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Morgendliches Rodeo
Der erste Hauch von Frühling lag in der Luft, das Grau des Winters wich langsam einem zarten Grün. Selbst in den kältesten Ecken der Mega City Yuma regte sich neues Leben. Seit 3 Monaten waren Saber, Colt und April wieder auf ihrer Homebase. Colt griff nach seinem Hut, er war spät dran und rannte die Treppen hinunter. Robin hatte bereits eine halbe Stunde vor ihm die gemeinsame Wohnung verlassen. Die beiden waren auf Yuma angekommen und der Alltag als Paar lief ohne größere Probleme, im Großen und Ganzen war es für beide perfekt. Anders war es da mit dem gemeinsamen Thema Hochzeitsvorbereitungen, da gab es hin und wieder kleinere Diskussionen, denn Rodeo wurde von Robin strikt abgelehnt!
Er stieg in seinen Wagen und reihte sich in den morgendlichen Stadtverkehr ein. Er blickte auf die Anzeige der Schilder des Crimson Highway, der der schnellste Weg zum Oberkommando war, aber auch der Staureichste: “Nein, darauf falle ich nicht mehr rein.” murmelte er vor sich, wie oft er sich dann einige Minuten später in einem Stau wiedergefunden hatte, wusste er schon nicht mehr und das den Schotten nochmal zu erklären, darauf hatte er keine Lust. So umfuhr er die Schnellstraße und fuhr noch bei einem Drive’n Brew ein Drive-in für eilighabene Kaffeeliebhaber an, schließlich kam es auf die fünf Minuten nun auch nicht mehr an.
Während er in der Warteschlange stand, gingen Colt die letzten Wochen durch den Kopf. So vieles hatte sich um ihn herum verändert, Menschen, Orte und sogar eigene Gewohnheiten. Selbst sein bester Freund war nicht mehr an seiner Seite, und doch waren sie einander nahe geblieben, telefonierten und erzählten sich vom Alltag und neuen Ideen, oder hingen einfach nur so in einem Game ab. Und jedes Mal spürte Colt, dass in Fireball etwas gewachsen war, eine Entschlossenheit, eine Richtung, der Cowboy konnte nicht anders, als stolz auf seinen Hombre zu sein. Doch zugeben, dass die Entscheidung des Captains richtig und gut gewesen war, das konnte er noch nicht. Dazu war er noch nicht in der Lage, evtl. wenn Fireball wieder fest auf Yuma aufschlagen würde, aber dann auch nur vielleicht!
Doch Colt wusste auch, wem er all das zu verdanken hatte: seiner Robin, die ihm zuhörte und ihn immer wieder auf den Boden der Tatsachen holte. Und natürlich seinen Freunden Saber, April und ja, auch dem vorlauten Möchtegern-Clown Alex.
Sie alle hatten ihm geholfen, die ersten Wochen auf Yuma zu überstehen, mit all den neuen Strukturen, die das Oberkommando mit sich brachte. Und das alles, weil sie seine Freunde waren, obwohl es privat zwischen Saber und Colt tatsächlich etwas gedauert hatte, bis die beiden wieder normal miteinander reden konnten, der Rausschmiss von Fireball hatte noch lange an Colt genagt. Aber letztendlich war ihnen ihre Freundschaft wichtiger gewesen, als nur ein dienstlicher Austausch.
Er bestellte seinen Kaffee und fuhr endlich Richtung Oberkommando, der Tower wurde mit jeder Meile größer und auch der Verkehr um ihn herum wurde wieder dichter. Im Dienstlichen gestaltete sich der Alltag für den Colt schon manchmal als herausfordernd, denn als Second Lieutenant hatte er schließlich mehr Pflichten für ihn und er fühlte sich manchmal wie Sabers Laufbursche und saß manchmal mehr vor seinem Laptop als in seinem Feuerleitstand, “gibt es sowas wie einen Assistenten für den Assistenten?” fragte sich der Lockenkopf. Sein Com-Gerät blinkte kurz auf, als er die Lichtschranke des Oberkommandos passierte und ihm die Einfahrt ins Parkhaus gewährt wurde. Ab jetzt war er Lt. Wilcox, der Umgangston im KOK hatte sich nämlich in letzter Zeit auch ziemlich verändert, alles war formeller geworden. Doch das Gute daran: Jeder wusste genau, wer vor einem stand. Das Blöde daran: Eben jeder wusste, wer vor einem stand.
Außerdem hatte er ein Gerücht aufgeschnappt, als er mit Mrs. Miller ein gutes Stück Sahnetorte naschte, dass es so etwas wie Alltagsuniformen geben sollte. Nur konnte man sich wohl noch nicht darauf einigen, wie die eigentlich aussehen sollten, also blieb das Ganze noch in weiter, und vor allem freudiger Ferne. Er selbst hatte sich vorsorglich über mögliche einschränkende Kopfbedeckungsvorschriften informiert und war erleichtert: Denn ein Verbot von Cowboyhüten war nicht in Planung. Tja, das war im Großen und Ganzen in letzter Zeit wohl Colts größte Sorge gewesen, neben dem Rodeo, Diskussionen mit Robin natürlich.
Er stieg aus und schlenderte in Richtung Offizierskasino, dem altbewährten Treffpunkt des Teams. Wenigstens das hatte sich nicht verändert. Der Weg dorthin allerdings schon, seit Monaten wurde das Oberkommando renoviert, umgebaut und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Eine Neuerung allerdings begrüßte der kritische Cowboy mit ehrlicher Begeisterung. Die wichtigsten Operationseinheiten, die dauerhaft auf Yuma stationiert waren, hatten jetzt feste Parkpositionen, die direkt mit dem Hauptgebäude verbunden sind. So konnte man an Bord gehen, ohne überhaupt das Gebäude verlassen zu müssen, ein Komfort, den Colt zu schätzen wusste.
Colt bog ins Offizierskasino ab und erblickte den Schotten an Ramrods Stammtisch und er ging direkt auf ihn zu. Auch innerhalb des Teams formten sich die Strukturen immer klarer heraus, diese Ansage hatte Saber zu Beginn des Jahres in einem Meeting gemacht. Noch nie hatte er den Schotten so von sich überzeugt sprechen hören, am Anfang hatte Colt gedacht, die Beförderung sei ihm zu Kopf gestiegen, doch nach ein paar Tagen ein, hatte er es eingesehen, warum Saber dies getan hatte. Team Ramrod bestand nicht mehr nur aus 4 Personen, sondern fast 8 und für all diese Menschen hatte der Highlander die Verantwortung. Sollte sich auch nur einer im Kampf den Arm brechen, musste Saber dafür Rechenschaft ablegen, nicht auszudenken was passieren würde, sollte schlimmeres geschehen aufgrund nicht klarer Befehlsstrukturen an Bord! Mit Alex kam Colt inzwischen gut klar, nur mit Captain Hikari wollte es noch immer nicht so richtig funken, doch zu seinem Glück hatte er ohnehin kaum mit ihm zu tun, was wohl auch daran lag, dass der Captain selten auf Yuma war, sondern meist im Grenzland unterwegs, um die Außenposten zu inspizieren.
Saber stellte seine Tasse Kaffee auf den Tisch und ließ die morgendliche Atmosphäre auf sich wirken. Auch das Offizierskasino erstrahlte seit wenigen Wochen in neuem Glanze. Alles wirkte moderner, heller und vor allem einladender, auf zwei Etagen bot es für die Offiziere reichlich Platz. Halbrunde Fenstersitzgruppen luden zum Arbeiten und zu erholsamen Pausen und ein, mit einen tollen Blick auf das Vorfeld. Zudem gab es Séparées, die Rückzugsmöglichkeiten boten. Doch am wichtigsten war natürlich das Angebot an Speis und Trank, nicht auszudenken, sollte das Essen oder gar der Kaffee mal für einen Tag schlecht sein. Der Schotte würde das tatsächlich als Katastrophe betrachten.
Auf Jarr hatte Saber diesen Ort zu schätzen gelernt und saß nahezu mindestens einmal täglich hier. Sei es auch nur bei einem Kaffee. Man kam schnell mit anderen Teams und leitenden Offizieren in Kontakt, was sich so manchmal in einem Einsatz als Vorteil erwiesen hatte. Er zog den Ort vor, obwohl er bereits ein eigenes Büro hatte. Vor allem jedoch hatte man auch mal einen anderen Ort zum Arbeiten als auf dem Schiff. Und als Major besaß er nun plötzlich eine ganz andere Stellung, daran hatte sich Saber auch erst einmal gewöhnen müssen, so bekam er von Kadetten ab und zu ein Salut gezeigt, wenn er sichtbar als Major unterwegs war.
Da stand Commander Eagle mit einem asiatischen Mann vor ihm am Tisch, der, wie Saber fand, gewisse Ähnlichkeiten mit Cpt. Hikari aufwies. Der Schotte stand auf und begrüßte den Kommander und Eagle stellte jetzt den Mann neben sich vor: Major Lancelot darf ich vorstellen: “Colonel Royu Hikari vom japanischen Militär.” Saber salutierte und nickte, seine Vermutung war also richtig gewesen.“ Stören wir gerade?” wollte der Kommander wissen. “Nein, ich bereite gerade meine vermutliche Spätschicht vor!” antwortete Saber, als er daran dachte, was noch zu erledigen war. Eagle lachte kurz auf, während er sich zusammen mit Colonel Hikari an den Tisch setzte.

Saber wandte sich interessiert dem Colonel zu: “Ich vermute, sie sind mit unserem Captain verwandt, Sir!” Royu grinste Saber entgegen und fragte: “Was hat mich verraten?” Saber musste kurz etwas lächeln und bestätigte: “Es ist eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden, Sir!” Eagle klärte auf: “Royu ist der jüngere Bruder von Captain Hikari.” Saber verstand und ja, abstreiten konnte man es nicht, Gesichtszüge und eine gewisse Art zu erkennen. Da kam Colt an den Tisch.
“Entschuldige, ich wurde aufgehalten”, sagte er und sendete einen fragenden Blick Richtung des ihm noch fremden Mannes. Saber grinste den Cowboy entgegen: “Gab es Stau im Drive’n’Brew?” konnte es sich Saber nicht verkneifen, als er den Kaffeebecher in Colts Hand gesehen hatte. Der Cowboy rollte innerlich mit seinen Augen und stieß den Schotten unauffällig an, schließlich war Colt als Texaner von Natur aus neugierig. Saber spürte die Neugierde des Scharfschützen neben sich: “Das ist mein Second Lieutenant Bill Wilcox, aber wir nennen ihn Colt, er trifft immer ins Schwarze, als bester Schütze im Neuen Grenzland! Und das ist Colonel Royu Hikari der Bruder von Captain Hikari!” Colt salutierte und der Colonel nickte Cowboy zu. Colt hatte sich eine Verwandtschaft eh schon gedacht.
“Wo warst du?” fragte Saber nun noch einmal genauer nach: “Ich habe den Crimson Highway umfahren“, erklärte er und Saber und auch Eagle nickten verstehend. Saber sah indessen wieder zum Colonel und fragte: “Sind Sie auch Pilot, Mr. Hikari?” Der Angesprochene antwortete: “Nein, Task-Force, ich stehe lieber mit beiden Beinen auf der Erde!” – “Trotzdem hängst du über den Wolken!” beendete Captain Hikari zur Überraschung aller den Satz, denn mit diesen hatte man nächste Woche im KOK gerechnet. Eagle stand auf.
Royu antwortete darauf nur: “Besser so als andersrum.” und sah den Captain, seinen Bruder an. Dieser ignorierte diesen Kommentar und gab seinem Bruder einen Stoß registrierte ID-Cards und Royu nahm sie entgegen und sah sie sich an und fragte: “Warum keine Visitor ID-Cards?” und machte ein fragendes Gesicht und suchte sich seine heraus und clippte sie sich an seine weiße Handtasche. Saber und Colt merkten, dass der Bruder von Captain ein ganz anderer Schlag war.
Hikari und Eagle begannen ein Gespräch, während nun Saber neugierig wurde und sich wieder an den Colonel wandte: “Darf ich fragen, was sie nach Yuma verschlägt, Mr. Hikari?” Royu nickte und antwortete dem jungen Major: “Manöver mit Colonel Rosso und meine Familie wollte sich unbedingt Yuma ansehen und so wie es ausschaut ohne mich!” erzählte er und betrachte die ID-Cards in seinen Händen sie mehr als ein Manöver mit Gästen verrieten. Colt empfand den Colonel als sehr angenehm und musste sogar kurz auflachen. Saber nickte, er wusste, dass die Task-Force des Oberkommandos mit den Militäreinrichtungen der Erde zusammenarbeitete und hin und wieder Übungsmanöver veranstaltete.
Captain Hikari und Carles setzen sich jetzt wieder an den Tisch. “Ich bin mir sicher Mr. Wilcox und du, ihr würdet auf dem Schießplatz gut klarkommen!” begann Captain Hikari und zeigte Richtung Colt und zu seinem Bruder. Royu nickte und sah den Cowboy dabei an: “Ja, ich habe schon gehört! Bester Schütze uns so… ” Colt grinste, er war spätestens nach diesem Satz herausgefordert und sagte: “Meinetwegen jederzeit!” Saber wusste, dass Colt, da jetzt angestachelt war, lange hatte der Cowboy keinen guten Duellpartner mehr und sah in dessen Richtung. Royu nickte Colt entgegen: “Gerne doch!” Commander Eagle und Captain Hikari verabschiedeten sich, sie hatten noch eine Videokonferenz mit General Whitehawk.
Und Colt wandte sich an den Colonel: „Also, wann veranstalten wir ein Tontaubenschießen?” Royu sah auf seine Uhr und grinste: “Jetzt!” Saber war nun klar, dass seine Arbeit heute wohl später beginnen würde und er ging mit den beiden mit, das wollte er sich natürlich nicht entgehen lassen!
Ein Duell
Auf dem Schießübungsplatz angekommen, brachte ein Offizier verschiedene Waffen und Munitionsarten. Colt legte seinen Blaster beiseite und wandte sich an den Colonel. „Wie wollen wir starten? Fünf Ziele und vier Schuss?“
Saber stand ein paar Schritte hinter den beiden und beobachtete das Vorgehen aufmerksam.
Royu blickte auf die ausliegenden Waffen und dann zum Cowboy neben sich. Mit einem knappen Lächeln reichte er Colt die Hand und sagte: “Royu!” Colt verstand nicht, aber tat dem Colonel den Gefallen und erwiderte den Handgruß: “Bill, aber Colt reicht!” Royu nickte und erklärte: „Reine Formalität, ich mag es, denjenigen zu kennen, der mit einer Waffe neben mir steht.“ Colt nickte, der Bruder des Captains gefiel ihm! Saber der jetzt näher kam, grinste leise vor sich hin, er wusste, wie der Colonel das meinte!

Royu nahm einen Revolver, drehte sich zur Seite und richtete die Waffe Richtung Horizont: “Also 5 zu 4, ok!” bestätigte Royu! Colt machte sich bereit und prüfte das Ziel. Saber aktivierte den Zufallsgenerator und Colts Seite leuchtete rot auf. Der Cowboy grinste und brachte sich in Position und wartete, bis die Ziele ausgelöst wurden, er war in seinem Element, endlich “spielte” mal wieder jemand mit ihm. Nahezu im selben Moment, als die Ziele ausgelöst wurden, schoss der Cowboy 4 Mal, mit kleinen Abständen. Als er fertig war, legte er die Waffe ab und sah zu Royu, dieser sah Colt an und nickte anerkennend: “Interessante Technik!” sagte er und lud seine Waffe durch und aktivierte seinen Geschützstand, und schoss seitlich, als die Ziele ausgelöst wurden. “Ebenso!” erwiderte nun Colt. Das Ergebnis wurde angezeigt, die beiden trennte gerade mal ein halber Punkt. Saber nickte den beiden anerkennend zu!

“Womit schießen sie sonst?” Wollte Colt wissen nach diesem Ergebnis. Royu musterte eine Weile den Cowboy und antwortete: “Sturm- und Präzision G27!” Saber sah zu Royu und trat näher an den Geschützstand heran: “Spezialeinheit!” Natürlich wusste Saber womit welche Truppen schießen. Royu nickte nur: “Und mehr werde ich dazu auch nicht sagen!” Saber verstand! Colt zog seine Augenbrauen zusammen und sah zu Saber.
Royu wandte sich wieder an Colt, als er die leeren Patronenhülsen zur Seite stellte: “Sie mögen ihrem Captain nicht!” fiel dieser direkt und vollkommen “unjapanisch” mit der Tür ins Haus. Saber sah etwas belustigend zu seinem Scharfschützen, denn der Cowboy sah seinem Gegenüber ertappt an: “Wir haben unsere Differenzen!” gab er zu. Royu beobachtete den Amerikaner, der gerade seinen Blaster entlud. “Dann sollten sie ihn kennenlernen!” Colt atmete tief ein und sah den Japaner vor sich musternd an und erwiderte: “Ich behalte meine Feinde im Auge, alte Cowboy Weisheit!” Royu griff nach dem vor ihm liegenden Blaster: “Kenne Deinen Feind! … alte Samurai Weisheit!” konterte er und rollte das Munitionslager des Blasters.
Saber grinste breit und Colt rollte mit seinen Augen: “Also ein Ziel in der Luft und zwei Schuss!” sagte er und ließ das Gespräch erst einmal so stehen. Royu grinste und nickte und aktivierte seinen Schützenstand, dieser leuchtete Rot, das hieß das daraus jetzt jeden Moment geschossen wird. Und es kam von oben links ein Ziel auf sie zu, Royu schoss und änderte beim zweiten Schuss minimal seine Handstellung und das Ziel fiel zu Boden. Gleich darauf aktivierte Colt seine Stellung und er schoss zweimal hintereinander und auch sein Ziel viel zu Boden. Die beiden Schützen entleerten ihre Blaster. Das Ergebnis zeigte, wieder nur einen minimalen Unterschied, doch Colt führte: “Wie alt sind sie, Mr. Wilcox?” fragte Royu. “22 und die Frage gebe ich zurück!” antwortete Colt, der seinen Blaster wieder in sein Holster steckte. Royu sah Colt überrascht entgegen: “22?” Und da dümpeln sie mit ihren Fähigkeiten als Second Lieutenant herum? Ich nehme an, ihr First Lieutenant ist schon im Gesuch!” und er blickte kurz zum Schotten. Colt bekam große Augen: “Danke, aber ich bin erst vor 3 Monaten in den aktiven Militärdienst eingetreten, davor war ich Soldat!” Royu loggte sich aus seinem Geschützstand aus: “Was eine Verschwendung!” – “Und zu ihrer Frage, uns trennen genau 20 Jahre!” grinste er, als darauf das Gesicht des Cowboys sah. Colt sah den Colonel an, aber er schob es wieder auf diese asiatischen Gene!
B-Vitamine
“Der Second Lieutenant reicht mir, für eine Militärkarriere fehlt das Vitamin B!” Saber sah Colt überrascht an! Der Colonel nickte verstehend, überlegte und erwiderte: “Dann fangen sie doch an, dieses Vitamin B zu werden, Lieutenant!“ Colt sah zu Saber und zu Hikari 2.0, wie er den Colonel in Gedanken schon die ganze Zeit betitelte: “Wie meinen Sie das?” Royu sah sich um und fing an: “Mr. Wilcox, wenn das hier das ist, was sie leben wollen, dann leben sie es! Sie geben es ihren Kindern vor, wenn Sie gut sind, werden sie besser und ihr Weg ist leichter, denken sie nicht nur bis zu ihrem Lebensende, denken sie ruhig in Generationen! Und das hier.” Er zeigte in Richtung Himmel, “das neue Grenzland ist doch wie für einen Neuanfang gemacht.”

Colt bekam große Augen, Saber allerdings auch, sie hörten weiter zu. “Sie werden die erste Generation sein, die unter einem First-Grand und in Zukunft in einem vereinten Neuen Grenzland dienen wird und sagen sie mir, Mr. Wilcox wäre es nicht geil, zu diesem Zeitpunkt ein First Lieutenant zu sein? Und in 100, 200 oder was weiß ich, 300 Jahren würden ihre Nachkommen sie noch kennen und wissen, „Bill hat uns diesen Weg geebnet!” Colt war Baff und Saber ebenso, was war das denn? Royu schaute sich die beiden an: “Ja, genauso guckt man, wenn einem etwas bewusst wird!” Saber war der Erste, der sich wieder gefangen hatte: “Danke, so detailliert habe ich das noch nie gesehen, Sir!” Royu lachte auf und sagte: “Wenn es Ihnen hilft, ich auch nicht!” Saber musste mit lachen, Colt dachte gerade sehr tief über diese Worte nach, er könnte hier einen Grundstein setzen.
Captain Hikari kam mit Commander Eagle auf den Schießstand und blieben vor den dreien stehen. Royu fragte direkt seinen Bruder: “Was ist, wollen wir?” und zeigte Richtung Schießstand. Hikari schüttelte ablehnend mit seinem Kopf: “Ich schieße nicht!” Royu der neben Saber stand, sagte leise zu diesen: “Er kann es nicht!” Saber grinste. Captain Hikari erwiderte: “Ich möchte nicht!” und wandte sich ab. Eagle musste in sich hinein grinsen und als Hikari zu Charles hinüber blickte, hielt dieser zwar tapfer die Contenance, obwohl seine Mundwinkel verdächtig zuckten. Royu ging zu seinem Bruder und die beiden unterhielten sich.
Commander Eagle, Saber und Colt ließen sich langsam etwas zurückfallen, Eagle fragte: “Und wer hat gewonnen?” Colt sagte zum Kommander: “Er ist komplett anders, Sir!” Der Kommander lachte: “Dann habt ihr ihn noch nie als Colonel erlebt! Aber ja, ich weiß, was du meinst!” beide nickten
Saber ließ die ganze Situation innerlich Revue passieren und er verstand, was Captain Hikari damit gemeint hatte, dass Royu “manchmal mit seinem Kopf über den Wolken hing,” Seine Ausführung über diesen Neubeginn, der ansteht, war doch sehr bildlich und eindrücklich gewesen. Und dass der Colonel bestimmt auch anders konnte, das glaubte Saber dem Kommander aufs Wort!”

Meeting mit schönem Wetter
Captain Hikari, Lorenz und Saber Saber saßen vor seinem Notebook im Meetingraum zusammen mit General Whitehawk und Colonel Rosso, die über Hypercom zugeschaltet waren. Lorenz und Hikari lauschten den neuesten Berichten des Generals, und alle erkannten, dass baldmöglichst gehandelt werden musste.

“Irgendwelche klaren Vorschläge?” fragte Captain Hikari, und blickte in die Runde. “Fakt ist, die Basis ist um 40 Prozent gewachsen, allerdings je mehr Zeit vergeht, um so undurchschaubar wird sie werden, das Gelände ist zu flach, zu hell und es gibt diesen Berg.” Captain Lorenz, der Befehlshaber der Air Base, meldete sich zu Wort: “Ein gezielter Angriff und diese Basis wäre zerstört!” Saber sah zu Lorenz: “Das ist genau das, was wir vermeiden wollen, Sir! Wir benötigen die Hyperjumper, oder ein kleines Raumschiff der Outrider. Greifen wir an, lassen die Outrider ihre Schiffe zurück und springen damit nicht mehr zurück und wir haben keine Daten für das Frühwarnsystem.” Captain Lorenz nickte.

Saber dachte weiter darüber nach und egal wie er es drehte und wendete: “Es bleibt nur eine Bodenoffensive, als Möglichkeit, das Problem ist, wir wissen nicht, wie viele Outrider-Einheiten zurzeit dort stationiert sind.” und blickte zu Colonel Rosso von der TaskForce des Oberkommandos am Monitor: “Mir müssen mit allem rechnen, von daher stelle ich meine gesamten Truppen zur Verfügung, das einzige Problem sind die Abtaster und Scanner die bestätigten in einem Umkreis von einer Meile also ca. 1.609 Meter Sensoren, wir werden entdeckt bevor wir die Basis überhaupt auch nur ansatzweise erreicht haben, dazu kommt das Flache Land, es ist hell und es gibt nichts um in Deckung gehen zu können, wir haben das Gelände nachgebaut und egal wie, es kommt immer zum Show-down und unter realen Bedingungen, es wäre ein Himmelfahrtskommando!” Alle nickten und der Colonel führte noch an: “Ich werde mich mit Militäreinrichtungen auf der Erde in Verbindung setzen, welche Erfahrung haben in solchen Kriegsgebieten!”
Darauf legte Captain Hikari die Luftaufnahme von dem Gebiet auf den Monitor und alle sahen sich das Gebiet an. “ Also benötigen sie Erfahrung?” fragte Captain Hikari den Colonel. Dieser bestätigte: “Ja!” Captain Hikari stand daraufhin auf: “Entschuldigen Sie mich” und verließ den Raum. Die übriggebliebenen betrieben eine Diskussion über mögliche Vorgehensweisen. Auch Saber brütete und legte einige mögliche Strategien, klar wäre es mit Ramrod möglich, die Outrider Basis zu zerstören, aber dann hätten sie keine Daten für das Frühwarnsystem. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Tür und alle sahen auf.
“Colonel Royu Hikari, mein Bruder!” stellte Captain Hikari kurz vor und setzte sich wieder, Royu trat ein und salutierte in die Runde, die anderen taten es ihm gleich. Der Colonel setzte sich neben Lorenz, die beiden nickten sich zu. Währenddessen erklärte Captain Hikari den anderen: “Colonel Hikari ist ebenfalls ein Einsatzleiter einer Task-Force auf der Erde.” Saber blickte zu Royu und wusste nun, warum sich der Bruder des Captains natürlich rein zufällig auf Yuma befand. Hikari und die anderen erklärten noch einmal die Situation, Lorenz beendete die Berichte mit: “Es macht alles zu viel Aufsehen und Krach.” Colonel Hikari sah sich die Luftaufnahmen an: “Dann machen wir eben keinen Krach!”
Die Anwesenden sahen zum Colonel, der diese Erkenntnis, so ausgesprochen hatte, als wäre es machbar. “Was schwebt ihnen vor, Colonel?” fragte Saber und alle warteten gespannt. Royu lehnte sich etwas nach von und begann seine Strategie auszulegen: “Wir takten es!” begann er. Captain Hikari nickte, ja, das habe ich mir auch gedacht und rief einen Taktikplan auf. Royu nickte, genervt und sagte leise: “Natürlich!” und lehnte sich wieder zurück. Saber grinste und Colonel Rosso fragte in Richtung des Neuankömmlings: “Also halten sie die Operation für durchführbar?” Royu nickte: “Mit guten Männern, ja!” Captain Lorenz: “Also anklopfen und hereingehen?” der Japaner nickte und sagte: “Ja, so in etwa, nur ohne das klopfen!” darauf wandte sich der Royu wieder an seinen Bruder: “Wie lange benötigt ihr das umzusetzen?” und zeigte auf den fertigen Taktikplan von Captain Hikari.
“Maximal vier Wochen!” antwortete Hikari. Der Colonel atmete tief ein und fragte: “Wie groß ist die Basis?” General Whitehawk antwortete: “Wir gehen von einem Hektar aus!” Saber beobachtete den Colonel, der die Taktik, welche ihm vorschwebte, auf dem Pad bearbeitete. “Hat jemand einen anderen Vorschlag?” fragte Captain Hikari: “Ja!”, kam es von Royu: “Nicht neu, aber optimiert.” und legte die Luftaufnahme auf dem Monitor: “In den vier Wochen geht es darum, mindestens drei Walle zu erstellen, am besten wären vier.” er zeichnete auf die Karte die bestimmten Punkte ein, welche taktisch klug wären und fuhr weiter fort: “Lasst einen Sandsturm oder Sand abtragen und dabei entstehen zufällig kleine Hügel, die wissen nicht das ihr wisst, was da los ist und halten sich bedeckt, solange die Basis nicht fertig ist! Und wenn es losgeht, step by step … rein und wieder raus …” Captain Hikari ging zur Karte und zeigte auf einen Bereich und fragte: “Was ist das?” Der Colonel grinste und antwortete: “Der Himmel, ich hoffe auf schönes Wetter!” Saber musste sich ein Grinsen unterdrücken. Hikari sah ihn fragend an: “In einer Wüste? … Danke, Colonel!“ und wandte sich ab. “Bitte Captain!” antwortete Royu nickend zurück.

Saber und die anderen grinsten kaum merklich vergnügt. Colonel Rosso fragte: “Vom Theoretischen ist es möglich, aber hier und dort befinden sich Abtaststersensoren der Outrider, wie viel Zeit würden wir für alles benötigen?” Royu antwortete: “Wenn es genau so theoretisch abläuft, 15 Minuten!” Colonel Rosso nickte: “Und was ist, wenn wir auffliegen, wenn wir drinnen sind?” Saber sah von der Karte zu dem Colonel neben sich: “Das sind Eventualitäten, die man auch noch abdecken müsste, dann benötigen wir auf jeden Fall Unterstützung aus der Luft, sollte es zu einem Schusswechsel kommen, haben wir maximal 2 Minuten um herauszukommen, wenn überhaupt und dann sollte ein schnelles Kampfschiff zur Deckung bereitstehen.” General Whitehawk fragte: “Haben Sie das in dieser Art schon einmal durchgeführt, Colonel?” Der Colonel überlegte: “Zwei oder dreimal, aber das muss davor trainiert werden, mit allen Einheiten, damit alle Eventualitäten im Ernstfall punktgenau und reibungslos ablaufen und der Zeitplan muss 101 Prozent eingehalten werden, sonst gibt es tote!” Saber nickte nachdenklich: “Die Basis ist noch nicht fertig, das ist unser Vorteil, der Gegner ist nicht voll einsatzfähig!” – “Und das sollte bis dahin auch so bleiben!” fügte Royu noch an. Alle nickten, Captain Hikari vermerkte die Einheiten und fragte: “Wie viele Männer benötigt diese Aktion?” Royu sagte: “Sieben, maximal acht, einen im Rückhalt!” Captain Hikari verteilte die sieben Punkte auf der Karte. Er wandte sich zu seinem Bruder: “Wann können sie mit Training beginnen, Colonel?” Der Angesprochene machte ein ernstes Gesicht und sagte: “Sie können mich nicht verpflichtend einziehen, Captain!” Saber sah zu den beiden Hikaris und grinste und sprach: “Noch nicht!” sprach Captain Hikari fixierend aus. Die Beteiligten sahen sich den Schlagabtausch an, Royu antwortete darauf: “Ich habe noch nicht zugestimmt!” Captain Hikari setzte sich und sagte: “Aber ich!” Royu sah seinen Bruder an. Saber schaute zwischen den beiden Hin und Her. Captain Hikari fragte jetzt noch einmal: “Also wie viele Männer?” Royu legte seinen Pen auf den Tisch und atmete tief ein und aus, während er sich in seinem Stuhl zurück lehnte: “Acht! Vier vom Oberkommando und vier von meinen!” Captain Hikari nickte: “Gut!” und blickte in die Runde, alle waren einverstanden und beendeten das Meeting und alle verabschiedeten sich voneinander.
Captain Hikari, der noch auf seinem Platz saß und die Karte von Royu sich betrachtete, sagte in Richtung Saber: “Und Ramrod wird das Abfangschiff sein! Sie bekommen Bescheid, wann es mit dem Training losgeht!“ Saber nickte und setzte sich indes neben Captain Hikari, er hatte noch einige Fragen. Royu stand auf und fragte: “Warum ich?” Captain Hikari sagte trocken: “Du bist gerade zufällig vor Ort!” Saber beobachtete die beiden Brüder und Royu verschränkte seine Arme vor seiner Brust und fragte ungläubig: “Zufällig? Hol dir jemand anders, die Italiener oder die Amerikaner, die sind heiß auf sowas!” Shinjiroi lehnte sich ebenfalls zurück und sah zu Royu: “In Colonel Rossos Task Force sind Italiener und Amerikaner. Da kannst du dir vier rauspicken, plus einen für die Rückendeckung! Sie waren in Siedlerkriegen auf verschiedenen Planeten, also 1A ausgebildet!” Royu stand vor der Karte und hob einen Arm: “Na los, zeig mir deine Taktung, ich weiß, du hast sie fertig!” Saber sah zu Hikari, dieser grinste leicht und rief die Karte auf.
Royu stand vor dem Monitor und sah es sich an. Saber war überrascht, da war ein fertiger, mit Zeit getakteter Plan und allen Einheiten eingezeichnet, sogar Ramrod. Nach einer Weile fragte Captain Hikari: “Und ist das machbar?” Royu der immer noch davor stand, drehte sich um und sagte: “Ja, am Abend, wenn die Sonne hinter uns ist! Der ganze Mist daran ist, es gibt nur 1 Minute Spielraum für alle Bereiche zum Handeln, sollte etwas schiefgehen! Und ich hoffe auf ein gutes Kampfschiff für den Endschutzwall!” Hikari sah zu Saber: “Das habe ich schon, Major Lancelots Einheit übernimmt das, da ist ein sehr guter Schütze an Bord, wie du weißt!” Royu sah zu Saber dann zu seinem Bruder und zeigte hinter sich auf die Karte und fragte etwas leiser: “Wer weiß davon?” Shinjiro antwortete: „Die, die gerade anwesend waren.” Saber konnte es nicht fassen und fragte: “Sir es ist also schon beschlossene Sache?” Captain Hikari schüttelte mit dem Kopf: “Nein!” und sah seinen Bruder an. Dieser blickte zurück und sprach scharf ein japanisches Wort in dessen Richtung. Saber könnte schwören, dass es ein kleiner Fluch war.
Royu schaute zwischen seinem Bruder und dem Schotten hin und her und nickte in Richtung Saber: ”Entschuldigen Sie, Major!” und wandte sich direkt wieder seinem Bruder zu: “Seit wann ist das in Japan geklärt?” Hikari sagte trocken: “Seit letzter Woche!” Royu schüttelte mit dem Kopf: “Du warst letzte Woche nicht in Japan!” Shinjiro sagte: “Ich nicht.” Royu unterbrach seinen Bruder: “Du hast?” Shinjiro grinste und Royu nickte und fragte noch einmal: “Warum ich?” Hikari sprach erklärend und etwas versöhnlich: “Weil ich dafür jemanden brauche, der weiß, was er tut und weiß wie ich ihn …” – “Händeln kann!” beendete Royu genervt den Satz. Shinjiro nickte und stand auf: “Genau, also gehen wir zum Mittagessen?“
Saber stand mit auf, Mittagessen klang gut! “Ich komme nach!” sagte Royu und winkte ab und lehnte sich an den Tisch und betrachtete die Karte vor sich weiter. Saber und Captain Hikari verließen den Raum. Saber fragte: “Wird er zustimmen, Sir?” Hikari schaute auf seinen Kommunikator: “Das hat er schon!” Saber überlegte, wo er etwas nicht mitbekommen hatte? Saber verbuchte es unter nonverbales Einverständnis, aber Saber war neugierig: “Sir, wer hat das mit dem japanischen Militär abgesprochen?” Hikari steckte seinen Kommunikator in seine Tasche und antwortete, während er weiter lief: “General Hikari, mein Vater! Er ist zwar im Ruhestand, aber sowas klärt man bei einem guten Essen und viel Sake!” Saber lachte kurz auf: “Ja, Sir!”





















[…] ⚪ 31 – Drei Monate später […]