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# 1 Auf Messers Schneide
Saber war direkt ohne sich umzuziehen ins Krankenhaus gefahren, als der Notruf bei ihm eingegangen war. Seitdem schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Und er saß zusammen mit Colt im Wartebereich vor den OP-Sälen der Uniklinik von Yuma-City. Trotz allem waren sie gerade dankbar, nicht allein zu sein. Kaltes, steriles Licht lag über dem hell erleuchteten Flur, eine gespenstige Stille legte sich über den doch so geschäftigen Flur, denn ständig liefen Menschen eilig an ihnen vorbei, Ärzte, Pfleger, Sanitäter, doch Antworten gab es keine.
Saber starrte auf seinen Communicator, während eine Meldung nach der anderen aus dem Oberkommando über sein Display lief und je mehr er las, desto mehr verlor er das Gefühl für die Zeit, denn die wenigen Minuten, die vergangen waren, dehnten sich in seinem Kopf zu Stunden. Vor kaum dreißig Minuten hatte man auf General Whitehawk mehrfach geschossen. Genau in dem Moment, als dieser das Parkhaus mit seinem Wagen verlassen hatte. Das Unwetter hatte die Stadt fest im Griff gehabt, die Straßen waren wie leergefegt gewesen und es gab nur wenige Augenzeugen, die überhaupt etwas wahrgenommen hatten. So berichteten sie von einem grellen, ungewöhnlichen Blitz, der die Dunkelheit für einen Sekundenbruchteil zerrissen hatte. Saber wusste sofort, was das bedeutete. Und dann war alles viel zu schnell gegangen.
General Whitehawks Wagen war nach dem Blitz führerlos gegen eine Mauer geprallt, wahrscheinlich hatte ihn der Blitz so geblendet, dass er in diesem Moment jede Kontrolle verloren hatte. Metall hatte sich verzogen, Glas war in tausend Splitter zersprungen, doch niemand hatte Schüsse gehört. Nur das dumpfe Echo des Aufpralls hatte die Stille durchbrochen. Was zunächst wie ein tragischer Unfall gewirkt hatte…hatte sich für die Ersthelfer als blutiges Inferno entpuppt.
Bei diesem Gedanken zog sich Sabers Magen schmerzhaft zusammen. Der General war zweimal getroffen worden. Treffer, die ihn hätten töten sollen und sein Zustand war mehr als kritisch und mehr hatte der Arzt auch nicht gesagt. Und genau dieses Schweigen wog schwerer als jede Wahrheit.
Sabers Finger krallten sich unbewusst fester um seinen Communicator, während sein Blick immer wieder über dieselben Zeilen las, als könnte er zwischen den Worten eine Antwort finden, während im Hintergrund bereits das Oberkommando den Tatort abgesperrt hatte und mit Hochdruck daran arbeitete, jede Spur zu sichern, die der Sturm nicht weggeweht hatte. Doch selbst die Videoaufzeichnungen, auf die man sich sonst verlassen konnte, boten diesmal nur Frustration. Der Blitz hatte alles verschlungen, und das Bild war nur weiß überstrahlt, in genau dem Moment war es passiert. Saber hob langsam seinen Kopf, doch sein Blick blieb leer, als würde er durch alles hindurchsehen, und tief in ihm wuchs ein Gefühl, das er nur zu gut kannte. Es war die Gewissheit, dass es kein Unfall, kein Zufall, sondern ein Angriff war und irgendwo da draußen war jemand, der ihn vorbereitet hatte… und der genau wusste, was er tat, es waren nüchternen Fakten. Seine Hand zitterte leicht und er legte den Communicator zur Seite und stützte seine Unterarme auf seine Knie und ließ den Kopf hängen.
„Ich hole uns einen Kaffee …“, sagte Colt leise und stand von seinem Platz auf. Dabei klopfte er dem Schotten einmal fest auf die Schulter, was ein kurzer, aber fester Halt in diesem Moment für Saber war. Colt wusste genau, was jetzt alles auf seinen Boss und vorallem Freund zukommen würde. Und dass nichts davon leicht sein würde. Saber verstand, was Colt ihm damit sagen wollte, er wusste, dass er sich auf den Cowboy verlassen konnte. Doch jetzt musste er seine Kräfte bündeln. Für den schwersten Anruf seines Lebens, einen Anruf, den er niemals hatte führen wollen.
Als befehlshabender Offizier musste er die Angehörigen von General Whitehawk informieren. Und für solche Momente gab es kein echtes Protokoll und schon gar keine Anleitung, die einem sagte, welche Worte die richtigen waren.
Noch hatte er Zeit, denn die privaten Daten des Generals waren noch nicht freigegeben worden. Da stieg ihm der beißende Geruch von billigem Automatenkaffee in die Nase und riss den Schotten schließlich aus seinen kreisenden Gedanken. Er hob seinen Blick zu Colt, der ihm den dampfenden Plastikbecher direkt vor die Nase hielt: „Die Situation ist eine große Scheiße, also warum sollte da der Kaffee gut sein?“, fragte Colt trocken.

Und für einen kurzen Moment huschte dem Schotten tatsächlich so etwas wie ein Lächeln übers Gesicht. Es war ein schwacher, brüchiger Versuch, doch dem Cowboy war es wieder einmal passend gelungen. Saber nahm den heißen Becher dankbar entgegen und spürte für einen Augenblick zumindest etwas anderes als die Schwere in seiner Brust. Und Colt setzte sich wieder neben ihn und sie tranken stumm ihren Kaffee. Die Uhr über den OP-Sälen zeigte 00:36 Uhr.
„Es gibt noch keine Neuigkeiten aus dem Krankenhaus, er wird noch operiert, doch es sieht nicht gut aus… Major Lancelot und Lieutenant Willcox sind vor Ort“, sagte Lorenz: „Wo ist es passiert?“, wollte Shinjiro wissen: „Er war auf dem Weg in seine Unterkunft. Ansonsten das Übliche, ein heller Blitz und zack …“, gab Lorenz knapp zurück und ließ auf dem Monitor die Videoaufzeichnung abspielen. Das flackernde Bild zeigte genau diesen einen Moment, dann nur Weiß. „Das kann doch nicht wahr sein!“, entfuhr es Shinjiro und er fuhr sich durch die Haare, drehte sich ab und begann unruhig im Büro auf und ab zu gehen.
„Das wird die Antwort von heute sein!“, sagte Lorenz mit fester Stimme. Doch Shinjiro schüttelte langsam den Kopf: „Nein … das war länger geplant. Das ist eine Ablenkung.“ Eine längere Stille entstand im Büro und König Jarred, der bisher mit verschränkten Armen und gesenktem Kopf vor dem Monitor gestanden hatte, hob nun seinen Blick. Sein Ausdruck war ernst, fast düster, als er zu Shinjiro hinüber sah.
Doch dieser ließ sich davon wenig beeindrucken und fragte: „Wann sollte die Autonomie des Neuen Grenzland unterschrieben werden?“ Jarred blinzelte und seine Augen weiteten sich leicht, als er verstand, worauf Shinjiro hinaus wollte: „In zwei Tagen, auf Alamo“, antwortete er schließlich. Shinjiro nickte knapp und ein weiteres Puzzleteil fiel an seinen Platz: „Was?“, fragte Lorenz, der noch nicht wirklich folgen konnte.
Für einen Moment lag nur Stille im Büro, in dem jeder seinen Gedanken nachging. Da räusperte sich Doctor Morel leise, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, doch nun trat er einen Schritt vor, seine Stimme war ruhig, vorsichtig, so als wolle er die angespannte Situation nicht noch weiter aufreißen: „Meine Herren …“, begann er behutsam, während sein Blick kurz über die Anwesenden glitt, „vielleicht … wäre es angebracht, einen Moment innezuhalten.“ die Anwesenden sahen auf und atmeten still tief ein. Morel wartete einen Moment: „Lassen sie uns ein Gebet für den General zu sprechen.“ Seine Worte waren leise, doch sie trafen den Raum mit unerwarteter Wucht. Die Unruhe wich für einen Augenblick einer anderen stillen, ehrfürchtigen Schwere. Jarred nickte langsam den Blick. Denn eines hatten sie in der Aufregung, schnell alles aufzuklären komplett vergessen, schließlich kämpften, Ärzte und auch der General hinter kalten Wänden und grellem Licht, in genau diesem Moment um sein Leben.
Stumm und instinktiv, traten sie alle näher zusammen und der Raum, der eben noch erfüllt von Anspannung, Spekulationen und offenen Fragen war, wurde still und nur das leise Summen der Technik war im Hintergrund zu hören.
Jarred senkte seinen Kopf, Lorenz trat einen Schritt näher, als würde er Halt suchen, ohne es sich einzugestehen. Shinjiro blieb stehen, seine Hände und sein Herz waren noch immer unruhig, doch schließlich ließ auch er seine Schultern sinken und schloss für einen Moment seine Augen und Doctor Morel bergann: „Herr …“, begann er leise., seine stimme war ruhig und leise und doch füllte sie den Raum. Und für einen Augenblick waren sie keine Offiziere mehr, keine Strategen, kein König und keine Männer mit Verantwortung und Entscheidungen. Nur Menschen, die hofften, die warteten., das jemand den sie alle respektieren, liebten und gerade nichts als das für ihn tun konnten.
Im Krankenhaus stand Saber auf und ging in ein anliegendes separates Wartezimmer zum Telefonieren, Colt folgte ihm und stellte sich an die Tür, um seinem Boss symbolische Rückendeckung zu geben und auch um Störungen während des Telefonats zu vermeiden. Die Uhr in den OP Sälen zeigte bereits drei Uhr morgens an und der Cowboy lehnte seinen müden, schweren Kopf gegen die kalte Tür.
Einige Kilometer weiter stand Fireball völlig aufgelöst in seinem Zimmer. Royu hatte ihm die Nachricht überbracht, dass auf General Whitehawk ein Anschlag verübt worden war. Vor Wut hatte er sein Bücherregal leergefegt, jetzt lagen die Bücher überall verstreut auf dem Boden, Seiten waren geknickt, einige Einbände aufgerissen. Doch es hatte nichts gebracht, gar nichts, überhaupt nichts. Vor Wut liefen ihm die Tränen unaufhaltsam über das Gesicht, die er immer wieder versuchte schnell wegzuwischen und wegzuschlucken, dabei ging sein Atem stoßweise.
Minuten vergingen, oder vielleicht auch nur Sekunden, er wusste es nicht. Irgendwann zwang er sich aufzustehen und begann, wie im Trance die Bücher wieder aufzuheben, eines nach dem anderen, mechanisch, leer, als würde er versuchen, mit jedem Buch die Situation wieder in Ordnung zu bringen. Doch nichts ließ sich ordnen. Mit einem Buch in der Hand blieb er schließlich stehen. Der Regen prasselte unaufhörlich gegen sein Fenster, als wollte er die Welt dahinter auslöschen. Dahinter lag der Garten und Fireball blickte hinaus. Und ihm traf eine Erkenntnis mit voller Wucht. Das hier war kein Training, keine Simulation, keine der unzähligen Übungen, die man ihm in den letzten Monaten vorgesetzt hatte, mit variierenden Szenarien, kalkulierten Risiken und vorhersehbaren Ausgängen. Das hier war echt und wenn … wäre es endgültig. Und er konnte rein gar nichts dagegen tun. Sein Körper begann zu zittern, erst leicht, dann stärker, es war Wut, Angst und vor allem Hilflosigkeit, alles vermischte sich zu etwas, das er nicht mehr greifen konnte: „Verdammt…!“, presste er hervor und das Buch in seiner Hand flog im nächsten Moment gegen die Wand, schlug hart auf und fiel zu Boden und gerade als er nach dem nächsten Gegenstand vom Regal greifen wollte, hielt ihn plötzlich jemand, bevor er noch mehr zerstören konnte.
Fireball wollte sich aus diesem Griff lösen, er war doch so wütend! Doch der Griff wurde nicht leichter, sondern fester und packte ihn auch an seinem anderen Arm und derjenige zwang ihn, sich zu ihm umzudrehen. “Lass mich los, Royu” sagte Fireball in seiner Verzweiflung. Doch der feste Griff ruckte ihn einmal fest durch und Fireball sah endlich auf und in das Gesicht seines Vaters, der ihn besorgt und ebenfalls sehr betroffen ansah.
“Sie haben ihn einfach erschossen!” kam es rau von Fireball und schluckte so schwer, dass er dachte, einen Stein im Hals zu haben. Sein Vater nickte ihm ebenfalls schluckend entgegen und zog seinen Sohn fest an sich. Hitomi stand an der Tür und beobachtete diese Szene, es zerriss ihr beinahe das Herz, sie wusste schließlich, dass General Whitehawk beiden viel bedeutete, aber es tröstete sie, dass jetzt in diesem Moment kein anderer bei ihrem Sohn war als sein Vater. Shinjiro war mit zwei Wachleuten von König Jarred gekommen und war direkt nach oben gegangen! Er kam nur für seinen Sohn, um in dieser Situation bei ihm zu sein, denn das brauchte Shinji jetzt einen Vater und wahrscheinlich dieser auch seinen Sohn! leise schloss sie die Tür und ging wieder nach unten.
Saber öffnete die Tür, da fiel ihm Colt fast in seine Arme. Erschrocken hatte sich der Cowboy noch abfangen können, war er doch tatsächlich im Stehen kurz eingenickt udn beide sahen sich erschrocken an. Saber nickte: „Seine Tochter macht sich direkt auf den Weg.” sagte er und beide gingen wieder auf ihre Plätze. Colt blickte zur Uhr, es war bereits kurz vor vier Uhr morgens.

Lorenz war zurück im Oberkommando und ließ im Hangar so laut, er konnte einen Brüller los und trat dabei mit voller Wucht gegen einen Metalleimer, der Eimer verlor und schepperte quer durch die Halle gegen eine Wand. Das weckte schlagartig die Aufmerksamkeit der sechs Piloten in Bereitschaftsstellung, die sofort nach unten in den Hangar stürmten, offenbar in der Erwartung, dass gerade irgendetwas explodierte, tat es nicht, es war nur ihr Captain … der gerade explodierte? Sie stoppten auf der Treppe: „Ähm… Captain?“ rief Alfredo laut und fordernd, sodass es durch den Hangar nur so hallte. Lorenz zuckte erschrocken zusammen und drehte sich abrupt um und entdeckte seine Piloten, die aufgereiht auf der Treppe standen, die zu seinem Büro führte, und ihn erwartungsvoll anstarrten. „General Whitehawk.“ war alles, was er sagte, obwohl ihm doch so viel auf der Zunge lag. Der Name, denn alle kannten, hallte durch die Halle und in den Ohren der Piloten, besorgt sahen sich die sechs an. Offensichtlich hatten sie nichts von den Ereignissen mitbekommen: „Ja, Chef…“, begann Jake vorsichtig und trat ein paar Schritte von der Treppe hinunter: „…was ist mit dem General?“ hakte Jake genauer nach. Doch Copatin Lorenz antwortete nicht mehr. Das war der Moment, in dem die Piloten beschlossen: Okay, das wird ein Einsatz, nur diesmal ohne Jets. Alle sechs setzten sich gleichzeitig in Bewegung, sammelten ihren Captain wortlos ein und führten ihn in Richtung Aufenthaltsraum: „Komm, Chef“, murmelte einer. „Bevor du noch einen teuren Jet kaputt machst.“, fügte ein anderer trocken hinzu und warf einen Blick auf den verbeulten Metalleimer, der immer noch beleidigt am Boden lag. Denn eines war klar. So konnten sie ihn hier nicht stehen lassen, sie würden ihren Boss auch ohne Flugplan wieder auf Kurs bringen.
Fireball und sein Vater saßen mittlerweile auf dem Boden und unterhielten sich über General Whitehawk, es half die quälende Wartezeit über den Zustand des Generals zu überbrücken. Sein Vater, so stellte Fireball fest, hatte fast die gleichen Erfahrungen und auch Ansichten zum General. “Wer war das?” fragte Fireball. “Das wissen wir nicht … noch nicht, auf den Videobändern ist nichts zu sehen, nur ein Blitz” teilte ihm sein Vater mit, auch dieser rieb sich erneut seine Augen und sah ihn eindringlich an. “Ich möchte, dass du ab jetzt tust, was wir dir sagen!” Fireball nickte seinem Vater zu, er wusste, er selbst war auch in Gefahr, nachdem er alles erfahren hatte. “Ich werde mich aber nicht vor Angst verkriechen, denn die habe ich nicht!” sagte Fireball bestimmend und stand auf und ging zu dem zerfledderten Buch, welches vorhin unliebsam gegen die Wand geflogen war. Shinjiro stand nun ebenfalls auf und beobachtete seinen Sohn, wie dieser das Buch aufhob und die gebundenen Seiten wieder ordnete und in dessen Umschlag brachte. “Ich weiß, dass du keine Angst hast!” sagte er und trat an den Schreibtisch seines Sohnes, auf dem das blanke Chaos herrschte, von leeren Getränkeflaschen, bis Süßkram und vereinzelte Blätter, lag alles darauf. Fireball stellte dabei das Buch wieder ins Regal zurück und hob darauf auch einige Konsolenspiele auf, da fiel ihm ein Retro Game in die Hände und drehte sich zu seinem Vater: “Kennst du das?” fragte er und hielt seinem Vater die Hülle entgegen. Shinjiro sah auf und ging zu seinem Sohn, er nahm die Hülle. “Danger Zone – Ace Combat 7” las er. “Top Gun!“, sagte er. Fireball nickte: “Ja, das Spiel habe ich auf dem Dachboden bei Großvater gefunden.” erklärte er und Shinjiro sah seinen Sohn fragend an und gab es seinen Sohn zurück und hatte vor, das Zimmer zu verlassen.
“Lust auf eine Runde?” fragte Fireball. Shinjiro drehte sich um und sah wie sein Sohn es schon in die Konsole einlegte: “Eine Runde!” sagte er und sah auf seine Uhr. “Cool!” und sein Sohn drückte ihm grinsend einen Controller in die Hand, sie setzten sich auf das Sofa und legten los. Hitomi ging nach eineinhalb Stunden nach den beiden schauen, sie öffnete leise die Zimmertür und fand ihren Sohn halb schlafend vor dem Sofa gelehnt wieder, ihr Mann saß auf diesem, im Schneidersitz und hatte einen Controller in seiner Hand und schien auch schon mehr zu schlafen als zu … und sie sah zu dem Spiel … fliegen. Sie lächelte und setzte sich leise neben ihn, um ihren Sohn nicht zu wecken.

Shinjiro sah neben sich und zeigte mit einer Kopfbewegung nach unten: “So viel zum Thema Jetpilot!” sagte er belustigend, Hitomi beugte sich leicht über ihren Mann, um zu ihrem Sohn zu blicken und Shinjiro sah nichts mehr und wartete, bis sich Hitomi wieder aus seinem Sichtfeld verzog. Auf halben Wege sah sie ihren Mann jetzt an: “Und was machst du?” Shinjiro sah seine Frau an, die nah vor seinem Gesicht war: “Ich fliege nur so durch die Gegend und denke nach!” sagte er leise und neigte seinen Kopf um zum Monitor zu sehen. Hitomi setzte sich eng an ihn und sah mit auf den Monitor, der Jet im Spiel flog durch eine bergige Landschaft fast gemütlich spazieren: “Wer hat gewonnen?” fragte sie, Shinjiro grinste und rief die Spielstatistik auf: “Gleichstand!” sagte er, Hitomi nahm ihn den Controller aus der Hand: „Darf, ich?“ fragte sie und und gab auch schon Vollschub und machte einige Loopings und prallte darauf gegen einen Berg: “Oh …!” kam es von ihr und gab Shinjiro den Controller wieder zurück udn er sah sie etwas überfahren an: “Oh? … du hast gerade einen Jet im Wert von 90 Millionen Dollar geschrottet und meine Statistik ruiniert und dir fällt dazu nur: “Oh!” ein?” Hitomi kicherte: “Ja!” Shinjiro sah sie grinsend an: “Oh!” sagte er darauf und beendete das Spiel und streckte sich einmal durch: “Wie geht es dir?” fragte sie, Shinjiro nickte nur leicht: “Ich denke nach!” und er legte den Controller vor sich auf den flachen Glastisch. “Und das geht dabei?” fragte sie und zeigte auf den Monitor. Shinjiro lehnte sich an. “Erstaunlicherweise ja!” und sah auf seine Uhr und sprang auf, was zwei Stunden war er schon hier oben gewesen. Und verließ darauf schnell das Zimmer. Hitomi weckte ihren Sohn, er sollte doch ins Bett gehen, das bestimmt bequemer war und ging ihrem Mann nach, ein Grinsen konnte sie sich jedoch nicht verkneifen.
#2 Absatz
Der Arzt trat aus dem OP-Bereich, zog sich langsam die Maske vom Gesicht und trat an die beiden wartende Männer. In seinen Augen lag die Müdigkeit und Anstrengung der letzten sechs Stunden. Saber erhob sich sofort und stieß den schlafenden Cowboy neben sich an: „Doctor?“, fragte er ruhig und machte sich innerlich auf alles gefasst. Der Arzt atmete einmal tief durch: „Er hat viel Blut verloren“, begann er schließlich ruhig, aber bestimmt zu sprechen: „Sein Zustand ist kritisch. Er ist sehr geschwächt.“ Der Schotte hielt unbewusst seinen Atem an: „Die nächsten 24 Stunden werden entscheidend sein“, fuhr der Arzt fort. „Wenn er stabil bleibt … dann hat er eine Chance.“ und ein kurzer Moment der Stille folgte.
„Er wurde von zwei Kugeln getroffen“, ergänzte der Arzt und Colt wurde bei dem Gehörten plötzlich hellwach: „Wir werden Ihnen diese aushändigen, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.“ und sein Blick wurde ernster: „Mehr kann ich Ihnen im Moment nicht sagen.“ und er verabschiedete sich und Saber und Colt blieben zurück.
Das Oberkommando stand unter Schock, nachdem sich die Nachricht von dem Anschlag auf General Whitehawk verbreitet hatte. Auch die Medien berichteten bereits in ihren Morning Shows darüber, während im Hintergrund in alle Richtungen ermittelt wurde, um den Fall so schnell wie möglich aufzuklären.
Shinjiro schaltete den Fernseher aus und zog sich weiter seinen Anzug an. Seine Bewegungen waren ruhig, fast mechanisch, während er sich darauf vorbereitete, ins Krankenhaus zu fahren. Die Tochter des Generals würde in einer Stunde aus Kanada eintreffen und jemand aus dem Stab sollte vor Ort sein. Eagle würde ihn ebenfalls begleiten und ein Seelsorger, um der Tochter in den nächsten Tagen beizustehen.
Ein Krisenstab würde im Laufe des Tages zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu klären und jedem war klar: Das war erst der Anfang
„Oh Daddy, das ist einfach nur schrecklich!“, sagte April leise und lehnte sich an ihren Vater, der ihr gerade von den Ereignissen der letzten Nacht im Oberkommando berichtet hatte. Selbst Charles stand noch immer unter Schock und tief in sich wusste er, dass man nun nicht mehr lange zögern würde. Es war wie ein Ping-Pong-Spiel, nur dass es keine Regeln gab. Niemand wusste, wer wann und wo als Nächstes zuschlagen würde. Und genau das machte alles so unberechenbar. So legte er langsam einen Arm um seine Tochter, zog sie ein Stück näher zu sich. Für einen Moment suchten sie beide einfach nur Halt.
„April …“, begann er vorsichtig und sie nickte leicht, ohne sich von ihrem Vater zu lösen, und signalisierte ihm, dass sie zuhörte: „Aus Jarr werden neuartige Folien geliefert“, fuhr er fort. „Sie sollen die Schiffe vor den Auswirkungen dieser Lumen-Waffe schützen, damit sie weiterhin kampffähig bleiben.“ April blickte geradeaus, ihre Augen wirkten noch immer traurig und doch konnte man sehen, wie ihre Gedanken zu arbeiten begannen: „Wir müssen effektivere Maßnahmen entwickeln …“, setzte Charles nach, da richtete sich April plötzlich auf.
„Wir brauchen etwas, das diese Strahlen neutralisiert!“, sagte sie entschlossen, ihrer schockiertheit wich für einen Moment purer Klarheit und es sprudelte regelrecht aus ihr heraus: „Wenn Jarr bereits solche Folien hat, dann kann man darauf aufbauen! Wo sind diese Folien? Wie funktionieren sie genau?“ Charles sah sie einen Moment an, überrascht war er nicht, aber jedesmal immer wieder beeindruckt von ihrem Ideenreichtum, dann huschte ein leichtes Schmunzeln über sein Gesicht udn er nickte: „Gut … ich hätte eher an Schutzbrillen oder so gedacht“, sagte er trocken. „Aber deine Idee klingt deutlich besser.“ April verstummte und musste dann auch lachen.
“Heute ist der letzte Tag …”, sagte Saber und legte kommentarlos die Sender und das ausgedruckte Bild vom Schloss seiner Eltern in die Mitte. Captain Hikari nahm die Sender an sich und sah sie sich an, er aktivierte den Abfangschirm und stellte diesen auf die feinsten Signale ein. Es passierte nichts, alle sahen sich an. König Jarred schaute sich um: “Das könnten Kontaktsender sein, der nur senden, wenn auch ein Empfänger in der Nähe ist.” Lorenz stand auf und nahm sich einen: „Gut, es müsste dann ja möglich sein, die Frequenz herauszubekommen.” sagte er. Captain Hikari nickte: “Mr. Wilcox kann verkünden, dass er die Sender verteilt hat.” Saber nickte, hatte aber Bedenken: “Sir, das kann nicht nur gefährlich werden, das ist es auch!” Captain Hikari nickte und rief das Überwachungsvideo, welches den versuchten Mordanschlag von General Whitehawk zeigte.
Saber ging dieses Video immer noch sehr nahe, obwohl er es bestimmt schon hunderte Male gesehen hatte, doch man sah nur einen grellen Lichtblitz. “Diese Waffe lähmt für einige Sekunden, das ist das Fatale daran!” kam es von Rosso. König Jarred nickte: “Die Wissenschaftler von Jarr haben eine Folie entwickelt, die die Lumen materialisiert, wir sind bereits in die Produktion gegangen, die Schiffe müssen auch damit ausgestattet werden!” Lorenz nickte, “Ab wann kann es losgehen, die Einheiten damit auszustatten?” fragte der deutsche. König Jarred rief auf seinem Tablet die neuesten Informationen darüber auf: “Die ersten Folien und sollten heute Eintreffen, als Erstes sollten wir die Jets und die Taskforce damit ausstatten, die Schiffe sind als Nächstes dran!” Saber hakte dieses Thema bei sich auf dem Tablet ab. Wenigstens gab es dafür erst einmal eine schnelle Notlösung. “Fakt ist, wir sind zum Abwarten verdammt!” stellte Saber etwas resignierend fest.
“Wir sollten Lieutenant Delweg befragen, schließlich hat er die Sender verteilt“, sagte Captain Hikari. Saber nickte: “Ich werde mich darum kümmern!” sagte Saber. “Oh, ich bitte darum, Major!” kam es von Hikari und zeigte hinter sich auf die Tür. Saber verstand, nickte in die Runde, nahm die Sender und verließ das Büro. Im Fahrstuhl atmete Saber tief ein und aus und zweiflete gerade an den nächsten Schritt, aber handeln mussten sie jetzt, nur welches Echo würde es geben? “Besser ein schlechter Zug, als gar keinen!” ging es ihm durch den Kopf … und war sich sicher, nach dieser Aktion mindestens ein Magengeschwür zu bekommen. Er rief Colt an, der auf Ramrod schlief, er solle in sein Büro kommen.
Zwei Stunden später.
An Bord war die Stimmung mehr als angespannt, und das lag nicht nur an der erschütternden Nachricht über general Whitehawks Gesundheitszustand, sondern auch an das was kommen mag. Auch saber fragter sich, was hatte Captain Hikari vor, Royu war eingeweiht, davon war der Schotte mehr als überzeugt und er sah auf seinem Kommunikator, der angezeigte, dass auch Fireball es endlich mal geschafft hatte seinen 10.10-Code zu installieren. Gut, jetzt waren alle Wissenden und die in Gefahr waren miteinander verbunden und somit in der Lage, einen Notruf abzusenden.
“Diabolo!” hörte Saber Colts verärgerte Stimme und drehte sich um. Alex sah neben sich, der Cowboy war sichtlich und hörbar nicht besonders gut gelaunt. Saber sah mahnend zum Cowboy an, doch dieser funkelte ihn wütend an. Alex, der zwischen den beiden sah, blickte abwechselnd um Schotten und wieder darauf zum Hutträger und beschloss, sich aus der Schusslinie zu nehmen und stand langsam auf: “Ähm, ich gehe mal Kaffee kochen … oder mag jemand lieber nen Tee.. so Baldrian mäßig?” fragte er und ernte jetzt von beiden Seiten einen stummen Blick und verschwand ganz schnell von der Brücke.
“Ich hoffe, ihr wisst, was ihr da macht!” kam es ernst von Colt, der nicht fassen konnte, dass er einen Freund verraten sollte. Saber sah zur Decke seiner Steuereinheit, doch dort fand er keine Antwort, die Colt beruhigen konnte: “Ich hoffe!” war alles, was Saber dazu sagen konnte und sprach ruhiger weiter: “Versuch herauszufinden, was sie als Nächstes vorhaben, wir müssen wieder Oberwasser gewinnen!” sagte Saber: “Oberwasser? Wir sind bereits abgesoffen!” sagte Colt weiterhin sauer. Saber atmete tief ein: “Colt bitte, behalte einen kühlen Kopf, denk an Robin und Joshua.” Jetzt sprang Cowboy aus seiner Satteleinheit und ging zu Saber. “Ich denke an nichts anderes, was glaubst du denn? Aber ich habe vor gut einer Stunde meinen besten Freund ausgeliefert, also erzähle mir nichts von einem kühlen Kopf!” sprach er wütend.
“Colt! Wir wissen nicht, was als Nächstes passieren wird, hättest du die Sender nicht verteilt, dann …” Colt unterbrach den Schotten: “Ich zitiere, “Verwechsel die Sender nicht, sonst knallen wir den falschen ab!” oder “Es hilft nur einen nach dem anderen auszuschalten!” reicht dir das?” und Colt ging sich mit einer Hand durch seine Locken und lief am Panoramafenster auf und ab. “Niemals, niemals werde ich es mir verzeihen können, wenn hier noch jemanden etwas passiert, weil es mein Mitwirken war, verdammte Scheiße, ist das doch hier!” und er schlug eine Hand auf seine Steuereinheit und stützte sich darauf. Saber verstand Colt auch ihm war ganz und gar nicht wohl bei der ganzen Sache. “Captain Hikari, weiß das du den Sender verteilt hast, er wird es händeln können! Vllt ist Fireball sogar in diese Sache eingeweiht, oder … ” versuchte Saber den Lockenkopf zu beruhigen. “Vergiss es!” unterbrach der Cowboy und verließ die Brücke. “Was hast du jetzt vor?” fragte Saber, “Ich schnappte mir Neo, bevor er .. ” Saber pustete Luft aus und sah sich um, er musste ruhig bleiben.
#3 Absatz
Captain Hikari und Fireball waren auf dem Weg zum neuen Peacekeeper 7. Lange hatte er seinem Vater in den Ohren gelegen. Schließlich war er jetzt im Dienst, seine Abschlussarbeit war eingereicht und er wollte endlich etwas zu tun haben. Vor allem wollte er wieder fliegen. Eine Sehnsucht, die ihn schon seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten begleitete.
Der Peacekeeper war, wie zwei weitere Schiffe im KOK, ein Ausbildungsschiff. Doch auf dem Peacekeeper 7 versammelten sich die Besten. Hier wurden bereits hervorragend ausgebildete Piloten weiter trainiert, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln, ebenso Navigatoren und Offiziere für den späteren Struktur- und Strategiedienst. Einige von ihnen blieben dauerhaft auf dem Peacekeeper. Andere wechselten in verschiedene Einheiten, während besonders Talentierte sogar von Befehlshabern anderer Schiffe gezielt abgeworben wurden.
Gemeinsam mit dem Befehlshaber Captain Wilson, der dieses Schiff kommandierte, wenn der First-Grad nicht an Bord war, betraten sie die Brücke. Fireball ließ seinen Blick schweifen und war sofort begeistert. Obwohl er schon einige Male auf dem Peacekeeper gewesen war, war dieses Schiff kaum wiederzuerkennen. Alles wirkte moderner, leistungsfähiger und sämtliche Systeme waren auf dem neuesten Stand, und die Brücke erstrahlte in einem völlig neuen Design. Zwei Piloten arbeiteten konzentriert an ihren Stationen, daneben saßen zwei Navigatoren. Der große Rasterortungsschirm bot mehrere Funktionen gleichzeitig und lieferte eine beeindruckende Übersicht. In der Mitte der Brücke befand sich der Kommandostand, der etwas erhöht und zentral gelegen war, für den Captain und den ersten Offizier.

Fireball ließ sich vom Chefpiloten Davis die Steuerung erklären, die beiden Cockpits sind miteinander verbunden: „Na dann, alles für den Start vorbereiten!“, kam die Anweisung von Captain Wilson. Fireball, der neben Chefpilot Davis stand, sah fragend auf. Doch die Crew reagierte sofort. Routiniert wurden die Systeme hochgefahren, während der Pilot das Schiff bereits aus der Parkposition rollen ließ. Captain Wilson trat näher an das Cockpit heran und stellte sich vor Fireball: „Na dann, zeig mal, wie du uns in die Luft bringst“, forderte er Fireball auf und deutete auf die Co-Piloten-Konsole. Fireball zögerte einen Moment, er war sichtbar überrascht und blickte erneut zu seinem Vater. Wilson bemerkte den Ausdruck und musste grinsen: „Keine Sorge, wenn etwas schiefläuft, kann Davis jederzeit eingreifen.“ Fireball grinste: „Schieflaufen? Was soll denn schief laufen?“, sagte er selbstbewusst und setzte sich und ließ den Blick konzentriert über die Systeme gleiten. In der Mitte des schiffes auf dem Kommandostand nahm Captain Wilson neben Captain Hikari Platz.
„Sie haben ihm noch nichts gesagt?“, fragte Wilson, Hikari grinste leicht, während er seinen Sohn beobachtete, der gerade die Startsequenz vorbereitete: „Ich mag es, wenn er es selbst herausfindet.“ und Wilson lachte leise auf.
Der Navigator teilte die Startbahn mit und übermittelte die vorgegebene Route im Orbit direkt an die Piloten. Fireball übernahm die Daten ins System und wartete auf die Freigabe des Towers. Und nicht einmal 5 Minuten später hieß es: „Take-off genehmigt.“
Und Fireball schob den Schubregler nach vorn, für einen kurzen Moment spürte er den Widerstand unter seiner Hand, dann griff die Kraft der Triebwerke und ein tiefes, vibrierendes sanftes Dröhnen durchzog das Schiff, als würde es zum Leben erwachen. Der Schub drückte ihn leicht in den Sitz und genau in diesem Moment traf es ihn … Endlich … Seit Monaten hatte er darauf gewartet, das Ziehen in seiner Brust, die Spannung in den Fingern und die feine Kontrolle über jede noch so kleinste Bewegung, alles war wieder da und jede Zelle und jeder Muskel in seinem Körper erinnerte sich und seine Gedanken wurden klar und konzentriert.
Das Schiff beschleunigte laut und kraftvoll über die Startbahn, schneller und schneller, bis der Moment kam, wo Fireball sanft das Schiff nach oben zog und der Peacekeeper hob Lehrbuchmäßig ab. Doch für Fireball fühlte es sich nach weit mehr an als nur ein perfekter Start. Es war, als würde eine Last von ihm abfallen, als würde er endlich wieder dort sein, wo er hingehörte. In der Luft!
Der Chefpilot verfolgte den Flug aufmerksam über seine Systeme und nickte zufrieden, es lief alles genau so, wie es sollte.
Captain Hikari nutzte die Steigphase, um sich mit den Systemen der Flug,- und Rasterüberwachung vertraut, schließlich wäre das sein Arbeitsbereich sollte es zu einem Angriff im All kommen. Besonders das tragbare Task-Desk zog seine Aufmerksamkeit auf sich, hier liefen sämtliche Bordinformationen zusammen, ebenso die Daten aller umliegenden Schiffe, die man mit allen Informationen antapen konnte: „Sehr umfangreich“, kommentierte Wilson anerkennend. Hikari nickte zustimmend: „Ja, perfekt, da hat jemand bei der Entwicklung wirklich mitgedacht.“, bestätigte er und spielte damit etwas rum.
Der Peacekeeper durchbrach den Orbit und ging in den vorgesehenen Kurs über, um Yuma zu umkreisen. Wilson wandte sich dem großen Rasterortungsschirm zu. Dieser ließ sich ebenfalls direkt vom Kommandostand aus steuern und bot verschiedene Karten- und Analysefunktionen. Hikari trat neben ihn und rief einige Punkte im umliegenden All und weitere Bereiche auf: „Ein schönes Spielzeug“, bemerkte der Japaner trocken und gab seinem Sohn ein kurzes Zeichen. Fireball verstand und übergab die Steuerung an Davis und trat zu den beiden Captains heran. Captain Wilson reichte ihm ein Tablet: „Zeig uns die aktuelle Route und die schnellste Ausweichroute.“ Fireball zog etwas seine Augenbrauen zusammen, nickte aber und rief die passenden Daten auf und übertrug sie direkt vom Tablet auf den großen Rasterschirm.
„Wer hat auf General Whitehawk geschossen? Los, sag es mir, du Kanalratte!“ Colt machte kurzen Prozess, er hatte genug Wut in sich, um die ganze Ranch auseinander nehmen zu können, zumindest glaubte er das. Denn kaum dass er auf der Ranch angekommen war und Neo entdeckt hatte, hatte er ihn ohne zu zögern gepackt und zog ihn grob zu sich heran: „Hey, hey, beruhig dich, Cowboy!“, wehrte Neo ab und versuchte, sich aus dem festen Griff des Amerikaners zu befreien: „Das ist für mich genauso überraschend wie für dich!“ Colt stieß Neo fest rückwärts an die Wand, ließ ihn aber nicht los: „Quatsch mir keine Opern vor, nur weil du so tief sinken kannst!“, fauchte Colt böse: „Whitehawk hat dich immer unterstützt, bis du einmal zu viel Mist gebaut hast und spätestens jetzt solltest du aufwachen und kapieren, dass du auf der falschen Seite stehst!“ und er warf Neo mit einer ruckartigen Bewegung in die nächste Ecke des noch geschlossenen Saloons.

Neo schlug unsanft auf, hielt sich seinen Oberarm, auf dem er unsanft gelandet war, und stieß Luft schmerzhaft aus. Für einen Moment blieb er liegen, dann stützte er sich seitlich auf. Colt trat langsam einen Schritt auf ihn zu, blieb vor ihm stehen und stemmte die Hände in die Hüften: „Rede!“, forderte er scharf. Neo hob seinen Blick, verzog das Gesicht und richtete sich langsam wieder auf: „Man, wer sagt denn, dass wir das waren?“, gab er zurück und kam leicht humpelnd auf die Beine: „Verarsch mich nicht! Noch hast du die Chance auszusteigen“, drohte Colt erneut, seine Stimme war geladen vor Wut und er machte keinen Hehl daraus, wie ernst es ihm war. Doch Neo lachte kurz trocken auf: „Aussteigen?“, wiederholte er und schüttelte mit seinem Kopf: „Glaubst du echt, man kann jetzt noch aussteigen, du Träumer?“ Und er trat einen halben Schritt näher an den Cowboy: „Selbst du steckst da tiefer drin, als du denkst. Und sie machen dir noch weis, dass du auf ihrer Seite stehst.“ begann Neo und blickte Colt in die wütenden blauen Augen und sprach mit scharfer Stimme: „Oder warum, glaubst du, solltest ausgerechnet DU die Sender verteilen? Das hätten sie auch selbst tun können, oder?“ und ein kurzer Moment Stille entstand zwischen den beiden: „Cowboy … du bist nichts weiter als Kanonenfutter.“ sprich er fest und fast flüsternd und sah Colt dabei weiter direkt an und ließ seine Worte bewusst wirken: “Du bist nur ein Farmerjunge, check das endlich.“
Da wollte Colt erneut ausholen, doch in diesem Moment ging hinter ihm die Saloontür schwungvoll auf: „Was ist hier los?“, hallte eine tiefe Stimme durch den Raum. Ruckartig drehte sich Colt zur Tür und kniff fast schmerzhaft seine Augen zusammen, die tief stehende Sonne fiel grell durch die geöffnete Tür und blendete ihn, sodass er zunächst nur die Umrisse von drei Männern erkennen konnte. Dann hörte er ihre Schritte, jeder einzelne setzte dumpf auf den Holzdielen auf und ließ das Holz leise knarren und hallte wie ein drohendes Echo.
„Mr. Tromston, Sir“, begrüßte Neo einen der Neuankömmlinge knapp. Colt blickte kurz zu seinem ehemaligen Zimmergenossen, dann wieder zu den drei Männern, die jetzt aus dem grellen Licht der Sonne in den Raum traten und seine Augenbrauen zogen sich zusammen, „Was …?“, murmelte er leise vor sich hin: „Ich mag es nicht, wenn sich in meinem Salon geprügelt wird“, erklärte der Besitzer, der in einen schicken, teuren Wildwest-Anzug und teuren Stiefeln gekleidet war und jetzt abwechselnd von Neo und Colt blickte. “Muelly” sprach Colt Haiser und der Leiter des Raum- typografischen Zentrums schmunzelte kurz auf. “Wer denn noch alles?” fragte Colt, als er ihn erkannte: “Mr. Wilcox sie begeben nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch ihre Frau!” Colt schellte herum: “Ich habe getan was ihr wolltet, also zieht ab aus den Highlands, eher gehe ich drauf als …” Officer Muelly unterbrach: “Ach, wer wird denn gleich an sowas denken, man bringt doch niemanden gleich um.” sagte er und setzte sich an einen Tisch. Colt lachte sarkastisch auf: „Ach, das sah letzte Nacht aber ganz anders aus … ” erwiderte er. Muelly überschlug seine Beine und zündete sich eine Zigarette an: “Sie scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, um was es eigentlich geht, Mr. Wilcox.” Colt stemmte seine Hände in die Hüften: „Na, dann klären sie mich auf!” forderte er jetzt, denn das interessierte ihn jetzt tatsächlich Mal.
Fireball setzte den Peacekeeper sauber zur Landung an und brachte das Schiff anschließend präzise in seine Parkposition. Die Gangway wurde angedockt, während die Crew routiniert die Systeme herunterfuhr oder die Flugdaten scannte. Jeder wusste, was zu tun war, alles griff perfekt ineinander. Fireball war begeistert von diesem Schiff und unglaublich glücklich, dass er mal wieder fliegen durfte. Und das Schiff flog sich großartig. Die Schützen zeigten ihm noch die Feuerkraft und erklärten ihm die kleinen, aber feinen Extras, die der Peacekeeper zu bieten hatte. Immer wieder ertappte sich Fireball dabei, wie er das Schiff mit Ramrod verglich, zugegeben, es war kein fairer Vergleich, zumal es zwei völlig verschiedene Typen von Kampfschiffen waren. Doch es war, als hätte sich dieser Vergleich tief in ihm eingebrannt. wie ein Maßstab, an dem er alles andere unbewusst maß. Und ja … der Peacekeeper war beeindruckend, Modern und unglaublich leistungsstark. Aber er kam nicht annähernd an den Friedenswächter heran, vielleicht lag es daran, dass er auf Ramrod irgendwie groß geworden war, so als ob Ramrod ihn geprägt hatte, noch heute brauchte er nur seine Augen schließen und er wusste wo sich alles in und an seiner Steuereinheit befand um den Friedenswächter zu steuern, jeden Handgriff, jedes Gefühl beim Fliegen, war nach wie vor da, es war ein Teil von ihm, so als würde der Friedenswächter in seiner DNA stecken. Naja, zumindest hatte Colt das mal so beschrieben. Und vielleicht hatte der Cowboy damit sogar recht.
Gemeinsam mit seinem Vater und Captain Wilson besichtigte er den Rest des Schiffes. Nach dem Rundgang standen sie schließlich wieder auf der Brücke: „Und, wie gefällt es dir?“, fragte sein Vater, und Fireballs Augen leuchteten: „Mega!“, war alles, was er herausbrachte. Captain Wilson reichte ihm ein Tablet: „Na dann, Willkommen an Bord, First Lieutenant Hikari.“ Fireball hielt inne und nahm wie in Zeitlupe das Tablet entgegen: „Wwwas?“ fragte er vorsichtig. Captain Hikari und Wilson wechselten einen kurzen Blick: „Mach dich mit dem Schiff vertraut. Du bist mein erster Offizier, weil mein jetziger von einem anderen Schiff abgeworben wurden und der zweiter Pilot“, erklärte Captain Wilson ihm ruhig. Fireballs Blick wanderte zwischen den beiden hin und her: „Ja … also, wow, also, ich meine … ja, Sir!“ und richtete sich auf und salutierte. Captain Wilson, der Ende 40 war, nickte ihm zu und übergab ihm die ID-Karte der Crew. Mit ihr würden sich ihm fortan alle Bereiche des Schiffes öffnen. Fireball betrachtete sie einen Moment, er war tatsächlich wieder auf einem Schiff, im Oberkommando und diesmal vollkommen offiziell und sogar als erster offizier, dabei waren die meisten First Lieutenants bereits um die zwanzig, und er ließ kurz seine Schultern hängen, als ihm bewusst wurde, dass er einmal mehr er der Jüngste an Bord war, aber er würde sich schon behaupten, dessen war er sich sicher: „Puh …“, entfuhr es ihm trotzdem leise und sein Blick fiel auf das Tablet, das in den nächsten zwei Jahren sein ständiger Begleiter sein würde.
Captain Hikari verabschiedete sich schließlich und Fireball blieb noch an Bord, denn er hatte unzählige Fragen und er hatte sie jetzt alle zu stellen. Das wusste Captain Hikari und ein leises Grinsen huschte über sein Gesicht, als er die Gangway verließ.
#4 Absatz
„Mr. Wilcox … die Besetzung des First Grad war nie ein Zufall gewesen“, begann Muelly ruhig, doch seine Stimme hatte einen verbitterten Unterton: „Diese Entscheidung wurde bereits vor mehr als 30 Jahren vorbereitet und zwar genau für den Mann, der sie heute innehat.“ Und er zog an seiner Zigarette sie lange auf, glimmte. Colt sah sich im leeren Salon um, 30 Jahre und kam auf ein Ergebnis, das keiner Realität entsprach: “Was wollen Sie mir hier erzählen, demnach muss Hikari 14 gewesen sein.” Muelly grinste: „Adam Riess wäre stolz auf sie…” sagte er, Colt rollte nur mit seinen Augen, “Wer ist das jetzt schon wieder?” fragte er sich und hörte weiter zu: „Damals konnten wir Hikaris Verteidigung noch verhindern. So konnten wir die Expansion des Königreichs zunächst aufhalten“, sagte er und sein Blick verfinsterte sich leicht: „Wir hatten Zeit gewonnen.“ und ein trockenes Lächeln huschte über sein Gesicht: „Doch vor knapp drei Jahren standen Jarr und das Neue Grenzland kurz vor einem offenen Krieg. Sie erinnern sich an die Hitzraketen, Sie waren selbst an Bord, Mr. Wilcox.“ Colts Augenbrauen hoben sich und er nickt leicht: “Ja, als wäre es gestern gewesen.” sagte er und verschränkte seine Arme vor der Brust: “Jarr hatte auf uns die Raketen geschossen!” Muelly lächelte dem Cowboy fast mitleidig entgegen: “Bestimmt, waren in diesem Kampf auch wirklich Outrider beteiligt, aber habt ihr den Kampfort untersucht, nein, denn dazu seid ihr nicht mehr gekommen, denn Prinz Roland hatte euch mitgenommen.” Colt ballte seine Hände zu Fäusten: “Ihr habt die Siedlung auf Jarr angegriffen? Verdammt, da sind Menschen gestorben!” sagte Colt verzweifelt. “Ihr hättet beinahe einen Krieg provoziert!” Neo schnippte: “Nun hat er es!” Colt sah zu Neo und zu dem grauen Mann vor sich, der ihm zunickte: „Doch dann kam alles leider doch ganz anders. Eagle und Whitehawk haben immer und immer wieder eingegriffen. Wäre König Jarred dieses Bündnis damals nicht eingegangen, säße heute unser Mann an dieser Position.“ und er machte eine kurze Pause: „Und Jarr hätte sich nach und nach aus Alamo zurückziehen müssen und wäre am Ende nur noch ein weiterer Planet gewesen, den man verwaltet.“ Colt stieß sich vom Tresen ab: “Aber wozu der Zauber? Was hättet es für Vorteile, das Grenzland zu splitten und eine Militärdiktatur zu errichten?” fragte er und Muelly drückte seine Zigarette aus: “Das Mr. Wilcox, das Grenzland ist nicht nur Yuma, Jarr, oder all die anderen Planeten, sondern auch ein Ort mit seltenen noch unentdeckten Erden, Kristallen usw… was meinen Sie warum Jarr so viel geld in Forschung steckt, und was geht wirklich auf Pectos ab … Das neue Grenzland ist eine Goldgrube, aber ich denke, das ist für einen einfachen Farmer zu viel.” sagte Muelly und ging auf die eigentliche Story zurück: „Jedenfalls dachten wir, dass Hikari nach seiner Rückkehr selbst ablehnt. Schließlich hatte er die Wahl und ihm wurde nicht wenig angeboten.” und Muelly lehnte sich leicht nach vorne: „Aber, wie wir alle wissen, das hat er nicht.“ – „Und jetzt sitzt er genau dort, wo wir ihn damals schon nicht haben wollten.“
Colt trat an den Tisch heran: “Das hat weder etwas mit dem Militär noch mit dem Königreich zu tun und das wissen Sie! Die Gesetzgebung besteht immer noch des einzelnen übergeordneten Staates und werden außen- und sicherheitspolitisch von diesem vertreten!” Neo nickte: “Gut aufgepasst, Kuhtreiber!” Colt sah Neo vernichtend an: “Schweig!” sagte er Cowboy ernst, doch Muelly mischte wieder ein: „Ja, nun stellen Sie sich vor, die Autonomie liege ganz im neuen Grenzland.” Colt richtete sich auf und blickte jeden einzelnen vor sich an: “Deswegen wolltet ihr Whitehawk aus dem Weg haben?” Muelly zündete sich erneut eine Zigarette an: “Na, na, na wer wird denn gleich so denken, doch morgen hätte man auf Alamo, die Autonomie dem NG übergeben und diese hätten General Whitehawk und König Jarred symbolisch getragen Jarred Politisch und sogar Militärisch und Whitehawk stellvertretend für den Sektor B für die gerichtsbarkeit der einzelnen Planeten.”
„Mr. Wilcox, Sie müssten endlich Position beziehen, den ersten Schritt haben Sie bereits getan, der nächste fällt Ihnen dann gar nicht mehr so schwer, glauben Sie mir.“ Colt trat wütend gegen einen freien Stuhl, der scheppernd ein Stück über den Boden rutschte: „Ihr wollt eine Diktatur installieren!“ Muelly erhob sich langsam, seine Haltung wirkte fast überlegen: „Nein“, sagte er mit fester Stimme: „Wir wollen das Grenzland endlich aus den altmodischen Fängen der Erde befreien, von den verkrusteten Strukturen einer Monarchie… und diesen überholten politischen Systemen.“ Colts Blick verhärtete sich jetzt noch mehr: „Genau das ist Diktatur“, stellte er nochmal klar.
Officer Muelly sprach unbeeindruckt weiter. “Und gerade Jarred und Hikari, sind gefangen von diesen Strukturen, was glauben sie, warum Captain Hikari damals nicht für das Königreich Jarr gedient hat, Jarred wollte ihm mit allen Annehmlichkeiten in Jarr haben, aber Hikari sagte einfach, nein und das mit gerade einmal 21 Jahren!” Colt verschränkte seine Arme, diese Geschichte kannte er tatsächlich noch nicht: “Und was hat das mit der Situation jetzt zu tun?” fragte er direkt nach: Muelly stand auf: “Es erleichtert uns einiges.” Colt drehte sich zu Muelly: “Es ist einfacher Hikari aus dem Weg zu räumen, als Jarred, bei Jarred gäbe es ein riesiges Tamtam, aber kaum einer kennt die Hintergründe von den Hikaris.” Colt kniff seine Augen zusammen: „Was habt ihr Klugscheißer vor?” kam es aufgebracht vom Cowboy. Muelly fuhr wütend herum: “Mr. Wilcox überlegen, wie sie hier reden, sie sind in einer weitaus schlechteren Position: “Wir müssen nur Hikari absetzen, wie auch immer … Erinnern Sie sich an die Geschichte, die Hikaris werden alles tun, um ihre Linie nicht abbrechen zu lassen.” und es wurde still.
Colt setzte sich die kurze Nacht steckte ihn noch in den knochen und so langem machten sich Kopfschmerzen breit: „Einen kühlen Kopf bewahren“, hatte ihn Saber heute gesagt, Tzz, dachte er sich, der Schwertschwinger muss sich so einen Mist ja nicht anhören. „Wir haben die Sender im Blick und können jederzeit handeln. Sie werden sehen, es wird besser mit der Zeit“, sagte Muelly ruhig. „Der Kleine war nie Ihr Freund und wird es auch nie sein. Spätestens in zwei Jahren spielt er offiziell in einem ganz anderen Club.“ Colt sah zu Neo, dieser nickte ihm nur knapp zu: „Was habt ihr mit ihm vor?“, fragte Colt, fast schon resigniert. „Alles … und nichts. Das wird die Situation entscheiden.“ Doch Colt schüttelte langsam mit seinem Kopf: „Ihr kommt nicht an ihn heran.“ Daraufhin lächelte Muelly schmal: „Noch nicht, Mr Wilcox, aber bald, sein Bodyguard ist auch nur ein Mensch.“ und damit wandte er sich ab und ging zur Tür. Kurz bevor er hinausging, drehte er sich noch einmal um: „Lenken Sie sich ab, Mr. Wilcox, ihre Frau ist weit weg und Sie sind allein … hier gibt es nette Damen.“ und schloss die Tür hinter sich.
Colt wurde fast schlecht von dem gesagtem. Neo sah auf die Uhr, Colt stand auf und verließ ebenfalls den Raum … Neo folgte ihm: “Ich weiß, dass du nicht auf unserer Seite bist, du bist ein Spitzel!” sagte er. Colt drehte sich zu Neo: “Ja und daraus habe ich keinen Hehl gemacht!” erklärte Colt genervt und stieg die drei Stufen der Veranda hinab: “Das ist es ja, Cowboy, beziehe Stellung.” Colt zuckte mit seinen Schultern. “Was juckt es dich, du willst nur deine Kohle und deine scheiß Rache für etwas was vor drei Jahren war.” Neo nickte: “Ja und ich stehe kurz davor!” Colt blieb stehen und drehte sich zu Neo um: “Du willst, dass ich Stellung beziehe?” fragte der Cowboy nochmal nach. Neo sah erwartungsvoll zu seinem ehemaligen Zimmergenossen. “Ihr könnt mich mal!” sagte er klar und fest und öffnete seinen Wagen: “Also verpisst du dich ins Oberkommando?” Colt stieg in seinen Jeep: “Ja und wir sehen uns…” sagte er, schloss die Tür und fuhr schneller als erlaubt von dannen, Neo blieb in einer Staubwolke zurück: “Das werden wir Cowboy, das werden wir …” murmelte er und drehte sich wieder um und ging in die Ranch.
Am Abend stand Saber in Delwegs Apartment, das soeben durchsucht worden war. Delweg der seit einigen Tagen unter Hausarrest stand beobachtete das Vorgehen in seinem Apartment, das sich auf dem Gelände des Oberkommandos befand. Der Schotte hielt einen Frequenz-Abfänger in seinen Händen und betrachtete ihn genau: “Wo ist der zweite?” fragte Saber, Delweg sah den Schotten ernst an: „Wer hat euch das verraten?“ Saber legte den Sender zurück. Doch noch bevor Delweg erneut nachfragen konnte, wurde er abgeführt. Und in den Bereich der Arrestzellen gebracht. Saber informierte Captain Hikari über die Verlegung.
Im Arrestbereich musste sich Delweg einer gründlichen Leibesvisitation unterziehen. Anschließend erhielt er die vorgeschriebene Hygienekleidung. Seine sämtlichen Geräte, wie Laptop, Communicator und der Frequenz-Abfänger wurden sichergestellt und vor ihm auf einem metallenen Tisch ausgelegt. Kurz darauf wurde Lieutenant Delweg von zwei Wachen und einem Arzt in den Verhörraum gebracht, wo bereits Saber und Captain Hikari warteten: „Er ist sauber“, erklärte der Arzt knapp und setzte seine Unterschrift unter das Formular. Die Wachen drückten Delweg auf einen Stuhl. Captain Hikari trat einen Schritt näher: „Sie werden uns doch sicher mitteilen wollen, wie Sie in den Besitz eines Contact Transmitters gekommen sind, besonders nach der unerfreulichen Situation von eben“, sagte er ruhig, aber mit Nachdruck.

Delweg hob stumm seinen Blick und sah zwischen dem blonden Major und dem First Grad hin und her und sagte nichts. Hikari nickte leicht: „Gut, vielleicht hilft Ihnen eine Woche Arrest, um sich zu erinnern.“ Und ohne ein weiteres Wort wandten sich Saber und Hikari ab und verließen den Bereich. Delweg wurde zurück in seine Zelle gebracht und stand von nun an rund um die Uhr unter Beobachtung.

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