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Absatz 1
Das Licht des neuen Morgens schimmerte durch die schweren Vorhänge, als Shinjiro langsam erwachte. Trotz des Verlangens, weiterzuschlafen, gab er den inneren Kampf nach einigen Minuten auf und öffnete schließlich seine Augen. Halb zugedeckt lag er auf dem Rücken und benötigte erst einmal einen Moment, um sich zu orientieren. Ein Arm, der definitiv nicht seiner war, ruhte auf seinem Oberkörper. Er folgte dem Arm, bis sein Blick an Hitomis schlafendem Gesicht hängen blieb. Er musterte sie stumm, und konnte es nicht fassen: Auch sie war wieder da. Und hatte ihm verziehen und tatsächlich auf ihn gewartet, trotz der Ungewissheit, ob er überhaupt noch lebte.
Er fühlte sich nach wie vor wie nach einem Zeitsprung, es durchzogen ihn die unterschiedlichsten Emotionen, wie Freude, Wut und auch Trauer um die verlorenen Jahre, mit ihr und mit seinem Sohn. 16 lange, einsame Jahre, in denen weder er noch sie wussten, ob sie sich jemals wiedersehen würden. Er atmete tief ein und genoss noch eine Weile ihre Haut auf seiner. Vertraut fühlte es sich an, ein Schmunzeln huschte über sein Gesicht, als er sich daran erinnerte, dass sein eigentlicher Gedanke gestern Abend nur ein Kuss gewesen war. Was daraufhin folgte, war geradezu selbsterklärend. Vorsichtig stand er auf, sehr darauf bedacht, Hitomi nicht zu wecken.
Er stieg auf seinem Weg ins Wohnzimmer über Kissen, Decken und diverse Kleidungsstücke, die im ganzen Raum verteilt waren. Währenddessen griff er nach zwei Teilen und zog sie sich an, während er in den angrenzenden Wohnbereich ging. Auch dort fand sich eine Spur von Kleidung wieder, die er aufhob, um nicht den Frühstücksservice auf die richtigen Gedanken zu bringen. Trotz der letzten schönen gemeinsamen Stunden mit seiner Frau verspürte er so etwas Banales wie Hunger. So bediente er sich aus dem Kühlschrank, der auf magische Weise immer gefüllt war, und nahm in einem der Sessel Platz.
Die Zeit heilte wohl alle Wunden, aber war das wirklich so? Diese Frage musste er sich immer wieder stellen. Er hat gestern herausgehört, wie verzweifelt Hitomi gewesen war. Ihre Familien waren für Hitomi und seinen Sohn in dieser schweren Zeit da gewesen, sogar sein Bruder hatte sich um seinen Sohn gekümmert. Wie würden seine Eltern jetzt auf seine Rückkehr reagieren? Er lehnte sich in den weichen Sessel zurück und legte seine Beine auf dem davorstehenden Hocker ab, während er sich genüsslich seinem Snack widmete.
Shinjiro wusste noch nicht viel, aber er hatte herausgehört, dass sein Vater seinen Sohn sehr verwöhnt hatte. Doch sein Sohn wusste nicht, wer er war, sein Vater hatte ihn nicht geleitet, warum nicht? Ein unwohles Gefühl breitete sich in ihm aus. Was war das denn jetzt? Appetit hatte er plötzlich keinen mehr! Es war wohl zu früh, sich diese Fragen zu stellen. Und doch arbeiteten sie in seinem Kopf.
Absatz 2
König Jarred saß an diesem Morgen müde an seinem Schreibtisch, sein Privatsekretär saß neben ihm und reichte ihm immer wieder Unterlagen. Die sich Jarred aufmerksam durchlas und dann entschied, ob er sein Siegel daruntersetzte oder nicht. Nachdem der Unterschriftenmarathon erledigt war, gab ihm der Sekretär die Post von heute und verabschiedete sich. Der König ging die Briefe durch und fand einen offiziellen Brief des „Parlamentarischen Untersuchungsausschusses für militärische Vorgänge des Neuen Grenzlandes“. Durch das Bündnis gehörte sein Königreich dazu, und er öffnete den Brief mit einem leichten Murren und bekam beim Lesen große Augen. Die Schlacht vor 16 Jahren sollte noch einmal untersucht und aufgearbeitet werden. Zeitgleich die Schlacht vor fast einer Woche, als Captain Hikari zurückkehrte. Wer das in die Gänge geleitet hatte, stand nicht dabei. Jarred legte den Brief vor sich auf den Tisch ab und lehnte sich nachdenklich in seinen weichen Bürosessel zurück.
Darauf seufzte er leise und rieb sich seine Augen: Fragen über Fragen. Mit einer Hand stützte er seinen Kopf ab, und griff zum nächsten Bericht. Colts Wortwahl war, wie immer, pragmatisch. Keine Blumen, keine Ausschmückungen. Und doch hielt sich der Cowboy an die Vorgaben. Schmunzelnd segnete der Schotte darauf die Berichte der beiden mit seiner ID ab und schickte sie ein. Somit fehlte nur noch Fireballs, doch auf diesen musste der Schotte warten, bis er vollständig aus dem Krankenstand entlassen war. Wie lange das dauern würde? Unklar. Die Ärzte sprachen von vier Wochen Genesung, aber das bedeutete noch lange nicht, dass Fireball dann wieder einsatzbereit sein würde. Saber dachte einen Moment darüber nach, Kontakt mit General Whitehawk aufzunehmen, doch bevor er das tat, würde er mit Kommander Eagle sprechen.
Rapport
Einige Stunden später
„Danke, Saber, dass ihr uns in der letzten Schlacht unterstützt habt, auch wenn das alles nicht gerade glücklich geendet hat“, bedankte sich Commander Eagle bei Saber, Colt und April. Fünf Tage waren seit der Schlacht vergangen. Jetzt, da sich die größte Sorge im Team allmählich legte, war es an der Zeit, das Geschehene gemeinsam zu analysieren, so, wie sie es nach jedem größeren Einsatz mit dem Commander taten. Captain Hikari war ebenfalls anwesend und hörte aufmerksam zu. Colt hingegen betrachtete ihn nur als Zaungast und hielt seine Anwesenheit für überflüssig.
Commander Eagle zog einen versiegelten Umschlag aus seiner Uniform und reichte ihn wortlos an Saber weiter. Der Schotte nahm ihn etwas fragend entgegen, und öffnete ihn direkt, entfaltete das enthaltene Dokument. Während seine Augen Zeile für Zeile überflogen, vertieften sich die Falten auf seiner Stirn. Colt und April tauschten unruhige Blicke aus und waren neugierig, was den Schotten die Falten auf die Stirn trieb. Saber sah zu Eagle: „Sir, ein Untersuchungsausschuss wegen der letzten Schlacht?“ Eagle hielt dem Blick des Schotten stand und nickte ernst. „Ihr werdet alle persönlich benachrichtigt und, wenn wichtig, befragt. Ich möchte, dass ihr darauf vorbereitet seid.“
Colt verschränkte seine Arme und zog skeptisch seine Augenbrauen zusammen. „Was gibt’s denn da groß zu untersuchen?“, dachte er. Klar, mitten in der Schlacht war nach sechzehn Jahren plötzlich ein Captain aufgetaucht, aber was hatte das mit ihnen zu tun? Und der Blick des Cowboys schweifte zu genau diesem Captain, der am Rand des Raumes stand. Etwas an dessen ruhiger Präsenz störte Colt gewaltig.
„Was wird mir vorgeworfen?“, fragte Saber direkt. „Was sollte Ihnen denn vorgeworfen werden, Captain Lancelot?“, fragte darauf herausfordernd Captain Hikari, den Schotten, und trat näher. Seine dunklen Augen funkelten abschätzend, so als würde er bereits die Antwort kennen und nur auf eine Bestätigung warten. Saber drehte sich zum Captain und erwiderte dessen Blick, obwohl es gerade innerlich in ihm begann zu beben: „Sir, es ist mir bewusst, dass es Situationen gab, in denen ich anders hätte handeln sollen. Das habe ich in meinem Bericht bereits dargelegt, der Commander Eagle vorliegt und auch akzeptiert wurde“, antwortete er mit ruhiger Stimme, aber sein Kiefer spannte sich an, als er fortfuhr: „Und was die internen Vorkommnisse an Bord betrifft: Mein Team und ich werden sie lückenlos aufklären.“
April und Colt verstanden jetzt gar nichts mehr und sahen fragend zu Kommander Eagle, der sich gerade ziemlich zurückhielt.
Hikari zog, während Saber sprach, eine Braue hoch. Dann nickte er, als würde er Saber für seine gute Antwort loben – nur um ihn im nächsten Moment weiter in die Enge zu treiben.
„Das ist gut, Captain! … Nur! …“ Er machte eine theatralische Pause, und ließ seinen Blick über die Anwesenden schweifen, bevor er sich wieder auf Saber konzentrierte: „Was genau haben Sie denn bereits geklärt?“, fragte der Captain höflich, aber der Nachdruck, in seiner Stimme war unüberhörbar. Saber atmete tief ein, hielt den Blick jedoch fest auf Captain Hikari gerichtet. „Sir, ich habe bereits um Gespräche gebeten!“, erklärte er ruhig, während er bewusst jedes Wort wählte. „Doch um der Sache vollständig auf den Grund zu gehen, sollen alle Teammitglieder anwesend sein.“ Mit dieser Antwort manövrierte er sich geschickt aus Hikaris Fangfrage, ohne dabei mehr preiszugeben, als nötig. Colt nickte Saber knapp zu, ein Ausdruck stiller Zustimmung in seinen Augen. Captain Hikari hingegen lehnte sich mit verschränkten Armen gegen den Schreibtisch und ein kaum merkliches Lächeln huschte über seine Lippen.
„Ich verstehe, Sie müssen also um einen Termin, als Captain Ihres Teams bitten, um Diskrepanzen innerhalb Ihres Teams zu klären?“ Seine Stimme war herausfordernd und glatt wie polierter Stahl, Sabers Antwort ließ er schlicht nicht gelten. Colts Miene verfinsterte sich augenblicklich. Was nahm sich dieser Kerl eigentlich heraus?
Saber blieb diplomatisch und sprach mit kontrollierter Stimme: „Sir, ein Teamkamerad und Freund …“ … doch Colt ließ ihn gar nicht erst ausreden.
„Wir klären so etwas auf unsere Art und Weise!“, grätschte der Lockenkopf dazwischen, trat einen Schritt nach vorn und fixierte den Captain mit seinen funkelnden blauen Augen. „Das macht uns zu dem Team, das wir sind, dem besten Team, und es hat bis jetzt niemanden gestört!“ Sprach Colt, er war gereizt und machte unmissverständlich klar, dass alles so, wie es ist, okay war.
Doch Captain Hikari ließ sich davon nicht beeindrucken und würdigte Colt kaum eines Blickes. Stattdessen ließ er eine kurze Pause verstreichen, als hätte der Cowboy gar nicht mit ihm gesprochen. Und wandte sich wieder seelenruhig erneut Saber zu. „Captain Lancelot?“, fragte er, als wäre nichts geschehen, und erwartete eine Antwort. Colt sah den Captain fassungslos an. Hatte dieser Typ ihn gerade tatsächlich einfach ignoriert?
Saber räusperte sich und versuchte, die Situation abzufangen: „Sir, wir konnten bis jetzt jede Auseinandersetzung intern klären.“ Captain Hikaris Blick glitt langsam über das Team. „Auseinandersetzungen …“
April zuckte innerlich zusammen, ihr Herz begann schneller zu schlagen. Was war hier los …? Ihre Gedanken überschlugen sich: Wie konnte Captain Hikari nur so mit Saber reden? Sein Tonfall war scharf und seine Worte kalt, das war hier doch längst keine gewöhnliche Berichterstattung mehr. Sondern ein knallharter Rapport! Der Blick der Blondine ging zum Cowboy, den Captain Hikari einfach ignoriert hatte, als wäre er gar nicht da. Diese Arroganz ließ April frösteln. Ihre großen Augen huschten weiter zu ihrem Vater. Der seine Arme vor seiner Brust verschränkt hatte, sein ruhiger Blick beobachtete das Geschehen. Tief durchatmend, senkte April ihren Kopf, doch innerlich brodelte es in ihr.
Saber behielt seine Haltung, sein Blick blieb entschlossen, äußerlich war er ruhig und kontrolliert, doch innerlich versuchte er, einen Weg zu finden, wie sie alle hier möglichst ohne Verfahren herauskamen. Ihm war klar, dass sie sich mitten in einem knallharten Rapport befanden. Und in keinem gewöhnlichen Debriefing. „Ja, Sir, es gab Auseinandersetzungen“, bestätigte er mit fester Stimme. „Und wir sind alle daran interessiert, sie aufzuklären. Sie können das sowohl meinem als auch Miss Eagles Bericht entnehmen“, sagte er und blickte kurz zu April und nickte ihr zu.
Captain Hikari verfolgte die Interaktion vor ihm: „Ja, den habe ich gelesen! Jedoch …”
Jetzt trat April mutig und entschlossen einen Schritt nach vorn: „Wir müssen vor Ihnen keinen Rapport ablegen, sondern einzig und allein nur vor Daddy!“, sprach sie mit fester Stimme. Um nicht nur das nicht vollständige Team zu verteidigen, sondern um Saber nicht ohne Rückendeckung dastehenzulassen!
Eagle trat näher an seine Tochter: „Beruhige dich, April“, sprach er sanft zu seiner Tochter. April jedoch drehte sich zu ihm und sah ihn nicht verstehend an. Sie war kurz davor, ihre Fassung zu verlieren, und den Tränen nahe.
„Miss Eagle, wie geht es Ihnen?“, wandte sich Captain Hikari freundlich an die Navigatorin, so als hätte er die Blondine jetzt erst wahrgenommen.
April sah erschrocken auf, der Ton des Captains war zwar freundlich, doch ihrer Meinung nach schwang in diesem sehr viel Ironie mit: „Mir geht es wieder gut, Sir! Und die Unstimmigkeiten gingen auch von Fireball aus, weil er sich nicht an die Anweisungen gehalten hatte!“ Kaum waren die Worte aus ihrem Mund, biss sie sich auf die Lippen. „Mist!“, schoss es ihr durch den Kopf. Colt riss seinen Kopf herum, seine Augen weiteten sich. Hatte sie das gerade wirklich gesagt?
„Wow, wow, wow, Prinzessin!“, fuhr er dazwischen und trat einen Schritt nach vorn. „Fireball ist nicht hier! Also wird das auch nicht hier und jetzt geklärt“, sprach er, schärfer als beabsichtigt, aber das ging ihm gerade gewaltig gegen den Strich. Obwohl er die Reaktion der Blondine voll verstehen konnte, aber jetzt alles auf nicht Anwesende abwälzen, ging nicht.
Hikari musterte den Cowboy mit einem Blick, bevor er wieder zu April sah. „Interessant …“, sprach er leise und ließ sich Zeit mit der nächsten Bemerkung.
„Ich habe nur gefragt, wie es Ihnen geht, Miss Eagle. Schließlich mussten Sie aus gesundheitlichen Gründen das Schiff verlassen.“ Aprils Kehle wurde trocken. Sie senkte ihren Blick und fühlte sich ertappt und in die Ecke gedrängt. Kommander Eagle, der das Geschehen mit verschränkten Armen verfolgt hatte, setzte nun ruhig, aber bestimmt an: „Captain.“
Hikari schwieg einen Moment, dann reichte er Eagle wortlos das Pad, das er zuvor gelesen hatte. Colt nutzte die Gelegenheit und stellte sich jetzt schützend neben April.
Doch Hikari beachtete ihn kaum. Stattdessen wandte er sich mit voller Aufmerksamkeit wieder an den Schotten: „Bestand Lebensgefahr für ein Crewmitglied, oder war Ihr Schiff so beschädigt, dass die Besatzung von Bord musste?“ Fragte er mit seiner gewohnten ruhigen Stimme, doch jedes einzelne seiner Worte saß. Und er listete die einzigen legitimen Gründe für eine Notfall-Evakuierung während eines Kampfeinsatzes auf, und ließ sie unüberhörbar im Raum stehen.
Colt ballte die Fäuste, ihm reichte es langsam: „Was wird das hier, ein verdammtes Kreuzverhör?“ preschte er mit seinem ganzen Unmut nach vorn. Der Cowboy konnte diesen Kerl einfach nicht ausstehen, nicht seine Art, nicht seinen Tonfall und erst recht nicht, wie er mit ihnen umging, als wären sie dumme Rekruten auf einer Anklagebank. „Und wie schon gesagt: Genau das werden wir klären, wenn es Fireball wiedergutgeht, denn auch ihn betrifft diese Sache!“, stellte Colt mit fester Stimme klar, und er funkelte den Captain mit seinen stechenden blauen Augen herausfordernd an, während er Luft holte, um weiter nachzulegen.
Doch ehe er dazu kam, spürte er eine feste und bestimmende Hand auf seiner linken Schulter. Saber hielt seinen Scharfschützen bestimmt zurück, ohne ein Wort zu sagen, doch die Botschaft an Colt war klar: Lass es gut sein. Colt atmete tief ein und presste seine Lippen fest zusammen. Aber innerlich bebte sein Körper. Das konnte Saber förmlich spüren, doch Colt zwang sich zur Ruhe.
Captain Hikari hingegen schien die kleine Szene mit unverändertem Ausdruck zu beobachten, als hätte er genau damit gerechnet. „Ja? Mr. Wilcox!“, fragte er, als würde er einen weiteren Riss in Colts Selbstbeherrschung suchen.
Colt atmete fest aus, und hielt sich, für Saber und seine eigene Ruhe zurück. Doch da war noch etwas anderes, das in seinem Kopf wirbelte. Robins Worte „Er ist auch dein Vorgesetzter!“ hallten sie, mit ihrer lieblichen Stimme, nach. So verkniff er sich jedes weitere Wort, aber ließ den Captain nicht aus seinen Augen, als er einen Schritt zurückging. „Was für ein Glück für diesen arroganten Schnösel!“, dachte er, und in diesem Moment war klar: Der Captain hatte bei Colt jeglichen Heldenbonus verspielt.
Saber trat vor sein Team, um April und Colt aus der direkten Konfrontation herauszuhalten und ihnen einen Moment der Ruhe zu verschaffen. Er spürte, wie die Spannung im Raum weiter wuchs: „Sir, unsere Sorge galt nach der Landung einzig und allein unserem Piloten. Und natürlich habe ich es versäumt, Miss Eagle anzuweisen, sich auch in ein Krankenhaus zu begeben“, fasste Saber die damalige Situation sachlich zusammen, und übernahm die Verantwortung. Jetzt hieß es: Augen zu und durch.
Colt konnte es nicht fassen. Schmiss Saber sie gerade alle in die Bratpfanne und servierte sie dem Captain mit Speck und Zwiebeln zum Frühstück? Schüttelte er fassungslos mit seinem Kopf und spürte, wie ein bitterer Geschmack in ihm aufstieg.
Auch April schaute fragend zum Schotten und gleich darauf hilfesuchend zu Colt. „Es hagelte nur so an Fehlerprotokollen aufgrund des Verlassens einer vorgegebenen Flugroute“, versuchte sie, das Ruder noch einmal herumzureißen, aber der Blick von Captain Hikari ließ keinen Raum für Ausreden: „Sie bestimmen also die Flugmanöver, in einem Kampf, Miss Eagle? Wozu braucht es dann noch einen Captain oder gar Piloten an Bord?“
April funkelte den Captain an. „Natürlich, Saber ist unser Anführer, aber ich als Ingenieurin und Navigatorin bin immer darauf bedacht, Ramrod so wenig Schaden zuzufügen, wie es nur geht!“, erklärte April. „Also sehen Sie es als Fehler, wenn in einem Kampf der Pilot selbstständig agiert, um das Schiff und vor allem die Besatzung sicher durch das Kampfgeschehen zu bringen?“ Fragte Captain Hikari daraufhin die Blondine. Saber blickte zu April. „Genau das ist das Ziel eines Kampfschiff-Piloten!“, stimmte April dem Captain zu.
„Ziel erfüllt!“, gab Hikari darauf zurück und sah zu Saber: „Captain Lancelot, welche Auseinandersetzungen gab es davor an Bord?“ Saber der gerade antworten wollte, wurde von April unterbrochen, sie fühlte sich in die Enge getrieben und nicht verstanden. „Sie können das alles gar nicht verstehen, sie waren 16 Jahre nicht da, weder hier noch für ihren Sohn, und eines kann ich ihnen versprechen: Bei Fireball brauchen sie nicht den Vater zu spielen, es wird ihm egal sein!“ Saber wollte einschreiten, doch April redete sich in Rage und ließ sich jetzt nicht zurückhalten.
Captain Hikari hörte einfach nur zu, er verzog keine Miene und sein Blick blieb ausdruckslos. Beobachtete der Schotte. Und als April fertig war, nickte Captain Hikari das Gesagte nur ab: „Miss Eagle, Sie überschreiten gerade bei weitem Ihre Kompetenzen! Sie fallen nicht nur mir, sondern auch ihrem Captain wiederholt ins Wort! Und was meinen Sohn betrifft: Ich spiele nicht seinen Vater, ich bin es!“, stellte er klar. „Und höre ich sie noch einmal ungefragt, befinden sie sich zusammen mit Mr. Wilcox in einem Disziplinarverfahren!“ Ihnen scheint ihre Stellung überhaupt nicht klar zu sein. Sie sind zwar ein Warrant-Officer, das ermächtigt sie jedoch nicht, ihren Vorgesetzten Captain Lancelot zu übergehen! Das gilt auch für Sie, Mr. Wilcox!“, erinnerte er die beiden.
Saber presste seine Lippen aufeinander. April riss ihre Augen auf. Colt atmete tief ein und aus.
„So lasse ich nicht mit meiner Tochter reden!“, ergriff jetzt Kommander Eagle das Wort und trat an die drei heran. In den Augen der Blondine sammelten sich die ersten Tränen. Captain Hikari antwortete mit einem bestimmenden Tonfall: „Kommander Eagle, es geht nicht um Ihre Tochter. Hier geht es um ein Team, das, wie ich sehe, keine Struktur aufweist, und damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdet. Also halten Sie sich zurück!“ Die Worte fielen wie Hammerschläge, und in seinen Augen war keine Spur von Zweifel, und vor allem ließ er keinen Raum für Diskussion.
April senkte ihren Kopf und versuchte, sich zusammenzunehmen, doch der Druck der Situation war fast unerträglich. Die Tränen, die in ihren Augen brannten, konnten nicht verbergen, wie überfordert sie sich gerade fühlte. Doch sie wusste, dass dies nicht der Moment war, Schwäche zu zeigen. Wie konnte der Captain nur so mit ihrem Vater sprechen, dem Kommander des Oberkommandos? April fühlte sich plötzlich klein und hilflos.
Colts Ohren schlackerten, wie konnte dieser … es wagen, Eagle so über den Mund zu fahren? Und es brodelte aus ihm heraus: „Keine Struktur, wir haben eine Struktur und jeder kennt seinen Platz.“, konnte sich der Cowboy nicht mehr zurückhalten.
„Wo ist ihr Platz, Mr. Wilcox?“, fragte Captain Hikari Colt darauf sehr offensiv.
Saber beobachtete den Captain aufmerksam, dessen Gesichtszüge weiterhin unbewegt blieben, als würde er diese hitzige Auseinandersetzung nicht im Geringsten persönlich nehmen. Während Colt aufbrausend und voller Emotionen sprach, schien der Captain vollkommen in seiner Rolle als Vorgesetzter gefangen zu sein, ohne sich von den aufgeladenen Gefühlen seiner Gesprächspartner beeinflussen zu lassen. Die Ruhe, mit der Hikari jeden Schlagabtausch erwiderte, hatte etwas Beängstigendes. Er stellte keine Rückfragen, ließ keine Diskussion zu. Seine Worte waren präzise und fest, ohne Raum für Widerstand.
Colt hielt inne und war von Hikaris Frage vollkommen überfahren, was war das schon wieder?
„Wir kommen doch hier jetzt nicht weiter!“, unterbrach Eagle, er wollte, dass sich alle erst einmal beruhigen. „Wie lange wollen sie hier herumdiskutieren, Kommander?”, fragte Hikarider Captain und stieß sich vom Schreibtisch ab. „Morgen noch einmal und übermorgen, bis sich alle ausgeweint haben? Das hier ist kein Spiel und vor allem nicht für Sie, Captain Lancelot“ Saber zog seine Augenbrauen zusammen, und hielt dem Blick des Captains stand. „Sie spielen hier mit vier Menschenleben, einschließlich ihrem!“
„Wir haben mehr Outrider zurück in ihre Dimension geschickt als kein anderes Team und konnten damit vielen Menschen das Leben retten, genau das ist unser Ziel!” warf Colt dazwischen und ging auf den Captain zu.
Saber hielt seinen Scharfschützen zurück, doch der Lockenkopf sprach weiter. „Und sie kennen uns überhaupt nicht! Sie kommen zurück und spielen sich hier auf, als …!“ – „Halte dich zurück, Colt!“, kam es jetzt scharf von Saber. Der Cowboy hielt inne und sah seinen Boss fragend an. „Was soll ich?“ wurde Colt auch Saber gegenüber lauter. Das konnte doch nicht wahr sein, jetzt zog sogar Saber den Schwanz ein. „Colt!“, wies ihn jetzt auch Kommander Eagle an, sich zu beruhigen. Colt sah sich um, was war hier los? Und stellte diese Frage lautlos dem japanischen Captain, der da stand, als würde ihn das alles überhaupt nicht betreffen. Captain Hikari hatte genug gehört: „Sie verlassen jetzt das Büro, Mr. Wilcox!“, wies er den Cowboy an.
Colt sah zu Saber, und der Schotte nickte ihm nur stumm zu. Daraufhin warf Colt Sadem Schotten einen wütenden Blick entgegen und drehte sich auf dem Absatz um und setzte sich demonstrativ seinen Hut auf den Kopf, um seinen Unmut Luft zu machen, bevor er das Büro verließ.
„Sir, mein Team ist wegen der letzten Vorkommnisse noch ziemlich angeschlagen, Schließlich liegt nicht nur der Pilot, sondern auch ein Freund im Krankenhaus“, erklärte Saber ruhig, nachdem Colt das Büro verlassen hatte. Saber konnte den Unmut des Cowboys gut verstehen, doch je mehr sie auf Widerstand gehen würden, umso länger würde dieser Rapport dauern. Hikari nickte verstehend und wechselte das Thema: „Der Ausschuss wirft ihnen mangelnde Fähigkeiten in Sachen Teamführung vor, und bei allem, was ich hier gesehen und vor allem gehört habe, muss ich dem ebenfalls zustimmen!”
Saber atmete darauf tief ein: „Sir, ich werde das klären!“, versicherte er. „Wann und vor allem, wo wollen sie anfangen?“, fragte Hikari interessiert nach.
„Captain Lancelot, ist ein sehr junger Captain, doch er hat mich bis jetzt immer von seinen Führungsqualitäten überzeugen können, sonst würde ich meine Tochter nicht mit ihm fliegen lassen!“, half Kommander Eagle den Highlander. Hikari nickte dem Kommander entgegen. „Ja, jedoch wird ihm genau das!“, und er zeigte auf Saber: „Das Genick als Captain brechen! Und von Qualitäten habe ich noch nichts gesehen“, sagte er und ging wieder zu seinem Platz zurück. „Sir, wie meinen Sie das?“, wollte Saber jetzt genauer wissen, denn das konnte er jetzt so nicht stehen lassen.
Captain Hikari hielt inne und drehte sich um. „Beginnen Sie mit Ihren Berichten, und damit meine ich alle! Der letzten zwei Jahren ersetzen sie zwei Wörter durch zwei neue! Das dürfte für den Anfang genügen und sie werden wissen, was falsch läuft!“ Saber hob fragend seine Augenbrauen. Auch April sah den Captain, der sich wieder setzte, nicht verstehend nach. Sie wurde aus diesem nicht schlau. Er hatte eine unangenehme Art an sich. „Ja, Sir!“, nickte Saber. Hikari sah zum Schotten. „Gut, dann haben sie ja einiges zu tun, oder?“ und zeigte Richtung Tür. Saber schaute zu Kommander Eagle, dieser nickte ihm zu.
Saber und die Navigatorin verabschiedeten sich und verließen gemeinsam, schweigend, das Büro. Plötzlich war es zu Ende.
Eagle blickte Saber und April noch nach und ging, nachdem die beiden aus dem Büro verschwunden waren, zu Shinjiro, der am Meetingtisch saß. “War das nicht etwas zu hart?“, fragte er und setzte sich. Shinjiro sah von seinem Tun auf und lehnte sich zurück: „Nein, der Knall wird helfen, sie aus ihrer Emphase zu holen“, erklärte er und blickte wieder auf die Unterlagen.
Charles lehnte sich nachdenklich zurück. „Sie sind ein eingespieltes Team!“, sagte Eagle und atmete tief ein. Shinjiro blickte auf: „Eingefahren trifft es eher! Doch ein Gutes hat es: Sie stehen hinter Lancelot, und an der Disziplin kann gearbeitet werden!“, berichtete er dem Kommander seine Beobachtungen. Eagle nickte und zog sich ein Blatt, das auf dem Tisch lag, heran. „Hmm!“, kam es darauf nachdenklich von ihm: „Ich zweifle deine Kompetenzen nicht an, Shinjiro“, begann Charles ruhig, „aber beliebt machst du dich nicht!“, gab er Shinjiro zu verstehen. Daraufhin blickte Shinjiro leicht grinsend auf und lehnte sich zurück: „Weißt du, ich habe die Stellenausschreibungen des Oberkommandos überflogen, die Jobs “der Beliebten” sind bereits vergeben!“, kam es darauf von Shinjiro ironisch, und er bedachte Charles mit einem klaren Blick. Eagle atmete tief ein und schnippte, Augen rollend, das Blatt von sich weg.
Vor dem Büro trafen April und Saber auf Colt, der sich auch schon wieder etwas beruhigt hatte. Hinausgeschmissen hatte ihn noch niemand in den vergangenen Jahren. „Was sollte das, Saber?“, begann er ohne Umschweife. Saber lief neben dem Cowboy und blickte ernst und nachdenklich geradeaus. „Colt!“ Wir werden vor einem Untersuchungsausschuss landen, wenn wir das jetzt nicht klären!“, beantwortete Saber Colts Frage. Oh nein, nein, nein – so brauchte ihm Saber jetzt nicht zu kommen! „Er ist einfach vollkommen emotionslos, und wie konnte er nur so mit Daddy reden?“, fragte April in die Runde. Colt nickte. Saber schwieg!
Absatz 4
Kommander Eagle betrat einige Stunden später einen Hangar, im abgesicherten Bereich des Militärgeländes. Zu seiner Überraschung befanden sich König Jarred und General Whitehawk ebenfalls vor Ort und wurden durch den Hangar geführt. Charles schloss sich der Gruppe still an, begrüßt wurde sich nur mit einem kurzen Nicken, denn alle Ohren lauschten der Erklärung eines jungen Ingenieur-Wissenschaftlers aus Pectos, das erkannte Charles an dem Emblem auf dessen Kittel: „Es ist ein eindeutig Jet des Oberkommandos, eure Hoheit. Und laut Ion-Sig auch der Jet von Captain Hikari, den er vor 16 Jahren geflogen hat. Jarred, Whitehawk und Eagle sahen sich an und darauf nahezu gleichzeitig zum Jet. Der Wissenschaftler fügte noch erklärend hinzu: „Allerdings nicht mehr zu einhundert Prozent, wie man auch sieht. Die Tragflächen, die Triebwerke, das Verdeck und so weiter. Ja, auch die komplette Außenhaut ist neu und aus einer fremden, noch unbekannten Legierung. Abgleiche mit den Outrider-Legierungen schlugen fehl, es gibt also keine bekannten Vergleiche, die sich auf die Technik stützen.” Charles hob seine Augenbrauen, verschränkte seine Arme und musterte den Jet, während er weiter zuhörte: „Diese Legierung ist außergewöhnlich, sie hat nahezu keine Reibung, das bedeutet, dass sie den Jet sehr schnell macht, egal in welcher Atmosphäre er sich bewegt.“
In Kommander Eagle häufen sich immer mehr Fragen. Selbst König Jarred staunte. „Was für ein Material vermuten Sie?“, fragte jetzt der General und betrachtete den Jet vor sich genauer. Der Wissenschaftler, blickte kurz zum Jet und sprach: „Tja, das ist es ja, wir haben keine Ahnung. Antworten sollte der Pilot geben können, wir können nur mit dem arbeiten, was wir vor uns haben. Es ist jedenfalls eine ausgezeichnete Arbeit, der Jet wurde mit einer hohen Technologie modifiziert. Nehmen wir die neuen Teile ab, war nicht mehr sehr viel vom ursprünglichen Jet übrig gewesen“, erzählte er weiter. „Was ist mit der Data Core?“, wollte König Jarred darauf wissen! “Die Auswertungen waren nicht überraschend, es ist das, was wir schon wissen, die digitalen Aufzeichnungen enden am 18. Oktober vor 16 Jahren, um 14:37 Uhr, als dieser Jet ungebremst auf ein Schlachtschiff aufschlug.”
Jarred atmete aus und nickte: „Also blieb der Rumpf intakt?“ Ein Flugtechniker trat jetzt vor und übernahm: „Ja, die Rümpfe sind das Schwerste und somit das Sicherste. Sie sind bewusst so entwickelt, dass sie das Letzte sein sollen, was zerbricht oder verbrennt, um dem Piloten eine Chance zu geben. Allerdings bei dieser Geschwindigkeit und diesem Aufprall, ein Ding der Unmöglichkeit, es sei denn, der Pilot konnte den Jet bis kurz vor dem endgültigen Aufprall noch steuern, und den Jet auf 45 Grad links ziehen. In der Hoffnung, dass der Rumpf intakt bleibt. Selbst dann! Wäre die Überlebenschance im All unter 0,5 Prozent gewesen.“ Jarred verschränkte seine Arme nachdenklich vor seiner Brust.
„Der Rumpf weist unter der neuen Legierung Reparaturen auf, die auf einige Einschussstellen hinweisen“, führte der junge Flugtechniker weiter aus. „Nach dem Einschusswinkel zu urteilen, müssen einige Geschütze den Piloten unmittelbar getroffen haben! Der Rumpf blieb an den Einschussstellen auch nur intakt, da er der erste war, der mit der damals neuen Olsen-Spider-Technology ausgestattet worden war.“ Kommander Eagle und König Jarred schauten sich den Rumpf genauer an, als ihnen bewusst wurde, dass Shinjiro damals alles, bis zum Schluss, bei vollem Bewusstsein durchgezogen haben muss. Und sich solch eine Überlebenschance geben konnte, die trotzdem unwahrscheinlich gewesen wäre, aber er hatte es versucht und auch irgendwie geschafft.
Jarred nickte dem Jet zu und sah zum Techniker: „Also wird das so, passiert sein, nur nicht in unserer Dimension.“ Kommander Eagle stimmte zu! „Nun, die Arztberichte weisen diese Art von Verletzungen auf!“ Der Wissenschaftler erklärte daraufhin: „Nach Auswertungen der Aufzeichnungen und des Videomaterials befand sich das feindliche Schlachtschiff bereits im rückwirkenden Dimensionssprung. So wurde in der Endphase, als der Jet sich auf das Schiff zubewegte, mitgerissen.“
Jarred und Eagle atmeten betreten ein, sie hatten die Bilder von damals gerade vor ihren Augen. Alles, was man sah nach Hikaris Manöver, war eine nie dagewesene Explosion, und ein paar Sekunden später war das Schiff mit allem Drum und Dran verschwunden. Jarred nickte nachdenklich, wie oft er sich diese Aufnahmen innerlich und auf Video angesehen hatte, wusste er nicht mehr. Er schüttelte mit seinem Kopf und wollte wissen: “Kann dieser Jet einen Dimensionssprung durchführen?” Der Techniker verneinte: “Wenn es so ist, wie wir herausgefunden haben, entsteht bei einem Dimensionssprung ein Energiesog, an solch einem wird er sich bei der Rückkehr dran gehangen haben.” Kommander Eagle, strich mit einer Hand über den kalten Rumpf des Jets und klopfte auf das Metall: “Ist es möglich diese Art von Legierung zu kopieren?” Der Wissenschaftler Dr. Nowak nickte verhalten und meinte: “Wir arbeiten daran, der Hauptbestandteil ist Antromiet, die anderen Meterialen müssen wir noch analysieren und herrausfinden.” Der general, König Jarred und Kommander Eagle bedankten sich und verließen nach einer weiten halben Stunde gemeinsam den Hangar.
Hitomi und Shinjiro standen im Zimmer ihres Sohnes, und waren erleichtert, als ihnen mitgeteilt wurde, dass seit heute Morgen die Dosis der Medikamente verringert wurde. „Er macht das alles sehr gut!“, waren die Worte der heutigen Ärztin, als sie sich verabschiedete und das Zimmer verließ.
Hitomi ergriff darauf gleich die Hand ihres Sohnes: „Shinji, werde schnell gesund. Dein Vater ist hier, er möchte dich kennenlernen“, sprach sie ruhig mit ihm. Beide beobachteten, und tatsächlich: Nach einer Weile kam es zu einer kleinen Reaktion der Augen, die sich aber noch nicht öffneten. Dennoch war es eine Bestätigung, dass er sie gehört hatte. Sie sprachen mit ihm und berührten ihn immer wieder. Damit er merkte, dass sie bei ihm waren.
Fireball spürte etwas, konnte es aber nicht zuordnen. Es war nicht unangenehm. Er hörte die Stimme seiner Mutter und Wortfetzen wie “Otosan, Gomen Nasai“, aber ohne Zusammenhang. Alles war im dichten Nebel gehüllt. Und die Worte waren weit weg. Er wollte einfach nur schlafen.
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