17.838 Wörter, 94 Minuten Lesedauer.
19:30 Uhr
Der warme Juniabend legte sich wie ein goldener Schleier über das Herrenhaus von König Jarred. Sanft wehte die warme Abendluft durch die Baumkronen des Parks. Und der Duft von König Jarred eigens gezüchteten Rosen der “Rubis de la Couronne“, die schon mehrere Preise im Neuen Grenzland gewonnen hatte, hinauf zur Terrasse. Das Abendessen war vor weniger als einer halben Stunde beendet worden und jetzt saßen König Jarred, Dr. Morel, Shinjiro und Hitomi auf der Terrasse beisammen und bewunderten mit leisen Gesprächen das rote Licht der untergehenden Sonne.

Philippe Jarreds Privatsekretär betrat die Terrasse und kündigte eiligen Besuch an und zeigte Richtung Terrassentür. Kaum waren die Worte verklungen, erschien bereits der Schotte gefolgt von Royu, auf der Terrasse. Ihre Schritte hallten gedämpft auf dem Steinboden, doch ihre bloße Anwesenheit genügte, um die Stimmung merklich kippen zu lassen. Alle Blicke richteten sich auf sie, denn dieses Aufgebot war alles andere als gewöhnlich. Jarred und Shinjiro sahen sich an und erhoben sich. Shinjiros Blick wanderte von seinem Major zu seinem Bruder: “Shinji!” war alles, was Royu sagte, und Hitomi stand voller Sorge auf Dr. Morel, stellte sich neben sie.
Die Bediensteten auf der Terrasse entfernten sich dezent und König Jarred, zeigte allen an, nach drinnen zu gehen. Shinjiro ging zu Hitomi und sprach mit ihr, um sie zu beruhigen. Saber beobachtete die beiden auf der Terrasse und presste seine Lippen aufeinander, hätten sie doch noch warten sollen? Fragte er sich, vielleicht war ja auch gar nichts und Fireball hatte sich nur an keine der Abmachungen gehalten. Doch diesen Gedanken verwarf er gleich wieder, das wären dann zu viele Zufälle auf einmal. Nach wenigen Augenblicken betraten Captain Hikari und seine Frau ebenfalls das Innere, wo die anderen bereits auf sie warteten: “Was ist los?” fragte Shinjiro jetzt die beiden Neuankömmlinge. Royu sah zu Hitomi und dann zu seinem Bruder: “Wir können Shinji nicht finden, oder mit ihm Kontakt aufnehmen. Er kam nicht, so wie es abgemacht gewesen war. Ist aber immer noch im Oberkommando und auf dem Peacekeeper eingeloggt, seine letzte Ortung haben wir über seine Smartwatch getätigt, Standpunkt war das Offizierskasino, ich habe ihn suchen lassen, nichts… ”
Captain Hikari zog automatisch seinen Kommunikator und versuchte, seinen Sohn anzurufen, doch der Anruf ging nicht raus. Hitomi hatte sich von allen weggedreht, sie stand an der Fensterfront und sah nach draußen. Doctor Morel gesellte sich stumm zu ihr. “Was braucht ihr?” fragte König Jarred. Shinjiro steckte seinen Communicator wieder ein und blickte in die Runde dann zu Jarred: “Einen Hubschrauber!“ sagte er und ging zu seiner Frau und zeigte ihr an, mit ihm zu gehen. Jarred verstand udn würde es direkt veranlassen. Und Shinjiro verschwand mit Hitomi in ihrer Suite auf Zeit, denn nirgends war es jetzt sicherer als auf Jarreds Anwesen.
Royu sah seinem Bruder nach und schaute dann zu Jarred und Dr. Morel. “Wie lange?” fragte er. Morel sah auf seine Uhr: “Drei eventuell maximal vier Stunden.” Saber trat an die Gruppe heran: “Er hat das Medikament bekommen…” stellte er fest. Jarred nickte und atmete tief ein. „Tja, wer konnte es denn ahnen, dass es heute noch Action gibt?“ kam Augenrollend von Royu, der Kontakt mit Rosso und Kenzo, seinem ersten Mann, bei der Task Force aufnahm. Saber hielt noch seine Hände still, er wollte das KOK noch nicht aktivieren, doch er rief vorsichtshalber die Truppenstärke auf, um sich einen Überblick zu verschaffen, solange Captain Hikari noch nicht da war.
In der Suite fiel Hitomi Shinjiro in die Arme, er ließ sie einige Sekunden um, anzukommen, doch die Zeit saß ihm im Nacken: “Ich fliege jetzt ins Oberkommando und drehe es auf links und suche ihn!“ erklärte er ihr, Hitomi schüttelte mit ihrem Kopf: “Ihr habt nicht aufgepasst!” sprach sie leicht sauer, er nahm sie darauf noch fester in seine Arme und sie blieben einen weiteren Moment einfach nur so stehen: “Wir finden ihn!” sagte er leise: Hitomi nickte wieder versöhnlicher. Shinjiro blickte sich nachdenklich im Zimmer um, ein entferntes schweres, dumpfes, Grollen war zu hören, der angeforderte Hubschrauber näherte sich bereits, er sah zu Hitomi in seinen Armen: “Dazu müsstest du mich jetzt gehen lassen!” Hitomi sah auf und sie lösten ihre Umarmung: “Bitte!” flehte sie. Er gab ihr einen Kuss und verließ das Zimmer, ohne noch etwas zu sagen oder sich umzudrehen. König Jarred kam aus seinem Büro, er hatte trotz er nicht erreichbarkeit des Communicators eine Ortung veranlasst.
“Ich sehe nach ihr!” versicherte er zu seinem Freund, Shinjiro nickte und trat an den Schotten: “Wer ist im Oberkommando?” wollte er wissen. “Mentor Eagle, Sir, wartet im Büro, falls Shinji auftauchen sollte.” Captain Hikari sah auf seine Uhr und dann zu Jarred: “Bau hier eine zweite Kommunikationszentrale auf, falls das KOK in … feindliche Hände gerät.” Jarred nickte und wusste bereits, was zu tun war. Saber schluckte und wusste nun ebenfalls, wohin es gehen sollte … wenn … Und schaute zu König Jarred der ihm zunickte. Dann ging Captain Hikari zu seinem Bruder: “Bei Rosso und dir alles klar?” Royu nickte: “Ja!” und zeigte Richtung des landenden Hubschraubers: “Der Hubschrauber ist gelandet und startklar!“ kam es von Philippe und alle sahen sich: “Counter ab jetzt” sagte Hikari und alle tätigten an ihrer Uhr den gleichen Handgriff darauf verließen Saber, Royu und Captain Hikari die Villa. Jarred und Dr. Morel blickten den dreien nach und schauten auf ihre Uhren, wo die Zeit hoffentlich für sie lief.
19:50 Uhr
Sie stiegen in den großen Militärhubschrauber: “Ich werde die Monarch supreme in Bereitschaft nehmen!” kündigte Jarred über Funk noch an. Der Hubschrauber startete und Saber eröffnete dem Captain, dass Ramrod wegen des Schirms noch im Wartungsmodus steckte. Captain Hikari sah ihn ernst an: “Sehen Sie zu, dass Ihr Schiff startklar ist Major!” sagte der Captain ernst und nahm das ihm gereichte Tablet, um sich die verfügbaren Truppen vor Ort anzusehen. Saber fluchte innerlich und rief sofort April an.
Colt lief durch das Offizierskasino, nur vereinzelt saßen noch Offiziere an den Tischen, tranken ihren Feierabendkaffee oder begannen ihre Schicht. Ein leises Stimmengewirr hing noch in der Luft, doch es verlor sich zunehmend in der aufkommenden Stille. Hier würde Fireball nicht sein und wahrscheinlich hatte man ohnehin schon alles abgesucht: „Tschüss, Colt!“, holte ihn eine süße Stimme aus seinen Gedanken, Frances vom Offizierskasino winkte ihm zum Feierabend zu und war schon fast draußen. Colt nickte ihr freundlich nach und entschied sich, auf das Rollfeld zu gehen. Draußen angekommen, empfing ihn die warme Luft des Sommerabends. Ein leichter Wind strich über das Vorfeld und trug den vertrauten Geruch von Metall, Treibstoff und aufgeheiztem Beton mit sich. Vor ihm breitete sich das beeindruckende Lichtermeer des Oberkommandos aus und der Tower blinkte fest und beständig in den beginnenden Abendhimmel. Er steckte seine Hände in die Hosentaschen, in ihm regte sich eine leise Unruhe, die sich nicht abschütteln ließ. Er atmete tief ein und ließ seine wachsamen Blick über das Gelände schweifen und etwas Unbehagen stieg in ihm hoch, hier stimmte doch was nicht und hielt inne und schaute über das Rollfeld zu den Hangars und bemerkte, wie sich die Air Base von Captain Lorenz langsam füllte. Seine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Er beobachtete das Geschehen weiter: Nach und nach startete ein Hubschrauber nach dem anderen, die schweren, lauten Rotoren, die Stille durchbrechen den Feuerroten Abendhimmel und trotzdem lag eine merkwürdige Stille über allem. Dann blickte er nach oben: „Hä?“ Da landete so ein Ungetüm auf dem Dach: „Tja, das war’s mit Feierabend“, scherzte er innerlich, um sich vom Ernst der Lage abzulenken und machte sich auf den Weg ins Büro des First Grad.
Saber und Captain Hikari betraten eilig das Büro, wo Mentor Eagle sie bereits erwartete. Royu war unterwegs, um sich seinen Kampfanzug anzulegen, und Kenzo von der Task Force blieb als Begleitschutz des First +Grad und bezog Stellung vor dem Büro, bis Royu wieder eintreffen würde. „Es war alles ruhig!“, teilte Eagle mit, als er Captain Hikari und den Schotten erblickte. „Danke, Sir!“ nickte Saber dem Mentor zu. Captain Hikari ging sofort an seinen Schreibtisch und loggte sich in die Überwachung ein: „Ich habe die ungefähre Uhrzeit von Captain Wilson, als er das Schiff verlassen hat.“ Eagle und Saber traten näher an den Tisch heran und blickten auf den Monitor, der die Aufzeichnungen der Überwachung abspielte.
Die Fahrstuhltüren öffneten sich und Colt trat aus der Kabine und bekam große Augen, als sich die Fahrstuhltüren öffneten, Kenzo, oder Royus Schatten, wie Colt den Offizier mittlerweile bezeichnete, konnte dieser überhaupt sprechen? Versuchte sich der Cowboy zu erinnern, ob er Kenzo jemals etwas sagen gehört hatte. Und jetzt stand er in voller Montur, mit Präzisionsgewehr vor ihm und gab dem Cowboy nur eine Kopfbewegung in Richtung Büro. “Danke, Bitte .. Jo, Partner…” sagte Colt und ging ins Büro und nickte nur Stumm in die Runde und stellte sich neben den Schotten, und blickte mit auf den Monitor. Die Überwachungskamera zeigte Fireball, wie er den Peacekeeper mit seinem Laptop verließ und am telefonieren war: “Bestimmt Aaiko, schoss es dem Cowboy durch seinen Kopf.” und dabei Richtung Offizierskasino lief. Darauf rief Captain Hikari die Kameras im Casino auf, sein Sohn zog sich einen Softdrink aus einem Automaten und setzte sich mit dem Notebook an einen Tisch. Hikari spulte etwas vor und stoppte, als sich jemand zu Fireball setzte. Alle sahen zu Eagle, dieser nickte wissentlich: “Wir haben ca. 10 Minuten miteinander gesprochen und er wollte dann direkt danach zu dir gehen.” kommentierte Eagle die Videobilder. Die zeigten, wie Fireball das Offizierskasino Richtung Fahrstühle verließ und in einen davon verschwand … Dann verwischte sich seine Spur, im Büro kam er jedenfalls nicht an. “Dann haben sie ihm auf irgendeiner Etage nach oben oder gar nach unten, was fast mehr Sinn macht, abgefangen“, stellte Colt leicht wütend fest und fluchte innerlich und zeigte darauf dem Captain die neueste Nachricht auf seinem Kommunikator: “Cowboy, du hast gewählt, der nächste Zug ist unser!”

Captain Hikari las sie, nickte und stand auf und ging in den Meetingraum und rief auf dem Monitor das Gelände der Tromston Ranch auf und was die angeblichen Vermessungen der letzten Wochen aufgedeckt hatten. Colt trat an Saber: “Also haben sie ihn?” fragte er wissentlich und Saber atmete tief ein und nickte: “Es deutet jedenfalls alles darauf hin, ja!” und die Sorge in Saber wuchs: “Verdammter Mist, verdammter … wir waren zu unvorsichtig, er hätte selbst hier nicht allein herumlaufen sollen!” murmelte Colt, doch das brachte jetzt auch nichts mehr und er sah sich die Karten an, als ob er sie für sich im Kopf abspeichern wollte.
König Jarred meldete sich: Trotz des deaktivierten Communicators hatte der königliche Geheimdienst über ein hochpräzises Ortungssystem die letzte ausgesandte Signalspur rekonstruieren können. Diese war vor etwa zwei Stunden registriert und nachträglich aus den Sensor- und Netzwerkdaten herausgefiltert worden. Captain Hikari übertrug die Koordinaten auf die Karte, die eine Meile östlich der Tromston Ranch anzeigte: „Da ist nichts!“, sagte Colt und trat näher an den Monitor. “Ich bin dort vor einigen Wochen entlang geritten, es ist ein Trail nichts als weites hügeliges Steppenland, aber mit einem atemberaubenden Ausblick über Yuma City.” erzählte er. Captain Hikari nickte. Colt zeigte auf die Karte: „Das riecht jedoch nach einer Falle, da wird sein Communicator sein, aber nicht er!“ fügte er noch mit an. Hikari nickte erneut zustimmend: „Ja, sie wollen uns genau dort haben. Wir sollten ihn mit etwas Anstrengung orten“, sagte er und legte die Messdaten auf das entsprechende Gebiet.
Royu betrat das Büro und sah den neuesten Stand auf dem Monitor. Captain Hikari sah zum Schotten: “Was macht Ihr Schiff Major Lancelot?” fragte er, als er den Safe im Wandschrank öffnete. Saber trat an den Captain heran: “Miss Eagle ist dabei, ich habe meine Besatzung in weniger als 10 Minuten an Bord.”, sagte er und beobachte den Captain. Der einen Blaster aus dem Schrank holte und ihn lud. Das erste Mal sahen Saber und Colt den Captain mit einer Waffe in der Hand. Hikari sah sich den Standpunkt noch einmal an und verließ den Meetingraum.
Saber und Colt folgten dem Captain und Mentor Eagle trat an Hikari heran: “Und wo ist er?” fragte er. Hikari drehte sich zu Eagle und sah ihn überrascht an: “Das wollte ich dich gerade fragen.” Charles hielt inne, Saber der schräg hinter Eagle dachte sich verhört zu haben und Hikari lud seinen Blaster, Colts Augen weiteten sich und er griff automatisch an sein Holster, das stieß ihn Royu an: “Ruhig Cowboy!” und stellte sich einen halben Schritt vor Colt. Saber trat einen Schritt auf Captain heran: Charles blickte Hikari fragend an. Saber blickte zwischen dem Mentor und dem Captain hin und her, er konnte die Situation gerade überhaupt nicht einschätzen, er hatte seine rechte Hand jedoch auch zug bereit, doch da stellte sich Kenzo neben ihn. Was hatte das alles zu bedeuten? und er zog seine Augenbrauen zusammen. Konnte das wirklich wahr sein, Eagle gehört mit zu den … Nein, niemals korrigierte Saber seine Gedanken und blickte zu seinem Scharfschützen, der von Royu zurückgehalten wurde. „Zwing mich nicht dazu!“, sagte Hikari leise aber ernst und trat einen Schritt auf Eagle zu. Charles sah sich noch immer ungläubig um. Shinjiro aktivierte seinen Blaster und ein leises Surren war zu hören, das zeigte, dass diser schussbereit war. Eagle verschränkte seine Arme: „Ich staune, dass du mit einem Blaster vor mir stehst und nicht dein Killer-Bruder, der sonst die Drecksarbeit für dich erledigt“, sagte Eagle trocken. Royu stellte sich nach dem Gehörten neben dem Mentor: „Okay, das ist jetzt das dritte Mal, dass ich das höre und langsam hätte ich gern ein T-Shirt mit dem Spruch“, meinte Royu … Charles drehte sich irritiert zu ihm und Royu grinste nur noch breiter: „Mit Hashtag davor“, erklärte er und zeichnete das Zeichen locker in die Luft.
Captain Hikari atmete tief ein, während Colt sich ein leichtes Grinsen trotz der angespannten situation nicht verkneifen konnte. Saber schüttelte mit seinem Kopf, er musste sich innerlich zur Ruhe ermahnen, doch diese wenigen Sekunden und des lockeren Spruchs von Royu ließen ihn und auch Colt etwas klarer werden. der Cowboy, er sah zum Schotten, doch Colt erinnerte sich, “Killer-Bruder”, das waren die Worte, die auch Neo über Royu damals verloren hatte. Colt, kam darauf nicht klar, dass Eagle zumindest in Verbindung mit der Untergrundbewegung stand.
Für Colt war eines klar: Der Captain hatte jetzt nur noch ein Ziel und zwar seinen Sohn zurückzubekommen und das am besten gesund und munter, wenn es irgendwie ging. Und genau das war auch Colts Ziel, er trat ohne ein Wort zu sagen, einen Schritt zur Seite und stellte sich links neben den Captain. Saber beobachtete seinen Freund und Schützen ganz genau den Verstand; Colt hatte Stellung bezogen und sich entschieden, auf welcher seite es für ihn weiterging.
Und für einen Moment zögerte Saber, doch dann hörte er die Stimme seines Vaters in seinen Gedanken: „Captain Hikari steht unter niemandem, genau wie wir Lancelots. Präg dir das ein, mein Sohn, dann wirst du richtig handeln.“ Die Worte hallten in seinem Kopf nach und Saber trat nach vorn und stellte sich rechts neben den Captain. Hikari nickte „Major“, Saber erwiderte das Nicken: “Captain!” Eagle sah, was da vor ihm geschah.
Colt sah den ehemaligen Commander fest und ungläubig an. Er konnte es nicht fassen. Zu diesem Mann hatte er einmal aufgesehen und ohne einen weiteren Gedanken richtig fassen zu können, entlud sich alles in Colt und er ging auf Eagle zu. Seine ganze Anspannung, der Stress, den seine Frau wegen all da sghier erleiden musste ihre lange Trennung, die Sorgen um die Zukunft und dem gehörten auf der Ranch, all das schoss ihm gleichzeitig durch seinen Kopf und verdichtete sich zu einem einzigen, überwältigenden Gefühl: „Wo ist Fireball und jetzt ein bisschen flott!“, sagte Colt laut und packte den Mentor fest am Kragen. Royu und Saber rannten dem Cowboy hinterher und befreiten Eagle von dessen festen Griff.
Colt stand unter Strom. Er wollte hier vrdammt nochmal endlich vorankommen. „Er ist an der Tolma, ein Haus hinter der Tromston Ranch, doch das wisst ihr nicht von mir!“, gab Eagle hastig Auskunft: „Ist mir egal, von wem das kommte, aber wehe, das ist eine Falle!“, fauchte Colt wütend und setzte seinen Hut auf.
Captain Hikari warf einen Blick auf seine Uhr, trat an seinen Schreibtisch und deutete auf die Konsole, auf der sämtliche Daten und Aufzeichnungen der letzten Monate gespeichert waren. Ohne zu zögern, zog er seine Waffe und schoss darauf. Und ging darauf in den Meetingraum und feuerte auch dort auf die Konsolen und den großen Monitor. Colt sah zu Saber, derSchotte verstand sofort. Sollten sie hier nicht lebend herauskommen oder von der Bewegung überrannt werden, würden zumindest keine streng geheimen Informationen in falsche Hände fallen: „Na dann los!“, sagte Colt knapp und ging mit der richtigen Portion Wut voran.
Royu drehte den Mentor grob herum, legte ihm Handschellen an und übergab ihm zwei Männern, der Task Force, die im Vorraum bereits warteten.“
Saber griff nach seinem Communicator und erkundigte sich bei April, ob Ramrod jetzt einsatzbereit wäre. “Ich brauche für die Tests mindestens noch eine Stunde.” hörte er: “Ich gebe dir 20 Minuten! Hennry und Alex sollen alles startklar machen!” wies er an. “Ja, aber..:” setzte April an, doch aber war schon wieder raus aus der Leitung. Saber atmete tief ein, „Was sollte er April sagen … ?” ginge ihm durch den Kopf, doch das musste warten.
Kenzo überholte den Captain und ging vor, um eventuelle Gefahren abzuwehren, alle mieden den Fahrstuhl, Kenzo öffnete das Treppenhaus, um auf das Dach zu kommen, wo ein Militärhubschrauber schon wartete. Saber eilte neben dem Captain, eilig liefen sie die Treppen nach oben. Saber sah sich um, Kenzo öffnete die Tür zum Dach und sicherte den Weg mit seinem Gewähr und gab den Weg zum Helikopter frei.
20:45 Uhr
Fireball kam langsam zu sich in seinem Kopf hämmerte es schmerzhaft und ihm war Speiübel. Jeder Atemzug fühlte sich falsch an, Was war passiert? fragte er sich und öffnete seine Augen, doch um ihn herum war nichts als Dunkelheit. Er hob die Hand, konnte sie jedoch kaum vor seinen Augen erkennen, langsam tastete er sich zu einer Wand und richtete sich auf. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und grelles Licht flutete den Raum, Fireball hielt instinktiv eine Hand vor seinen Augen, das Licht blendete ihn noch zu sehr: „Er ist endlich wach!“ hallte eine Stimme, doch noch bevor er sich orientieren konnte, traf ihn ein harter Stoß. Er taumelte und verlor fast das Gleichgewicht: „Na, kennst du mich noch?“ fragte ihn ein hochgewachsener, dunkelblonder Mann, etwas ungepflegt, der ihn mit einem Blick ansah, der nichts Gutes verhieß. Fireball blinzelte, einige Male und fixierte den Mann: „Nein, so jemanden wie dich kenne ich nicht.“ Und im Blick des anderen erkannte er, dass diese Antwort ein Fehler gewesen war. Neo packte Fireball grob und riss ihn brutal an den Haaren nach unten. Schmerz explodierte in seinem Kopf und Fireball schrie auf, doch gleichzeitig hatte er das Gefühl, als würde ihm die Luft abgeschnürt werden.
„Gut, dann mache ich da weiter, wo ich damals leider unterbrochen wurde. Vielleicht erinnerst du dich dann, Spoiled Boy.“ und ließ Fireballs Haare los, holte aus und verpasste ihm eine heftige Ohrfeige. Fireball war vollkommen überfordert von so viel Brutalität, dass ihm für einen Moment schwarz vor Augen wurde und blieb benommen liegen: „Na, hat es beim Nachdenken geholfen?“ Fireball hob schwach eine Hand vor sein Gesicht, um sich etwas zu schützen, doch da wurde er schon wieder grob auf die Beine gezerrt. Sein Angreifer stand direkt vor ihm und Fireball schüttelte nur leicht mit seinem Kopf, was ihm einen höllischen Schmerz bescherte. Neo stieß ihn von sich weg und Fireball prallte mit seinem Rücken gegen die Wand hinter sich, er versuchte sich noch zu orientieren, doch der Schwindel in seinem Kopf war zu stark und er rutschte an der kalten Betonwand hinunter und blieb sitzen und atmete tief und schwer. Neo ging auf ihn zu und stellte sich vor ihm: “Du weißt es ganz genau, wer ich bin und heute gibt es die Rechnung und Daddy bezahlt!” sagte er ernst und grinste dabei, es war ihm eine Genugtuung, endlich denjenigen zwischen seinen Fingern zu haben, der ihm die Chance auf Alamo vermasselt hatte.
Langsam hatte sich Fireball nach einigen schweren Atemzügen wieder gefangen, doch das Dröhnen in seinem Kopf und vor allem Ohren wollten nicht verschwinden, langsam sah er auf und ihm entfleuchte nur ein leisen ironisches lachen, was Neos grinsen zum erlosch brachte und er holte erneut aus und Fireball fing sich eine erneute Ohrfeige und er schmeckte darauf Blut in seinem Mund, er hatte sich dabei zu fest auf die Lippe gebissen. neo wollte nach ihm greifen, doch Fireball versuchte sich zu wehren, aber Neo war ihm um einiges überlegen: “Versuch es erst gar nicht, Freundchen, hier kommst du nicht weg!” – “Lass mich los, du Spinner!” und Fireball drehte sich um seine eigene Achse und Neo ließ ihn los. Neo war tatsächlich überrascht von der Aktion und wollte wieder nach ihm greifen. Doch Fireball holte aus und trat ihn in seine Weichteile. Neo kniete sich nieder und Fireball verzog ebenfalls sein Gesicht, das tat garantiert weh, aber das Echo darauf wollte er auch nicht hören und sah sich um.
Der Raum war komplett mit Teppich ausgelegt, eindeutig im Wild-West-Stil gehalten, der Besitzer hatte es gnadenlos durchgezogen: An den Wänden hingen Felle, Bilder von Cowboys, leicht bekleideten Damen, daneben wieder Autos, schräge Sprüche und neuere Darstellungen dieser Wild-West-Romantik im Grenzland. Und spätestens da hatte er sein Konzept wieder verloren. Schwankend ging er einige Schritte, vor seinen Augen drehte sich alles und Übelkeit stieg in ihm auf. “Oh man… Das ist garantiert eine Gehirnerschütterung.” War er sich sicher. Da griff ihn wieder jemand von hinten und drehte ihn schwungvoll um, zu schwungvoll, denn er musste sich einen Brechreiz verkneifen .. “Schluss jetzt!” hallte eine Stimme durch den Raum und Neo ließ von seinem Opfer ab, Fireball sank kraftlos auf seine Knie, er traute sich nicht seinen Kopf zu berühren, dieser pulsiert und ein stechender schmerz lähmte ihn für einen Moment und ihm wurde immer wieder sekundenweise schwarz vor Augen. “Doley, was machst du hier?” hörte er Neo sagen und Fireball sah bei diesem Namen auf, doch das verschaffte ihm einen erneuten Schwindel. “Verzieh dich!” sagte die andere Stimme und Fire hörte eine Tür schließen. Wenige Augenblicke später wurde gegriffen, allerdings etwas humaner, als Neo es getan hatte, er sollte aufstehen. und wurde in ein Badezimmer gebracht, “Wasch dich!” wurde ihm gesagt und hinter ihm die Tür geschlossen. Fireball sah in den Spiegel und erschrak etwas vor sich selbst .. Doch nun konnte er sich nicht mehr zurückhalten und übergab sich.
21:15 Uhr

Im Helikopter lief die Einsatzplanung auf Hochtouren, der Rotorenlärm erfüllte den Innenraum, doch jeder war hochkonzentriert. Nichts durfte jetzt schiefgehen, sie hatten schließlich nur diese eine Chance. Saber hob kurz seinen Blick. Am Himmel zeichneten sich mehrere kleine Punkte ab, das waren eindeutig Jets. „Das KOK ist also bereits aktiv“, murmelte er. Doch seine entscheidende Frage blieb: Wann kam die Kavallerie und somit Ramrod zum Einsatz? Sein Fokus kehrte wieder auf das Tablet in Captain Hikaris Hand zurück. Alle Positionen liefen in Echtzeit über den Bildschirm. Das Tolma-Haus war unterirdisch mit den übrigen Gebäuden der Ranch vernetzt. Royu deutete auf zwei markierte Punkte: „Team Alpha, Rosso geht hier rein, Team Bravo wir nehmen diesen Zugang. damit haben wird zwei Angriffsachsen, simultan.“ Captain Hikari nickte knapp: „Bestätigt, eure Ankunft, alles so synchron wie möglich. Royu und Kenzo griffen darauf nach ihren Helmen, setzten sie auf und in kurzes Klicken aktivierte die Kommunikationssysteme.
Der Pilot meldete sich über Funk: „Landezone in Sicht. Dreißig Sekunden.” und der Helikopter ging in den Sinkflug. „Bereit zum Absetzen.“ Ein kurzer Ruck ging durch die Maschine und Royu und Kenzo sprangen heraus, kaum dass die Kufen den Boden berührten. Staub wirbelte auf, Rotoren peitschten durch die Luft und noch bevor sich der Staub legte, zog der Helikopter wieder hoch, die Mission, auf die sie alle so lange gewartet hatten, war im vollen Gange, schoss es Colt, der gerade noch stiller Beobachter war, durch seinen Kopf.

„Ramrod ist gestartet!“, meldete Saber. Captain Hikari nickte knapp: „Gut. Nehmen Sie ein Headset. Sie kommandieren Ihr Team von hier aus. Alles Weitere koordiniert Captain Lorenz. Wer ist Ihr kommandierender Offizier an Bord?“ – „First Lieutenant Bastiaan de Vries, Sir!“, antwortete Saber ohne zu zögern. Hikari bestätigte mit einem kurzen Nicken und übermittelte seinem Major den aktualisierten Taktikplan und drückte Saber das Tablet in die Hand: „Sie übernehmen, wir weichen maximal zehn Sekunden ab, wenn überhaupt“, wies er den Schotten an. Saber überflog die Daten und setzte sich das Comand Head auf, er vernahm ein leises doppeltes Piepen. Ab jetzt bekam er jeden Funkspruch und das Timer-Signal mit.
„Lieutenant Wilcox“, wandte sich Captain Hikari nun an Colt: „Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, weichen Sie immer nach links aus!“ Colt nickte nur knapp, sah kurz zu Saber hinüber und stieß seine angestaute Luft aus. Jetzt war er genau dort gelandet, wo er nie hatte sein wollen, zwischen menschlichen Feinden. Saber sah auf seine Uhr.
21:30 Uhr
Saber bekam über Funk mit, dass die Peacekeeper ebenfalls gestartet war. Er wechselte den Kanal und die Funksprüche aus Alamo waren genauso wenig erfreulich, dort wurde das Hauptquartier gestürmt und die Truppen aus Jarr waren involviert. Von der Royal Monarch, der im Oberkommando stationiert war, hatte er noch nichts gehört.
„Wir sind unter dem Ortungssignal!” kam ein Funkspruch von Colonel Rosso. Saber rief das Signal von Fireballs Kommunikator auf. Also wie vermutet, war das Signal nur der Lockvogel gewesen und Saber markierte die Task Force von Rosso am Standpunkt: “Bis jetzt kein Feindkontakt. Wir verteilen die Sprengsätze!”
„Wir landen direkt vor der Ranch!“, sagte Captain Hikari: „Major, Sie gehen wieder hoch und behalten den Überblick und Mr. Wilcox kommt mit mir!“ Saber hielt einen Moment die Luft an, nickte dann knapp und sah zu seinem Scharfschützen hinüber. Colt überprüfte seinen Blaster, lud ihn zur Sicherheit noch einmal durch.
„Hören Sie das, Lieutenant?“, fragte der Captain plötzlich. Colt sah ihn erst fragend an, und lauschte dann und tatsächlich, trotz des dröhnenden Rotorlärms war da etwas, ein leises, regelmäßiges Klack… klack… klack. Er nickte: „Gut, sobald Sie das hören, gehen Sie in Deckung und weichen nach links aus!“, wies Hikari ihn an. Colt nickte. Er atmete tief durch und nahm die Information so hin, wie sie im Raum stand. Und im Inneren des Helikopters wurde es still, nicht, weil es leiser geworden wäre, denn die Rotoren dröhnten weiter, Metall vibrierte, Ausrüstung klirrte leise. Und doch lag über allem diese gespannte Ruhe, die nur kurz vor einem Einsatz entstand. Jeder an Bord war bei sich, um seine Gedanken zu sortieren, die Bewegungen wurden kontrollierter, Blicke schärfer. Niemand sprach ein Wort, jeder trat innerlich einen Schritt zurücktreten, um sich auf das Kommende auszurichten. Es fühlte sich wie ein klares, kaltes Kribbeln an, das wach machte.
Der Helikopter setzte zur Landung an und kam vor der Tromston Ranch weich auf: „Sie haben das Kommando, Major!“, rief Captain Hikari, bevor er gemeinsam mit Colt hinaussprang und Geduckt und mit gezogenen Waffen Richtung Ranch liefen. Saber ließ den Helikopter sofort wieder aufsteigen und nahm Kontakt mit seiner Crew auf: „Ramrod, Position halten über den Silver Ridge Plains, Niedriges Profil, wir dürfen nicht gesehen werden. Und macht Ramrod auf 100 Prozent Einsatzbereitschaft.“ Schließlich sollte Ramrod nicht direkt entdeckt werden, aber in der Nähe sein, falls etwas schief gehen sollte. Der Hubschrauber stieg so hoch er konnte, um von allen eventuellen, Lenkwaffen ausser reichweite zus ein, schließlich war er jetzt die Einsatzzentrale. Für einen kurzen Moment hob Saber seinen Blick. Und schickte stummes Stoßgebet gen Himmel. Er hörte die Jets über sich. Laut Taktikplan würde am Ende unter ihnen alles in die Luft gehen und ging die nächsten Schritte durch.
21:45 Uhr
Fireball stand in einer hohen, offenen, zweistöckigen Halle und er konnte sich kaum auf seinen Beinen halten, doch hier konnte er sich jetzt klein beigeben, schon gar nicht vor denen! Sagte er sich immer wieder in seinen Gedanken und hoffte inständig, dass hier bald jemand auftauchen würde. Vor ihm standen zwei Generäle aus Alamo, er kannte sie zumindest vom Sehen her. Hinter ihm trat ein Mann dicht an ihn heran, packte ihn und drückte ihm eine Waffe in den Rücken. Was in Fireball ein eiskaltes Gefühl verursachte: „Keine Versuche, Kleiner, das könnte weh tun“, murmelte dieser. Auch ihn kannte Fireball aus dem Oberkommando. “Was zum, geht hier vor?” dachte er, doch weiter kam er nicht in seinen Gedanken. Der Offizier schob ihn nach vorn, direkt auf die Generäle zu. „Wollen Sie uns nicht formell begrüßen, First Lieutenant Hikari?“, fragte ihn ein grau melierter General mit ruhiger, aber kalter Stimme. Fireball sah ihn ernst an: „Vor Verrätern salutiere ich nicht“, sagte er so fest er konnte. Die Männer lachten amüsiert: „Keine Sorge“, erwiderte einer: „Du wirst in Zukunft vor niemandem mehr salutieren müssen.“ und Fireball blickte stumm geradeaus, das Stehen alles kostete ihn immense Kraft: „Frech wie eh und je“, sagte Bradley spöttisch: „Dein Vater muss sehr enttäuscht von dir sein.“ – „Was wollen Sie?“, wollte Fireball einfach nur wissen und ging auf das Gesagte nicht ein. Commander Bradley, erhob sich langsam und trat näher an ihn heran: „Deinen Vater“, sagte er ruhig. „Er wird nicht wollen, dass dir etwas passiert. Doch das können wir nur garantieren, wenn er tut, was wir wollen.“ und er machte eine Pause: “Warum, wieso, weshalb, das würde jetzt den Rahmen sprengen.” Fireball kniff seine Augen zusammen und hörte Geräusche um sich herum, langsam und schwerfällig sah er auf und über ihm, auf dem offenen Oberbereich der Halle, brachten sich schwer bewaffnete Einheiten in Stellung: „Auch wir sind vorbereitet“, fügte Bradley hinzu: „Dein Vater wird seine eigene Strategie aufheben müssen, denn die liegt jetzt bei uns.“ Fireball schluckte, verdammt, sein Vater udn die Anderen würde direkt in diese Falle laufen und dieser Gedanke traf ihn härter als jeder Schlag zuvor.
Captain Hikari und Colt betraten die Stufen der Tromson Ranch. Kaum waren sie oben angekommen, wurden sie bereits erwartet, der Helikopter hatte ihr Kommen unüberhörbar angekündigt. Man begrüßte sie überraschend freundlich. Zu freundlich, für Colts Geschmack und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, wurden sie über den dunklen, nur spärlich beleuchteten Hof geführt. Der warme Wind strich leise über das Gelände, irgendwo klirrte Metall. Neben und hinter ihnen bewegten sich bewaffnete Männer. Colts Blick glitt über die Umgebung, jede Bewegung, jeder Schatten wurde von ihm registriert: „Das ist die reinste Falle“, flüsterte er leise. Hikari nickte nur knapp, er wusste es längst, er hatte sogar damit gerechnet.
In dem einstöckigen Gebäude wurden die drei von General Muelly empfangen: “Captain Hikari, wie schön sie wiederzusehen, wie haben sie uns gefunden?” fragte dieser ironisch und zeigte den beiden Besuchern den Weg an. Colt kniff seine Augen zusammen und sie wurden in einen Raum im Kellergeschoss geführt. Weit entfernt hörte man vereinzelte Schüsse: “Ja, wie ich schon gerade zu ihrem Sohn gesagt habe, auch wir sind vorbereitet, Captain!”
22:00 Uhr
Saber hatte die erste Sturmeinheit, Alpha unter Colonel Rosso Kommando, fest im Blick, die Daten liefen über sein Tablet, jeder sich bewegender grüner Punkt war ein Offizier der Task Force. Rosso funkte: „Alpha meldet Feindkontakt beim Eindringen in den unterirdischen Nordeingang“, Der Schotte fokussierte sich sofort. Rosso reagierte umgehend und wies einen alternativen Landeplatz an. Gleichzeitig sollte Ramrod das aufkommende Flakfeuer auf sich ziehen: „Verstanden“, murmelte Saber konzentriert und passte den Einsatzplan an, der aufgrund der Planänderung vollkommen neu koordiniert werden musste. Die Jets und den Peacekeeper hielt er bewusst zurück.
„Alle Einheiten: Feuerfreigabe nur auf meinen Befehl!“, gab er über Funk durch: „Die Bodentruppen haben Vorrang, wir schneiden ihnen nicht den Korridor ab.“ und ließ einen letzten Blick auf die taktische Übersicht gleiten, bevor es an die Schiffe weitergab. Saber wandte sich an den Piloten: „Gehen Sie in den Sinkflug. Halten Sie Abstand und kreisen Sie in weitem Radius über dem Einsatzgebiet der Tromston Ranch.“ – “Aye, Sir“, bestätigte der Pilot und der Helikopter neigte sich leicht und ging kontrolliert tiefer.

Seine Gedanken waren bei Colt, Captain Hikari und bei Fireball. Sobald er die exakte Position der drei hatte, konnte er die Offensive auf die Ranch freigeben. Doch bis dahin mussten sie die Füße stillhalten. Dabei wusste er genau, dass jede Sekunde zählte und noch etwas wusste er ganz sicher: Ihre Gegner wussten das auch!
22:15 Uhr
Ramrod meldete plötzlichen Beschuss und noch bevor Saber darauf reagieren konnte, ging ein harter Ruck durch den Helikopter: “Treffer!” rief der Pilot und reagierte sofort, und zog die Maschine nach oben und drehte ab, um weiteren Einschlägen zu entgehen.
Saber blieb ruhig, auch wenn sein Blick bereits zwischen Rasterortungsschirm und Communicator hin und her wechselte: „Kurs halten, wir kreisen im Norden weiter!“, befahl er knapp. Und der Helikopter stabilisierte sich und zog in eine weite Kurve über die dunklen Silver Ridge Plains. Saber fixierte die Daten auf seinem Tablet. Die Signale waren unruhig, aber stabil genug: „Das war das erwartete Flak…“, sagte er leise, doch es lief alles nach Taktung.
Ramrod und ein weiteres Schiff des Oberkommandos zogen das Flakfeuer gezielt auf sich und verschoben so die Gefahrenzone. Ein enges Zeitfenster öffnete sich, genau wie geplant: „Peacekeeper setzt zur Landung an“, kam die Meldung über Funk: „Wie ist der Status der Bodentruppen?“, fragte er sofort nach: „Drei Verwundete bei Rossos Alpha-Einheit. Fünf Feinde ausgeschaltet. Einsatz läuft noch.“ Saber nickte leicht, gut, noch hatten sie die Kontrolle.
22:30 Uhr

Colt und Captain Hikari wurden entwaffnet. Ihre Blaster verschwanden in den Händen der Wachposten: „Jacken, Uhren und Ringe bitte auch“, forderte einer von ihnen kühl. Colt erstarrte für einen Moment und zog widerwillig seinen Ehering vom Finger. Das hier wurde für ihn gerade sehr persönlich, ohne ein Wort gab er ihn ab, doch sein Blick sprach Bände. Im angrenzenden Raum warteten bereits Muelly, Bradley des alten Stabs auf sie: „Bitte nehmen Sie doch Platz, Captain“, sagte Muelly mit einem dünnen Lächeln. „Und Mr. Wilcox…“ begann er und machte eine kleine Pause, als würde er den Moment auskosten, „…macht es nichts aus zu warten.“ Somit wurden sie getrennt, Colt ließ sich nichts anmerken, doch sein Blick ging wachsam durch den Raum. Während man ihn weiter führte, prägte er sich jede Abzweigung ein, das hier war ganz und gar nicht gut.
„Damit uns niemand stört“, erklärte Muelly ruhig und hinter Shinjiro schlossen sich die Türen mit einem dumpfen Geräusch. Er blieb stehen, verschränkte seine Arme vor der Brust und ließ den angebotenen Platz unbeachtet.
22:45 Uhr
„Wir haben gehört, dass Sie gesundheitlich angeschlagen waren“, begann Muelly. Shinjiro fixierte ihn kühl und ließ seinen Blick dann einmal ruhig durch die Runde des ehemaligen Stabs wandern: „Danke. Viele Karten habe ich nicht bekommen“, erwiderte er trocken und wartete ab: „Ach, Sie wissen ja, wie viel zu tun ist“, entgegnete Muelly daraufhin beiläufig. Hikari nickte nur knapp: „Lassen wir das. Wo ist mein Sohn?“, fragte er fordernd. Daraufhin lehnte sich Bradley leicht zurück und verschränkte seine Arme: „Ihrem Sohn geht es gut. Er hat, wie immer, eine große Klappe. Von wem er die wohl hat, ist uns ein Rätsel… sicher, dass er von Ihnen ist?“ fragte er spöttisch, Shinjiros Blick verhärtete sich: „Ich will ihn sehen! Dann können wir verhandeln“, sagte er ruhig, aber mit Nachdruck. Bradley lächelte dünn: „Captain, Sie sind nicht in der Position, Forderungen zu stellen.“ Und machte eine kurze Pause: „Wie nachlässig sie sind, das Oberkommando steht leer, es ist kein Befehlshaber des aktuellen Stabs vor Ort. Es wird Sie sicher nicht stören, dass Commander Eagle und Captain Jonsons vorübergehend übernommen haben.” Shinjiros Augenbrauen zogen sich zusammen: „Commander?“, wiederholte er scharf. Bradley nickte zufrieden: „Ja, die Offiziere brauchen schließlich jemanden, an dem sie sich festhalten können, wenn der aktuelle Stab… nicht zurückkehrt.“ und er beugte sich leicht vor und stützte seine Hände auf dem Tisch ab: „Und da ist ein neuer, alter Commander, dem alle vertrauen, doch ganz nützlich.“ Es blieb unerwartet still, so setzte Bradley fast beiläufig noch hinzu: „Das sollte doch auch in Ihrem Interesse sein… oder, Captain?“

„Also?“, fragte Shinjiro herausfordernd, er wollte hier keine Wurzeln schlagen: „Sie werden jetzt alle Ihre Ämter niederlegen und unterschreiben, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.“ legte er die Bedingung offen und sein Blick blieb fest auf Captain Hikari gerichtet: „Und im Anschluss übergeben Sie das Kommando vorläufig wieder an Eagle und befördern ihn zum General, somit ist er in der Lage den alten Stab wieder zu Aktivieren, da ja general Whitehawk ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen ausfällt.“
Shinjiro konnte es innerlich kaum fassen, sollte er das jetzt tun, würde es tatsächlich funktionieren? Und für einen kurzen Moment spielte er den Gedanken durch, dann huschte ein ironisches Grinsen über sein Gesicht: „Ja… eine Beförderung zum Schluss hat doch was.“ Ungefragt schob ihm der General das erste Dokument über den Tisch. Captain Hikari warf einen kurzen abwertenden Blick darauf: „Das ist Papier, ohne Bedeutung.“ Der General grinste: „Richtig, aber es ist etwas, das man in den Händen hält.“ Shinjiro nahm kommentarlos das Dokument und las es sich durch, seine Augen glitten ruhig über die Zeilen. Als er fertig war, legte er es wieder auf den Tisch zurück: „Nein.“ Die Anwesenden richteten sich langsam auf: „Gut, Captain, wir hatten gehofft, das gewaltfrei regeln zu können.” sprach Bradley und gab ein Zeichen und die Wachen ergriffen Captain Hikari.
Saber blickte auf den Timer. Sie waren bereits zehn Minuten über der Zeit, und noch immer hatte er kein Lebenszeichen von Colt oder Captain Hikari erhalten, geschweige denn von Fireball. Seine Anspannung wuchs, auch das medizinische Zeitfenster, das Dr. Morel vorgegeben hatte, war für Hikari bereits überschritten. Damit wurde die Lage zunehmend kritisch, doch lange darüber nachdenken konnte er nicht, in diesem Moment meldete sich Royu Task Force Beta über Funk und berichtete von Feindkontakt auf der Westseite der Tromson Ranch. Sie erklärten, dass sie sich nun zu Colonel Rosso durcharbeiten würden. Ihr Ziel war es, auf Höhe des Hauptgebäudes und des Tolma-Hauses eine Verbindung herzustellen und dabei möglichst auf Fireball, Colt oder Captain Hikari zu treffen. Saber nahm die Meldung auf und verarbeitete sie ruhig, doch innerlich arbeitete es in ihm. Sie mussten einen Zahn zulegen, Lorenz saß ihm im Nacken, und auch Captain Wilson mit dem Peacekeeper, die alle warteten auf ihren Einsatzbefehl. Jetzt lag alles in den Händen der Task Force. Es war ihre einzige Chance, bevor die Lage endgültig eskalierte. Denn Saber wusste aus Erfahrung, aus den Kämpfen gegen die Outrider, wie solche Situationen endeten. Wenn der Gegner sein Ziel erreicht hatte… oder kurz davor stand, alles zu verlieren, würde er keine Spuren und auch keine Zeugen hinterlassen wollen. Auf der Tromston Ranch waren garantiert Sprengsätze gelegt worden und sie würden sie zünden, egal wer noch drinnen war und wer nicht.
In diesem Moment erreichte ihn eine Nachricht von König Jarred. Das Oberkommando war dabei, übernommen zu werden und mehr noch: Es sah ganz danach aus, als wären Eagle und Delweg von Captain Jonsons aus den Arrestzellen befreit worden. Sofort blickte Saber auf die Befehlsstruktur der Mission, noch lag die Befehlsgewalt bei Lorenz und ihm.
23:15 Uhr
„Die Monarch Supreme ist unterwegs“, funkte König Jarred und verlangte einen aktuellen Statusbericht. Saber antwortete ohne Zögern: „Die erste Stürmung verlief erfolgreich, der Bereich ist gesichert und weitgehend bereinigt.“ Eine kurze Pause entstand und er überflog seine Daten, um up to date zu sein: „Die Standorte von Captain Hikari und Lieutenant Wilcox sind weiterhin unbekannt“, fügte er etwas frustriert hinzu: „Danke“, kam es von Jarred zurück. Saber blickte auf den Timer: „Der nächste Angriffspunkt wird in fünf Minuten gestürmt.“ Saber koordinierte, während er dem König Bericht gab, die Ramrod Besatzung, ihre Landeposition einzunehmen und die Rampe erst zu öffnen, wenn er dazu Befehl geben würde.
Colt wurde zusammen mit Captain Hikari in eine zweistöckige Halle gebracht und in der Mitte positioniert: „Das ist die reinste Mäusefalle“, sagte Colt und sah sich angespannt um. Überall standen bis an die Zähne bewaffnete Männer um sie herum. Einen Augenblick später wurde Fireball von Neo fest am Arm hineingeführt und auf Höhe der Generäle platziert. Beim Anblick seines Sohnes stockte Captain Hikari der Atem und war für einen Moment wie erstarrt: “Shinji!” sagte er und ging zwei Schritte, um zu ihm zu gelangen, doch er wurde aufgehalten. Vor und hinter ihm standen bewaffnete Männer. Colt sah, dass sein Hombre verletzt war und fast apathisch wirkte: “Ihr habt es gewagt, ihn anzufassen!” kam es fest von Hikari: “Das ist doch jetzt auch egal, sie wollten den Deal nicht eingehen, das ist die Konsequenz.“ sprach jetzt Muelly fest. Colt sah zum Captain neben sich und ihm wurde klar, dass sie hier ohne Hilfe von außen nicht mehr herauskommen würden, doch er wurde in seinen Gedanken unterbrochen.
“Ich hatte noch eine kleine Rechnung mit ihm offen!” sprach Neo und schubste Fireball, der sich dadurch nicht mehr auf den Beinen halten konnte und sackte in sich zusammen, wurde jedoch von einem Wachmann hochgezogen und gehalten. Captain Hikari fixierte seinen Sohn, der garantiert schwer verletzt war, verdammt sie hatten zu lange gebraucht. Fireball bekam alles wie im Hall mit. „Erstaunlich, wie sich das Blatt wendet, finden sie nicht auch Captain?” fragte Officer Muelly laut in die Halle. Neo ging auf Fireball zu und zog ihn nach hinten. Fireball überkam eine unglaubliche Übelkeit bei dieser Aktion. Colt wollte auf Neo zustürmen und bekam einen Tritt, der auch ihn zusammensacken ließ.
“Ein zurück gibt es jetzt nicht mehr, Captain. Denn wir müssen das Oberkommando und später das Neue Grenzland von der Monarchischen Übernahme befreien, die König Jarred mit ihnen gemeinsam vorbereitet hatte, genau hier auf der Tromson Ranch. Dafür mussten sie General Whitehawk aus dem Weg räumen, denn er hätte das alles als erstes gemerkt, nicht wahr Captain?“ sprach Bradley mit einem zynischen Lächeln auf seinen Lippen und stellte sich siegessicher vor Shinjiro: “Das ist absurd“, kam es von Captain Hikari. Bradley blickte ernster: “Nein, das ist perfekt.” Colt stand auf und verstand nun gar nichts mehr und sah fragend zum Captain neben sich.
23:58 Uhr
Colt vernahm ein Klacken und sah fast erschrocken auf, und sah sich um und zum Captain, der ihn ansah und mit seinen Augen auf die linke Seite der Halle. Noch bevor Colt nickend bestätigen wurde unsanft mitgerissen, er ließ es geschehen, um sich herum hörte er Schüsse, “Mist” schrie er auf und schaute Richtung Fireball: “Neeeeiiin” schrie er und drängte sich in dessen Richtung. Denn im Augenwinkel hatte er gesehen, wie Neo ihn auf die rechte Seite geschubst hatte und somit direkt in die offensive Schusslinie der Task Force. Doch weit kam er nicht, er wurde zu Boden gerissen und schlitterte über diesen. Um ihn herum sah er nur Staub und hörte das Zischen von Rauchbomben und hörte Schüsse. Als er halbwegs wieder etwas sehen konnte, sah er, dass es Captain Hikari war, der ihn mit sich gezogen hatte, sie wurden jetzt von zwei Männern der Taskforce von Colonel Rosso in Deckung genommen. “Shinji ist da drüben…” schrie er zum Captain und zeigte in die Richtung, wo er seinen Freund das letzte Mal gesehen hatte. Er bekam einen Blaster gereicht, doch ausrichten konnte er nicht viel, er war auf den Schutz der Task Force Offiziere angewiesen, er hatte weder einen Kampfanzug, noch einen Plan in diesem Chaos. Um sie herum schlugen die Geschütze ein, sie brauchten noch mehr Deckung, lange würden sie hier nicht mehr unversehrt bleiben.
Colt sah nach oben und zielte, das Geschützfeuer aus der ersten Etage war das gefährlichste. Die Gelegenheit war da, Captain Hikari wollte losrennen, doch Colt hielt ihn zurück und schoss zweimal, der weg queer durch die Halle war tatsächlich zu gefährlich. Zwei kleine Sprengsätze gingen hoch und warf Colt zur Seite, als er wieder klar sehen konnte, entdeckte er Neo, der sich nicht mehr bewegte, aber darum konnte er sich jetzt nicht auch noch kümmern, ohne dass sie alle drei ihre Deckung verlieren würden. “RÜCKZUG” schrie Colt, der Taskforce Schütze nickte und gab Colt sowie Captain Hikari Feuerschutz. Und ein weiterer Offizier stieß zu ihnen und sie rannten am rand entlang um auf die andere Seite zu gelangen Ein weiteres Beben erschütterte die Halle, die erste Etage wurde von Royus einheit gestürmt, die mit verspätung, aus zwei Richtungen kamen und sich schnell verteilten, jeder wusste, wo er hin musste und wer wem Feuerschutz gab. “GO!” und sie rannten durch die Halle, um zum rettenden Ausgang zu kommen. Doch in dem Moment, als Kolt los rannte, wurde er schmerzvoll von einer erneuten Erschütterung zurückgeworfen und er stürzte. Was ganz und gar nicht gut war, er lag jetzt wie auf dem Präsentierteller. Colt sah, dass Muelly und ein General von einem Wachposten gedeckt wurden und den Rückzug antreten. Rosso hatte es gesehen und rannte mit Deckung zum Cowboy und zog ihn hinter sich her. Colt nickte, als er sowas wie in Sicherheit war, naja, jedenfalls war er jetzt hinter seiner Linie und orientierte sich erst einmal: “Gebt mir Deckung, bis zur Treppe!” sagte er, und Rosso nickte, und Colt stürmte los.
Captain Hikari erreichte mit den Taskforce-Offizieren die andere Seite der Halle und zog seinen Sohn an den Rand, unter einem metallenen Treppenversatz. Dort lehnte er ihn vorsichtig an die Wand und hockte sich vor ihn: „Shinji, Shinji, hörst du mich?“ sprach er ihn immer wieder an. Um sie herum wurde weiter geschossen, während die Schützen der Task Force ihnen Deckung und Feuerschutz gaben. Langsam und schwerfällig hob Fireball seinen Blick und erkannte seinen Vater nur schemenhaft. Shinjiro beobachtete jede noch so kleine Regung seines Sohnes mit wachsender Sorge. Als sich ihre Blicke trafen, wusste er sofort, was los war. Fireball flüsterte ein kaum hörbares „…Ja…“, das im Lärm um sie herum fast unterging, bevor seine Kraft wieder nachließ, doch Shinjiro hatte es gehört.

In diesem Moment schlug ein Profil neben ihnen in die Wand ein: „Sir, wir können die Stellung nicht mehr lange halten, wir müssen hier raus.“, teilte ein Offizier dem Captain mit. Shinjiro nickte und hielt seinen Sohn am Arm fest, damit dieser wusste, das er da war. Der andere Offizier funkte bereits ihre Lage zu Rosso und wenige Augenblicke später ergab sich ein kurzes Zeitfenster, in dem ein Korridor frei war. Gemeinsam griffen Shinjiro und ein Offizier nach Fireball und rannten unter Feuerschutz nach draußen. Kaum hatten sie die Halle verlassen, stürzte die oberste Etage des Treppenlaufs ein, genau dort, wo sie eben noch gesessen hatten
Colt war im zweiten Stock angekommen und versuchte, hinter die feindliche Linie zu gelangen, um die Flucht von Muelly und Bradley zu verhindern. Ein weiteres Beben erschütterte die Halle. Putz rieselte von der Decke und Staub rieselte auf ihn herab. Und hinter ihm stürzte plötzlich auch noch die Treppe ein. Jetzt gab es kein Zurück mehr: “Verdammt, die werden hier alles hoch gehen lassen” sprach Colt zu sich und arbeite sich langsam vor.
„Mist, die werden alles in die Luft jagen, sobald sie draußen sind!“ erkannte er die Gefahr und ließ seinen Blick durch den metallenen schmalen Gang schweifen, um sich zu orientieren. Dabei entdeckte er Muelly und zwei Wachmänner, die sich ihren Weg freischossen. Zwei Taskforce-Männer drängten Colt vom Geländer weg, gingen in Stellung und schossen dem Schützen, der sie die ganze Zeit unter Beschuss gehalten hatte, gezielt in die Beine. Noch während dieser zusammensackte, rannten die Offiziere mit schweren Schritten auf ihn zu. Colt blieb keine andere Wahl, als nachzuziehen, doch der Angeschossene hatte ihn bereits im Visier und richtete seinen Blaster auf ihn. Colt reagierte instinktiv und zielte, um dem Schießhund die Waffe aus der Hand zu schießen. Da wurde er sehr unsanft gepackt und zurückgezogen: “Wilcox, wenn sie schießen, dann setzen sie die Schützen auch außer Gefecht!” schrie ihn Royu wütend an, es bebte und der erste Stock schien unter ihnen nachzugeben. Doch noch ehe Colt überhaupt auf den Japaner reagieren konnte, zog Royu ihn mit sich und ließ ihn nach einigen Metern wieder los.
Colt folgte den Japaner, dieser hatte eindeutig die bessere Waffe und Kleidung und wahrscheinlich auch sowas wie einen Plan. “Muelly und Bradley sind da lang …“ schrie Colt Royu entgegen und zeigte in die Richtung. Royu nickte und wandte sich zwei Männer ran, doch ein schriller Ton hallte durch die Halle und die Männer unten in der Lagerhalle rissen und schubsen alle möglichen Leute nach draußen: “Rückzug …” hörte Colt über Royus Funk. “Los…” Und Colt lief los und Royu gab den Cowboy Deckung. Kenzo, der die beiden von unten beobachtete, schützte ihren Rückzug noch zusätzlich. Da zündeten mehrere kleine Explosionen um sie herum und der metallende Boden senkte sich bedrohlich unter ihren Füßen ab.
“Wir müssen hier runter!” schrie Colt, doch er stand unter Beschuss, Colt blieb in Deckung, Kenzo suchte den Schützen über sein Zielfernrohr, es war niemand zu sehen, doch er sah etwas anderes und schrie “RUNTER” … Colt schaute in die richtung und sah wie die Granate in die Halle rollte: “Vvvveerdammt…” schrie er und rannte noch einige meter und ging an der Wand zu boden und hielt sich seinen Hut vors Gesicht, um sich wenigstens etwas zus schützen. Dabei sah er, wie Royu den Gang auf ihn zukam: “Hau ab da!” brüllte Colt, doch es war zu spät, sein Schrei ging in der Detonation unter und ein Teil des Obergeschosses gab nun endgültig nach.

Colt, den die Druckwelle noch dichter an die Wand gepresst hatte, wartete darauf, jeden Moment irgendwo hart aufzuschlagen oder von Trümmern erschlagen zu werden. Doch nichts dergleichen passierte, hart atmete er gegen die Innenseite seines Hutes, um sich wenigstens etwas von dem Staub in der Luft während und nach der Explosion zu schützen. Erst als es um ihn herum wieder ruhiger wurde, setzte er sich wieder in Bewegung. Hustend schüttelte er den feinen Staub ab, der sich auf seinen Locken und seiner Kleidung abgesetzt hatte, und kroch durch die Hitze weiter, um endlich das Ende des zu erreichen, denn noch eine explosion, würde diese Konstruktion nicht mehr standhalten, so wacklig wie sie unter ihm bereits war. Schwere Schritte kamen hinter ihm auf ihn zu, er drehte sich um, da griff bereits Royu nach ihm und zog ihn hoch: „Niemals kriechen!“, sagte er und riss ihn mit sich. Colt sah sich um, während er Royu folgte, unten in der Halle legte man bereits festgenommene Wachleute auf den Boden, um sie nach und nach herauszubringen. Immer wieder waren Schüsse und entfernte Explosionen zu hören. Die Erstürmungen des Geländes waren also draußen auch schon in vollem Gange.
Haarscharf verfehlte ein Schuss den Cowboy, erschrocken, duckte er sich und suchte mit seinem Blaster nach dem Schützen: „Ich seh dich, du Ballermann!“, rief er, zögerte jedoch beim Abdrücken, bis ein weiteres Geschoss dicht neben ihm einschlug, dann drückte er ab: „Los, Cowboy, raus hier!“, drängte Royu. Colt sprang auf und blickte in die Richtung, in die er geschossen hatte: „Verdammt!“, entfuhr es ihm: „Was?“, fragte Royu hörbar angespannt: „Ich weiß nicht, ob ich ihn getroffen habe…“ Royu blieb abrupt stehen, sodass Colt fast in ihn hinein lief. Der Japaner hob seine Waffe und schaute durch das Zielfernrohr seiner Waffe in die Richtung, in die Colt vor wenigen Sekunden geschossen hatte: „Er ist nicht tot, wenn Sie das beruhigt!“, sagte Royu. Colt nickte, denn das beruhigte ihn tatsächlich. Als er selbst noch einmal in die Richtung schaute, sah er, dass der Schütze, der ihn erschießen wollte, bereits von zwei Offizieren des Oberkommandos aufgelesen wurde.
Da passierte es. Direkt unter Colt und Royu zündete ein weiterer Sprengkörper und riss die beiden zu Boden und um sie herum, so kam es Colt vor, begann alles einzustürzen. Plötzlich vermisste er seine Satteleinheit auf Ramrod sehr, genau aus diesem Grund wollte er nie zu den Bodentruppen und jetzt war er mittendrin.: „Scheiße, die haben hier alles vermint“, fluchte er, griff nach Royu und zog ihn mit sich. Royu rannte neben dem Lockenkopf, einer von Royus Männern, machte unterhalb der Brücke auf sich aufmerksam und brüllte ihnen etwas entgegen. Royu stoppte kurz und sah sich um. Da hörten sie hinter sich mehrere kleine Explosionen. Der eiserne Vorbau löste sich und senkte sich fast wie in Zeitlupe ab und sie rannten, unter ihren Füßen spürten sie, wie sich das Gitter unter ihren Füßen von der Wand löste: “Schneller…!” schritt Royu und schob den Cowboy vor sich: „Das geht schief, das geht schief… das geht sch…“, und wurde im nächsten Moment unsanft zur Seite gestoßen und riss den anderen gleich mit sich. Hinter und unter ihnen brach alles zusammen.
Colt verlor den Halt und stürzte in die Tiefe. Im letzten Moment prallte er gegen einen schräg eingestürzten Träger, der die Wucht und vor allem Geschwindigkeit seines Falls nahm, rutschte unkontrolliert daran hinab und kam hart auf dem Boden auf. Der Aufprall raubte ihm kurz den Atem, ein stechender Schmerz durchzog seinen ganzen Körper. Doch zum Luft holen blieb ihm keine Zeit, er wurde am Oberarm gepackt: „Los, raus, raus, raus!“, schrie ihn Royu an, damit er wach blieb. Gemeinsam rannten sie durch dichte Staubwolken und suchten Deckung in einen schmalen Verbindungsgang, der sie in den Untergrund führte. Hinter ihnen wurde auf sie geschossen. Royu stoppte abrupt, drehte sich um, fixierte die beiden Schützen und drückte ab. Colt lief weiter, ein Atem schmerzte und sein Bein hatte hundertprozentig etwas abbekommen, doch umdrehen wollte er sich jetzt nicht.
Royu holte den Cowboy ein und drückte in soetwas wie einen sender in die Hand: “Schneller, wir müssen hier raus, in zwei Minuten geht hier alles hoch!” teilte Royu mit und er schaute auf das kleine Tablet, das an seinem Anzug befestigt war. “Na super”, dachte sich Colt, jetzt sitzt er wirklich in der Mausefalle. Sie erreichten einen kleinen Raum, der in zwei noch engere Gänge verlief: “Wir nehmen den!” bestimmte Royu und lief los: “Bist du dir sicher?” fragte der Cowboy und lief ihm humpelnd nach und schaute noch einmal zurück: “Was willst du hören, Cowboy, ein Ja oder eine ehrliche Antwort?” Sie vernahmen kleinere Erschütterungen um sich, die den Tunnel erbeben ließen: “Egal wo wir rauskommen, wir müssen so weit wie möglich weg, gesprengt wird im Umkreis von einer Meile und ich habe keine Ahnung wo wir rauskommen!” sagte Royu während er auf seinen Timer schaute, Colt stieß den Japaner während des Laufens vor sich an: “Hör auf mit deinen positiven Nachrichten hier, sag lieber, dass wir hier rauskommen!” kam es von Colt sehr gereizt!

00:30 Uhr
Unweit der Ranch nahm Ramrod die ersten Männer der beiden Taskforce-Einheiten auf. Rosso zählte durch und bekam von seinem ersten Mann die Anzahl der Verletzten gemeldet: drei Schwerverletzte, zu denen er noch keine genaueren Informationen hatte. Auch Kenzo kämpfte sich zu Ramrod durch und fragte Colonel Rosso nach Royu, doch Rosso hatte den Colonel seit der Hauptstürmung der Lagerhalle nicht mehr gesehen. Offizier Golem, der das Gespräch mitgehört hatte, trat an die beiden heran: „Sir, ich habe Colonel Hikari und Lieutenant Wilcox auf der zweiten Ebene gesehen, danach nicht mehr!“ Rosso sah auf seine Uhr, drehte sich Richtung Ranch: “Was, hier geht gleich alles hoch!” sagte er geschockt, atmete tief ein und legte die beiden Namen auf seinem Tablet vorerst unter “vermisst” ab.
Kenzo versuchte, seinen Colonel anzufunken, doch das andere Ende blieb stumm. Und lief zurück, um noch die letzten Offiziere mit den verhafteten und die Verletzten zu helfen, die auf der Monarch Supreme untergebracht wurden, in der Hoffnung, die beiden dort vorzufinden.
Saber sprang aus dem Helikopter, es wehte ein kühler nächtlicher Wind, um ihn herum war ein geordnetes Chaos. Auch wenn es von außen nicht so wirkte, wusste jeder genau, auf welches Schiff er musste. Suchten sah sich der Schotte um, wo war Colt, wo waren Captain Hikari und Fireball? Saber funkte zu Colonel Rosso, denn von Royu bekam er kein Signal, dieser war wohl noch mit der Stürmung beschäftigt. Rosso teilte dem Major mit, dass Lieutenant Wilcox und Colonel Hikari noch als vermisst galten, bis sie sich meldeten oder gesichtet wurden. Saber hielt einen Moment inne und versuchte immer wieder, einen Kanal zu Royu herzustellen und ging gleichzeitig die Meldungen der bereits registrierten Verletzten durch, in der Hoffnung, dort eine Antwort zu finden. Dann las er den Namen Lieutenant Shinji Hikari. Und Saber atmete erleichtert ein, gut, eine Sorge weniger, dachte er sich, Fireball war verletzt, aber draußen!

Und doch musste er sich zur Ruhe zwingen, hinter ihm hob Ramrod ab und sah etwas wehmütig seinem Schiff nach und dann auf seine Uhr. Der Taktikplan tickte, und Saber ging an Bord der Monarch Supreme, auch er musste hier verschwinden, in wenigen Minuten würde hier alles bereinigt werden. Den Helikopter wies er noch an, über dem Gelände zu kreisen, um Ausschau nach verstreuten Gegnern oder Offizieren zu halten.
00:45 Uhr
Saber rannte auf die Brücke, auf dieser begrüßte er Captain Lunvernd, der Befehlshaber des riesigen königlichen Kampfschiffes, wenn König Jarred nicht an Bord war und Captain Hikari. Er stellte sich mit an das Panoramafenster: “Haben sie Mr. Wilcox gesehen, oder erreicht?” fragte Hikari den Schotten, Saber sah den Captain an. “Nein Sir und sie Colonel Hikari?” Der Captain schüttelte leicht mit seinem Kopf: “Nein!” war seine knappe Antwort. Und ließ sich das Tablet von Saber geben und sah die Frequenzen durch: “Noch 30 Sekunden bis zur Sprengung!” Saber blickte nach draußen. “Not Clean” Hikari schaute auf die Anzeige. “Entweder machen sie es spannend, oder sie sind da noch drinnen! Ich bin alle noch einmal durchgegangen, auch die Verletzten an Bord, von den beiden ist keiner auf Ramrod!” kam es von Rosso über Funk. “Das kann doch nicht wahr sein!” kam es von Hikari! “Noch 15 Sekunden bis zur Sprengung!” kam es wieder vom Timer.
00:50 Uhr
Colt und Royu erreichten das rettende Ende des Tunnels und rannten erleichtert hinaus in die Dunkelheit und mussten abrupt stoppen, sodass der Staub nur so wirbelte. Denn vor ihnen ging es mindestens fünfzehn Meter steil bergab: Colt nickte und stemmte seine Hände in die Hüften: „War ja klar, das auch noch“, sagte er und drehte sich erschrocken um, denn aus dem Tunnel hinter ihnen waren Schüsse zu hören und er sah zu Royu: „Wir locken sie raus, damit sie wenigstens eine Chance haben“, sagte dieser und lief am Rand des Abhangs entlang.

Mit der Taschenlampe an seinem Sturmgewehr leuchtete er den Hang ab, auf der Suche nach einer Stelle, an der sie diesen Sandhang hinunter konnten. Colt folgte dem Japaner udn fragte, während er immer wieder einen Blick über seine Schulter warf: „Du hast vor, da runterzugehen?“ Royu sah zu ihm und musterte ihn kurz: „Ich bin für eine bessere Idee offen. Aber ich vermute, die Situation nimmt uns die Entscheidung ab“, sagte er und warf einen Blick auf seinen Timer: „Hier“, setzte Royu an und wollte schon los, doch Colt zog ihn zurück: „Das ist verrückt, wenn sich der Sand löst, werden wir lebendig begraben“, sagte er ernst. Royu packte den Cowboy und zog ihn mit sich, doch Colt stemmte sich dagegen: „Entweder du fliegst in die Luft oder dieser verdammte Berg“, erwiderte Royu: „Sie haben acht Sekunden, um sich zu entscheiden.“ Colt blickte nach hinten, die Angreifer tauchten im Tunneleingang auf und eröffneten sofort das Feuer auf sie: „Was für eine Scheiße“, murmelte er, schwenkte seinen Hut, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und rannte los.
„Na geht doch“, sagte Royu, gab einen Schuss in die Luft ab und folgte dem Cowboy. Immer wieder sackte Colt tief in den dichten Sand ein, seine Cowboystiefel, waren alles andere als passendes Schuhwerk für so eine Aktion hier. Der Untergrund gab bei jedem Schritt nach, riss ihm den Halt unter den Füßen weg und zwang ihn weiter nach unten, es war kein Rennen mehr, eher ein unkontrolliertes Vorwärts Stolpern, bei dem er auf jeden schritt achten musste, denn würde er hier stürzen, wars das. Jeder Versuch, Tempo herauszunehmen, ließ ihn nur tiefer einsinken, die Situation war vollkommen verrückt zusätzlich standen sie auch noch unter Beschuss. Anhalten war keine Option, denn der ganze Berg drohte jeden Moment ebenfalls in die Luft zu fliegen. Knapp hinter ihnen schlug eine Granate ein. Die Druckwelle ließ den Sand unter ihnen verrutschen, eine kleine Lawine setzte sich in Bewegung und zog an ihren Beinen, als wollte sie sie verschlingen. Nur mit größer anstrengung gelang es ihnen sich nicht mitreißen zu lassen: „Warum zünden die nicht, verdammt noch mal!“, schrie Royu wütend, der genauso wenig die Kontrolle hatte über den Abstieg wie der Cowboy. Auch er konnte nicht mehr stoppen, um sich umzudrehen und auf ihre Verfolger zu schießen.
Colt spürte, wie sein verletztes Bein bei jedem Schritt mehr nachgab, der Schmerz schoss ihm bis in die Hüfte, brannte, als würde etwas langsam aber sicher reißen. Ein falscher Tritt, und er würde stürzen und stürzen, bedeutete hier das Ende: „Ich kündige, ihr könnt euren Scheiß hier alleine machen!“, presste er wütend hervor.

Um sie herum schlugen Kugeln und Laserstrahlen in den Sand ein, rissen kleine Fontänen auf, die ihnen ins Gesicht peitschten. Ihr einziger Vorteil war, dass sie kaum richtig ins Visier genommen werden konnten. Ihr schräger Abstieg in der Dunkelheit machte sie zu einem schweren Ziel. Doch genau das wurde ihnen jetzt zum Verhängnis. Der Hang wurde steiler, der Sand unter ihren Füßen lockerer und geriet immer mehr in Bewegung. Colt merkte, wie er die Kontrolle verlor. Seine Schritte wurden länger, schneller, unkontrollierter. Er wollte abbremsen, doch seine Beine gehorchten nicht mehr. Die Physik hatte übernommen, sie rannten nicht mehr den Berg hinunter, das Gefälle ließ sie fallen.
00:59 Uhr
„Zehn Sekunden bis zur Sprengung!“ ertönte die Computerstimmer auf der Brücke der Monarch Supreme. Captain Hikari hielt den Zündungstimer auf dem Tablet fest im Blick: „Sir?“ fragte Saber und trat neben ihn, er sah, wie der Captain mit sich rang. „Neun Sekunden, acht Sekunden, sieben Sekunden …“ Hikari stoppte den Countdown. Alle blickten auf und es war nur noch das ferne Donnern der bereits gezündeten Explosionen zu hören. Saber sah auf den angehaltenen Countdown, dann durch das Panoramafenster hinaus in die Nacht. Rossos Stimme klang ungehalten über Funk: „Was immer ihr vorhabt, ihr müsst es jetzt hochgehen lassen!“ Captain Hikari hob den Blick und sah nach draußen. Captain Lorenz meldete sich: „Was ist los? Wir sind bereit!“ und Shinjiro ließ kommentarlos den Countdown weiter laufen: „Sechs Sekunden … fünf Sekunden.“ Saber schloss seine Augen, er wusste, sollten Colt und Royu tatsächlich noch irgendwo da unten sein … er konnte es gerade nicht einmal denken: „Vier Sekunden.“
Colt und Royu hatten so viel Tempo aufgenommen, dass sie nicht mehr stoppen konnten. Ihre Beine liefen einfach automatisch weiter, rutschten und fingen sich wieder, fluchten und trieben immer wieder gegenseitig an: „Wenn wir unten sind, sofort in Deckung und dann beten!“, rief Royu Colt zu. Colt wollte darauf gerade etwas erwidern, da hörte er das Dröhnen von Jets im Tiefflug: „Das kann doch nicht wahr sein …“, schrie er und hielt seinen Hut fest, der erstaunlicherweise immer noch auf seinem Kopf saß. Hinter ihnen folgten dumpfe Explosionen, eine nach der anderen, und im nächsten Moment wurde n sie nach unten gerissen.
„Drei Sekunden, zwei Sekunden.“ und Captain Hikari atmete tief ein. „Eine Sekunde.“ Dann ging unter ihnen das gesamte Gelände in die Luft. Die Ranch verschwand in einer gewaltigen Explosion, ein Umkreis von zwei Meilen wurde gesäubert, wie es in der Fachsprache hieß. Die Jets eröffneten zusätzlich das Feuer im näheren Bereich, weitere Explosionen zerrissen die Nacht.
Die Druckwelle erfasste Royu und Colt und schleuderte sie den restlichen Hang hinunter und schlugen auf dem sandigen Wüstenboden, der ihren Sturz wohl gut abgefedert hatte, auf. Doch sicher war es dort keineswegs, denn sie konnten kaum etwas sehen, es war stockdunkel, der sich legende Sand peitschte ihnen ins Gesicht, Royu zog sich sein Tuch wieder über und Colt wollte sich seinen Hut tiefer ins gesicht ziehen, doch da war nichts mehr auf seinem Kopf: “Mist…das war mein bester Hut” murmelte er und hielt sich eine Hand vors Gesicht, seine Augen brannten, was ihm zusätzlich sicht nahm. Colt erkannte Royu nur schemenhaft vor sich, griff nach ihm, um nicht den Kontakt zu verlieren. Doch genau diesem Moment gab der Boden unter ihnen nach und sie wurden in die Tiefe gerissen.
01:01 Uhr
“Sir?” Saber blickte den Captain ernst an, er hatte ihn bestimmt schon dreimal angesprochen: “Wie lauten ihre Befehle? Captain Lorenz und …” … Doch Captain Hikari unterbrach den Schotten und drückte ihm das Pad in die Hände und sah Saber an: “Alles weiter nach Plan.” wies er an, Saber nickte: „Major Lancelot, Sie haben das Kommando, ab dem Oberkommando übernehme ich”, sagte er, drehte sich um und der Captain verließ die Brücke. “Ja, aber …” und Saber ging ihm zwei Schritte nach.
“Major, ihre Befehle?“ fragte ihn jetzt Captain Lunvernd ernst. Saber nickte: “Captain Lorenz soll die Aufklärungsflüge starten!” war Sabers Befehl und er ging langsam zur Kommandobrücke, er musste sich erst einmal setzen. Nicht nur dass er gerade das komplette Einsatzkommando hatte, sondern seine Gedanken waren auch bei Colt und Royu, hatten sie die beiden in die Luft gejagt? Wenn ja, wie sollte er Robin das erklären, das Kind, auf das sich die beiden so sehr freuten würde, ohne Vater aufwachsen. Saber kniff seine Augen zusammen, um sich zu besinnen, noch gab es dafür keine Beweise, dass die beiden tot waren, vermisst konnte alles bedeuten, doch er hoffte nicht das Äußerste.
Captain Hikari ging auf die Krankenstation, um zu sehen, wie es seinem Sohn ging. Dort angekommen, liefen die Pfleger und zwei Ärzte hin und her, sie bereiteten die Patienten für den Weitertransport vor. Dr. Morel kam auf ihn zu: “Die Verletzten sind erstversorgt, ihrem Sohn geht es den Umständen entsprechend, er hat eine sehr starke Gehirnerschütterung, er schläft jetzt, sicherheitshalber werden wir im Krankenhaus ein MRT und einen NeuroScan vornehmen!” Shinjiro nickte stumm: “Wie geht es ihnen?” fragte Morel und musterte den Captain.
01:10 Uhr
Colt kam langsam zu sich, um ihn herum war es totenstill und er war unter einer Schicht Sand begraben. Panisch richtete er sich auf, hustete und spuckte den feinen Staub aus, der ihm beim Atmen die Luft nahm, doch es war nicht nur der Sand. Auch ein brennender Schmerz zog sich durch seinen Oberkörper. Er stöhnte laut auf, jede Bewegung tat weh, irgendetwas war garantiert kaputt gegangen. Langsam kehrten die Erinnerungen zurück, während er sich keuchend weiter aufrichtete, stützte sich auf alle Viere und sah sich um. Es war stockdunkel. Nur der kalte Schein der beiden Monde von Yuma spendete ihm etwas Licht. Sein Mund war trocken, zwischen den Zähnen knirschte der feine Wüstensand, der überall unangenehm an seinem Körper klebte.
“Royu!” rief er in die Dunkelheit und er hörte und sah Jets über ihn und er hoffte, dass sie fertig mit ihrem Rumgeballer waren und ihr fehlen bereits aufgefallen war und sie jetzt suchen würden! Er spürte ein erneutes Beben unter sich: “Großartig, sollte es unter ihnen auch noch untertunnelt sein, wäre es das!” und tastete sich weiter vor, er fühlte ein Gewehr, welches unter Sand lag, eilig buttelte er es aus. Es war das Präzisionsgewehr von Royu, wenigstens war er nicht unbewaffnet, sollten hier noch vereinzelte Schurken herumlaufen. Und ihm kamen die zwei Verfolger in den Sinn, ob sie es geschafft hatten? Und rief weiter nach dem Japaner der ihn aus dieser Untergrund Ranch oder Basis gelotst hatte, von der Sprengung hatte er nichts gewusst, er wäre da drinnen alleine draufgegangen. Doch Colt sackte wieder zusammen, seine Lunge schmerzte, genau wie sein Kopf, seine Arme und Beine, alles, was ihm einfiel und landete auf der Seite und starrte eine Weile vor sich hin, er müsste wohl warten, bis es wieder hell werden würde. Robin kam ihm in den Sinn, seine wunderschöne Frau, was vermisste er sie, er roch ihre Haare und sah ihr lächeln vor sich, so lange waren sie schon getrennt, nie mehr würde er sie so lange alleine lassen, nie mehr! Dafür dürfte er jetzt hier nicht einschlafen, er musste hier weg, alleine würde er den Weg nicht schaffen, das war klar, er war verletzt, das spürte er und quälte sich wieder auf alle vieren hoch. Er rief weiter nach dem Onkel seines Hombres.
“Wilcox halten sie die Klappe!” kam es ruhig und auch angestrengt, aus welcher Richtung konnte Colt nicht ausmachen, aber es war ein Lebenszeichen! “Wenigstens leben wir!” sagte Colt angestrengt atmend. “Wenn sie weiter so brüllen, nicht mehr lange!” kam es darauf zurück. Und er merkte, dass Royu nicht weit links neben ihm war und kroch in die Richtung und erreichte ihn, dieser lag flach auf dem Rücken im Sand und schaute in den dunklen Nachthimmel, Colt tat es ihm gleich, es war eine Sternenklare Nacht, das friedliche ließ er weg.

Es war wunderschön anzusehen, ab und an blinkt es Rot oder Blau auf, es waren Raumschiffe und Flugzeuge. Seine Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit: “Also chillen wir jetzt hier, bis sie uns finden!” sagte Colt. Royu drehte seinen Kopf in Richtung des Cowboys neben sich und richtete sich langsam auf, er nahm sein Funkgerät aus seinem Ohr und tastete seinen Anzug entlang, um seinen Sender zu finden, doch auch dieser war nicht mehr da wo er sein sollte.
“Suchen werden sie uns erst, wenn sie im Oberkommando fertig sind!” sprach Royu wissentlich. Colt rollte mit seinen Augen: “Also stürmen sie das Oberkommando jetzt!” fragte Colt nach. Royu nickte: “Ja. Alamo war zeitgleich mit der Tromston Ranch getaktet.” gab Royu Auskunft. Also ging es gleichzeitig überall los: “Wie lange war das hier vorbereitet gewesen?” wollte der Cowboy jetzt wissen! Royu stand langsam auf, auch er spürte jeden Teil seines Körpers und blieb erste einmal einfach nur stehen und sah den Cowboy an: “Mobilisieren sie sich, liegenbleiben macht es nicht besser!” sagte Royu. Colt wusste, was Royu damit meinte, sollten sie jetzt überrascht werden, hätte er keine Chance zu entkommen und versuchte sich hinzusetzen und sein Körper zeigte ihm wieder jede schmerzende Stelle auf.
“Also wie lange?” fragte er noch einmal und stöhnte auf, während er sich aufrichtete. Royu lief zwei Schritte: “Seit vier Monaten!” Colt bekam große Augen: “Moment, ihr wusstet, dass die Sache hier steigen würde?” fragte Colt ungläubig nach: “Wir hatten mehrere Orte im Blick, ich hoffe nur, dass es auch so geklappt hat!” Colt sackte wieder zusammen und versuchte erneut aufzustehen, doch ihm fehlte alle Kraft. Er atmete schwer ein und aus und sah dann eine Hand vor sich und griff danach. Royu zog den Cowboy auf seine Beine, und ein kleiner Schwindel überkam ihn und so stand auch er erste einmal einfach nur da. mitten in tiefdunkler Nacht, mitten in einer steppen artigen Prärie Wüste.
“Na ja, unser Wanderausflug hier stand bestimmt nicht auf diesem Plan!” scherzte Colt, da drückte Royu ihm ein Päckchen in die Hand. Der Cowboy musterte es, es war ein Quetschbeutel mit kalorienreicher Flüssigkeit, es gehörte zur Notfallausrüstung, in den Kampfanzügen. Dankbar öffnete der sandige Cowboy diesen und lehrte ihn hastig, gut über den Geschmack konnte man jetzt streiten, doch es befreite ihn von seinem Durst und vor allem von dem Sand in seinem Mund. Royu griff nach dem kleinen Tablet an seiner Kampfanzughose, doch auch das hatte die Aktion nicht überlebt: “Was ein Mist!” fluchte er, warf es in die Luft und trat danach.
“Uns bleibt nichts anderes übrig, als bis Sonnenaufgang hier zu bleiben!” sagte Royu und sah auf seine Uhr: “Das wären noch gute drei bis vier Stunden!” Colt fing an, sich zu bewegen, um seinen Kreislauf wach zu halten: “Da hinten liegt das Präzisionsgewehr und ging langsam in dessen Richtung, um es zu holen.” Royu drehte sich nach dem Gesagten um und trat neben dem Cowboy und nahm es ihm ab, entfernte das Zielfernrohr und betätigte den Nachtsichtmodus, um sich einen Überblick zu verschaffen: und ein ernüchterndes, “Tja …” war alles, was er sagte und gab es das fernrohr kommentarlos an Colt weiter. Der Cowboy sah hindurch, und alles, was er sah, war Sand, nichts als Sand, wo waren sie hier nur gelandet? fragte er sich.
01:30 Uhr Oberkommando
Drei schwere laute Militärhubschrauber landeten auf dem Dach des Oberkommandos, mit den Task Force Truppen, Zeitgleich streiften weitere Bodentruppen durch den Untergrund des KOKs.
Captain Hikari, der sich an Bord der Monarch umgezogen hatte und nun ebenfalls einen Oberkommando-Kampfanzug trug, ging mit Saber und fünf Taskforce-Offizieren durch das belagerte Treppenhaus. Sie waren auf dem Weg ins Büro des First-Grad. Immer wieder stießen sie auf Widerstand vom Sicherheitspersonal, das gemeinsam mit der Untergrundbewegung kämpfte. Es war ein unangenehmes Gefühl, auf die eigenen Leute das Feuer zu eröffnen. Doch Saber wusste, dass es kein Zurück gab. Sollten sie hier scheitern, würde die Untergrundbewegung sie als Verräter brandmarken. Sie erreichten das Stockwerk und die Taskforce trat die Tür zum Vorraum ein und stürmte hinein. Im darauffolgenden Schusswechsel zersplitterte Misses Ellnys Glasschreibtisch, und tausende kleine Splitter verteilten sich über den Boden.
Als der Vorraum gesichert war, standen sie vor der Tür zum Büro. Der Abfangschirm dürfte nicht mehr funktionieren, dafür hatte Captain Hikari mit der Zerstörung der Rechner gesorgt: „Alle bereit?“, fragte Rosso, wartete die Antwort jedoch nicht ab und schoss die Tür auf, und seine Männer stürmten in den Raum. Dort wurden sie bereits von bewaffneten Truppen erwartet. Hinter diesen standen Captain Johnson, Mentor Eagle und Lieutenant Delweg. Saber konnte es immer noch nicht fassen, Eagle auf dieser Seite kämpfen zu sehen.
Unter ihnen waren gedämpfte Explosionen zu hören, immer wieder unterbrochen von einzelnen Schusswechseln. Captain Hikari senkte seinen Blaster, trat einen Schritt vor und ließ den Blick über die drei wandern: „Interessante Mischung. Soll das dein Stab sein?“, fragte er Eagle. Doch Captain Johnson trat mit gezogener Waffe vor und antwortete: „Vorübergehend, bis wir alle ausgehebelt und erledigt haben, die reden könnten!“ Saber trat mit seinem Blaster im Anschlag neben den First-Grad: “Da gibt es nichts mehr zum Aushebeln, ihr könnt die nette Tour haben oder die harte, das könnt ihr jetzt als Stab entscheiden!” sagte Hikari fest in die ihm gegenüberliegende bewaffnete Gruppe. “Wir nehmen unsere Art und Weise!” sagte Johnsons, “Aus Alamo dürfte jede Minute Verstärkung eintreffen.” meldete sich jetzt auch Eagle zu Wort.
Captain Hikari sah auf seine Uhr: “Gut warten wir!” sagte er und ging zurück durch seine Einheiten in den Meetingraum und holte sich etwas zu trinken. “Ich kann euch leider keinen Kaffee anbieten, Misses Ellnys hat Urlaub!” sagte er. Saber musste bei dem Ernst der Lage tatsächlich innerlich etwas grinsen. Eagle nahm seinen Blaster runter und sprach. “Selbst jetzt bist du noch arrogant.“ Hikari grinste: „Weißt du, sowas muss man sich leisten können!” erwiderte Shinjiro. Saber und Rosso beobachten den Abtausch: “Was ist dein Problem, Charles, du bist der liebe Onkel des Oberkommandos, der sich als Verräter entpuppt.“ sprach er weiter mit sarkastischem Unterton und wartete nicht auf eine Antwort: “Eure Forderungen sind lasch, ohne Halt und Zukunft, solltet ihr jetzt hier gewinnen, werdet ihr euch innerhalb von fünf Jahren gegenseitig um die Ecke gebracht haben, das Problem würde sich also von selbst lösen, aber warum 5 Jahre warten und alles ins Chaos stürzen.” fügte Hikari noch mit an. Saber nickte, ganz offensiv betrachtet war es so, die Generäle und die drei vor ihnen würden sich um eine Machtposition streiten.
“Seit dem du damals in Alamo aufgetaucht bist, hattest du viele Befürworter, selbst Jarr hat sich hinter dich positioniert. Und ihr verkauft es immer noch als Zufall.” sagte Eagle mit einem verbitterten Unterton. Saber hatte solch eine Tonlage noch nie von dem ehemaligen Commander gehört, es tat ihm in der Tat weh, nun vor ihm als Gegner zu stehen. Jedoch war das hier nicht seine Geschichte. Saber senkte seinen Blaster blieb jedoch wachsam!
Rosso hörte zu und beobachtete die Szenerie vor sich und gab seinen Männern ein Handzeichen für den Fall der Fälle. Captain Hikari dachte über das Gesagte nach und trank noch einen Schluck: “Weißt du” … begann er, “Jarr steht nicht hinter mir, sondern neben mir, das ist der kleine, aber sehr feine Unterschied!” stellte Hikari klar! Saber nickte innerlich bestätigend, als Freund steht man neben jemandem und handelt gemeinsam, es war eine Sache des Vertrauens und Wertschätzung. Eagle verschränkte seine Arme vor der Brust und Jonsons lachte auf: “Freundschaft, was ein Schwachsinn, in dieser Konstellation geht es um Macht, es ging schon immer um Macht und dessen Erhaltung.” Captain Hikari schüttelte mit seinem Kopf. “Auch das werdet ihr nie verstehen!
Eine Nachricht erreichte Jonsons, er grinste und unterbrach das Gespräch: “Die Schiffe aus Alamo sind soeben gelandet, gehen wir sie doch begrüßen!” sagte er und deutete an, dass Captain Hikari mit seinem Stab vorgehen sollte und ging mit Eagle und Delweg hinter ihnen. In Saber breitete sich ein ungutes Gefühl aus, Alamo war also gefallen, was sollten sie jetzt machen? Aufgeben war nicht, ihm musste etwas einfallen.
02:10 Uhr
„Ich habe Sand an Stellen, die ich nicht benennen möchte!“, sagte Colt, während er sich den Sand vom Körper klopfte und sich gerade wieder anzog, Sand und Schweiß waren wirklich keine gute Mischung, musste er feststellen.
Royu machte sich eine Zigarette an und grinste. “Warum tust du dir das an, aber du könntest ein ruhiges, spießiges Leben führen. Stattdessen riskierst du mit sowas hier dein Leben!” sagte Colt feststellend. Royu lachte auf: “Als Samurai wird man zum Kämpfen geboren, ich könnte auch nichts anderes und warum nicht, schau dir alle im Oberkommando an, die Frage könnte man jedem stellen, der dort arbeitet und somit auch dir!” tatsächlich war den beiden noch nicht aufgefallen, dass sie während des Kampfes von der förmlichen Anrede ins “Du” gewechselt waren. Colt sah auf und steckte sich sein Hemd in die Hosen. “Zum Kämpfen geboren, deine Söhne würdest du also auch hier hinausschicken?” fragte Colt weiter. Royu zog an seiner Zigarette und pustete den Qualm in den Nachthimmel und nickte: “Wenn es ihr Weg ist, ja!” Colt nickte: “Hm …” und setzte sich wieder: “So wie ihr Neffe!” Royu grinste kurz: “Er ist der Sohn seines Vaters, nicht meiner: “Ah, ok!” sagte Colt und atmete schwer aus, es fiel ihm schwer, tief Luft zu holen, bestimmt waren eine oder zwei Rippen gebrochen: “Ich habe keine Geschwister, warum weiß ich nicht, wahrscheinlich war ich wie eine Herde!” erzählte der Cowboy und musste dabei lächeln, als er an die Zeit in Texas auf der Farm seiner Eltern dachte, jedoch wurde er beim letzten Gedanken wieder ernster: “Du bist Farmer und kämpfst!” stellte Royu fest: “Tja Farmer, ich habe das alles auf der Erde abgebrochen!” war Colts knappe Antwort: Royu nickte: “Das ist mal eine Entscheidung!” sagte er trocken: „Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht hatte, die Farm zu halten, jedoch verstehe ich nichts von Zahlen, oder sowas, es ging schief. Und bevor alles versteigert wurde, habe ich alles verkauft, so blieb wenigstens das wunderschöne Land.” und er wurde still.
„Eines ihrer Kinder wird bestimmt Talent für Zahlen oder so etwas haben“, sagte Royu ruhig: „So etwas weiß man vorher nicht“, entgegnete Colt. Royu zuckte mit den Schultern: „Familie ist nicht nur dieser Augenblick oder zwei Generationen. Sie ist Vergangenheit und Zukunft zugleich. Wenn man das versteht, kann man sich auf die Zukunft verlassen.“ Colt ließ die Worte einen Moment auf sich wirken: „Na ja, bei euch ist das so.“ sagte er, Royu lachte leise auf. „Das ist überall so, schauen Sie sich König Jarred an oder, etwas greifbarer, Mr. Lancelot. es ist vergleichbar wie ein Familienbetrieb, Firmen, die seit Jahrhunderten bestehen. Das ist Tradition, das ist Verpflichtung. Im Kern ist es immer dasselbe, egal wo.“ erklärte er und zu Colt hinüber: „Also auch eine Farm. Wo kommt deine Familie ursprünglich her? England?“, fragte Royu darauf.
Colt atmete schwer aus, seine Lungen schmerzen noch immer, und er überlegte kurz: „Das hat mich Shinji auch schon mal gefragt. Auf der Einwanderungsurkunde von 1808 stand, dass das Schiff aus England kam. Danach ist William Wilcox 1819 nach Texas gegangen und hat 1820 das Farmland der Wilcox Farm in Dagerfield gekauft. Alles davor weiß ich nicht.“ Royu nickte langsam: „Damit lässt sich doch arbeiten. Das sind fast zwölf Generationen.“ Colt sah in die dunkle Wüstennacht. „Wahnsinn“, murmelte er vor sich hin, denn ihm wurde erst jetzt bewusst, was diese zwölf Generationen alles geleistet hatten, um das Land zu halten.
Er schwieg einen Moment, dann fuhr er leiser fort: „Jetzt ist die Farm weg. Eine Investmentgruppe hat sie gekauft. Die werden alles zerschlagen oder damit handeln. Eine Familie wäre mir auch lieber gewesen.” und zuckte mit den Schultern: „Ich werde die Wilcox Farm im Neuen Grenzland weiterführen. Noch mal von vorn, oder so.“

Royu sah zum Cowboy neben sich. “Das stelle ich mir schwer vor!” Colt lehnte sich etwas in den Sand: “Ich bin mir sicher, es mit meiner Frau zusammen zu schaffen und den Kindern wird es gefallen!” Royu dachte nach: “Also ist dann Schluss mit Kämpfen?” hakte der Japaner nach: “Tja Kämpfen! Mein Ziel war es, die Outrider zu vernichten, es war damals ein reiner Rachegedanke, jetzt ist es ein Wunsch, damit meine Kinder in Frieden aufwachsen können. Ich hoffe, dass ich das noch schaffen werde und den Frieden erleben werde. Dann sitze ich in meinen Schaukelstuhl auf meiner Veranda und schaue meinen Kindern beim Spielen zu.” erzählte Colt seine Pläne.
Royu lachte. “Der Schaukelstuhl ist für den Großvater, du als Vater mischt beim Spielen mit!” sagte er. Colt lachte ebenfalls: “Na aber sicher doch, in meinem Kopf ist das alles schon fertig, ich sehe meine Cowboys rumflitzen und meine Frau schimpfend hinterher.” Royu lachte weiter. “Das ist sehr realitätsnahe! Ich wünsche deiner Ehe alles Gute und viele Cowboys!” Colt lachte noch und nickte Royu dankend zu: “Ich war mir noch nie so sicher bei irgendwas wie bei dieser Frau, ich hatte sie gesehen und alle anderen Frauen waren ab diesem Zeitpunkt uninteressant!”
Royu zündete sich eine neue Zigarette an. “Respekt!” sagte er währenddessen: “Ach komm, so ist das doch, siehe Richard Lancelot, genau das gleiche! Und Shinji war schneller in festen Händen als gedacht!” Royu grinste auf und pustete den Qualm aus: “Wie lange bist du schon verheiratet?” fragte Colt und setzte sich langsam wieder auf, seine Rippen schmerzten wieder und ein kleines Stöhnen konnte er nicht unterdrücken: “Fast 20 Jahre … ” antwortete er und musste darüber erst einmal nachdenken: “Das muss man erst einmal schaffen, wichtig ist treue, aber in Beziehungen war ich es immer, auch wenn sie kurz waren!” sprach Colt. “Hätte ich jetzt nicht gedacht!” sagte Royu. Colt sah auf: “Ich bin ein treuer Hund!” verteidigte sich der Coweboy: “Das meinte ich nicht, eher das Ding mit den Beziehungen, sowas hatte ich davor nicht, zwar nette Bekanntschaften, aber nie etwas fettes, ist vielleicht ein kulturelles Ding, aber macht man etwas fest, ist es das auch!” erklärte Royu. Colt verstand: “Also ist das wirklich etwas Ernstes zwischen Shinji und Aaiko?” Royu nickte: “Ja, sonst hätte sie nicht im Haus meines Bruders übernachtet, oder wäre mit einbezogen!” erklärte er.
Colt schüttelte mit seinem Kopf. “Die sind noch viel zu jung!” sagte Colt. “Wie gesagt, er ist der Sohn seines Vaters, die beiden sind sich sehr ähnlich!” Colt zog seine Augenbrauen skeptisch zusammen. “Nein, also ich sehe da nichts, wo ich sage, das passt, außer was das Aussehen betrifft, das kann der gute Captain nicht abstreiten!” Royu lachte auf: “Du kannst ihn immer noch nicht leiden!” Colt winkte ab, “Du als sein Bruder bist ehe voreingenommen und hattest keine Wahl und musst mit ihm klarkommen!” Royu lachte herzhaft auf: “Das sagt einer, der ohne Geschwister aufgewachsen ist, ich war eine Zeitlang ein richtiger Arsch von Bruder.” gab er zu. Colt sah zur Seite: “Siehst, das hätte ich jetzt nicht gedacht, wie kam es, wenn ich fragen darf.” Royu nickte. “Das ist lange her, als Kinder waren wir uns sehr nahe, unsere Wege trennten sich, als er 13 war, er redete kaum noch mit mir. Ich war 10 und hab ihm fiese Dinge hinterhergerufen und ihm auch verraten, als ich mitbekommen hatte, dass er eine Freundin hatte.” Colt nickte: “Ich denke, das ist normal!” Royu grinste. “Oh ja, ich habe auch zwei, die sich manchmal aufspielen, dazu aber eine Tochter, die die beiden bewundert und gleichzeitig verpetzt.” erzählte er und musste grinsen.
Ein Jet, der tief über sie flog, unterbrach ihre Unterhaltung, denn dieser wirbelte erneut einen Haufen Sand auf und Colt platzte die verlorene Hutschnur: “Ich bin für Nummernschilder, diese Himmelhunde!” rief er hinterher, er war wieder voller Sand: “Wenn sie jetzt scannen, haben wir eine Chance, hier schnell wegzukommen, ich hoffe, sie stufen uns nicht als feindlich ein.” sagte Royu, der dem Jet hinterher schaute und ein letztes Mal an seiner Zigarette zog.
Colt, der sich seine Klamotten anklopfte: “Wahnsinn, wie du jemanden ermutigen kannst.” Royu lachte und stand auf. “Bekomme ich jetzt wieder einen Strip?” fragte er und entfernte sich etwas: “Mach dir keine Hoffnung, das alles gehört nur meiner Frau!” erklärte der Cowboy und schüttelte sich den Sand aus seinen Locken. “Keine Sorge, ich mag nichts Paniertes!” hörte er Royu, der etwas weiter weg zu sein schien. “Witzbold!” kam es von Colt.
02:40 Uhr Oberkommando
Im Oberkommando dockten die ersten Schiffe aus Alamo an den Gangways an. Saber atmete tief ein, während Colonel Rosso sich bereit machte. Überraschend öffneten sich alle Gangways gleichzeitig. Und Saber spürte sofort, dass hier etwas gewaltig nicht stimmte und im nächsten Moment brach das Chaos los: „Was?“, entfuhr es dem Schotten, als er aus der Schusslinie gerissen wurde. Er griff reflexartig nach seinem Blaster und versuchte, sich einen Überblick zu verschaffen. Er erkannte, dass aus den Schiffen wie erwartet bewaffnete Männer aus Alamo in blau-grauen Kampfanzügen stiegen. Doch sie übernahmen nichts, sondern nahmen einen nach dem anderen der Verräter fest und sammelten sich im Offizierskasino.
Saber schaute auf sein Tablet, die Stürmung auf Alamo war vor einer Minute mit “Clean!” vermerkt worden, also waren das keine feindlichen Truppen, die sich bei Johnsons & Eagle angemeldet hatten. Wie clever war das denn, sie glauben zu lassen, dass Alamo gefallen war. Und gleichzeitig fiel ihm ein Zentner schwerer Stein vom Herzen und sah, dass Eagle und Jonsons ebenso verwirrt schauten. Saber ging zu Captain Hikari, der ihn aus dem Schussfeld gerissen hatte.
Johnson hob seinen Blaster und drückte ab, dann ging alles zu schnell, der Schuss ging knapp an Saber vorbei und im selben Moment stieß Eagle Captain Hikari aus der Schusslinie und wurde selbst getroffen. Sofort zog Rosso Eagle aus dem Geschehen. Captain Hikari landete unsanft, war aber im nächsten Augenblick schon wieder auf seinen Beinen. Saber setzte Captain Johnson außer Gefecht und nahm ihn fest.
„… Daddy!“ rief April und stand wie erstarrt vor dem Geschehen. Sie hatte gesehen, wie ihr Vater zu Boden ging. Saber sah sich um, und ging, nachdem Captain Johnsons von der MP abgeführt wurde zu ihr und hielt sie fest: „Was machst du hier?“ fragte er erstaunt, denn er hatte keinen Ladebefehl an ein Team gegeben. Eagle wurde derweil bereits eilig medizinisch versorgt, war aber noch ansprechbar. April, die verständlicherweise nur Augen für ihren Vater hatte, erklärte fast beiläufig: „Wir wurden vor fünf Minuten, von König Jarred, zurück zum Oberkommando beordert …“, erklärte die Blondine, doch ihre Augen lösten sich nicht von ihrem Vater: „Daddy …“ und sie trat an die Trage, auf der er lag: „Es wird alles gut, April“, sagte er leise, bevor er weggebracht wurde. Saber war im Zwiespalt, wie sollte er April sagen, dass ihr… “Miss Eagle!” trat Captain Hikari nun zu ihnen heran. April drehte sich um: “Ihr Vater wird natürlich die beste medizinische Versorgung bekommen, dank ihm konnten wir hier im Oberkommando alles punktgenau starten.” erklärte er, um die junge Frau zu beruhigen. April nickte dankend und wischte sich eine Träne weg. Und Sabres Weltbild ordnete sich gerade zum zweiten Mal neu, doch ihm fehlten gerade die passenden Worte. Eagle war kein verräter gewesen, sondern undercover und das verdammt gut!
“Major Lancelot, vergessen sie nicht das Oberkommando als, “Clean” zu kennzeichnen” sagte Captain Hikari und gab den noch etwas perplexten Schotten das Tablet. Saber nickte und musste etwas schmunzeln. Im Casino und in den Gängen wurden jetzt die Getränkeautomaten gestürmt. Jeder hatte nur noch Hunger oder Durst. Saber griff nach dem Tablet und beendete diese letzte Taktung und legte es auf den großen Monitor im Offizierskasino und markierte die Mission als “Clean!” alles jubelte! Saber grinste und wurde sofort wieder ernster, er schaute auf seine Uhr, es dämmerte bereits draußen.
Captain Wilson von der Peacekeeper gratulierte Saber zu seiner Führung während der Operation: „In einer Stunde geht die Sonne auf. Dann beginnen die Aufräumarbeiten im Umkreis der Tromston Ranch. Wir sichern derzeit das Gelände aus der Luft. Es gibt vereinzelte registrierte Lebenszeichen, denen wir nachgehen werden.“ Saber nickte, und ein Hauch von Hoffnung keimte in ihm auf. Natürlich können diese Lebenszeichen alles sein, wie Tiere, aber auch Überlebende der Stürmung: „Ich werde vor Ort sein“, sagte der Schotte und griff dankend nach einer ihm gereichten Flasche Wasser und trank sie fast in einem Zug leer, setzte sich schließlich und schloss für einen Moment seine Augen.

Captain Hikari verließ derweil mit zwei Sicherheitsleuten das Oberkommando.
03:30 Uhr
Hitomi stand am Bett ihres Sohnes, der tief und fest schlief. Die Untersuchungen hatten ergeben, dass er eine sehr starke Gehirnerschütterung hatte, seine Lippe war bereits genäht worden, jetzt brauchte er vor allem Ruhe. Alles würde in den nächsten Tagen verheilen. Sie hatte bereits mit Shinjiro telefoniert. Er hatte ihr erzählt, was passiert war. Sie war wütend auf ihn gewesen, sehr sogar. Doch jetzt, wo ihr Sohn vor ihr lag, war davon nichts mehr übrig. Sondern nur Erleichterung und ein leises Bedauern über das, was sie zu Shinjiro gesagt hatte.

Er hatte ihren Sohn zurückgebracht, so wie er es ihr versprochen hatte. Sie wusste auch, dass Royu vermisst wurde, so wie Shinjis bester Freund, der Cowboy, war noch nicht wieder aufgetaucht. Soweit Hitomi wusste, war dessen Frau gerade schwanger. Es fühlte sich an wie ein Déjà-vu, nur mit anderen Rollen. Vorsichtig strich sie ihrem Sohn die Haare aus der Stirn.
Die Tür wurde leise geöffnet, und Shinjiro trat ein. Er sah sie an und sie nickte ihm zu. Er trat an das Bett und musterte seinen Sohn: „Er hat ein Schlafmittel bekommen, er wird einige Stunden schlafen. In den nächsten Wochen braucht er viel Ruhe“, berichtete Hitomi leise, ohne den Blick von Shinji abzuwenden. Shinjiro nickte nur und ging ein paar Schritte durch das Krankenzimmer: „Und Royu?“, fragte sie schließlich. Er blieb stehen, stemmte seine Hände in die Hüften und lief dann wieder unruhig auf und ab. Und ging sich mit einer Hand durch seine Haare, bevor er sie ansah: „Ich weiß es nicht.“ und atmete hörbar aus: „Wir werden gleich nach ihm und Wilcox suchen.“ sagte er und schaute auf die Uhr. Hitomi nickte stumm: „Ich wollte nur nach ihm sehen“, sagte er leise und sah noch einmal zu seinem Sohn und verließ das Zimmer. Hitomi wollte etwas erwidern, doch da war er bereits verschwunden. Sie blickte auf die geschlossene Tür, dann setzte sie sich ans Fenster, faltete ihre Hände und sah der aufgehenden Sonne zu.
04:10 Uhr
Royu warf dem Cowboy einen weiteren Quetschbeutel Wasser zu. Colt fing ihn auf: „Danke. Ein Bier und ein Steak wären mir zwar lieber, aber man nimmt, was man kriegt“, sagte er und nahm einen kleinen Schluck. Jetzt hieß es, die Ration einzuteilen. Die Sonne ging langsam auf, und Royu blickte ihr entgegen: „Na immerhin, die Nacht haben wir überstanden“, meinte er und öffnete das Oberteil seines Kampfanzugs und ließ die Ärmel locker nach unten hängen. Darunter kam ein schlichtes weißes T-Shirt zum Vorschein: “Also bekomme ich jetzt einen Strip!” grinste Colt frech. Royu drehte sich zu dem Cowboy: “Nein, aber es wird warm werden, wir sind in einer Wüste und wir müssen mit unserem Wasser, das im Körper ist, haushalten, schwitzen wäre da kontraproduktiv!“ erklärte er. Colt verstand und sah auf den Quetschbeutel in seiner Hand: “Jede halbe Stunde ein Schluck, das hilft!” fügte Royu mit an, als er die Reaktion von Colt auf sein gesagtes gesehen hatte: “Wenn da die Sonne aufgeht, ist dort die Stadt!” zeigte Royu. Colt schaute in die gezeigte Richtung und erblickte das Desaster, im immer heller werdenden Licht des Tages, um sie herum und sprang auf.
“Ahhhh, schau dir diesen Mist hier an!” und Colt drehte sich um sich selbst und hob seine Arme und verschränkte sie hinter seinem Kopf, denn er konnte es nicht fassen: “Mist!” Sie saßen in einem Loch, einen sehr tiefen Sandkrater, eine Erschütterung und das wars: “Das hörte ja gar nicht mehr auf, mit den guten Nachrichten!” Royu lief etwas umher: “Hat schon was!” sagte dieser. Colt sah den Japaner ungläubig an, was war los mit diesem, egal wie beschissen eine Situation war, dieser grinste immer noch. “Ups!” war das nächste, was Colt vernahm. “Ok, denn ein “Ups” klang selbst aus Royus Mund nun nicht mehr lustig, was ist?” wollte Colt jetzt genervt wissen! “Der Akku der Zielerfassung ist leer, somit kann man das Gewehr nicht mehr orten …” und Royu warf die Zielerfassung weg und sah auf und rannte mit großen Augen auch schon los, denn der Amerikaner stürmte gerade sehr wütend auf ihn zu: “Wilcox, komm wieder runter!” schrie Royu. “Erst, wenn ich dich unten habe! Oder besser, ich schieße dich hier raus, dann kannst du Hilfe holen!” Sie rannten in den Sandkrater im Kreis: “Wie kann so ein Akku leer gehen? Wenn man so etwas hier plant?” schnaufte Colt und griff nach seinem Vordermann, dieser wich aus und legte einen Zahn zu: “Ich hab es vergessen!” rief Royu erklärend. Colt brüllte auf. “Colonel! Das, was jetzt folgt, wird sowieso niemand mehr erfahren!” und warf eine Handvoll Sand nach Royu, der dem Japaner im Nacken landete und Colt schimpfte weiter: “1000 Jahre Familiengeschichte, wie habt ihr überhaupt überlebt? Das konnte doch nicht wahr sein, konnte es doch nicht!” und warf erneut eine Handvoll Sand und bekam kurz darauf einen Ärmel des Anzuges zu fassen und riss daran, Royu verlor das Gleichgewicht und stürzte vollends in den Sand! “So paniert, genieß es!” sagte Colt und stieß mit seinem Fuß eine Ladung Sand nach Royu und setzte sich.
Royu stand auf und fing an sich zu entsanden und griff in eine Beintasche seines Kampfanzuges und holte grinsend eine kleine Tafel heraus. Und richtete sich auf: “Ich hätte noch Schokolade!” sagte er vorsichtig und hielt die Tafel vor sich. Colt sah Royu verdattert an und zog angestrengt Luft durch seine Nase, sodass sich seine Nasenflügel zusammenzogen, stand dann auf, ging auf Royu zu und sah ihn ernst an: “Was bist du, ein verdammter Automat oder was?” und nahm die Schokolade und setzte sich wieder: “Gern geschehen!” sagte Royu und entsandte sich weiter. Colt schob sich die kleine Tafel Schokolade in den Mund: “Kennste einen Hikari, kennste sie alle!” grummelte er vor sich hin.
Die Peacekeeper drehte ihre Runden um das bereinigte Gelände sie ließen die Scans von der Nacht durchlaufen. Saber und Captain Wilson, suchten die klarsten Signale heraus, diese Ziele würden sie zuerst anfliegen, alle anderen waren einfach zu weit weg vom Geschehen, das können Tiere oder sogar Camper sein, obwohl letzteres seit einem Monat in dieser Gegend verboten worden war. Captain Hikari stand mit einem Wasser am Panoramafenster und schaute auf seinen Communicator, und ging wieder zum Kommandostand, wo auch Captain Lorenz saß und ein Sandwich genoss. Saber ging mit seinem Tablet zu Captain Hikari und zeigte diesem die ausgesuchten Punkte. Hikari nahm es und schaute es sich an. Saber griff indes nach einem Sandwich, es tat gut, nach diesen anstrengenden Stunden etwas in den Magen zu bekommen.
Wilson trat an die beiden heran: “Wie geht’s meinem First Lieutenant?” Saber sah auf, das wollte er jetzt auch gern wissen: “Er wird einige Wochen brauchen!” Beantwortete Hikari knapp die Frage, Wilson nickte: “Und Royu finden wir schon, bis jetzt ist jeder Hikari wieder aufgetaucht!” sagte Lorenz. Der Captain blickte auf und reichte das Tablet an Wilson weiter: ”Spar es dir!” sagte Hikari Richtung Lorenz und ging zum Rasterortungsschirm, um die letzte Ortung seines Bruders aufzurufen, während sie über die Wüste flogen.
Captain Wilson stieß Lorenz mit einer Faust gegen die Schulter: “Was ist los mit dir?” Lorenz hob seine Hände und nickte. “Ich ab schon beim Aussprechen gemerkt, dass es scheiße war, ok!” Saber schaute sich um, alle waren dünnhäutig und übermüdet. Und der Spruch war alles andere als hilfreich! Captain Wilson beugte sich zu Lorenz und zeigte mit seiner Hand Richtung Hikari und Lorenz stand auf und stellte sich neben Captain Hikari und schaute mit ihm auf den Schirm, sie überflogen die Tromston Ranch, oder das, was davon noch über war, schweres Gerät begann mit den Aufräumarbeiten: “Entschuldige, ich bin zu weit gegangen!” sagte Lorenz leise. Hikari nickte und verschränkte seine Arme und ging sich darauf durch seine Haare. Lorenz beobachtete es: “Geht es dir gut?” wollte er wissen. “Nein, bestens!” antwortete Shinjiro nun auch etwas gereizt. Doch Lorenz zu 100 Prozent fest, dein Bruder weiß was zu tun ist!” versuchte er, Shinjiro etwas Mut zu zusprechen.
Captain Hikari nickte: “Wilcox hat keine Bodenerfahrung!” Lorenz verstand: “Hm …!” dazu fiel ihm jetzt auch nichts mehr ein. Captain Hikari drehte sich um, lief zum Kommandostand und setzte sich. Saber und Wilson schauten zu Lorenz, dieser schüttelte nur mit seinem Kopf. “Captain Wilson, wir erreichen den ersten Punkt!” sprach ein Offizier. Und Wilson ging zu seinem Piloten: “Gut leichter Sinkflug!” und sie begannen die Punkte nach und nach anzufliegen, zwei Verletzte konnten sie noch an Bord nehmen und würden jetzt damit beginnen, den weiteren Umkreis abzusuchen.
Colt hatte sich wieder beruhigt und es ratterte in seinem Kopf, wie sollten sie hier rauskommen? Über sie flog der Peacekeeper, Colt stand auf und brüllte das Schiff an. Das Schiff ließ den Boden unter ihnen vibrieren, flog jedoch unbeeindruckt weiter. Royu öffnete sich daraufhin auch eine kleine Tafel Schokolade, um seine Nerven zu beruhigen und setzte sich damit an eine sandige Wand des Berges. Nach weiteren 10 Minuten hörten sie erneut das riesige Schiff, Royu sprang auf, nahm sein Präzisionsgewehr und aktivierte es. Die Peacekeeper drehte erneut und Royu setzte an und schoss mehrere Male, Colt drehte sich blitzschnell um und verstand, sollten die Sensoren mitbekommen, dass sie unter Beschuss stünden, würde sie die Gegend genauer abscannen.
“Captain Wilson, unsere Sensoren verzeichnen Schuss Aktivitäten.” Saber hörte auf und trat an die Ortung, der Navigator bestätigte und ließ das Gebiet um sie abtasten. “Wir haben Lebenszeichen“ und die Aussenkameras wurden aktiviert. “First-Grad, wir haben beide!” Captain Hikari stand auf und ging zum Raster: “Sie sitzen auf einem Schwimmer fest, eine Erschütterung und ihnen bricht der Boden unter den Füßen weg.” sagte Wilson, Hikari nickt: “Ja, wäre auch zu einfach gewesen!” kommentierte er und wies an, mit dem Peacekeeper wieder zu steigen und ein kleiner Gleiter sollte die beiden dort rausholen.
Hikari griff nach zwei Wasserflaschen und ging mit dem sichtlich erleichterten Schotten in den Hangar des Peacekeepers. Saber musste etwas grinsen, ausgerechnet die beiden gingen zusammen verloren. Ein Offizier trat an die beiden heran und gab Captain Hikari ein Tablet.
Der Rettungsgleiter positionierte sich über Royu und Colt: „Na dann angeln wir sie mal raus“, meinte der Offizier und ließ die Winde nach unten: „Los, Cowboy, hoch da“, wies Royu Colt an. Das ließ sich der Cowboy natürlich nicht zweimal sagen. Und griff nach der stabilen Strickleiter und begann hinaufzuklettern. Es kostete ihn enorme Mühe, seine vermutlich gebrochenen Rippen raubten ihm bei jeder Bewegung Kraft und vor allem Luft. Als er weit genug oben war, packte auch Royu die Leiter und schwang sich hinter ihm nach oben. Kurz darauf drehte der Gleiter vorsichtig ab.
Colt sah nach unten und erkannte er das ganze Ausmaß der Zerstörung. Der Boden war großflächig abgesackt, und der Berg, den sie beim Verlassen der Basis hinunter gelaufen waren, existierte so nicht mehr. Das war längst kein Glück mehr gewesen, wurde es Colt bewusst und schüttelte mit seinem Kopf, atmete tief ein und aus und blickte erneut nach unten zu Royu und verstand. Royu hatte gewollt, dass er ausflippte, und damit in Bewegung blieb, dass er genug Adrenalin hatte, um bis hierhin durchzuhalten. Royu war ein erfahrener Colonel und kein Greenhorn, und wusste genau, was er tat. Das hatte er mit der ganzen Aktion bewiesen. Doch Colt freute sich schon auf ein paar Liter Wasser, eine lange, ausgiebige Dusche und vielleicht sogar ein Steak, der Gedanke daran ließ ihn schon wieder schwach grinsen.
Der Gleiter setzte die beiden nahe der abgesperrten Tromston Ranch ab, Wahnsinn, wie es dort aussah! Colt konnte seinen Augen nicht trauen, hier war alles platt gemacht worden. Da kam schon Kenzo auf die beiden zu gerannt und ranzte seinen Colonel auch gleich an. Colt beobachtete es, er verstand zwar kein Wort, aber dass einer der beiden ziemlich sauer war, konnte Colt nicht nur hören, sondern auch sehen. Royu versuchte, seinen ersten Mann immer wieder zu beruhigen, doch dieser schimpfte weiter, doch zum Schluss waren beide auch nur froh, dass es so ausgegangen war. Und Kenzo drückte Royu etwas unsanft ein Wasser in die Hand.
Der Peacekeeper landete und die Rampe wurde geöffnet, Saber rannte diese hinunter und auf den Cowboy zu. Colt und der Schotte umarmten sich, Saber war sichtlich erleichtert: “Du glaubst nicht, was hier los war!” sagte Saber. Colt sah den Schotten vor sich an: “Ha, ha und du glaubst nicht, was da los war!” und zeigte auf Royu: “Kennst du einen, kennst du sie alle!” fügte Colt noch mit an. Saber lachte, er konnte sich schon denken, dass die beiden eine heiße Nacht gehabt hatten. Captain Hikari verließ das Schiff, um ihn herum, wurde salutiert und er ging auf Royu zu, der sich mit Kenzo unterhielt und stieß diesen nun ebenfalls unsanft an. Ok, Royu bekam jetzt die volle Breitseite und Colt entschied sich, sich jetzt doch einzumischen und ging auf die beiden zu. Saber folgte dem Cowboy. “Du hast dich nicht an die Taktung gehalten!” Kames von Shinjiro, Royu, fauchte seinen Bruder an: “Solonummer?” fragte er sichtlich sauer. Und zeigte dann auf den Cowboy. “Da ist deine Solonummer!”
Colt wusste, es ging um ihn, doch was sollte jetzt schon noch schiefgehen, dachte er sich: “Die Taktung war klar und eindeutig, ich musste euch wissentlich in die Luft jagen!” gab Shinjiro darauf sehr wütend zurück. “Das habt ihr ja auch und es sollte so sein, verdammt. Es ist jetzt halt so gelaufen!” sagte Royu leider, warf seine Arme in die Luft und wandte sich darauf wieder seinem Bruder zu. “Und Shinji?” Shinjiro nickte: “Hitomi ist bei ihm!” Royu nickte. “Gut!” und die beiden schienen sich wieder beruhigt zu haben. Colt trat an Captain Hikari heran: “Sir, ich muss ihnen sagen, dass ich irgendwo falsch abgebogen und dazwischen geraten war!” Captain Hikari drehte sich dem Cowboy zu und drückte ihm eine Flasche Wasser in die Hände und ging wieder an Bord. Colt öffnete die Flasche und leerte sie eilig und sah sich um: “Bin ich jetzt gefeuert?” fragte er dann und Royu trat an Colt heran: “Nein, verlier nur kein Wort mehr darüber!” sagte Royu und rannte Captain Hikari nach: “Und ich bin für braune Kühe!” rief er noch.
Sabers Augenbrauen gingen nach oben: “Braune Kühe?” hakte er nach. Colt grinste: “Wir hatten unter anderem das Thema, welche Kühe es auf meiner Farm geben soll, willst du auch welche?” fragte Colt doch Saber kannte sich gerade nicht aus: „Warte mal, wir nehmen das Oberkommando auseinander und ihr unterhaltet euch über Kühe?” kam es jetzt vom Schotten leicht gereizt: “Ab nach Hause mit dir!” sagte Saber und zeigte Richtung Peacekeeper, wo ein Hubschrauber bereitstand. Colt nickte und folgte Saber: “Ich will gerade eigentlich nur eine Dusche, ich habe an sehr empfindlichen Stellen Sand!” Saber musste darauf kurz auflachen. “Wie geht es Shinji?” wollte er jetzt wissen.
05:30 Uhr
Ein Hubschrauber brachte Captain Hikari, Royu, Saber und Colt zurück ins Oberkommando. Saber blieb dicht bei dem Cowboy. Er hatte längst bemerkt, wie angeschlagen Colt war, und hatte sich vorgenommen, ihn, sobald er wieder halbwegs vorzeigbar war, direkt zu einem Arzt zu bringen. Während des Flugs hatte Saber ihn über die wichtigsten Ereignisse nach der Tromston Ranch informiert. Angefangen bei Fireballs Zustand bis hin zu der Tatsache, dass Eagle ein Agent war, auf Captain Hikari geschossen wurde und ausgerechnet Delweg den Captain aus der Schusslinie gestoßen hatte und dabei selbst schwer verletzt wurde.
Für Colt war diese geballte Ladung an Informationen zu viel. Alles war gerade zu viel. Er hatte die ganze Nacht in einem fragilen Sandloch gesteckt, doch das ganze Ausmaß holte ihn gerade auf einmal ein: „Wir fahren nachher ins Krankenhaus. Dort lassen wir dich durchchecken“, bestimmte Saber, Colt nickte nur müde.
06:30 Uhr
Im Oberkommando liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die Schiffe aus Alamo wurden in einen Hangar gebracht. Die Verhafteten wurden vorerst in das Gefängnis von Yuma gebracht, je nach Schwere des Verbrechens, würden sie aufgeteilt und sogar teilweise nach Pectos überführt werden. Die ersten Verhöre sollten bereits am nächsten Tag beginnen. Eine unabhängige Ermittlungskommission aus Jarr, Alamo und Yuma wurde eingerichtet. Die Ereignisse sollten im Zusammenhang genauestens analysiert werden.
Misses Ellnys lief aufgeregt auf der Chefetage hin und her. Sie konnte kaum glauben, was geschehen war. Alles war zerstört, sogar ihr Schreibtisch. Die Militärpolizei und Ermittler waren bereits vor Ort, machten Fotos und sicherten Spuren. Die ersten Techniker trafen ein, um das Büro des First-Grad wieder herzurichten.
Auch Shinjiro hatte geduscht und erst einmal einen Kaffee getrunken. Die Nacht steckte ihm deutlich in den Knochen, doch einfach schlafen konnte er nicht. Dafür gab es noch zu viel zu tun. Die Ermittlungen liefen bereits an, der Chief der Militärpolizei war schon vor Ort und war bereits unterwegs zu ihm. Shinjiro betrat den Vorraum seines Büros. Misses Ellnys würde in den nächsten Tagen einen neuen Schreibtisch bekommen, versicherte er ihr, bevor er sein Büro betrat. Ging zu seinem Schreibtisch und legte sein Notebook ab.
07:00 Uhr
„Mit dir hätte ich jetzt nicht hier gerechnet“, sagte Jarred erstaunt und trat näher. Shinjiro sah auf: „Ach, mit wem denn sonst?“, fragte er ruhig. Jarred grinste schwach: „Wie ist die Bilanz?“, wollte er vorsichtig wissen und setzte sich. Shinjiro stieß die Luft aus und blickte auf die Daten vor sich: „103 Verletzte, davon zehn schwer, zwei in Lebensgefahr. Keine Vermissten. Dafür acht Tote, las er vor und machte eine kurze Pause: „Ich fahre später ins Krankenhaus und sehe mir alle an.“ Jarred nickte betroffen: „Also keine Toten im Oberkommando?“ Shinjiro nickte. „Ja, aber Tote sind Tote“, sagte er leise. Shinjiro sah auf. „Erstaunlich, oder?“ Jarred nickte.
Saber saß in der Notaufnahme und wartete auf seinen Freund, der gerade mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen musste. Er war unendlich dankbar, den Cowboy halbwegs gesund wiederzuhaben. Nicht auszudenken, was sonst hätte passieren können. Er schob den Gedanken sofort beiseite, atmete tief ein und aus und sah sich um. Hier und da erkannte man Angehörige des Oberkommandos. Man nickte sich still zu oder wechselte ein paar leise Worte. Die häufigste Frage, die ihm in der letzten Stunde gestellt worden war, betraf Mentor Eagle. Saber hatte nachgefragt, Eagle hatte die Operation gut überstanden und würde in den nächsten Stunden aufwachen. April war bei ihm und würde sich melden.
07:15 Uhr
„So, Schwertschwinger, drei gebrochene Rippen, ein Wirbel, der meinte, sich verziehen zu können, und mein rechtes Bein hat eine ordentliche Stauchung. Die wollten mich hier behalten, wollten sie…” zählte Colt auf und ließ sich dann neben seinen Boss sinken, der müde und in Gedanken versunken wirkte. Wie lange sie einfach so im Trubel des Krankenhauses nebeneinander saßen, wussten sie nicht. Colt gähnte: „Komm, lass uns eine Mütze Schlaf nehmen“, entschied er schließlich und stand auf. Saber atmete tief ein. „Ja.“ kam es müde von ihm und sie verließen das Krankenhaus.
Tief im Inneren des Krankenhauses, wartete April am bett ihres vaters, bis dieser aus der Nakose erwachte. Fireball schlief immernoch tief und fest und auf der Intensivstation zuckte ein Finger, und ein Atemzug wurde bewusster. General Whithwk öffnete langsam seine Augen.
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[…] Kapitel 🔴 49 – Offensive ist der erste Teil von ECHOES OF THE FRONTIER nun […]
very nice chapter 🙂
Was für ein Kapitel, ich musste es zweimal lesen. Zwischendurch weiß man gar nicht wem man trauen sollte…