließlich kurz zu Captain Hikari hinüber, ob dieser etwas ergänzen wollte. Doch der First Grad erwiderte den Blick vollkommen ausdruckslos. Ab und zu machte er sich einige Notizen, hörte jedoch jedes einzelne Wort aufmerksam mit.
“Natürlich, Sir”, nickte Saber seinem Vater zu und setzte seinen Vortrag fort: “Was diese Waffe betrifft, bin ich zwiegespalten”, gab er zu und im Raum wurde es sofort stiller: “Auf der einen Seite hätten wir damit etwas, das uns im Kampf gegen die Outrider vermutlich entscheidend zum Sieg verhelfen könnte. Ganz abgesehen davon, dass wir mit dieser Technologie möglicherweise die beschädigte Materie heilen oder zumindest stabilisieren könnten.” und Saber atmete kurz durch, bevor seine Stimme ernster wurde: “Die Kehrseite der Medaille ist .. und da bin ich vollkommen bei Captain Lorenz. Gerät diese Waffe in die falschen Hände, sprechen wir von einer Gefahr in einem Ausmaß, das sowohl die Sicherheit des Neuen Grenzland als auch die der Erde massiv bedrohen könnte.” Und für einige Sekunden blieb es still.
Dann legte Captain Hikari langsam sein Tablet zur Seite: “Danke, Major Lancelot.” sagte er und erhob sich von seinem Platz. Saber ließ den Blick noch einmal durch die Runde wandern, bevor er sich wieder neben Lorenz setzte.
Dangerfield – Motel
Colt lud die letzte der drei großen und ziemlich schweren Transportkisten vom Pickup und schleppte sie ins Motelzimmer. Und stellte sie mit einem hörbaren Ächzen schließlich ab: “So… das war die Letzte!” sagte er und wischte sich über die Stirn. Joshua war sofort Feuer und Flamme und kniete sich direkt vor die erste Kiste: “Was ist da drin?” wollte er wissen und klopfte dagegen: „Vermutlich hauptsächlich Kram, den ich nicht wegwerfen konnte”, antwortete Colt grinsend und öffnete die erste Kiste und begann darin herumzuwühlen. Nach wenigen Sekunden zog er plötzlich überrascht ein altes Buch hervor: “Hey… da ist es ja!” freute er sich und reichte es an Robin weiter, die schmunzelnd den abgenutzten Einband betrachtete: “A Duck Named Thursday?” fragte sie und öffnete das Buch. Colt nickte: „Ja, Donnerstag ist der schönste Tag in der Woche …” erklärte er. Robin schmunzelte, als sie über die Bilder blickte und wollte das Buch unbedingt für ihren Sohn behalten.
Joshua hingegen lugte inzwischen tiefer in die Kiste hinein und begann plötzlich laut zu lachen: “Haha, und wer ist DAS denn?!” fragte er und wedelte mit einem braunen Teddy, dessen Fell an mehreren Stellen bereits dünn geworden waren. Colt erstarrte kurz. Robin sah auf und Colt nahm Joshua den Teddy ab: “Das ist Bobby… und er mag es überhaupt nicht, so geschüttelt zu werden.” mahnte er den 9 jährigen: “Du hattest einen Teddy”, fragte Joshua begeistert. Colt nickte: “Natürlich, jeder kleine Cowboy braucht Unterstützung”, murmelte Colt trocken und musterte seinen kuscheligen Freund.
“Awwww…”, machte Robin und legte ihren Kopf vor der Rührung leicht schief … Und nein! Diesmal waren es tatsächlich nicht ihre Hormone. Liebevoll und etwas amüsiert beobachtete sie ihren Cowboy, der plötzlich erstaunlich vorsichtig begann, den alten Teddy vom Staub zu befreien. Joshua rollte mit seinen Augen: “Aber jahrelang in einer Kiste liegen, mag er, oder was?” Robin fischte einem Buch, das aussah wie ein Notebook und schlag es vorsichtig auf, es waren tatsächlich handschriftlich aufgeschriebene Geschichten. Als sie begann zu lesen, hörte sie kurz ehrfürchtig auf und blickte auf: “Das ist ein ganz besonderes Tagebuch!” sprach sie leise vor sich und beobachtete Colt.

“Kann ich das haben?” fragte der Joshua, der ein altes Captain Kux Buch gefunden hatte, die Bände gab es heute noch und dieses Abenteuer des Piraten kannte Joshua noch nicht: “Klar!” kam es von Colt, der kurz aufgeschaut hatte und weiter kramte. Joshua stand auf, er wollte es gleich lesen und ging in den Nebenraum, wo er seine Ruhe hatte, sollten doch Robin und Colt die Kisten weiter durchwühlen! Dachte er sich und schloss die Tür.
“Davon kann auch vieles weg, den Rest werde ich nach Yuma schicken und im Keller verstauen.” murmelte Colt, während er die zweite Kiste durchwühlte. Robin las weiter in dem Tagebuch: “Bill brachte ein Entenküken mit nach Hause und schlief drei Nächte neben seiner Kiste auf dem Boden, damit es nicht allein war. Er behauptete steif und fest, echte Cowboys müssten auch baby Enten retten. Gary lachte etwas darüber, doch ich weiß ab jetzt, dass ich keine Angst davor habe, was aus Bill einmal werden wird.” … las Robin sanft vor. Colt hielt mitten in seiner Bewegung inne und setzte sich langsam neben seine Frau auf das Sofa, während sein Blick auf das alte Tagebuch in Robins Hand hängen blieb. Robin klappte das Buch schließlich vorsichtig wieder zu und legte es behutsam auf den Tisch.
“Sie hat dich sehr geliebt”, sagte Robin leise und Colt nickte bestätigend: „Sie hat dich wirklich gesehen, so wie du heute die Menschen um dich herum wahrnimmst… das hast du bestimmt von ihr.“ War sich die Blondine sicher. Colt lächelte warm und sah weiter auf das Buch: “Ja… sie konnte unglaublich gut zuhören.” Robin nickte sofort: “Genau wie du.” Da grinste Colt wieder leicht frech: “Tja… die Lauscher sind eben auf Dauerempfang.” sagte er und Robin musste lachen und zog sanft an einen der besagten Lauscher und flüsterte: “Ich liebe dich”, hinein. Colt grinste zufrieden: “Siehst du? Das habe ich gehört.” und zog Robin in seine Arme und sie lehnten sich gemeinsam auf dem Sofa zurück.
Jarr – Hôpital
Fireball und April rannten durch die große Empfangshalle des Krankenhauses. Eigentlich hatten die beiden gerade Feierabend machen wollen, als plötzlich Aaikos Anruf gekommen war. Etwas war mit Sincia und ausgerechnet Saber war nicht erreichbar. Fireball wusste, dass der Schotte irgendwo auf Jarr in einem Gremium festsaß. Und wenn es wirklich schlecht lief, konnte das Ganze noch Stunden oder sogar Tage dauern.
Fireball bremste viel zu schnell vor der Information ab und schlitterte den letzten Meter über den glatten glänzenden Boden, bevor er sich am Tresen abfing. April erreichte ihn nur wenige Sekunden später. Nachdem ihnen der Weg erklärt worden war, liefen sie sofort weiter zur Station, wo Aaiko bereits nervös vor dem Bereich wartete: “Was ist passiert?” fragte April besorgt, außer Atem. Aaiko sah beide an: “Sie wird gerade untersucht.” sagte sie: „Sie hatte plötzlich Schmerzen bekommen und hat sich den Bauch gehalten.” April wurde sofort blass und hielt sich erschrocken ihre Hand vor den Mund: “Gut, dass du bei ihr warst”, sagte Fireball ruhig und zog Aaiko kurz in seine Arme. April hielt sich nervös die Hände vors Herz. Die Sorge um Sincia und dem Baby stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Fireball berührte die Blondine kurz an der Schulter und zeigte ihr einen Platz an: “Setzen wir uns erstmal”, schlug er schließlich vor und deutete auf den Wartebereich.
Und ging direkt zum Getränkeautomaten und zog für jeden eine Flasche Wasser. Zwischendurch versuchte er immer wieder, Saber zu erreichen. Doch die Verbindung wurden durch ein Abfangsignal blockiert. Und mit jedem weiteren erfolglosen Versuch wurde sein Blick ernster.
“Haben Sie den Ehemann erreicht?” fragte der Arzt ernst: “Wir versuchen es die ganze Zeit”, antwortete Fireball sofort: “Bitte, Doctor… was ist mit ihr? Geht es dem Baby gut?” wollte April mit zitternder Stimme.
“Wir sind ihre Freunde und möchten sie nicht alleine lassen, bis ihr Mann hier ist”, ergänzte Aaiko besorgt. Der Arzt sah die drei jungen Leute vor sich schweigend an: “Ohne Einverständnis kann ich das eigentlich nicht zulassen.” Darauf trat Fireball einen Schritt näher: “Der Ehemann Ihrer Patientin ist Major Richard Lancelot. Er befindet sich momentan mit dem Militärstab auf Jarr bei einer Besprechung mit König Jarred. Das kann noch Stunden dauern… im schlimmsten Fall Tage.” klärte er dem Arzt auf, ohne zu viel zu verraten: “Und glauben Sie mir, er würde wollen, dass wir bei ihr bleiben. Oder fragen Sie Mrs. Lancelot einfach selbst.”
Der Arzt musterte ihn einen Moment länger, bevor er schließlich langsam nickte: “Das wäre eine große Ausnahme. Sollte Mrs. Lancelot es nicht wünschen, müssen Sie die Station sofort verlassen.” Alle drei nickten. Und der Arzt ging wieder auf die Station, um Sincia selbst zu fragen: “Na geht doch.” kam es darauf von Fireball: “Ihr kümmert euch hier um Sincia und ich versuche weiter, Richard zu erreichen”, sagte schließlich und verließ das Krankenhaus.
April und Aaiko sahen sich kurz an. Danach warteten beide schweigend darauf, endlich zu Sincia zu dürfen.
Jarr – Gremium
Nach Stunden voller Debatten, Vorträgen und Diskussionen entschied man schließlich, eine Pause einzulegen.
“In dieser Zeit kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Danach möchte ich wissen, wer grundsätzlich für den Einsatz dieser Waffe ist… und wer nicht”, teilte Captain Hikari den Anwesenden mit” Dabei ließ er seinen Blick noch einmal durch die Runde gleiten. Anschließend sah er auf seine Uhr, nickte knapp zu und verließ den Meetingraum. König Jarred erhob sich ebenfalls: “Meine Herren.” und zog sich zurück. Lorenz hingegen ließ sich demonstrativ tiefer in seinen Stuhl sinken und streckte seine Beine unterm Tisch aus.
Edward nickte seinem Sohn kurz zu, bevor beide gemeinsam den Raum verließen. General Masaki verabschiedete sich ebenfalls höflich. Wenig später blieb der große Konferenzraum beinahe still und leer zurück. Nur Sergeant Smithny und Captain Lorenz saßen noch dort.
April umarmte sie blasse und völlig erschöpfte Sincia vorsichtig. An ihrem Arm hing ein Tropf, während ihre geröteten Augen verrieten, wie viel sie bereits geweint hatte.
Aaiko reichte der jungen Kindergärtnerin behutsam einen feuchten, kühlen Waschlappen. Dankbar nahm Sincia ihn entgegen und legte ihn sich leicht zitternd gegen die Stirn. April strich ihr beruhigend über den Arm: “Fireball versucht wirklich alles, um Richard zu erreichen. Wir bleiben bei dir, bis er da ist. Versuch ein bisschen zu schlafen, okay?” sagte April sanft, schließlich war es bereits 1 Uhr Nachts. Sincia nickte schwach. Doch kaum hatte sie sich etwas beruhigt, liefen ihr bereits wieder dicke Tränen über das Gesicht.
Fireball saß im Taxi und wählte beinahe pausenlos Saber an. Immer wieder sprang die Verbindung weg oder brach sofort ab.
Als das Fahrzeug endlich hielt, stürmte er sofort aus dem Taxi und rannte ins Haus. Im Flur stolperte er, während er sich hastig die Schuhe von den Füßen streifte und praktisch die Treppe hinauf flog: Shinji, was ist los? Ist etwas passiert?” kam Hitomi besorgt aus dem Schlafzimmer, nachdem sie den Krach gehört hatte und gesehen hat, wie er völlig außer Atem ins Haus gestürzt war. Doch Fireball antwortete nicht direkt. Im Büro seines Vaters angekommen, fuhr er hektisch dessen PC hoch und versuchte sofort, auf die Cloud des First Grad zuzugreifen. und verzog nur Sekunden später frustriert sein Gesicht: “Mist… alles dreifach codiert!” fluchte er und versuchte es erneut, während er gleichzeitig weiter versuchte, Saber oder seinen Vater zu erreichen: “Shinji!” Fireball tippte weiter und sah erst jetzt zu seiner Mutter auf, die in der Tür stand: “Entschuldige, ich wollte dich nicht wecken!” sagte er und tippte weiter: “Was ist los?” fragte Hitomi nun zum bestimmt dritten Male und deutlich ernster.
“Sincia ist im Krankenhaus… das Baby…”, war alles, was Fireball hektisch herausbrachte. Und schon war er wieder auf dem Weg nach unten: “Kann ich irgendwie helfen?” lief Hitomi ihm sofort hinterher. Fireball zog sich hastig seine Schuhe an. Doch plötzlich hielt er inne und sah auf. Ihm war da gerade etwas eingefallen und sah seine Mutter grinsend an: “Ja!”
Hitomi stemmte sofort die Hände in die Hüften und wartete gespannt darauf, was ihr Sohn nun von ihr wollte.
Was geschieht mit den Informationen, die du heute hier zu hören bekommst?, wollte Saber schließlich wissen. Edward antwortete nicht direkt und sie liefen beide eine kleine Weile schweigend durch die langen Gänge der Villa, während draußen durch die hohen Fenster das Mondlicht fiel. Ihre Schritte hallten ruhig über den Marmorboden, und irgendwo in der Ferne war leises Geschirrklirren zu hören.
Edward verschränkte schließlich seine Hände hinter dem Rücken: “Das Gremium steht unter TSID.” sagte der ältere Schotte. Saber nickte: “Also wird niemand etwas erfahren!” stellte Saber fest. Edward nickte: “Von allen bisherigen TS Informationen, die ich in meinem Leben bekommen habe, ist diese jedoch die brisanteste!” gab er zu: “Wie oft?” fragte Saber seinen Vater. Edward sah zu seinem Sohn: “Es ist das vierte Mal, dass ich bei einem TSID Gremium dabei bin, aber bei keinem ging es um so eine Sache!”
Sie gingen die Treppe hinunter: “Und du schweigst bis heute.“ Edward nickte: “Ja und ich werde es auch niemals erzählen, nicht einmal dir!” Saber verstand: “Natürlich Vater, das sollte keine Aufforderung sein!” Edward grinste: “Das weiß ich, mein Junge!” sie erreichten die Lobby: “Gehen wir nach draußen, um frischen Sauerstoff in unsere Köpfe zu bekommen!” schlug Edward vor. Saber war einverstanden und öffnete sich die oberen Knöpfe seiner Uniformjacke. Die MP´s salutieren den beiden nach und sie gingen auf den beleuchteten Weg im Park. Es war bereits dunkel, die Uhr schlug schon 1 Uhr 30 und vermutlich würde das hier bis in die frühen Morgenstunden gehen.
Hinter ihnen hielt eine schwarze Limousine. Im Augenwinkel nahmen sie wahr, dass aus dieser Prinz Roland und eine Begleitung ausstieg: “Was hat das zu bedeuten?” fragte sich Saber, der kurz stehen blieb und doch wieder gemeinsam mit seinem Vater Richtung Villa ging.
Im hellen Licht des Eingangsbereiches erkannte er tatsächlich seinen Piloten. Und er zog seine Augenbrauen zusammen und ging schneller auf Fireball zu. Fireball sah sich um und rannte direkt auf den Schotten zu, als er ihn am Eingang erblickte: “Richard, es ist etwas mit Sincia!” fiel er direkt mit der Tür ins Haus. Saber und Edward wurden schneller nach dem gehörten: “Was, was ist mit ihr?” fragte er besorgt und verlor beinahe seine Fassung: “Sie hatte Schmerzen, ich habe seit Stunden versucht, dich zu erreichen!” Saber sah auf seine Uhr. “Wo ist sie?” fragte Edward genauer nach: “Im Jeran´d Hospital.” antwortete Fireball den älteren. ,
Captain Hikari lief eilig die Treppen hinunter, als er sah, dass sein Major schon Bescheid wusste, ging er langsamer auf die Gruppe zu. König Jarred folgte ihm mit Prinz Roland: “Sir, meine Frau …” Hikari unterbrach Saber: “Gehen Sie, wir setzen das Meeting erneut auf morgen Mittag an!” Saber nickte: “Danke, Sir!” und er verließ die Lobby und stieg in die Limousine. Fireball sah sich um, Saber war weg und er hatte eigentlich hier auch nichts zu suchen und ging zum Ausgang.
“Shinji!” wurde er zurückgerufen. Fireball atmete aus und ließ seine Schultern hängen: “Mist!” dachte er sich und drehte sich um: “Ja, … Ja, Sir?” berichtigte er sich schnell, als er die umstehenden Generäle erblickte, die ihn streng ansahen. Sein Vater kam auf ihn zu und zeigte ihn an, mit ihm in einen Nebengang zu gehen. Als sie außer Sicht und Hörweite waren, fragte Shinjiro: “Wie um alles in der Welt?” Weiter brauchte er nicht sprechen, da begann sein Sohn schon zu erzählen: “Aaiko war bei Sincia, als es passierte, seitdem versuche ich dich oder Richard zu erreichen und…”, er machte eine kleine Pause, sein Vater sah ihn weiter erwartungsvoll an: “Da fiel mir Prinz Roland ein, er würde bestimmt König Jarred erreichen können, oder wüsste wie und wo und, ja, es hat geklappt!” Shinjiro verschränkte seine Arme vor der Brust und musterte seinen Sohn skeptisch: “Woher weißt du, wie man mit Prinz Roland privat Kontakt aufnimmt?” Fireball sah sich um: “Nun, ich habe das Büro…” Er wurde unterbrochen: “Woher?” Fireball atmete aus: “Von Mutter.” gestand er und Shinjiro schüttelte langsam mit seinen Kopf und stieß seinen Sohn leicht mit einem Finger gegen die Stirn und ging weiter.
„Es war wichtig, Richard muss zu Sincia, ich weiß selbst noch nicht, was mit ihr oder dem Baby ist, ist das nicht gerade wichtiger als …” erklärte er, als er seinem Vater nachging. Shinjiro drehte sich um: “Ja!” sagte er knapp und es zeichnete sich ein kleines Lächeln auf dessen Lippen: “Alles richtig gemacht!” Fireball musterte seinen Vater und grinste: “Gut, wie komme ich jetzt hier weg und worum geht es hier eigentlich?” fragte er und sah sich genauer um. Shinjiro bog in den nächsten Gang, der wieder zur Lobby führte: “Das geht dich nichts an und dank dir, brauchen wir morgen eine neue Location!” teilte Shinjiro seinen Sohn mit.

Sie kamen wieder in der Lobby an: “Tzz, als ob ich etwas verraten würde!” murmelte Fireball und sein Vater blieb darauf sofort stehen und sah ihn an: “Genau deswegen!” und sie gingen auf die bereits versammelten Männer zu. Fireball rollte mit seinen Augen: “Ich würde gar nichts verraten!” dachte er sich und folgte seinem Vater.
“Meine Herren… First Lieutenant Shinji Hikari. Mein Sohn”, stellte Captain Hikari Fireball vor und hielt ihn dabei kurz an der Schulter. Fireballs Augen wurden, denn plötzlich richteten sich sämtliche Blicke auf ihn. Was macht man jetzt eigentlich? Händeschütteln? Salutieren? Beides? Gar nichts?! Schoss es Fireball schnell durch seinen Kopf und war für einen kurzen Moment vollkommen überfordert. Und entschied sich für das allgemeine Salutieren und war sich dabei ziemlich sicher, jeden Moment einfach in Ohnmacht zu fallen. Captain Lorenz grinste inzwischen breit. Edward hingegen nickte ruhig. Immerhin kannte er den Jungen Hikari von der Hochzeit seines Sohnes und auch so hatte er bereits einiges über den Sohn des First Grad gehört und trat an den jungen Mann heran: “Vielen Dank für Ihren Einsatz, First Lieutenant”, sagte der General höflich und reichte Fireball anschließend seine Hand.
Für einen kurzen Moment wirkte Fireball so, als müsste sein Gehirn die Situation. Immerhin war es Sabers Vater und nahm die Hand des Schottischen Generals und entschied sich für ein Nicken. General Masaki musterte den Sohn des First Grad da schon mit anderen Augen. Master Sergeant Smithny kannte den Sohn noch vom Generals Dinner und nickte ihm deshalb freundlich und deutlich entspannter zu. König Jarred bekam die Nachricht zugetragen, dass die Limousinen in den nächsten Minuten eintreffen werden, um die Delegation wieder ins Gästehaus zu bringen.
Jarr – Sincia
Saber öffnete die Tür des Krankenzimmers so leise wie möglich. Schließlich war es mitten in der Nacht und selbst das Licht des Flures wirkte beinahe zu laut für diese stille Atmosphäre. Aaiko und April sahen müde aber erleichtert auf, als der Schotte ins Zimmer tra: “Sie ist endlich eingeschlafen”, flüsterte April leise. Saber nickte den beiden zu: “Danke”, flüsterte er und ging langsam zum Bett hinüber. Aaiko und April verließen daraufhin das Zimmer und ließen die beiden allein.
Saber zog seine Uniformjacke aus und löste den Krawattenknoten und die ersten drei Knöpfe seines Hemdes. Er hatte das Gefühl endlich wieder atmen zu können und beugte sich über Sincia und gab ihr einen Kuss auf ihre Stirn. Dann setzte er sich, mit der Nachtschwester, hatte er schon gesprochen. Sincia hatte Wehen bekommen, wahrscheinlich war die Aufregung der letzten Wochen doch nicht so spurlos an seiner Frau vorbeigegangen. Mit dem Baby, war alles in Ordnung, aber Sincia hat strenge Bettruhe verordnet bekommen. Er lehnte sich im Stuhl zurück, streckte seine Beine aus und rieb sich seine müden Augen. Die Anspannung der letzten Stunden fiel langsam von ihm ab. Da spürte er, wie es über ihn kam, sein Oberkörper bebte und Tränen stiegen in ihm auf. Er hielt sich weiter seine Augen und atmete immer wieder tief ein, doch den emotionalen Ausbruch konnte er nicht mehr stoppen.
Nach einigen Minuten atmete Saber tief ein, versuchte seine Gedanken zu ordnen, um wieder klar zu werden. Er musste jetzt stark für Sincia sein, damit sie sich erholen konnte. Die Nachricht, um den Zustand seiner Frau, hatte ihm deutlich gemacht, wie schnell aus Freude und Hoffnung pure Angst werden konnte. Doch genau deshalb durfte er jetzt nicht die Kontrolle verlieren. Langsam strich er seiner schlafenden Frau über die Hand. Die letzten 12 Wochen würden sie nun auch noch schaffen. Und dann ihre Tochter in den Armen halten.
“Richard, du bist hier, aber wie?” Saber stand auf und strich Sincia sanft über ihren Kopf: “Schüü, das ist jetzt egal“, flüsterte er.. “Unserer Tochter geht es gut, schlaf jetzt weiter, du musst wieder zu Kräften kommen, ich bleibe!” beruhigte er sie. Sincia nickte, sie hatte so viel geweint, dass sie keine Kraft mehr hatte, etwas zu sagen, dass Saber da war, gab ihr jetzt Sicherheit und sie fiel wieder in einen tiefen traumlosen Schlaf.

Texas – Dallas
Robin, Colt und Joshua erreichten Dallas, wo sie die letzten vierundzwanzig Stunden ihrer Reise verbringen würden, bevor es zurück nach Yuma ging.
Am frühen Morgen waren sie noch von einem sehr kleinen nationalen Flughafen gestartet, nachdem schnell klar geworden war, dass sie mit deutlich mehr Gepäck zurückreisen würden, als gedacht. Vor allem die Kisten aus Colts Vergangenheit hatten ihre Reisepläne etwas verändert. Nun saßen sie in einem kleineren Linienflugzeug und waren im Landeanflug auf Dallas. Schon der Überflug über die Millionenstadt beeindruckte, gläserne Hochhäuser, breite Highways und die scheinbar grenzenlose Ausdehnung der Stadt zogen unter ihnen vorbei. Es war der vollkommene Kontrast zu Dangerfield, aus das sie kamen.
Joshua klebte fast mit der Nase am Fenster und entdeckte immer wieder neue Dinge, die er begeistert seiner Schwester und Colt zeigte. Doch insgeheim hoffte er auf einen Vergnügungspark. Robin hingegen wollte sich unbedingt die Stadt ansehen und das Leben in Dallas erleben. Und Colt hatte vor, die Militäreinrichtung zu besuchen. Schließlich war er damals nach der Vereidigung von Colonel Mc Graeff eingeladen worden. So hatte jeder seine eigenen Pläne im Gepäck, die in 24 Stunden irgendwie realisiert werden mussten.

Joshua und Robin hatte Colt zunächst im Hotel abgesetzt. Robin sollte sich nach dem Flug, auch wenn er sehr kurz gewesen war, ausruhen und später gemeinsam mit Joshua eine kleine Stadttour machen. Und wie Colt seine Frau kannte, würde daraus früher oder später ohnehin eine Shoppingtour werden: “Armer Josh…”, dachte Colt grinsend vor sich hin, denn insgeheim war er ziemlich froh, davon verschont zu bleiben.
Jetzt plante er im Taxi, den Abflug, denn auch dieser hatte sich verändert und würde direkt ins königreich Jarr gehen, hatte ihn Fireball mitgeteilt. Und dort bräuchte seine Familie eine Bleibe.
Das Taxi hielt vor der Base, denn einfahren durfte es nicht, Colt stieg aus, setzte sich seinen Hut auf und sah sich um.
“Mr. Wilcox, schön, Sie in der Heimat begrüßen zu dürfen!”, freute sich Colonel Mc Graeff und reichte dem Cowboy die Hand: “Danke, Sir, dass Sie sich Zeit nehmen”, erwiderte Colt höflich den Gruß: “Was verschlägt Sie nach Dallas? Ich hoffe doch Urlaub?”, fragte der Colonel, der vllt 10 Jahre älter als Colt war, mit einem leichten Grinsen und deutete dem Scharfschützen einen Platz an. Colt nahm seinen Hut ab und setzte sich: “Ja, Sir, Dallas ist eben immer einen Besuch wert.” Mc Graeff nickte zustimmend, doch dann wurde sein Blick etwas fester: “Ich wollte Ihnen außerdem noch persönlich sagen, dass die Delegation sehr stolz darauf ist, dass Sie die USA innerhalb der Ramrod Einheit repräsentieren.” Colt hob überrascht seine Augenbrauen, solche wertschätzenden Worte hatte er schon lange nicht mehr gehört und Colt grinste darauf leicht verlegen und lehnte sich etwas zurück: “Danke, Sir. Die Ehre liegt ganz auf meiner Seite.” und Mc Graeff fuhr weiter fort: “Unter anderem ist mir zu Ohren gekommen, dass Sie der beste Schütze des Neuen Grenzland sein sollen.” – “Den Titel müsste ich wohl bald mal wieder verteidigen“, sagte er und nahm von dem bereitstehenden Wasser.
“Wir hätten Sie übrigens ebenfalls gerne hier bei uns gehabt“, fuhr Mc Graeff fort: “Aber ich denke, Sie sind mittlerweile genau dort, wo Sie hingehören.” war der Colonel sich sicher, wenn auch mit etwas bedauern, schließlich ist es immer sehr bedauerlich, wenn gute Offiziere zum Beispiel ins Neue Grenzland gingen, zwar unter der Flagge ihren Dienst taten, doch fehlten sie vor Ort. Daraufhin wurde Colts Blick für einen kurzen Moment nachdenklicher.

Mc Graeff stand auf: “Kommen Sie, ich zeige Ihnen unsere Basis!” Der Lockenkopf folgte dem Colonel: „Na, gerne doch!” und sie verließen das Büro: “Ich habe gehört, der neue Friedenswächter ist bereits im Einsatz.” Colt setzte sich seinen Hut wieder auf: “Ja, und der große Cowboy ist schnell und protzt nur so vor Pferdestärken!” gab er auskunft. Der Colonel lachte: “Und sie sind erster Offizier an Bord!” Colt nickte und sah sich auf dem hellen Beton Platz um, drei Fahnen wehten und stiegen in einen Jeep.
“Sie wissen ganz schön gut Bescheid, Sir”, bemerkte Colt mit einem schiefen Grinsen. Colonel Mc Graeff grinste breit zurück und setzte den Wagen in Bewegung: “Wir fahren jetzt zu den Geschützen. Und glauben Sie mir gute Männer behält man besser im Auge. Also falls Sie irgendwann Unterstützung brauchen sollten, wenden Sie sich ruhig an mich.” Colt nickte, hielt während der Fahrt seinen Hut fest und sah sich interessiert auf dem weitläufigen Militärgelände um.
Gerade marschierte eine Einheit Soldaten über den Exerzierplatz. Vorneweg lief ein Sergeant, der lautstark den Takt vorgab, während die Truppe den Chor im Gleichschritt beantwortete.
“Unser Sergeant ist sehr groß!”
“Ja, unser Sergeant ist sehr groß!”
“Macht große Schritte bis zum Tor!”
“Wir nur kleine, denn unser Sergeant ist ja groß!”
Colt starrte die marschierenden Soldaten einige Sekunden an… und begann dann breit zu grinsen: “Genial.” sagte er. McGraeff hob amüsiert eine Augenbraue: “Das führe ich im Oberkommando ein!”, verkündete Colt begeistert. Jetzt musste selbst der Colonel lachen: “Manche Chöre sind deutlich schlimmer. Das hängt meistens von der Laune des Sergeants ab.”
Colt nickte anerkennend und zuckte mit einer Schulter: “Wer weiß, vielleicht sollte ich doch nochmal umsatteln.” – “Als Sergeant, kann ich sie mir tatsächlich gut vorstellen, Wilcox! ”, kommentierte McGraeff trocken. Colt lachte nach demgehörte kurz auf. Was der Colonel gehört hatte: „Glauben sie mir Wilcox, sie sind jemand, den man im Kampf an seiner Seite haben möchte..“ sagte er während er Wagen hinter neben einem Hangar parkte.
Jarr – Villa Hikari
”Shinji!”, hallte es laut durchs Haus.
Fireball riss erschrocken seine Augen auf und verschluckte sich im selben Moment prompt an der schäumenden Zahnpasta in seinem Mund.

Hustend griff er panisch nach dem Glas Wasser, während er versuchte, gleichzeitig zu atmen und nicht zu ersticken. Doch noch bevor er sich wieder halbwegs gefangen hatte, wurde seine Badezimmertür aufgerissen. Und sein Vater hielt ihm kommentarlos seinen Communicator entgegen. Fireball sah seinen Vater erschrocken an und wischte sich den Schaum vom Mund. Für einen kurzen Moment herrschte absolute Stille. Natürlich tat sich auch diesmal nicht der Boden auf. Schnell spülte er sich den Mund aus und blickte langsam zur Tür, wo sein Vater, immer noch auf eine Erklärung wartete: “Ja, also…“, bebann er… „Also am PC benötigst du auch einen neuen Code.” erklärte er. Shinjiro ging zwei Schritte auf seinen Sohn zu, der in Shorts und noch nassen Haaren vor ihm stand, und sah ihn ernst und fordernd an: “Du wolltest mich hacken?” fragte er nicht, er stellte es eher fest. Fireball trat einen Schritt zurück und sah sich um: “Nun ja, ich habe es auch geschafft”, gab er zu und Shinjiro fiel fast alles aus seinem Gesicht .. Doch Shinji hob beschwichtigend seine Hände: “Aber das Gelände war abgeschirmt!” erklärte er vorsichtig weiter, in der Hoffnung, das würde als Erklärung genügen.
Shinjiro wich keinen Millimeter von seinem Sohn an und nickte nach dem Gehörten stumm und sprach fordernd: “Sag mir den Code!” Fireball hob seine Augenbrauen: “Nur wenn du versprichst, nicht auszuflippen!” Shinjiro kniff seine Augen zusammen und atmete tief ein: “Ich flippe bereits, sprich!” forderte er erneut, ja fast drohend: “1”, begann er vorsichtig und Shinjiro nickte zuhörend… “2, 3,”, und Fireball wurde mit jeder Zahl immer leiser… “4!”
Shinjiro sah seinem Sohn weiter fest in die Augen, änderte aber nichts an seiner Haltung und tippte den unfassbaren Code in seinen Communicator, dieser entsperrte sich darauf sofort.
Shinjiro richtete sich auf und musterte seinen Sohn: “1, 2, 3, 4?” fragte er vorsichtshalber nochmal nach … Fireball nickte, Shinjiro trat zwei Schritte zurück und verließ stumm das Badezimmer. Fireball atmete hörbar aus und machte die Tür wieder zu und schloss ab: “Am PC, 5, 6, 7, 8!” rief er und kniff seine Augen zusammen. “SHINJI!” schallte es erneut durchs Haus. Fireball zog seinen Kopf ein.
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