“Wer hat Sie befugt, die Ramrod-Infantrie auszulösen, Lieutenant?“ fragte Captain Hikari ernst und sah Fireball dabei fest in die Augen. Fireball biss sich innerlich auf seine Lippen, sagte aber nichts. “Wie lautete ihre Anweisung?” wollte der Captain jetzt wissen. Fireball atmete tief ein: “Kurs auf 56W7O, Sir.” antwortete er. “Lag ihnen der Kurs vor?” hakte Captain Hikari weiter nach. Fireball nickte: “Ja, Sir!” sagte er fest und kniff seine Augen zusammen. “Von wem haben Sie die Anweisung bekommen, Lieutenant?” Colt, der neben Fireball stand, warf darauf ein: “Sir, es war die beste Gelegenheit, den Renegade …” Captain Hikari hob seine Hand und zeigte Colt damit an, dass er still sein sollte: “Zu ihnen komme ich auch gleich, First Lieutenant Wilcox!” sagte er, ohne Colt dabei anzusehen. Colt war entnervt, nicht nur der Kampf steckte ihm noch in den Knochen, auch wollte er das hier so schnell wie möglich beenden und zu Robin und Joshua. “Nein Sir, es war die schnellste und beste Gelegenheit, den Renegade zu zerstören.” korrigierte sich Colt seinen Satz. Captain Hikari wandte sich nun doch dem Cowboy zu: “First Lieutenant, sie haben immer zu allem etwas zu sagen, grätschen sie noch einmal quer, lasse ich sie alle Waffenrohre von Ramrod mit einer Interdentalbürste reinigen!” warnte er. Colt holte gerade Luft, doch Hikari ließ ihn nicht einmal ansatzweise zu Wort kommen: “In der kleinsten Größe und glauben Sie ja nicht, dass ich scherze!” fixierte der Captain den Cowboy und wandte sich darauf wieder seinem Sohn zu.
“Wer ist ihr Vorgesetzter?” Fireball sah von Colt zu seinem Vater: “Major Lancelot, Sir!” Hikari nickte und sah zu Colt: “Und wer ist ihr befehlshabender Offizier, First Lieutenant Wilcox?” Colt fixierte den Captain und presste seine Lippen fest aufeinander und atmete tief ein: „Major Lancelot!” Hikari hob seine Augenbrauen. “Sir!” presste Colt noch hervor. „Gut, wo ist dann das Problem, First Lieutenant Wilcox, First Lieutenant Hikari?” und der Captain sah beide abwechselnd fragend an.
“Major!” übergab Hikari jetzt an Saber das Wort und ging zum Schreibtisch und lehnte sich dagegen. Saber nickte und trat einen Schritt nach vorn: “Ich werde das Verhalten meines Teams nicht rechtfertigen, Sir, sondern untersuchen.” Colt schüttelte leicht mit seinem Kopf, ein leises: “Pff” huschte über seine Lippen: “Was willst du, die Mission war erfolgreich, das ist es, was zählt!” warf Colt abermals sauer ein. Captain Hikari verschränkte seine Arme vor der Brust. Saber nickte Colt entgegen: “Darum geht es hier aber gerade nicht, es gab eine Strategie, in der es nicht nur uns gab, sondern auch weitere Einheiten.” versuchte Saber zu erklären. Colt winkte nur ab: “Wir waren weit genug entfernt! Und haben niemanden gefährdet.“ warf Colt darauf ein und stemmte seine Hände in die Hüften.
“Colt!” war es nun Fireball, der seinen Freund beruhigen wollte. “Was, Colt, du warst der gleichen Ansicht und jetzt nicht, oder wie?” wurde Colt gerade richtig Sauer und sah seinen Hombre neben sich an. Fireball bekam große Augen, was war mit seinem Freund jetzt los? “Natürlich und das bin ich immer noch!” stellte Fireball klar! Und blickte dann zu Saber und zu seinem Vater. Wandte sich dann gleich wieder Colt zu. “Aber wir haben jemanden in Gefahr gebracht!” Sprach Fireball jetzt ruhiger. Colt sah Fireball wütend in die Augen, doch Fireball hielt dem Blick stand. Dann hob der Cowboy nach einigen Sekunden seine Augenbrauen an: „Mist, verdammter!” fluchte er leise und wandte sich von seinen Freunden ab und atmete fast schmerzvoll tief ein. Tatsächlich hatten sich von den Outridern in einen Kampf hineinziehen lassen, weit draußen in einem unerforschten Teil des Universums. Einen Ort, an dem niemand wusste, was sie erwartete. Ihre Kennung war von sämtlichen Rasterortungen verschwunden. Wäre dort etwas schief gegangen, hätte sie niemand rechtzeitig finden können. Er schloss kurz seine Augen. Zum ersten Mal dachte er nicht mehr an den gewonnenen Kampf. Er dachte an Robin, an Joshua und an seinen ungeborenen Sohn. Und daran, wie knapp es gewesen war. Er hatte sich unüberlegt in Gefahr gebracht. Wenn dort draußen etwas passiert wäre, hätte er wissentlich seine hochschwangere Frau mit dem Baby allein zurückgelassen. Allein mit allem, was noch vor ihnen lag. Er griff sich mit einer Hand zwischen seine Augen und atmete langsam aus. Da spürte er eine Hand auf seinem Unterarm. April war zu ihm gegangen und blieb ohne ein Wort zu sagen neben ihm stehen.
“Nun, gut!” kommentierte Captain Hikari das Geschehen im Raum, es schien im Team angekommen zu sein und stieß sich vom Schreibtisch ab. Griff sich seine Jacke und ging zu Saber: “Was sie daraus machen, ist ihre Sache, Major!” und zeigte auf Colt und Fireball und drückte Saber die „Disciplinary and Punishment Regulation” in die Hand. Saber sah den Captain ernst an. “Nur zur Erinnerung!” erklärte Hikari. Saber atmete schwer aus: “Sir!” wollte Saber einlenken. Doch der Captain wollte nichts mehr hören: “Ich bin sicher, sie bekommen das hin, Major, schließlich sind sie das beste Team im Neuen Grenzland!” Saber zog seine Augenbrauen kaum merklich zusammen. “Auch sie befanden sich an Bord, oder wo waren sie mit ihren Gedanken, Major?” sprach der Captain leise weiter und blickte dann auf: “Sie haben hier noch etwas zu tun!” sagte er und verabschiedete sich.
Saber verharrte noch einige Momente in seiner Position und atmete tief ein und wandte sich wieder seinem Team zu.
Absatz #2
Die Nacht über Jarr war stürmisch und starker Regen prasselte unaufhörlich gegen die großen Fensterscheiben der Villa Émeraude und in der Ferne zerrissen immer wieder grelle Blitze den dunklen Himmel. Sekunden später folgte das dumpfe Grollen des Donners, das über die Stadt rollte. Nicht mehr lange, dann würde sich das Sommergewitter über Jarr entladen haben.
Saber saß allein auf dem Sofa im Wohnzimmer, obwohl er hundemüde war, fand er nicht in den Schlaf und nach Stunden des Hin und her wälzen, hatte er beschlossen aufzustehen. Das Licht war gedimmt, nur die kleine Stehlampe in der Ecke und das gelegentliche Aufflackern der Blitze erhellten den Raum. Vor ihm stand eine Tasse Kaffee, der längst kalt geworden war. Sein Blick ruhte auf dem Fenster. Normalerweise hätte er die Ruhe genossen. Das gleichmäßige Trommeln des Regens hatte etwas Beruhigendes. doch zu viel war in den letzten Tagen geschehen. Die Ereignisse auf Alamo, Eagles Ernennung und der letzte Angriff der Outrider. Und dabei kehrten seine Gedanken immer wieder zu denselben zwei Menschen zurück. Sincia und Sara. Ein besonders heller Blitz erleuchtete für einen Augenblick das Wohnzimmer. Saber lehnte sich nach vorn udn stierte auf sein Tablet.
Das vor ihm auf dem Couchtisch stand zusammen mit Unterlagen der letzten Schlacht. “Wir waren vom Raster verschwunden!” stellte er dabei immer wieder fest, egal wie oft er sich die Kennungsdaten ansah, er kam immer zum gleichen Ergebnis. Seine Ellenbogen hatte er auf seine Oberschenkel gestützt, mit einer Hand ging er sich durch seine Haare. Mit Sincia hatte er noch lange geredet, ihr ging es gut, so wie er es beurteilen konnte. Sie war zu der Zeit des Angriffes im Krankenhaus bei Sara gewesen und hatte erfahren, dass sie dort wirklich sicher waren.
Doch ihn beschäftigte vielmehr der kurze Rapport, der zum Schluss keiner gewesen war. Er hat danach mit seinem Team noch über eine Stunde gesprochen. Nachdem sich Colt wieder beruhigt hatte. Es ging in erster Linie nicht um die Rangordnung, oder die Befehlskette, die sein Team heute in einer entscheidenden Situation vollkommen ignoriert hatte. Er hoffte, er konnte Colt, Fireball und April klarmachen, dass es nicht um irgendwelche Befehlsstrukturen ging, sondern ausschließlich um ihre Sicherheit! Captain Hikari hatte ihnen einen sicheren Ort zugewiesen, einen auf dem Radar sichtbaren! Wo sie niemanden gefährden konnten und sie auch, falls es nötig gewesen wäre, schnell Hilfe bekommen hätten. Dort, wo sie waren, in einem sehr abgelegenen und dazu noch unerforschten Gebiet des Universums, hätte sie aufgrund der fehlenden Ortung niemand so schnell gefunden, oder überhaupt nicht.
Das “Disciplinary and Punishment Regulation“, welches er von Hikari bekommen hatte, kannte er auswendig, darüber grübelte er und zermarterte sich seinen Kopf. Es muss Konsequenzen geben, das war ihm klar. Fireball hatte eigenmächtig die Waffensysteme aktiviert und Colt eingesetzt. Alles ohne seine Zustimmung und das Ignorieren seiner zuvor festgelegten Anweisung. Er strich sich über seine Augen und stand auf, er würde es noch einmal mit dem Schlafen versuchen!
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Eine freundliche Männerstimme hallte durch den dunklen Saal: „Nenne uns bitte die IDs folgender Taktiken!“ Der vierzehnjährige Shinjiro kniff seine Augen zusammen und blickte in das grelle Licht des Scheinwerfers, der ihn so stark blendete, dass er niemanden im Saal erkennen konnte. Vor ihm lag das im Rednerpult eingelassene Tablet, hinter ihm wurden die verschiedenen Taktiken an der Wand angezeigt. „Wozu?“ fragte er schließlich. „Alle Taktiken sind gegliedert, überschneiden sich und besitzen je nach Einordnung unterschiedliche IDs.“ Er hörte, ein zufriedenes Schmunzeln: „Sehr gut“, antwortete die Stimme. „Dann nennen wir dir die Gliederung und du gibst uns die allgemeine Listung.“ Shinjiro zuckte leicht mit einer Schulter. Er fand diese Art von Fragen merkwürdig. „Liniartaktik?” fragte der Mann und Shinjiro antwortete, ohne lange darüber nachzudenken: „TPW-67“, dann fragte man: „Defensive Raumkeilformation?“ Antwort: „TPW-12.“ weiter ging es mit dem: „Gestaffelte Flankenbewegung?“ Shinjiro antwortete: „TPW-41.“ so ging das spiel noch einige Minuten hin und her, dann wurde es für einen Moment still.
Und Shinjiro blickte erneut in das Licht des Scheinwerfers und versuchte dem Auszuweichen. Er wusste nicht, wer dort alles im Dunkeln saß. Er wusste nur, dass sie ihn beobachteten. „Interessant“, sagte schließlich dieselbe Stimme.
“Wo und wann wurden die ältesten von ihnen eingesetzt und gelangten somit nicht in Vergessenheit?“ wollte die freundliche Stimme weiter wissen. “Es war die Infanterietaktik der Französischen Revolution!” führte der Junge aus und sah vor sich ins Licht, er erkannte, dass die Anwesenden sich zu nickten. “Allerdings …” begann er nach einem kleinen Moment … “Ja?” fragte eine andere Stimme. Shinjiro holte kurz Luft: “Sie geriet nach der Französischen Revolution in den Hintergrund und wurde erst 50 Jahre später durch die Aufzeichnungen von Marquis de La Fayette bekannt, so wurde sie bereits mehrmals danach im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt und immer wieder verbessert, bis heute!”
“Nenne mir bitte ein oder zwei Verbesserungen!“ forderte ihm eine weitere Stimme dieser Prüfung? Auf. “Die Taktik lässt sich immer wieder neu definieren, sie hat an sich aber immer drei Ausgangspunkte.“ begann er. Shinjiro wurde jedoch unterbrochen. “Zeichne es uns doch bitte auf.” und vor ihm auf dem Tablet wurde eine Blanko-Seite eines Schlachtfeldes angezeigt. Shinjiro sah in den Hörsaal und zum Tablet und nahm etwas zögernd den Pen in seine Hand.
“Nun, die Infanterie ist fähig, zu Regimentern zu werden und diese zur Linieninfanterie.” Er zeichnete die drei Fronten ein. „Somit wäre es ein Dreifrontenkrieg, falls ein Regiment wegfallen würde, ein Regiment besteht by the way aus zwei bis vier Bataillonen, falls sie mich mit dieser Frage vorhatten zu unterbrechen.” fügte er mit an. Ein kurzes Lachen war zu hören, Shinjiro fuhr jedoch weiter fort: „Danach gäbe es einen Zweifrontenkrieg und zum Schluss hätten alle was davon in einer eye to eye defensive.“ Meiner Meinung nach sollte es jedoch nie dazu kommen, wenn die Bataillone, wie gesagt zwei bis vier, in diesem Falle reicht, eines, rechtzeitig über die Linie, hier und hier gelangen.” und er zeichnete seine Strategie zu dieser Taktik ein.
Stille! “Moment, ein Bataillon löst die Linien auf, das funktioniert nicht, mein Junge!” warf eine weitere Stimme, die sich bis jetzt noch nicht zu Wort gemeldet hatte, ein. Shinjiro blickte noch einmal auf seine Zeichnung: ”Das kommt auf die Stärke an, ein Bataillon hat eine 300 bis 1200 Mann Stärke, ich nehme die Mitte von 600, also gehen sie hier und hier über die Linie, die der Dreifrontenkrieg bereits geöffnet hat. Und dass es eben doch funktioniert zeigt die Geschichte!” verteidigte er seine Strategie und Gemurmel war zu vernehmen.Shinjiro kniff seine Augen zusammen und versuchte etwas vor sich zu erkennen, was seine Augen anstrengte und er blickte kurz zur linken Seite, damit sich seine Augen von dem grellen und auch warmen Licht erholen konnten. Und er blickte in die ihn musternden Augen eines Mannes und Shinjiro zog seine Augenbrauen fragend zusammen, “Was sollte das hier?” fragte er sich. Das Bild auf dem Tablet leuchtete auf, alles darauf wurde neu durchmischt. “Es lief nicht so wie gedacht, wie würdest du jetzt vorgehen?” fragte wieder die freundliche Stimme.
Shinjiro beobachtete das Durchbrechen seiner Fronten, die er gerade eingezeichnet hatte. “Offensive, hier und hier!” markierte er mit dem Pen und teilte sein Bataillon nochmals auf, um die Deckung zu gewährleisten, damit seine Truppen, welche sich bereits auf der feindlichen Seite befanden, vorbrechen konnten. “Kein Rückzug?” fragte eine Stimme aus dem Saal. “Nein, die Mannstärke ist gegeben und es wurden zwei von den drei Fronten durchbrochen.” erklärte er. “Und würdest du dich hier zurückziehen?”, das Feld wurde erneut ins Chaos gestürzt.
“Das wäre ein Schachmatte und es heiße Retten, was zu retten ist.” antwortete er und strich das Feld einmal durch und blickte nach vorn. “Was war das hier?” fragte er sich erneut und blickte wieder zu der linken Seite, der Mann stand immer noch da, reglos, von diesem war keine einzige Frage gekommen, da traf sich ihr Blick.
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Shinjiro öffnete schwerfällig seine Augen, im selben Moment erhellte ein greller Blitz das Schlafzimmer, und Sekunden später ein dumpfer Donner nachhallte, der Regen peitschte gegen die Fenster. Er blieb regungslos liegen und ließ seinen Blick durch den dunklen Raum wandern. Die Umrisse der Möbel zeichneten sich schwach im gelegentlichen Licht der Blitze ab. Langsam wurde ihm bewusst, wo er war. Er lag in seinem Bett, war zu Hause. Vorsichtig drehte er seinen Kopf zur Seite. Hitomi schlief tief und fest, eine lose Haarsträhne war ihr ins Gesicht gefallen, doch das Gewitter schien sie nicht im geringsten zu stören, er betrachtete sie einen Moment schweigend und wanderte dann seinen Blick zur Decke. Das Echo des Traums hing ihm tatsächlich schwer nach, obwohl es nicht weiter als eine Auflistung von Taktiken war, doch das grelle Licht, die Fragen und die Stimmen im Dunkeln. Er schloss kurz seine Augen und atmete tief ein. Dabei erhellte ein weiterer Blitz den Raum und ließ ihn für einen Bruchteil einer Sekunde aufleuchten. „Vierzehn …“, murmelte er kaum hörbar vor sich hin und rieb sich seine Augen. Ein Donner folgte und er ließ darauf sofort von seinen Augen ab.
“Na großartig!” kommentierte er und drehte sich auf die andere Seite, um eventuell wieder einschlafen zu können, doch es gelang ihm nicht. Leise genervt schlug er die Bettdecke zurück und stand auf. An Schlaf war im Moment ohnehin nicht mehr zu denken. Im Haus herrschte vollkommene Ruhe.
Langsam stieg er die breite Treppe hinunter, sein Ziel war die Küche. Vielleicht würde ein Glas Wasser helfen. Er sah sich um, während er dabei war, eine Wasserflasche zu öffnen, drang ein zartes Miau in sein Bewusstsein und verschwand auch gleich mit dem nächsten Donner wieder. Er schüttelte mit seinen Kopf, fragte sich aber im nächsten Augenblick, wo Mikan abgeblieben war und verließ die Küche, um wieder ins Bett zu gehen. Als er durch das Wohnzimmer ging, war es wieder da, ein leises “Miau”. Shinjiro blieb stehen und sah sich um: “Das war doch keine Einbildung mehr.“ Ein Donner folgte und er sah zum Terrassenfenster und zog seine Augenbrauen zusammen, um darauf gleich mit seinen Augen zu rollen. Da schaute ihm ein vollkommen durchnässtes Kätzchen namens Mikan durch die Scheibe an.
„Hmm!“, knurrte er leise und trat ans Fenster, Mikan hatte sich zu einer orangefarbenen Kugel zusammengerollt. Das nasse Fell stand ihr bereits ab und das kleine Kätzchen blickte miauend zu ihm auf. Er betätigte die Automatik und das Fenster schob sich einen Spalt auf. Der Wind drückte herein und mit ihm feine Regentropfen. Doch Mikan rührte sich nicht, sie saß einfach da und starrte ihn mit ihren großen bernsteinfarbenen Augen an. „Na komm schon.“ sprach er … „Miau!“ erwiderte sie und ein weiterer heller Blitz huschte über den Himmel. “Was ist, du hast 5 Sekunden!“ setzte er Mikan ein Ultimatum. Mikan sah ihn an und miaute abermals zart. Er atmete tief ein und ging in die Hocke: “Darf ich bitten?” sagte er und machte sogar eine Handbewegung, die zeigte, dass sie ruhig eintreten darf. Der Regen strömte und klatschte mit dicken Tropfen auf die Fliesen der Terrasse. Shinjiro musterte die Kleine und zweifelte kurz an seinen aufkommenden Gedanken: “Ils sont autorisés à entrer?” versuchte er es auf Französisch, denn schließlich war es ja eine Katze aus Jarr. Und er musste fast über seinen Gedanken lachen, doch Mikan trat tatsächlich ein und sein Grinsen verschwand.
“Okay!” sagte er und schloss eilig das Fenster. Mikan sah sich um und wollte direkt durch den Raum laufen, da griff Shinjiro nach ihr und hielt sie vor sich auf seiner Hand, in der sie mühelos passte. Mikan sah ihn mit ihren Knopfaugen an: “Erste Regel in diesem Haus, keine Straßenpfoten!” mahnte er und musste leicht grinsen und ging mit ihr in den Flur und öffnete die Tür des Badezimmers, griff hinein und hatte einen Bademantel in seiner Hand, in dem er Mikan verpackte und ging mit ihr in den ersten Stock. “Für eine Nacht!” sagte er ernst zu Mikan und öffnete leise die Zimmertür seines Sohnes und setzte Mikan mitsamt dem Bademantel im Zimmer ab, schloss die Tür und ging dann selbst auch wieder ins Bett.
Absatz #3
Robin war sehr früh auf und gerade dabei, sich einen Tee zuzubereiten. Schlafen fiel ihr in letzter Zeit immer schwerer und durch das Unwetter letzte Nacht war es nicht besser geworden. Sie wusste einfach nicht mehr, wie sie liegen sollte. Der Schrecken über den erneuten Angriff vom Vortag steckte ihr noch immer in den Knochen. Doch dank den Anweisungen, die Colt ihr und Joshua gegeben hatte, damit sie wussten, was sie im Ernstfall zu tun hatten, war die Situation für beide leichter zu bewältigen gewesen. Wirklich beruhigt hatte sie sich jedoch erst, als Colt sie am Abend wieder in die Arme genommen hatte und sie wusste, dass es ihm gut ging. Doch etwas war anders, ihr Cowboy hatte den weiteren Abend sehr nachdenklich gewirkt, erinnerte sie sich und goss das heiße Wasser in die Tasse und bewegte den Teebeutel und blickte währenddessen weiter aus dem Fenster. Diese Gegend war so ruhig und idyllisch, man merkte kaum, dass man so nahe am Militär-Raumhafen war, in dieser Gegend viele Offiziersfamilien, einige Male landeten Jets oder Schiffe. Aber auch das hörte man kaum, die Fenster waren schalldicht. Das Haus von Captain Lorenz gefiel ihr, sie fühlte sich wohl. Trotzdem hoffte sie bald wieder nach Yuma zurück zu können, in zwei Wochen würde sie schon nicht mehr fliegen dürfen und sollte die Lage so bleiben, würde sie ihr erstes Kind tatsächlich auf Jarr zur Welt bringen.
Das würde für den kleinen Cowboy in ihr ein richtiges Privileg sein, das Königreich unterschied sich sehr von den Strukturen auf Yuma, schließlich war Jarr eine Monarchie. Und ihr kleines privates Französischstudium kam hier in Jarr natürlich super voran. Sie schmunzelte und schlürfte den ersten Schluck ihres heißen Tees. Ihr Haus auf Yuma würde in den nächsten Tagen fertig werden, täglich bekammen Colt und sie Updates von der Baustelle. Sie hielt ihre Tasse mit beiden Händen. Nach einigen Augenblicken schaut sie auf die Uhr, es wurde Zeit, ihre beiden Männer im Haus zu wecken.
Shinjiro kam von seiner morgendlichen Runde und öffnete die Haustür und hörte eine schimpfende Hitomi, die sauer aus dem ersten Stock kam und an ihm vorbeilief, gleich darauf folgte sein Sohn, der sich am Rechtfertigen war: “Ich habe sie nicht hineingelassen, wirklich, ich war selbst völlig überrascht!” versuchte er zu erklären und beide verschwanden im Wohnzimmer. Vorsichtig drehte er seinen Kopf und lauschte, um was es ging: “Ach und den Bademantel hat sie sich von selbst genommen?” schimpfte Hitomi. Er zog fest Luft zwischen seinen Zähnen ein: “Ups …” kam es leise von ihm, und beschloss erste einmal unter die Dusche zu gehen, da war er vorerst wenigstens in Sicherheit!
Dachte er, im ersten Stock saß sein Vater in der Sitzecke und war dabei, die Nachrichten am Tablet zu lesen. Er nickte ihm nur zu und wollte gerade ins Schlafzimmer gehen und hatte seine Hand schon am Türknauf. “Du hast die Waffe eingesetzt!” kam es fest hinter ihm. Shinjiro atmete hörbar aus und nickte: “Ja” und er öffnete die Tür, er wollte jetzt einfach nur duschen.
„Umkehr Energie auf einem unmessbaren Niveau, das klingt alles andere als beruhigend.” sprach sein Vater weiter. Shinjiro hielt inne. “Was?” und er ging zu ihm und nahm das gereichte Tablet entgegen und las eine interne Meldung: “Wie kommst du? … ach …!” und gab seinem Vater das Tablet kommentarlos wieder zurück und ging ins Schlafzimmer.
Fireball war nach dem Sturm mit seiner Mutter fast in den Park geflüchtet, um mit Colt zusammen zu Joggen, seit einer Woche liefen sie gemeinsam. “Guten Morgen, Partner, ich dachte schon, du hast verpennt!” begrüßte ihn Colt leicht spöttisch. “Nein, ich hatte noch etwas zu klären, wie geht es dir?” wollte Fireball von seinem Freund wissen und sie bogen auf ihrer Laufroute dem Flussufer im Park entlang ab. “Alles, wieder ok! Und Sorry wegen … na ja, dass ich dachte, du fällst mir in den Rücken!” entschuldigte sich der Cowboy direkt. Fireball zuckte mit seinen Schultern und sah auf seine Uhr. “Du bist aber auch nicht wirklich pünktlich heute!” wechselte er das Thema. Colt nickte: “Wir hatten noch etwas mit der Baustelle in Yuma zu organisieren, ich brauche demnächst ein oder zwei Tage frei, der Umzug und alles muss organisiert werden und keine Ahnung, wie lange das hier noch gehen soll, diese Ungewissheit beschäftigt meine Holde gerade sehr.” erzählte der Cowboy während er einer Pfütze auswich. Fireball nickte, ihm ging es doch genauso, allerdings mit dem Vorteil er war noch nicht verheiratet und hatte noch keine so große familiäre Verantwortung, die Colt dank Robin und Joshua schon hatte und in den nächsten Wochen würde ein Mini-Cowboy noch dazu kommen. “Sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst!” bot er Colt an, dieser nickte: “Danke, das werde ich!” und sie liefen ihre letzten Kilometer.
Shinjiro kam frisch geduscht aus dem Badezimmer und rubbelte sich noch seine Haare trocken, als er aufsah, blickte er in Hitomis auf antwortenden forderndes Gesicht, sie hielt einen Bademantel in ihrer Hand. Beide sahen sich eine ganze Weile an, er hob seine Augenbrauen. “Hattest du letzte Nacht ein Date mit einer Rothaarigen?” fragte Hitomi fordernd. Shinjiro begann leicht zu schmunzeln. Hitomi kam einen Schritt auf ihn zu, den Bademantel hielt sie immer noch vor sich. “Du hast Mikan tatsächlich ins Haus geholt.” sprach sie weiter fest. Er zuckte leicht mit einer Schulter: “Sie hat Miau gemacht!” verteidigte er sich und wich langsam zurück, denn Hitomi kam immer näher. “Du!” und sie hob den Bademantel leicht an.. “Du, der nicht ein Katzenhaar im Haus finden wollte!” zitierte sie ihm. “Es hat gewittert und …” Die Tür zum Badezimmer beendete seinen Rückzug und Hitomi stand nun greifbar vor ihm und sah ihn fest in seine Augen und hob den Bademantel. “Sie war vollkommen durchnässt.” waren seine letzten Worte, als Hitomi ihm den Bademantel überschmiss.
“Iieh, wähh …” kam es von ihm und er wich zur Seite aus und stand nun vor dem Bett. “Was willst du, sollte ich sie draußen lassen?” rechtfertigte er sich. Hitomi hob den Bademantel auf und warf diesen auf ihn, er bekam ihn ab und ging Richtung Fenster. „Weißt du, was das ist?” fragte sie und hob den Mantel auf und hielt ihn ihm erneut entgegen. Shinjiro blickte sich fragend um: “Ein … Bademantel?” antwortete er vorsichtig. Hitomi kniff ihre Augen zusammen und stürmte auf ihn zu: “Hey, hey… Ich kaufe dir einen neuen, was soll das?” versuchte er sich zu retten. Sie lachte und ließ den Mantel los und sah ihn jetzt lächelnd an und strich ihm durch seine nassen Haare und küsste ihn. Er sah sie überrascht an. “Das war süß!” sagte sie nach dem Kuss. Er zog seine Augenbrauen zusammen. “Mikan!” erklärte sie kurz. Shinjiro sah Hitomi an und grinste: „Das heißt nicht, dass sie bleiben darf.” antwortete er und ging eilig wieder ins Badezimmer: “Und schaff den Mantel hier raus, er ist voller Katzenhaare.” sagte er lebensmüde und zog, hinter sich, schnell die Tür zu, der Bademantel flog gegen die geschlossene Tür.
Absatz #4
Colt hatte sich tatsächlich einen Tag frei genommen, obwohl auf der Ramrod noch mehr als genug Arbeit auf ihn wartete. Berichte mussten geschrieben, Einsatzdaten ausgewertet und die Schäden der letzten Mission überprüft werden. Saber verstand jedoch, warum sein Freund und Scharfschütze diesmal andere Prioritäten setzte. Im Hause Wilcox standen die nächsten Wochen ganz im Zeichen einer weit wichtigeren Mission. Nicht nur, dass das Farmhaus in den nächsten Tagen auf Yuma fertig werden würde. Sondern Robin und Colt mussten sich auch auf die Möglichkeit vorbereiten, dass ihr Sohn auf Jarr das Licht der Welt erblicken würde. Es gab noch Besorgungen zu machen, Unterlagen zu ordnen und unzählige kleine Dinge vorzubereiten, an die man erst dachte, wenn die Geburt plötzlich nicht mehr nur ein ferner Termin auf dem Kalender war. Für Colt und Robin war das ungewohntes Terrain. Gegen Outrider und Renegades konnte der Cowboy kämpfen. Doch Vater zu werden war eine Herausforderung, auf die ihn keine Ausbildung vorbereitet hatte.
April ging die letztens Scans durch und schickte sie nach und nach Saber und Fireball, die beide in einem Séparée im Offizierskasino saßen und ließen die letzte Schlacht gedanklich, mündlich und vor allem schriftlich noch einmal Revue passieren. Fireball war dabei, die flugtechnischen Scans zu sortieren, erstaunlicherweise, hatte Ramrod den letzten Einsatz doch besser weggesteckt als er angenommen hatte. Er beendete seinen Bericht und stützte seinen Kopf auf eine Hand und blickte von seinem Notebook auf. Saber war dabei, den Ablauf minutiös mit hilfe des Logbuchs aufzuschreiben. Der Schotte sah müde aus, stellte Fireball fest und lehnte sich jetzt zurück in seinen Sitz und streckte seine Beine aus.
Saber schrieb seinen Satz zu Ende und sah kurz auf und merkte, dass er beobachtet wurde und musste grinsen. “Pass auf, dass du dich nicht in mich verliebst, wenn du mich weiter so anstarrst.” Fireball erschrak und seine Augen wurden plötzlich Teller groß. Er hatte wohl vor sich hin gestarrt und musste kurz darauf grinsen. Denn so einen Spruch hatte er eher von Colt erwartet. “Mach dir keine Hoffnung, ich stehe nicht auf Blondinen.” konterte er und Saber musste grinsen. Fireball atmete tief ein: “Ich habe darüber nachgedacht, was an DPR auf uns zukommt.” teilte er seine Gedanken mit. Saber nickte und ließ von seinem Notebook ab und sah seinen Freund etwas fragend an. “Wie kommst du darauf?” Fireball setzte sich wieder in eine halbwegs normale Position: “Nun, das, was gestern geschehen war, das zieht eine DPR nach sich. Übergehen der Befehlsstruktur, ignorieren von Anweisungen, eigenmächtiges Handeln in einer vorgegebenen Strategie usw.” zählte der Japaner auf und verzog darauf kurz seine Lippen. Saber verstand, Fireball war also voll im Bilde was die Konsequenzen anging, was sich Saber ja auch auch hätte denken können, schließlich gehörte dieser Teil zur Captains-Ausbildung.
Der Schotte nahm einen Schluck seines Wassers: “Ich werde es bei einer schriftlichen Verwarnung belassen!” teilte er seine Entscheidung mit. “Hm!” nickte Fireball: “Entschuldige!” kam es nachdenklich von Fireball. Saber atmete tief ein und aus und nickte mehrere Male leicht: “Vertraust du mir?” fragte Saber Fireball ruhig. Der Japaner sah erschrocken zu Saber, der ihm gegenüber saß: “Was?” war alles, was er auf diese Frage gerade und schnell beantworten konnte, so überrascht war er. “Ja, natürlich und das nicht nur als Vorgesetzter, sondern auch als Freund!” erklärte er noch schnell hinterher. “Gut, ich dir nämlich auch als Pilot, ich bin dir ebenso ausgeliefert, wenn du fliegst, wie wir alle. Genauso du und alle anderen an Bord mir mit meinen Entscheidungen!“ begann Saber und Fireballs Blick ruhte weiter auf den Schotten und hörte ihm aufmerksam zu. Ich möchte, dass du verstehst, dass mein Eingreifen in eine Situation, egal welche, darauf kannst du dich verlassen, gut überlegt ist, auch wenn es in manchen Augenblicken vielleicht auch nicht so aussehen mag, aber ich bin immer darauf bedacht, einen Kampf, der nun einmal auf Leben und Tod geht, für uns immer etwas sicherer zu machen. Dafür sitze ich da wo ich sitze, ich habe in diesem Moment an Bord die Zeit dazu, die hast du als Pilot nicht, du hast deine Aufgaben, die 100-prozentige Konzentration bedürfen.” Fireball musterte Saber: “Ich verstehe!” nickte er seinem Boss zu. Saber schmunzelte leicht, er wusste, dass die Worte bei seinem jüngsten Teammitglied angekommen waren, ob sie Früchte trugen, würde sich zeigen. “Und jetzt hole bitte deinen Vorgesetzten einen Kaffee.” sagte er breit grinsend. Fireball setzte sich gerade hin: “Das muss ich rechtlich überhaupt nicht für dich tun!“ erwiderte er, stand aber schon auf: “Aber weil du es bist, Säbelschwinger, werde ich mal nicht so sein!” und verschwand aus dem Separee. Saber grinste: “Geht doch.”
Robin und Colt hatten so weit alles in der Stadt erledigt, sie liefen eine kleine Runde durch das Wohnviertel, ein ausgedehnter Spaziergang war nicht mehr möglich, sowas würde erst wieder mit Mini-Cowboy stattfinden. Colt hatte seiner Robin erzählt, was geschehen war, Robin war darüber sehr besorgt, doch er hatte ihr versprochen, das nächste Mal auf sich und seine Freunde zu achten! Sie setzten sich auf eine Bank, von dieser konnten sie in den weitläufigen Park hineinblicken, der Spielplatz war gut besucht. Joshua musste hier auch irgendwo mit dem Rad unterwegs sein. “Wie schnell der Junge doch überall sofort Anschluss fand.” staunte Robin immer wieder über ihren kleinen Bruder. Colt lehnte sich zurück und streckte seine Beine aus, er genoss die Sonne und beobachtete zwei freche Spatzen, der eine gönnte den anderen nicht das gefundene Futter und diskutierten das gerade lautstark aus. Colt musste grinsen, so ähnlich lief es zwischen ihm und Fireball ab, wenn es um den letzten Pudding an Bord ging.
“Es gab also einen Rapport?” hörte er Robins Frage, die ihn aus seinen Gedanken riss. Er blickte neben sich und sah seine Frau an, ihre Haare glänzten in der Sonne, wie pures Gold, fand er. “Nicht wirklich, aber es hat gereicht!” hielt er sich kurz. “Aber es beschäftigt dich, es geht nicht nur um das Abkommen vom Kurs und das eigenmächtige Handeln von Shinji und dir!” fuhr Robin weiter fort. Colt riss seine Augen auf, wieder einmal wurde ihm bewusst, seiner Robin konnte man nichts vormachen, er hatte bestimmt die klügste und gleichzeitig schönste Frau im Neuen Grenzland geheiratet. Er richtete sich etwas auf und nickte. “Ich werde mich bei Richard noch entschuldigen, bei Shinji habe ich es schon getan!” sagte er. Robin nickte langsam und sah zu ihrem Cowboy: “Warum bei Shinji, was war zwischen euch?” wollte sie jetzt wissen. Sie wusste, dass Colt Streit nicht lange aushielt, vor allem wenn dieser zwischen seinem besten Freund und ihm stattfand. “Ach, ich hatte gedacht, dass er mir in den Rücken fällt, seinem Vater nach dem Mund redet, als ich dann aber erkannte, um was es wirklich ging, tat es mir leid, dass ich das tatsächlich von ihm gedacht hatte.” erklärte Colt. Robin dachte über das Gesagte nach: “Du hast die Befürchtung, dass er wie der Captain wird!” stellte es Robin einfach so hin und wartete ab. Colt knurrte ein wenig nach Robins Aussage. “Du bist eifersüchtig.” fügte Robin noch an. “Was? Ich?” polterte Colt los und zog im selben Moment seinen Kopf ein. Robin sah Colt liebevoll an. “Du musstest das Feld räumen.” Colt zog nachdenklich seine Augenbrauen zusammen, auf was wollte seine Holde hinaus?
“Als ich euch vor 3 Jahren kennenlernte, habt ihr beide immer aufeinander gehangen, auch außerhalb eures Dienstes, plötzlich kam da jemand und nahm wie selbstverständlich deinen Platz ein, er hat nicht darum gebeten, sondern nahm ihn sich, weil es seiner ist!” begann Robin. Colt pustete Luft aus und dachte über die Worte nach und schüttelte mit seinem Kopf: “Nein, ich freue mich nach wie vor für ihn.” war Colts Antwort. Robin nickte: “Natürlich tust du das, du willst, dass es ihm gut geht, aber du hast dir viele Gedanken und Sorgen um Shinji gemacht, als er fast ein Jahr von euch getrennt war.” Colt nickte zur Bestätigung. Es stimmte, was Robin sagte, er hatte tatsächlich damals gedacht, einen Freund zu verlieren. “Ich habe halt Sorge, dass Shinji irgendwann nicht mehr … weißt du, er wird immer abgeklärter, aber ich muss auch zugeben, dass mir der verantwortungsbewusste Shinji, beim Fliegen lieber ist, als der unüberlegte Fireball, es ist zurzeit eine Mischung aus beiden.” Robin lächelte: “Er wird langsam erwachsen und du musst den Captain als seinen Vater akzeptieren und ja natürlich hat er einen großen Einfluss auf Shinji bewusst und unbewusst. Aber alles, was ich bis jetzt gesehen habe, ist der Einfluss positiv!” erzählte Robin ihre Sichtweise. “Und außerdem wolltest du dem Captain eine neue Chance geben!” erinnerte Robin ihn und stupste den Cowboy leicht an. Colt nickte und atmete tief ein: “Ja-ha!” sagte er und rollte mit seinen Augen. “Er macht es einem aber auch nicht leicht, ihn zu mögen.” Robin musste etwas lachen: “Er ist dein Vorgesetzter, sein Ziel ist es nicht, dass alle ihn mögen. Oder glaubst du alle meine Schüler mögen mich als Lehrerin?” erklärte Robin. “Was, wer mag dich nicht, den Lümmel zieh’ ich, die Ohren lang ziehe ich.” spielte sich Colt bei dem Gehörten auf, seine Robin nicht mögen, das kann es doch nicht geben! Robin musste kichern: “Versuch es.” sagte sie und strich ihm durch seine Locken. “Hm!” verzog Colt leicht genervt sein Gesicht: “Ja …” grummelte er.
Die Auswertung des letzten Gefechts wurde in einem Hörsaal auf dem Militärgelände ausgewertet, die Militäreinrichtungen der Delegationen der Erde waren dazugeschaltet. Dazu kamen Generäle und Offiziere aus Jarr und Alamo. Alle wollten wissen, wie es jetzt weiter gehen soll, aber vor allem, was genau geschehen war. Saber saß in einem der vordersten Ränge und hörte aufmerksam Dr. Peeks zu, neben ihm saßen Captain Lorenz und Colonel McGraeff. Commander Eagle war heute Morgen zusammen mit Colonel Rosso aus Alamo eingetroffen. Captain Hikari hörte sich alles an. “Mit den neusten Erkenntnissen über die Anomalie und deren Wirkung im Zusammenspiel mit der Lumenenergiewaffe, ergibt sich ein komplett neuartiges Gesamtbild. Auch müssen wir einige Überzeugungen in der Physik komplett über Bord werfen.” fügte der Wissenschaftler seine Beobachtungen der Daten zusammen. “Welche wären das?” fragte Saber sehr interessiert nach. Alle Augen waren kurz auf den Schotten gerichtet und sahen darauf erwartungsvoll zu Dr. Peeks. “Nun, die Waffe und die Anomalie spielen zusammen, sie hebeln die Gravitation fast komplett aus. Es ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Arten von Licht.” versuchte Peeks zu erklären. Ein mehrheitliches, “hm” war im Saal zu vernehmen.
April saß zusammen mit Daniel im Offizierskasino und auch sie diskutierten über die neuartige Waffe, die alle Systeme auf den Schiffen für einige Minuten lahm legte. “Das war nicht nur außergewöhnlich, sondern auch gefährlich, vor allem wenn die Schiffe sich auf einem Kurs befanden, nicht auszudenken, sollten zwei oder mehr handlungsunfähige Schiffe aufeinander zu steuern! Die äußerliche Schutzlegierung ist schön und gut, ich habe auf der Detroit jedoch festgestellt, dass Systeme rund um die interne Navigation weiter funktionierten.” erklärte Daniel. April überlegte. “Dann müsste man feststellen, wo die Schaltkreise verlaufen, wahrscheinlich wäre das Problem der Steuerung und Navigation, damit sogar ganz einfach gelöst und man müsste nicht das ganze Schiff neu zusammensetzten.” dachte sie laut nach und rief den Schaltkreisplan von Ramrod auf ihrem Tablet auf und erklärte: “Hier, die meisten Leitungen und Schaltkreise verlaufen nach unten, die Steuerung ist separat und liegt außen.” zeigte er den Verlauf mit einem Finger nach. “April nickte: Ja, aber die Steuerung ist dreifach gesichert, sodass nichts beschädigt werden kann, im Falle eines Treffers, der Pilot weiß darüber Bescheid, dass er, wenn möglich, 23 bis 28 Grad unter Beschuss fliegen muss!” führte April aus. “Das ist auch alles in Ordnung, Süße, aber würde man die Steuerelemente zusammen mit der Navigation im unteren Teil verlaufen lassen …” April unterbrach Daniel: “Süße?” fragte sie nach. Daniel sah April erschrocken an. “Was?”
Fireball war an Bord der Detroit, das Schiff war einfach nur beeindruckend und riesengroß, klar bei einer Besatzung von fast 80 Mann. Dave zeigte ihm das Cockpit, zwei Piloten benötigte man für die Steuerung und mindestens einen Navigator, der nur für die beiden Piloten da war. Aber im Großen und Ganzen waren ihm die Systeme vertraut, trotzdem fand er das Cockpit sehr interessant. Auch gab es kein Zusammenspiel der Module, alles lief über die Weitergabe der Aktionen. “Hey, hoher Besuch an Bord!” trat Steve, der Co-Pilot, an die beiden heran. Dave grinste. “Ich bringe dem Nachwuchs nur was bei.” sagte Dave mit seinem typischen Grinsen. Fireball rollte mit seinen Augen: “Wer hier wen was beibringt, ist die Frage…” kommentierte er. Steve lachte: “Sagt der Pilot, der in ein unerforschtes Gebiet ohne Signal fliegt und wir ihn suchen müssen.” konterte Steve darauf. Fireball wandte sich vom Cockpit ab: “Ich hatte den Kurs immer auf dem Schirm!” erwiderte er.
Dave stellte sich neben Fireball: “Das mag sein, kurzer, wir euch aber nicht!” Fireball verzog darauf kurz seine Lippen, das musste er sich wohl jetzt anhören, die Detroit hatte den Befehl gehabt, sie zu suchen. Und nichts ist schlimmer, ein Schiff zu suchen, welches vielleicht Hilfe benötigt und nicht aufzufinden war. “Safty first, kurzer!” sagte Dave und zeigte ihm weiter die Steuerung. Fireball sah auf dem Bordcomputer die neueste Route, die schon einprogrammiert war. “Ihr fliegt nach Yuma?” fragte er darauf. “Ja, um dort mal “Hallo” zu sagen, die Engländer werden in der Zeit auf Jarr sein.” war Dave’s Antwort. “Also ein reiner Anstandsbesuch?” hakte Fireball nach. “So kann man es auch nennen.”
Die Auswertung im Hörsaal wurde beendet, man werde die Truppen für die nächsten 48 Stunden mit Yuma tauschen.
Bevor sich Saber wieder auf den Weg zum Militärraumhafen macht, würde er Sincia und Sara einen Besuch im Krankenhaus abstatten. Im Taxi dachte er über das Gesagte von Dr. Peeks nach, es klang fremd, Raum und Zeit zu überlappen, praktisch wie eine Abkürzung im All, trotzdem müsste er es eine Weile sacken lassen, um es voll und ganz zu erfassen, das Thema Geschwindigkeit bekam dadurch eine ganz neue Sichtweise. Trotzdem lehnte er sich kurz zurück, die kurze Nacht steckte ihn noch in den Knochen und schloss für den Rest der Fahrt seine Augen.
König Jarred und Captain Hikari liefen gemeinsam mit Dr. Morel und Commander Eagle den mit blauem Teppich ausgelegten Gang entlang. Das Gebäude war nahezu kreisrund, und seine Fassade bestand größtenteils aus Glas. Den Campus konnte man von hier weit überblicken. Jarred verschaffte sich eine Übersicht der englischen Truppen, um sie würdig zu empfangen und reichte das Tablet mit dem Protokoll an Shinjiro weiter: “Bist du dabei?” fragte er. Shinjiro sah kurz auf das Tablet und gab es Jarred wieder zurück: “Nein! Du bist der gute König, ich der Spielverderber.” erwiderte er. Jarred lachte kurz auf: “Es wurmt dich, in Lancelots Team nicht eingreifen zu können.” sprach es Jarred jetzt aus. Shinjiro sah nach draußen, während sie den endlosen Gang weiter liefen. “Sie unterschätzen die Gefahr.” war sein Kommentar dazu. “Sie sind noch sehr jung!” warf Eagle mit ein. “Hm..” nickte Shinjiro. “6 Monate können lang, sehr lang sein!” fügte Jarred erneut hinzu, Shinjiro sah zu Jarred neben sich: “Es sind genau genommen noch 4 Monate und 1 Woche!” berichtigte er Jarred: “Sag’ ich doch!” Shinjiro schüttelte kaum merklich mit seinem Kopf. Sie liefen weiter, die Sonne strahlte durch die dicken blauen Scheiben. Dr. Morel und Eagle unterhielten sich angeregt. Shinjiro bekam einen Anruf und wandte sich von der Gruppe ab und sah während des Telefonats nach draußen in den Innenhof. Er musste mehrere Male seine Augen zusammenkneifen, die Sonne blendete ihn und er wandte sich vom Fenster ab und hörte Hitomi weiter zu, doch wirklich folgen konnte er ihr nicht. Er blickte in den halbrunden, langen, blauen, hellen Gang hinein, der sich zu wölben begann.
***
Er sah fixierend nach vorn. Der Gang mit dem blauen Boden schien kein Ende zu nehmen. Seine Schritte hallten dumpf von den Wänden wider und vermischten sich mit seinem eigenen, keuchenden Atem. Immer wieder standen Links und rechts Menschen in Uniformen. Einige drehten sich nach ihm um, andere blieben stehen und sahen ihm irritiert nach. Ihre Gesichter verschwammen zu undeutlichen Schemen. Niemand hielt ihn auf, niemand fragte, was passiert war. Und trotzdem hatte er das Gefühl, verfolgt zu werden. Sein Herz hämmerte gegen seine Brust, als wolle es aus seinem Körper ausbrechen. Jeder Schlag ließ das Blut laut in seinen Ohren rauschen. Die Luft wurde knapp. Er versuchte einzuatmen, doch seine Lungen füllten sich nicht mehr richtig. Panik, reine, lähmende Panik.
Der Gang zog sich endlos vor ihm her und die Wände schienen näher zu rücken. Seine Beine wurden schwer, sein Blickfeld verengte sich. Die Gesichter der Menschen verschwammen zu grauen Flecken, die Lichter über ihm zerflossen zu langen Streifen. Er rang nach Luft, noch ein Schritt. Dann wurde alles plötzlich von einem grellen weißen Licht verschlungen. So hell, dass es schmerzte.
***
“Shinjiro!” hallte, die Stimme von Jarred fordernd in seinen Ohren. Erschrocken sah er auf und blickte in Jarreds fragendes Gesicht und wich darauf, ein Schritt von ihm zurück. “Was?” fragte er und spürte wie ein eiskalter Schauer seinen Körper einnahm und seine Umgebung um sich wieder wahrnahm. “Geht es dir gut, ist etwas passiert, wer hat dich angerufen?” waren Jarreds fragen, um seinen Freund wieder ins hier und jetzt zu bringen. Shinjiro sah Jarred weiter fragend an, er konnte seinen Blick kaum abwenden. Jarred zog seine Augenbrauen fragend zusammen, “irgendetwas stimmte hier gerade nicht.” bemerkte er und ging langsam auf seinen Freund zu, der den Blick löste und auf seinen Kommunikator sah, dessen Gespräch beendet war. “Geht es dir gut?” wollte Jarred erneut wissen. Shinjiro nickte und schüttelte darauf gleich seinen Kopf, ihm war übel und er hatte gerade das Gefühl, ihm überkommt eine Migräne. Er atmete hörbar tief ein und sah sich noch einmal um: “Ich weiß nicht, ich brauch’ wohl etwas zu trinken.” und setzte seinen Weg wieder fort. Jarred beobachtete Shinjiro und ging mit ihm gemeinsam zum Ausgang.
Ein paar neugierige blaue Augen sahen ihn an. Saber hatte seiner Tochter gerade das heißersehnte Fläschchen gegeben, nun war sie sehr zufrieden und musterte ihren Vater. Saber musste grinsen, denn vor wenigen Minuten war seine Tochter not amused, weil das Fläschchen so lange auf sich warten ließ. Jetzt war sie satt und sehr, sehr müde, er gab ihr einen Kuss und legte sie in ihr Bettchen. Sincia stand neben ihm, er nahm sie in den Arm. Und genossen den kurzen Moment gemeinsam, sie setzten sich auf das Sofa. “Ich vermisse Yuma!” kam es nach wenigen Augenblicken von Sincia. Saber nickte, ihm ging es nicht anders, doch müssten sie bis zum Ende der Mission und Saras Entlassung aus dem Krankenhaus hier bleiben, ein Umzug nur des Heimwehs willen wäre für die Kleine viel zu stressig. “Ich bin mir sicher, es sind nur noch wenige Wochen!” sagte er ruhig. Sincia lehnte sich an ihn.
Absatz #5
“Also hast du gehandelt, als du eine Chance gesehen hast!” fragte Großvater Hikari noch einmal bei seinem Enkel nach. Die beiden saßen im Wohnzimmer und unterhielten sich über die letzte Schlacht. Fireball nickte: “Richards Anweisung war: “Kurs auf 56W7O.” ist halt blöd gelaufen.” sagte er und er ließ sich zurück ins Sofa fallen.
“Blöd gelaufen, ja, so kann man es auch ausdrücken.” Fireball riss seine Augen auf und sah seinen Vater im Wohnzimmer stehen. “Wo kam dieser plötzlich her?” fragte er sich und sah zu seinem Großvater, der weiter in seinem Buch las. Shinjiro sah zu seinem Sohn. “Wo ist deine Mutter.” fragte er. Fireball stand eilig auf und ging auf die Terrasse: “Es ist etwas mit Mikan!” erklärte er, während er nach draußen ging.
Shinjiro machte ein fragendes Gesicht und sah zu seinem Vater, der nun auch aufgestanden war. Er trat auf die Terrasse, Mikan lag in ihrem Bademantel, auf dem Outdoor Sofa und bewegte sich nicht, Hitomi streichelte sie. “Wir sollten mit ihr zum Tierarzt!” sagte sie ruhig, als alle versammelt waren. Fireball ging zu dem kleinen Fellknäuel und hockte sich neben sie. Shinjiro hob fragend eine Augenbraue: “Deswegen rufst du mich an?” fragte er etwas fassungslos. Hitomi richtete sich auf: “Das habe ich dir doch am Telefon erzählt!” erinnerte sie ihn. Shinjiro sah zu Hitomi und zu Mikan und atmete tief ein und aus: “Er fährt!” sagte er und zeigte auf seinen Sohn. Fireball stand auf: “Ich muss gleich los, Ramrod I landet in 30 Minuten!” erklärte Fireball. “Warum? Und warum musst du dann … warum landet Ramrod I auf Jarr?” berichtigte Shinjiro seine Frage mitten im Satz. “Wegen des Truppenaustausches …” sagte Fireball. “Ramrod ist dafür überhaupt nicht eingetaktet!” kam es darauf von seinem Vater. Fireball presste seine Lippen aufeinander und zog darauf scharf Luft ein: “Nun, also …!” begann er und kratzte sich dabei am Hinterkopf. Shinjiro fixierte seinen Sohn: “Captain Lorenz und ich, also ich dachte, dass es nur fair ist …“ Shinjiro verschränkte seine Arme: “Was wollt ihr auf Yuma?” fragte er direkt nach, er roch gerade eine kleine Verschwörung. Fireball schluckte und sah Hilfe suchend zu seiner Mutter und Großvater, dieser schüttelte jedoch mit seinem Kopf.
Shinjiro schnippte und Fireball sah wieder zu seinem Vater. “Nun ja, so kann Bill alles regeln, wegen des Umzugs und dem Baby und …” er unterbrach seine Erklärung, Mikan miaute schwach und ging zu dem Kätzchen. “Captain Lorenz wollte es dir mitteilen.” sagte Fireball, als er Mikan über den Kopf strich. “Ich war noch nicht am Raumhafen, weil ich einen dringenden Anruf bekam.” sagte Shinjiro und sah Hitomi an, die auch wieder neben Mikan stand. Fireball sah auf: “Ich bin dann mal noch was packen …” und verschwand schnell im Haus. Shinjiro sah seinen Sohn fragend nach und widmete sich wieder dem Geschehen auf seiner Terrasse.
“Sie ist bestimmt nur überfressen!” versuchte er, Hitomi zu beruhigen. “Aber was, wenn es etwas Schlimmes ist.” warf sie darauf ein. “Sie gehört uns nicht.” erinnerte er seine Frau. “Ist das dein Ernst?” fragte Hitomi jetzt etwas grimmig und sah Shinjiro fest in seine Augen, er erwiderte ihren Blick: “Dann fahr mit ihm!” sagte er nach einer Weile und zeigte auf seinen Vater. Dieser winkte nur ab und verschwand auch wieder im Haus. “Wo war Royu, wenn man ihn mal brauchte?” wäre seine nächste Frage gewesen, doch Hitomi stemmte ihre Hände in die Hüften: “Du bist fies!” sagte sie und ging wieder zu Mikan. Shinjiros Augen wurden groß: “Was?” fragte er und drehte sich zu Hitomi und Mikan. “Was ist, wenn sie stirbt?” fragte sie leise und streichelte das Kätzchen sanft. Shinjiro atmete hörbar aus, schloss seine Augen und schüttelte mit seinem Kopf.
Auf dem Militärraumhafen war geordnetes Chaos, Schiffe aus Jarr und der Delegation der Amerikaner brachen Richtung Yuma auf. Auch trafen die ersten Schiffe aus Yuma und Alamo ein. Ramrod I würde ebenfalls in wenigen Minuten landen. “Ich hoffe es ist wichtig, Schwertschwinger!” trat Colt hinter Saber heran, der im Offizierskasino aus dem Panoramafenster sah und auf sein Team wartete. Saber grinste: “Guten Tag!” begrüßte der Schotte seinen Scharfschützen, dass Colt nicht freudestrahlend hier eintreffen würde, war ihm schon klar gewesen. Colt nahm seinen Hut vom Kopf und nickte seinem Boss ebenfalls einen “Guten Tag” entgegen. “Wo sind die anderen beiden?” wollte der Cowboy wissen. “Die werden auch gleich da sein, ich muss noch mit dir reden!” erklärte Saber und zeigte auf einen Tisch. Colt verstand: “Das trifft sich gut, ich auch mit dir.” begann der Cowboy. Saber setzte sich und nickte.
„Das müssen Sie ausfüllen, wenn Sie mit der Katze zum ersten Mal hier sind“, erklärte die Tierärztin und legte einen kleinen Stapel Formulare auf den Tisch. Hitomi nahm das Klemmbrett sofort an sich. Shinjiro öffnete bereits den Mund, um etwas zu erwidern, doch Hitomi drückte ihm die Unterlagen kurzerhand in die Hand. Dabei schenkte sie ihm ein zuckersüßes Lächeln, das allerdings von einem Blick begleitet wurde, der unmissverständlich sagte: Diskutier gar nicht erst. Shinjiro schloss seinen Mund wieder.
„Wie alt ist die Kleine denn?“, fragte die junge Tierärztin weiter und kraulte Mikan vorsichtig unter dem Kinn. „Das wissen wir nicht, sie ist uns zugelaufen“, antwortete Hitomi. „Gechipt ist sie auch noch nicht“, stellte die Ärztin nach einem Blick auf ihr Lesegerät fest. Während die beiden Frauen sich unterhielten, begann Shinjiro widerwillig, die Formulare auszufüllen. „Sie behalten sie also? Das ist schön.“
Und im selben Moment hörte man das deutliche Klick eines Kugelschreibers. Die Tierärztin blickte überrascht auf. Hitomi nickte lächelnd. „Ja.“ – „Nein!“ Beide Antworten kamen exakt gleichzeitig und eine Stille entstand im Behandlungszimmer. Die Tierärztin sah zu Hitomi und Shinjiro. Hitomi lächelte weiterhin freundlich. Shinjiro hingegen hielt den Kugelschreiber fest umklammert und sah seine Frau überrollt und fassungslos an. „Nein“, wiederholte er leise, aber bestimmt. „Doch“, erwiderte Hitomi ebenso leise.
Währenddessen saß Mikan vollkommen zufrieden auf dem Behandlungstisch, in ihrem Bademantel und gähnte ausgiebig.
“Wir werden drei Tage auf Yuma sein!” teilte jetzt Saber seinem Team mit. Colt nickte: “Also wieder packen und Robin und Joshua allein lassen.” kommentierte Colt leicht genervt. “Ja, aber wir sind nicht zum Spaß da.” stieß Fireball den Cowboy an. Colt blickte zu seinem Hombre: “Ach, was kommt denn noch?” fragte er nach. Fireball sah von seinem Kommunikator auf: “Du musst doch einen Umzug organisieren.” erinnerte Fireball den Lockenkopf. Und Colt verstand noch immer nicht und sah fragend zum Schotten. Saber nickte dem Cowboy entgegen. Und Colts Augen wurden plötzlich immer größer: “Ist das euer ernst und sah zu seinen Freunden, er konnte es gerade nicht fassen. “Aber wie, ich meine, wir sind mitten in einem intergalaktischen Krieg und wir bekommen wegen eines Umzugs frei?” hakte er nach und fixierte Fireball, schließlich hatte er nur ihm davon erzählt. “Nenne es wie du willst, es läuft offiziell unter Teambuilding.” erklärte jetzt Saber. Colt musste jetzt lachen, gerade fiel ihm ein tonnenschwerer Stein vom Herzen, sie hatten es tatsächlich möglich gemacht.
“Und Captain Lorenz hält seinen Kopf für uns hin!” fügte Saber noch mit an, damit der Cowboy wusste, bei wem er sich bedanken konnte. “He, he, he …” begann Colt zu lachen. “Geht trotzdem dem First Grad für die nächsten drei bis vier Tage aus dem Weg, sicher ist sicher!” warnte Fireball seine Freunde vor. Saber sah zu seinem Piloten. Fireball grinste etwas zögerlich: “Er hat es von mir erfahren und na, ja … fünf Tage wären wohl besser.” steigerte Fireball seine Warnung. Colt, Saber und April sahen sich an und mussten herzhaft loslachen. Fireball hob seine Augenbrauen. “Ja, sehr lustig!” dachte er. Colt zog seinen Hombre an sich heran. “Danke Partner!”
Remove Before Flightn ist ein unverkennbarer Sicherheitshinweis, bekannt aus der Luftfahrt. Diese markanten drei Wörter werden in der Luftfahrt auf rote Bänder gedruckt und fordern unmissverständlich zum Handeln auf.. Diese werden unmittelbar an den Maschinen nach der Landung angebracht. Die „RBF-Bänder“ sind eindeutig! Sie hängen an Hüllen und Abdeckungen, die zwingend vor dem Start der Maschinen entfernt werden müssen! Damit dies nicht vergessen werden, hat man die auffällig roten/weißen Bänder eingeführt. Diese drei markanten Wörter sagen unmissverständlich, was zu tun ist. Wird so ein Band vor dem Start nicht gezogen, kann es zu fehlerhaften Anzeigen während des Starts oder Fliegen kommen. Somit kontrolliert nicht nur der Pilot vor dem Start sein Schiff, sondern auch der Mechaniker, der diese Bänder zieht.
Colts vollständiger Name lautet William Wilcox. „Bill“ ist dabei eine klassische amerikanische Kurzform von William, die sich historisch aus „Will“ entwickelt hat. Solche Spitznamen sind im Englischen weit verbreitet.
Der Name „Colt“ entstand hingegen durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Schütze. Schon früh fiel er durch seine präzisen, schnellen Schüssen auf, was ihm diesen Beinamen einbrachte. Der Name passt dabei nicht nur zu seinem Talent, sondern auch zu seinem Auftreten und seiner Herkunft aus dem ländlichen Texas, wo solche charakterprägenden Spitznamen üblich sind. Er bestehrt jedoch auf Colt.
Sein Sohn William Jason Wilcox, wird mit demSpitznamen Will gerufen.
Nippon Strategic Defense University (Nippon SDU)
Dr. Fabrice Morel
RAMROD bezeichnet ein neu entwickeltes Kampfschiff, mit hoher technischer Architektur, die sowohl in Software als auch in Hardware steckt. Sie wurde von April Eagle entwickelt, um die Steuerung militärischer Raumschiffe deutlich zu vereinfachen und zu optimieren.
Captain Michael Lorenz (26)
Sato san (Hitomis Vater)
“Salle du Lys d’Or”, Plenarsaal des Königreichs Jarr
Erster militärisch besetzter Planet im neuen Grenzland. Unterirdisch erstreckt sich eine große Basis mit Laboren und Verwaltung, auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten, befindet sich ein Hochsicherheitsgefängnis. Nur wenige kennen die genauen Verbindungen der Anlagen. ➡ Mehr über Pectos erfahren.
Majordome, secrétaire privé du roi (Buttler privatsekretär des Königs)
Neutralitätsstatus und Verlust der nationalen Zugehörigkeit
Mit der Ernennung zum First Grad (1G) verliert der Offizier offiziell seine nationale Identität und gibt seine bisherige Staatsangehörigkeit ab.
Dieser Schritt ist gesetzlich verankert und dient einem einzigen Zweck:
Absolute Neutralität
Der 1G darf keinerlei nationale Interessen, Herkunftskonflikte oder politische Loyalitäten in seine Entscheidungen einfließen lassen. Er agiert als übergeordnete Instanz der Allianz, nicht als Vertreter einer einzelnen Welt oder Fraktion.
Während seiner Dienstzeit:
besitzt er keinen nationalen Pass,
unterliegt er nicht mehr der Gerichtsbarkeit seiner Herkunftsnation,
ist er nur dem Allianzrat und den Gesetzen der intergalaktischen Militärverfassung verpflichtet,
und wird formal als „Allianzangehöriger ohne nationale Bindung“ geführt.
Dieser Status endet erst mit:
der offiziellen Entbindung aus dem Amt,
der Auflösung des Mandates,
oder bei Tod im Dienst.
Erst dann erhält der ehemalige First Grad seine ursprüngliche Staatsangehörigkeit zurück — sofern der Heimatstaat dies anerkennt.
Obwohl der First Grad theoretisch alleinige Befehlsgewalt besitzt, agiert er in der Praxis mit einem hochspezialisierten Führungsnetzwerk:
1. Der Innere Stab (High Strategic Council oder auch Militärstab)
Ein exklusiver Kreis aus:
Obersten Befehlshabern der Land-, Luft- und Space-Forces
Leitenden Analytikern, Geheimdienstoffizieren und Einsatzplanern
Diplomaten und Offizieren des intergalaktischen Rechts
Sowie Diplomaten
Dieser Stab bildet das Informationsnetzwerk des 1G und beliefert ihn mit Lageberichten, Prognosen und taktischen Optionen.
2. Ausgerufene Befehlshaber (Summoned Commanders)
Temporär eingesetzte hochrangige Offiziere, die im Kriegsfall besondere Kompetenzen erhalten. Sie führen Teilkampagnen oder übernehmen die Leitung ganzer Frontabschnitte.
Aufgaben im Angriffsfall
Koordination intergalaktischer Flottenbewegungen
Bestimmung strategischer Schlüsselziele
Genehmigung planetarer Invasionen oder Blockaden
Zusammenführung aller Geheimdienstquellen
Kommunikation mit diplomatischen Organen, falls Ultimaten oder Kapitulationsbedingungen ausgehandelt werden müssen
Der First Grad (1G) ist der höchste bekannte militärische Rang innerhalb der Allianz und wird nur in außergewöhnlichen Situationen verliehen, etwa bei großmaßstäblichen Konflikten, interstellaren Bedrohungen oder der Ausweitung militärischer Zuständigkeitsbereiche auf mehrere Sternensysteme.
König Jarred
Kommander Major Danwens
General Campbell
Cpt. Shinjiro Hikari (26)
EOTF = ECHOES OF THE FRONTIER
Sincia
Shintaro Hikari (Großvater)
Neo
Timothy Dooley
General Whitehawk
Das japanische Wort oder die Wendung für »bō de shitsukeru« = erziehen mit dem Stock (also im Sinne von Zucht durch körperliche Strenge oder Prügelstrafe).
Ein Abfangschirm, oder auch EchoShield genannt, ist ein Sicherheitsmechanismus, der aktiviert wird, sobald eine TSID-Nachricht eintrifft oder bei Bedarf manuell eingeschaltet wird. Seine Hauptaufgabe ist es, den Raum physisch und elektronisch abhörsicher zu machen.
Kurz gesagt: Sobald der Abfangschirm aktiviert ist, wird der Raum zu einem geschützten Bereich, in dem streng geheime Informationen sicher empfangen, verarbeitet oder weitergegeben werden können.
Ein TSID-Eingang ist ein spezieller Kommunikationskanal für Top-Secret-Nachrichten, der zusätzlich durch eine ID-Kennung eindeutig zugeordnet wird. Jede Nachricht, die über diesen Kanal empfangen wird, ist streng vertraulich und kann nur von autorisierten Personen gelesen werden. Die ID-Kennung dient dazu, die Nachricht eindeutig zu identifizieren und ihren Ursprung oder Empfänger zu verifizieren. So kann das System sicherstellen, dass keine unbefugten Zugriffe erfolgen und dass jede Kommunikation zurückverfolgbar bleibt.
Kurz gesagt: TSID = streng geheime Nachricht + eindeutige Identifikation.
… ist ein extrem starkes Radarsignal mit großer Reichweite, das Bewegungen in Echtzeit kartiert.
Spricht Saber »Deck-Off« aus, darf die Brücke verlassen werden. – Die Crew verlässt die Brücke, während das Schiff weiter überwacht, aber nicht aktiv gesteuert wird.
Deck: Bezieht sich auf die Brücke oder das Kommando-Deck eines Raumschiffs.
Off: Abgeleitet von „offline“, also das Abschalten oder Pausieren der aktiven Dienstpflichten.
Der TAC-Desk ist das zentrale System/Programm für Strategien und Einsatzplanung im Kavallerie Oberkommando. Es vereint taktische Karten, Truppenbewegungen, Einsatzdaten und Kommunikationsschnittstellen in einer interaktiven Benutzeroberfläche. Mit dem TAC-Desk können Kommandanten Missionen überwachen, Einsätze koordinieren und schnelle Entscheidungen auf Basis aktueller Informationen getroffen werden.
🔴 P18
P18 ist eine Alterskennzeichnung für unsere Fanfiction oder Medieninhalte. Sie bedeutet, dass die Inhalte nur für Erwachsene ab 18 Jahren geeignet sind. P18-Inhalte können explizite Erotik, detaillierte Gewalt, Krieg, Tod, Trauma und psychologische Belastung enthalten.
Hinweis: Markierte Wörter im Text sind anklickbar. Beim Anklicken werden ergänzende Inhalte wie Bilder, Videos oder Hintergrundinformationen angezeigt.
Addison Simpson
Planet in Sektor A des Neuen Grenzland. Jarr ist ein Königreich, einer französischen Monarchie.
🟠 P16?
P16 ist eine Alterskennzeichnung in unserer Fanfiction oder Medieninhalte. Sie bedeutet, dass die Inhalte für Leser ab 16 Jahren geeignet sind. P16-Inhalte können Erotik, Spannung oder Gewalt enthalten, jedoch nicht explizit.
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