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Absatz #1
Es war bereits später Mittag, als Saber das Oberkommando betrat. Die neuen Nachrichten, die der Cowboy ihm heute Morgen überbracht hatte, ließen ihm keine Ruhe. Sie wussten alles, wo jeder wohnte, wer mit wem zusammen war, selbst intimste Details schienen ihnen bekannt zu sein. Dieser Gedanke jagte dem Highlander einen kalten Schauer über den Rücken.
Dazu kam, dass Robin und Colt ihre Hochzeit verschoben hatten, die angespannte und zum Teil auch gefährliche Lage ließ keine Feierlichkeiten zu. Dem Schotten tat es leid für die beiden, gerade in Zeiten wie diesen hätte ein Moment des Glücks gut getan, doch niemandem war nach ausgelassener Freude zumute. Saber schaute auf seinen Communicator, Captain Lorenz war bereits als Befehlshaber eingeloggt. Saber wollte gerade auf dessen Büro zusteuern, als sein Blick ins Offizierskasino fiel. Dort saß Commander Eagle, allein an einem Tisch, kurz entschlossen änderte Saber die Richtung. Ein Kaffee und vielleicht ein paar klare Gedanken, konnten jetzt nicht schaden.
„Commander…“ machte der Schotte auf sich aufmerksam, als er an den Tisch von Eagle trat. Charles hob den Blick und musste unwillkürlich lachen: „Es ist verrückt. Noch immer werde ich mit Commander angesprochen“, sagte er kopfschüttelnd, wobei ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen lag und zeigte mit einer einladenden Geste auf den freien Platz neben sich. „Setzen Sie sich, Richard.“ Saber lächelte entschuldigend und nahm Platz: „Verzeihen Sie, Sir, es war eine lange Nacht.“

Eagle nickte langsam, sein Blick wurde ernster: „Das kann ich mir vorstellen. Gibt es bereits Neuigkeiten?“ wollte Charles direkt wissen. Saber nickte: “Es besteht keine Lebensgefahr, das ist erst einmal beruhigend, Genaueres weiß ich noch nicht!” Eagle stellte seinen Kaffee auf die Untertasse: “Das ist gut zu hören, nicht auszudenken, wenn …” Eagle sprach es nicht aus. Saber nickte nur stumm: “Ja, es hätte verdammt schiefgehen können, hätte Colonel Hikari die Situation nicht richtig eingeschätzt!” Eagle sah zu Saber, “Ja, die Task Force Einheiten müssen in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, wen sie erschießen und wen nicht!” kam es ernst vom Mentor Eagle. Saber schaute schnell zu Eagle und hatte sich bei den Worten etwas erschrocken, aber er hatte ja recht. Und Eagle erzählte weiter: “Die Task Force Einheit des Oberkommandos hatte ich in meiner Zeit sehr vernachlässigt, erstaunlich, wie schnell sie sich fast verdoppelt hat.” fügte Eagle noch mit an.
Saber erinnerte sich an die Stürmung der Outrider Basis und fragte sich im selben Moment, ob die neue Munition schon ausgewertet wurde, welche die Outrider verfolgen sollten, das wäre mal interessant in Erfahrung zu bringen. “Richard, wenn Sie Hilfe bei etwas benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, ich kann auch für ein paar Stunden einspringen, das wäre kein Problem!” bot Eagle sich an. Saber stand auf: “Danke Sir, ich komme gerne darauf zurück!” Und die beiden verabschiedeten sich vorerst einmal.
Im Büro des First Grad begrüßten der Schotte und Lorenz: “Er ist wach!” sagte der Captain der Air Base und schaute weiter auf einen gerade eingetroffenen Bericht. Saber atmete tief ein: “Das ist gut!” sagte er und schob sich einen der drei Sessel hinter dem Schreibtisch: “Was gibt es Spannendes?” fragte der Schotte den Deutschen. Lorenz zeigte auf den Monitor: “Das ist das Signal, es wird schwächer, ich überlege, ob wir hinfliegen sollten!” Saber beobachtete die Veränderungen und nickte: “Das hatte Captain Hikari eh vorgehabt!” und überlegte weiter: “Es sollte unauffällig geschehen, solange wir nicht wissen, was es ist!” fügte er hinzu.
Lorenz ließ nun vom Monitor ab und drehte sich zu Saber: “Ich werde mit den neuen Jets hin fliegen und außerhalb der Koordinaten und Messungen vornehmen.” Saber nickte: “Alamo soll, wenn es erforderlich ist, mit einem Kampfschiff nachkommen.” Lorenz schüttelte mit dem Kopf: “Nein!” sagte Lorenz und öffnete eine weitere Datei: “Er hat den Einsatz schon fertig!” Saber sah sich den Plan an: “Ramrod, soll das Begleitschiff sein!” Saber dachte nach: “Dann wäre nur noch Rosso im Oberkommando und dieser soll sich auf irgendwas anderes konzentrieren.” kam es von Saber. Captain Lorenz ging sich über seine Augen: “Mist, das hatte ich nicht bedacht, mit hin und zurück, wenn nichts dazwischen kommt, sind wir 5 Stunden unterwegs!” Saber sah sich den ausgearbeiteten Einsatzplan von Captain Hikari an, der eine Zeiteinheit von sieben Stunden ausgezeichnet hatte, mit allen Variablen. “Mentor Eagle?” fragte Saber. Lorenz lehnte sich zurück: “Ich werde auch König Jarred Bescheid geben, sodass er sich ab und zu mit ihm kurzschließen kann!” Lorenz nickte: “Gut, so machen wir es, Abflug ist in einer Stunde!” beschloss Lorenz und stand auf, um sich fertig zu machen.
Saber nickte und stellte eine Verbindung zu Colt her, der so schnell wie möglich ins Oberkommando kommen sollte. Auf dem Weg zu Eagles Büro telefonierte er mit dem Sekretär des Königs, da erfuhr er auch, dass der König soeben seine Residenz außerhalb von Yuma bezogen hatte, der König würde sich zu gegebener Zeit bei ihm melden.
Absatz #2
Colt raste durch Yuma, einmal hatte es bereits geblitzt, doch das war ihm in diesem Moment gleichgültig, er hatte eine Einsatz. Im Parkhaus sprang er aus dem Wagen und rannte zur Gangway und ging an Bord des Friedeswächters, mehr als ein knappes Nicken zur Begrüßung, richtung April und Alex blieb nicht, während er sich bereits seinen Kampfanzug über streifte, die Einsatz Routine lief automatisch ab. Alex war startklar und der Säbelschwinger würde auch jeden Moment eintreffen. Colt fuhr die Waffensysteme hoch.
Ein tiefes Vibrieren ging durch das Deck, draußen heulten bereits die startenden Jets auf. Colt blickte auf und blickte zum Panoramafenster:„Was ist los?“ fragte er und Alex stellte sich neben den Cowboy: „Das wissen wir, sobald Richard an Bord ist. Wir sind startbereit“ Colt nickte: “Na dann!” sagte er kurz und setzte sich in seine Einheit.
Eagle sah den Jets beim Starten zu, auch Ramrod würde in wenigen Minuten starten, welche Mission sie hatten, wusste er nicht, das blieb ihm als Mentor verborgen. Doch es musste eine angesetzte und vorbereitete Operation sein und als Ramrod schließlich abdockte, blieb sein Blick auf dem Friedenswächter ruhen, schließlich war April mit an Bord und jedes Mal, wenn sich das Massige Kampfschiff vom Boden löste, kehrte sie zurück, diese leise, hartnäckigen väterlichen Sorgen.
Die Star-Sheriffs sind wieder unterwegs und ein Lächeln konnte sich Eagle nicht verkneifen und drehte sich darauf auch gleich um und setzte sich.

Fireball stürmte die Treppe hinunter, nahm die letzten Stufen beinahe im Flug und riss ohne Vorwarnung die Tür zum Wohnzimmer auf. Sein Großvater fuhr erschrocken herum und griff sich theatralisch an die Brust. Royu, der sich meist in solchen Dingen unter Kontrolle hatte, war ebenfalls zusammengezuckt und betitelte seinen Neffen mit einem Blick, der zugleich fragend und genervt war: „Was ist los?“ fragte er, während er eine Schritt auf Fireball zuging: „Brennt das Haus? Greifen die Outrider an? Oder hast du vergessen zu klopfen?“ Fireball rollte darauf innerlich mit seinen Augen und sein Großvater trat jetzt auch interessiert an ihn heran.
“Die Farm ist verkauft!” und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Royu schaute seinen Neffen sauer an: “Deswegen verschaffst du uns einen halben Herzinfarkt? Aber gut, dann ist das Thema ja erledigt!” sagte er und drehte sich wieder um. Fireball riss seine Augen auf: ”Gut? Daran ist gar nichts gut!” erwiderte er Richtung Royu, doch dieser winkte ab und verschwand in der Küche.
Fireball schleuderte die ausgedruckten Unterlagen, die er zuvor seinem Vater gegeben hatte, auf den Wohnzimmertisch, wo die Blätter sich auseinander fächerten. „Nur weil er sich nicht einmischen wollte!“ sagte er wütend. Sein Großvater trat nun langsam an den Tisch heran, klopfte Fireball mit einem Finger leicht gegen die Stirn und setzte sich ihm gegenüber. Fireball beobachtete ihn einen Moment und seine Schultern sanken ergeben nach unten: „Entschuldige“, murmelte er schließlich. „Ich wollte dich nicht so erschrecken.“ Der ältere Mann hob seinen Blick und nickte.
“Mich hast du auch erschreckt!” sagte Royu, der aus der Küche kam und das Wohnzimmer verließ. Fireball sah ihm nach und pustete Luft aus. “Was ärgert dich jetzt, Shinji?” fragte der ältere. Doch Fireball verschränkte nur seine Arme vor der Brust.
Der ältere nickte nach einigen Augenblicken: “Wie weit bist du mit deinen Aufgaben?” Fireball riss seine Augen auf: “Was?” fragte er, stand auf und verließ das Wohnzimmer. “Shinji!” rief ihn sein Großvater nach.
König Jarred schritt durch die weitläufigen Flure seiner Residenz auf Yuma. Sein Blick glitt prüfend über jedes Detail, er wollte mit eigenen Augen sehen, dass alles vorbereitet war. Vor zehn Minuten hatte er noch mit Roland telefoniert. Auf Jarr war alles in bester Ordnung und Roland würde die anstehenden Empfänge und Staatsbesuche in seiner Vertretung übernehmen. „Tja, das nennt man wohl, ins kalte Wasser geschubst zu werden“, und Jarred musste bei dem Gedanken unwillkürlich schmunzeln. Doch er wusste, dass Roland bereit war und sich sein Sohn über diese mehr Verantwortung sogar freute. Roland würde seine Aufgaben gewissenhaft erfüllen, vielleicht sogar mit einer Frische, die dem Hof gut tun würde.

Heute Morgen hatten Captain Lorenz und General Whitehawk ihre Zustimmung gegeben, dass der königliche Leibarzt Dr. Morel die medizinische Versorgung des First-Grad übernehmen sollte, bis Shinjiro wieder einsatzfähig wäre. Wäre das neuerliche militärische Bündnis zwischen Jarr und dem Neuen Grenzland nicht geschlossen worden, hätte Jarred diese Befugnis auf Yuma nicht besessen. Ein leiser Gedanke der Genugtuung huschte durch seinen Kopf. So jedoch hatte er das Recht, den First-Grad behandeln zu lassen, sofern dieser es zuließ und das würde er, nun ja … bis zu einem gewissen Grad, dachte Jarred und musste grinsen, Shinjiro war nun nicht gerade jemand, der freiwillig das Bett hütete.
Der behandelnde Chefarzt des Yuma Bay hatte sich zunächst deutlich gegen eine so rasche Verlegung ausgesprochen. Doch im Hinblick auf die Sicherheit seines Patienten und angesichts der abgeschirmten Möglichkeiten hier in der Residenz hatte er schließlich eingewilligt. Alles Notwendige war vorbereitet. Medizinische Geräte standen diskret bereit, das Zimmer war ruhig, geschützt und nicht einsehbar, wie die meisten Zimmer im Herrenhaus. Jarred ließ den Blick noch einmal durch den Raum schweifen. Dann nickte er langsam und wandte sich ab.
Jarreds Schritte hallten gedämpft über die dicken Teppiche, die den langen Korridor säumten. An den Wänden schimmerten dunkle Holzvertäfelungen im warmen Licht und es hingen großformatige Gemälde in schweren, vergoldeten Rahmen daran. Der Duft von frisch poliertem Holz und Leder lag in der Luft. Massive Möbel aus dunklem Nussbaum standen zwischen den hohen Fenstern, deren schwere Vorhänge aus weinrotem Samt das einfallende Licht weich filterten. Alles wirkte ruhig, gediegen und von zeitloser Eleganz, eine Villa, die Macht nicht zur Schau stellte, sondern selbstverständlich ausstrahlte.
Jarred schaute auf seine Uhr, bis Shinjiro eintraf, blieb ihm noch etwas Zeit, einen kleinen, längst überfälligen Besuch im Garten zu tätigen.
Die Gärtner waren bereits dabei, die Wege freizuschneiden und sorgfältig zu säubern, damit sich der König und seine Gäste hier wohlfühlen konnten. An allen Ecken wurde gegossen und feine Wasserbögen glitzerten im Sonnenlicht und deren Wassertropfen legten sich kühl auf Kies und Beete nieder. Der Sommer versprach, heiß zu werden. Es war erst Ende Mai und doch fühlte es sich bereits an wie Mitte Juli.
Nachdem er einige Worte mit dem Gärtner gewechselt hatte, ging er weiter und ließ die Ereignisse noch einmal Revue passieren. Die Kameras waren inzwischen im Hochsicherheitslabor auf Pectos angekommen. Miss Eagle würde sie dort gemeinsam mit Mentor Eagle und einem ausgewählten Kreis von Wissenschaftlern untersuchen. So ganz erschlossen sich Jarred die Zusammenhänge noch nicht, etwas daran ließ ihn nicht los, doch statt voreilige Schlüsse zu ziehen, wollte er die Ergebnisse abwarten. Geduld war in solchen Momenten die größere Stärke, doch davon hatte er leider sehr wenig.
Der Inhalt der sichergestellten Spritze hatte inzwischen eindeutig identifiziert werden können, “Cerephikon” und Jarred spürte, wie sich sein Kiefer anspannte. Dieser Stoff hätte seinem Freund injiziert werden sollen, eine Substanz, die sich an die weißen Blutkörperchen band, dadurch die Blut-Hirn-Schranke überwinden konnte und im Blut selbst nicht nachweisbar war, eine perfide Konstruktion. Die Injektion war bereits gesetzt gewesen und knapp zwei Einheiten waren in Shinjiros Kreislauf gelangt. Was das konkret bedeutete, konnte im Augenblick niemand sagen.
Ursprünglich war „Cerephikon“ für medizinische Zwecke entwickelt worden. Doch es war nie regulär eingesetzt worden, zu groß war die Unsicherheit. Niemand konnte mit Gewissheit sagen, ob sich der Stoff vollständig abbauen würde … oder ob er sich womöglich dauerhaft im Körper ablagerte. So war „Cerephikon“ schließlich aus dem Verkehr gezogen worden. Allerdings hatte man in Waffenlaboren weiter damit experimentiert. In Verbindung mit bestimmten Strahlenwaffen reagierte der Stoff und erhöhte die Strahlenergie, doch auch damit hatte man irgendwann aufgehört und es gab nur noch einen Restbestand von Cerephikon.Nach einigen Metern blieb Jarred abrupt stehen. Für einen Moment schien selbst die warme Frühlingsluft um ihn herum zu erstarren.
Licht, Licht ist Energie und die Laserwaffen basieren auf gebündeltem und präzise regulierbarem Licht. Das Blitzlicht und sein Puls beschleunigte sich. Wenn das stimmte … wenn jemand das Kamerablitzlicht manipuliert hatte … doch in diesem Moment durchschnitt das dumpfe Grollen eines Rotors die Stille des Gartens und ein Hubschrauber setzte zur Landung an und Jarred ging zurück Richtung Herrenvilla.
Absatz #3
Captain Lorenz und sein Wingman hatten die Koordinaten des Signals bereits erreicht und hielten Abstand, um es vorab zu scannen. Lorenz blickte auf seinen Monitor, rief den Rasterortungsschirm auf und überprüfte die Systeme. Dieser Teil des Universums war einfach nur pechschwarz, es gab keinen Orientierungspunkt und sie nährten sich langsam immer weiter an.
„Siehst du auch, was ich sehe?“, fragte Lorenz nach einigen Minuten seinen Wingman. Über Funk kam die Antwort: „Oh ja, und es ist echt unheimlich.“
Der dritte Jet, der als Beobachter diente und das Geschehen aus sicherer Entfernung verfolgte, zog seine Kreise und funkte: „Wenn es grün ist, könnten wir hinfliegen!“ Lorenz schüttelte mit seinem Kopf: „Wir warten, bis die Ramrod-Einheit eintrifft“, sagte Lorenz und nahm das Signal weiter ins Visier, obwohl er innerlich vor Neugier platze.
Zehn Minuten später meldete sich auch schon Ramrod und gab durch, dass sie die Jets bereits auf dem Schirm hatten. Und in der nächsten viertel Stunde eintreffen würden.
Colt hatte April und Alex erzählt, dass seine Hochzeit nicht stattfinden würde, die beiden verstanden es, und es tat ihnen leid, schließlich hatten Alex und April nicht das Hintergrundwissen. Doch nach weiten Augenblicken der Stille, stand der Cowboy auf und ging kurz in die Küche, seine Kehle war staubtrocken und wollte sich ein Wasser holen. Saber folgte ihm.
“Ruf Robin an, sie soll Joshua einpacken, meine Eltern wissen bereits Bescheid!” fiel der Highlander direkt mit der Tür ins Haus, als er die Küche betrat. Colt sah Saber mit großen Augen an. Die beiden sahen sich in die Augen, keiner von ihnen hatte auch nur eine ruhige Minute, seit der letzten Nacht. Es war zu gefährlich für Sincia, Robin und Joshua, um noch länger auf Yuma zu bleiben. Der Schotte nickte, dem Cowboy aufmunternd zu: “Meine Eltern freuen sich!” Colt nickte: “Danke Richard!” Saber nahm sich eine Flasche Wasser: “Und wir konzentrieren uns darauf, dass hier wieder alles sauber wird!” und Colt stieß sich darauf vom Tisch ab und ging wieder Richtung Brücke: “Ja, aber danach gibt es eine Doppelhochzeit!” kam es vom Lockenkopf, dessen Anspannung sich sichtlich gelöst hatte, und Saber folgte ihm fragend: “Von mir aus dreifach oder vierfach..” Colt lachte und setzte sich in seine Satteleinheit.
“Wir haben Sichtkontakt zu den drei Jets Richard.” sagte April. Captain Lorenz schickt uns seine Scans und seinen Rasterschirm. Saber rief diesen auf seinem Modul auf und traute seinen Augen nicht über den Weg, er gab seinen Schirm frei. So konnten seine Teammitglieder es auch sehen.
“Na dann los!” kam es fast übermütig von Colt. Alex sah zum Cowboy: “Das kann eine Falle sein und keine sehr schöne!” Saber nickte: “Jedoch werden die grünen Signale in einem kontinuierlichen Zeitraum immer wieder getaktet.” erwiderte der Schotte. April bereinigte das Signal: “Also muss jemand dieses immer und immer wieder angepasst haben, oder gar die Taktung des Neuen Grenzland kennen.” Saber schaute sich die Kennung bestimmt zum hundertsten male an und überlegte: “Also kann es nur Freund sein!” dachte er etwas lauter nach. “Und Major Lancelot, was halten sie davon?” fragte Lorenz über Funk.
Saber nickte und beschloss: „Wir werden hinfliegen!“ – „Genau das wollte ich hören!“, antwortete der Captain der Air Base: „Wir schleichen mit 20 Grad vor euch, so leise wie die Indianer!“ Da lachte Colt auf: „Als ob ihr leise sein könntet!“ Lorenz grinste: „Dafür sind wir klein und wendig und können schnell abhauen. Ihr seid groß und dick!“ April glaubte sich verhört zu haben und schallte empört durch den Funkkanal: „Ramrod ist nicht dick!“ Das nahm sie gerade sehr persönlich.
Alex musste grinsen und zeigte auf den Cowboy neben sich. „Der da ist dick!“ Jetzt fiel Colt alles aus dem Gesicht und drehte sich in Richtung Alex: „Was?“ Alex lachte auf: „Du kamst vorhin schnaufend an Bord, als hättest du einen Halbmarathon hinter dir. Seit deine Verlobte schwanger ist, nimmst du kontinuierlich zu. Wann hast du das letzte Mal Sport gemacht, Cowboy?“, fragte er noch gemeiner nach. Colt zog die Augenbrauen zusammen: „Dich hebe ich noch allemal!“, kam es darauf eingeschnappt vom Lockenkopf zurück.
Aber Alex hatte nicht ganz unrecht. Sein Kampfanzug klemmte tatsächlich ein wenig um seinen Bauch. Das musste er sich eingestehen, allerdings nicht laut und schon dreimal nicht vor Alex. April kicherte: „Er ist halt mitschwanger. So etwas soll vorkommen!“ meinte sie sich zu erinnern, sowas mal gelesen zu haben. „Ruhe jetzt, sonst steigt ihr aus!“, sagte Colt.
Saber musste doch tatsächlich etwas grinsen, ja, es war ihm auch aufgefallen. Er würde demnächst einen Trainingsplan erstellen lassen und dem Cowboy ein paar Extrarunden im Fitnessstudio des Oberkommandos verpassen. Ihm selbst würde es allerdings auch nicht schaden, seit er Major war, saß er eindeutig zu viel.
Um sie herum war nichts als dunkles All. Wer auch immer hier war, der musste verrückt sein, denn hier gab es nichts, gar nichts. Keine Asteroiden und keine Planeten. Es war die schwarze Ecke des Grenzlandes, so wurde dieser Teil offiziell sogar bezeichnet: „The Black Hole“ wäre passender, dachte sich Alex. „Hier kann sich nur ein Bekloppter wohlfühlen!“ sagte der Pilot, Colt, der seine Systeme überprüfte, um feuerbereit zu sein, nickte nur: „Outrider sind bekanntlich bekloppt!“
Captain Lorenz’ Instrumente zeigten das immer näher kommende Signal an, und zusätzlich hielt er visuell Ausschau: „Okay, ich sehe es. Es ist … Eine Kugel?“ Ein anderes Wort fiel ihm gerade nicht ein.

Colt horche auf und April legte die Außenbordkamera auf den Hauptbildschirm. Die Jets kreisten oberhalb dieser doch schon gewaltigen Kugel. “Ist das die Bowlingkugel eigens Renegades?“ fragte Colt, aber es wäre wohl laut Kennung doch eine für Ramrod, korrigierte er sich in Gedanken. “Das Ding da ist dick!” sagte Colt und zeigte auf den Monitor! “Und was machen wir jetzt damit?” funkte Lorenz, denn in seinen Kofferraum passte das Teil nun nicht. April war aufgestauten und stand am Panoramafenster von Ramrod und betrachtete das Ding da vor ihnen im All und drehte sich gleich darauf um: “Ich werde es nach Waffen scannen!” Saber sah ihr nach: “Gute Idee!” Saber ging von der Brücke, er musste es melden! Es ist der Bereich des Verwaltungsgebiets von König Jarred, er ließ eine TCID Verbindung nach Jarr zu Prinz Roland aufbauen.
Nach wenigen Minuten meldete sich der junge Thronfolger: “Major, was gibt es Wichtiges?” Saber begrüßte den Prinzen: “Prinz Roland, wir haben in Ihrem Gebiet einen Fund gemacht, eine Art Signalkugel, keine feindliche Kennung.” Roland nickte: “Isch kenne dieses Signal und was ist das, eine Kugel?” Saber musste schmunzeln und legte den Prinzen nun den aktuellen Raster und Bild vor. “Die Sprengstoffe und Waffenmessungen waren negativ, eure Hoheit.” fügte Saber noch hinzu, während Roland die gesendeten Daten und Bilder betrachtete.
Der Prinz stand auf und verschwand aus dem Bild und kam nach kurzer Zeit wieder. “Benötigen sie ein Transportschiff, Major?” Saber überlegte Kurz: „Nein, danke Eure Hoheit, wir haben einen Bergungs-Container an Bord.” Roland schickte Saber Koordinaten: “Sie werden dort erwartet, und Saber sah auf die geschickten Koordinaten, es war das Hochsicherheitslabor von Pectos. “Solange wir nicht wissen, was es ist, ist es dort am besten aufgehoben und kann sich in Ihrem Bergungs-Container von der Strahlung abkühlen, damit wir es untersuchen können.” erklärte Roland.
Saber war sehr beeindruckt von dieser schnellen Lösungsfindung des Prinzen: “Danke, Prinz Roland, wir melden uns, wenn wir alles an Bord haben.” – “Isch bitte darum!” sagte der Prinz und beendete die Verbindung. Saber schickte die Daten an April, und er setzte sich wieder in seine Satteleinheit. “Wir nehmen es an Bord mit dem Bergungs-Container.” – “Ob wir das dicke Ding da hinein bekommen?” Fragte Alex etwas fies: “Klappe!” kam es von Colt, der aufgestanden war, um in den Hangar zu gehen.
“Dick!” brummte er und öffnete eine Luke und verschwand darauf gleich wieder auf die Brücke, hinter ihm würde nun alles Luftdicht verriegelt werden, um das Teil an Bord nehmen zu können.
Absatz #4
Hitomi war erleichtert, dass Shinjiro endlich aus diesem Krankenhaus heraus war. Sie hatte dort niemandem mehr vertraut. Hatte nicht sogar ein Arzt versucht, ihn umzubringen? Ihr Blick wanderte zum Bett, der Arzt des Memorial Buy untersuchte Shinjiro gerade noch einmal sorgfältig, um sicherzugehen, dass er den Transport gut überstanden hatte. Er schlief noch und hatte von der ganzen Verlegung nichts mitbekommen. Der Arzt trat zu ihr: „Es ist alles in Ordnung. Er sollte in etwa zwei Stunden aufwachen. Neben seinem Bett liegt ein Sender, falls Sie Hilfe benötigen.“ erklärte der ältere Arzt und verließ das Zimmer. Hitomi nickte nur stumm.
Sie griff nach ihrem Communicator und schrieb ihrem Sohn, dass alles in Ordnung sei. Dann setzte sie sich vorsichtig zu Shinjiro aufs Bett. Für einen Moment erlaubte sie sich, einfach nur dazusitzen und zu atmen. Behutsam strich sie ihm einige Haarsträhnen aus der Stirn und beschloss, als Erstes, wenn er wieder auf den Beinen war, würde sie ihn zum Friseur schicken. Da konnte er machen, was er wollte, dachte sie streng, und musste im nächsten Augenblick beinahe über sich selbst lächeln.
Es klopfte und Jarred trat ein: “Wie geht es ihm?” fragte er und kam näher. Hitomi stand auf: “Soweit gut, er sollte bald aufwachen!” Jarred nickte: “Mit dir hat er die beste Pflegerin, du verwöhnst ihn viel zu sehr!” sagte Jarred und beobachtete seinen Freund und musste grinsen: “Zum Frisör konntest du ihn nicht bewegen?” Hitomi schmunzelte leicht: “Das alte Thema!” sagte sie belustigend. Jarred lachte ebenfalls und drehte sich zu Hitomi: “Du kannst auch gerne hier bleiben.” bot er ihr an, doch Hitomi schüttelte mit ihrem Kopf: “Das geht nicht, wir haben Gäste zu Hause, ich komme jeden Tag, oder schicke Shinji vorbei.” Jarred verstand und verabschiedete sich erst einmal, er hatte gleich noch ein Meeting mit seinen Generälen.
Hitomi goss sich ein Glas Wasser ein, trat an das Fenster des großzügigen Zimmers und öffnete es. Kühle Frühlingsluft strömte ihr entgegen. Einen Moment lang blieb sie reglos stehen, sah hinunter in den gepflegten Garten und dann weiter, über die Mauern des Anwesens hinaus, bis zur fernen Silhouette von Yuma City. Dort ragte der Tower in den Himmel, sein rotes Signallicht blinkte in ruhigem, beinahe mahnendem Rhythmus. Hitomi fixierte ihn. Dort war die Gegenwart. Und dort war die Zukunft. Sie hoffte, dass Captain Lorenz und der restliche Stab alles im Griff hatten! In wenigen Wochen würde ihr Sohn offiziell dem Oberkommando beitreten. Der Gedanke erfüllte sie mit einer leisen, kaum greifbaren Sorge, doch sie war dankbar für den Umstand, dass Shinjiro an seiner Seite sein würde. Dass Shinji nicht noch einmal allem allein ausgesetzt war. Damals hatte sie falsch gehandelt, diese Erkenntnis begleitete sie wie ein leiser Schatten, der auch nach all den Jahren nicht ganz verschwunden war. Shinjiro jedoch machte ihr keine Vorwürfe, stattdessen suchte er die Schuld bei sich, eine Last, die sie ihm gern abgenommen hätte.
Erst zehn Monate war er wieder da, zehn Monate und doch kam es ihr vor wie Jahre. In dieser kurzen Zeit hatten sie begonnen, einen Teil ihrer verlorenen sechzehn Jahre aufzuarbeiten. Nicht alles. Und vielleicht würden sie das auch niemals vollständig können. Zu unterschiedlich waren ihre Zeitlinien verlaufen und doch waren sie stets miteinander verbunden gewesen, durch die Hoffnung, sich eines Tages wiederzusehen. “ich komme wieder“, diese Worte hallten auch heute noch in ihren Ohren nach, es waren die letzten, die er damals zu ihr gesprochen hatte.
Sie war eine der wenigen Menschen, die wussten, wie er in den 16 Jahren gelebt hatte. Sie kannte die Wahrheit über jene, die auf der anderen Seite seine Freunde gewesen waren. Auch wenn sie sie niemals kennenlernen würde, empfand sie eine stille Dankbarkeit ihnen gegenüber. und doch zählte für sie nur das hier und jetzt und das würde sie sich nie wieder nehmen lassen! Es war anfangs nicht immer leicht gewesen, auch wenn es für die meisten außerhalb so ausgesehen hatte. Auf Jarr war alles in kürzester Zeit auf sie beide eingestürzt. Erinnerungen, Trauer und unausgesprochene Fragen, sie hatten kaum Luft holen können. Zeit, sich vorsichtig neu kennenzulernen, hatten sie nicht gehabt. Und doch fragte sie sich manchmal, ob genau das es nicht einfacher gemacht hatte. Sie waren schließlich keine Fremden. Sie waren zwei Menschen, die sich einst in- und auswendig gekannt hatten und die einander nun auf eine andere, reifere Weise neu entdecken mussten und dennoch war da etwas gewesen, das all die Jahre überdauert hatte, ihre Liebe zueinander war niemals erloschen. Gerade in den ersten Wochen auf Jarr hatten sie sich manchmal wie zwei Teenager benommen. Leichtfertig. Unvernünftig. Voller aufgestauter Gefühle. Hitomi lächelte bei der Erinnerung, während draußen das rote Licht des Towers weiter blinkte.
Und doch hatte sie etwas auf Jarr vermisst, eine Gefühlsregung über das Heimkommen, das erst in Japan kam, das muss für ihn wirklich nach Hause kommen gewesen sein. Ansonsten bekam er überall nur zu hören, dass sie ihn brauchten, aber interessieren tat sich niemand wirklich für ihn, das wusste sie und das wusste niemand so gut wie Shinjiro selbst. Aus diesem Grund würde sie niemals in diesen Bereich seines Lebens eintreten, ihn nach seiner Arbeit fragen, es sei denn, er würde von sich aus erzählen, aber das kam so gut wie nie vor. Das ist ihre Aufgabe, ihm diesen Rückzugsort zu schaffen, wo er wie viele sagen verwöhnt wird, denn das sollte er, niemand hatte ihm in den letzten 16 Jahren verwöhnt, er war allein, sie wusste damit kann er umgehen, war er doch so oft auf sich allein gestellt gewesen, auch in seiner Kindheit, obwohl er von so vielen Menschen umgeben war, führte er ein ganz anders leben als alle um ihn herum. Schon lange hatte sie nicht mehr an ihre erste Begegnung gedacht, sie waren noch Kinder gewesen und konnten sich überhaupt nicht leiden. Hitomi grinste, “aber war das wirklich so?”, seit er sie das erste Mal frech angegrinst hatte, das Bild hatte sie immer noch vor Augen, war etwas in ihr geschehen, mit 12 hatte sie mit Jungs überhaupt nichts am Hut, sie waren ihr alle zu laut, zu wild oder einfach nur kleine Draufgänger, die einen starken Mann markieren. Sie müsste Royu eigentlich in Dauerschleife danken, dass er sie damals so veralbert hatte. Sie musste lachen, als ihr Royu auf dem Weg als sie ihn nach Hause brachte, von dem Schraubenladen erzählt hatte: “Ist das nicht toll, da macht ein Mann Schrauben, den ganzen Tag und die Leute gehen dahin, kaufen ein oder zwei und er sitzt da zwischen seinen Schrauben, große, kleine, dicke und dünne, lange und kurze, er muss gute schrauben machen, sonst gäbe es ja sein Geschäft gar nicht.” Hitomi lachte auf, das hatte diesen Knirps damals richtig beschäftigt, ob er selbst diese Geschichte noch kannte?
+++Erinnerungen+++
Shinjiro stand außer Atmen an einem Automaten am Straßenrand und zog sich eine Flasche Eistee. Der Asphalt flimmerte in der Hitze, die Luft war schwer und unbeweglich. Er war durchgeschwitzt, sein Shirt klebte von der halben Stunde, in der er ohne Ziel durch die Straßen gerast war, einfach nur, um sich auszupowern, um nicht nachzudenken zu müssen. Doch jetzt schrie alles in ihm nach Kühle.
Mit einem leisen Klacken fiel die Flasche ins Ausgabefach, und er schraubte die Flasche hastig auf und nahm einen langen Schluck. Das süße, kalte Getränk brannte fast in seiner überhitzten Kehle und war doch wie eine Erlösung. Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass er noch eine Stunde Zeit hatte, dann begann der Unterricht bei Sensei Ito. Die Strategien vom letzten Mal würde er heute abfragen, immer und immer wieder. Und zwischendurch neue einstreuen. Muster erkennen, Schwächen analysieren, Alternativen entwickeln. So lange, bis er sie verinnerlicht hatte, ohne zu überlegen und ohne Fehler. Das konnte sich bis tief in die Nacht ziehen. Wie oft hatte ihn sein Vater schon abholen müssen? Und allein der Gedanke daran ließ ihn müde werden, doch der alte Sensei hatte Zeit.
… Shinjiro sah sich um, auf den Spielplätzen waren die Wasserspender der absolute Renner, der naheliegende Baseballplatz war gut besucht, wahrscheinlich fand dort gerade ein Spiel statt. “Darf ich auch mal ran?” fragte ihn eine Stimme, er drehte sich um und da stand das Mädchen von vorgestern wieder vor ihm, er machte ihr Platz und sie zog sich einen Pflaumensaft. “Warum stehst du hier herum und bist nicht auf dem Platz, es sind alle da, das “Bon Odori” beginnt auch gleich und abends gibt es ein tolles Feuerwerk.” erzählte sie ihm mit strahlenden Augen. Shinjiro sah sie nur an und trank einen Schluck von seinem Eistee. Er drehte sein Fahrrad in die entgegengesetzte Richtung und stieg auf. Hitomi, trug einen hellblauen Sommerlichen Kimono mit großen wunderschönen Kamillenblüten, es war die Zeit der Feuerwerke und der Sommerfeste wie das traditionelle “Bon Odori”, Hitomi sah ihn fragend an: “Redest du nicht mit mir?” Shinjiro grinste und schüttelte mit seinem Kopf und stellte einen Fuß auf die Pedale: “Ich rede nicht mit Ziegen!” und ließ sich die Straße hinunterrollen. Hitomi sah ihm nach und stemmte ihre Hände in die Hüften.
+++Erinnerung ende++
Er hatte sie damals tatsächlich “Yagi” (Ziege) genannt und sie lachte bei der Erinnerung leise auf und setzte sich auf das Bett.
Absatz #5
Im dunklen All näherte sich Ramrods Bergungs-Container der Signalkugel mit grüner Kennung. Colt und Saber standen am Panoramafenster und beobachteten die vollkommen automatisierte Aktion. Alex und April hatten alle Hände voll zu tun, um Ramrod auch genau am Ausgangspunkt zu halten, sonst würde der Container zum Schluss noch den Friedenswächter rammen.
”Das dürfte noch interessant werden.” flüsterte April zu sich, die sich brennend für dieses Ding interessierte, allerdings war diese Kugel kontaminiert, wer weiß, wie lange sie schon im All herum trieb, es würde eine Woche dauern, bis man sie entkontaminiert hatte und sich ein Mensch, im Schutzanzug nähern konnte. „Wir wissen langsam Aufpassen, sonst hat Ramrod Übergewicht.” kam es von Alex, Saber grinste und Colt warf Alex einen Blick der Vernichtung zu. April kicherte.
“Warum waren sie so gemein zu ihm?” fragte sich der Cowboy, es waren nur 3 Kilo gut, maximal 5 und er ging in die Küche und holte sich einen Energieriegel und setzte sich mit diesen in seine Satteleinheit. “Du sollst Energie verbrennen und nicht zu dir nehmen!” kam es vom neu ernannten Ernährungsexperten Alex, doch dieser bekam zielsicher einen Stift an seinen Kopf: “Für dich gibt es nur Salat zur Hochzeit, du Ernährungsexperte, wer weiß vielleicht, dass alles genetisch und ich habe schwere Knochen bekommen!” sagte der Cowboy witzelnd. „Ja, niemand, wird jünger, pass auf, wenn dein Baby da ist, geht alles ganz schnell!” kam es jetzt auch stichelnd von April.
Heute haben sich tatsächlich alle gegen ihn verschworen, das konnte doch nicht wahr sein! Alex schloss die Rampe und April setzte den Kurs Richtung Pectos.
Shinjiro öffnete seine Augen, alles um ihn herum war noch sehr unscharf, er war definitiv woanders, als er es in seiner letzten Erinnerung war, das Bett war weicher, um ihn herum war es Wohnlicher und nicht mehr so steril. Die Wände waren zur Hälfte mit dunklen schweren Holz vertäfelt, an der Decke hing ein großer Kronleuchter, er spürte eine Hand an seinem Kopf, er drehte sich in die Richtung, aus der die Berührung kam, da saß sie neben ihm auf dem Bett, sie hat ihn langsam wach werden lassen, er schaute sie an und sie nickte und fing an ihm alles zu erzählen, sie wusste, er wollte alles hören. Er hörte Hitomi stumm zu, jedes Detail, was sie ihm erzählte und fragte sich immer wieder, was er übersehen hatte?
Er versuchte, einen Arm zu bewegen, zog ein Bein an und setzte sich erst einmal auf. Hitomi befreite ihn von der Decke, dass er es einfacher hatte, sich zu bewegen, die Lebensgeister kehrten zurück, wenn auch langsam. Er sah sich weiter um, wie ein Krankenhaus sah es hier nicht aus, in dem Zimmer war zwar einiges an Equipment vorhanden, aber es sah doch privat aus. “Wo sind wir hier?” Hitomi stand auf und erklärte, dass er in der Residenz von Jarred war. Shinjiro nickte, ok diese kannte er noch nicht und fuhr sich mit einer Hand durch seine Haare, die er sich hinten zusammenführte und grinsen musste. “Und morgen besorge ich dir einen Frisör!” Shinjiro musste leicht grinsen und sah seine Frau an, die vor ihm stand: “Nein!” war seine Antwort und er stand auf.
Ramrod erreichte den streng überwachten Orbit von Pectos, sie waren bereits von Prinz Roland angemeldet und bekamen eine Leitroute zum Landen. Colt sah sich um, er wusster es war bereinigtes militärgebiet und viele Gerüchte kannte er über diesen Ort, doch alles war er sah, waren trockene Landschaften, Wüsten und berge, der Planet war lebensfeindlich, nicht besonderes. Ramrod setzte inmitten einer Wüste zur Landung an. und der Boden unter ihnen fuhr hinab. In dem Cowboy dämmerte es, alles fand unterirdisch statt, nun war sein Interesse geweckt, obwohl er sich denken konnte, das sie nur das zu sehen bekommen, was sie sehen sollten bez. durften.
Das Absetzen und Übergeben der Kugel, welche jetzt in einem Flüssigkeits Becken schwamm, um sie zu dekontaminieren, durfte nur Saber und Captain Lorenz beiwohnen, alle anderen verbleiben auf Ramrod in der Landezone, was Colt so ganz und gar nicht schmeckte, der Säbelschwinger hat wieder den ganzen Spaß. „Entspann dich Cowboy, umso länger hast du Pause“ versuchte April den Lockenkopf aufzuheitern. Colt, der am Panoramafenster stand und auf Metall blickte, zuckte mit seinen Schultern, dabei war er doch so neugierig.
Eine Stunde später ging Saber mit seinem Pad rum, denn jeder an Bord musste diesen Einsatz bestätigen und war zur Geheimhaltung verpflichtet!

Irgendwie hatte es Shinjiro ins Badezimmer geschafft, seine Schritte waren noch unsicher und seine Knie weich, als gehörten sie nicht ganz zu ihm. Er drehte die Dusche zuerst auf warm, das Wasser traf ihn angenehm und er entspannte sich zusehends, danach auf kalt und es traf ihn hart und klar und ließ ihn scharf einatmen, und er wiederholte das Spielchen einige Male. Er schloss die Augen und atmete einige Male tief ein und aus. Mit mechanischen Bewegungen griff er nach dem Duschgel, verteilte den Schaum auf Schultern und Brust. Alles wirkte beinahe normal. Dann hielt er inne, beide Hände lagen plötzlich an seinem Kopf, als hätte ihn von innen ein Blitz getroffen und alles um ihn herum wurde hell…
Er rannte über eine Sommerwiese, ein Drachen tanzte im Wind, die Schnur schnitt leicht in seine Finger, neben ihm sein Bruder, lachend, rufend, “schneller, schneller!” Ein stechender Schmerz hinter der Stirn und seine Hände krallten sich in seine Haare, der nächste Blitz ließ ihn fast erblinden: Ein Krankenhauszimmer, ein erster Schrei. Der Schmerz wurde stärker und ein weiterer Riss zuckte durch sein Bewusstsein und er keuchte auf und dann, ein gleißender Schlag, der ihn wie Strom durchzuckte … „Verdammt!“ und er riss seine Augen auf und lehnte sich schwer gegen die geflieste Wand. Das heiße Wasser war längst wieder kalt geworden und prasselte unerbittlich auf seine Schultern, es tat weh, jeder Tropfen brannte auf seiner Haut und doch das kalte Wasser war real und greifbar. Und die Bilder verschwanden langsam…doch es hallte in seinen Ohren nach. Nach einer Weile drehte er das Wasser ab und für einen Moment hörte er seinen eigenen Atem in der beschlagenen Duschkabine zu.
Er trat aus der Dusche, mit einem Handtuch fuhr er sich durch die Haare, wischte grob über sein Gesicht und Schultern. Der Dampf begann sich zu lichten, der Spiegel vor ihm zeigte zunächst nur seine verschwommene Silhouette. Er trat näher und wischte mit der flachen Hand über das Glas und sein Blick wurde klarer und blieb an seinem rechten Oberarm hängen, dort prangte ein großer, dunkelblauer Fleck und zog sich fast über den gesamten Oberarm. Die Haut war dort geschwollen, gelblich-violette Ränder zeichneten sich bereits ab. Die Kanüle hatte eindeutig zu lange in seinem Arm gesteckt und dann war da noch Royus nicht besonders sanfter Tritt gewesen, der sein Übriges getan hatte. Shinjiro verzog das Gesicht, als er vorsichtig mit den Fingern darüberstrich: „Royu, mein Retter in der Not“, murmelte er und musste trotz allem grinsen. Er ließ die Hand sinken und betrachtete sich im Spiegel. Seine Augen wirkten noch müde, aber er war wacher als zuvor. Und verließ das Badezimmer, um sich anzuziehen.

Er ging zum Schrank und griff sich eine Jeans und ein dunkelblaues Poloshirt. Er bekam seine Frisur hin und musste grinsen: “Was hat sie denn, fällt doch noch gar nicht auf!” sagte er und nickte sein Spiegelbild ab und rieb sich darauf gleich wieder seine Augen, das Sehen strengte ihn an und nahm aus einem braunen Etui, das auf dem Schreibtisch lag, seine Sonnenbrille und steckte sie an seine Brusttasche des Shirts.
In diesem Moment klopfte es, er sah zur Tür und gab den Eintritt frei. Jarred trat ein und war etwas überrascht, das Bild hätte er jetzt nicht erwartet: “Warum liegst du nicht im Bett?” sprach er seine Verwunderung aus. Shinjiro sah Jarred an. Entschuldige” sagte Jarred und begrüßte erst einmal seinen Freund, natürlich war er froh, dass es ihm wieder gut zugehen schien und trat näher: “Ich hatte erwartet, dass du noch im Bett liegen würdest, was vielleicht auch nicht das verkehrteste wäre!” erklärte der König und zeigte auf das wieder bereits frisch hergerichtete Bett.
Shinjiro grinste: “Ich bin ausgeschlafen und danke!” und sah sich um. Jarred verstand und nickte: “Es ist vorläufig der sicherste Ort!” Shinjiro griff nach seinem Ehering und steckte ihn an und sagte: “Ich würde jetzt gerne alle Einzelheiten wissen!” Jarred musterte den Japaner vor sich und nickte kurz: “Ich habe den Stab heute Abend hier, kannst du so lange noch warten?” fragte er und Shinjiro sah auf seine Uhr: “Das sollte zu schaffen sein!” und ging etwa im Raum umher: “Seit wann hast du dieses Haus, Villa, Palast, Residenz, was auch immer hier auf Yuma?” wollte er jetzt wissen und blickte flüchtig aus einem Fenster und darauf wieder zu Jarred.
Jarred lachte kurz auf: “Seit letzten Jahr im April, es war Rolands Idee auch hier etwas Privates zum Wohnen zu haben, das Bündnis lief gut und wie sich jetzt herausstellt, war es eine gute Idee es bauen zu lassen und ich kann mir Gedanken um einen neuen Garten machen.” Shinjiro sah sich um: ”Chic” nickte er, “na dann los, zeig es mir!” forderte er seinen Freund auf. Jarred nickte und zeigte Richtung Tür: “Gerne!” und sie verließen das Zimmer und traten in den Gang des zweiten Stockwerks, auf dem sich weitere sechs Gäste Schlafzimmer befanden. Im dritten Stockwerk waren die Privaträume des Königs.
Gemeinsam gingen sie die breite Treppe hinunter, die mit roten schweren Teppich bespannt war. Im Erdgeschoss angekommen, standen sie in einem großen Eingangsbereich, der komplett mit Marmor ausgelegt war, es gab einen sehr stilvoll eingerichteten Speisesaal, ein Musikzimmer und zwei Büros mit dem nötigen Schnickschnack. Im ersten Untergeschoss, wo sich die Technikräume für die Anlagen im Außenbereich befanden, gab es einen Konferenzraum, den man abschirmen konnte, zudem gab es Quartiere, welche nicht minder gemütlich eingerichtet worden waren für die Hausangestellten und Securitys des Königs.
Als sie den Außenbereich betraten, schien ihnen die Sonne ins gesicht, Shinjiro setzte sich seine Sonnenbrille auf und stiegen die wenigen Stufen des großzügigen Eingangsbereichs hinab. Shinjiro und Jarred gingen einige Meter und drehten sich um und Jarred gab Auskunft über die Architektur des Gebäudes: “Es ist eine Herrenvilla geworden, geplant und designt von meiner Frau und Roland.” Shinjiro grinste und sah Jarred an: „Was kleines Privates!” sagte er und Jarred lachte: “Wir haben halt gerne Gäste und vor allem ganz spezielle.” gab er leicht spöttisch zurück. Shinjiro zuckte mit seinen Schultern und musste lächeln hörte aber weiter zu.

“Lass uns da heruntergehen.” Zeigte Jarred den Weg an und erklärte, während sie auf dem feinen roten Vulkan Schotter entlang liefen. “Die Villa befindet sich in der Mitte eines Grundstücks mit einer Gesamtfläche von ca. 4,3 Hektar, das nach englischem Vorbild hauptsächlich als Park bestimmt war. Das Anwesen hat zwei Zugänge: Der erste ist eine typische Allee, die von Zypressen gesäumt ist, die durch ein Tor geschlossen sind. Der zweite, erst kürzlich fertiggestellte, mit einer Allee als Auffahrt.” und zeigte in dessen Richtung, beide sind rund um die Uhr bewacht.

Sie betraten den Park, die hohen Bäume spendeten Schatten und gaben den Vögeln ein zu Hause, sie liefen weiter und kamen an einem sich noch im Bau befindenden prächtigen und üppigen italienischen Garten an. Shinjiro erblickte an den Hügeln zahlreiche Olivenbäume. “Es ist ein Olivenhain mit ca. 360 Bäumen, der Hain liefert ausgezeichnetes Olivenöl.“ schwärmte der König und sie traten auf den Hain, von dem man einen unglaublichen Blick auf Yuma City hatte. Sie standen dort eine ganze Weile schweigend.
“Ein schönes Plätzchen habt ihr hier gefunden!” Jarred nickte und zeigte einen weiteren Weg an und erreichten einen Teich mit wunderschön gemusterten Kois, die sofort zum Ufer schwammen und ihre Mäuler hinausstrecken. Jarred hockte sich hin und berührte die Karpfen: “Diese 2 habe ich aus Kyoto von einem Züchter, den ganz weißen Kohaku mit dem roten Fleck auf der Stirn habe ich von deinem Vater geschenkt bekommen und die goldenen sind meine eigene Zucht!” gab Jarred Auskunft und stand wieder auf. “Ich überlege hier ein Tori aufzustellen. Dort geht die Sonne auf und sie würde genau durch dieses dann scheinen” und zeigte den Bereich an. Shinjiro gefiel die Idee. “Ein paar Bänke könntest du noch aufstellen lassen.” sagte Shinjiro nach weiteren Metern und blieb stehen.

Jarred hielt inne, als er das Gesagte hörte und musterte seinen Freund, da hatten sie sich wohl direkt zu viel zugemutet. “Die Bänke bekommen gerade einen neuen Anstrich!” sagte Jarred und Shinjiro nickte, ihm war gerade ungewöhnlich schlecht. Jarred merkte es und fragte das Naheliegendste: “Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?” Shinjiro sah auf: “Ja, das wird es sein!” und sie liefen nun direkt auf die Herrenvilla zu, für den Rest hätten sie die nächsten Tage auch noch Zeit! Vor dem Eingang stand sein Auto, aus dem Musik erklang und neben diesem stand sein Shinji, der vertieft in seinen Communicator war. “Ich würde sagen, du hast Besuch!” kommentierte Jarred lächelnd die Szene. Fireball bemerkte die Ankommenden nicht, er schrieb mit Aaiko, die vor 30 Minuten in Tokio gelandet war. Shinjiro öffnete sein Auto und die Musik ging aus. Fireball blickte auf und sah in die Gesichter von König Jarred und seinem Vater, dem es wieder besser zu gehen schien. Fireball begrüßte den König und darauf seinen Vater.

“Bist du allein?” fragte Shinjiro Fireball erklärte: “Mir wurde gesagt, ihr seid spazieren, Großvater und Mutter sind irgendwo da drinnen.” und zeigte auf den Eingang der Villa. Shinjiro merkte, sein Sohn hatte schlechte Laune. Jarred grinste nur und zeigte an hineinzugehen. Shinjiro ging mit seinem Sohn in den zweiten Stock, wo im Gang eine Art Galerie Wohnzimmer mit schweren Sofas und Sessel eingerichtet war und bereits sein Vater und Hitomi auf sie warteten.
Er begrüßte seinen Vater und setzte sich endlich in einen der Ohrensessel und verweilte eine Weile mit geschlossenen Augen. Sein Vater berichtete ihm, dass sie Aaiko nach Japan zurückgeschickt hatten, Shinjiro nickte es stum ab, zu dieser Entscheidung wäre er auch gekommen und er verstand nun auch den Unmut, den sein Sohn hier gerade versprühte. “Und Bill hat die Hochzeit abgesagt und die Farm ist auch weg!” führte Fireball noch mit an. “Ok, nicht nur Aaiko, sondern drei Dinge auf einmal.” Shinjiro öffnete seine Augen und blickte zu seinem Sohn, den er recht unscharf sah. Fireball stand auf, um sich auf der Terrasse umzuschauen, und Hitomi ging ihm nach.
“Wo ist Royu?” wollte Shinjiro wissen. “Seine Einheit ist heute auf Yuma eingetroffen.” Shinjiro nickte: “Sehr gut, ich muss ihm noch danken!” sagte er darauf. Sein Vater sah ihn an: “Wie geht es dir?” fragte er. Shinjiro war etwas überrascht von dieser Frage, gab jedoch Auskunft: “Ich habe hin und wieder Probleme mit dem Sehen.“ Ein Bediensteter brachte ein Tablett mit Sandwiches und etwas zu trinken an den Tisch der beiden Männer. Shinjiro bedankte sich und nahm sich darauf gleich etwas, er hatte wirklich Hunger. Sein Vater schaute auf die Terrasse, wo sich sein Enkel mit Hitomi unterhielt und sagte: “Ich gehe mit Shinji den fehlenden Stoff durch, so haben er und ich was zu tun, er tut sich mit der momentanen Situation schwer!” Shinjiro sah zu seinem Vater und darauf zu seinem Sohn, sagte jedoch nichts dazu.
“Was hast du jetzt vor?” fragte der weißhaarige Japaner. Shinjiro lehnte sich mit seinem zweiten Sandwich zurück und erklärte: “Ich benötige mein Notebook, wo ist mein Communicator?” fragte er noch, denn dieser habe nicht bei seinen persönlichen Sachen aus dem Krankenhaus gelegen.
Nach etwa 10 Minuten, traten auch Hitomi und Fireball wieder in den Vorraum der Terrasse und sein Vater stand auf: “Wir werden fahren, du brauchst Ruhe!” sagte dieser und ging Richtung Treppe. Shinjiro stand auf und verabschiedete seine Familie, er schaute seinen Sohn an: “Wir reden morgen!” dieser nickte nur und stieg die Treppe gemeinsam mit seinem Großvater hinunter.
Hitomi wartete noch, bis die beiden verschwunden waren: “Leg dich wieder hin!” sagte sie zu ihm besorgt, Shinjiro lächelte und nahm sie in seine Arme, sie tat es ihm gleich und lehnte sich kurz an ihn, er neigte seinen Kopf und flüsterte ihr ins Ohr: “Ziege” Hitomis Augen weiteten sich und sie sah zu ihm und lächelte: “Wie?” fragte sie nur: Er sah Hitomi in die Augen und musste anfangen zu grinsen: “Ich habe davon geträumt.” sprach er zu ihr leise. Hitomi schüttelte leicht ungläubig mit ihrem Kopf und sagte: “Ich habe heute Mittag daran gedacht!” Shinjiro sah sie etwas irritiert an und beide mussten leise auflachen. Sie küssten sich und lösten sich voneinander.

Shinjiro sah ihr nach und ging dann in sein Zimmer und sah, dass alles wieder hergerichtet worden war, sein Bett war frisch bezogen. Er setzte sich in einen Sessel und stützte seinen Kopf mit einer Hand ab, lange stehen oder laufen ging also noch nicht.
Es klopfte abermals und König Jarred trat mit seinem Arzt ein, Shinjiro sah nur auf, er konnte jetzt nicht nochmal aufstehen. “Dr. Morel möchte sich noch ein persönliches Bild von dir machen, er kennt bereits alle Berichte von vor 10 Monaten und die aktuellsten.” Shinjiro nickte und Jarred verließ das Zimmer wieder und ging in die Küche, er war neugierig, was heute Abend auf den Tisch kommen würde.
Absatz #6
Saber und Captain Lorenz waren auf dem Weg zum Anwesen von König Jarred, dieser wollte mit ihnen die aktuelle Lage während eines Dinners besprechen und wie sie jetzt weiter verfahren würden. Zuvor hatten die beiden die letzte Mission ausgewertet. Alle gesammelten Daten sowie Bild- und Videoaufnahmen hatten sie dabei. Robin, Joshua und Sincia würden bereits morgen in die Highlands aufbrechen.
Sie erreichten die Einfahrt und bestanden den Sicherheitscheck und fuhren die lange Einfahrt hoch. “Ja, so lässt es sich wohnen, für ein Wochenende.” kommentierte Lorenz und Saber musste schmunzeln.
Sie wurden bereits erwartet und in den Dinner Raum geführt, der König war noch in einer Besprechung und würde danach zu Saber und Captain Lorenz kommen.
König Jarred saß mit Dr. Morel zusammen, dieser hatte Captain Hikari zuvor sehr genau untersucht und sich mit ihm unterhalten. Jarred hörte dem ersten Bericht seines Arztes aufmerksam zu. “Ich habe ihn, so weit hier möglich von Kopf bis Fuß untersucht, körperlich und äußerlich ist er in einer sehr guten Verfassung, allerdings nimmt er seit heute Probleme mit den Augen wahr, ich habe auf Yuma einen Studienkollegen, der eine Augenklinik in Yuma City hat, ich habe mich mit ihm schon in Verbindung gesetzt, er kommt morgen und wird es sich ansehen! Ich habe ihm ein leichtes Schlafmittel gegeben“, gab der Arzt Auskunft und legte seine Notizen von heute zur Seite und nahm die Akte aus Jarr hervor.
“Wie Sie wissen, habe ich den Check-Up nach Captain Hikaris Rückkehr auf Pectos, medizinisch begleitet.“ Jarred nickte und hörte Morel aufmerksam zu. Ich habe alle Blutergebnisse, die mir vorliegen, miteinander verglichen. Zu meinem Erstaunen waren 14 Stunden nach seiner Ankunft keine Auffälligkeiten zu finden, der Cortisol Spiegel war im Normalbereich. Acht Monate später, als er auf Yuma noch einmal körperlich untersucht wurde, war dieser tolerierbar um 30 Prozent. Zur Zeit steht er bei 50 Prozent körpereigenen Cortisol, das ist jetzt sehr bedenklich!” Der Arzt legte die Werte dem König vor, damit dieser sich auch ein Bild davon machen konnte.
“Was bedeutet das jetzt?” wollte Jarred wissen. Der Arzt räusperte sich: „Nun für mich ist es unverständlich, ich habe ihn untersucht, und mit ihm gesprochen, er macht auf mich nicht den Eindruck, dass er unkonzentriert, nervös oder dergleichen ist.” Jarred nickte, denn das konnte er auch bestätigen. Der Arzt fuhr mit seiner Erläuterung fort: “Das bedeutet, dass er es gewohnt ist, mit einem hohen Stresspegel zu leben, das lässt mich jedoch an den Einschätzungen der psychologischen Gutachten zweifeln.” Und legte Jarred die Gutachten von Jarr und Yuma vor. “Er wurde zweimal unabhängig voneinander auf Kriegstraumata getestet“, las Jarred vor, der Arzt nickte. „Menschen, die traumatisiert sind, haben einen erhöhten Cortisol-Anteil im Blut, dieser ist wie ein Spiegel, der auch je nach Trauma Sinn macht.”
Jarred legte das Gutachten vor sich hin und atmete tief ein: “Also stieg sein Cortisol nach seiner Ankunft langsam kontinuierlich an.” und ging sich nachdenklich über seinen Bart und las sich nochmals das Gutachten aus Pectos durch und fragte währenddessen: “Gehen Sie von einem Trauma aus, Doctor?” Der Arzt nickte: „Ja, eure Hoheit … da es noch nicht verarbeitet ist, benötigt es nur einen Trigger, um es wieder zu aktivieren. Menschen, die traumatisiert wurden, neigen dazu, es hinzunehmen, als geschehen zu akzeptieren und kapseln es von sich ab, es ist da, aber gehört nicht mehr zu ihnen. Es braucht nur eine Situation, einen Geruch, ein Geräusch, ein Wort, und es kommt wie ein Blitz und der Mensch erlebt zusammenhanglose, nahezu reale Begegnungen mit dieser Situation. Wir nennen so etwas Flashbacks, weil sie kommen und gehen. Und da er nur auf Kriegstraumata getestet wurde, gehe ich hier von etwas ganz anderem aus!” beendete Morel und legte seine Notizen auf den Tisch. “Sie meinen Privat?” hakte Jarred nun tiefer nach. Morel nickte und lehnte sich zurück: “Ja!”
Der König saß bis in den späten Abend mit dem und General Whitehawk zusammen. Lorenz und Saber teilten ihre neuesten Erkenntnisse mit und zeigten das heutige Bild und Videomaterial. Sie ließen immer wieder das gesendete Signal abspielen, aber niemand konnte auch nur ansatzweise damit etwas anfangen. “Es möchte auf jeden Fall jemand mit uns Kontakt aufnehmen!” kam es feststellend von Saber. “Fragt sich nur wer!” gab Lorenz dazu. Whitehawk sah sich die gesammelten Daten auf dem Tablet an und rief Hikaris Notizen dazu auf. “Es ist nichts Bekanntes!” kam es darauf von dem alten General am Tisch. “Wann wird er wieder so weit einsatzfähig sein?” fragte Whitehawk als Nächstes. Saber sah zu König Jarred und der König legte sein Tablet ab: “Er ist körperlich in Ordnung, aber wir müssen abwarten, was das “Cerephikon” verursacht!” Lorenz und Whitehawk nickten. “Fakt ist, wir kommen hier gerade nicht weiter, wir müssen abwarten und uns aktuell mit dieser Unterwanderung befassen!” kam es darauf rein faktenbezogen vom Schotten. Alle blickten zu Saber, er hatte recht, sie sollten sich jetzt auf das konzentrieren, was vor ihnen ist. Und Saber begann die aktuellen Informationen von Colt mit allen zu teilen.
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