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9.652 Wörter, 51 Minuten Lesedauer.


Absatz #1

Mitten in der Nacht stand Colt vor dem Haus des Schotten und hämmerte regelrecht gegen dessen Haustür und betätigte die Klingel.

Saber öffnete langsam seine Augen, er war doch gerade tief und fest in seinen Traum versunken gewesen und kratzt sich am Kopf… schwerfällig aktivierte das Entry Interface, das sich auch mit einem Monitor neben seinem bett befand und als er durch seinen müden Augen erkannte wer ihn da ihn da in den Frühen morgenstunden weckte, sprang fast aus dem Bett und rannte die Treppen hinunter, Colt stand nicht ohne Grund um halb vier uhr Morgens vor seiner Tür, es musste also etwas passiert sein. Und riss seine Haustür in Shorts und Achselhemd auf und zog den Cowboy sofort ins Haus.

„Was ist los?“, fragte er direkt, Colt schwankte leicht und musterte den verschlafenen Highlander, er war offensichtlich angetrunken. „Was, du kannst noch schlafen? Deine Ruhe möchte ich haben!“, fauchte er und stapfte direkt ins Wohnzimmer. Saber sah ihm kurz nach, dann folgte er ihm. „Ihr habt euer Oberwasser verloren, mit deiner scheiß Verhaftung!“ Lallte der Cowboy, Saber blieb vor dem Sofa stehen: „Wie meinst du das?“ Colt fuhr herum und schubste den Schotten leicht an: „Und Whitehawk war nur Ablenkung, damit König Jarred nicht die Autonomie unterschreibt. Dreimal darfst du raten, was jetzt passiert.“ Saber wich einen Schritt zurück: “Ich mach dir einen Kaffee…” sagte er und ging in die Küche. Cot lief im Wohnzimmer umher: „Sie werden irgendwas starten, vielleicht in den Highlands, vielleicht hier, aber sie werden reagieren, das ist sicher.“ und das Geräusch der Kaffeemaschine riss ihn aus seinem Redefluss: “Hörst du mir zu?” fragte er und ging zum Schotten in die Küche. Saber blieb ruhig und dachte über das gesagt nach: „Und sie sind immer noch hinter Fireball her und jetzt erst recht.“ stellte sich der Cowboy neben den schweigenden Schotten und seine Stimme brach fast: „Meine Frau … Mein Kind … Sie stecken mittendrin. Wofür? Für Macht? Für Krieg? Für all das, was ich nie wollte!“ Saber schloss seine Augen und atmete tief ein, doch Colt wurde nervös, da der Schotte überhaupt nicht reagierte und machte einen Schritt nach vorn, bereit, auf ihn loszugehen. Saber reagierte sofort, packte den Arm von Colt und drehte ihn auf den Rücken: „Beruhige dich!“ sprach er fest, doch Colt riss sich los: „Verdammt … “, brüllte er. Saber ließ los und hielt inne und sah seinen Freund an, er spürte dessen Verzweiflung, seine Angst und die resultierende Überforderung damit. Und der Alkohol machte alles nur schlimmer. Ohne ein weiteres Wort packte er Colt am Arm und zerrte ihn ins untere Badezimmer: „Geh kalt duschen. Dann reden wir weiter.“ Colt konnte gar nicht so schnell reagieren und fand sich im nächsten Moment im Bad wieder, hinter ihm schloss sich die Tür … Von außen lehnte sich Saber gegen die Tür, atmete tief durch und sah auf seine Uhr. 04:00 Uhr, er zögerte keinen Moment, ging aber dann doch in den ersten Stock um seinen Communicator zu holen und wählte die Nummer seines Vaters.


Zwei Stunden später verließen zwei Läufer das Haus. Einer von ihnen wäre deutlich lieber noch mit dem Kopf auf seinem weichen Kissen liegen geblieben, doch stattdessen war er unsanft, von seinem Onkel, aus dem Schlaf gerissen worden: „Pff, Drill Colonel würde besser passen …“, kommentierte Fireball in seinen Gedanken und lief Grummelig und schweigend neben Royu her.

Ein silbernes Auto bog auf die Straße vor dem Park ein, um diese Uhrzeit war hier normalerweise noch kaum etwas los. Der Park lag ebenfalls noch im Schlaf, nur einige wenige Hundebesitzer und Läufer waren unterwegs, Gesichter und Fellnasen, die man inzwischen vom Sehen her kannte. Fireball warf einen Blick auf seine Trainingsuhr, die er gestern richtig eingestellt hatte, und rollte mit den Augen. Ja, sie hatten gerade erst angefangen und trotzdem hatte er gehofft, dass sie schon weiter wären. So liefen die beiden stillschweigend durch den Park. Das leise Auftreffen ihrer Laufschuhe auf dem noch feuchten Boden mischte sich mit dem Zwitschern der Vögel, die den neuen Tag begrüßten und hier und da raschelte es im Gebüsch, wenn ein Tier flüchtig verschwand. Die Luft war frisch, ja fast noch kühl in der Lunge, und jeder Atemzug fühlte sich klarer an als der letzte und in Fireball verschwand so langsam die Müdigkeit.

Nach etwa fünfzehn Minuten erreichten sie das andere Ende des Parks und beschlossen, zum verschnaufen, sich die zum Bebauen freigegebene Gegend anzusehen. Einige Grundstücke waren bereits verkauft, andere wurden gerade erst erschlossen. So wie es aussah, würde hier bald eine weitere hübsche Wohngegend entstehen. „Los, lass uns auf den Hügel hochlaufen!“, sagte Royu plötzlich und deutete in die Richtung. Fireball schaute zum besagten Hügel und pustete seine Luft schwer aus, denn dieser angebliche Hügel war ein verdammter Berg: “Los komm!” beschloss Royu und lief bereits vor, Fireball schaute sich um, niemand war zu sehen, die Glücklichen schliefen wohl noch, dachte er und rollte mit seinen Augen und stöhnte innerlich aus, lief Royu dann aber doch nach. 

Ein steiler, schmaler Pfad führte hinauf zu diesem benannten Hügel. Auf der einen Seite säumte dichter Wald den Weg, auf der anderen fiel das Gelände, je höher man kam immer steiler ab, doch zwischen den Bäumen konnte man bereits erahnen, welch beeindruckendes Panorama sie oben erwarten würde. Royu war längst weit voraus, während Fireball begann sichtlich zu kämpfen. Wahnsinn, dachte er, was für eine Kondition dieser Mann hatte. Kein Wunder, sein Job hatte ihn vermutlich schon durch jedes erdenkliche Gelände geführt, und das kilometerweit, oft in voller Montur. Fireball schnaubte leise und schüttelte mit seinem Kopf, nein, da blieb er doch lieber an Bord eines Schiffes. Und unwillkürlich musste er an die Zeit auf dem Friedenswächter denken. Dieses Schiff war dafür ausgelegt, bis zu vier Tage am Stück im All zu bleiben, bevor Wasser- und Nahrungsvorräte wieder aufgefüllt werden mussten. Ramrod hatte sogar einen kleinen Fitnessraum und Fireball schmunzelte leicht, mit Colt hatte er sich dort damals regelmäßig auf dem Laufband gemessen. Heute wusste er, dass Colt das nur ihm zuliebe getan hatte, damit er Energie auf dem engen Schiff abbauen konnte. Ausdauersport war nie wirklich das Ding des Cowboys gewesen. Ein bisschen zum Aufwärmen vielleicht, aber danach ging es für ihn direkt immer ans Krafttraining. Fireball hob den Blick, er merkte in seinen Beinen, der Weg wurde steiler, deutlich steiler, seine Beine begannen zu brennen, und sein Atem wurde schwerer, doch er biss die Zähne zusammen. Jetzt aufgeben? Niemals!

… „Geschafft!“, schnaufte Fireball vollkommen außer Atem und sah auf seine Uhr, das waren tatsächlich noch einmal ganze drei Kilometer gewesen, zusätzlich zu den bereits gelaufenen sechs … und das musste auch wieder zurückgelegt werden. Ausatmend beugte er sich nach vorn, stützte sich auf seine Knie und atmete erst zweimal tief ein und aus.

Als er wieder gut Luft bekam, sah er sich um. Sein Onkel stand vor einer Abgrenzung, die lieblos mit einem einfachen, vielleicht einen Meter hohen Holzzaun errichtet worden war, er richtete sich auf und ging zu Royu: „Schau dir das an!“, sagte dieser und zeigte auf das Panorama vor sich.

Und in der Tat, man sah fast ganz Yuma-City, zwar noch im morgendlichen Dunst gehüllt und doch konnte man von einem bis zum anderen Ende schauen. Nicht weit vor ihnen lag das Oberkommando, mit dem berühmten Tower, welcher zum einmaligen Stadtbild gehörte, sogar das Meer konnte man in der Ferne erahnen: “Genial!” sagte Fireball, obwohl er die Stadt von Anflügen her kannte, aus dieser Perspektive hatte er die Stadt jedoch noch nicht gesehen. Royu nickte und sah sich auf der Plattform etwas um. Laut einem alten, von der Witterung gezeichneten Infobild, war es ein Ausflugsziel einer Wanderroute, die einfach nur eine freie Fläche bot, mit einer wilden Wiese und ein paar Bänken, um Rast zu machen. So wie es aussah, gab es noch drei weitere Zugänge. Royu machte ein paar Fotos von dem Ausblick und der Gegend hier oben: “Na los zurück!” sagte er, als er auf seine Uhr geschaut hatte, es war bereits halb acht. Fireball nickte, nichts lieber als das.


Colt und Saber kamen heute besonders früh im Oberkommando an. Sie wollten in Ruhe frühstücken, den Cowboy hatte Saber irgendwie wieder nüchtern bekommen und jetzt fehlte eine gute Grundlage für den Tag außerdem war heute im KOK Pancake Tag, das sollte die Stimmung des Cowboys heben… Und sobald Captain Hikari eintreffen würde, sollte Colt alles berichten. Mit seinem Vater hatte Saber in den frühen Morgenstunden bereits gesprochen, er sollte auf alles vorbereitet sein!


Royu und Fireball liefen bergab, was sich als noch anstrengender herausstellte, wie Fireball feststellen musste. Etwa fünf Meter vor ihm lief Royu, der sichtlich immer noch eine Menge Spaß hatte. Nur noch wenige Meter, dann würde der Bergablauf ein Ende haben, freute sich Fireball.

Ein weiterer Läufer, der wohl auch seine Herausforderung an diesem Morgen suchte, kam den beiden entgegen, und Fireball zog seine Augenbrauen fixierend zusammen, denn wie ein Läufer sah dieser nicht aus und behielt den Mann, im Auge und doch musste er im nächsten Moment über sich Lachen, wurde er etwa paranoid? Und schüttelte mit seinem Kopf. Doch als der Mann auf gleicher Höhe von Royu war, blitzte ihm etwas entgegen, es war eine Klinge: “Was?” Fireball erschrak, Royu reagierte fast so schnell wie der Läufer das Messer gezogen hatte, und schlug ihm dieses mit einem gekonnten Fußtritt aus der Hand. Der Angreifer stürzte hart zu Boden, mit einer solch schnellen Reaktion von Royu hatte der Angreifer nicht gerechnet und war sichtlich überrascht. Royu schaute zu seinem Neffen, Fireball rannte zu seinem Onkel und sah sich um, denn wo ein Stinktier war, waren auch noch andere, das hatte er von Colt immer wieder gehört. 

Der Angreifer stand auf und wollte nach dem Messer am Boden greifen. Doch Royu machte zwei große Schritte und trat diesen in die Kniekehle und stellte seinen Fuß auf den Arm des Angreifers, dieser schrie vor Schmerzen auf und Royu ging in die Hocke und hob das Messer auf, blieb jedoch weiterhin mit seinem Fuß auf dem Unterarm des Mannes. Royu sah sich um und hielt das Messer in seiner rechten Hand und klappte es immer wieder auf und zu, er sah zu dem Mann, der versuchte nach seinem schmerzenden Arm zu fassen: “Echt jetzt, mit sowas habe ich als Kind gespielt!” sagte Royu und hielt seinem Angreifer das Messer entgegen. Fireball trat näher: “Du bist doch nicht alleine!” sagte Royu wissend und durchsuchte darauf den am Boden liegenden Mann, er fand einen Blaster der Mittelklasse. Der Mann grinste schmerzverzerrt: “Stimmt!” und drehte sich weg, Royu beobachtete die Handlung fragend und sah sich wieder um. Und nicht mal einige Sekunden später stellte sich ein silberfarbenes Auto vor das Ende des Weges. Fireball beobachtete es, der Wagen kam ihm zwar bekannt vor, doch weiter darüber nachdenken konnte er nicht. 

Denn ein greller Lichtblitz, der alles um sie herum fast schmerzhaft erhellte, kam über sie. Royu ging in die Hocke und ließ damit unbeabsichtigt den Angreifer frei und Fireball hielt sich reflexartig eine Hand vor die Augen, für Sekunden waren beide außer Gefecht gesetzt. Der Angreifer nutzte seine Chance, stand auf und hielt sich seinen verdrehten und garantiert gebrochenen Arm und rannte humpelnd Richtung Auto. Royu, der sich die Augen zugekniffen hatte, sah den Angreifer verschwommen von sich wegrennen, er hob seine Hand, in der er den Blaster hatte und schoss ins helle Licht. Fireball war nahezu blind, doch er hörte einen Schuss und hockte sich vorsichtshalber hin, bis er wieder einigermaßen etwas sehen konnte, er tastete nach seiner Uhr, um den vereinbarten 10-10-Code auszulösen, gut das er es gestern tatsächlich installiert hatte. Royu stand auf und rannte auf das Auto zu, obwohl sich alles in ihm aufgrund des Lichts in ihm weigerte. 

Fireball blinzelte einige Male, bis er wieder einigermaßen klar sehen konnte und sah, dass der Angreifer am Boden lag und sich nicht bewegte. Eilig stand er auf und rannte zu dem Mann. Das Auto gab Gas und fuhr mit durchdrehenden Reifen davon. Royu erreichte das Ende des Weges und schoss zwei weitere Male, diesmal auf die Reifen, diese platzen und das Auto blieb qualmend stehen. Fireball fühlte den Puls des Mannes, er lebte und rannte dann zu seinem Onkel. Aus dem Auto sprangen zwei bewaffnete Männer und schossen ziellos zweimal in ihre Richtung, und rannten auf sie zu, einer griff nach Fireball, doch er drehte sich nach unten weg und Riss erschrocken seine Augen und ging sofort in Deckung. Royu zielte erneut und schoss auf seinen Angreifer, der Mann ging neben Fireball zu Boden und landete auf seinem Hintern und hielt sich schreiend vor Schmerzen sein Bein. 

Noch bevor der andere Angreifer und seine Attacke starten konnte, hörte man ein mächtiges Dröhnen, das immer näher kam. Es war ein Hubschrauber des Oberkommandos im Tiefflug, der auf sie zukam. Fireball sah vom Hubschrauber zu seiner Uhr und nickte anerkennend: “Wow” war alles, was er sagen konnte.

Aus dem Hubschrauber kam nun ebenfalls ein präziser Schuss, der direkt vor den Füßen des Flüchtigen einschlug. Dieser geriet zwar ins Taumeln, war jedoch nicht getroffen und rannte weiter. Royu setzte dem Mann nach, doch durch den aufgewirbelten Sand und den starken Wind des Hubschraubers konnte man fast gar nichts mehr erkennen. Aus dem Hubschrauber sprangen drei bewaffnete Männer und einer stürmte direkt auf Fireball zu, packte ihn nicht gerade sanft und zog ihn mit sich in den Hubschrauber. Ein anderer rannte zu Royu, der gerade laut am Fluchen war. Der dritte lief zu dem Messerangreifer, der sich noch immer nicht bewegte.

Im Hubschrauber erkannte Fireball, dass es sich um die Taskforce handelte und Männer von Royu und Rosso an Bord waren. Der Mann, der ihn beinahe hineingeworfen hatte, sprach auf Japanisch mit ihm und machte ihm klar, dass er hier bleiben soll und sprang wieder hinaus: “Was?” kam es von Fireball und ging zur offenstehenden Tür des Militärhubschraubers und blickte hinaus. Der Pilot trug den klassischen Fliegeroverall des Oberkommandos.

Die zwei Verletzten wurden jetzt an Bord gehievt und der Hubschrauber hob wieder ab mit direktem Kurs zum Oberkommando.


Als der Alarm im Oberkommando ausgelöst wurde, saßen Saber, Colt und Mentor Eagle im Offizierskasino beim Frühstück, bereits bei ihrer zweiten Tasse Kaffee. Nun standen sie vor dem Rollfeld und warteten auf die Rückkehr des Hubschraubers, der nicht einmal fünf Minuten nach Eingang des Notrufs abgehoben war. Der Notfallcode 10-10 hatte die Kennung von Fireball, und laut Ortung war er Luftlinie-Mäßig nicht weit entfernt gewesen: „Da sind sie!“, rief Colt und zeigte zum Horizont und hielt vorsichtshalber schon mal seinen Hut fest. Der große schwarze Hubschrauber war bereits dumpf zu hören. Auf dem Rollfeld standen schon Erste-Hilfe-Fahrzeuge bereit, denn über Funk war mitgeteilt worden, dass es Verletzte gab. Der Schotte und der Cowboy liefen besorgt und suchten gleichzeitig Deckung, der Wind, den die Rotorblätter verursachten, war gewaltig. Der Hubschrauber landete und Colt entdeckte Royu, der aus dem Hubschrauber sprang und wohl sichtlich sauer war. Fireball folgte ihm, was Colt erst einmal beruhigte. Saber griff nach dem jungen Japaner und schrie gegen die laufenden Rotorblätter und den dumpfen Motor des Militärhubschraubers an: “Ist alles in Ordnung?“ Fireball nickte Saber nur entgegen und sie rannten zurück zum Hauptgebäude, hinter ihnen hob der Hubschrauber wieder ab. 

Die Verletzten wurden noch auf dem Rollfeld erstversorgt und anschließend auf die Krankenstation oder ins Krankenhaus gebracht. „Was ist passiert?“, fragte Colt besorgt, als sie im Hauptgebäude ankamen und es endlich ruhiger war. Sein Hombre stand in Trainingskleidung vor ihm und wirkte noch etwas neben sich.

Saber koordinierte um. „Wir gehen sofort ins Büro“, beschloss er, und sie fuhren nach oben. Mrs. Ellnys, die Captain Hikari bereits nach Eingang des Notrufs informiert hatte, öffnete das Büro und besorgte Getränke.

Sie setzten sich alle in die Lounge und Fireball erzählte, was passiert war, dass Royu drei hatte festnehmen können, einer jedoch entkommen war. Colt und Saber wurde bewusst, dass jetzt tatsächlich Schluss mit der Ruhe war, egal ob mit oder ohne Sender! Er berichtete weiter über alle Einzelheiten. Und den Saber und Colt wurde klar, dass der Angriff eindeutig Royu galt, denn der Abstand, den Fireball zu seinem Onkel gehabt hatte, wäre es einfacher gewesen, Fireball Schaden zuzufügen als Royu. Als nächstes erzählte er von diesem hellen Blitz, der ihn für kurze Zeit gelähmt hatte. Fireball ließ auf die Polster fallen, erst der Lauf und nun das, er wollte gerade einfach nur sitzen: “Diese Waffe wird langsam zum Problem!” sagte Eagle nachdenklich. Saber stimmte der Aussage zu und lehnte sich nachdenklich zurück. 

Absatz #2

Royu und Rosso wurden angekündigt und betraten kurz darauf das Büro. Saber und Colt standen auf und begrüßten die beiden: “Weiß man schon etwas, wer diese Angreifer waren?” wollte Saber wissen. “Sobald sie wieder wach sind, werden wir es wissen!” sagte Royu kurz und knapp und alle wussten, wie er das meinte. Royu, der jetzt einen Kampfanzug trug, nahm sich ein Wasser und stellte sich vor die Lounge. 

In diesem Moment betrat Captain Hikari das Büro. Alle begrüßten ihn und klärten ihm direkt alle Einzelheiten. Anschließend reichte er seinem Sohn einen Rucksack und ging zu seinem Schreibtisch.

Royu trat zu seinem Bruder und sagte: „Das war gar nichts! Der Typ hatte einen Blaster – und was zieht er? Eine Nagelfeile!“

Er legte Shinjiro das Messer auf den Tisch. „Anfänger, Kanonenfutter, reine Angstmacherei!“, regte sich Royu auf. Es schien, als empfand er den Angriff als Beleidigung. Saber trat an den Schreibtisch: „Dann war es ein Warnschuss“, sagte er. Captain Hikari sah seinen Bruder ernst an. „Von Anfang an, bitte!“ 

Fireball öffnete seinen Rucksack und verließ darauf stumm das Büro. Royu erzählte jetzt von den Vorkommnissen und Hikari hörte noch einmal genauer zu: “Das Auto wird gerade hergebracht, dann wissen wir, wem es gehört!” beendete Royu seinen Bericht. 

Nach zehn Minuten kam Fireball umgezogen, mit einer hellen Jeans und einem roten T-Shirt zurück ins Büro und setzte sich wieder in die Lounge. Captain Hikari beobachtete seinen Sohn und sah sich daraufhin das Messer und den Blaster an, die auf seinem Schreibtisch lagen: “Das war kein Warnschuss!” sagte Hikari und stand auf, er aktivierte den Abfangschirm und es ging direkt ein Alarm los. Auf dem Monitor am Schreibtisch wurden zwei fremde Signale geortet. Hikari stellte den schrillen Alarm ab. Alle sahen auf dem Monitor und blickten sich an. “Das ist jetzt interessant!” sagte der Captain und ging zum Rucksack seines Sohnes und griff in diesen. Fireball stand auf und beobachtete das Tun seines Vaters und holte den Knopfgroßen kleinen Sender heraus und legte ihn auf den Schreibtisch. “Hä?” kam es darauf direkt von Fireball und ging zum Schreibtisch und sah sich diesen genauer an. 

Colt presste seine Lippen aufeinander und stand nun auch auf. Saber nickte Colt zu. “Was ist jetzt komisch?” fragte Royu, der heute seine gute Laune wohl nicht mehr zurück bekommen würde. Captain Hikari zeigte auf den Monitor, es wurden zwei Signale gesendet und er legte den Sender und die zweite Wanze auf den Tisch, “Wo ist die zweite?” Saber und Colt sahen sich an. Royu griff nach dem Sender und ging damit durch das Büro. “Aber wie kommt die in meinem Rucksack, den hatte ich das erste Mal gestern hier im Oberkommando dabei!” sagte Fireball und begutachtete weiterhin den kleinen schwarzen Sender in seinen Fingern. 

Colt ging zu Fireball: ”Ich habe sie gestern in deinen Rucksack getan!” sagte er und Fireball sah langsam von der Wanze zu seinem Freund, der ihn entschuldigend ansah. “Was?” war alles, was von Fireball kam: “Es war abgesprochen!” trat nun auch Saber an den jungen Freund heran. “Abgesprochen?” wiederholte Fireball und sah abwechselnd von Colt auf Saber. Beide nickten: “Nur so konnten wir gestern den Kontakt Empfänger orten und festnehmen.” erklärte Saber, Fireball sah sich im Büro um und ging direkt zu seinem Vater: “Du wusstest davon!” sagte er wütend in dessen Richtung. Captain Hikari nickte: “Ja ,es war auch meine Anweisung!” Fireballs Augen wurden groß und er drehte sich zu Saber und Colt um. “Und ihr macht das mit?” Royu, der vor dem Meetingraum stand, schaute sich die Diskussion aus sicherer Entfernung an und Fireball brauchte Abstand von den dreien: “Ihr lasst mich mit einer Wanze herumlaufen, wie zum Abschuss freigegeben?” Eagle stand jetzt auch auf und wollte den Wildfang beruhigen. Saber erklärte: “Nur um den Sender zu finden, danach haben wir das Signal gestört!” 

Fireball sah sie fassungslos an: “Und das kann man mir nicht sagen, weil?” Colt pustete seine Luft aus, denn darauf hatte der Cowboy jetzt auch keine Antwort mehr und blickte erwartungsvoll zum Schotten: “Das ist voll, die miese Masche, echt! Zuerst erzählt ihr mir alles nach Wochen und dann so eine Aktion? Ihr könnt mich mal!” sagte er wütend und drehte sich um. Da ging Captain Hikari seinem Sohn nach und hielt ihn in der Mitte des Büros auf: “Glaubst du wirklich, dass ich dich wissentlich in Gefahr bringe, mit einer aktiven Wanze und hole sie mir sie auch noch ins Haus?” Saber und Colt schauten sich fragend an, doch der Schotte zuckte nur mit seinen Schultern und wartete ab. Fireball funkelte seinen Vater an: “Genau das ist doch passiert!” und zeigte in den Raum: “Sie ist sogar noch aktiv.” Royu ging zu den beiden: “Aber nur weil wir den Sender und dadurch die Frequenz haben.” versuchte er, zwischen Vater und Sohn zu vermitteln und hielt seinem Neffen den Störsender vor die Nase.  Fireball nahm den Sender entgegen und sah zu seinem Vater, der ihm zunickte. 

Es wurde still im Raum und alle warteten auf eine Reaktion von Fireball, doch dieser rollte mit seinen Augen und sah auf und blickte zu seinen beiden Freunden, die fragend in seine Richtung schauten. Royu ging grinsend an seinem Neffen und seinem Bruder vorbei und kommentierte beiläufig: “Sie haben kein Wort verstanden…” Captain Hikari und Fireball sahen sich an, da waren sie in ihrer Diskussion wohl direkt ins Japanische verfallen gewesen: “Ups!” kam es von Fireball und Captain Hikari drehte sich um und sah die Beteiligten im Raum an: “Entschuldigung!” kam es von ihm, Saber nickte dem Captain zu und musste sich ein Grinsen verkneifen.

Fireball ging auf Saber und Colt zu. „Sorry, ich war wohl mal wieder zu vorschnell!“

Colt fand das Endresultat entscheidend und nickte seinem Freund zu. Schließlich hatte auch er sich bei der ganzen Aktion nicht wohlgefühlt. „Alles okay, Partner …“, sagte er und sah dann fragend zu Saber und Hikari. „Und warum konnte man mir das nicht sagen? Ich bin vor Sorgen fast bekloppt geworden.“ Saber nickte bestätigend, schließlich hatte er Colts Reaktion darauf heute Morgen mit eigenen Augen gesehen und erklärte: „Nur so konnten wir sichergehen, dass sie dir das auch zu hundert Prozent abkaufen.“ Daraufhin sahen sich Fireball und Colt an und verschränkten fast gleichzeitig ihre Arme vor der Brust, „Ach!“, entfuhr es ihnen und sie warfen dem Schotten einen vorwurfsvollen Blick zu. Saber atmete tief ein …

Einige Minuten später, nachdem weitere Anweisungen verteilt wurden, deaktivierte Hikari den Abfangschirm und Colonel Rosso und Royu verabschiedeten sich als erstes. Fireball griff sich seinen Rucksack, der jetzt hoffentlich Kleintier frei war, er hatte Hunger und würde sich etwas im Offizierskasino besorgen und daraufhin zu Captain Wilson an Bord des Peacekeeper gehen. 

Saber und Colt blieben im Büro bei Captain Hikari und Colt begann ohne Umschweife mit seinem Bericht über die letzte Nacht auf der Tromson Ranch. Einiges davon war selbst Saber neu, vor allem, wie der Name und schließlich die Familie der Hikaris entstanden waren. Selbst der Captain wirkte beeindruckt. Da hatte jemand wirklich seine Hausaufgaben gemacht, dachte er sich.

Doch die übrigen Informationen waren alles andere als erfreulich. Sein Blick glitt zum Schotten, Saber wusste den Blick mittlerweile zu deuten: „Ich habe meinem Vater bereits Bescheid gegeben“, erklärte er darauf auf den fragenden Blick. Hikari nickte nur knapp und bedeutete Colt an, weiter zu erzählen.

Der Cowboy streckte sich durch: „Ich positioniere mich jetzt klar“, begann der Scharfschütze: „Das habe ich letzte Nacht getan und werde es auch jetzt hier tun: Ich bin raus aus der Tromson-Verschwörung. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht.“ Das hoffte Colt zumindest. Saber nickte seinem Freund zu. Egal, was noch kommen würde, es wäre für Colt zu gefährlich gewesen, hätte er dort nicht klar Stellung bezogen. „Respekt an die anderen V-Leute“, fügte Colt noch hinzu, „die sich das Gerede weiterhin anhören und trotzdem ermitteln.”

Absatz #3

Zwei Tage später.

Es blieb es verdächtig ruhig. Nichts tat sich, und alle folgten ihrer Routine. Das KOK wurde von Tag zu Tag leerer; die Truppen waren auf dem Planeten und rund um Yuma-City stationiert, um wenn nötig aus allen Richtungen einsatzbereit zu sein. Die Verhöre mit Delweg führten zu nichts, er schwieg, so wie alle anderen auch. Es war einfach nur frustrierend, fand Saber.

Fireball war wieder regelmäßig im Oberkommando, so hatten Saber, Colt und April erfahren, dass er in den nächsten Wochen zur Crew des Peacekeepers gehören würde und als Pilot und erster Mann vom Captain Wilson zur Seite stehen sollte. Schließlich hatte Saber Captain Wilson in letzter Zeit einen Piloten und zuletzt auch dessen ersten Mann abgeworben. Bastiaan würde Anfang nächsten Monats sein Captain-Abzeichen bekommen und neben Saber das Team Ramrod unter seinem Kommando haben. Auch April und Fireball sahen sich zusammen mit den anderen wieder regelmäßig. Die Blondine konzentrierte sich mit aller Anstrengung auf die Weiterentwicklung der Lumen-Waffen-Abwehr und des Frühwarnsystems und würde in den kommenden Tagen wahrscheinlich wieder mehr im Labor als auf dem Friedenswächter sein. Henry würde, wenn nötig, die Navigation auf Ramrod für April übernehmen, sollte sie denn mal nicht vor Ort sein.

Ramrod aus der Hand zu geben, war die eine Sache, die April wirklich schwerfiel. Es fühlte sich so falsch an, fast so, als würde sie einen Teil von sich selbst zurücklassen, fast wie ein Kontrollverlust. Doch Henry gehörte zu den Besten in Sachen Navigation, nur deshalb war er überhaupt auf dem Friedenswächter stationiert. Trotzdem begleitete sie stets eine unterschwellige Unruhe.

General Whitehawks Zustand war vorerst stabil, doch er war noch immer sehr geschwächt, die Ärzte hielten ihn in einem Tiefschlaf. Captain Hikari und auch Eagle versuchten, fast täglich einmal im Krankenhaus zu sein, was leider nicht immer klappte.

Für Colt und Saber war der Kontakt zu Robin, Joshua und Sincia sehr selten geworden. Aus Sicherheitsgründen konnten sie nur für eine begrenzte Zeit im Oberkommando unter dem TSID miteinander telefonieren. Da blieb nicht viel Raum für Intimes, was die Situation nicht gerade einfacher machte. Aber allein zu wissen, dass es den beiden gut ging und sie in Sicherheit waren, beruhigte sie ein wenig. 


Fireball saß im geschlossenen Meetingraum im Büro seines Vaters und arbeitete sich durch den ersten Stoff der Akademie des Oberkommandos für seine Captain-Ausbildung, die parallel zu seinem Dienst an Bord der Peacekeeper beginnen würde. Er stützte den Kopf auf einer Hand ab; der Stoff in den ersten Wochen war staubtrocken, es ging um Formvorschriften und die grundlegenden Aufgabenbereiche eines Captains. Schließlich schloss er sein Notebook und schob es demonstrativ von sich weg: „Oh yeah, was für ein Spaß…“, dachte er sich trocken. Und griff nach dem Tablet des Peacekeeper und verließ den Meetingraum. Sein Vater war gerade in ein Telefonat vertieft, sodass Fireball sich leise aus dem Büro zurückzog.

Fireball trat aus dem Fahrstuhl in den Gang der Gangway ein, sein Blick war fest auf das Tablet gerichtet. Er scrollte durch die Anzeigen, überflog Daten und Notizen von Captain Wilson, während er nur beiläufig schaute, wohin er lief. Um ihn herum war wie immer Bewegung, Leute gingen an ihm vorbei, Stimmen, Schritte, das übliche Treiben, in diesem breiten fensterlosen Korridor.

Doch dann passierte es, er prallte plötzlich mit jemandem zusammen, was ihm kurz aus dem Gleichgewicht brachte, und das Tablet rutschte ihm aus der Hand und knallte auf den Boden. „Entschuldige!“, sagte er sofort und ging in die Hocke, um das Gerät aufzuheben, in der Hoffnung, dass es noch heil war. Mit er hatte nicht geschaut, wohin er lief, aber der andere wohl auch nicht, er sah auf und schaute in ihm sehr bekannte blaue Augen, die ihn auch entschuldigend ansahen. Es war April, die wohl auch in ihre Unterlagen vertieft gewesen war: “Oh, ja, ich habe nicht geschaut!” sagte sie und musterte ihn etwas, Fireball konnte den Blick nicht deuten: “Ist alles in Ordnung?” fragte er nun doch etwas besorgt. 

April nickte: “Ja, ich war nur so überrascht, dich hier zu sehen.” sagte sie und ihr Blick glitt dabei kurz über das Crew-Emblem auf seinem T-Shirt und wanderte dann weiter zu ihm. Da trat Bastian hinter April heran: “Da bist du ja, wir warten schon auf dich!” sagte er und stellte sich fast demonstrativ neben April: “Oh, ja, ich habe nur “Guten Tag“ gesagt.“ sagte sie. Fireball hob darauf seine Augenbrauen und musterte den blonden Riesen an Aprils Seite, es fehlte ja nur noch, dass dieser seinen Arm als Besitzanspruch um April legte, so nah wie er bei ihr stand. “Guten Tag!” erwiderte er darauf in ihre Richtung. April richtete sich etwas: “Das ist Fireball, ich meinte First Lieutenant Shinji Hikari!” stellte April ihn jetzt auch Bastiaan vor. “Shinji, das ist First Lieutenant Bastiaan de Vries, er bekommt in 3 Wochen seinen Captain und hatte, glaube ich, deinen Posten auf dem Peacekeeper, bevor er zu Ramrod kam.” erklärte die Blondine. 

Jetzt verstand Bastiaan und sah Fireball freundlich an. „Ah, du stehst jetzt neben Wilson.“, meinte er locker. „Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit an mich wenden.“ Er streckte ihm die Hand entgegen. Fireball nickte nur kurz: „Hallo, First Lieutenant de Vries, aber ich habe es gerade ziemlich eilig“, erwiderte er knapp und noch bevor Bastiaan Richtig reagieren konnte, scannte er seine ID und ging an Bord des Peacekeeper.

April und Bastiaan sahen sich einen Moment lang irritiert an. Der Abgang war… ungewöhnlich gewesen. Schließlich zuckte Bastiaan leicht mit seinen Schultern und machte sich gemeinsam mit April auf den Weg zu Ramrod, der nur zwei Parkpositionen neben dem Peacekeeper stand.

An Bord angekommen, ging April direkt auf die Brücke. Die neue Steuerungssoftware zeigte noch einige Fehler, um die sie sich jetzt dringend kümmern musste, bevor Alex hier wieder eine Bombe platzen ließ. Ohne Zeit zu verlieren, schloss sie ihr Notebook an den Bordcomputer an und ließ ihren Blick kurz über die Anzeigen wandern, während die ersten Daten bereits geladen wurden.

Bastiaan ging in die Küche, wo Alex über seinen Berichten saß und sich konzentriert durcharbeitete. Der Schotte saß angelehnt auf der Sitzbank und genoss wohl einen schottischen Pfefferminztee, während der Cowboy bestimmt einfach nur mit am Tisch saß, weil gerade eine neue Packung Kekse geöffnet worden war.

Er grüßte in die Runde, legte sein Notebook auf den Tisch ab und gönnte sich erst einmal eine Tasse Kaffee: “Mir wurde gerade der Sohn des First-Grad vorgestellt, nett ist auch anders.” sagte er fast beiläufig. Colt, der sich gerade ein kleines Schoko-Vanille-Plätzchen in den Mund geschoben hatte, sah Bastiaan kauend und fragend an. Saber grinste leicht und fragte nur: “Warum?” Bastiaan holte sich die Situation zurück in sein Gedächtnis: “April hat ihn mir vorgestellt: “Hallo, bitte, danke, ich habe es eilig, First Lieutenant de Vries!” und ließ mich mit meiner Hand stehen, sowas habe ich echt noch nie erlebt!” und er musste fast lachen. Saber schüttelte grinsend mit seinem Kopf, Colt winkte ab: “Wie der Vater so der Sohn!” sagte er und liebäugelte bereits mit dem nächsten schmalen Mürbeteiggebäck aus den Highlands, das der Schotte als Shortbread bezeichnet hatte, doch für den Cowboy waren es einfach nur leckere Plätzchen. Alex blickte in die Runde und wandte sich dann wieder seiner Arbeit zu. Bastiaan nahm sich einen Keks, äh Shortbread zu seinem Kaffee und ging damit zu April auf die Brücke. 

„Mr. Ich-nehme-deine-Hand-nicht 2.0, läuft jetzt also hier herum?“ kam es fast lachend von Colt, kaum dass Bastiaan verschwunden war. Saber sah zu dem Cowboy hinüber und konnte sich ein Grinsen auch nicht verkneifen, bevor er einen Schluck von seinem dampfenden Tee nahm.

Alex, der vor dem Cowboy und dem Schotten saß, ließ seinen Blick irritiert von links nach rechts wandern, offensichtlich ein Insiderwitz und er schüttelte leicht mit seinem Kopf. Dieses Team hatte wirklich tendenzen, ihn langsam in den Wahnsinn zu treiben, dachte er und musste nun auch schmunzeln. Aber und das musste er zugeben, mochte er jeden einzelnen und er fühlte sich wohl.

Absatz #4

Im nächsten Augenblick heulte im Oberkommando ein Alarm durch die Flure und über das Rollfeld. Rote Warnlichter tauchten alles in ein flackerndes Licht. Mehrere unbekannte Kontakte waren im Orbit von Yuma von den Systemen als feindlich eingestuft worden! gingen die Meldungen über die Monitore der Einheiten

Crewmitglieder rannten zu ihren Stationen, Befehle wurden erteilt, Türen zischten auf und zu. Draußen zündeten bereits die ersten Jets ihre Triebwerke und einer nach dem anderen schossen sie mit Vollschub in den Himmel.

Team Ramrod war startbereit, Colt fuhr seine letzten Systeme hoch, während Anzeigen aufleuchteten und Daten über sein Head-Up-Display liefen und ihm sagten, wie viel Feuerkraft er hatte: „Das hat jetzt auch noch gefehlt…“, murmelte er und verzog kurz das Gesicht, „Aber es war einfach viel zu lange ruhig um die Schmutzfüße gewesen.“ und wer aktivierte die ersten Waffensysteme. „Maverick Feuerleitstand ist einsatzbereit!” teilte er konzentriert mit. April schickte Alex den schnellsten Kurs, wo die Angriffe geortet wurden.

Saber war ruhig, äußerlich zumindest, seine Stimme war klar und Routiniert, als er die letzten Anweisungen gab. Sein Blick ging über sein Hed-Up, alle Satteleinheiten standen auf 100 Prozent. An Bord spürte man die Spannung, dieses Knistern in der Luft, das eine Mischung aus Nervosität und Adrenalin war. Die Triebwerke heulten auf, ab jetzt zählte nur noch eines: konzentriert bleiben!

Bastiaan war bei Einsätzen noch immer offiziell dem Peacekeeper zugeteilt, zumindest so lange, bis er sein Captain-Abzeichen in der Tasche hatte. Fireball rannte dagegen in das Büro seines Vaters. Auf dem großen Monitor im angrenzenden Meetingraum waren bereits alle Schiffe und ihre Positionen dargestellt. Die Lageübersicht flackerte in schnellen Updates, Datenströme liefen ununterbrochen ein. Mentor Eagle und Colonel Rosso standen ebenfalls mit ernsten Mienen vor den Anzeigen. Die Einheiten, die bereits im Einsatz waren, übermittelten ihre Daten und es dauerte nicht lange, bis klar war, womit sie es zu tun hatten.

Outrider.

Mehrere feindliche Schiffe hatten Stellung um den Mond von Tepanus bezogen, einen kleinen Planeten mit wichtigen Transporthäfen und Versorgungsstationen für Raumschiffe und sie griffen gezielt diese an. „Tepanus…?“, sagte Eagle leise, aber mit hörbarer Schwere in der Stimme.

Captain Hikari, der die Funksprüche über ein Handset mit hörte, drehte sich zu Eagle und nickte: “Es ist der Planet mit dem größten Alkalit vorkommen im Neuen Grenzland!” 

Lorenz berichtete von seinem Eintreffen und schickte die ersten Liveübertragungen. Zu sehen war ein großes Basisschiff aus dessen Bauch mehrere Hyperjumper entlassen wurden und in voller feuerkraft auf sie zukamen: “Wir nehmen uns die kleinen vor und isolieren sie vom Basisschiff!” sagte Lorenz und beendete die Übertragung. Captain Hikari rief die Rasterschirme der Ramrod Einheit und des Peacekeepers auf dem Monitor: “Two eight position, versucht das Schiff der Outrider dazu zu bringen, sich zu bewegen.” gab Captain Hikari über Funk seine Taktik bekannt. Der Peacekeeper übernahm die Acht-Erstellung und Ramrod die Zweite und beide waren Feuerbereit. Collt versierte und auch der Schütze des Peacekeeper teilte mit, dass er bereit war. Hikari, der vor dem Monitor gelehnt am Meeting-Tisch stand, sah abwechselnd vom Rasterschirm der Ramrod Einheit und dem des Peacekeeper. Saber glich die Daten ab: “Ok … und…:” Doch ein akustisches Funksignal störte seinen Feuerbefehl.

“Stellung auflösen sofort!” hörte man Captain Hikari über Funk, der das Störsignal ausgelöst hatte. Colt stoppte mit seinen Handlungen, als er diese Anweisung vernahm und nahm sofort seine Hand von Raketen Auslöser, er war bereit zum Feuern gewesen und sah etwas erschrocken auf, was war denn los?

Auch Saber verstand nicht und blickte noch einmal über seine Systeme, es schien alles perfekt gewesen zu sein, es gab keinerlei Abweichungen: “Neue, Offensive Angriffsposition!” wies er Alex an und gab Colt gleichzeitig die Feuerfreigabe. Auch auf dem Peacekeeper löste man die Stellung sofort auf und ging in die Gegenoffensive. “Was ist denn los?” wollten Eagle und Rosso jetzt wissen. Auch Fireball verstand nicht, es wäre eine perfekte Stellung gewesen, einen gekonnten heftigen Treffer auf das Basisschiff der Outrider zu tätigen.

“Ich brauche einen Radar-Abgleich!” sagte Hikari und rief das Radarsignal der beiden Schiffe nochmals auf. Lorenz flog mit seinen Männern perfekte Manöver und sie schickten einen Jumper nach dem anderen zurück. Royu betrat das Büro und hielt sich im Hintergrund. Fireball rief den Rasterschirm des Peacekeepers über das Tablet auf und verglich die Daten mit den Gezeigten auf dem Monitor im Meetingraum. Immer und immer wieder schaute er vom Tablet auf den Monitor: “Hä?” kam es von ihm:  “Das ist eine Differenz von 5 Grad, hätten sie gefeuert, hätten sich Ramrod und der Peacekeeper gegenseitig abgeschossen!” sprach es Fireball geschockt aus und sah sich um. Captain Hikari nickte nur still, ohne sich zu seinem Sohn umzudrehen. Von Rosso kam nur ein leises: “Bitte was?” über die Lippen. Eagle trat einen Schritt näher an Hikari heran: “Wie kann das möglich sein?” Captain Hikari drehte sich leicht zu Eagle und sah ihn an: “Manipulation!” und ging zum Monitor und rief die einzelnen Punkte der Schirme auf: “Fragt sich nur auf welchem Schiff.” sprach er, während er die Punkte miteinander in einer Rechnung verband. 

Royu beobachtete seinen Bruder und die feindlichen roten Punkte, die nach und nach immer weniger wurden, aber ihre Stellung halten konnten. Saber wies an, in Kampfbereitschaftsphase zu gehen, um die volle Feuerkraft von Ramrod zur Verfügung zu haben. Der Peacekeeper gab den Jets einen Rückzug Korridor, um die neuen Angriffspositionen zu fliegen. Lorenz flog oberhalb der Jumper mit seinem Wingman, um die Positionen seinen Männern mitzuteilen und gab zusätzlich vereinzelt Feuerschutz. 

Ramrod stand unter Dauerbeschuss des Basisschiffes der Outrider. Alex hatte Mühe, dem großen Kaliber auszuweichen, um nicht vollends vom Kurs abzukommen. Er versuchte eine gute Stellung für Colt zu bekommen, die er stabil halten konnte, damit der Cowboy abdrücken konnte. Fireball beobachtet das Flugmanöver des Friedenswächter und sagte: “Er kann auf 40 Grad gehen, wenn der Peacekeeper für ein paar Minuten das Flakfeuer der Outrider abfangen würde. Alle im Meetingsaal blickten zu Fireball, der eigentlich nur Zaungast war.

“40 Grad rechts, Peacekeeper auf 20 und die Flak abnehmen!” funkte Hikari und den Jets, wies er an “Pasparnetau und oben und unten und aufteilen, zerstreut die Hyperjumper und kreist den Rest ein!” 

Royu trat näher an den Meeting-Tisch heran und beobachtete, was nun passieren würde. Die Jumper punkte, lösten sich einer nach dem anderen auf. Ramrod war in Stellung und Saber gab den Befehl zum Feuern, der Peacekeeper nahm indes schon zwei beschädigte Jets bei sich auf. Es lief alles Hand in Hand vor Ort. Das Basisschiff der Outrider explodierte, nachdem es von Ramrods mächtigem Laser getroffen wurde und materialisierte sich kurz darauf auch gleich zurück in die Phantomzone. Die Jets und Ramrod formierte sich zurück und begannen damit die Gegend abzuscannen, ab und zu trafen sie noch auf vereinzelte Jumper, die jedoch ein leichtes Ziel für den Cowboy und die Jetpiloten waren. 

Captain Hikari drehte sich ernst zu seinem Sohn und ging zwei Schritte auf ihn zu. Fireball sah sich um, alle hatten einen Blick drauf, den er so noch nicht kannte: “Ähm…” begann er, ohne überhaupt zu wissen, was er sagen sollte. Sein Vater verschränkte seine Arme vor der Brust und stellte sich vor ihn. Fireball beschloss jetzt einfach nur abzuwarten, ok er hatte als Lieutenant einfach in ein Kampfgeschehen eingegriffen, aber es hatte doch funktioniert: “Glückwunsch zur gelungenen Taktik, Lieutenant!” sagte sein Vater, und Fireball grinste darauf erleichtert. Royu schnippte seinen Neffen an: “Das war reines Glück“, sagte er, Fireball fuhr herum: “Nein, das war können!” konterte er zu seinem Onkel. Royu grinste: “Ach du je, Lob ihn nicht, sonst sitzt er da.” und zeigte an die Decke. Rosso und Eagle lachten, nickten jedoch Fireball anerkennend zu. Gleich darauf verließen Rosso, Royu und Eagle das Büro. 

Captain Hikari setzte sich zu seinem Sohn, der bereits am Tisch saß und sich noch immer mit dem Rasterortungsschirm beschäftigte. “Das war eine sehr gute Taktik!” sagte er und schaute seinen Sohn an. Dieser hob den Kopf und grinste ihm entgegen: “Danke”, sagte er und ließ das Tablet einen Moment los: “Wie hättest du es gelöst?” fragte er, Shinjiro sah nocheinmal zum Monitor: “Ich hätte die Jeds auf 2 bis drei Grad die Hyperjumper abfangen lassen und den Peacekeeper wie du, die Flak übernehmen lassen, um Ramrod freie Schussbahn zu geben…”  erklärte er… und lehnte sich an: “Aber deine war einfacher…” gab er zu und grinste ebenfalls. Fireball nickte: „Ich hab mir vorgestellt, wie ich eventuell in der Situation auf Ramrod agiert hätte…” erklärte er und nahm sich wieder das Tablet. Shinjiro nickte nur: “Und hast du herausbekommen, auf welchem Schiff der Fehler liegt?” wollte er jetzt wissen. Fireball zoomte einige Daten heran: “Nunja, die größte Abweichung liegt auf Seiten des Peacekeeper.” Hikari nickte: “Bei 2,5 Grad!” sagte er und stand auf. 

Fireball überprüfte seine Ergebnisse: “Was, wann hast du das berechnet?” wollte er jetzt wissen. Sein Vater sah ihn an und ging zum Monitor und rief die verbundenen Punkte auf. “Jetzt lege deine Berechnungen daneben!” forderte er seinen Sohn auf. Und Fireball legte seine Ergebnisse auf den Schirm neben die seines Vaters. Dieser sah sie sich an und strich mit dem Pen die Hälfte durch. “Beziehe dich immer nur auf die Fakten, dann rechnest du nicht drumherum!” Tatsache …  Fireball erkannte, dass er einfach zu viele Wahrscheinlichkeiten beigefügt hatte, statt das zu nehmen, was die Daten sagen: “Ok, ich verstehe!” nickte er und berechnete es mit den Gegebenheiten neu und kam schnell auf die 2,5 Grad Abweichung des Ortungsschirms. “Das ist trotzdem irre, nicht vorstellen, solch eine Abweichung beim Systemflug zu haben!” sagte Fireball etwas schockiert, Shinjiro nickte und schaute auf den Monitor: “Ja!” kam es nachdenklich von ihm.

“Schreib deine Taktik auf und gebe sie ins System für den Bericht der heutigen Schlacht!” wies er seinen Sohn an und verließ den Meetingraum. Die ersten Jets landeten und einige Minuten später auch Ramrod und der Peacekeeper, Captain Hikari, beobachtete die beiden Schiffe von seiner Fensterfront: “Beinahe wären diese nicht mehr zurückgekommen!” sagte er sich in Gedanken und atmete tief ein und aus. Er schaute auf die Uhr und ging wieder in den Meetingraum. Fireball schickte seine Taktik in den Tagesbericht, so konnten die Beteiligten diese für ihre Berichte nutzen, ohne dass jeder diese einzeln aufschreiben musste. 

“Wenn du dein First Lieutenant noch davor setzt, wissen sie auch, dass es deine ist!” kommentierte sein Vater, als er den Monitor an der Wand herunter fuhr. Da überlegte Fireball nicht lange und setzte seine Signatur darunter.

“Ich fahre nach Hause, kommst du mit?” fragte Shinjiro. Fireball sah erstaunt auf und schüttelte mit seinem Kopf, es war gerade mal 15 Uhr: “Ich komme mit Royu!” sagte er. Captain Hikari nickte und verabschiedete sich von seinem Sohn und Misses Ellnys und loggte sich auch darauf komplett aus. Fireball sah sich um: “Das schien sein Vater sehr nahe zugehen, einige Sekunden später und zwei Schiffe hätten sich auf dessen Befehl gegenseitig abgeschossen, an Bord waren seine besten Freunde, die in wenigen Monaten Väter wurden und genauso hätte er selbst an Bord des Peacekeeper sein können. Fireball schüttelte seinen Kopf, Hilfe, was für Gedanken und er stand auf, er wollte sich den Schirm auf der Peacekeeper mal ganz genau ansehen. 

Absatz #5

Colt betrat am frühen Abend das Offizierskasino, das ungewöhnlich leer und still war, ja kein Wunder, die Truppen waren rund um Yuma-City auf Manöver stationiert. Doch das war ihm gerade mehr als recht, er suchte Ruhe, an Bord war es ihm in der letzten halben Stunde zu viel geworden. Überall hatte es von Technikern wegen des Radarvorfalls am Nachmittag gewimmelt, ständig lief jemand an ihm vorbei, irgendetwas piepte oder wurde diskutiert und dann war da noch Alex, der sich über die Steuerung beschwerte. Eigentlich hätte Colt am liebsten einfach nach Hause gewollt. Aber dort wäre es ihm wahrscheinlich genauso ergangen, nur stiller … zu still.

Dieses Nichtwissen, dieses Warten darauf, dass irgendetwas passiert, nagte an ihm. Und dann war da noch Robin, sie fehlte ihm immer mehr. All das zusammen machte ihn langsam, aber sicher zu einem echten Dauernörgler.

Er zog sich eine Coke und sah sich um und entdeckte Royu in einem abgegrenzten Separee, der lässig in seinem Stuhl, halb hinein gesunken war und wohl mit seinem Kommunikator am Zocken war, so sah es jedenfalls aus. Der Cowboy entschied sich, zu ihm zu gehen: „Hey“, murmelte er zur Begrüßung. Royu hob kurz seinen Blick, nickte knapp und widmete sich direkt wieder seinem Display. Seine Laune schien ungefähr auf Cols Niveau zu liegen, was irgendwie ganz gut passte. Colt setzte sich ihm gegenüber, nahm einen Schluck von seiner Cola und lehnte sich zurück… “Man fühlt sich wie abgestellt!” brach Colt schließlich das Schweigen. 

Royu nickte, ohne aufzusehen und musste kurz grinsen, was wohl sein Spiel betraf. Colt beugte sich leicht vor: „Was zockst du da?“ fragte er “Minecraft, mega Retro, aber bei den Kids zurzeit sehr beliebt.” antwortete Royu. Colt musste grinsen: “Kenne ich, mein Schwager ist 11, ich musste es Zuhause auch mit ihm spielen, selbst das würde ich jetzt gerne mit ihm zusammen tun!” Royu nickte verstehend: „Am anderen Ende sitzt mein elfjähriger Sohn“, sagte er ruhig. „So kriegen wir wenigstens ein bisschen Zeit miteinander.“ erklärte er, Colt verstand und nickte langsam: „Gute Idee, vielleicht sollte ich das Josh auch mal vorschlagen“, meinte der er und nahm sich vor, das Spiel heute noch zu installieren.

„Es hilft… na ja, ein bisschen“, fügte Royu nebenbei hinzu, ohne den Blick vom Display zu lösen. Colt nickte zustimmend: „Ihre Frau muss sehr verständnisvoll sein“, sagte er dann. Royu hielt kurz inne, sein Daumen schwebte über dem Display. „Wie meinen Sie das, Mr. Wilcox?“, fragte er und sah mit leicht gerunzelter Stirn zum auf und sein Blick blieb einen Moment länger auf dem Cowboy liegen und Royu entging nicht, wie erschöpft und angespannt der Amerikaner wirkte. Die Sorge stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben: „Ich gehe davon aus, dass Ihre Frau weiß, was Sie hier machen“, hakte Royu nach und rief nebenbei eine neue Welt auf seinem Display auf. Colt lehnte sich zurück und nahm einen weiteren Schluck von seinem und nickte: „Nun… das ist kompliziert“, antwortete er schließlich. „Hm…“, machte Royu nur leise, ohne weiter nachzufragen, während sein Blick wieder auf das Spiel sank, aber er hörte weiter zu.

“Als ich Robin kennenlernte, war sie strikt gegen Kämpfen und Waffen, sogar die Outrider, welche dabei waren damals ihre Heimatstadt zu zerstören, nahm sie noch in Schutz und ich war der schießwütige Böse, Macho Cowboy, dem es Spaß machte herumzuballern.” Royu lachte kurz auf: “Es macht ihnen Spaß!” sagte dieser dazu. Colt nickte: “Und sie sind in Maho…” füge Royu noch mit an, Colt zog seine AUgenbrauen zusammen: “Ja, ja … nun ja nicht mehr” grummelte er und Royu grinste vor sich. “Ja, sie hat es irgendwann verstanden, warum ich das hier tue, aber vom Schießen und Kämpfen möchte sie nichts hören.” erzählte Colt weiter: “Möchten sie ihr denn davon erzählen?” fragte Royu nach. Colt lehnte sich an: „Nein, nicht wirklich, doch manchmal…Schon.“ 

Royu setzte sich wieder etwas auf und legte ein Bein auf das andere ab: “Sie Entscheiden, ob sie das Oberkommando mit nach Hause nehmen möchten oder nicht!” Colt überschlug seine Beine und dachte kurz nach: “Ihre Frau und Kinder wissen also keine Details?” Royus Augen wurden groß: “Oh nein, das lasse ich da, wo es hingehört, meine Frau und meine Söhne wissen, was ich tue, jeder weiß, was eine Taskforce macht. Zu Hause möchte ich selbst nichts davon wissen, sondern der genervte Familienvater sein, der seit 17 Jahren nicht mehr ausschlafen kann und Diskussionen darüber hat, wo ein Bild an die Wand kommt, oder was es zum Abendessen gibt.” erklärte Royu. Colt musste bei dieser Erklärung grinsen und Royu fügte noch hinzu: “Meine Frau wusste, worauf sie sich einlässt, sie kennt ihre Aufgabe in dieser Ehe, genauso wie ich. Und wenn sich Ihre Frau und sie darüber einig sind, ist das in so einer Situation wie gerade einfacher, wie sie das dann umsetzen ist individuell!” erklärte Royu und konzentrierte sich wieder auf das Spiel. 

Colt nickte stumm, er verstand jetzt sogar Robins Intention, zu Hause sollte ein Zuhause sein, das ist es, was sie wollte und wenn Colt in sich hinein hörte, wollte er genau das auch. Er hatte im Oberkommando Kollegen und Freunde, mit denen er sich austauschen konnte, warum also zu Hause auch nochmal, dort gab es ganz andere wichtige Dinge: “Das hilft gerade sehr, danke!” Royu nickte und schaltete seinen Kommunikator aus und stand auf: “Akzeptieren Sie die jetzige Situation, es ist wie es ist, und Sie können sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, und Sie behalten einen klaren Kopf!“ Colt nickte und atmete tief ein, er wusste, er machte es sich gerade unnötig schwer, es bremste ihn aus. Danach würde er alles klären mit Robin, er verstand sie jetzt besser, dass sie zu Hause keine Blaster sehen wollte, sie möchte ihm und sich und dem Baby ein geschütztes Umfeld einrichten, er würde ihr dabei helfen.

Absatz #6

Am nächsten Morgen waren Saber und Captain Hikari im Verhörraum des Oberkommandos, um Delweg ein weiteres Mal zu verhören. In der Hoffnung, dass er diesmal etwas sagen würde. Der Raum war kühl, nur das leise Summen der Technik durchbrach die Stille. Delweg schwieg, schon seit Beginn des Verhörs hatte er kaum ein Wort gesagt. Nur hin und wieder ein schmaler Blick, ein kaum merkliches zucken, mehr nicht. Doch in seiner Haltung lag etwas Trotzendes, etwas, das sich nicht brechen lassen wollte. Schließlich lehnte er sich leicht zurück. Doch Saber ließ sich davon nicht beeindrucken: „Wer hat auf General Whitehawk geschossen?” doch es blieb still, Saber atmete tief ein: “Was glauben Sie, wie es mit Ihnen weitergeht, Lieutenant?“, fragte er ernst, darauf huschte Delweg nur ein kurzes, fast amüsiertes Lächeln über das Gesicht: „Ich werde bald nicht mehr hier sitzen.“ 

Captain Hikari nickte bestätigend: „Ja“, sagte er trocken, „dann sitzen Sie im Gefängnis.“ Delweg schnaubte leise: „Das ist Ihre Sicht der Dinge.“ Saber verschränkte nun seine Arme und musste sich innerlich zur Ruhe zwingen: „Wer hat Sie dazu gebracht, sich dieser Bewegung anzuschließen?“ Ein kurzes und leises Lachen entkam Delweg: „Das entscheidet man selbst.“ Saber jetzt setzte sich den jungen Lieutenant gegenüber und sprach nun etwas eindringlicher auf Delweg ein: „Die Frage ist, ob es eine gute Entscheidung ist, etwas gewaltsam auszuhebeln, ein System, das auch Sie selbst mitgetragen haben, dafür gibt es ein Wort: Verrat.“ Hikari beobachtete die Szene und sein Blick wechselte zwischen dem Schotten und dem jungen Lieutenant: „Wo genau fühlen Sie sich nicht gleichwertig behandelt?“, fragte er schließlich. Delweg schwieg. Hikari trat nun einen Schritt näher an den Tisch heran: „Sie sind bereits First Lieutenant und zweiter Mann an Bord der Rewing. Sie hätten ein Gesuch stellen können, oder Captain Johnson hätte Sie für die Captain-Ausbildung vorschlagen können. Nichts davon ist passiert, wenn man solche Schritte auslässt, entsteht Frust. Und aus: „Also, wenn ich jetzt mit euch zusammenarbeite, bekomme ich vielleicht drei, vier Jahre weniger … Na Großartig.“ Hikari zuckte darauf nur leicht mit seinen Schultern: „Das ist nicht nichts, wenn Sie es abgesessen haben, wären noch nicht einmal dreißig.“ und sein Blick wurde fester:  „Und selbst diese Zeit können Sie nutzen.“ Delweg rollte mit seinen Augen und lachte leise: „Tolle Aussichten.“ Saber stand wieder auf: „Ja“, sagte er ruhig, „das nennt man eine zweite Chance.“ und für einen Moment herrschte Stille. „Treffen Sie eine gute Entscheidung“, sagte Hikari leise, „Entweder geht es weiter… oder es endet hier.“ und blickte Delweg fest in seine Augen: „Sie haben 24 Stunden, dann erwarte ich ihre Entscheidung.“ und Saber entsperrte die Tür des Verhörraums und ließ den Captain hinausgehen.

„Passen Sie auf Ihre Frau auf.“ hörte man Delweg rufend sagen. Saber und Captain Hikari, hielten für den Bruchteil einer Sekunde inne und schlossen dann hinter sich die Tür.

Gemeinsam gingen sie den grauen, engen Gang entlang, auf dem kalten boden hallten ihre Schritte dumpf im Gleichschritt: „Wird er mit uns zusammenarbeiten?“, fragte Saber schließlich. Captain Hikari blickte geradeaus: „Das liegt jetzt bei ihm.“ und sie stoppten vor dem Fahrstuhl und Saber drückte den Knopf und sah zum Captain, der etwas in seinem Communicator vermerkte: „Sir, ich möchte mich nicht einmischen, aber ich glaube nicht, dass ihre Frau in der aktuellen Lage hier sicher ist.“ Hikari steckte seinen Com weg und ein leichtes, fast lächeln huschte über sein Gesicht: „Danke für Ihre Sorge, Major“, sagte er ruhig: „Falls es Sie beruhigt, sie ist seit gestern in König Jarreds Residence.“ und die Fahrstuhltüren öffneten sich. Saber nickte: „Dort ist sie auf jeden Fall sicherer“, sagte er und sie traten ein, und mit einem leisen Surren schlossen sich die Türen wieder.


Am Nachmittag war Captain Hikari auf dem Weg zum Peacekeeper, um zu schauen, wie weit das Diagnoseprogramm seines Sohnes war, die Anwesenden salutierten als er die Brücke betrat und Captain Wilson zeigte ihm die Aufzeichnung des letzten Einsatzes: “Wer weiß an Bord davon?” fragte Hikari etwas leiser. Wilson verschränkte nachdenklich seine Arme und schüttelte mit seinem Kopf: “Leider schon zu viele, durch das Auftauchen der Flugsicherheit und der Ingenieure.” erklärte er, Hikari verstand: “Gut, setzt euch auf Wartung Status!” sagte er und Wilson nickte: “Dein Sohn ist sehr eifrig dabei, er hat viel Fragen, sehr viel … zu viele … ” wechselte der Captain das Thema. Hikari musste etwas grinsen und ging zum defekten Rasterschirm und rief die letzten Stellungen auf: “Mhm … “ nickte er konzentriert: “Wo ist er überhaubt?” fragte er dann. Captain Wilson sah auf seine Uhr, er ist schon vor einer Stunde von Bord gegangen. Captain Hikari drehte sich überrascht um, und sah Wilson fragend an und holte seinen Communicator hervor. 

Captain Wilson trat neben Hikari heran: “Tja, dann hat er sich beim Verlassen des Schiffes wohl nicht ausgeloggt.” stellte Wilson fest und musste etwas grinsen. Hikari steckte seinen Com wieder ein: “Fällt dir noch etwas zu dem Thema ein?” Fragte er und zeigte auf den Schirm: “Nein, ich bin alles durchgegangen und warte auf die Auswertungen.” antwortete Wilson. Hikari nickte und verließ das Schiff. 

Absatz #7

Das Oberkommando leerte sich langsam, es war früher Abend. Colt saß mit Saber in der Küche der Ramrod. Seit Tagen hatten sie kaum noch den Drang, nach Hause zu gehen, denn dort wartete ohnehin niemand auf sie. Also hatten sie beschlossen, auch heute einfach an Bord zu bleiben. Die Stimmung an diesem Abend war ruhig, fast schon zu ruhig, doch Colt war mit seinen Gedanken ganz woanders. Vor zwei Stunden hatte er eine Nachricht bekommen. „Cowboy, du hast gewählt. Der nächste Zug ist unser.“ Seitdem ließ ihn dieser Satz nicht los.

Mentor Eagle betrat überraschenderweise an diesem Abed den Friedenswächter, er wollte seine Tochter anholen, doch diese war immer noch damit beschäftigt, die Flugsoftware fertigzustellen, morgen sollte alles wieder wie gewohnt funktionieren: “Daddy, ich werde noch ein paar Stunden benötigen, Bastiaan bringt mich dann nach Hause, er hat auch noch zwei Stunden Dienst auf dem Peacekeeper.” sagte sie und tippte auf ihrem Notebook ein paar Befehle ein. Charles beobachtete sie, so wie er April kannte, saß sie bestimmt schon den ganzen Tag vor den Systemen: “April ich …” April sah etwas genervt auf: “Daddy bitte, ich habe es Saber versprochen, es heute noch fertig zu bekommen, lass uns morgen reden, ja.” sprach sie eilig und schaute wieder auf den Monitor. Charles nickte stumm: “Pass auf dich auf!” sagte er und verließ die Brücke. 

Saber der gerade an Bord kam, er hatte gerade noch etwas aus seinem Quartier geholt, sah den Mentor und ging rasch zu ihm: “Sir, was machen Sie hier?” Der Angesprochene sah etwas erschrocken auf, hätte er doch nicht mehr gedacht, dass noch jemand an Bord sei: “Ich wollte April dazu bewegen, sich von ihren Computern loszureißen.” erklärte er knapp und zeigte Richtung Brücke. Saber ging mit dem Mentor die Gangway entlang und er zeigte auf die Anzeige vor dem Eingang: “Wir stehen nach wie vor auf Wartung aufgrund der nicht funktionierenden Software, es ist wichtig, wir müssen wieder einsatzbereit werden.” erklärte der Schotte Saber und Eagle nickte und verstand: “Was ist ihr Ziel Richard?” Saber zeigte in Richtung der Fahrstühle: “Ich bin auf dem Weg in Captain Hikaris Büro, ich möchte die Berichte der letzten Schlacht abgleichen, vielleicht fällt mir noch etwas dazu auf.” erklärte er Charles nickte, “Gut, dann helfe ich.” bot er sich an und Saber nickte dem Mentor ein: “Gerne doch!” entgegen und sie machten sich zusammen auf den Weg. 

Der Fahrstuhl öffnete sich, der Vorraum war leer, Misses Ellnys hatte schon Feierabend und sie gingen ins Büro. Dort entdeckten sie zu ihrer Verwunderung Colonel Rosso und Royu. Saber trat an den Schreibtisch: “Ist etwas passiert?” fragte er ruhig, aber besorgt. Rosso, der eine Ortung vornahm, schüttelte mit seinem Kopf: “Hoffentlich nicht!” sagte dieser konzentriert. Saber sah jetzt zu Royu, der jetzt zu den beiden Neuankömmlingen sah: “Haben Sie Shinji gesehen?” fragte er direkt, Saber sah zu Eagle neben sich und auf seine Uhr: “Ja, aber ist das schon einige Stunden her, da war er auf dem Weg zum Peacekeeper.” antwortete der Schotte und in ihm breitete sich die Sorge aus, denn tatsächlich war ihn Fireballs seit dem nicht mehr über den weg gelaufen. Royu nickte und blickte wieder auf den Monitor: “Auf dem Peacekeeper, der ist er offiziell auch immer noch eingeloggt und sein letzter Standpunkt eines Kommunikators war das Offizierskasino.” sagte Royu darauf. Charles trat näher: “Was haben Sie jetzt vor?” fragte auch er mit besorgter Stimme: “Wir versuchen seine Smartwatch zu orten.” antwortete jetzt Colonel Rosso: “Hier ist der Log der Uhr, eine Uhrzeit lässt sich jedoch nicht auslesen, warum auch immer.” sagte Rosso und zeigte auf den Monitor. Royu beugte sich über und betrachtete die Karte: “Offizierskasino, Mist…“ entkam es Royu…. “Gut, fahren wir zu König Jarred!” beschloss Royu und Saber benachrichtigte Captain Lorenz nur zur Sicherheit, er sollte sie für alle Fälle bereithalten. 


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