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7.830 Wörter, 41 Minuten Lesezeit.


Absatz 1

Der schrille Ton des Weckers durchschnitt die Stille. Saber blinzelte, und bewegte schwerfällig eine Hand Richtung Kommunikator, um den nervigen Ton auszuschalten. Er war sich sicher, dass er sich doch erst vor wenigen Minuten hingelegt hatte. Mit einem gequälten, müden Stöhnen griff er sich mit beiden Händen über sein Gesicht und massierte seine brennenden Augen, bevor seine Finger fester über seine Kopfhaut fuhren. Einfach alles tat weh, sein Kopf, sein Nacken, sein Rücken. Zu viele Gedanken, zu viele Emotionen waren gestern auf ihn angeströmt.

Er setzte sich schwerfällig auf die Bettkante und zwang sich, seine Augen offenzuhalten. Er streckte sich einmal kräftig durch und stand dann auf, und bewegte sich mehr schlürfend als gehend Richtung der kleinen Nasszelle. Kalt duschen war sein Ziel! In der Dusche lehnte er sich an dem kühlen Fließen der Kabine, drehte den Regler, entschlossen nach links, und das eisige Wasser prasselte unerbittlich auf ihn herab. Er sog scharf Luft zwischen seinen Zähnen ein, das kalte Nass durchfuhr ihn wie ein elektrischer Schlag. Doch während er das Wasser über seinen Körper laufen ließ, fühlte er, wie die lähmende Müdigkeit und die drückenden Kopfschmerzen langsam wichen.

Und als er sich anzog, fiel sein Blick auf die dunkelrote Mappe, die auf seinem Schreibtisch lag. Die Farbe des Einbands wirkte so intensiv wie der gestrige Abend, der ihm immer noch wie ein Fiebertraum vorkam. Er trat näher und nahm die Mappe bedächtig in seine Hände. Noch immer fühlte sich das alles unwirklich an. Doch jetzt hielt er den Major in seinen Händen. Ein Aufgabengebiet, mit sehr viel mehr Entscheidungsfreiheiten, aber auch Verantwortung, kam auf ihn zu. 

Langsam schlug er die Mappe auf und ließ seinen Blick sorgfältig über die eingeordneten Unterlagen gleiten. Seine Augen blieben an den Details seiner Ernennungsurkunde hängen: Die Ecken waren mit goldenen Edelweißblüten geprägt, ein Symbol für Ausdauer und Stärke.

„Major Richard Edward Iain Lancelot.” las er und Saber atmete tief ein,  „Richard“, flüsterte er und seine Augen glitten langsam über jeden einzelnen Buchstaben, seines Namens, der kunstvoll mit blauer Tinte auf hochwertigem Papier geschrieben war. Der Name, den ihm seine Eltern mit Bedacht gegeben hatten. Ein Name, der irgendwo im Laufe seines jungen Lebens verloren gegangen war.

Er strich mit den Fingerspitzen über die Zeile, als wollte er spüren, wer er einmal gewesen war. Der Name fühlte sich fremd und zu groß an, denn mit „Richard Lancelot“ kamen Erwartungen, familiäre Verpflichtungen, auf ihn zu. Und gerade wurde ihm bewusst, wie viel Schutz er in seiner Rolle als Saber gefunden hatte. Sein Pseudonym ist sein Schild, etwas, hinter dem er sich verbergen konnte. Denn wenn die Welt dich nur unter deinem Codenamen kennt, sieht sie nicht den Menschen, nur das Symbol. Und Symbole … Weinen nicht.

Aber Richard? Richard durfte weinen. Er durfte zweifeln. Er durfte scheitern. Doch dafür war hier kein Platz. Saber war ein Ruf nach Stärke. Richard war das Echo – leise, menschlich, echt. Tief einatmend legte er die Mappe zurück auf den Tisch und wandte sich ab, um sich weiter anzuziehen.

Dabei huschte ihm ein kleines Schmunzeln über sein Gesicht. Ausgerechnet sein Eintritt in das OF3 – die höchste Offizier Stufe – wurde von einem Mann unterzeichnet, der sechzehn Jahre lang als vermisst gegolten hatte, Captain Hikari.
Auch er war so etwas wie ein Pseudonym. Ein Name, unter dem sich ebenso viele Mythen sammelten wie Gerüchte. Ein Schatten von jemandem, der vielleicht nie ganz weg und zurückgekehrt war. Ein Name wie „Saber Rider“, eine Maske, hinter der sich ein Mensch versteckte oder verloren ging. Eilig packte er alles wieder ein und verstaute es in seinem Schrank. Doch die Mappe wollte er mitnehmen und den Major mit seinen Freunden feiern.

Absatz 2

Sein Gesicht war in das weiche Kissen gedrückt, der Stoff roch sanft nach frischer Wäsche. Es dauerte einen Moment, bis sich seine Augen an die Helligkeit im Raum gewöhnt hatten. Ja, er war auf Jarr, in seinem Zimmer, im Haus seiner Eltern, sein Zuhause, das alles klang in seinen Gedanken noch immer unwirklich. Nie hätte er gedacht, tatsächlich, sowas wie ein zu Hause auf Jarr zu haben. Doch er fühlte sich wohl und er hatte sich sein Reich clever aufgeteilt und eingerichtet: Der Schlafbereich war durch einen hohen Raumteiler aus hellem Holz und mattem Glas vom restlichen Raum abgetrennt. Neben dem Doppelbett mit grauer Bettwäsche stand ein Nachttisch mit einer Leselampe. Über dem Bett hing ein Poster eines Kampfschiffes, das in seine Millionen Einzelteile zerlegt worden war. Daneben ein Regal und eine Pinnwand, mit einigen Notizen.

Im Hauptraum dominierte ein dunkelgraues Big Sofa, das mit bunten Kissen belebt wurde. Davor ein schlichter Couchtisch aus Glas und Metall, auf dem sich ein paar angefangene Snacks und eine leere Tasse befanden. Die Wände waren in einem ruhigen Grau gestrichen, aufgehellt durch Regale und Zeugs, das sich in den letzten Tagen so angesammelt hatte.

Wieder willig stand er auf und schlürfte in den Wohnbereich, trat neben das Sofa und streckte sich ausgiebig, bis ein leises Knacken durch seinen Rücken ging. Fireball erinnerte sich langsam wieder, während Zahlen und Fakten von Schiffen und Jets wie ein endloser Strom durch seinen Kopf wirbelten. Die gestrige, unbequeme, Art, wie er am Schreibtisch eingeschlafen war, saß ihm noch immer in den Knochen.

Er gähnte noch einmal herzhaft und kratzte sich durch seine zerzausten Haare. Gegenüber vom Sofa, direkt am Fenster, stand sein Schreibtisch. Darauf lagen sein Tablet, eine halbvolle Wasserflasche und lose Unterlagen. Alles lag kreuz und quer, und doch war es ein System, eines, das wohl nur er selbst verstand.

Durch das zweite Fenster fiel mildes, kühles morgendliches Winterlicht. Draußen zogen große Schiffe gemächlich am Himmel entlang, manchmal so nah, dass ihre Umrisse einen großen Schatten in sein Zimmer warfen. Doch es war es still, Schalldicht. Die Nähe zum Militärraumhafen war kaum spürbar, eine Welt draußen, eine andere hier drinnen. Fireball griff nach seinem Kommunikator, der auf dem Schreibtisch lag. Er hielt in einem erneuten Gähnanfall inne, als er die verpassten Anrufe sah: „Ups!“, murmelte er, blinzelte gegen das Display und begann, die dazugehörigen Nachrichten zu lesen. Eine davon war: „… 10:00 Uhr Brunch“, las er die letzte Nachricht des Cowboys, schnell antwortete er und grinste, denn ein ausgiebiges Frühstück war genau das, was er nach der Nacht hinter Büchern brauchte. Doch bevor er sich dem kulinarischen Genuss hingab, beschloss er, sich noch schnell eine wach machende Dusche zu gönnen.

Mit einem schnellen Griff öffnete er seine Lieblingsplaylist und ließ die Musik durch den Raum dröhnen. Der Beat half ihm, endgültig aus dem Schlafmodus zukommen und schob die Schiebetür aus satiniertem Glas zur Seite und betrat sein Badezimmer. Der Raum war modern gestaltet, mit einer großen, bodenebenen Dusche, deren gläserne Abtrennung den Raum optisch größer wirken ließ. Ein elegantes Waschbecken mit einem LED-beleuchteten Spiegel darüber verlieh dem Badezimmer einen futuristischen Touch.

Doch das eigentliche Highlight war, keine Frage, die japanische Toilette. Ein technisches Meisterwerk, das definitiv nicht zur Standartausstattung dieses Hauses gehört hatte. Fireball grinste, denn noch vor ein paar Monaten stand hier ein ganz normales Klo gestanden. Jetzt thronte dort ein weißglänzendes Hightech-Wunder, das sich ohne Weiteres mit einem Raumgleiter messen konnte.  Er stieg in die Dusche und überlegte, wie er April bloß davon überzeugen könnte, so ein Modell auf Ramrod einzubauen? Fireball stellte sich vor, wie er ihr mit todernster Miene erklärte: „April, wenn wir schon das Universum retten, dann bitte mit warmem Hintern und privater Pinkel-Playlist. Komfort wäre also taktische Effizienz.“ Und dannm, Colts Gesicht. Ohhhh, das war die Vorstellung wert. Grinste er und stellte die Dusche ab, und während er aus der Kabine trat, schüttelte er seinen Kopf und lachte leise. Dachte er tatsächlich gerade darüber nach, die Klosituation auf einem intergalaktischen Kampfschiff zu verbessern? Ja, tat er und während er sich das Handtuch um die Hüfte band, nahm er sich vor: Er würde es versuchen. Für das Team. Für die Zukunft. Und für ein bisschen Country-Musik in der Nasszelle des Friedenswächters. 


Colt und Robin saßen bereits im Restaurant, wo der Brunch im vollen Gange war. Sie nutzten die Zeit, während sie auf die anderen warteten, und ließen die schönen Ereignisse des gestrigen Abends noch einmal Revue passieren. Colt, dem zwar immer noch sein Gesäß weh tat, war gerade dabei, voller Begeisterung von seiner Profieislaufkarriere, als zweites Standbein, zu erzählen, was seine Augen zum Strahlen brachte. Robin lauschte ihm amüsiert und konnte nicht anders, als über seine grenzenlose Fantasie zu schmunzeln. Sie fand es immer wieder faszinierend, wie lebhaft der Cowboy sich solche Dinge vorstellen konnte. Mit liebenden Augen musterte sie den Mann, den sie liebte, und sie wusste, er hatte sich etwas unglaublich Wertvolles bewahrt, und zwar das Kind in seinem Herzen, das er einst gewesen sein musste. Robin, spürte, dass er mit viel Liebe und Verständnis aufgewachsen war. So war sie überzeugt, dass er seine kindliche Freude und Wärme auch seinen eigenen Kindern eines Tages gut vermitteln könnte. Er würde garantiert ein liebevoller Vater sein, davon war sie felsenfest überzeugt. 

“Ups” Robin riss ihre Augen auf und errötete. “Kinder?” Sie waren verlobt, und es war klar, dass es irgendwann auch ihre Kinder sein würden. Der Gedanke daran ließ ihr Herz schneller schlagen und ein noch breiteres Lächeln formte sich auf ihrem Gesicht. Sie spürte, wie sich eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität in ihr breit machte, während sie verstohlen zum Cowboy hinüber blickte, der immer noch in seinen fantasievollen Erzählungen schwelgte.

April schlenderte, entspannt, mit einem breiten Lächeln, zum Tisch, an dem Colt und Robin saßen. Der gestrige Abend war einfach herrlich gewesen, sie liebte diese Momente, in denen sie ausgelassen lachen konnte. Natürlich war ein Großteil der Scherze wieder auf Kosten des Cowboys gegangen, aber das schien Colt nicht im Geringsten gestört zu haben. Im Gegenteil, er hatte wie immer gekonnt gekontert und dabei einen Witz nach dem anderen zurückgespielt. Diese Leichtigkeit, mit der er jede Situation nahm, war etwas, das April an ihm besonders schätzte. Es war nie schwer mit ihm, nie verkrampft. Während sie sich näherte, konnte sie schon erkennen, wie Robin sich leicht über den Tisch beugte, wahrscheinlich, um eine weitere der lustigen Anekdoten des Abends mit Colt zu teilen. Und trotz Colts unkomplizierter Art konnte er auch ein ernster und mitfühlender Gesprächspartner sein, ein wirklich guter Freund eben. Fakt war, sie wollte ihn nicht mehr missen, er war einfach ein besonderer Mensch.

„Guten Morgen, ihr Lieben!“, rief sie fröhlich, als sie am Tisch ankam. Sie umarmten sich zur Begrüßung und April sicherte sich schnell einen Platz am Fenster, bevor jemand anderes auf die Idee kam, ihr diesen streitig zu machen. 

Mit einem zufriedenen und hungrigen Lächeln ging die Blondine zum Buffet, ihre Augen funkelten voller Vorfreude. Das Buffet war ein Meisterwerk der französischen Küche, ein luxuriöser Brunch, der sowohl das Auge als auch den Gaumen verwöhnte. Es gab eine beeindruckende Auswahl an frischen Croissants und Pain au Chocolat, deren goldene, buttrige Blätter zart in der Hand zerfielen. Daneben türmten sich Quiches mit frischem Gemüse, zartem Lachs und herzhaftem Käse. In einem eleganten Glasbehälter standen kleine französische Eclairs, die mit einer süßen Creme und mit zarter Schokolade überzogen waren. An einem separaten Buffet gab es eine bunte Auswahl an frischem Obst, mit saftigen Erdbeeren, reifen Mangos, Trauben, zu denen man sich auch einen frischen Smoothie mixen lassen konnte. Und am Rand stand ein Koch, der frische Waffeln auf Wunsch zubereitete, die nach Zimt und Ahornsirup dufteten.

Doch das Highlight war zweifellos der Käsebereich: Ein riesiges Brett mit einer Vielzahl von Käsesorten aus Jarr und Frankreich, von würzigem Roquefort bis hin zu cremigen Brie und Camembert, begleitet von knackigem Baguette und frischen Nüssen. April glaubte, im Himmel zu sein, ihr Teller füllte sich mit einer Mischung aus allem. Zufrieden betrachtete sie ihre Auswahl, der Tag konnte einfach nur gut werden. 

Als sie zurück zum Tisch kam, war Saber bereits eingetroffen, der sich vorerst mit einer großen Tasse Kaffee zufrieden gab. Beide begrüßten sich schnell und Colt grinste den Schotten verschmitzt entgegen und fragte: „Na, wurde wohl doch später?“ Saber, der vor knapp einer halben Stunde eine Kopfschmerztablette genommen hatte, erwiderte den Blick grinsend, strich sich durch seine Haare und meinte: „Ja, bis um vier. Und frag bloß nicht, ja, es war sehr interessant, aber auch viel zu viel!“ Und mit viel zu viel meinte der Highlander nicht unbedingt den hochprozentigen Scotch, den er zusammen mit Colonel Murry noch genossen hatte.

Colt lachte kurz auf. Wann hatte er schon mal die Gelegenheit, seinen Boss mit einem echten schottischen Kater zu erleben? Dieser Anblick war selten genug, um ihn nicht zu genießen: „Iss viel Fettiges“, schlug der Cowboy vor und zeigte auf das Buffet: „Glaub mir, das hilft immer. Alte Cowboy-Weisheit.“

Saber nickte dankend und lächelte halb erschöpft: „Dann wird es wohl mal Zeit, die Weisheit des Wilden Westens zu testen. Die Tablette braucht sowieso etwas Gesellschaft, habe ich das Gefühl.“ Mit diesen Worten stand er auf und schlenderte zum Buffet, um den Rat des Cowboys zu befolgen, was sollte, schon schiefgehen? 

Colt, Robin und April konnten sich ein kleines, fieses Lachen nicht verkneifen. Selbst Robin, die Saber bis heute immer korrekt und vollkommen kontrolliert erlebt hatte, war sehr überrascht. Colt grinste breit und meinte: „Ja, die da oben wissen wohl, wie man feiert.“ sagte er und blickte zum Buffet, und beobachtete seinen Freund und Boss, wie er am Buffet nach etwas Fettigem Ausschau hielt. Robin schmunzelte und erwiderte trocken: „Oh, dann muss ich wohl in ein paar Jahren aufpassen, Cowboy!“ Colt grinste und zwinkerte seiner liebsten zu: „Hey, wenigstens weiß ich, wie man den Morgen danach überlebt!“ sprach er selbstsicher und nahm sich einen demonstrativen Schluck seines extra schwarzen Kaffee.

April rollte mit ihren Augen und kicherte: „An Cowboy-Weisheiten würde es wohl auch heute nicht mangeln“, bemerkte sie trocken, während sie sich genüsslich ein Stück ihrer Quiche gönnte.

Doch plötzlich hielt sie inne und blickte fragend in die Runde. „Kommt Fireball doch nicht?“ Colt zuckte kurz mit seinen Schultern und griff lässig in seine Tasche, während er wie beiläufig antwortete: „Na, ich hoffe doch!“ und ein erleichtertes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er die Nachricht überflog. „Ist gleich da!“, kommentierte er kurz und steckte den Kommunikator zurück in seine Tasche.

Saber ließ sich mit einem dampfenden Teller voller Rühreier, Speck und Backbohnen neben April nieder. Sein zufriedenes Grinsen löste bei der Blondine skeptisch hochgezogene Augenbrauen aus. „Wo hast du das denn gefunden?“, fragte sie, während sie im Kopf das Buffet durchging und sicher war, dass sie die Backbohnen, die sie so gerne mochte, nicht gesehen hatte.

Saber grinste nur verschmitzt, ohne weiter darauf einzugehen, und wechselte geschickt das Thema und fragte in die Runde: „Wie war es gestern?“ Er wusste schließlich, dass sie auf der eisigen Piste unterwegs gewesen waren und war gespannt auf ihre Geschichten. Colt holte gerade tief Luft, bereit, erneut von seinen großartigen Momenten auf dem Eis zu berichten, als Fireball genau in diesem Moment am Tisch auftauchte.

„Guten Morgen und entschuldigt, die verspätung“, sagte er leicht außer Atem, während er sich an die Tischkante zwischen Colt und Saber setzte: „Ich habe es erst vorhin geschafft, auf meinem Kommunikator zuschauen.“ Colt konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen: „Ach, und das seit gestern Nachmittag, oder wie?“

Fireball winkte ab und bestellte sich erst einmal einen großen Milchkaffee, bevor er antwortete: „Ja, Sorry, ich habe deine Anrufe auch erst vorhin gesehen, falls du das meinst, ich hatte noch was zu tun.“ Colt musterte seinen Hombre: „Ah, ja, du bist der Mann mit den wichtigen Aufgaben!“ sagte Colt mit einem spielerischen Unterton, während er auf Fireball zeigte. Der Japaner rollte leicht mit seinen Augen, musste aber zustimmend nicken: „Leider, ja …“, erwiderte er mit einem halbherzigen Seufzen und nahm dankend seinen Kaffee entgegen.

Der Cowboy grinste breit, lehnte sich lässig zurück und sagte etwas vorwurfsvoll: „Man, ich hätte gestern echt etwas männliche Unterstützung gebrauchen können, lässt mich einfach mit den zwei Ladys allein.“ Dabei deutete er neckisch auf Robin und April, die ihn gleichzeitig mit unschuldigen Mienen ansahen. Fireball blickte auf und musste grinsen: „Ja, sorry, aber du hast es ja gut überstanden, wie ich sehe“, konterte er trocken und gönnte sich erst einmal seinen Kaffee.

„Bis auf seinen roten Hintern, ja …“ konnte sich Robin darauf nicht verkneifen. Fireball riss erschrocken seine Augen auf und stoppte, bevor er seinen ersten Schluck Kaffee genießen konnte. „WEIB!“, rief Colt empört und sah seine Robin mit einem theatralischen vorwurfsvollen Blick an, was bei allen am Tisch für schadenfreudiges Gelächter sorgte. Saber verschluckte sich fast an seinen Rühreiern, während er mit einer Serviette hektisch seinen Mund schützte. „Oh Mann, Colt!“ brachte er zwischen Augenrollen und Kopfschütteln heraus.

April kicherte leise vor sich hin, während sie sich lebhaft an Colts wackelige ersten Gleitversuche auf der Eisbahn erinnerte. „Du bist einfach ein schlitterndes texanisches Naturtalent auf dem Eis“, neckte sie, wobei ihr Tonfall eine eindeutige Zweideutigkeit durchblicken ließ. „Schweig!“, brachte Colt daraufhin dramatisch hervor, und warf April einen warnenden Blick zu: „Ich bin nun mal ein Cowboy, kein Eiskunstläufer!“ sprach er leise weiter, mit gespielter Gekränktheit: „Meine Talente liegen eben woanders.“, und lehnte sich in seinen Stuhl zurück. Robin, die Colt dabei liebevoll musterte, lächelte schelmisch: „Oh, das stimmt!“ meinte sie mit sanfter Stimme und strich ihn kurz über die Wange. Colt nahm das Kompliment sichtlich selbstgefällig auf, drehte sich mit einem schelmischen Grinsen zu Robin: „Na, wenigstens weißt du, in was ich ein echtes Naturtalent ich bin.“

„COLT!“, erschallte ein kollektiver Protest von Saber, April und Fireball, bevor der Lockenkopf weiterreden konnte.

Colt riss seine Augen auf, Robin lief rot an. Sie waren doch nicht alleine hier, kam es den beiden. Vorsichtig und irritiert blickte der Lockenkopf in die Runde, als hätte er nicht erwartet, dass sein Charme plötzlich infrage gestellt würde.

April, die sich währenddessen genüsslich einen weiteren Bissen Quiche gönnte, schüttelte lächelnd den Kopf. „Dein Naturtalent ist es, viel Unsinn in wenigen Sätzen unterzubringen.“ Sagte sie trocken, Fireball lachte auf: „Eins zu null“, kommentierte dieser, während er wieder entspannt an seinem Kaffee nippte. Colt zog die Augenbrauen zusammen und richtete sich mit etwas Groll an Fireball: „Verräter!“

Das brachte den Rest der Runde endgültig zum Lachen, und selbst Colt konnte sich nun ein breites Grinsen nicht mehr verkneifen. Und er ließ seinen Blick über seine Freunde schweifen, ihre vertrauten Gesichter, die herzlichen Lacher und diese unverwechselbare Dynamik hatten ihm in den letzten Monaten schmerzlich gefehlt.

Er lehnte sich entspannt zurück und dachte: “Genau das hier, das ist mein Zuhause.”

Absatz 3

Shinjiro wachte nur widerwillig auf,n sein Körper fühlte sich schwer an, und jeder Muskel schien zu protestieren. Er brauchte einen Moment, um die Ursache zu erkennen: Er hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, seinen Anzug auszuziehen, bevor er ins Bett gefallen war. “Oh Mann …”, dachte er und rieb sich mit der Hand über sein Gesicht. Die Erinnerungen an den Abend zuvor drangen langsam durch den Nebel seiner Müdigkeit, es waren intensive Gespräche gewesen, genug, um ihn regelrecht auszulaugen. Er setzte sich schwerfällig auf und ließ seinen Blick zur Uhr wandern. 


Der Brunch ging in die zweite Runde, und die Stimmung war weiterhin ausgelassen. Fireball und Saber hörten gespannt den Geschichten über Schlittschuhe, Cowboys und Eis zu. Grinsend bestätigte Fireball: „Ich hätte Colt gerne dabei gesehen, wie er freudig darauf herum klatscht!“ Doch diesmal sprang April für Colt in die Bresche: „Ach, er konnte dann doch ganz gut fahrenn.“ Selbst Saber konnte das kaum fassen. Fireball dachte laut nach: „Hm, Colt, die heimliche Eisprinzessin … sehr hübsch, gefällt mir!“ Colt winkte nur ab: „Ach, pfff, du hast dich einfach nur gedrückt, gib es endlich zu!” Fireball lachte und griff nach seinem Croissant.  

„Aber wie war dein Abend?“, fragte April Saber neugierig. Der Schotte nickte, kaute auf, und grinste darauf Richtung Fireball: „Wie geht es deinem Vater?“ Fireball, dessen Croissant sich gerade verkrümelte, verstand zuerst nicht, doch nach einem kurzen Nachdenken zuckte er mit seinen Schultern: „Den habe ich heute noch gar nicht gesehen“, gab er auskunft und sah den Highlander fragend an: „Warum?“, hakte er schließlich nach. Saber grinste in sich hinein: “Ach, nur so.” antwortete er und blieb die Antwort schuldig, stattdessen zog er die rote Mappe aus seiner Tasche und legte sie aufgeschlagen in die Mitte des Tischs.

Fireball ließ die Antwort des Schotten einfach so stehen und beugte sich kauend interessiert nach vorn, genau wie April. Colt konnte es von seiner Position heraus lesen. Zuerst verstand er gar nichts, doch dann checkte er es plötzlich und jubelte laut: „Wahoo!“, und in seiner Begeisterung stürzte er fast über den Tisch, als er seinem Boss stürmisch gratulierte. Fireballs Augen weiteten sich, je weiter er las. „Saber wurde gestern zum Major befördert!“, huschte es ihm durch den Kopf. Doch er musste schnell in Deckung gehen, als Colt sich kaum noch halten konnte. Die Gläser und Tassen wackelten gefährlich auf dem Tisch und mit einem reflexartigen Griff nahm Fireball die Mappe an sich, bevor sich darüber noch Kaffee oder irgendetwas anderes ausbreiten konnte, und zeigte sie April. Die konnte ihren Blick kaum fassen und hielt sich vor Freude eine Hand vor den Mund.

Auch Robin wollte sich die Mappe genauer ansehen. Zwar hatte sie keine Ahnung von militärischen Rängen, doch dass es etwas Besonderes war, wusste sie. Neugierig nahm sie die hochwertige Mappe entgegen und ihre Augen glänzten vor Interesse, während sie auf die Urkunde blickte.

„Herzlichen Glückwunsch, Major!“, sagte Fireball und die beiden umarmten sich herzlich. April konnte sich nun auch nicht mehr zurückhalten und gratulierte ihm mit einem strahlenden Lächeln auf ihren Lippen: „Das hast du dir sowas verdient!“, sagte sie und drückte den Schotten fest.

„Ich danke euch!“, antwortete Saber gerührt. Der Moment war erfüllt von Freude und Stolz, und jeder spürte die Bedeutung dieses Erfolgs, denn niemand hatte das so verdient wie ihr Boss.

Während Colt bereits einen Kellner suchte, um den Major ordentlich zu begrüßen. Gratulierte Robin Saber als letzte. 

Als der Cowboy zurückkam, wurde aus dem einfachen Brunch ein Brunch mit Schuß: „Auf Major Lancelot!“, riefen sie alle und die Gläser klirrten fröhlich. Doch bevor Fireball auch nur einen Schluck von seinem Sekt nehmen konnte, griff Colt blitzschnell nach dem Glas und nahm es seinem Hombre aus der Hand. Das schiefe Grinsen des Cowboys war selbsterklärend. Fireball schaute ihn nur entgeistert an, “Ok, alles für die Show“, doch er sah es ein, auch wenn er diesmal so nah dran gewesen war, das sollte seine Freude für Saber aber nicht mindern.

Die Mappe war inzwischen bei April angekommen, und sie las sich die Urkunde durch. Sie war von Captain Hikari, Whitehawk und Lorenz mit schöner, dicker Tinte unterschrieben worden: „Seit wann stand das denn fest?“, fragte sie sich leise, während sie weiter las. Mit einem nachdenklichen Blick reichte sie die Urkunde an Colt weiter. Der betrachtete die ganze Aufmachung gründlich. „Da hat sich das Oberkommando ja richtig was kosten lassen“, stellte er wissentlich fest, als er das Leder der Mappe begutachtete und nickte anerkennend.

Fireball fragte neugierig nach der Blüte des Majors, die Saber natürlich dabei hatte, obwohl sie eigentlich in ein Bankschließfach gehörte. „Ich werde mir noch ein paar Duplikate für den Alltag besorgen müssen“, erklärte er gelassen.  Die Original Blüte trug man schließlich nur zu besonderen Anlässen. Er öffnete das Etui und reichte es an Fireball: “WOW, 18 Karat“, murmelte er beeindruckt, bevor er sie weiter reichte, und zum Schluss bei Colt, landete, der die goldene Auszeichnung skeptisch musterte. „Was, diese Dinger sind wirklich echt?“, fragte er ungläubig. „Was denkst du denn, Cowboy?“ feixte Fireball. Colt verschränkte seine Arme: „Woher soll ich das denn bitte wissen?“ Fireball zog eine Augenbraue hoch und grinste schelmisch. „Nicht? Ich dachte, du bist hier der Blitzmerker!“ – “Ich heiße doch nicht Fireball!” konterte Colt und fixierte seinen Hombre, griff nach einer Weintraube und warf sie zielsicher gegen Fireballs Stirn. Die kleine Frucht prallte ab, und Fireball hielt sich theatralisch die Stirn, als wäre er schwer getroffen. Robin atmete nur tief ein und schüttelte mit ihrem Kopf, während Saber mit verschränkten Armen beobachtete, wie die Szene sich entwickelte.

Colt lehnte sich entspannt zurück, ein zufriedenes Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus. „Du lernst es auch nie, oder?“ kommentierte er trocken. „Ich lass’ dir ja deine kleinen Siege, Cowboy“, konterte Fireball trocken, während er die Weintraube aufhob und zurück zum Cowboy warf. Doch Colt fing sie lässig in der Luft ab und grinste triumphierend: „Ich bestehe auf, schneller, Blitzmerker!“

Robin fragte, nachdem sich die Aufregung um Sabers Beförderung gelegt hatte und der Brunch sich dem Ende neigte: „Ok, wie wäre es mit einem Beauty-Day? Friseur, Make-up und was wir sonst noch so finden?“ Daraufhin blickten ihr drei männliche, völlig entgeisterte Augenpaare entgegen, gefolgt von einem kurzen Schweigen. „Ja, gerne!“ kam es schließlich begeistert von April, die noch gar keinen Plan für diesen freien Tag gehabt hatte.

Colt, ganz Kavalier, lehnte sich doch etwas erleichtert zurück und meinte: „Das brauchen die anwesenden Damen hier überhaupt nicht!“ Die beiden Frauen schmunzelten über den Cowboy, und April erwiderte mit einem süffisanten Lächeln: „Du sammelst jetzt nur wieder Pluspunkte, um die dann auf einen Schlag zu verpulvern!“ Colt hob abwehrend seine Hände. „Nie nicht, das war mein voller Ernst! Wirklich!“ Robin grinste Richtung April: „Gut, denn ich habe gestern ein Wellnesscenter entdeckt, das ich unbedingt testen möchte.“

April nickte daraufhin begeistert: „Das klingt perfekt! Ein bisschen Entspannung und Verwöhnprogramm kann nie schaden.“ Und die beiden verfielen sofort in einen lebhaften Austausch voller Beauty-Fachbegriffe, die für die Jungs am Tisch wie eine Fremdsprache klangen. „Hyaluronbehandlung, Mikrodermabrasion, und unbedingt eine Detox-Maske“, zählte April auf. Robin fügte hinzu: „Und ich wollte schon immer mal ein Ganzkörperpeeling mit Meersalz ausprobieren.“

Colt, der Lauscher, sah Robin mit großen Augen an. „Ganzkörperpeeling? Mit Salz? Klingt, als würdest du dich für ein Steak vorbereiten!“

Fireball prustete los, während Saber nur mit seinem Kopf schüttelte und murmelte: „Das ist nicht unsere Welt, Jungs.“ „Ach, ihr habt doch keine Ahnung“, winkte April ab und grinste: „Ihr könnt ja euren eigenen Männer-Wellness-Tag machen, womit auch immer ihr euch so entspannt.“ – „Klingt nach einem Plan“, entgegnete Colt. „Nur bei uns gibt es kein Mikro … Dings da!“ – „Mikrodermabrasion“, korrigierte Robin mit einem breiten Grinsen. „Gesundheit“, erwiderte Colt trocken, was wieder alle am Tisch zum Lachen brachte. Selbst Saber konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Vielleicht solltet ihr euch wirklich mal ein bisschen informieren“, bemerkte er augenzwinkernd. „Schon klar, Mr. Frauenflüsterer“, meinte Colt grinsend, „aber werde ich tun, und zwar direkt nach meinem Steak-Wellness-Tag.“ und blickte Robin darauf frech an.

„Dann seid ihr ja versorgt“, warf Fireball ein, der das Gespräch verfolgt hatte. „Ich werde mich verabschieden und den Tag sinnvoll nutzen, vielleicht an meinem ganzen Kram weiter durchgehen.“ – „Vielleicht?“, wiederholte Saber trocken und hob eine Augenbraue. Fireball blickte neben sich und grinste: „Das schließt Sport und Freizeit mit ein“, erklärte er. Colt lehnte sich grinsend zurück.

„Okay, dann los!“, sagte Robin entschlossen, und die beiden Mädels sprangen auf, um ja keine Zeit zu verlieren. „Bis später!“, riefen sie kichernd und schlüpften in ihre warmen Jacken. Robin warf noch einen schnellen Blick auf ihr Handy, um die Adresse des Wellnesscenters herauszusuchen, während April schon voller Vorfreude die Tür öffnete.

„Viel Spaß!“, rief Colt den beiden flötend hinterher und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber macht’s nicht zu schön, sonst kommen wir Jungs noch vor Neid um!“ Darauf lachten die beiden Frauen erneut, winkten und verschwanden in der kühlen Winterluft.

Absatz 4

Die zurückgelassenen Herren der Schöpfung rutschten sich ein wenig bequemer auf ihren weichen Stühlen zurecht und entschieden, die Zeit entspannt hier zu verbringen. Saber griff nach seiner Mappe und verstaute sie wieder sorgfältig in seiner Tasche: „Ich reise heute Abend für drei Tage nach Schottland und werde am Samstag wieder zurück sein“, teilte Saber, Colt und Fireball mit. Sein Blick wanderte zu Fireball, der sich entspannt zurücklehnte. „Du bist ja dann noch ein paar Tage hier, also sehen wir uns sicher noch.“ Fireball grinste: „Ja, dann stehst du als Major bereit!“ sagte er und deutete einen kleinen Salut mit zwei Fingern an.

Saber schmunzelte, die Erwähnung seines neuen Rangs klang noch immer fremd in seinen Ohren: „Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe.“ gab er zu. Colt, der die Unterhaltung aufmerksam mitgehört hatte, verschränkte seine Arme und hob eine Augenbraue: „Na, hoffentlich vergisst du uns einfachen Kerle dann nicht, Mr. Major.“ – „Kommt darauf an, wie gut du dich benimmst, Cowboy“, erwiderte Saber mit einem gespielten ernsten Ton, doch er konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. „Pah! Benehmen ist mein zweiter Vorname“, sagte Colt trocken, woraufhin Fireball ein kurzes hörbares grinsen entfleuchte.

Colt musterte Fireball für einen Moment und atmete tief ein. Wenn sein Hombre schon einmal hier saß, wollte er auch eine Antwort haben. Schließlich ging es ja auch um Saber, und das war für ihn alles andere als unwichtig. Er richtete sich auf und griff die Gelegenheit beim Schopf: „Sorry, Partner, aber ich muss es ansprechen. Was ist da zwischen April und dir?“ Fireball, der gerade etwas auf seinem Kommunikator checkte, ließ überrascht von diesem ab. “Wie kam Colt jetzt auf dieses Thema?” Auch Saber, der neben Fireball saß, warf Colt einen fragenden Blick zu.

Fireball, der sich nun sichtlich unwohl fühlte, presste die Zähne zusammen und antwortete: „Das wüsste ich selber gerne!“ Colt hob fragend seine Augenbrauen, da hatte er wohl einen wunden Punkt erwischt. Saber beobachtete aufmerksam die Reaktionen seines Freundes. Fireball wurde auf seinem Stuhl plötzlich immer kleiner, als wollte er sich in den Polstern verstecken. Ein unbehagliches Schweigen breitete sich aus, als die Worte von Colt in der Luft hingen. Saber blickte sich um, zu seiner Erleichterung war niemand in der Nähe, der mithören konnte. Die meisten Gäste hatten sich einen Platz mit Ausblick auf das Panoramafenster gesichert, das den weiten Blick über das verschneite Jarr ermöglichte. Es schien, als hätten sie ihre Ruhe für dieses Gespräch.

Saber sprach mit einem freundschaftlichen Ton, der jedoch auch eine klare Autorität in sich trug: „Ist zwischen euch etwas vorgefallen? Wenn ja, dann muss ich das wissen. Das weißt du!“ Fireball setzte sich etwas bequemer in seinen Stuhl auf, als wollte er sich von der plötzlichen Spannung, die ihn umgab, befreien. Er schaute zwischen Colt und Saber hin und her, als ob er in diesem Moment eine Entscheidung treffen musste, die er nicht treffen wollte. Colt, der die Blicke des Japaners in Sekunden durchschaut hatte, nickte verständnisvoll und sagte dann: „Also ja!“

Fireball rollte leicht mit seinen Augen, bevor er langsam nickte: „Ja, ist es. Aber …“ Er hielt inne, als wolle er noch etwas hinzufügen, doch da kam nichts mehr.

Saber blieb ruhig, seine Augen waren auf Fireball gerichtet. Es war offensichtlich, dass er das Thema noch nicht fallen lassen würde. „Und? Was genau läuft da?“ half er mit einem leichten, aber festen Ton nach. Fireball atmete tief ein und rieb sich nachdenklich das Kinn. „Es läuft gar nichts“, antwortete er und blickte Saber etwas vorwurfsvoll an. Sabers Augenbrauen hoben sich.

Colt merkte sofort, dass Fireball nicht darüber reden wollte. Doch auch er wusste, dass es irgendwann gesagt werden musste. 

Fireball atmete tief ein, als würde er nach den richtigen Worten suchen, dann begann er widerwillig: „Wir hatten uns geküsst … aber …“ doch bevor er weitersprechen konnte, fielen ihn Saber und Colt zeitgleich ins Wort. “Was?” – “Aber da war nichts weiter …” fügte er schnell mit an. Saber lehnte sich zurück, er hatte ja mit allem gerechnet, aber damit nicht: “Was heißt nichts weiter?” Colt lehnte sich zurück, verschränkte seine Arme vor der Brust und beschloss erst einmal nur zuzuhören.

„Pfffff“, ließ Fireball langsam die Luft zwischen seinen Zähnen entweichen, während er den Blick kurz zur Decke richtete, als würde er dort eine Lösung finden. Doch tief in seinem Inneren wusste er, dass er hier nicht herauskommen würde, ohne die Karten endlich auf den Tisch zu legen. Auch wenn es ihm mehr als unangenehm war: “Es war eben nur ein Kuss …” wiederholte er sich nochmal, denn schließlich war es nicht mehr und nicht weniger gewesen. Und er ließ seine Hände in den Schoß fallen, “danach wurde es eben kompliziert, wie es ausging, wisst ihr.” beendete er. 

Saber dachte nach und nickte kaum sichtbar. Colt presste seine Lippen aufeinander und setzte sich etwas auf: “Also von deiner Seite keine Gefühle, nichts?” hakte er nach, Fireball zog seine Augenbrauen zusammen und funkelte Colt ein klares, “NEIN!” entgegen. “Hm!”, kam es nachdenklich von Saber: “Dafür war ziemlich viel zwischen euch los.” fügte er hörbar hinzu, als er sich daran erinnerte, was auf Ramrod los gewesen war. “Genau das habe ich ja auch nicht verstanden, für mich war die Sache danach erledigt gewesen.” erzählte Fireball.  Colt lauschte aufmerksam, schließlich hatte Robin ihm die Sache aus Aprils Sicht geschildert und das hatte ganz anders geklungen.

Eine schwere Stille legte sich zwischen den dreien, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Der Raum schien förmlich schwer zu atmen. Jeder wusste, was auf dem Spiel stand, doch keiner wollte es laut aussprechen.

Fireball wagte schließlich, zu Saber aufzusehen. Seine Augen suchten nach Verständnis, in der Mimik des Schotten, und hoffte, dass er die richtigen Worte finden würde: „Ich möchte … sie nicht diskreditieren“, brachte er leise hervor, beinahe so, als hätte er Angst, das Schweigen zu stören. Seine Stimme klang unsicher, es war eine ungewohnte Stimmlage des Piloten, der mehr über seinen inneren Konflikt verriet, als er vielleicht wollte.

Der Schotte richtete seinen Blick langsam auf Fireball und musterte ihn aufmerksam. Und Fireball spürte, wie seine Gedanken ihn erdrückten, hatte er das Falsche gesagt? War er zu weit gegangen? Und vor allem: Hatte er April damit in ein schlechtes Licht gerückt? Der Gedanke nagte an ihm, dass er es bereute, überhaupt etwas gesagt zu haben. Saber nickte langsam, seine Miene blieb jedoch ernst, aber nicht unfreundlich. Er sah, wie sehr Fireball mit sich selbst kämpfte, und ließ ihm einen Moment, um durchzuatmen. Dann sprach er mit Nachdruck: „Mach dir keine Sorgen! Es ist gut, dass ich es jetzt weiß. Ehrlich gesagt, hättest du mir das schon viel früher sagen müssen.“

Fireball wich den Blick desd Highlanders fast fluchtartig aus und starrte stattdessen auf den Tisch vor sich. Sein Atem ging flach, und in seinem Kopf kämpften Scham und Erleichterung gegeneinander. Er wusste, dass Saber recht hatte, doch das Wissen darum machte es nicht weniger schwer. 

Saber atmete tief ein, während er einen prüfenden Blick zu Colt warf, der sich entspannt in seinem Sitz zurückgelehnt hatte. Der Cowboy wusste mehr, das spürte der Schotte instinktiv. Irgendetwas arbeitete in Colt. Doch noch war unklar, wann er sich entschließen würde, sein Wissen zu teilen.

“Was ist vor der letzten Schlacht vorgefallen?” fiel nun Saber direkt mit der Tür in Haus. Fireball atmete tief ein, er hatte bereits zu viel gesagt und wandte sich ab, er hatte keinen Bock mehr weiter zu reden. Der Cowboy hatte die Geste bemerkt und sein Blick verfinsterte sich. Ein Anflug von Ärger lag in seiner Stimme, als er scharf nachhakte: „Was ist jetzt?“

Doch Fireball antwortete nicht. Saber warf Colt einen kurzen mahnenden Blick zu, doch der Cowboy hatte bereits gehandelt. Erschrocken sah sich der Schotte um, das Lokal war leer, keine neugierigen Augen und Ohren waren in der Nähe.  Colt war aufgestanden und stellte sich direkt vor seinen besten Freund. Langsam beugte er sich vor, stützte sich mit beiden Händen auf die Armlehnen von Fireballs Stuhl und fixierte ihn eindringlich. Seine Nähe war drängend. Fireball zuckte leicht zusammen, er hatte nicht mit solch einer plötzlichen Konfrontation gerechnet. Doch er wich dem Blick des Cowboys nicht aus. “Soll ich dir auf die Sprünge helfen?” hakte Colt erneut nach. „Also, was lief da zwischen April und dir an Bord? Und was weiß ich außerhalb davon?“  Fireballs Gesicht entglitt förmlich, alle Farbe und alle vertrauten Konturen. Er wusste kaum noch, was er denken sollte. Saber hingegen war mehr als nur geschockt. Was hatte Colt da gerade gefragt? 

Colt fixierte Fireball, richtete sich dann wieder auf und setzte sich langsam wieder auf seinen Platz. Es tat ihm leid, seinen Kumpel somit vor vollendete Tatsachen zu stellen, aber er wollte das Thema jetzt endlich klären.

Der Schotte atmete ein und wandte sich wieder seinen Piloten zu: „Wir hören!“, forderte jetzt auch Saber mit fester Stimme.

Fireball verschränkte seine Arme vor der Brust und sah Colt herausfordernd an. Jetzt war Colt wirklich genervt. „Das kann doch nicht wahr sein!“, dachte er und legte seine Stirn tief in Falten, dass man hätte meinen können, er versuche damit Morsezeichen zu senden. Er zwang sich jedoch zur Ruhe – immerhin wusste der Cowboy, dass Fireball kurz davor war, dicht machen. Also atmete Colt tief ein, und tief aus und ließ dann mit gespielter Lässigkeit seine Worte fallen: „Na, hattet ihr was am Laufen? Wart ihr… in der Kiste?“

Fireball riss blitzartig seine Augen auf, mit dieser Direktheit hatte er nun doch nicht gerechnet. Er fühlte sich, als hätte ihn jemand mit einem eiskalten Wasserschlauch erwischt. Sofort stieg ihm die Hitze in die Ohren, die darauf knallrot wurden. Schnell senkte er seinen Kopf, als wollte er sich hinter seinem stoppeligen Haarschopf verstecken.

Colt grinste zufrieden, als er Fireballs Reaktion sah, und klopfte sich innerlich schon mal auf die Schulter. „Na also“, dachte er. „Geht doch.“ Triumphierend warf er einen Blick in Sabers Richtung, doch das innere Grinsen gefror ihm schlagartig, als er dem mahnenden Blick des Schotten begegnete. „Upsi …“, murmelte Colt gedanklich und zog schuldbewusst seinen Kopf wieder ein.

Fireball hob langsam, suchend den Blick. „Woher …? Ich meine, wie …“

„Stopp. Stopp. Stopp. Stopp!“, unterbrach Saber plötzlich, seine Stimme war durchdringend und ungewohnt streng. Fireball verstummte sofort und richtete seinen Blick auf den Schotten. Saber strich sich langsam mit Daumen und Zeigefinger über seine müden, brennenden Augen, die Nacht steckte schließlich auch in seinen Knochen. In ihm arbeiteten Gedanken, und es waren zu viele auf einmal. Er stand nicht nur als Kommandant da, er stand als Freund zwischen zwei Freunden, die sich offenbar in einer Situation verheddert hatten, die mehr war als ein kleiner Fehltritt.

Er wusste, was seine Pflicht als Team Captain war, der vor nicht einmal 12 Stunden zum Major befördert worden war. Ein Vorfall an Bord, seines Schiffs, eine zwischenmenschliche Spannung, die das Kommando und die Sicherheit gefährden konnte, musste gemeldet werden. Ganz gleich, wer den ersten Schritt gemacht hatte. Vorschriften waren Vorschriften. Und doch … alles in ihm sträubte sich, diese kalte Linie jetzt zu ziehen.

Denn er sah nicht nur einen Regelverstoß. Er sah zwei seiner Freunde, die mit etwas Persönlichem nicht klarkamen. Etwas, das ihnen, aufgrund ihrer Jugend, über den Kopf gewachsen war – sonst wäre es nie zwischen April und Fireball so weit gekommen. Nein, jetzt war nicht der Moment für Formulare und Protokolle.

So atmete Saber noch einmal ruhig durch, richtete sich auf und sprach mit ruhiger, aber fester Stimme: „Erklär mir bitte die ganze Situation.“ Fireball sah ihn einen Moment lang an, dann wandte er den Blick zu Colt und einen Wimpernschlag später lehnte er sich schwer in seinem Stuhl zurück. Ihm war klar – aus dieser Nummer kam er so schnell nicht mehr raus.

Absatz 5

Robin und April genossen im „Rouge et Rêves“ ein wahres Rundumverwöhnprogramm. Sie waren in flauschige rosafarbene Bademäntel gehüllt, und lagen tiefenentspannt auf bequemen Behandlungsliegen, umgeben von sanfter Musik und dem dezenten Duft nach Rosen und Vanille.

Während Robin gerade sorgfältig eine kühlende Gesichtsmaske aufgetragen wurde, schloss sie wohlig ihre Augen. April lag neben ihr, vollkommen tiefenentspannt, entspannt nach einer wohltuenden Massage, die jede Verspannung aus ihrem Körper gelöst hatte.

„Es passierte einfach“, begann Fireball leise, sein Blick war auf einen unsichtbaren Punkt gerichtet, der irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu liegen schien. „Wir waren auf Yuma. Ihr wart unterwegs … April und ich beschlossen, bis zum Start am nächsten Morgen an Bord zu bleiben. Also saßen wir im Aufenthaltsraum und zappten uns durch die Filmdatenbank. Nichts Besonderes halt.” sagte er und zuckte mit seinen Schultern. “Wir haben unsere Späße gemacht und dabei unterhielten wir uns.“ Er hielt inne und seine Worte hingen einen Moment lang in der Luft. Fireballs Blick senkte sich und sein Atem wurde flacher.

Colt und Saber tauschten einen schnellen Blick, dann beugte sich Colt mit einem schiefen Grinsen vor: „Ja weiter, Hombre … Du kannst doch nicht einfach mittendrin aufhören, so was macht man nicht … schon gar nicht bei so ’nem Filmabend“, meinte Colt mit einem Ton, der so eindeutig zweideutig war, dass es selbst ein Blinder mit Ohrenschutz gehört hätte.

Saber musste sich ein aufkommendes breites Grinsen ernsthaft verkneifen. Typisch Colt, aber er hatte ja nicht ganz unrecht. Fireball spürte die Blicke beider Männer auf sich brennen. Genervt rollte er mit den Augen, als müsste er sich innerlich selbst überreden – dann platzte es aus ihm heraus, schnell, unverhofft und ohne Umwege:

„Wir haben uns geküsst…“, seine Worte standen plötzlich alleine und er lehnte sich zurück, verschränkte seine Arme vor seiner Brust und wartete, was jetzt kommen würde.

Colt und Saber tauschten einen leicht enttäuschten Blick aus. Fireball hatte ihnen das Ende einfach so vor die Füße geworfen, ohne großes Drama, ohne Umschweife. Kein langes Vorspiel, keine spannungsgeladene Enthüllung.

Aber nun war es raus.

Saber lehnte sich langsam zurück und dachte nach. Okay … April und Fireball haben sich also geküsst. Saber wusste, dass gerade Fireball leichtfertig in so etwas hineinrutschen konnte, ob ihm das Ausmaß bewusst war, wusste er noch nicht. Und April, sie ist die einzige Frau im Team und jetzt emotional offenbar nicht mehr ganz neutral. “Wie steht ihr zueinander?” hakte er jetzt genauer nach. Das interessierte auch den neugierigen Cowboy und er spitzte seine Ohren. 

Fireball stieß hörbar Luft aus und zuckte mit den Schultern. „Gar nicht …“
Die Antwort kam ohne Energie, als wüsste er selbst nicht genau, was er da gerade sagte. Denn wie es um ihre Freundschaft stand, konnte er beim besten Willen nicht mehr einschätzen.

„Hombre …“, mischte sich nun Colt wieder ein und blickte seinem Freund in die Augen und zeigte auf den Highlander: „Saber will wissen, ob da Gefühle im Spiel sind.“ übersetzte er. Darauf wurden Fireballs Augen groß: „Was? Nein!“, kam es schnell, vom Japaner.

Saber nickte langsam. Er wusste, Fireball war in einer festen Beziehung. Doch seine nächste Frage zielte tiefer: „Und vor vier Monaten?“, fragte er jetzt direkter. Es wurde still. Die Pause zog sich länger als erwartet, deutlich länger als bei einem simplen „Nein“. Fireball sah kurz zu Boden, dann ließ er die Gedanken der Vergangenheit durch seinen Blick schweifen. Schließlich schüttelte er langsam den Kopf. „Es war… da war nichts.“ Colt hob darauf skeptisch seinen Kopf. 

Und Saber atmete tief ein, es war nicht die Art von Antwort, mit der man gut weiterarbeiten konnte, aber sie war jetzt mal gefallen. 

„Ich verstehe es wirklich. Gefühle kommen, niemand kann das steuern. Aber … das hier ist nicht irgendein Arbeitsplatz, Shinji!” begann Saber und er benutzte Fireballs richtigen Namen und ab da wusste der Japaner, dass jetzt die erwartete Standpauke auf ihn zukam: “Wir sind kein Büro, kein normaler 9 to 5 Job und schon gar keine romantische Sitcom. Wir sind ein militärisches Einsatzteam, wir fliegen Missionen, bei denen jeder Fehler Menschenleben kosten kann. Auch unser eigenes.“

Er hielt kurz inne und ließ seine Worte wirken. Fireball presste seine Lippen fest aufeinander: “Das weiß ich!” kam es darauf fast patzig, von dem jungen Piloten. 

Doch Saber ließ diese Antwort unbeachtet stehen und sprach weiter: „Wenn zwei Mitglieder eines Teams eine Beziehung haben oder auch nur eine unausgesprochene Spannung, verändert sich alles. Entscheidungen können emotional beeinflusst sein. Reaktionen werden unvorhersehbar. Was, wenn einer von euch in Gefahr ist? Wird der andere dann noch rational handeln? Wird er oder sie Befehle ignorieren, um den anderen zu retten? Oder gar riskieren, dass jemand anderes stirbt?“ sprach er und sah Fireball dabei eindringlich an.

„Ich muss wissen, nein ich muss darauf vertrauen, dass ich mich auf jeden von euch verlassen kann. Ohne versteckte Loyalitäten, Feindschaften oder unerklärliches Zögern in entscheidenden Momenten.“ Die Stimme des Schotten war ruhig, aber mahnend. Fireball zog nun seine Augenbrauen fest zusammen. „Auch das weiß ich!“, fuhr er schärfer dazwischen, als ihm selbst lieb war. Langsam stieg der Ärger in ihm auf. Warum bekam er ausgerechnet jetzt den belehrenden Anpfiff?

„Ich werde auch mit April sprechen“, lenkte der Schotte sofort ein. „Aber vorher möchte ich von dir wissen, wie es weitergeht. Ich meine … Ihr habt euch danach nicht mehr verstanden. Was ist passiert? Und wie das geendet ist, wissen wir alle, vor allem du!“ Doch es war zu spät. Man sah es an Fireballs Blick, wie sich der Vorhang wieder senkte, wie er innerlich seine Tür zuzog. Jetzt wollte oder konnte er nicht mehr reden.


Währenddessen saßen die beiden Damen beim Friseur. Robin ließ sich verwöhnen und ein wenig aufhübschen, während April mutig war – sie trennte sich ohne zu zögern von zehn Zentimetern Haar. Und es fühlte sich gut an. Sehr gut sogar. Zufrieden betrachtete sie ihr Spiegelbild, das sie mit einem frischen, neuen Schwung anlächelte.

Sie lachten viel, plauderten über alles und nichts – und beschlossen schließlich, später einen kleinen Stadtbummel zu machen.


Colt versuchte das Ruder nochmal rumzureißen und fragte freundschaftlich, er wollte seinem Kumpel bisschen auf die Sprünge helfen, schließlich wollten Saber noch er, dass Fireball denkt, dass er der alleinige Sündenbock hier sei. Nein, zu so einer Sache gehören mindestens zwei, das wusste der Cowboy schließlich aus Erfahrung! “Hat sie dir gesagt, dass sie sich verliebt hatte?” Fireball schüttelte schnell mit seinem Kopf. “Nein, oder wahrscheinlich war es das, wo ich es merken sollte, was weiß ich?” Fireball ging sich durch seine dichten Haare und kratze sich am Hinterkopf, es war ihm nicht nur unangenehm, sondern auch mal wieder eine Situation, wo er nicht richtig gehandelt hatte, an das, was darauf jetzt noch kommen würde, wollte er überhaupt nicht denken. 

Colt spielte nun mit offenen Karten: „Hörzu, Hombre, April und Robin hatten wohl ein Gespräch, da erzählte April meiner Liebsten, dass sie sich in dich verguckt hatte und sie es dir gesagt hätte.” Fireball sah Colt an und es blieb wieder still: “Nein, so direkt nicht!” Colt nickte und meinte: “OK … Gut!” Colt sah einatmend zu Saber. Sie kamen hier nicht weiter.

Saber wusste, er steckte in der Zwickmühle. Nicht als Freund, sondern als befehlshabender. Und genau das machte die Situation so schwer.

Die Angelegenheit war schließlich längst beim Untersuchungsausschuss gelandet. Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand an seine Tür klopfen würde. Noch herrschte Ruhe. Noch hielten alle die Füße still. Der Schotte wusste, dass wahrscheinlich im Hintergrund wohlwollend für ihn gearbeitet wurde. Aber das würde nicht ewig reichen. Irgendwann würde er Rechenschaft ablegen müssen. Und das besser, bevor jemand fragt: Warum sein Team inmitten einer Schlacht kampfunfähig wurde. Warum einer evakuiert werden musste. Und warum ein anderer drei Tage im künstlichen Koma lag. Und er war mittendrin. Zwischen den Fronten. 

Zwischen Pflicht und Loyalität. Zwischen Kameradschaft und Kommando Verantwortung. Wenn er zu lange schwieg, machte er sich angreifbar. Wenn er voreilig handelte, konnte er sein Team zerbrechen. 

Der Schotte rieb sich erneut seine Augen und traf eine vorläufige Entscheidung, um selbst klar zu werden:  „Ich werde drei Tage weg sein“, sagte er ruhig, aber bestimmt zu Colt und Fireball. „Danach setzen wir uns ALLE zusammen. Ich will alles wissen, jedes Detail.“

Colt und Fireball nickten schweigend, aber mit dem Wissen, dass jetzt etwas in Gang gesetzt worden war, das sich nicht mehr aufhalten ließ.


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