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4.742 Wörter, 25 Minuten Lesezeit.


Absatz 1

Im Tower von Jarr, ging es jetzt hoch her, alle Schiffe und Jets, wollten nur noch eins: landen, und das am besten sofort! Saber meldete dem Tower, dass sie Verletzte an Bord hatten, somit bekamen sie den Vortritt. 

Der Tower meldete es den Rettungseinheiten und auch wurden die Besatzungen der beteiligten Schiffe in den Krankenhäusern in Jarr angemeldet: Code-Blue! Es sammelten sich Feuerwehr und Erste-Hilfe-Einheiten, auf dem Militärgelände, nah genug am Rollfeld, um so schnell wie möglich vor Ort sein zu können. 

Militärraumhafen Jarr

Colt war beeindruckt vom schnellen Ende der Schlacht. Er fuhr seine Waffensysteme herunter und ließ gleichzeitig einen Scan durchlaufen, um eventuelle Schäden anzuzeigen, die behoben werden mussten! Er lehnte sich zurück und tat erst einmal gar nichts. So körperlich und mental erschöpft war er schon lange nicht mehr gewesen, alles tat ihm weh, sogar sein kleiner Zeh, musste er lachend feststellen. Wäre dieser Kampf noch länger gegangen, hätte auch er sich eingestehen müssen, nicht mehr einsatzfähig sein zu können. Er hatte jetzt einen Hauch einer Ahnung davon, wie es April gegangen sein musste. Er hörte das Signal, dass Fireball den Autopiloten deaktiviert hatte. Colt setzte sich auf und schnallte sich an. Jetzt galt es erst einmal zu landen. Er freute sich darauf, bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. 

Auch Saber kehrte auf die Brücke zurück und setzte sich in seine Kontrolleinheit. Er hatte sich ein persönliches Bild im Hangar gemacht. Die Jet-Piloten versorgten ihren schwer verletzten Kameraden, der dringend ärztliche Behandlung benötigte! Fireball war hochkonzentriert, doch seine körperliche Verfassung war alles andere als gut. Über die Ereignisse im All konnte er gerade nicht nachdenken, er musste sich auf die Landung konzentrieren, die so sanft wie möglich sein sollte, denn schließlich hatten sie Verletzte an Bord!

Landung

Die Royal Monarch befand sich bereits im Landeanflug. Die Landung war etwas hart, weil es schnell gehen musste, auch diese Bahn wurde dringend für die nachfolgenden Schiffe benötigt! König Jarred und Captain Hikari sprachen nicht viel, so gut wie gar nichts, beide waren erschöpft. Jeder ließ den anderen seine Ruhe. König Jarred beobachtete seinen Freund, er konnte es noch immer nicht so richtig fassen, wer da neben ihm saß! 

Der Oberkörper des Japaners war nach vorn gebeugt und seine Arme ruhten auf seinen Knien. Der Captain trug einen Jet-Kampfanzug, mittlerweile ohne Jacke, da ihm zu warm geworden war. Auf seinem T-Shirt war ein Emblem zu erkennen, das der König jedoch nicht zuordnen konnte. Auch musste Jarred kurz still in sich hineinlachen, als er die kurzen, wilden Haare seines Freundes betrachtete. Er erinnerte sich daran, wie viele Diskussionen es damals über Shinjiros lange Haare gegeben hatte. Aber das war ein anderes Thema. Es gefiel dem König, das Bild, das Shinjiro ihm bot, erinnerte ihn an: … Fireball! … und der König riss erschrocken seine Augen auf, als ihm einfiel, dass Fireball am Kampfgeschehen beteiligt gewesen war. Wie musste es dem Jungen gehen, der mit Sicherheit mitbekommen hatte, dass sein Vater wieder aufgetaucht war? Jarred war sich sicher, dass Fireballs, Teamkameraden und Freunde ihm zur Seite standen, doch viel mehr Sorge hatte Jarred über die Reaktion von Shinjiro. Und schaute wieder zu seinem Freund, der nun überraschenderweise nicht mehr auf seinem Platz saß, sondern am Panoramafenster stand und den Landungen zuschaute. 

Whitehawk

Langsam zeichneten sich die Umrisse der anderen Schlachtschiffe am Horizont ab. Die meisten Besatzungsmitglieder der Royal Monarch hatten das Schiff bereits verlassen. Und das Schiff des Königs wurde mit militärpolizeilicher Präsenz bewacht. Denn natürlich war es auf Alamo niemandem entgangen, wer an Bord der Monarch Supreme war. Captain Hikari durfte das Schiff nicht verlassen, bis seine vorläufige Identität bestätigt worden war. So warteten die beiden auf der Brücke, bis die Delegation mit General Whitehawk eintreffen würde.

Shinjiro beobachtete das nächste Schiff, das sich im Landeanflug befand. Es war die besagte Ramrod-Einheit, das Schiff, das ohne Navigator in eine Schlacht flog: „Unverantwortlich!“ Dachte er sich, aber schickte gedanklich seinen Respekt an den Piloten hinterher und schaute weiter dem beeindruckenden Friedenswächter zu. So wie es aussah, war die Technologie in den vergangenen 16 Jahren gut vorangeschritten. Ihm gingen so viele Gedanken durch den Kopf, aber keiner war gerade greifbar. Er hatte noch nicht einmal richtig realisiert, dass er wieder hier war, wo er hingehörte. Was das für ihn jetzt bedeuten würde, wusste er nicht. 

Der ihm bekannte Militärraumhafen von Jarr hatte sich kaum verändert. Seine Augen fielen auf den neu errichteten, größeren Tower, der stolz in die Höhe ragte. Weitere Einblicke blieben ihm jedoch vorerst verwehrt und er rieb sich seine müden Augen. Es fühlte sich alles noch so unreal an. Jarred stellte sich neben seinen Freund und schaute eine Weile mit ihm schweigend nach draußen. Shinjiro bemerkte Jarred und ohne ihn anzusehen, deutete er auf das Schiff, das er gerade beobachtete: „Ich hoffe, der Pilot richtet sich noch einmal neu aus!“ König Jarred nickte zustimmend, ihm lag so viel auf der Zunge, doch es kam nur ein stumpfes „Ja!“ über seine Lippen. In diesem Moment betrat jemand eilig die Brücke, beide tauschten einen kurzen Blick aus und drehten sich um. 

Ein Offizier salutierte und kündigte General Whitehawk und Sergeant Andrews an. „Das ging jetzt aber schnell!“, flüsterte Shinjiro Jarred zu, der König nickte und war wohl ebenso überrascht. General Whitehawk und Sergeant Andrews betraten in ihren weißen Ausgehuniformen, mit zwei Militärpolizisten die Brücke und gingen direkt auf den König zu: „Eure Königliche Hoheit, unsere Gratulation zu den Erfolgen der jüngsten Schlacht, diese ist, wie Sie sich sicher vorstellen können, wegen der jüngsten Ereignisse auf Alamo ein großesThema!“ Eröffnete General Whitehawk das Gespräch. Der König erwiderte: „Ich danke Ihnen! Doch die erfolgreiche Wendung haben wir Captain Hikari zu verdanken!“ Der Angesprochene näherte sich langsam und salutierte vor dem indianischen General und dem Sergeant. Die beiden taten es Captain Hikari gleich. 

General Whitehawk an Bord der Royal Monarch

Sergeant Andrews trat nach der formellen Begrüßung einen Schritt nach vorn und sprach: „Wir haben das Gefecht über Hypercom verfolgt und waren alle im ersten Moment ziemlich, ja, ich möchte sagen, ‚fassungslos‘. Kurz darauf bekamen wir von den umliegenden Schiffen, die Bestätigung. Daraufhin machten wir uns direkt auf den Weg, um uns von dieser Nachricht persönlich zu überzeugen.“ 

Der dunkelhaarige Sergeant reichte Hikari ein kompaktes Pad, über das er sich mit seiner persönlichen Secret-ID identifizieren sollte. Shinjiro nahm das Pad entgegen und gab die Sequenz ein, während das System gleichzeitig seine Fingerabdrücke auslas. Nach Abschluss der Authentifizierung reichte er das Gerät wortlos an den Sergeant zurück. Andrews betrachtete aufmerksam den Bildschirm, auf dem nach wenigen Augenblicken, die Meldung „Identifikation abgeschlossen!“ erschien. Gleich darauf öffnete sich die digitale ID-Card von Hikari. 

Der Sergeant nahm das Pad zur Seite und sah Captain Hikari daraufhin etwas freundlicher an: „Herzlich willkommen zurück, Captain General Hikari!“ und der Sergeant salutierte noch einmal formell vor ihm: „Und meinen Respekt für Ihre Angriffsstrategie. Sehr klassisch, aber äußerst effektiv! Ab diesem Zeitpunkt hatten wir schon keine Zweifel mehr! Ach, und bitte entschuldigen Sie diese kleine Formalität.“ Dabei hob er das Pad leicht an, um zu verdeutlichen, was er meinte. „Und es ist mir eine Ehre!“, fügte Andrews noch an. Captain Hikari nickte dem Sergeant nur zu, denn General Whitehawk reichte ihm bereits die Hand: „Captain Shinjiro Hikari, was für eine Freude, sie wieder in unserer Mitte zu wissen!“, sprach der alte General mit seiner gewohnten ruhigen Stimme und war sichtlich erfreut und hörte gar nicht mehr auf, die Hand von Shinjiro zu schütteln. Der Captain, der etwas überfahren von der Geste des Generals war, entgegnete diesem respektvoll: „Danke, Sir, ich kann es im Moment selbst noch gar nicht fassen!“ Der General nickte verständnisvoll: „Das kann ich mir vorstellen! Sie werden viel zu berichten haben, das alles klären wir! Jedoch möchte ich sie jetzt bitten, uns alle eventuell wichtigen Details, die kriegsrelevant sind, mitzuteilen!“ Captain Hikari nickte: „Natürlich, Sir!“  

Captain Hikari

Absatz 4

April saß auf einer Pritsche auf der kleinen Krankenstation, im Bauch der Peacekeeper 7 und weinte sich die Augen aus, sie war enttäuscht von sich und die gesamte Situation lastete schwer auf ihr. Sie hatte ein Beruhigungsmittel bekommen, aber sie merkte davon nichts! Körperliche und mentale Erschöpfung hatte ihr der Arzt diagnostiziert. Sie, die immer stark sein wollte, hatte in einer Schlacht versagt und ihre Kameraden im Stich gelassen. Und auch die darauffolgenden Ereignisse waren geradezu überwältigend für April gewesen. Da legten sich starke Arme um sie, es waren die Arme ihres Vaters. April ließ ihren Tränen freien Lauf, während sie sich in der schützenden Umarmung ihres Vaters geborgen fühlte.

Captain Hikari teilte seine Einschätzung zur Kampfstärke der Outrider mit. Er ging davon aus, dass ihnen bald die Energie ausgehen würde, aber er war sich sicher, dass dies nicht der letzte große Angriff sein würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Outrider zeitnah erneut mit dieser Stärke zuschlagen könnten, hielt er jedoch für gering. General Whitehawk und Andrews hörten aufmerksam zu und notierten sich das Gesagte. General Whitehawk bedankte sich für die umfangreichen Auskünfte und nickte nachdenklich.

Die bevorstehenden zukünftigen Abläufe wurden noch kurz erörtert, dazu zählte auch ein kompletter Durchcheck und eine Anhörung auf Pectos. Bis dahin durfte, er Jarr nicht verlassen. Das Protokoll sah zwar vor, dass Captain Hikari isoliert werden sollte, doch König Jarred übernahm die Verantwortung für dessen Sicherheit! Sergeant Andrews ergriff darauf das Wort: „Captain Hikari, sie wurden nie außer Dienst gestellt, doch bis zur letztendlichen Klärung werden sie vorerst von ihrem Dienst enthoben. Sie sind jedoch weiterhin mit ihrem Dienstgrad zu betiteln! Kommen Sie erst einmal an, morgen werden wir Ihnen den weiteren Ablauf und die Formalitäten zukommen lassen. Sie dürfen somit von Bord gehen!“, sagte Sergeant Andrews, und Captain Hikari nickte stumm und atmete sichtlich erleichtert aus. Er musste also bis zum Check-up nicht in Hochsicherheitsgefängnis nach Pectos. 

General Whitehawk und Sergeant Andrews verließen mit den zwei Militärpolizisten die Brücke der Royal Monarch. König Jarred und Hikari sahen den beiden nach, bis sie verschwunden waren. Shinjiro atmete hörbar aus, und Jarred schaute leicht grinsend zu seinem Freund. Er konnte sich vorstellen, dass in Shinjiro gerade ein Berg von Anspannung abgefallen war. 

„Noch ein paar Minuten länger und ich wäre verdurstet“, kommentierte Shinjiro und wollte sich etwas zu trinken holen, als erneut ein Offizier die Brücke betrat und Prinz Roland ankündigte. Ein klein wenig frustriert drehte er sich um und erwartete mit Jarred den Kronprinzen. Roland trat nach wenigen Augenblicken ein und begrüßte seinen Vater mit seinem wohlklingenden französischen Akzent: „Vater, isch gratuliere ihnen, zur gewonnenen Schlacht.“ Und gab seinem Vater die Hand. Jarred nahm die ausgestreckte Hand seines Sohnes entgegen und zog diesen zu sich heran. Mit der anderen Hand klopfte er Roland auf die Schulter und sagte stolz, wie es nur ein Vater tun konnte: „Ich gratuliere dir, mein Sohn, deine Arbeit war bemerkenswert!“ 

Daraufhin wandte sich Jarred mit Roland, den er nicht losließ, Captain Hikari zu: „Shinjiro, mein Sohn, Roland!“ Und er klopfte ihm noch einmal mit der rechten Hand auf die Schulter. Der Angesprochene verfolgte die Szene. »Roland!«, erinnerte sich Shinjiro. Damals war der Prinz noch ein kleiner Junge von vielleicht 7 Jahren gewesen. Aus dem Knirps von damals war ein gut aussehender junger Mann geworden!“, stellte Shinjiro nickend fest. „Ja, Jarred konnte zurecht stolz sein!“, ging es Shinjiro durch den Kopf, als er an die beiden herantrat. Er gratulierte dem Kronprinzen ebenfalls. „Captain Hikari, es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen, ich kenne viele Geschichten über Sie.“ Sprach er in seinem französischen Akzent mit dem Captain. „Ich hoffe nur die Guten!“, sagte Shinjiro und sah Jarred dabei an. König Jarred grinste und nickte: „Natürlich! Gibt es denn auch anderes?“, fragte Jarred mit einem sehr vielsagenden Unterton. 

Absatz 5

Ramrod hatte seine endgültige Parkposition erreicht, wo die Rettungseinheiten bereitstanden, um sich um die angemeldeten, Verletzten im Hangar des Friedenswächters zu kümmern. Colt jubelte: „Juhuuu, endlich wieder festen Boden unter den Füßen!“ und er fuhr seine Systeme herunter und stand aus seiner Satteleinheit auf, um den Boden auch zu genießen. 

Fireball ließ die Triebwerke nach diesem anstrengenden Kampfeinsatz langsam herunterfahren. „Geschafft!“, dachte er erschöpft und ließ den rechten Sidestick für die Bodenkontrolle los. Als er das tat, wurde ihm schwindlig und er schüttelte leicht seinen Kopf und verspürte den Drang, etwas zu trinken.

„Over and out.“, waren Sabers letzte Worte, als er die Verbindung zum Tower trennte. Alles, was er jetzt wollte, war, aus seiner Satteleinheit aufzustehen, zu duschen und in sein Bett zu fallen. Letzteres würde jedoch so früh nicht geschehen, aber das Aufstehen konnte er direkt in die Tat umsetzen. Er schälte sich aus seiner Einheit und fühlte sich dabei wie ein 80-Jähriger. Er streckte sich durch und lief einige Schritte langsam umher und beschloss, sich erst einmal von seinem Kampfanzug zu trennen, und verließ die Brücke, auch um einen Moment Ruhe zu haben. 

Colt wollte es seinem Boss gleich tun, aber entschied sich erst einmal für Flüssigkeit, in Form eines Energy Drinks: „Der holt die alten Lebensgeister wieder zurück, na ja, fast“, kommentierte er, als er sich die Dose genauer ansah, und trank sie leer. Danach schaute er zu Fireballs Satteleinheit, denn sein Hombre war immer noch verdächtig ruhig.

Captain Lorenz, der Captain der Air Base, war auf dem Weg zur Ramrod-Einheit. Schließlich waren einige seiner Männer während des Kampfes am Bord des Friedenswächters gestrandet, und er wollte nachsehen, wie es ihnen ging. Als er dort ankam, hob bereits ein Rettungshubschrauber ab. Tom, ein Pilot seiner Einheit, trat an den Deutschen heran. „Wie schaut es aus?“, wollte der Lorenz, der seine Sonnenbrille auf der Nase trug, wissen. „Phillips hat es ganz schön erwischt und wurde auch gerade abgeholt“, sagte er betrübt und zeigte in Richtung Hubschrauber, der schon nicht mehr zu sehen war. Lorenz nickte und ging an Bord, um persönlich nach den anderen zu sehen!

Absatz 6

Eagle begleitete seine Tochter nach draußen, auch vor der Peacekeeper 7 standen einige Ersthelfer bereit. „April, schaffst du es von hier alleine? Ich habe noch etwas zu tun!“, fragte er sie besorgt und atmete erst einmal tief die frische Luft ein. April schaute sich um, die Luft tat ihr auch gerade sehr gut. Sie blickte zu ihrem Vater, der sehr erschöpft aussah: „Daddy, möchtest du dich nicht erst einmal etwas ausruhen?“ Weiter kam sie nicht, denn ihr Vater drückte ihr in diesem Moment einen Kuss auf die Stirn. Danach wandte er sich Richtung Royal Monarch Supreme, wo General Whitehawk und einige andere in eine schwarze Limousine stiegen und von der Militärpolizei eskortiert wurden. April sah ihrem Vater nach.

Captain Hikari folgte Prinz Rolands Bericht eher halbherzig, und ging auf seinen Platz, um endlich etwas zu trinken. Er griff nach einer kleinen Flasche und öffnete diese direkt und setzte sich. König Jarred verabschiedete seinen Sohn und übergab ihm die Verantwortung für die kommenden Schritte. Jarred sah sich um und musterte seinen Freund, der im zweiten Kommandositz mit  geschlossenen Augen saß. Jarred konnte sich nur ansatzweise vorstellen, wie Ko sein Freund sein musste. Einen Dimensionssprung stellte sich Jarred nicht als Wellnessausflug vor, dann das Kampfgeschehen und obendrauf 16 Jahre Abwesenheit, ohne zu wissen, was mit einem geschah – das alles musste verdaut werden. Er sprach ihn leise an: „Shinjiro!“

Doch Shinjiros Gedanken fixierten sich gerade in eine andere Richtung. Als er Roland gesehen hatte, musste er auch an seinen Sohn denken, der damals noch ein Baby gewesen war, und vor seinen inneren Augen erschien das Bild eines properen 6 Monate alten Babys, das heute knapp 17 Jahre alt sein musste. Doch davon hatte er kein Bild in seinem Kopf…  

„Shinjiro!“, riss ihn eine feste Stimme aus seinen Gedanken. 

Erschrocken riss er seine Augen auf und blickte in Jarreds ernstes Gesicht vor sich. Shinjiro atmete tief ein, um den Schreck sacken zu lassen: „Mensch, erschreck mich doch nicht so!“, kam es von ihm, und er setzte sich schnell auf. Jarred grinste: „Entschuldige! Aber ich hatte dich schon mehrmals angesprochen!“, gab Jarred wieder ruhiger zu verstehen! „Ich muss dir noch etwas sagen.“ Begann Jarred erneut und setzte sich neben seinen Freund. 

In diesem Moment eilte ein Offizier auf die Brücke und stoppte vor dem Kommandostand, wo der König und Captain Huikari sich gerade unterhielten. Jarred wandte sich darauf dem jungen Mann zu und dachte tatsächlich über ein „Bitte nicht stören“-Schild nach. „Was gibt es denn?“, fragte Jarred ein klein wenig genervt. Der Offizier ließ vermelden, dass er von Captain Lorenz geschickt worden sei, da es auf Ramrod einen Zwischenfall gegeben habe, betreffend den Piloten. 

Der König bedankte sich und der Offizier verließ die Brücke. Jarred wandte sich darauf direkt Shinjiro zu, der gerade sein Wasser leerte. Jarred stieß Shinjiro an und sagte: „Los, komm mit!“ Der Japaner riss erstaunt seine Augen auf. „Was? Warum?“ fragte er, aber folgte Jarred direkt. Irgendwo musste er den Faden verloren haben, und er fragte, während sie eilig durch die hellen Gänge der Monarch Suprime liefen: „Was ist mit dem Piloten? Ramrod ist das Rettungsschiff, da ist alles vor Ort, was man benötigt, um Verletzte schnell zu versorgen!“, erklärte Shinjiro, als er Jarred einholte. Jarred hörte die Worte seines Freundes und nickte nur. 

Als sie an der Rampe angekommen waren, stoppte Jarred und drehte sich zu Shinjiro um und schaute ihn ernst und besorgt an: „Der Pilot … ist dein Sohn“, erklärte Jarred schnell. 

Doch für Shinjiro zogen sich diese Worte durch sein Bewusstsein, und als er sie vollkommen erfasst hatte, trat er einen Schritt zurück und sah seinen Freund völlig überfahren an, als er leicht begann, mit seinem Kopf zu schütteln. Seine Lippen formten ein lautloses: „Was?“ Jarred nickte ernst. 

Ein Shuttle hielt vor der Rampe der Royal Monarch.

Absatz 7

Colt hockte sich langsam neben Fireballs Satteleinheit und wandte sich seinem erschöpften Freund zu: „Hey Hombre, wir haben es geschafft, komm, ich helfe dir raus, alter Mann!“, versuchte der Cowboy Fireball aufzuheitern und grinste ihm kraftspendend zu. Fireball blickte zu Colt, sah ihn aber nur verschwommen vor sich. Da stieg Panik in ihm auf und er fing an, am ganzen Körper unkontrollierbar zu zittern und schnappte nach Luft. Colt reagierte sofort, er wusste, was los war. Und zog seinen Freund geistesgegenwärtig aus seiner Satteleinheit und legte ihn auf den Boden auf die Seite und begann, ihn von dem sperrigen Kampfanzug zu befreien. 

Unter dem trugen sie ein T-Shirt und eine leichte, atmungsaktive Hose, die jedoch für Kompression sorgen konnte. Diese Hose war ein integraler Bestandteil des Kampfanzuges, sodass Kleidung und Anzug eine wichtige Funktion erfüllten. 

Saber, der in dem Moment die Brücke betrat, sah, wie Colt Fireball aus der Satteleinheit zog. Auch er reagierte sofort und rannte Richtung Hangar, wo sich die Rettungskräfte befanden, um schnell Hilfe zu organisieren. Colt hatte alle Hände voll zu tun, sein Kumpel wollte gar nicht mehr aufhören zu zittern. Aus dessen Satteleinheit zog er eine Sauerstoffmaske und hielt sie Fireball über Mund und Nase. Mehr konnte der Cowboy gerade nicht tun. Colt fasste Fireball an die schweißbedeckte Stirn, sie war eiskalt.

„Hilfe ist gleich da, Hombre!“, sprach Colt ruhig mit seinem Freund, mit einem sehr besorgten Ton. Der Cowboy musste sich innerlich zur Ruhe zwingen und sprach Fireball immer wieder an, denn dieser wechselte im Sekundentakt zwischen Bewusstsein und Ohnmacht. Nicht einmal eine Minute später betrat ein Rettungsteam zusammen mit Saber die Brücke und lösten den Cowboy ab.

Colt trat zur Seite und blickte zum Eingang der Brücke, wo Saber und Captain Lorenz standen. Saber drückte seinen Daumen und Zeigefinger fest an seinen Nasenrücken und drehte sich der Wand zu: „Scheiße!“ Ein Wort, das er praktisch nie benutzte, kam über seine Lippen, doch es fasste den ganzen Tag und diese Situation gerade am besten zusammen. Captain Lorenz beobachtete die Szene und ging wieder von Bord. 

Colt eilte nun zu Saber, er wusste, dass sich der Schotte gerade ungeheuerliche Vorwürfe machte.

Absatz 8

Kommander Eagle erreichte die Royal Monarch, als König Jarred gerade sein Schiff verließ. Aber noch auf der Rampe eine Unterhaltung führte. „War das etwa Hikari?“, fragte er sich und kniff seine Augen etwas zusammen, um den Mann neben dem König besser zu sehen. Der Kommander musste tatsächlich zweimal hinschauen. 

König Jarred ging schnellen Schrittes die Rampe hinunter und direkt auf das Shuttle zu. Shinjiro folgte Jarred. Kommander Eagle lief jetzt etwas schneller zu den beiden und erwischte sie, bevor sie in das Shuttle stiegen.

„Eure Hoheit!“ Jarred und Hikari blieben stehen: „Kommander Eagle!“ Begrüßte Jarred Charles etwas lauter, damit Shinjiro wusste, wer da gerade auf sie zukam. Die Augenbrauen des Japaners gingen nach oben und sein Mund formte ein stilles, kaum hörbares: „Ah!“ Und nickte Eagle zu und wandte sich darauf aber auch gleich wieder Jarred zu. 

Kommander Eagle erwiderte, Hikaris’ nicken mit einem kurzen Salut. Doch musste Charles feststellen, dass er sich gerade wohl auf einem neuen Schlachtfeld befand. Der König und Hikari hatten da wohl gerade eine Situation. Wie war das möglich, die beiden hatten sich doch 16 Jahre nicht gesehen und gerieten direkt aneinander. Charls fand, dass diese Szene eine gewisse Komik hatte. Fand Charles.

„Steig ein, wir fahren zu ihm.“, hallte König Jarreds Stimme autoritär und holte sowohl Charles aus seinen Gedanken als auch Shinjiro aus seinem Redefluss. Kommander Eagle war zu perplex von dieser Szene. Shinjiro blickte Jarred enst entgegen, doch stieg dann nach wenigen Sekunden schweigend in das Shuttle. Jarred nickte Charles zu, „Kommander!“ und stieg ebenfalls schweigend ins Shuttle und die Schiebetür wurde schnell geschlossen, und weg waren sie auch schon. Noch bevor Kommander Eagle etwas sagen konnte, hatten sie ihn doch glatt hier stehen lassen! Eagle sah dem Auto nach und musste etwas grinsen. Shinjiro sah zwar etwas verändert aus, aber dessen Art hatte sich gerade vollkommen in dieser kurzen Szene widergespiegelt.


Auf Ramrod ertönten ununterbrochen Pieptöne von verschiedenen Geräten, die Fireballs Kreislauf überwachten. Der Arzt gab Anweisungen, die Rettungssanitäter lagen Infusionen und bereiteten Medikamente vor. Ein anderer hielt ihm eine Beatmungsmaske über Mund und Nase und stand im Kontakt mit dem Hospital, in das sie den jungen Piloten bringen würden. 

Fireball wechselte immer noch zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit. Colt stand vor Saber und hielt ihn bestimmend an den Schultern. Der Schotte machte sich große Vorwürfe. Schließlich hatte er doch gewusst, dass es Fireball nicht gut ging, und was macht er als Captain? Er nimmt diesen Einsatz an, obwohl sie davor schon in zwei Kämpfe verwickelt gewesen waren. 

Colt zog Saber etwas beiseite. Sollte das jetzt so weitergehen, würde der Schotte der Nächste in einem Krankenhaus sein, war sich Colt sicher! Der Cowboy schob den mentalen Breakdown seines Bosses gerade auf den gesamten Tag: „Päh!“ Dachte sich Colt, was heißt Tag, sie waren bereits seit mehr als 12 Stunden im Einsatz gewesen, als der Notruf kam. Er zwang Saber, sich zu setzen! Saber tat es und lehnte sich an die kühle, metallene Wand der Brücke. Colt holte was zu trinken und drückte es den Schotten in die Hand.

„So, nun hör zu, Säbelschwinger!“ Saber schüttelte mit seinem Kopf und zog ein Bein zu sich heran, auf dessen Knie er seinen rechten Ellenbogen stützte. Er trank einen großen Schluck und verzog darauf sein Gesicht. Es war ein Energy-Drink, den Geschmack von flüssigen Gummibärchen mochte er überhaupt nicht, und ging sich darauf mit der Hand durch seine verschwitzten blonden Haare. Colt ließ nicht locker: „Es bringt Fire jetzt nichts, wenn du dir dafür die Schuld gibst.“ Und Colt zeigte Richtung Fireball, um den sich gut gekümmert wurde. „Das waren diese ganzen …“ Colt suchte nach einem Wort dafür. „Umstände.“, fiel es ihm ein: „Und das ist jetzt leider das Resultat.“ Sprach der Cowboy zu seinem Boss und hoffte, dass Saber ihm zuhörte. 

Der Schotte lachte den Cowboy ironisch, ja fast frech entgegen. Als Colt das vernahm, zog er Saber, ohne Vorwarnung nach oben: „So, jetzt reicht es!“, kam es leicht sauer vom Cowboy, und stellte Saber ruckartig auf, schlug ihn fest gegen die Schultern und sagte: „Komm, wir ziehen das jetzt gemeinsam durch! Danach bringe ich dich in ein Hotel, okay?“ Saber bekam langsam seine Fassung wieder zurück und atmete einmal tief ein und aus. „Wenn du bezahlst!“, kam es in einem gewohnten Tonfall von Saber. Colt verzog leicht sein Gesicht. „Typisch Schotte!“, dachte er sich, aber er grinste, sein Boss war wieder da: „Na bitte, geht doch!“, sagte er stolz zu sich und war zufrieden! „Ja, dafür würde er seinen kleinen Kuhhirten Sold opfern.“

Absatz 9

Vor Ramrods Rampe hielt das schwarze Shuttle des Königs. Captain Lorenz eilte zu dem Wagen und die Tür schob sich automatisch auf. Jarred stieg aus und Lorenz salutierte eilig. 

„Captain Lorenz!“ Begrüßte der König den Captain der Air Base. Shinjiro, der gleich darauf hinter Jarred ausstieg, hörte den ihm bekannten Namen und trat vor seinem ehemaligen Freund und Wingman. Die beiden sahen sich einige Momente schweigend in die Augen, bis Lorenz begann, leicht zu grinsen, bevor er vor seinem Captain salutierte. Captain Hikari erwiderte den Salut. „Was ist los?“, fragte er, und Captain Lorenz zeigte auf Ramrod, während er vorlief: „Auf der Brücke!“ Und zeigte den beiden den Weg.

Die Sanitäter hatten Fireball bereits auf eine Trage gelegt. Er musste so schnell wie möglich ins Krankenhaus.

Captain Lorenz betrat eilig die Brücke: „Der König.“ Meldete er an und trat, auch schon direkt zur Seite. Saber und Colt sahen sich überrascht an und strafften sich durch. Saber ging sich durch seine Haare, um noch schnell zu richten, was zu richten war, und stieß Colt an: „Danke“, murmelte er, der Lockenkopf nickte nur stumm.

Kurze Zeit später empfing Saber den König zusammen mit Captain Hikai? Auf seiner Brücke. Sabers Stirn legte sich in Falten. Mit so einer Konfrontation hatte der Schotte nicht gerechnet. Doch im nächsten Moment wurde es Saber auch wieder klar, der Captain, war schließlich der Vater seines Piloten, so salutierte er und Colt trat näher hinter Saber heran und wusste nicht, ob das jetzt so gut war, und ließ den Captain nicht aus seinen Augen. 

Der König erkundigte sich derweil bei einem Sanitäter: „Was ist passiert?“ Der Angesprochene blickte den König an und gab Auskunft. „Kreislaufzusammenbruch, eure Hoheit, er ist gerade mal stabil genug für den Transport.“ König Jarred bedankte sich und beobachtete Shinjiro, der langsam auf die Trage zuging und stehen blieb, um einen flüchtigen Blick auf seinen Sohn zu erhaschen. 

In Shinjiro blieb gerade Raum und Zeit stehen, sein Herz raste und er spürte, wie das Blut in seinen Ohren vibrierte. Alles schien in Zeitlupe abzulaufen, so kam es nicht nur ihm, sondern auch Jarred vor. Saber und Colt schlucken, was für ein Moment, der sich da vor ihren Augen abspielte. Und ihr Freund bekam wahrscheinlich davon gar nichts mit. 

Da trat ein Sanitäter vor dem Captain heran und fragte etwas harsch: „Wer sind sie?“ Und stellte sich in das Sichtfeld des Captains. Doch das brachte Shinjiro kurz zurück ins Hier und Jetzt, doch er hatte keine Worte und sah den Mann vor sich nur still an. König Jarred, trat hinter Shinjiro: „Es ist in Ordnung, er ist der Vater!“, sagte er zum Sanitäter, und dieser machte darauf schnell wieder Platz und ging zu dem Arzt: „Dr. Laurent, der Vater ist anwesend!“ Der Arzt hatte gerade die Sedierung gesetzt und sah zur anderen Seite der Trage. Der Doktor nickte dem Captain zu und begann, diesen wie selbstverständlich aufzuklären, und teilte seine ersten Diagnosen mit. 

Shinjiro hörte alles wie im Hall, er konnte seinen Blick nicht von seinem Sohn abwenden, jeden Zentimeter seines blassen Gesichts, musterte er. Langsam streckte er seine Hand aus und berührte mit seinem Handrücken die kalte Stirn seines Sohnes. „Shinji!“, flüsterte er.

„Er wird sie nicht hören, Sir, die Sedierung wird gleich wirken.“, sagte der Sanitäter. Und doch kam Fireball in diesem Moment wiedereinmal kurz zu Bewusstsein und öffnete schwerfällig seine Augen. 

Captain Hikari beugte sich einige Zentimeter nach vorn und blickte seinem Sohn das erste Mal nach 16 Jahren in die Augen. 

Fireball schaute in das Gesicht eines Mannes, dessen Umrisse er nur schemenhaft wahrnahm, und es wurde um ihn herum schwarz. 

„Die Sedierung wirkt!“, stellte der Arzt fest, und das Rettungsteam schob Fireball eilig von der Brücke. Der Arzt teilte dem Captain noch mit, in welches Hospital sie ihn bringen. Und weg waren sie und es wurde still auf der Brücke des Friedenswächters. 

Bis Shinjiro eine starke Hand auf seiner rechten Schulter spürte, die ihn einmal fest durchruckte: „Das Girard Hospital ist das Beste in Jarr, ich habe angeordnet, dass alle Schwerverletzten dort hingebracht werden“, erklärte der König ruhig. Shinjiro sah Jarred daraufhin nur stumm an, Jarred konnte diesen Blick gar nicht zuordnen, hielt ihm aber stand. Doch Shinjiro nickte nach einigen Augenblicken Jarred langsam zu. „Komm, wir fahren auch!“, sagte Jarred, um seinen Freund aus seiner Starre zu erlösen. Captain Lorenz begleitete den König und den Captain.


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