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10.579 Wörter, 56 Minuten Lesezeit.


Absatz 1

Fireball kam nach dem Gespräch mit Colt und Saber, dass ihm immer noch schwer im Magen hing zuhause an. Eilig zog er seine Schuhe aus und rannte in den ersten Stock, er wollte heute unbedingt noch mit seinen Aufgaben fertig werden. Hastig riss er die Tür zum Büro seines Vaters auf und hielt abrupt in seiner Bewegung inne. “Sein Vater? Hier? Zu Hause?” stolperte es durch seinen Kopf.

Shinjiro saß am PC und blickte seinen Sohn genauso überrascht an wie dieser ihn. Für einen Moment durchzog Stille den Raum, denn niemand hatte hier mit dem anderen gerechnet, um diese Uhrzeit gerchnet. Fireball blickte sich suchend um und lehnte sich etwas peinlich berührt gegen die Tür: „Ähm, also, ich bin dann wieder da …“, sagte er etwas unbeholfen. Shinjiro legte seine Stirn in Falten, der Schreck war ihm tatsächlich anzusehen, er nickte nur stumm und wollte sich wieder seinem Tun zuwenden.

Fireball stieß sich von der Tür ab und trat einen Schritt an den Schreibtisch heran, auf dem noch immer sein Buch lag: „Was machst du hier?“, fragte er, um die Situation nicht ganz so stehenzulassen. Shinjiro unterbrach erneut seine Arbeit, blickte auf und musste dabei leicht grinsen: „Es ist mein Haus und ich wohne hier!“ erklärte er ruhig und widmete sich wieder seiner Arbeit. Innerlich rollte Fireball mit seinen Augen, “blöde Frage, ja…” Er nahm die Bücher vom Tisch und wandte sich zum Gehen.

„Das nächste Mal bitte klopfen!“, gab ihm sein Vater noch mit auf den Weg, als er nach der Türklinke griff. Fireball nickte und war schon mit einem Bein über der Schwelle, als er innehielt. Er war etwas hin- und hergerissen und dachte einen Moment nach, was er nun tun sollte. Dabei hielt er die Tür fest in seiner Hand, entschied sich aber dann doch, zu gehen. Aber in dem Moment, in dem er die Tür hinter sich schloss, trat er doch noch mal zurück ins Büro.

Shinjiro musterte die Tür, die nicht wirklich wusste, ob sie auf oder zu sein sollte.  „Hast du Zeit?“ fragte sein Sohn, der nun wieder im Büro stand und auch nicht wusste, ob er hier stehen sollte. Shinjiro ließ nun komplett von seiner Arbeit ab, lehnte sich zurück und fragte: „Was ist denn los?“ Fireball atmete tief ein, er wusste, nun gab es kein Zurück mehr und schloss die Tür hinter sich.

Saber warf einen Blick auf seine Uhr, bis zum Abflug hatte er noch ein paar Stunden Zeit. Er freute sich, doch innerlich arbeitete das Gespräch von heute Morgen in ihm. Es fühlte sich nicht gut an, alles erst einmal einfach so stehenzulassen. Einerseits war es gut, damit alle erst einmal wieder runterkommen würden, andererseits verstieß er gerade als Befehlshabender Offizier gegen geltende Regeln. Als Captain war er noch nie in so einer Lage gewesen. Eine Lage, die sein Team für immer auseinanderreißen könnte. Die Richtlinien waren klar:Eigentlich sollten Sie ihm die Entscheidungen erleichtern, doch in diesem Moment lasteten sie schwer auf ihm, als Freund und Befehlshaber, beides fühlte sich gerade wie Fesseln an. Und dann war da noch April, er musste  unbedingt auch noch mit ihr sprechen, bevor alles entschieden war.

Der Schotte atmete tief durch und warf ein T-Shirt in seinen Koffer und ließ vom Packen ab, setzte sich müde auf sein Bett, fuhr sich durch die Die Zeit lief und er musste einen Weg finden, die richtige Entscheidung zu treffen. Was sollte er tun, wenn das in den nächsten Tagen herauskommen würde? Dann hätte nicht nur sein Team, sondern vor allem er ein echtes Problem.

Er öffnete die Kontakte auf seinem Kommunikator und überlegte einen Moment, die Nummer von Commander Eagle zu wählen. Zögernd scrollte Saber weiter und hielt seinen Daumen wenige Millimeter über der naheliegendsten Nummer. „Okay, Augen zu und durch“, sprach er leise zu sich, und die Verbindung zu Captain Hikari wurde hergestellt.

Absatz 2

Shinjiro saß noch immer zurückgelehnt in seinem Bürostuhl und hörte sich die Geschichte an, die sein Sohn ihm gerade etwas zusammenhanglos erzählte, doch er konnte die einzelnen Fäden erkennen. Konzentriert kniff er seine Augen leicht zusammen, bereit, etwas zu sagen. Doch genau in diesem Moment meldete sich sein Kommunikator und Fireball verstummte. Shinjiro warf einen Blick auf das Display, dann zu seinem Sohn und nahm das Gespräch entgegen.

Nach fünf Minuten war das Gespräch beendet, und Shinjiro wandte sich mit ernster Miene an seinen Sohn: „Hast du mir dazu noch etwas zu sagen, dann jetzt!“, forderte er. Doch Fireball schüttelte nur mit seinem Kopf. „Okay, dann los!“, sagte sein Vater, stand auf und verließ das Büro. 

Fireball blickte ihn fragend nach. Das ging ihm gerade tatsächlich viel zu schnell. Am liebsten hätte er auf eine Stopptaste gedrückt, wenn er eine gehabt hätte. Er fragte sich, was das zu bedeuten hatte, hatte Saber dieselbe Intention verspürt, es noch heute zu klären? Was, wenn er mal wieder zu voreilig gewesen war? Fragen über Fragen schossen ihm durch seinem Kopf, doch die Zeit, darüber nachzudenken, blieb ihm nicht und ihm wurde flau im Magen. Er wusste genau, worauf das alles jetzt hinauslaufen würde. Schwerfällig erhob er sich schließlich und ging ebenfalls nach unten.

Hitomi beobachtete die beiden, die kein Wort miteinander sprachen und doch dasselbe Ziel verfolgten. Shinjiro warf ihr einen schnellen Blick zu: “Ich melde mich!” sagte er und verließ das Haus. 


Saber atmete erst einmal tief und schwer wieder aus, bevor er den Cowboy anrufen würde. Captain Hikari war nicht sonderlich überrascht gewesen von den brisanten Neuigkeiten, zumindest hatte er sich nichts anmerken lassen. Doch die schnelle Anordnung eines Rapports setzte dem Ganzen die Krone auf. Was war da los? Wusste Captain Hikari etwa schon Bescheid? Saber stützte sich nachdenklich an der Tischplatte seines Schreibtisches ab und rieb sich seine brennenden, müden Augen. Aber es blieb ihm keine Zeit. Mit einem Seufzen wählte er Colts Nummer.

„Was gibt’s Schwertschwinger? Ich hab dir doch schon schönen Urlaub gewünscht!“, nahm der Cowboy den Anruf des Schotten nichtsahnend entgegen. Der mit Robin durch die historisch nach Pariser Vorbild angelegte Altstadt auf Jarr schlenderte, das hatte ihm Robin jedenfalls so aus dem Reiseführer vorgelesen.

Saber, der sich gewünscht hätte, tatsächlich nur für einen lockeren Plausch angerufen zu haben, blieb jedoch ernst. Er stand unter Zeitdruck: „Rapport bei Captain Hikari in 20 Minuten, beeil dich!“, informierte Saber den Cowboy knapp. Und Colts Grinsen gefror, er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit und er lotste Robin zügig zum nächsten Taxistand. Die blonde Lehrerin verstand nicht, doch schnell merkte sie, dass Colt längst nicht mehr so entspannt war. Etwas musste geschehen sein. Ohne zu zögern, stieg sie zusammen mit Colt in ein gerade anhaltenes Taxis.

Saber legte auf und versuchte sofort, eine Verbindung zu April herzustellen. Doch der Anruf ging nicht durch: „Mist“, entfuhr es ihm leise, als er sich daran erinnert, dass sie noch ins Labor wollte. Er zögerte keine Sekunde länger, griff nach seinen wichtigsten Sachen und verließ eilig den Friedenswächter, dabei versuchte er es trotzdem immer wieder, die Blondine zu erreichen.

Ein Taxi hielt vor dem militärischen Raumhafen von Jarr. Colt und Robin warfen sich einen Blick zu und die Blondine legte ihre Arme um ihren Verlobten und drückte ihn fest an sich, bevor er ausstieg. Robin sah ihm nach, bis er in dem Gebäude verschwunden war und hoffte, dass alles gut ausgehen würde.

Colt rannte durch die Eingangshalle und entdeckte Saber telefonierend im Offizierskasino, der Schotte legte auf, als er den Cowboy sah: „Ich erreiche April nicht. Hast du eine Ahnung, wo sie sein könnte?“ fiel er direkt ohne ein Hallo, mit seinem Problem ins Haus. Colt schüttelte mit seinem Kopf und griff ebenfalls zu seinem Kommunikator, um sie anzurufen. Just in diesem Moment betrat Captain Hikari ebenfalls telefonierend das Gebäude und ging zügig in sein Büro.

Ein paar Schritte dahinter folgte Fireball, mit gesenktem Blick und einem sichtbar flauen Gefühl im Magen. Er wusste nicht, wie er Colt und Saber jetzt unter die Augen treten sollte. Colt ließ ihn nicht lange zappeln und ging direkt auf seinen Hombre zu, schließlich saßen sie gerade alle im selben Boot. Auch wenn Colt selbst noch nicht wusste, was das alles zu bedeuten hatte. Wortlos legte er Fireball freundschaftlich seinen Arm um die Schultern und führte ihn zu Saber, der noch immer auf seinen Kommunikator tippte. Saber wandte sich sofort an den Jüngsten in der Runde, Fragen wollte er jetzt keine stellen, die würden in den nächsten Minuten ohnehin wie ein Sturm auf sie einprasseln. „Ich erreiche April nicht“, teilte der Schotte schließlich auch Fireball das Problem mit, das nun ganz oben auf der Liste stand..

„Okay, warten wir’s ab“, sagte der Highlander, mehr, um sich selbst zu beruhigen als sein Team, dabei warf er einen Blick auf seine Uhr. Dann griff er erneut zum Kommunikator und entschied sich, Commander Eagle zu kontaktieren: „Los, gehen wir“, sagte er knapp und die drei setzten sich in Bewegung.

Absatz 3

Der Captain Hikari wartete und lehnte mit verschränkten Armen an seinem Schreibtisch, als das Ramrod-Team das Büro betrat, warf einen Blick auf seine Uhr und fragte knapp: „Fehlt noch jemand?“ Saber atmete ein und trat einen Schritt nach vorn. „Miss Eagle ist nicht zu erreichen, Sir, ich habe ihr eine Nachricht hinterlassen.“ berichtete der Schotte: „Wurde sie heute schon gesehen?“, harkte Hikari nach. Saber nickte. „Ja, Sir.“

Captain Hikari richtete darauf seinen Blick auf Colt und Fireball und bedeutete den beiden mit einem knappen Nicken an, das Büro zu verlassen. Das ließen sich Colt und Fireball nicht zweimal sagen und zögerten keine Sekunde und verschwanden nach draußen. Saber musste sich ein Grinsen verkneifen, denn inmitten all der Anspannung hatte diese Szene etwas Komisches. 

Als sich die Tür schloss, umrundete Captain Hikari schweigend den Schreibtisch, zog den Stuhl zurück und ließ sich mit kontrollierter Ruhe nieder. Mit einer knappen Geste wies er Saber auf die Sitzgelegenheit ihm gegenüber. Der Schotte setzte sich, und einen Moment herrschte Stille zwischen den beiden. Hikari überschlug seine Beine und seine Augen musterten jungen Schotten forschend. „Nun gut!“, durchbrach Hikari schließlich die angespannte Stille. Seine Stimme war ruhig, aber eindringlich. „Und jetzt bitte noch einmal langsam – was ist los?“ Saber atmete tief ein und lehnte sich leicht nach vorn. 

Vor dem Büro gingen Colt und Fireball schweigend den Gang bis ans Ende. Dort blieben sie stehen und blickten aus dem Fenster auf das winterliche Rollfeld. Der Nachmittagsbetrieb lief auf Hochtouren, Transportschiffe und Shuttles starteten und landeten fast im Minutentakt. Nach einigen Augenblicken durchbrach Fireball die Stille. „Sorry“, sagte er leise.

Colt nickte nur, ohne den Blick vom Rollfeld abzuwenden. Was hätte er auch sagen sollen? Ein Teil von ihm war tatsächlich sauer. Auf der anderen Seite konnte er seinen Freund auch irgendwie verstehen. „Jetzt ist es so“, sagte Colt schließlich und verschränkte seine Arme, man spürte förmlich, wie es in dem Cowboy arbeitete. Ändern konnten sie die Situation nun ohnehin nicht mehr. Er hoffte nur, dass April bald auftauchte, sonst würde sich das Ganze ewig hinziehen. Nach einigen Augenblicken wandte er sich vom Fenster ab und musterte Fireball mit einem schrägen Blick. „Wie hat er reagiert?“

Fireball blickte zu Colt und zuckte mit einer Schulter: „Er hat’s sich angehört, dann kam auch schon der Anruf von Saber“, erzählte er. Colt schaute zur Decke und blies die Luft aus seiner Nase aus. „Tja, manchmal … ist das Timing einfach zum Kotzen. Und manchmal rettet es!“ sagte er und blickte Fireball dann direkt an. „Gut, machen wir das beste daraus!” kam es von Colt.

Schweigend standen sie wieder nebeneinander vor dem Fenster. Draußen zog ein Shuttle über das Rollfeld, und für einen Moment war nur das entfernte Grollen der Triebwerke zu spüren.


April bog mit eiligen Schritten in den Flur ein. Ihre Stirn war in Sorgenfalten gelegt, während sie sich suchend umsah. Als sie die Jungs am Fenster entdeckte, ging sie rasch auf sie zu. „Was ist los? Mein Vater hat mich angerufen?“, fragte sie atemlos. Fireball und Colt zuckten kaum sichtbar zusammen – offenbar waren sie in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen. Fast synchron drehten sie sich zu der vertrauten, aber deutlich atemlosen Stimme um: „Mensch, April”, begrüßte Colt die Blondine: “Saber und ich haben versucht, dich zu erreichen!“, erzählte er weiter und sichtlich erleichtert, sie endlich zu sehen.

April blinzelte kurz und nickte dann: „Ja, ich habe die Anrufe gesehen. Tut mir leid, ich war im Labor, dort ist kein Empfang.“ Ihre Stimme war ruhig, aber man hörte, dass auch sie unter Strom stand. Sie sah zwischen den beiden Hin und Her. „Aber was ist denn jetzt passiert?“ Fireball war es, der jetzt reagierte, und seine Nerven lagen hörbar blank: „Die Frage ist eher: Was ist nicht passiert!“, schnappte er. Aprils Gesicht veränderte sich schlagartig. Ihre Augenbrauen zogen sich fixierend zusammen und sie sah Fireball ernst an. Sie hatte keine Ahnung, worum es ging – und wurde gleich angefahren.

Colt spürte sofort, wie die Stimmung kippte. Er hob eine Hand, stellte sich zwischen die beiden und drückte Fireball mit dem Arm leicht zurück: „Wow, wow, wow … jetzt nicht hier, okay? Das könnt ihr gleich da drinnen klären“, sagte er mit fester, aber vermittelnder Stimme und zeigte auf das Büro.

Einen Moment lang war alles still. Nur das leise Surren eines Shuttles draußen durchbrach die angespannte Stille. Die Luft zwischen den dreien war zum Schneiden dick. April sah Fireball noch einmal kurz an, dann blickte sie zu Colt und nickte knapp. Ohne ein weiteres Wort setzten sich die drei in Bewegung und obwohl keiner von ihnen etwas sagte, war klar, in den nächsten Minuten würde sich die angespannte Stimmung entladen.

Saber war mit seiner Ausführung am Ende. Captain Hikari hatte sich währenddessen immer wieder Notizen gemacht, dann sah er Saber ernst an: „Ihnen ist klar, dass einer von beiden das Team verlassen muss, Major Lancelot?“ Saber atmete tief durch und nickte. Es war keine Überraschung, aber trotzdem ein Schlag in die Magengrube. „Diese Entscheidung treffen Sie heute, sonst tue ich es.“ sagte Hikari und lehnte sich zurück. Saber presste seine Lippen aufeinander, es war ihm durchaus bewusst, doch es jetzt klar und ausgesprochen zu hören, holte Saber in die kalte formelle Realität zurück.

Hikari lehnte sich vor, tippte etwas in sein Notebook und sprach ruhig: „Ja, das sind die unschönen Seiten des Kommandos.“ Der Schotte nickte, Captain Hikari blickte Richtung Tür: „Vielleicht ist Miss Eagle inzwischen eingetroffen, dann können Sie Ihren Rapport starten.“

Saber hob fragend seine Augenbrauen. Darauf legte der Captain seine Stirn fragend in Falten: „Was ist? Es ist Ihr Team und ich habe Kopfschmerzen.“ winkte er den fragenden Blick des Schotten direkt ab. Der Schotte verstand und ging zur Tür und tatsächlich, zu seiner Erleichterung stand April schon davor. Ohne ein Wort zu verlieren, bedeutete er ihr und den anderen beiden an, hereinzukommen. Und Saber fühlte sich elend, er musste sein Team zum Rapport ziehen, etwas um das er irgendwie immer herumgekommen war. 

Doch der Vorfall und das Ergebnis daraus, konnte keiner Prüfung standhalten, er war in der Pflicht, Konsequenzen daraus zu ziehen! Captain Hikari saß im Hintergrund an seinem Schreibtisch und hörte zu, das wusste und spürte Saber! 

Absatz 4

Saber stand vor seinem Team. Sein Blick war ernst, der Ton sachlich, und sprach aus, was im Raum stand:

„April. Was ist nach dem Kuss auf Ramrod passiert?“ … Die Worte fielen wie ein Stein in stilles Wasser und hallten nach. Der Raum wurde augenblicklich noch stiller, selbst Colt wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er kannte Sabers autoritären Ton, doch das hier gerade war eine andere Nummer. April erstarrte. Ihre Augen wurden groß, für einen Moment hielt sie sogar ihren Atem an. „Woher …?“, flüsterte sie, fast tonlos – doch die Frage erstickte an der plötzlichen aufkommenden Hitze, die ihr ins Gesicht schoss und Scham kroch ihren Nacken hinauf. Sie hatte niemandem davon erzählt, nur Robin und ihr Blick ging langsam, wie in Zeitlupe zum Cowboy neben sich, „Ja, eindeutig, Robin musste es Colt erzählt haben. Arrrr, diese Tratschtante!”, dachte sie und in ihr Blickfeld kam Fireball, der in seinem Stuhl saß, als wollte er sich in Luft auflösen. Kein Wort, keine Regung, nur Schweigen.

Ihr Blick wurde unsicher und sie sah wieder zu Saber, in der Hoffnung, dass er, ja was, sie rettete? Sie fühlte sich bloßgestellt. Und dann war da noch der Captain im Hintergrund, der das Vorgehen im Raum ausdruckslos und schweigend beobachtete. In April sträubte sich alles, sie fand es unpassend, aber doch wusste sie, dass es hier nicht um Gefühle ging, sie versuchte es zu trennen, doch es wollte ihr nicht so recht gelingen. Sie schluckte schwer, die Erkenntnis traf sie plötzlich wie ein Stich, es würde heute Konsequenzen haben, für alle. Für das Team. Für Ramrod. Schweren Herzens gestand sie: “Es war freundschaftlich“, kam es tonlos, ja fast brüchig aus ihr.

Saber ließ seinen Blick kurz auf ihr ruhen, dann wandte er sich langsam zu Fireball. Dieser zeigte darauf jedoch keine Regung. Kein Zucken, kein Nicken, nichts. Als hätte er sich von der Szene innerlich abgekoppelt. Und dem Schotten war klar: Er hatte nicht vor, heute dazu noch etwas zu sagen. Saber seufzte leise durch die Nase und wandte sich wieder an April: „Was passierte dann?“, fragte er ruhig, aber mit Nachdruck. Die Blondine strich sich fahrig, ihre Hose glatt, ein nervöser Reflex, denn sie wollte das hier schnell hinter sich bringen, egal wie. „Ja, ich habe ihn geküsst“, gab sie zu: „Aber das hatte nichts zu bedeuten. Fireball war auch einverstanden.“

Fireball blickte im selben Moment auf, ein Schatten huschte über sein Gesicht, als hätte ihn Aprils Aussage aus der Reserve gelockt. Colt, der zwischen April und Fireball saß, sah zuerst zur Blondine, dann zu seinem Hombre. Irgendetwas stimmte nicht, das spürte er ganz deutlich. Aber er schwieg. Noch. Saber ließ das kurze Schweigen wirken, bevor sich sein Blick direkt auf Fireball richtete, ruhig, fragte er: „Stimmt das?“ Fireball sah Saber nicht an, sondern seinen Vater. Der regungslos am Schreibtisch saß und neutral wirkte. Kein Kommentar. Keine Regung. Nur diese angespannte Stille.  „Was sollte das?” Fragte er sich und plötzlich wusste er, jetzt lastete alles auf ihn. Die Blicke, die Fragen, die Entscheidung, ob er reden sollte, oder nicht. Er schluckte trocken und es breitete sich ein dumpfer Druck in seiner Brust aus, als würde sich etwas zwischen seinen Rippen festkrallen.

Colt atmete gut hörbar ein und blickte abwartend zu Fireball. April war wie eingefroren, doch ihr Kinn war leicht erhoben, als wolle sie sich aufrecht halten, egal, was jetzt kam. Saber wartete noch immer geduldig. Seine Frage schwebte noch immer wie ein Echo im Raum: „Stimmt das?“, hallte es in Fireballs Ohren immer wieder nach. 

Fireball blickte kurz zu April, ein Blick, der kaum länger als ein Wimpernschlag war, und sah dann wieder zum Schotten: „Es … war kein großes Ding!“ sagte er leise. „Nicht so, wie es gerade klingt. Es war, wie April sagt, ein Moment., mehr nicht.“ Saber zog leicht seine Augenbrauen zusammen und hielt seinen Blick auf Fireball. “Wie sollte er das jetzt deuten?” fragte er sich: „ok sie haben sich geküsst, aber warum, aus Neugier? Aus Zuneigung?”, es war zum Verzweifeln: „Okay“, sagte er leise und wandte sich wieder April zu: „Erzähl bitte weiter.“ In April zog sich alles zusammen. Ihr Herz klopfte schneller: „Was soll ich jetzt noch erzählen?“, fragte sie fast resignierend … 

„Sind Gefühle im Spiel?“ kam die Frage scharf und unerwartet aus dem Hintergrund. Saber trat einen Schritt beiseite, um den Blick auf den Captain freizugeben, der mittlerweile am Schreibtisch stand. Hikari füllte den Raum nicht durch Lautstärke, sondern durch seine Haltung – und einer Autorität, die er nicht diskutierte, sondern still forderte. Sein Blick blieb undurchsichtig, aber seine Stimme schnitt messerscharf durch den Raum. April zuckte zusammen und ein Stich ging durch Aprils Magen, als sie ihn anblickte, egal was sie tat, sie wurde nicht warm, mit der Art und der Aura, die er ausstrahlte. Sie schüttelte nur energisch mit ihrem Kopf: „Nein! … Sir!“ sprach sie schnell und senkte wieder ihren Blick.

Saber beobachtete die Szene genau und er wusste, der Captain war jetzt ganz in seinem Element – zielstrebig und fordernd, er wollte das Thema offenbar schnell und ohne Umwege klären.

Mit wenigen Schritten stand Captain Hikari vor Fireball. Es war das erste Mal, dass er unter den Augen seines Vaters einen Rapport erleben musste und er wusste augenblicklich nicht, wie er sich verhalten sollte. „Leutnant Hikari?“ Die Worte trafen wie ein Schuss. Fireballs Augen weiteten sich. „Nein …“, stieß er hervor. Der Blick seines Vaters verengte sich. „Nein, … Sir!“, korrigierte sich Fireball hastig, nachdem er die Bedeutung des Blicks richtig gedeutet hatte.

Der Captain fragte weiter: “Haben Sie es Ihren Vorgesetzten gemeldet?” – “Nein, Sir!” Der Captain blickte zur Navigatorin: “Haben Sie den Vorfall gemeldet?” – “Nein, Sir!” Hikari nickte und wandte sich ab: “Gut, dann können wir zum Ende kommen, Major Lancelot, ihr Team!” gab er die Gesprächsführung wieder an Saber ab.

Alle blickten auf, April wollte sich erklären: “Es war nur so …” Captain Hikari blickte die junge Navigatorin ernst an: “Was wollen sie jetzt noch, Miss Eagle, oder haben sie uns noch etwas dazu zu sagen, wie ihr gemeinsames Arbeitsverhältnis danach verlief?” April sah den Captain nur sprachlos an …  “Major Lancelot, bitte!” sagte Captain Hikari und setzte sich wieder an den Schreibtisch.

Saber schluckte schwer, doch der Kloß in seinem Hals wollte nicht weichen, er stand unter Zugzwang, er musste jetzt eine folgenschwere Entscheidung treffen, die sich nicht nur dienstlich, sondern eventuell auch privat auswirken könnte. Saber sprach zu den dreien: “Ich werde jetzt eine Entscheidung bezüglich des Teams treffen, die ich vorschriftsmäßig treffen muss, er blickte dabei zu Fireball und danach zu April, einer von euch muss das Team, so leid es mir tut, verlassen!“ Colt riss seine Augen auf: “Was jetzt gleich?” kam es von Colt, denn egal wer weg sein würde, es würde ich alles ändern und diese Entscheidung jetzt zu fällen fand Colt zu schnell! Saber nickte dem Cowboy bestätigend zu: “Ja! Wir müssen einsatzfähig bleiben und ich muss auch handeln, einen Piloten oder einen neuen Navigator an Bord holen, je nachdem wie meine Entscheidung ausfällt, es sei denn einer von euch beiden geht freiwillig! Ihr habt 10 Minuten, um euch darüber Gedanken zu machen.” teilte er seinem Team mit, in der Hoffnung, dass ihm das letzte Wort angenommen würde und ging zu Captain Hikari dieser nickte Saber zu und gab ihm einige Formulare, um denjenigen, der geht, darauf einwilligen zu lassen, dass er für immer von Bord geht! Saber sah sich dieses Formular an, er musste nur noch den Namen handschriftlich eintragen, er atmete tief ein, das war einer der schlimmsten Tage, wie er fand. Captain Hikari trat neben Saber und sprach leise zu ihm: “Machen Sie es schnell ohne viel Drumherum und gab Saber einen Stift!” Saber nickte und nahm den Stift entgegen, sah auf seine Uhr und klickte die Druckhülse des Kugelschreibers nach unten. 

Colt war gerade völlig fertig, er musste aufstehen und ging im Büro auf und ab, er wusste nicht, wohin mit sich und seinen Gefühlen. Er benötigte Abstand zu der ganzen Sache, beobachtete aber das Geschehen weiter im Raum, seine Freunde taten ihm leid und er war nur Zuschauer, ohne die Möglichkeit irgendetwas zu tun. 

Captain Hikari setzte sich in den Schreibtischstuhl und überschlug die Beine und wartete ab! April konnte gerade keinen klaren Gedanken fassen, sie würde nicht freiwillig gehen, aber sie wollte auch nicht von Bord geschmissen werden, von Ramrod, ihrem Baby, wie sie den Friedenswächter liebevoll nannte. 

Fireball verstand gerade gar nichts, das alles ging ihm zu schnell. Diese Wendung hätte er nicht erwartet. 

Die Zeit war um.

Absatz 5

Saber drehte sich zu April und Fireball. Die Blicke der beiden waren ungewohnt – fragend und verletzlich, sie hatten keine Entscheidung getroffen und er verstand es,
denn er selbst hatte sie bis zu diesem Moment auch noch nicht getroffen. Doch jetzt blieb ihm kein Raum mehr für Ausreden, die Zeit war gegen ihn. Er atmete tief durch, dann senkte er den Blick auf das Formular vor sich.

Er wählte das für ihn Naheliegendste und trug langsam, fast zögerlich den Namen in das dafür vorgesehene Feld ein. Es fiel ihm schwer – schwerer, als er es sich eingestehen wollte, und seine Handschrift war alles andere als überlegen. Er tat es nicht als Freund, nicht als Kamerad. Er tat es als Major Richard Lancelot und er hoffte, dass seine Freunde das auch wussten. Als der, der in diesem Raum kein Freund mehr sein durfte, hier galten die Regeln und Gesetze des Militärs. Persönliche oder gefühlstechnische Entscheidungen haben hier keinen Platz. 

Ohne ein Wort reichte er das Formular an Fireball weiter. Der nahm es entgegen, ohne ihn auch nur anzusehen. April begann zu weinen. Es war zu viel. All das – nur wegen eines Moments, den keiner von ihnen gewollt hatte, oder beeinflussen konnte. Ein Wimpernschlag, der jetzt alles verändert hatte.

Sie stand auf, ihre Bewegungen waren getrieben, sie hatte nur ein Ziel, raus und ohne ein Wort verließ sie das Büro, die Tür fiel leise, aber endgültig ins Schloss.

Colt stand noch immer verloren mitten im Raum, zwischen all dem Geschehen, das er nicht hatte stoppen können. Sollte er ihr folgen? War das hier zu Ende? Sollte er mit Fireball sprechen? Oder mit Saber? Er war unfähig einen klaren Gedanken zu fassen und das belastet ihn. Sein Blick wanderte stumm zwischen den Anwesenden hin und her. Doch keiner sprach und so blieb er einfach stehen. Mitten im Raum.

Fireball saß wie versteinert im Sessel, sein Blick klebte an dem Formular in seinen Händen, als könnte er noch immer nicht glauben, dass da tatsächlich sein Name stand. Ein eisiger Stich durchfuhr ihm und sein Atem wurde flach, das Rauschen in den Ohren lauter und für einen Moment hatte er das Gefühl, ohnmächtig zu werden.

Und doch konnte er den Blick nicht abwenden, bis die Buchstaben vor seinen Augen begannen zu tanzen. Er atmete tief ein, und es fühlte sich an, als ob er minutenlang nicht geatmet hatte, so schmerzhaft füllten sich seine Lungen. Das war also ein Stück Papier, ein Befehl und ein schmerzhafter Bruch. Irgendetwas in ihm sackte weg, plötzlich war da nur noch Leere. Keine Wut. Kein Schmerz. Nur … Gleichgültigkeit. Ruckartig stand er auf, ohne ein Wort ging er zum Schreibtisch, wo sein Vater und Saber standen, über Details sprachen, den Ablauf koordinierten, was auch immer, es war ihm egal. Stumm nahm er den Stift, unterschrieb neben Sabers Unterschrift – mit fester Hand und trotzig. Dann legte er alles wortlos ab, drehte sich um, griff nach seiner Jacke und verließ den Raum. So fluchtartig wie April, aber wahrscheinlich aus einem ganz anderen Schmerz heraus

Colts Blick folgte Fireball, bis zur Tür, die lautlos vor ihm ins Schloss fiel, dann sah er zu Saber und zum Captain. Beide standen und sprachen in einer Spannung, die kaum auszuhalten war. Das hier würde noch dauern, war sich Colt bewusst. Die Luft im Raum war wie festgefroren, schwer, stickig und voller unausgesprochener Worte, die eher nutzlos gewesen waren. Colt sog scharf seine Luft ein und entschied sich dann ebenso wortlos, das Büro zu verlassen, wie seine beiden Kollegen. Er brauchte Raum, Bewegung und vor allem frische Luft. Er konnte nicht fassen, was sich eben vor seinen Augen abgespielt hatte. Und dass er … nichts getan hatte. Aber was hätte er tun sollen? Eingreifen – ja, aber wobei? Zwischen Vater und Sohn? Zwischen Saber und seiner Autorität, zwischen April und Fireball? Zwischen Verantwortung und Gefühl? Ein dicker Kloß saß ihm im Hals, Wut, Fassungslosigkeit und ein lähmendes Gefühl von Ohnmacht, als Freund gerade vollkommen versagt zu haben. Er war für niemanden da gewesen. Nicht für Saber, nicht für April, nicht für Fireball. Genervt von der ganzen Sache fischte er seinen Kommunikator hervor.

Fireball rannte, wohin, wusste er selbst nicht, seine Beine trugen ihn einfach weiter, nahezu mechanisch, und ohne Ziel. Gedanken hatte er keine, nur einen dumpfen Schmerz, irgendwo tief in ihm. Wie hatte er sich nur in diese Lage manövriert? Es fühlte sich an wie ein schlechter Film, einer von der Sorte, bei der einfach alles schiefgeht. Es war bereits später Nachmittag, und dunkel, jedenfalls dachte er, dass es noch Nachmittag war, Zeitgefühl war ebenfalls keines mehr da. Sein Atem stieg in weißen Schwaden auf und vermischte sich mit der kalten Luft, als wollte auch dieser fliehen. Da klingelte sein Kommunikator, er griff in seine Jackentasche, sein Vater. Fireball blieb stehen, starrte auf das Display, aber nahm nicht ab und wartete bis das Klingeln verklang.

Leise fiel der Schnee und kleine Flocken legten sich sanft auf seine schwarzen Haare. Er setzte sich wieder in Bewegung, langsam und nahezu kraftlos. Doch denken konnte er nicht, jeder Versuch, einen Gedanken zu fassen, war vergeblich – sie glitten ihm weg wie sein heißer Atem in der kalten Luft. 

Der Schnee wurde von Minute zu Minute dichter, die Welt um ihn jedoch stiller. Doch er nahm es nicht wahr, was ihn erschreckte, war nicht der Schnee, nicht die Situation, es war das Nichts in ihm. Er wollte schreien, doch er konnte es nicht, dieses völlige Fehlen von Gefühl, als hätte man ihm alles genommen – sogar die Fähigkeit, etwas zu empfinden. Und ja, das war es, es war ihm alles genommen worden.

Absatz 6

Saber setzte seine Unterschrift unter das letzte Papier. Die Tinte war kaum getrocknet, da spürte er bereits das Gewicht seiner Entscheidung. Nicht nur ein Teammitglied weniger, vielleicht … sogar einen Freund. Der Schotte blickte auf das Formular: Fireball – Shinji Hikari – würde jetzt offiziell aus dem Ramrod-Team entfernt werden. Alles, sein Name, seine Einsätze, seine Berichte, alles würde ins Archiv wandern, verstauben und nach einigen Jahren komplett verschwinden.

Ein junger Mensch, gestrichen mit nur einem Federstrich, aus seiner Hand. War das der Moment, in dem er jemandem die Zukunft genommen hatte? Saber blickte vom Formular auf. Er hätte es nicht anders entscheiden können – nicht als Major. So waren sie die Gesetze, beim Militär, es gab sie schließlich nicht umsonst, zu viele Menschen waren deswegen schwer verletzt oder gar gestorben. Er schloss kurz seine Augen. Vorschriften schützen, wenn es darauf ankam, Leben, aber Vorschriften schützen nicht vor Schuld. Und sie konnten auch nicht das Gefühl lindern, gerade mehr als nur einen Namen gestrichen zu haben.

Er gab dem Captain neben sich das Dokument, dieser setze ebenfalls seine Unterschrift darunter und legte es auf einen Stapel, nun war es unterschrieben, von ihm als Major, von Fireball selbst und von Captain Hikari. “Das erste Mal tut weh, was?” wurde Saber aus seinen Gedanken gerissen, Saber nickte: “Ja, Sir, ich …” der Captain hob seine Hand und meinte: “Hören sie auf zu zweifeln, sie haben eine Entscheidung getroffen!” Saber nickte stumm.  Der Captain begann, seine Unterlagen routiniert in seine Ledertasche zu packen, dann reichte er Saber einen dicken, schweren Umschlag mit den Worten: „Schönen Urlaub, Mr. Lancelot. Und geben Sie das hier Second Lieutenant Wilcox.“ Saber nahm den Umschlag entgegen und sah ihn sich an, es war die Bestätigung, dass das Gesuch des Cowboys stattgegeben wurde, der Schotte nickte bedächtig: “Da wird er sich freuen!” Der Captain nickte und sagte: “Na das hoffe ich doch! Gehen wir?” fragte er und sie verließen das Büro, hinter ihnen erlosch das Licht.

Sie gingen stumm den bereits leeren Gang entlang und ihre Schritte hallten auf dem blank polierten Boden. Captain Hikari griff nach seinem Kommunikator und wählte nochmals die Nummer seines Sohnes.


Colt trat aus dem warmen, ja fast überhitzten Gebäude des Militär-Raum-Hafens, in die kalte Winterluft von Jarr, die schwere Tür glitt hinter ihm mit einem leisen Zischen zu. Er blieb stehen und sah sich um, doch weder April noch Fireball waren zu sehen. Es begann zu schneien, zunächst zaghaft, dann dichter und dichter, innerhalb von Minuten wurde aus leisem Rieseln ein stetiges Fallen schwerer, dicker Flocken. Der Schnee legte sich langsam wie ein stiller Schleier über alles. Auch in den dichten, braunen Locken des Cowboys blieben sie vereinzelt liegen, bevor sie schmolzen. Doch so dick die Flocken auch wurden, sie konnten nicht überdecken, was geschehen war. Colt zog den Kragen seiner Jacke höher: “Das hier war noch nicht vorbei”, wusste der Cowboy. Er holte seinen Kommunikator heraus und wählte die Nummer seines Freundes, er wollte wissen, wo Fireball und April sind. 

Der Schnee knirschte unter Fireballs Schuhsohlen, er lauschte dem Geräusch, es war das Einzige, was in sein Bewusstsein drang und was ihn im Moment irgendwie beruhigte. Dann klingelte sein Kommunikator erneut, doch er ließ ihn einfach in der Jackentasche. Er wollte nicht reden. Nicht jetzt. Er hatte ohnehin schon viel zu viel gesagt. Und er zog den Reißverschluss seiner Jacke höher, die Kälte kroch ihm inzwischen bis unter die Haut. Und das verdammte Ding hörte nicht auf zu klingeln. Wieder und wieder vibrierte es in seiner Jacke. Ruckartig blieb er stehen. Sein Atem wurde schneller und stieg in dichten Wolken auf, während er sich nun doch langsam umsah, alles war in kaltes dunkles Grau getaucht. Dann griff er in seine Jackentasche, zog den Kommunikator heraus. Eine fremde Nummer blinkte auf, gleich darauf wechselte das Display: sein Vater, dann Colt, dann wieder diese merkwürdige Nummer. Immer im Wechsel, wie in einem schlechten Albtraum.

Mit einem knappen, wütenden Ruck schleuderte er das Gerät gegen eine nahe Wand. Es zersprang in mehreren Stücke, wie sein schmerzendes Herz. Er starrte die Überreste an, sagte kein Wort. Dann blickte er auf, in der Ferne glommen die Lichter des Militär-Raum-Hafens von Jarr. War er wirklich schon so weit gelaufen?

Er beobachtete, wie vereinzelte Schiffe starteten und landeten. Kaltes, technisches Licht flackerte über die Ladebuchten. Doch das dort war nicht sein Leben. Nicht mehr. Vielleicht nie mehr. Er gehörte nicht mehr hierher. Ganz gleich, was er tat, irgendetwas war immer falsch. Ja, das Fliegen war fantastisch, doch alles drumherum, war nur anstrengend und zermürbend, schoss es ihm durch seinen Kopf, obwohl er wusste, dass er damit gerade im Unrecht war. Doch er war … ja was? Wütend!

Der Schnee klebte in seinen mittlerweile nassen Haaren, sein Gesicht war gerötet von der Kälte, und es spannte und schmerzte leicht. Seine Lippen wurden trocken und begannen, sich bläulich zu verfärben, er war ausgekühlt und zu aufgelöst, um es wirklich zu registrieren. Er sah sich um, erst jetzt wurde ihm bewusst, wo er eigentlich war. Irgendeine Seitenstraße. Irgendwo bergauf war er gelaufen, denn der Blick auf den Militär-Raum-Hafen mit seinen Lichtern war fantastisch, doch die Schönheit sah er in seinem Zustand nicht. Zu seiner Rechten reihten sich kleine, verstreute Lagerhallen aneinander, grau und still. Zur Linken lag ein Feld oder eine Freifläche, er konnte es durch die Dunkelheit kaum erkennen. Das Licht war schwach, und der Schnee dämpfte jedes Geräusch.

Er entschied sich, zurückzugehen, aber diesmal auf der offenen Fläche entlang. Dort war es wenigstens etwas heller.


Saber und Captain Hikari traten nach einigen Minuten ebenfalls durch den Haupteingang ins Freie. Colt kam ihnen entgegen, seine Stimme war angespannt:  „Ich finde niemanden!“, teilte er den beiden mit. Captain Hikari nickte nur knapp.
„Ich werde ihn suchen.“ Ohne ein weiteres Wort wandte er sich ab und verschwand in der winterlichen Dämmerung. Colt sah ihn fragend und fassungslos nach.
Dann drehte er sich schweigend zum Schotten um. Saber erwiderte den Blick ausdruckslos. Zwei Männer, vereint im Schweigen, getrennt durch das, was geschehen war. Einige Sekunden verstrichen, wo die Kälte zwischen den beiden spürbar war, wie der Schnee, der sich sanft auf ihren Schultern sammelte.

„Das war’s“, durchbrach Saber schließlich die Stille und seine Stimme klang ungewohnt – leise, ja fast resigniert. Colt antwortete nur mit einem bitteren Ächzen und wandte seinen Blick ab, er konnte Saber gerade nicht in die Augen sehen, er konnte nicht fassen, dass der Schotte Fireball tatsächlich einfach so aus dem Team gekickt hatte. Bis zuletzt hatte er gehofft, dass Saber sich dagegen stellen würde, halt irgendetwas tun. Doch es war nichts geschehen. Gar nichts! „Ich fahr’ ins Hotel. Und schönen Urlaub, Major“, sagte Colt schließlich, kühl, mit einem Hauch Ironie und wandte, er wollte sich schnell, aus der unangenehmen Situation befreien, aus der Enge, die plötzlich zwischen ihnen herrschte.

Saber nickte stumm und atmete ein, Colts Reaktion ging ihm nahe, aber verübeln konnte er es nicht, schließlich fühlte er sich doch selbst elend und machte sich Sorgen um April und Fireball. Doch was hätte er tun sollen? Hätte er die Entscheidung nicht getroffen, hätte es Captain Hikari getan: “Warte!” hielt er den Cowboy an, stehenzubleiben, und er gab ihm den Umschlag: “Das ist für dich!” Colt nahm den Umschlag entgegen und verschwand. Saber schaute ihn noch nach, bis er nicht mehr zu sehen war, und er hob seinen Kopf, der dunkle Himmel über ihm war voller großer, dicker Schneeflocken, die sanft auf ihn rieselten und sich sanft auf seine Schultern legten. „Wie sollte es jetzt weitergehen, langsam schlich sich aber der Verdacht, in seinen Gedanken, doch nicht richtig gehandelt zu haben …” Er schüttelte den Gedanken ab und blickte sich um und eilte zu seinem Taxi, schließlich musste er noch einen Flug bekommen!

April war direkt in das Quartier zu ihrem Vater gegangen, sie brauchte jetzt eine Schulter zum Ausweinen und diese würde er ihr geben. Sie konnte nicht fassen, was gerade geschehen war, es war so schnell vorbei, einfach so. Da wurde gerade ein Mitglied, ein sehr guter Pilot, wenn nicht der beste für Ramrod, einfach wegradiert und warum? Nein, sie konnte es gerade nicht aussprechen. Sie heulte drauflos, der Gang kam ihr endlos vor, sie klopfte an die Tür der Wohnung und Charles öffnete: “April!” Er nahm sie in seine Arme und sie gingen in die Wohnung. 

Absatz 7

Im Parkhaus saß Captain Hikari in seinem Auto und telefonierte mit Hitomi , sie sollte ihn sofort benachrichtigen, sobald Shinji nach Hause komme. Dann legte er auf und wollte ihn jetzt selbst suchen. Hitomi blieb mit ihrem Kommunikator in der Hand zurück. Shinjiro hatte ihr nur eine knappe Zusammenfassung gegeben, kaum genug, um zu begreifen, was tatsächlich geschehen war, doch es reichte, um ihr ein ungutes Gefühl zu geben.

Schließlich eilte sie zum Fenster, draußen war es dunkel und die Einfahrt lag still.
Nur das weiche Licht der Straßenlaternen zeichnete goldene Kreise auf den schon gefallenen Schnee, auf dem weitere dicke Schneeflocken langsam und lautlos zu Boden tanzten. Sie konnte nichts sehen, keine Bewegung, kein vertrautes Geräusch, der Schnee schien für einen Moment alles abdecken zu wollen.

Captain Hikari fluchte leise, als er erneut nach mehrmaligen Versuchen, seinen Sohn zu erreichen, nur das Freizeichen hörte, selbst seine Nachrichten blieben unbeantwortet: „Verdammt!“, murmelte er und betrachtete seinen Kommunikator und wählte eine die Nummer von Jarred, um das geplante Treffen abzusagen.

Jarred fragte, nachdem Shinjiro ihm das Geschehen berichtet hatte, ob er helfen könne? Shinjiro wollte schnell verneinen, als ihm einfiel: “Ja, ihr könnt ihn über seinen Kommunikator orten!”, denn er wusste, dass der königliche Sicherheitsdienst diese Möglichkeiten hatte. Jarred nickte sofort: „Ich kümmere mich darum. Ich melde mich, sobald ich etwas habe.“ Shinjiro legte auf und startete den Motor seines Autos und fuhr vor dem Haupteingang, er wartete gefühlt eine halbe Ewigkeit auf Jarreds Rückruf. Immer wieder blickte er auf das Display seines Geräts. Er bekam eine Nachricht mit den Koordinaten, er atmete tief durch, las sie zweimal. „Na bitte!“, sagte er leise, griff zum Lenkrad und fuhr mit steigender Anspannung und Sorge in der Brust los.

Colt saß auf dem Sofa des Hotelzimmers, vorn über gebeugt, seine Ellbogen lagen auf seinen Knien und sein Blick war ins Leere gerichtet. Seine Stimme war rau und ungewohnt tonlos, als er Robin schilderte, was vor kaum einer Stunde, beim Rapport, passiert war. Colt sprach nicht viel, aber das, was er sagte, war eindringlich: „Er ist weg …“, murmelte er. „Einfach weg. Er wird nie wieder auf Ramrod fliegen. Er gehört nicht mehr dazu. Er spielt keine Rolle mehr …“

Der Cowboy wiederholte es immer wieder, als würde es dadurch für ihn begreifbar werden, doch es wurde nicht begreifbar. Colt verstand nicht, wie jemand wie Fireball – ausgerechnet er – so plötzlich ausgegrenzt werden konnte.

Robin saß neben ihm, still und nahezu unfähig, ein tröstendes Wort zu finden. Sie hatte Colt noch nie so erlebt, er wirkte gebrochen und das tat ihr so unendlich leid! Colt fuhr sich durch seine dichten Locken und schüttelte ungläubig immer wieder mit seinem Kopf und blickte Robin in ihre wunderschönen blauen Augen, die ihm immer Halt gaben:  „Weißt du, es ist nicht nur, weil wir Freunde sind …“ begann er und sprach mehr zu sich selbst als zu ihr. „Er ist der beste Pilot, den ich kenne. Ramrod und Fireball, das war eins, es ist, als ob dieses Schiff um ihn herum gebaut wurde.” Robin nickte, sie verstand auf, was Colt hinaus wollte und hörte weiter zu. Colt atmete tief ein, was ihm nicht so gelingen wollte, ein dicker Kloß drückte unangenehm gegen seine Luftröhre: “Ich konnte mich blind auf ihn verlassen, es hat mir ermöglicht, meinen Job zu machen – zu zielen, zu treffen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, über mögliche Flugmanöver und Fireball wusste, wie ich wo hin wollte, meist ohne auch nur etwas zu sagen.“ Seine Stimme versagte, und für einen Moment umgab beide nur die Stille des Hotelzimmers. Bis Colt erneut sprach:  „Mit Alex …“ – „Ich weiß nicht, ob das auch so werden wird, ich weiß es einfach nicht.“ 

Robin schluckte ihre aufkommenden Tränen hinunter, sie spürte seinen Schmerz, seine Enttäuschung, seine Hilflosigkeit und gleichzeitig auch ihre eigene. Colt, der sonst so unerschütterlich schien, saß da wie ein Mann, dem man den Boden unter den Füßen weggezogen hatte. Sie wusste: Das hier war nicht nur irgendeine Entscheidung, das war ein Bruch, ein Riss, der durch etwas ging, das für Colt bisher unantastbar gewesen war. Fireball war nicht nur ein Kollege, nicht nur ein Mitstreiter.
Er war sein Freund. Sein Hombre. Der, auf den er sich verlassen hatte, in der Luft und am Boden. Und jetzt … war er einfach weg und Colt hatte nichts dagegen tun können, es war ihm aus den Händen genommen worden. Robin legte ihm vorsichtig eine Hand auf seinen Rücken, während Colt weiter die Wand anstarrte, als versuchte er, dort irgendeine Antwort zu finden, die es einfach nicht gab.

Colt stiegen die Tränen in die Augen: „Wegen eines blöden Kusses …“, murmelte er mehr zu sich selbst als zu Robin, er hielt es nicht mehr aus, sprang auf, fuhr sich mit beiden Händen wild durch seine Haare und begann, im Hotelzimmer auf und ab zu laufen.

Robin saß noch auf dem Sofa und beobachtete ihn mitfühlend, während er anfing, sich alles, was hinaus musste, von der Seele sprach: „Und Saber … der hat nichts Besseres zu tun, als ihn hinauszukicken!“ sprach er wütend und wirbelte herum: “oh, nein! Richard Lancelot!“ und seine Stimme wurde bissiger – „Entschuldige! Major Richard Lancelot hat entschieden! Major!“ spie er das Wort voller Bitterkeit aus und blieb stehen, atmete schwer ein und sein Blick fiel wieder auf Robin, die sich alles in Ruhe, ohne Wertung, anhörte. Seine blauen Augen glänzten feucht und seine Wut verwandelte sich in Schmerz.

Robin stand nun ebenfalls auf, ohne ein Wort, trat zu ihm und zog ihn sanft, aber bestimmt in eine Umarmung. Er ließ es geschehen und dann brach es aus ihm heraus und er presste sein Gesicht an ihre Schulter, die Anspannung wich seinem bebenden Körper. Er schluchzte tief und ehrlich, weil er wusste: Bei ihr durfte er das. Bei ihr musste er nicht stark sein, wo er es nicht konnte. Hier war jemand, der ihn verstand, ohne dass er sich erklären musste.

Robin presste ihre Lippen fest aufeinander, auch ihre Augen wurden glasiger und sie hielt ihn einfach fest und sagte nichts, sie ließ ihn spüren, dass er nicht allein war. Sie wusste, in diesem Moment war sie seine Zuflucht. Und das war mehr als Worte geben konnten.

Shinjiro kam bei den Koordinaten an und stieg aus. Die Autotür fiel dumpf ins Schloss, der Klang verlor sich in der weiten, stillen Dunkelheit. Die Scheinwerfer seines Wagens schnitten wie zwei starre Lichtkegel durch das immer dichter werdende Schneetreiben, es war der einzige Schutz vor der völligen Finsternis, die ihn umgab. Er drehte sich und er musste feststellen, er stand mitten im Nirgendwo, „Waren die Koordinaten, die ihm Jarred geschickt hatte, richtig?” fragte er sich, während er in die kalte Dunkelheit blickte, es gab kein Geräusch – nur der Schnee, der lautlos fiel, und der Wind, der durch die Wege der Lagerhallen in der Ferne strich wie ein flüsterndes Warnsignal.


Shinjiro ging ein paar Schritte vor und trat auf etwas und der Schnee gab ein knackendes Geräusch von sich. Er ging in die Hocke und hob es auf – ein zerbrochenes Stück Technik eines “SynCore X” Kommunikators, ein Blick genügte und er wusste, dass es Shinjis war. Er presste seine Lippen fest aufeinander und seine Finger verkrampften sich etwas um das kleine, beschädigte Gerät: „Verdammt, Shinji …“, murmelte er, während er weitere Teile, des Geräts, die verstreut unter dem Schnee lagen, aufsammelte. Seine Gedanken rasten, Wut, Angst, Hilflosigkeit vermischten sich zu einer eisigen Unruhe in seiner Brust, dann richtete er sich wieder auf, der Schnee wirbelte um ihn herum: „SHINJI!“, rief er laut und eindringlich, doch es blieb weiterhin stumm um ihn. Er legte die Einzelteile auf den Rücksitz und zog seinen Kommunikator aus der Jackentasche, er wollte wissen, wo genau er war. Der Bildschirm zoomte und zeigte seinen Standort – ein abgelegenes Industriegebiet, halb verlassen, nichts, was ansatzweise Orientierung gab. Der Weg weiter nach oben war eine Sackgasse, die mit einem alten Zaun ein Betriebsgelände abgrenzte. Links lagen verlassene Lagerhallen, rechts Brachland.

Shinjiro blickte dem Weg links neben sich nach, der sich karg beleuchtet durch die Dunkelheit zog, wie ein schmaler Schlund. “Wenn Shinji zu Fuß unterwegs war, dann vermutlich dort entlang.” entschied er, diesen hinab zu folgen und er stieg wieder ins Auto, seine Bewegungen waren eilig, er schaltete in den Rückwärtsgang, wendete und fuhr den Weg langsam zurück, in der Hoffnung, ihn zu finden. Die Scheinwerfer schnitten durch die weiße Wand vor ihm, doch selbst auf höchster Stufe war kaum noch etwas zu erkennen.

Shinjiro entschied sich, um mehr sehen zu können, auf dem Schotterweg, neben der Straße zu fahren. Jetzt, um diese Uhrzeit, war hier garantiert niemand mehr unterwegs – und selbst wenn, den Strafzettel würde er in Kauf nehmen. Mit einem Ruck lenkte er den Wagen über den Bordstein, die Reifen knirschten über den Schnee und gefrorenen Kies. Die Scheinwerfer tauchten die angrenzende Freifläche in kaltes Licht. Er beugte sich leicht über das Lenkrad, seine Augen waren wachsam auf jedes Detail gerichtet. Der Schnee glitzerte wie Glasstaub, der jedes Zeichen unter sich abdeckte, während Shinjiros Herz unaufhörlich gegen seine Brust schlug, während er den Wagen im Schritttempo durch die Dunkelheit rollen ließ.

Und da – fast am Ende des Weges, sah Shinjiro schräg vor sich eine Gestalt durch den Schnee stapfen. Er blinzelte einige Male gegen den tanzenden Schnee, der immer dichter alles in sich hüllte, während sich diese Gestalt langsam und schwerfällig bewegte, als kämpfte sie gegen Wind, Kälte und etwas Unsichtbares. 

„Shinji!“, flüsterte er heiser, hielt den Wagen abrupt an und sprang ohne zu zögern aus dem Auto und rannte los, sein Herz raste, seine Stimme drängte sich aus seiner Kehle: “SHNJI!” rief er.

Doch sein Sohn ging einfach stur weiter, als hätte er ihn nicht gehört. Shinjiro holte auf, seine eiligen Schritte knirschten im frisch gefallenen Schnee. Als er nur noch wenige Meter entfernt war, streckte er eine Hand aus und packte den Unterarm seines Sohnes. Fireball zuckte zusammen und drehte sich blitzschnell zu seinem Vater um: „Was willst du?” fauchte er und kniff seine Augen zusammen und blickte seinen Vater herausfordernd an. Der Griff seines Vaters war fest, aber nicht grob. Es war ein Griff, der sagte: “Ich lasse dich nicht einfach so gehen.”

Absatz 8

Saber betrat die First Class des zivilen Raumgleiters, der ihn in den kommenden Stunden nach Schottland bringen würde. Die kraftvollen Triebwerke summten bereits leise, während er sich lautlos stöhnend in den weichen Sitz sinken ließ.

Heute hatte er eine Entscheidung von wahrer Tragweite getroffen, eine von denen, die er nie hatte treffen wollen. Ohne Zögern, ohne Wenn und Aber, so hatte es seine Pflicht verlangt. In seiner dienstlichen Rolle durfte es keine Freundschaften geben. In Uniform war er Major Lancelot, der Befehlsgeber und trotzdem spürte er einen Stich in seiner Brust. Er hatte keine Regung gezeigt, aber innerlich … innerlich hatte er das Pochen des Zögerns gefühlt, eine Schuld, die er nicht bannen konnte. Er durfte nicht zweifeln, durfte nicht weghören. 

Die zarte Stimme der Flugbegleiterin holte ihn zurück ins Hier und Jetzt. „Willkommen an Bord, Sir. Darf ich Ihnen einen Willkommensdrink anbieten?“ Saber richtete sich auf, nahm das schlanke Champagnerglas entgegen und musterte einen Moment das perlende Gold im Glas. Als die Flugbegleiterin sich zurückzog, setzte er das Glas an und leerte es in einem Zug. Schuldgefühle, des Verrats nackten an und vor allem in ihm.

Die Situation kam ihm immer noch surreal vor, so als wäre vor seinen Augen ein schlechter Film abgelaufen, eine Szene, die sein sollte, aber gerade keinen Sinn ergibt. Captain Hikari hatte sich nicht eingemischt, er hatte ihm Major Lancelot seinen Job machen lassen. Eine Tatsache, die zeigte, dass Hikari ihn als Befehlshabende Offizier akzeptierte. Denn eines wusste der Schotte, hätte Hikari entschieden, würden ihn Colt und April nicht für kompetent halten, damit haben auch die beiden ein Lehrstück, ein Exempel präsentiert bekommen, das zeigte, dass er Saber – Richard Lancelot – der Chef ist und im Team entscheidet. “Entweder sie entscheiden es, oder ich tue es!” das war die klare ansage des Captains und Saber wusste genau, was dieser in dem Moment erwartet hatte. Es war seine Gelegenheit, wenn auch keine schöne, seinem Team zu zeigen, dass er es trotz allem Spaß, wirklich ernst meint und auch die “Macht” hat das zu tun, was er tat! Nur zu welchem Preis? Er musste nicht nur den fähigsten Piloten, wie Saber nach wie vor fand, für Ramrod opfern, ja das war das Wort, er hatte einen Freund geopfert, für seine Karriere, das musste sich Saber eingestehen, und damit kam er gerade überhaupt nicht klar.

Auch Captain Hikari hatte seine Position, Saber und den anderen gegenüber klar dargestellt. Und Saber musste zugeben, es beeindruckte ihn, es wäre für Hikari ein Leichtes gewesen, seinen Sohn da rauszuhauen, ohne dass irgendjemand jemals etwas davon erfahren hätte, er hat es nicht getan! Und damit klargemacht, dass es für niemanden Sonderregelungen gab. 

Saber lehnte seinen Kopf an die gepolsterte Rückenlehne und schloss für einen Moment die Augen. Der Geschmack des Champagners in seinem Mund war längst verflogen, aber der bittere Nachgeschmack seiner Entscheidung hallte noch nach.

Wie es Captain Hikari wirklich damit ging, konnte er nur erahnen. Der Mann hatte keine Miene verzogen, keine Regung gezeigt, er hat das Protokoll befolgt, doch Saber wusste, dass hinter dieser Fassade ein Vater stand, dessen Sohn gerade aus dem aktiven Dienst entlassen worden war. Ein Dienst, der für Fireball schon sowas wie sein Leben geworden war, der Schotte wusste, mit wie viel Herzblut Fireball Pilot war und es liebte zusammen mit seinen Freunden zu sein.

Doch die Grenzen zwischen Freund und Offizier, zwischen Loyalität und Verantwortung, verschwammen wie der Schnee im Sog der Triebwerke. Und genau das war das Gefährliche daran. Wie weit konnte man gehen, ohne seine Autorität zu verlieren? Ohne einen Freund zu verlieren?

Er musste es lernen – wie alle. Dienstlich und privat zu trennen. Es klang so einfach. Und war in Wahrheit eine der härtesten Lektionen, die das Kommando bereithielt. Vielleicht die grausamste. 

Er musste es lernen, wie alle, dienstlich und privat, zu trennen, doch was so einfach klingt, war in Wahrheit eine der härtesten Lektionen, die das Militär bereithält. Vielleicht das grausamste. Er legte den Sicherheitsgurt an und blickte aus dem Fenster, im Hintergrund hörte er die Sicherheitsanweisungen, während sich der Raumgleiter langsam durch das immer noch starke Schneetreiben in Bewegung setzte. Vielleicht war das übertrieben, aber ein Major darf sich von seinen Freundschaften nicht leiten lassen. Und heute hatte er das zum ersten Mal durchgezogen: „Das erste Mal tut weh“, sagte der Captain. Und Saber verstand nun, was damit gemeint war.

Es war ein schmaler Grat, auf dem er wandelte, zwischen Menschlichkeit und Pflicht. Zwischen Mitgefühl und Verantwortung. Und doch, so weh es tat, war es richtig gewesen. Er wusste es tief in sich. Denn seine Entscheidung hatte Leben schützen sollen, in diesem Job konnte ein kurzer Moment der Nachsicht fatale Folgen haben. Ein Fehler, ein Zögern und Menschen sterben. Diese Realität war erbarmungslos.

Der Raumgleiter hob ab, Saber atmete tief ein und sah, wie Jarr unter ihm immer kleiner wurde und er blickte vor sich in das immer näher kommende Schwarz des unendlichen Weltraums und er wusste dort draußen warteten noch so viele Entscheidungen auf ihn, die ihm das Herz schwer machen würden. Aber er war bereit.


Der Schnee peitschte Shinjiro ins Gesicht und ließ ihn nach wenigen Augenblicken frieren, während er hastig vorpreschte. Er packte Fireball und drehte ihn grob zu sich herum: „Shinji!“, rief er und verstummte, als er seinem Sohn in die leeren Augen blickte. 

Fireball blickte seinen Vater an, als wäre er gar nicht da, und doch lag in seinem Blick so viel Schmerz. Shinjiro konnte den Blick, der durch ihn hindurchging, nicht deuten, aber spüren, langsam ließ er seinen Sohn los. Fireball zitterte – seine Lippen hatten sich bereits verfärbt, sein Gesicht war vom Schnee gezeichnet, doch es war nicht die Kälte, die ihn lähmte, sondern die Leere. “Was?”, fragte er nahezu stimmlos, doch Shinjiro verstand – es blieb stumm zwischen den beiden, beide wirkten verloren zwischen Schnee und Dunkelheit, irgendwo im Nirgendwo.

Shinjiro nickte, nach einigen Momenten langsam, während er seinen Sohn nicht aus den Augen ließ: “Ich weiß!” war seine ruhige, bestätigende Antwort. Fireball schossen die Tränen in die Augen, er wurde wütend. Er ging auf seinen Vater los, dieser reagierte und trat einen Schritt zur Seite, griff erneut nach seinem Sohn und zog ihn an sich heran! Er spürte das Beben seines Sohnes, er konnte nur erahnen, was in ihm gerade vorging, er schaute über dieses Feld und drückte ihn einmal kräftig durch, weil er nicht wusste, ob dieser gerade aufnahmefähig war, und sprach mit fester, ruhiger Stimme: “Shinji!” … „Was willst du jetzt hier machen, es tut weh, ja, das soll es auch, aber du machst es hier gerade nicht besser!” Fireball verkniff sich angestrengt das Heulen und schüttelte energisch, mit letzter Kraft seinen Kopf und wandte sich etwas und sein Vater ließ ihn los. Fireball nahm einen Schritt Abstand und ging sich mit einer Hand über seine Augen und schaute an sich hinunter und ließ dabei die Arme fallen: “Es funktioniert einfach nichts, egal, wobei.“ sprach er zusammenhanglos, mit rauer Stimme und blickte in den schwarzen Himmel und dann langsam zu seinem Vater. 

Shinjiro hörte die verzweifelten Worte seines Sohnes, er wusste, was er damit meinte und trat tief einatmend näher an ihn heran und antwortete: “Stimmt, genau das tut es!” begann er. Fireball blinzelte und blickte seinem Vater verständnislos entgegen: “Hör auf jemand anderes sein zu wollen.” sprach Shinjiro fester, “dann passiert sowas auch nicht!“ Er machte eine kurze Pause, sein Blick blieb fest auf seinem Sohn: „Du bist Shinji Hikari und kein Fireball, du stammst aus der obersten Klasse der Samurai, der Shogunen, mach dir das endlich bewusst!” sagte er und ging noch einen Schritt auf seinen Sohn zu. Fireball blieb fast der Atem weg und er wusste nicht, was er sagen sollte, sein Vater hatte mit einer Intensität gesprochen, die etwas in ihm berührt hatte, doch benennen konnte er es nicht. Und genau das machte ihn wütend, er atmete tief ein und schüttelte energisch mit seinem Kopf, er wollte es nicht hören, er wusste teilweise um die Geschichte seiner Familie, aber richtig zugehört hatte er nie. Was sollte es ihm auch bringen, dass Wissen nütze ihm nichts!

“Das ist alles Vergangenheit, die gibt es nicht mehr, es ist vorbei!” Shinjiro konnte es gerade nicht fassen, seinem Sohn war sein Umfeld überhaupt nicht bewusst, sah er nicht, wie er lebte, glaubte er wirklich, dass das alles normal oder Glück sei? Doch dann erkannte er: “Es wäre meine Aufgabe gewesen, dir den Weg zu gehen, vielleicht kannst du mir das eines Tages vergeben!”, lenkte er ein und auch Shinjiro wurde die Tragweite bewusst, dass auch er daran seinen Anteil hatte. “Tzzz” atmete Fireball aus … Shinjiro ignorierte es: “Wenn du wieder in Japan bist, schau dich um, sie dir die Namen in deinem Umfeld an! Seii Taishogun Hikari hat es für dich, mich, deinen Onkel, Großvater und alle, die vor dir waren, getan und auch für die, die nach dir kommen werden, damit der Name Hikari nicht stirbt!” Fireball schluckte: “Er hat sich umgebracht!” gab er zurück, Shinjiro nickte: “Ja, … zwei Jahre nachdem er sein Katana vor dem Kaiser niedergelegt hatte, damit begann, etwas Neues seine Ära war vorbei, das wusste er – er war fremd in dieser neuen Welt, er gab seine Söhne in die aufkommende Moderne und das gerade aufgebaute japanische Militär und beobachtete es, als er wusste und sah, dass es nun der Weg seiner Söhne und der übrig geblieben Samurai, dort war zu dienen und vor allem zu führen, er konnte es Akzeptieren.” Fireball hatte das Gefühl, sich gerade einen Film anzuschauen. “Und jetzt?” fragte er seinen Vater mutlos, aber herausfordernd und doch kam er sich wie der größte Versager vor. 

Shinjiro sah seinen Sohn an und musste ein wenig schmunzeln: “Es ist gut, wie es gerade ist!” Fireball verstand nicht und zog seine Augenbrauen zusammen: „Gut, hier ist gerade gar nichts gut!” schrie er fast, doch seine Stimme hatte kaum noch Kraft. Sein Vater nickte ihm entgegen: “Ja und das wird es eine Weile auch noch nicht sein, aber schau dich an, schau dich um, es ist alles weg, fast wie damals, es liegt jetzt an dir, den Weg, den er dir geebnet hat, anzunehmen.“ Fireball verstand, doch er zitterte am ganzen Körper, etwas machte das alles gerade mit, oder war es die Kälte, die er schon nicht mehr spürte, sein Vater kam auf ihn zu und sprach ruhig zu ihm. “ Auch du bist ein Samurai und nicht nur das, sondern gehörst zur Kaste der Seii Taishogun, die Loyalität, Mut, Aufrichtigkeit und Selbstdisziplin in den Mittelpunkt stellen. ” Fireball sah seinen Vater an und flüsterte, “Bushido!” … Shinjiro nickte nur. Eine eisige Windböe zog über die beiden hinweg, die Fireball wohl wieder ins Hier und Jetzt katapultierte, sein ganzer Körper schmerzte und sein Blick ging glasig zu seinem Vater: “Mir ist kalt!” sprach er und sah aus, als würde er gleich umfallen. Sinjiros Blick glitt über seinen Sohn, dessen nasse Haare, das Gesicht, das kaum noch Farbe hatte, rahmten. Würde er noch länger in dieser Kälte verbringen, könnte er direkt in ein Krankenhaus fahren, eilig sprach er: “Dann los!” und legte seinem Shinji einen Arm um die Schultern und sie gingen zum Auto. 


Eagle hatte sich geduldig die ganze Geschichte angehört: “Ich weiß, dass ihr einen Rapport deswegen hattet, Captain Hikari hatte mich davor angerufen und mir erzählt, was los ist, Fireball hatte ihm wohl schon alles erzählt!” April bekam große Augen, dass Fireball irgendetwas erzählt haben musste, hatte sie sich schon gedacht, aber gleich so direkt mit ihrem Vater, das war schon eine andere Nummer, fand sie. Ihr Vater sprach weiter: “Ich werde mich auf keine Seite stellen.“ machte Charles ungewohnt klar, was April leicht zusammenzucken ließ. “Es ist die Konsequenz und die Entscheidung liegt immer noch bei Saber!” April wusste gerade nicht was los ist, ihr Vater, der immer hinter ihr stand, wollte da jetzt keine Partei für sie ergreifen? Das überforderte sie, musste es aber akzeptieren und sie senkte ihren Kopf. Nach wenigen Augenblicken merkte sie einen Arm um ihre Schultern und sie lehnte sich an, da war es wieder, das Gefühl des Geborgenseins und April verstand: Die Entscheidung, die Saber getroffen hatte und auch ihr Vater, wie er damit umgeht, waren zwei unterschiedliche Dinge. Tief atmete sie ein – das alles war so neu und sie brauchte Zeit sich daran zu gewöhnen. Charles hielt seine Tochter, wenn er gekonnt hätte … nein, selbst dann hätte auch er … ach egal, beide saßen noch eine ganze Weile sich haltend im Arm. 

Colt kam aus der Dusche, irgendwie hatte ihm die Dusche gegen Kummer tatsächlich geholfen, aber die Gedanken, die langsam nach und nach wieder in ihn aufstiegen, waren leider nicht im Abfluss verschwunden. Er schlüpfte in seine Sachen dabei fiel sein Blick auf dem Tisch, da lag er, der dicke Umschlag, den er noch von Saber in die Hand gedrückt bekommen hatte, er öffnete ihn und es fiel ihm direkt ein Namensschild entgegen, “Second Lieutenant Bill Wilcox” las er es mehrere male, sein Gesuch war angenommen worden, das sagte jedenfalls das Schild in seiner Hand. “Was für ein Zeitpunkt”, murmelte er in sich und warf das Schildchen unliebsam zurück auf den Tisch. Da betrat Robin das Hotelzimmer und der Cowboy blickte auf, sie hatte Essen dabei, eigentlich hatten sie vorgehabt, heute essen zu gehen, aber danach war keinem mehr zumute gewesen, also machte es auch etwas vom Italiener um die Ecke.

Captain Hikari und Fireball wurden schon zu Hause erwartet. Fireball war sichtbar ein Eisklumpen. Hitomi eilte sofort ins Bad und ließ ein warmes Bad in die Wanne, sie war geschockt und hatte so viele Fragen, doch sie mussten warten. Shinjiro überblickte die Situation und sah, wie Hitomi ihren Sohn ins Badezimmer schob. Er selbst stand noch einige Augenblicke im Flur, bis er merkte, dass auch in ihm eine unangenehme schmerzende Kälte aufstieg, drehte er sich um und ging in den ersten Stock.

Die Wärme des Badezimmers holte Fireball langsam wieder ins Hier und Jetzt zurück. Dabei hatte die schmerzende Kälte seinen Schmerz so gut übertüncht. Langsam stieg Fireball in die Wanne und als sein Körper das heiße Wasser berührte, zuckte er leicht zusammen und ein scharfes Kribbeln brannte sich über seine Haut. Er ließ sich langsam immer tiefer ins Wasser sinken, schwer atmend begann sein Körper zu zittern, nicht mehr vor Kälte, sondern vor Erschöpfung. Er blickte starr an die Decke, es war Realität, verdammte Realität. 

Erschöpft fiel er nach dem Bad in einen tiefen Schlaf.

Hitomi und Shinjiro saßen im Wohnzimmer auf dem großen Liegesofa, vor der großen abgedunkelten Glasfront, es lief leise Musik und Hitomi lehnte an ihrem Mann, während sie gemeinsam die Ruhe genossen.

„Wie wird es jetzt weitergehen?“, wollte Hitomi besorgt wissen. „Für Shinji geht es weiter wie bisher, er ist jetzt komplett aus allen militärischen Angelegenheiten raus, er soll sich auf das Studium konzentrieren und vor allem auf sich!“, sagte Shinjiro ruhig, in diesem durchdachten Tonfall, der so typisch für ihn war, und schloss seine Augen. Hitomi nickte nur stumm, sie wusste, dass es ihrem Sohn im Moment den Boden unter den Füßen weggerissen hatte. Aber aus den Augen einer Mutter sah sie in dieser Veränderung auch etwas Gutes.

„Wir werden Ende der Woche nach Japan fliegen, ich werde morgen alle Truppen des Oberkommandos nach Yuma verlegen, wo sie hingehören. Eagle wird die Stellung vorerst halten … alles, was danach kommt, entscheide ich in Japan, ich möchte erst mit meinem Vater reden!“

Hitomi hob ihren Kopf und suchte seinen Blick. Es dauerte einen Moment, bis er es überhaupt bemerkte, und dann wanderte sein Blick nur zögerlich zu ihr, glitt einmal leicht an ihr vorbei, bevor er ihren Augen einen kurzen, unsicheren Moment lang standhielt.

„Wie geht es dir?“, fragte Hitomi leise und strich ihn dabei über seinen Unterarm.

Shinjiro schloss erneut müde seine Augen: „Wenn die Kopfschmerzen nicht wären, gut, aber ich mache mir Gedanken. Ich hoffe, dass irgendetwas von dem, was ich Shinji erzählt habe, hängen geblieben ist. Er weiß gar nicht, wer er ist und was, er nimmt alles, was er hat, als selbstverständlich hin. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen, werde ich auch nicht!“

Hitomi nickte: „Aber du machst dir Vorwürfe!“

Shinjiro nickte, ohne sie anzusehen. Sie rutschte näher an ihn heran, und sie genossen noch einige Minuten ihre Zweisamkeit, bevor auch sie schlafen gingen.



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